Das doppelte Rushcutter Dress von In the Folds

Das Rushcutter Dress von In the Fold steht schon seit letztem Sommer auf meiner Nähliste. Dass ich nun direkt 2 Kleider der gleichen Version nähen werde, war aber nicht geplant

Es gibt zwei Varianten die recht unterschiedlich aussehen. Variante A hat lange (Raglan-) Ärmel, aufgesetzte Taschen (durch ein Seitenteil aber in den Seitennähten eingefasst) und einen nahtverdeckten Reißverschluss am Rücken.
Die von mir genähte Variante B ist ärmellos, hat eine kurze Knopfleiste am oberen Rückenbereich und kann wahlweise mit Gürtel gebunden werden.

Hier sieht man die technischen Zeichnungen im Vergleich schön groß untereinander.

Als ich den Schnitt gekauft habe, wollte ich erstmal Version B (ärmellos) nähen und hatte auch direkt den Stoff dafür bestellt. 2 verschieden-farbige Tencel-Leinen-Gemische (85% Tencel, 15% Leinen) von Merchant & Mills namens “Seattle Sky” und “Abbey Gold”. Tolle Namen, oder? Die Stoffe klingen aber nicht nur gut, sie sehen auch sehr schön und hochwertig aus und fallen ganz soft.

Im Herbst fand ich Version A dann doch wieder schön, kam aber leider nicht dazu es zu nähen. Und nun, erneut im (Hoch-)Sommer stellte sich die Frage gar nicht: Es MUSSTE die ärmellose Variante B werden, ich brauche dringend mehr Kleidung für viel zu heiße Tage.

Dass das Kleid eine Stickerei bekommen sollte, schwebte mir ebenfalls schon im letzten Jahr vor. Dass es furchtbar schwierig sein wird eine Stickdatei zu finden, die soo klein ist, hatte ich da leider nicht bedacht. Ich wollte möglichst nur die Farben der Stoffe verwenden, das schränkte die Motivwahl weiter ein. Damit die bestickte Rückseite nicht an der Haut kratzt, ist der Stoff an dieser Stelle 2-lagig.

Schnitt und Anleitung lassen fast keine Wünsche offen: Der Schnitt ist als A0 erhältlich, und enthält Ebenen. Somit lassen sich alle nicht benötigten Größen ausblenden und das LIEBE ich. Die Nahtzugaben sind im Schnitt enthalten und es wird in der Anleitung stets erwähnt wann man mit welcher Nahtzugabe näht.  Alles Dinge die mich bereits vor dem Nähen sehr glücklich machen. Die Anleitung ist außerdem super skizziert und sehr ausführlich. Für jede der Varianten gibt es eine komplette, eigene Anleitung. Mann muss nicht zwischen den Schritten hin- und herspringen und das weiß ich sehr zu schätzen!

Mein einziger (Mini-)Kritikpunkt an der Anleitung: Zunächst ist mir positiv aufgefallen, dass Variante B mit französischen Nähten genäht wird. Und es wird in der Anleitung auch immer wieder dran gedacht das ausführlich zu erklären. Ich habe das mitgemacht und mich auf schöne Innennähte gefreut. Die Realität zeigte aber leider, dass meine Nähte damit viel dicker als nötig wurden. Obwohl ich jede Naht genäht, zurück geschnitten, wieder genäht und immer immer immer gebügelt habe. An den Seitennähten ist es nicht so schlimm. An der Passe stört es mich fürchterlich und leider fallen auch die Nahttaschen nicht halb so schön wie sie könnten.

