Nachdem meine Anpassungen der Girlfriend Jeans, die ja ebenfalls von smart PATTERN ist, so erfolgreich war, hatte ich nun große Lust auch endlich die Barrel Leg Jeans zu testen. Es gab 2 Probleme:
1. Den Schnitt für die Barrel Leg hab ich hier schon lange liegen. Sie ist ja eigentlich für mich konfiguriert worden, aber die Maße waren schon älter (September 2025) und auch diese Hose hatte ich mit Po-Form 3 konifgurieren lassen. Seit ich die Girlfriend Jeans genäht habe, weiß ich nun dass ich die 4 benötige. Die Anpassung einfach übernehmen ging leider nicht, da die Barrel Leg eine komplett andere Form hat. Ich hab mich dann entschieden den Schnitt den ich schon hier habe einfach mal so wie er ist probezunähen.
2. Damit wären wir beim zweiten Problem. Ich hatte leider keinen Denim für eine Probejeans in ausreichender Menge hier. Der Stoffbedarf ist mit 2 Meter für eine Hose recht hoch. Was ich aber hier hatte war ein Fehlkauf aus einem Stoffausverkauf. Ein Twill der eigentlich mit der Farbe „Rosenholz“ eingestellt wurde. Als der Stoff ankam war ich extrem enttäuscht, denn „Schweinchenrosa“ traf es eher. Daher wanderte der Stoff erstmal ins Stofflager und ich war nicht grad motiviert den zu verwenden. Aber nun für eine Probehose ja eigentlich genau richtig. Sollte die Hose nichts werden, wäre ich immerhin nicht traurig um die Stoffverschwendung.
Immerhin war ich inzwischen mit der (extrem ausführlichen) Anleitung von smartPATTERN vertraut und konnte die Hose größtenteils blind nähen. Eigentlich war nur der Teil mit den Abnähern anders als bei der Girlfriend Jeans.
Für das Innenleben habe ich einen Stoff aus der GEOMETRY Serie von Ruby Star Society verwendet. Ich hatte nur 30 x 110 cm davon, weil ich den Stoff nur probeweise mitbestellt hatte um zu schauen, ob er eine perfekte Kombination zu einem anderen Ruby Star Society gibt. Gab er nicht, also durfte er als Taschenstoff herhalten. Die Webkante mit dem Namen der Stoffserie mochte ich irgendwie, deshalb habe ich sie im Innern des Bundes mit eingearbeitet.

Der Knopf ist Roségold, der hellbeige Reißverschluss war noch im Bestand und passt farblich wunderbar zur Absteppfarbe mit dem Denim Garn 169 von Gütermann.
Weil ich die Hose online zusammen mit Sabrina, Anna und Muriel genäht habe, hatte ich auch Hilfe bei der Positionierung der Potaschen. Die habe ich erstmal nur aufgezeichnet, denn die vorgegebenen Positionen sind selten passend für mich und meinen Po. Hier waren sie für mich deutlich zu weit unten und außen. Es mag auch ein bisschen am Stil der Hose liegen, aber am Ende muss es ja mir gefallen und zu mir passen, daher habe ich mit Zustimmung der anderen 3 eine deutlich höhere und mittigere Taschenposition gewählt, die ich nun auch sehr stimmig finde.

Weil eine Hose aus Twill für mich keine typische Jeans ist, habe ich auf ein Lederlabel verzichtet und stattdessen das THANKS, I MADE IT Label verwendet.
Ich hatte meine Barrel Leg wie folgt konfiguriert.

Keine Ahnung was mich dazu gebracht hatte bei Schrittlänge „Tief“ auszuwählen. Das fühlt sich für mich nämlich leider komplett falsch an. Vor allem in Verbindung damit, dass mir die Taille leider zu weit ist. Diese Kombination sorgt dafür, dass ich mir die ganze Zeit die Hose hochziehen möchte. Sie wird schon noch von der breiteren Hüfte gehalten, aber Schritt und Bund sind gefühlt nicht auf der richtigen Höhe. Nur beim Sitzen / gemütlich irgendwo rumliegen ist das von Vorteil.
Das Problem am Bund ist aber nicht die falsche Höhe, sondern ein falsches Maß. Je nach Tageszeit an der man sich misst kann es ja durchaus Schwankungen geben. Aktuell messe ich jedenfalls deutlich weniger Taille, dafür aber etwas mehr Beinumfang. Den Beinumfang habe ich ausgeglichen indem ich 1,5 cm NZ an der Außennaht genäht habe, statt der sehr großzügigen 2 cm des Schnittmusters.
Vor allem wenn ich mich hinhocke, steht die Hose nun deutlich ab und ist eigentlich nur mit Gürtel tragbar. Das passt jetzt für mich um die Hose die es ja nunmal jetzt gibt tragbar zu machen. Aber generell nähe ich mir Hosen schon selber um eben keinen Gürtel tragen zu müssen und sie wirklich überall passend zu haben.

