Heute zeige ich eine Fleecejacke deren Schnitt ich hauptsächlich wieder wegen der tollen Kombinationsmöglichkeiten für Farben und Stoffe gekauft habe.

Es ist die Polar Puff Fleece Jacket von isa in stitches, die ich mir relativ zeitgleich mit dem Pepe Pullover von Studio Neeela (letzten Monat gezeigt) gekauft und daher auch zusammen zum Plotservice geschickt habe. Ich habe beide Schnitte an einem Abend ausgeschnitten und dann nicht schlecht gestaunt als ich die Ärmel übereinander gelegt habe. Es sah aus als lägen 10 Größen dazwischen. Oder ein Kinderärmel und ein Erwachsenenärmel. Wobei natürlich auch einer davon ein Raglanärmel war und sich das eigentlich nicht so gut vergleichen lässt. Genäht hatte ich dann zuerst den Pepe Pullover der perfekt passte, weshalb ich dann schon vorgwarnt war, dass die Polar Puff Fleece Jacket sehr oversizig ist. Ich wollte sie aber dennoch eimal im Original nähen und dann beurteilen ob es lohnt für weitere Varianten noch Änderungen vorzunehmen.
Und irgendwie weiß ich es bis heute nicht. Ich mag meine fertige Jacke. Aber das liegt hauptsächlich an den Stoffen die ich gewählt habe und an der Innenverarbeitung für die ich mir richtig viel Zeit genommen habe und für die ich auch von der Anleitung abgewichen bin.

Mir ist der Schnitt auf Instagram aufgefallen (ich glaube das geht mir bei den meisten Schnitten inzwischen so..?) und ich mochte die ganzen Reels von Isa in Stitches, bei denen sie diverese farblich super stimmige Jacken näht. Ich konnte hier schon sehen, dass ich ihre Nähtechnik für die Taschen mag. Womit ich aber nicht gerechnet hatte, war dass ich mit dem Kauf auch lediglich eine Video-Anleitung (Link zum YouTube Kanal mit Videonähanleitung) bekomme. Sowas einmal zu sehen finde ich schon gut. Während des Nähens möchte ich die einzelnen Schritte vor allem für Kleidung aber gerne anhand einzelner Schritte in Textform und mithilfe von technischen Zeichnung gezeigt bekommen. Es nervt mich zu sehr immer wieder Pause machen zu müssen, zumal jeder einzelne Schritt zwar sehr verständlich ist, aber nicht wirklich lange gezeigt wird. Bevor ich die Jacke genäht habe, hab ich mir daher einmal die Mühe gemacht mir meine eigene Anleitung zu schreiben.
Richtig gut fand ich die Anleitung bezüglich der Taschen und damit die schöne Innansicht. Die bleiben nicht offenkantig oder „nur“ durch eine Overlocknaht versäubert, sondern sind durch die französische Naht richtig hübsch.
Für meine Jacke habe ich noch mal denn Teddystoff mit Fleecerückseite verwendet, weil die Anleitung einen sehr schweren Stoff verlangt und ich keinen anderen Stoff hatte / wusste der mindestens 340g/m² hat. Durch meinen Pepe Pullover wusste ich auch wie weich und bequem der Stoff innen ist.
Für das obere rechte Vorderteil auf dem die Tasche angebracht wird, wollte ich gerne eine Kontrastfarbe wobei ich mich dafür am Bestand bedienen wollte. So richtig stimmig war leider nur ein deutlich dünnerer Fleece. Um die Dicke auszugleichen kam mir die Idee den Stoff zweilagig zu verwenden und dann auch gleich so zu vernähen, dass beim Übergang beider Stoffe keine offene Kante zu sehen ist.

Davon frisch begeistert habe ich das auch für die andere Seite angewendet die ja sonst den Teddystoff innen gehabt hätte, weil ich die Fleeceseite vorne haben wollte. Außerdem wollte ich danach auch für die weiteren Nähte keine sichtbaren Overlocknähte mehr haben. Es war nämlich schon absehbar WIE groß diese Fleecejacke wird und ich habe schon während des Nähens damit gerechnet, dass hier keine Jacke entsteht die ich als Pullover / statt eines Pullovers tragen werde, sondern eher zusätzlich über einen Pullover. Aus dem Grund wollte ich mir dann mit der Innenverarbeitung genauso viel Mühe geben, wie ich es für eine richtige Jacke tun würde. Die bekäme bei mir entweder ein Futter oder eine schöne Schrägbandversäuberung. Mit letzterem habe ich mich dann ans Werk gemacht und die komplette Jacke mit Schrägband versäubert. Weil in die Ärmel später Gummibänder eingezogen werden und in den Saum eine elastische Kordel, habe ich hier stattdessen mit denhbarem Falzband gearbeitet.