Das hat mich dann so gefuchst, dass ich sofort wissen wollte wie denn eine Variante ohne französische Nähte aussehen würde und direkt im Bestand neuen Stoff gesucht habe. An dieser Stelle kann ich auch mal von meinem Missgeschick berichten:

Ich hatte 2019 zunächst zu wenig Stoff bestellt und extra noch mal welchen nachgeordert. Blöderweise, hatte ich die verschiedenen Stoffstücke aber in verschiedenen Schubladen gelagert (nein, ich habe keine Ahnung warum), wusste davon aber nichts mehr und musste beim Zuschneiden ganz schön basteln. Mit Ach und Krach haben die Hauptteile drauf gepasst. Der Gürtel aber nicht mehr, den musste ich aus 4, statt 2 Stücken schneiden. Entsprechend schwer ließ er sich wenden (das musste mein Mann dann regeln) und es gibt eben ein paar Nähte…
Als das Kleid fertig war und ich direkt den Stoff für ein weiteres Kleid gesucht habe (um einen guten Vergleich zu erzielen, wollte ich unbedingt wieder ein Leinengemisch verwenden), fiel mir dann das zweite Stück “Abbey Gold” in die Hände… Ups……
Ich könnte den Gürtel jetzt noch mal am Stück zuschneiden. Aber da mir das Kleid ohne Gürtel sowieso besser gefällt, spare ich mir das und verwende den tollen Stoff lieber für ein Oberteil. Für ein ärmelloses Sommertop sollte es noch reichen.

Die zweite Version ging dann wirklich sehr flott. Natürlich wusste ich noch was wann zu tun war und brauchte die Anleitung nicht mehr. Vor allem aber musste ich alles nur einmal machen. Statt zurückgeschnitten wurde nun versäubert. An der Overlock bin ich auch schneller unterwegs als mit der Schnabelschere….

Den Gürtel habe ich diesmal aus nur einem einzigen Stück zugeschnitten (im Bruch, darauf wird in der Anleitung wahrscheinlich verzichtet um Stoff zu sparen.) Nur schmaler wurde mein rosa (peach) Gürtel, die Originalbreite hätte nicht gereicht.

Ich werde aber beide Kleider hauptsächlich ohne Gürtel tragen, von daher ist das nicht so tragisch. Ich finde den Fall der gürtellosen Version überraschend schön. Aber auch deutlich legerer.
OHNE Gürtel würde ich mich tagsüber wohlfühlen am Strand / in der Stadt / beim Einkaufen / in meinem Fall sogar im Büro.
MIT Gürtel würde ich mich abends in jedes Restaurant setzen (also alles theoretisch, die aktuelle Situation mal außer Acht gelassen).

Meine Stoffe für das zweite Kleid:
Die Passe ist wieder ein Merchant & Mills Tencel “Rose Dust”.
Die Farbe ist schwierig einzufangen. Den Haupstoff (wieder ein Leinengemisch) habe ich glücklicherweise vor kurzem bei Meter Meter geordert:
„LILY LINEN BLEND – PEACH“ (von Fox Flax). Das sind diesmal 60% Linen, 40% TENCEL. Er ist etwas weniger weich, etwas mehr durchsichtig, fällt aber genauso schön. Nur die Menge hat diesmal wirklich nicht gereicht, ich musste das Kleid kürzen um alle Schnittteile unterzubekommen.
Den Längenvergleich sieht man auf den nächsten Fotos.

Obwohl das zweite Kleid meiner Hautfarbe sehr nahe kommt und ich (gänzlich ungeschminkt) damit sicher blasser daher komme als eh schon, mag ich beide Versionen.
Das erste hat die schöneren Farben und Stoffe, das zweite sitzt und fällt toller.

Für das erste Kleid habe ich auf Knopflöcher verzichtet, da der Ausschnitt bereits mit dem Schrägband eingefasst war, diese Stelle somit eher dick war und ich befürchtet habe, dass der Knopflochfuß hier nicht transportieren wird. Für das zweite Kleid war ich dann ja vorgewarnt und habe die Knopflöcher sehr weit am Anfang der Anleitung genäht, als das Schnittteil noch gar nicht am Kleid befestigt war und das Schrägband noch nicht zum Zuge kam. Die Anleitung lässt diesen Punkt komischerweise komplett offen. Man ist irgendwann fertig, hat aber noch keine Knopflöcher genäht… Die technische Zeichnung zeigt aber eindeutlich drei Knöpfe.