Ich fand es schwierig bei all dem „passt nicht so“ (inklusive der Hosenfarbe) ein Fazit zu ziehen und wollte die Hose gerne ein paar Tage tragen um ein Gefühl dafür zu bekommen, ob ich der Barrel Leg denn generell noch eine Chance geben möchte. Und sie gefiel mir dann doch wirklich gut. Was die Farbe anging, fehlte eigentlich nur ein passendes Oberteil. Sowohl die Länge als auch die Farbe des Oberteils fand ich hier extrem wichtig und habe mir eigens für diese Hose ein entsprechendes Shirt in der Farbe „Fog“ genäht: Das Max Tee von Chalk and Notches. Das fand ich dann übrigens SO TOLL, dass ich das gleich mehrmals genäht habe und auch für die Fotos zur Girlfriend Jeans getragen habe. Die war schon fertig, aber noch unverbloggt, weil es noch kein Shirt dazu gab. Geplant war die Max Tee-Serie aber tatsächlich für die Barrel Leg Form.

Dass ich nur einen Knie-Abnäher gewählt habe, fand ich im Nachhinein etwas schade, da ich nun erneut betrachtet die Fotos mit 2 Abnähern sehr stimmig fand. Und weil die Maßen ja vorne und hinten eh nicht mehr stimmten, inklusive Po-Form, habe ich beschlossen eine weitere Probehose mit einer frisch konfigurierten Hose zu nähen. Diesmal habe ich folgendes gewählt:

Das Stoffproblem bestand immer noch, denn selbst für die 7/8 Hose wird mehr als die Standard 1,50 m benötigt. Ich wollte gerne wieder eine aus Twill nähen und habe ein recht auffälliges Olivgrün gesucht und in einem Niederländischen Shop gefunden. Dort gab es aber auch ein „Fuchsia“ was mich irgendwie sehr ansprach, obwohl das eigentlich eher nicht meine Farbe ist. Aber das Grün fand ich so schön, dass ich das (obwohl es nur knapp 7€ der Meter war) nicht für eine weitere Probehose vergeuden wollte. Daher wanderte der Fuchsia-Twill-Mix mit in den Warenkorb als Probestoff.
Auch hier war die Überraschung zwecks der Farbe wieder groß. Das Grün (zeige ich gleich noch) war genauso wie online abgebildet. Aber das Fuchsia war einfach ein Neon-Pink. Uff, das ist ja dann noch mal ne Spur gewagter.. Aber gut, es wird wieder eine Probehose, also was solls… Und wenn‘s schon knallt, dann aber doch auch gleich richtig, daher habe ich mir die Kombifarbe Orange ausgesucht. Den orangenen Hosenreißverschluss hab ich mir sogar extra dafür bestellt, das Denimgarn 1770 von Gütermann hatte ich sogar schon im Bestand, genauso wie dass Neon-Orange mit dem ich die Potaschen abgesteppt habe. Für den Knopf fand ich Kupfer und selbst Roségold dann aber zu langweilig und nicht so passend zu Orange. Ich hatte aber noch ein Jeansjacken-Set von KATM in Gold und habe daraus einen Knopf gemopst.

Für die Hosentaschen wollte ich auch gerne ein Knallorange, ggf. sogar mit Muster. Aber hier zeigte sich das zweite Problem des Stoffes (bzw. eigentlich beider Stoffe die ich zusammen bestellt hatte: Grün und Fuchsia) Ich hatte nicht auf die Grammzahl des Stoffes geachtet. Es sind gerade mal 210g/㎡ und damit eigentlich viel zu dünn für eine Hose der Art wie ich sie nähen wollte, vor allem aber nicht richtig blickdicht. Taschen aus einem Musterstoff hätten leider von außen betrachtet wie Flecken auf der Hose ausgesehen. Und selbst das einfarbige Orange schien durch. Weil ich das nicht wollte, habe ich die Taschen aus 2 verschiedenen Stoffen zugeschnitten und zusammengenäht. Sichtbar in der Draufsicht von innen ist nun das Knallorange, aber zur Hosenseite gerichtet ist ein cremeweiß das eben nicht so durchscheint. Dieser Plan ging richtig gut auf.