Die Innenansicht mag ich nun SEHR. Gewöhnungsbedürftig bleibt der sehr kastige Schnitt. Ich habe kein Tragefoto davon, aber mir gefällt die Jacke an mir nur, wenn sie auch wirklich durch die Gummibänder gerafft wird. Und trotzdem finde ich sie ZU oversizig. Ich habe anhand der Maßtabelle eine M gewählt, aber ich denke eine S hätte auch locker gereicht für mich. Auch die Raglanärmel sitzen nicht schön an mir. Ich glaube die sind generell nicht so vorteilhaft für mich, aber hier auf den Fotos finde ich sie richtig unpassend.

Beim Kragen habe ich übrigens selber rumgepfuscht. Irgendwie hatte mein Reißverschlussschutz nicht die passende Länge. Er hörte eben nicht 1 cm unter dem Kragen auf, sondern deutlich weiter unten. Weil ich den aber schon 3 mal genäht hatte bis ich mit dem Ergebnis zufrieden war, wollte ich ihn nicht noch mal nähen und habe stattdessen den Kragen angepasst, so dass der keinen 90° Winkel mehr hat, sondern abgerundet ist und runter läuft zum RV.

Leider bin ich auch mit der Tasche nicht zufrieden. Die Reißverschlussöffnung ist NICHT groß genug für mein iPhone. Das Handy selber passt rein, aber ich muss es jedesmal schräg halten und durch die Öffnung quetschen. Die Tasche selber war groß genug, das hatte ich vorher überprüft – die Öffnung leider nicht.

Auch nicht die Position: Auf all meinen Jacken habe ich diese Brusttasche auf der linken Seite und kann mit der rechten Seite mein Handy herausholen und bedienen. Hier ist die Tasche auf der rechten Seite weshalb das nicht funktioniert und das ist komplett unpraktikabel für mich. Ja, ich hole mein Handy oft aus der Tasche unterwegs. Hauptsächlich für Fotos. Nein, man kann nie genug Hundefotos haben!!
Das Wort „Walkies“ – Verniedlichung für Hundespaziergänge – begegnete mir viel in der Hundebubble auf Instagram und steht daher jetzt auf meiner Jacke die ich wohl hauptsächlich bei eben diesen Hundespaziergängen trage. Auch hier auf dem Ausflug wo die Tragefotos enstanden sind.

Wobei es sich hier um den ersten warmen Frühlingstag Ende Februar handelte und ich die Jacke nur für die Fotos anhatte. In Wahrheit war uns 5 min nach Start des Spazierganges schon so warm, dass wir die restliche Zeit nur in T-Shirt unterwegs waren und ich meine Fleecejacke nur um die Hüfte trug, weil sie auch einfach zu riesig war um sie in meinen kleinen Rucksack zu stopfen.

Das WALKIES – genäht aus dem Buchstabenstoff von Ruby Star Society, ist da übrigens nur platziert, weil ich einfach kein passendes Label fand. Die Teilung mit der Paspel enstand aus Stoffmangel und ohne ein weiteres Label sah das komplett komisch aus. Am liebsten hätte ich ein fertiges, richtig großes Label genommen, aber ich hatte nichts passendes, weshalb ich dann eines selbergemacht habe.

Ich denke es wird eher keine weitere Version dieser Jacke für mich geben, da mir Schnittführung (Raglan) und Proportion eher nicht gefallen. Ich mag irgendwie nur die Rückansicht 😄

Diese Jacke wird aber dennoch viel getragen werden, alleine schon weil so viel Zeit in die Enstehung geflossen ist und sie eben auch einfach gut wärmt.
Ich schicke meinen Beitrag zum Me Made Mittwoch im März und schaue mal ob die anderen Teilnehmerinnen mehr Glück mit ihren ausgewählten Schnitten hatten. Carola zeigt dort einen Wollwalkmantel den sie schon vor längerer Zeit genäht hat. Ich finde das ja sehr spannend zu sehen was aus den Kleidungsstücken geworden ist und ob sie wirklich ein Lieblingsteil geblieben sind oder sich Schnitt oder Stoff im Alltag doch nicht bewährt haben.