Der Schnitt fällt in meinen Augen größengerecht aus. Ich habe Größe D genäht.

Aus allen (teils winzigen) Stoffresten habe ich zu den Kleidern passende Masken genäht.
Der Käfer war nur ein Test-Stick, ich wollte prüfen, ob er evtl mein Rushcutter Dress zieren sollte. Habe mich dann aber für den Schmetterling entschieden, daher durfte er auf die Maske.

Pünktlich zum Me Made Mittwoch ist nun das gesamte Set fertig 🙂

Viele Grüße,

12 Kommentare zu “Das doppelte Rushcutter Dress von In the Folds

  1. Liebe Melanie,
    der Schnitt des Kleides steht Dir ganz wunderbar! Ohne Gürtel gefällt es mir an Dir auch deutlich besser.
    Der Stoff des ersten Kleides gefällt mir persönlich besser, Du wirkst damit irgendwie “frischer”.
    Aber man sieht regelrecht, was für tolle Sommerkleidchen Du Dir gezaubert hast, die an heißen Tagen super angenehm zu tragen sein werden
    LG
    Natalie

  2. Die Kleider sind wirklich schön! Besonders gefällt mir das erste mit der Stickerei 🙂 aber auch das zweite finde ich tragbar. Du hast ja helle Haare und mit diesem Kleid in “Hauttönen” wirkt das etwas ätherisch 😀

  3. Die Kleider sind super, auch ich bevorzuge Kleid 1 in blau/ocker. Das andere sind eben nicht meine Farben, aber dir stehen beide richtig toll! Spannend sind ja auch die Mundbedeckungen passend zu Kleidern 😉 LG Ina

  4. Schön, dass Dir der Schnitt auch so gut gefällt! Deine Kleider stehen Dir beide sehr gut. Mir gefällt die kürzere Länge sogar besser. Ich vermute, dass Dein Stoff für französische Nähte einfach zu dick ist, denn ich habe sie gemacht und mag es sehr, wenn ein Kleid auch von innen schön ist. Allerdings habe ich Keine Taschen genäht und die Passe oben gefüttert und da dann keine französischen Nähte. Liebe Grüße, SaSa

    1. Vielen Dank SaSa. Ich glaube dein Kleid hat mich damals auch zu dem Schnitt gebracht 🙂
      ich habe bisher ja nur ein einziges Mal etwas mit französischen Nähten genäht: unseren ASAKA. Da hatte ich sehr dünnen Stoff und entsprechend auch keine Probleme.
      Meine beiden Leinenstoffe sind auch eher dünnes, weiches leinen. Aber natürlich nicht so dünn wie der damalige Stoff. So wie du es beschreibst: ohne Taschen und oben gefüttert könnte ich es mir natürlich auch nochmal vorstellen: nur teilweise die französischen Nähte. Oder aber wieder mit so einem dünnen Stoff. Die Passe zu füttern halte ich generell für sinnvoll, der Gedanke kam mir heute morgen auch schon. Denn ich mag es auch eher nicht so gerne für Arm- und auch Halsausschnitte Schrägband zu verwenden. Das wird selten so sauber und flach wie man es gerne hätte. Außerdem sind viele (fertige) Schrägbänder einfach zu hart und für selbstgemachte geht natürlich entsprechend viel Stoff drauf. Ich denke das werde ich mal versuchen.
      Bei der Länge werde ich mal beobachten welche mir besser gefällt und ggf. den Schnitt einfach kürzen. Wäre ja schon sehr praktisch dann jeweils deutlich weniger Stoff zu verbrauchen für diese klitzekleine Änderung 🙂
      Viele Grüße aus dem “Nachbarort”
      Melanie