Für die Versäuberung des Hosenschlitzes habe ich ein kleines Reststück Emily van Hoff Groove 108“ Wide Back Tangerine Dream verwendet. Das greift nun alle Farben nochmal auf. Von solchen Stoffschätzen bewahre ich ja selbst Kleinstmengen auf und bin dann immer sehr froh, wenn sie noch Verwendung finden.
Mit der normalen Schritttiefe, einer größeren Poform, und schmalerer Taille passt diese Hose nun richtig gut. Ich bin wirklich sehr zufrieden. Dafür hat sich nun ein neues Problem eröffnet. Ich bin mir bei der 7/8 Länge irgendwie nicht mehr sicher was ich von der großen Saumweite halten soll. Die Hosenbeine berühren sich unten richtig stark beim Stehen und Gehen. Ich muss mal noch abwarten wie ich das im Alltag finde.
Extra für die pinke Hose habe ich mir übrigens ein Max Tee in der Farbe Ivory genäht.

Ich erwähnte ja gerade den breiten Hosensaum… Hier kommt die Probehose Nummer 3 ins Spiel. Ja, selbst die Nummer 3 in Grün ist genau genommen wieder nur eine Probehose, denn hier probierte ich einen schmaleren Saum aus, indem ich (ohne wirklich zu wissen was ich tue) selber versuchte die vorhandenen Abnäher zu vergrößern und weitere Abnäher hinzuzufügen.

Weil ich die Abnäher selbst verändert und hinzugefügt habe, die NZ aber nicht entsprechend angepasst habe, musste ich den Saum später noch begradigen.
Für den Taschenstoff habe ich nur einen uralt-Stoff aus meinen Nähanfängen gefunden. Damit der nicht durchscheint, hab ich auch hier wieder die gleiche Technik genutzt, nur diesmal den grünen Twill einfach für vorne verwendet, weil der ja eh recht dünn ist. (Hätte ich eigentlich auch für Pink machen können, aber bei der Hose kam ich einfach noch nicht auf die naheliegendste Idee 😁)

Die neue Konfiguration war übrigens eine sehr gute Idee. Die Hosen mit der neuen Variante sitzen einfach extrem gut ohne Gürtel: Beide engen kein bisschen ein, liegen aber richtig gut an. Das Hüfte-Taillen-Verhältnis ist nämlich immer das schwierigste wenn ich Hosen nähe. Aber ich bin extrem zufrieden.

Wie auch die anderen beiden Versionen vorher, hat auch die grüne Hose ihr eigenes Max Tee bekommen. Bisher hatte ich immer die cropped Variante genäht, die am Saum nur umgeschlagen wird. Diesmal sollte es endlich das normal lange shirt werden, das hinten ein klein wenig länger und abgerundet ist und daher einen Saumbeleg benötigt.

Dies waren die zuerst geplanten Komibination für jede Hosenvariante: Das cropped Max Tee in „Fog“ zur Rosa Hose, ein cropped Max in „Ivory“ zur pinken Hose und die normale Länge in einem grauen Strickstoff zur grünen Hose:

Das Ivory passt aber glücklicherweise zu allen drei Hosen. Und nachdem die pinke Hose mit den Kontrastnähten in Orange fertig war, hatte ich noch richtig große Lust auf ein Shirt in Orange.

Leider hatte ich keinen entsprechenden Stoff da. Dafür aber einen hellen Jersey (wenn auch nur 50cm davon) den ich dann Orange gefärbt habe. Daher gibt es zur pinken Hose nun eine etwas kürzere Version des Max Tees:

Ich liebe es sehr, wie hier einfach eine komplette Frühlingsgarderobe entstanden ist, weil ich EINEN Hosenschnitt testen wollte.

Es sind ja auch alle 3 Hosen tragbar, auch wenn es im Grunde nur günstigere Probestoffe waren. Wirklich gute, teure Stoffe nehme ich immer sobald ich weiß, dass ein Schnitt komplett erprobt und ggf. von mir angepasst wurde. Jetzt muss ich aber erstmal in Ruhe alle 3 Barrel-Versionen tragen und mir selber klar werden welche ich am liebsten mag. Sagt mir gerne eure Meinung dazu – ich zeig sie nochmal im Vergleich:

Viele Grüße,
Mel
