Der Weihnachtskleid Sew Along des Me Made Mittwoch Blogs ist eine lieb gewonne Tradition und ich möchte auch in diesem Jahr wieder teilnehmen, auch wenn ich gerade kein Kleid brauche. Es sind ja auch alle anderen Kleidungsstücke aus der Kategorie „Oberbekleidung“ erlaubt. Ich nähe vor allem große und/oder aufwändige Outfits gerne in Gesellschaft eines Sew Alongs und habe überlegt, was ich schon länger mal nähen wollte, aber vor mir herschiebe.
Gleichzeitig habe ich mir gewünscht zum Ende des Jahres nicht noch mehr Stoff zu kaufen, sondern ausnahmsweise mal aus dem (eigentlich ja vollen) Bestand zu nähen. Oft fällt mir das schwer, denn meist sehe ich ERST einen Schnitt und finde dazu trotz voller Stoffschubladen keinen passenden Stoff.
Für den WKSA 2025 habe ich meine Überlegungen daher andersrum gestartet. Ich habe mir erst meinen Bestand angeschaut und dann überlegt (und auf Threadloop gestöbert) welche Schnitte dazu passen könnten.
Mir fiel ein lang gehüteter Schatz auf: Ein Mantelstoff in einem wunderschönem Karamell. Wobei diese Farbe bei mir auch gerne Bentefarbe genannt wird 🙂 (Falls es jemanden geben sollte, der Bente noch nicht kennt, kann am Ende des Beitrages noch Bekannschaft machen)
Weil ich diesen Mantelstoff vor vielen Jahren für ein Mantelprojekt gekauft habe, das ich nie umgesetzt habe, ist ein komplettes Set verfügbar: 3 Meter Wollstoff, unterschiedlichste farblich passende Garne, Einlage und sogar ein Futterstoff. Ein Cupro in der Farbe Ivory hatte ich mir damals ausgesucht. Und ich mag die Kombination immer noch sehr, daher darf sie bleiben.

Als ich den passenden Schnitt dafür gesucht habe, ist mir bei Threadloop relativ schnell der Nova Coat ins Auge gesprungen. Irgendwie kam mir der Name gar nicht bekannt vor, der Schnitt hingegen schon. Der Schnitt kam nämlich ursprünglich 2017 als „Sapporo Coat“ heraus und ich wollte ihn unbedingt nähen. Bei einem Stoffe-Ausverkauf habe ich sogar schon einen passenden Stoff gekauft. Aber dann kamen die ersten Blogbeiträge und die verhießen leider gar nichts gutes. Sowohl in der Anleitung als auch im Schnitt tummelten sich leider einige Fehler. Ich ziehe immer noch meinen Hut vor Mie (Sewing Like Mad), die sich die Mühe gemacht hat alle aufzuzeigen. Und das sogar ohne, dass sie ihn selber genäht hat. Sie hat „nur“ für ihre Freundin den Schnitt vorab überprüft. Aber lest selber: Dieser Blogpost über die alte (!) Version ist einfach so gut aufbereitet und informativ!! Ich habe von da an alle bewundert, die den Schnitt dennoch erfolgreich genäht haben. Vor allem den Coat von SaSa mochte ich damals sehr, den konnte ich nämlich auch live bewundern und wir hatten damals beide zusammen den gleichen dunkelblauen Stoff gekauft. Sie hatte mir beim Kleidung nähen zu der Zeit aber einiges voraus und so blieb es beim Bewundern und ich ließ lieber die Finger davon und vergaß den Schnitt gänzlich. Leider bekam ich auch nicht mit, dass Papercut den Schnitt verbesesert hat und zunächst ein update des Sapporo Coats ohne die Fehler rausbrachte. Ich glaube dass der Coat kurze Zeit später umbenannt wurde in Nova Coat. Und mit dem update zum Nova Coat 2.0 kamen dann noch mehr Größen hinzu und eine weitere, kürzere Version, die „shorter Jacket“. Ob das wirklich so viele Teilschritte waren weiß ich nicht sicher, aber nachdem ich alle Blogbeiträge und auch die Beiträge aus dem dazugehörigen Instagrampost von Mie gelesen habe, klingt es so. Eigentlich ist es auch nicht mehr sooo wichtig, aber es war ein kleines Rabbit Hole in das ich da gefallen bin, nachdem ich nur kurz noch mal nachvollziehen wollte wann und wie es zum update kam.
Die seeeehr ausgiebige Recherche zeigt jedenfalls auch, dass nach dem update nur noch Loblieder über diesen Mantel gesungen wurden. Das freut mich sehr.
Bei dem Mantel soll es aber nicht bleiben, ich habe mir noch ein zweites Teil für den WKSA 2025 ausgesucht. Hauptsächlich, weil ein Mantel noch kein Outfit macht und ich spätestens beim Finale und den Tragefotos vor dem Problem stehen werde was ich darunter tragen soll. Also möchte ich gerne noch ein Oberteil dazu nähen. Ich hatte dolle Lust auf eine pasende Bluse. Aber was ich gerade wirklich dringend brauche sind Pullover. Außerdem kann ich mich auch hier am Stoffvorrat bedienen, bei einer (passenden) Bluse gerade nicht.
Ich habe 2 Meter Organic Brushed Sweat von Meter Meter in der Farbe Rose im Bestand und möchte daraus gerne einen zweiten Talvikki Sweater nähen.