      1. Der Schnitt ist jedenfalls sehr angenehm zu tragen, ich hatte das Kleid auch gestern an. Tatsächlich habe ich das Füttern im kurzen Post nicht erwähnt. Ich habe einfach die Passenteile noch mal aus Baumwollbatist genäht (hatte viel zu wenig Stoff) und an Hals- und Armausschnitten verstürzt und die Unterkante dann von Hand angenäht. Ich mag es auch, wenn man nicht noch die Absteppnaht des Schrägbandes hat. Ich habe immer noch vor, die Langarmvariante zu nähen.
        Liebe Grüße, SaSa

  5. Diese Kleider sind wirklich ideal für warmes Sommerwetter! Und ohne Gürtel bestimmt richtig schön luftig. Spannend fand ich den Vergleich beider Versionen, interessant, was ein etwas anderer Stoff (und andere Nähte) ausmachen …
    Liebe Grüße von Doro

  6. Eine Weile war es ja auf allen Blogs irgendwie modern, alles mit französischen Nähten zu nähen, und man kam sich fast schon stümperhaft vor, wenn man normale Nähte verwendete…ich glaube , das hängt wirklich vom Schnitt und natürlich vom Stoff ab. Die Passe fände ich auch schöner, wenn sie einfach gedoppelt wäre, dann spart man sich auch die Sache mit dem Schrägband. Und was sprich gegen eine schön mit der Overlock versäuberte Naht? Das sieht doch auch toll aus!
    Ich mag Deine beiden Kleider sehr gerne, vor allem das gelbe. In dem rosanen wirkst Du etwas blass, aber das kann auch an den Bildern liegen. Jetzt hast Du jedenfalls zwei luftige Sommerkleider, da kann die Hitzewelle ja kommen!
    Liebe Grüße,
    Barbara

    1. Das stimmt. Auch mich stören (saubere) overlocknähte überhaupt nicht. Ich achte penibel darauf, dass die Farbe des Overlockgarns möglich nah an die Stofffarbe heran kommt. Aber ansonsten darf ein Kleidungsstück von innen durchaus “genäht” aussehen. Bei einer Jacke oder etwas anderem offenen würde ich dann nach entsprechenden Lösungen suchen (Futter, Schrägband, franz.Nähte). Aber nun weiß ich wenigstens auch mal, dass das eben nicht doch nicht das non plus Ultra ist ;-P
      Übrigens wird mir auch oft geraten andere Methoden zu verwenden, wenn ich Säume nähe. Blindstich oder so… Aber mir ist es lieber, wenn eine Saumnaht mit sauberen Nähten in der perfekten Garnfarbe abgesteppt ist, und ich dann alles schön bügeln und normal behandeln kann, als wenn es hier und da ein paar (blinde) Fädchen den Saum komisch fallen lassen und man irgendwie immer vorsichtig sein muss. Allerdings macht meine Bernina auch dermaßen schöne Nähte, dass ich finde, dass man die dann eben auch sehen darf.
      Die Hitzewelle ist leider längst da und ich leide bereits und freue mich jetzt schon auf den Herbst….
      Viele Grüße,
      Melanie

  7. Das ist ein ganz ganz toller Schnitt!!! Zwei sehr unterschiedliche aber beides wundervolle Kleider sind entstanden! Beide kannst du sehr gut tragen! Mir gefällt natürlich das rose Fabene mehr… 😉 LG Sarah

  8. Beide Kleider sind traumschön und ich würde sie immer ohne Gürtel tragen – der Stoff fällt doch perfekt!!! Und in die Farbkombi bei dem altroséfarbigen Kleid bin ich besonders verliebt.
    LG Ina

  9. Da hast ja zwei tolle Sommerkleider genäht, die dich bestimmt den Sommer über begleiten. Hätte ich deine Figur, würde ich die Kleider immer ohne Gürtel tragen.
    LG Mirella

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