Diesen Stoff habe ich aber nicht nur gewählt, weil ich ihn ausreichender Menge daheim habe. Gekauft habe ich ihn nämlich ursprünglich für ein anderes Projekt. Mir ist vielmehr aufgefallen wie gut mir dieses Apricot (das ja eigentlich „Rose“ heißt, aber wirklich mehr Apricot als Rose ist) zu meinen Mantelstoffen passt:

Den Talvikki Sweater habe ich 2023 schon mal genäht. Ich trage ihn sehr viel. Das liegt zugegebenermaßen zu einem Großteil an der Farbe. Aber ich mag auch den Schnitt wirklich sehr. Nur so richtig praktisch finde ich ihn nicht. Die Ärmelsäume sind sehr weit und es gibt keine Ärmelbündchen. Wenn man nicht ständig mit dem Ärmel irgendwo drin hängen möchte, müssen die Ärmel hochgekrempelt werden. Das sieht sogar gut aus (es gibt kaum ein Instagrambild bei dem die Ärmel nicht gekrempelt sind), erfüllt aber im Winter wirklich nicht den Zweck eines Pullovers: Wärmen!! Ich versuche daher mal Ärmelbündchen dran zu nähen und hoffe er sieht danach immer noch gut aus.
Dann gibt es da ja noch das optische Highlight: Der Kragen. Der war leider (beim Nähen) ein Lowlight bei meiner ersten Version. Ich hatte übersehen, dass die Einlage die auf den Kragen gebügelt werden muss, mind. 30% Stretch haben soll und kam leider mit dem Kopf nicht durch den Halsausschnitt. Eine Talvikki-Recherche zeigt, dass sehr viele (ob mit oder ohne Einlage weiß ich nicht) das gleiche Problem hatten und sich ebenfalls nachträglich einen Reißverschluss einnähen mussten. Eigentlch würde ich das gerne bei der zweiten Variante vermeiden, aus Angst das nicht sauber genug hinzubekommen, weil es halt in Schnitt und Anleitung auch nicht mitbedacht wurde. Und ich hätte auch wirklich gerne einen Kragen ohne Reißverschluss. Eine Einlage die 30% Stretch hat UND Stand gibt, kenne ich ehrlich gesagt auch nicht und ich überlege ob ich es es komplett ohne versuchen sollte. Aber die Wahrscheinlichkeit, dass ich es bereuen werde und der Kragen in sich zusammenfällt ist hoch. Vielleicht sollte ich den Schnitt einfach vorab so anpassen, dass ein Reißverschluss (und eine stabile, nicht dehnbare Einlage) mitbedacht wird…?
Mir ist übrigens noch etwas aufgefallen. Während die Stoffe zusammen so da lagen….

…kam mir diese Farbkombi verdächtig bekannt vor. Vor 5 Jahren habe ich an einem Mystery Knit Along von Stephen West teilgenommen. Also eigentlich nur beim Start des MKA‘s. Dafür habe ich Merinowolle in (u.a.) den Farben Clouds, Powder und Caramel von Samelin Dyeworks gekauft:

Es lag ausnahmsweise mal nicht an meinem Durchhaltevermögen, sondern schlicht daran, dass mir das Strickmuster des Knit Alongs (von dem ja vorab nicht bekannt war, wie es am Ende aussehen wird) nicht gefiel. Ich habe eine Sektion gestrickt, konnte mit diesem Wabenmuster (Honeycombs) so gar nichts anfangen und dahin war die Motivation weiterzustricken. So sah der erste Teil des Tuches mit dem Namen Slipstravaganza übrigens aus:

Was ich aus der Wolle mache kann ich noch nicht sagen. Es könnte ein Tuch/Schal/Loop werden…. Oder ich stricke eine Mütze daraus. Hier hätte ich gerade ganz großen Bedarf!! Dafür ist das Garn aber eigentlich zu dünn. Ich muss mal testen ob ich es auf Dauer mögen würde eine zweifädige Mütze zu stricken.
Ich glaube auch nicht, dass ich hier ein fertiges Strickstück zum Finale vorzeigen kann. Aber ich freue mich trotzdem darauf, dass es dann irgendwann mal zum Outfit passt. Und überhaupt freue ich mich in diesem Jahr besonders doll auf mein Projekt, vor allem auf den Coat, den ich ja schon seit 8 Jahren haben möchte 🧡
