Letzte Woche habe ich die großen Kalle Körbe gezeigt, die ich mir für meinen Zuschneidetisch genäht habe. Noch während meiner Planungsphase dafür war mir aber schon klar, dass ich auch 3 kleine Kalle Körbe nähen möchte. Das Nähgang Projekt kam praktischerweise direkt in 2 Größen heraus. Die kleinen Körbe sollten ein wenig Ordnung in meine Regalwand bringen. Ich habe zwei Nähmaschinen die nur hin und wieder zum Einsatz kommen und für die auf meinem Nähtisch dauerhaft kein Platz da ist. Die Maschinen wohnen daher in meinem Regal solange ich sie gerade nicht verwende. Und es gefällt mir sogar, dass die Maschinen dort stehen. Nur deren Zubehör das lose neben der jeweiligen Maschine lag, gab immer einen sehr unaufgeräumten Anblick.
Als der Bernina Hoop Frame bei mir einzog, brachte auch der Zubehör mit, das ich im Regal gleich daneben lagern wollte. Das war einfach die praktischste und schnellste Ablage, wenn ich die Stoffklemmen zum Umplatzieren des Quilts kurzfristig abnehme. Aber auch wenn gerade kein Quilt auf dem Quiltrahmen ist, müssen die 9 Stoffklemmen ja irgendwo „wohnen“. Anfangs sah das so aus:

Chaos neben den Maschinen und darunter… Abhilfe sollten drei Kalle Körbe in der kleineren Variante schaffen, die ich bewusst gleich aussehen lassen wollte, damit es noch aufgeräumter und harmonischer im Regal wirkt.

Exakt gleich sind sie aber gar nicht. Das liegt zum einen an den Garnfarben. Auch die Bahnen für die kleinen Körbe habe ich mit den Aurifil Farben aus dem Emily van Hoff Set gequiltet, in den Farben die auf dem Stoff Groove Horizon vorkommen, den ich für alle drei Körbe gewählt habe:

Ich habe die Bahnen längs und quer gequiltet, so dass ganz kleine (1 cm) Quadrate dabei entstehen. Bei einem ersten Quiltversuch habe ich dafür alle drei Farben gleichzeitig untergebracht. Das sah aber zu unruhig aus. Stattdessen habe ich die Bahnen dann getrennt voneinander in jeweils einer der Farben gequiltet. Alle drei Körbe haben vertikale Flechtungen in Hellblau bekommen (Very Light Delft). Bei zwei Körben habe ich waagerecht nur in dem helleren Grün (Green) geflochten, den dritten (der im Regal in der Mitte steht) waagerecht nur mit dem Dunkelgrün (Medium Spruce). Auf den Bildern hier ist wahrscheinlich gar kein Unterschied zu erkennen..? Für mich aber schon. Wenn ich davor stehe, sehe ich die Unterschiede und den Effekt der verschiedenen Garne richtig gut.

Auch innen sollten sie sich voneinander entscheiden. Ich habe lange überlegt welche 3 Stoffe ich mit dem Groove Horizon kombinieren könnte. Dank meiner Speckled Farbkärtchen konnte ich die Entscheidung dann treffen. Es wurden (von links nach rechts) Shell, Blue Slate und White Gold

Ich hatte ja schon erwähnt, dass ich mir viele Gedanken gemacht habe, wie das gesamte Erscheinungsbild der Regalwand aufgeräumter und stimmiger wirken könnte. In meinem Nähzimmer ist nur eine Wand farbig gestrichen: Die hinter dem Regal. Die Farbe des Einfassbandes aller drei kleinen Körbe habe ich so gewählt, dass sie dieser Wandfarbe möglichst nahe kommen. Auch hierfür waren die Farbkärtchen eine große Hilfe. Von allen Marken deren Solid Farbkarten ich besitze (Kona, Art Gallery, Windham, Tula Pink, Paintbrush) kommt die Farbe Baby Blue von Kona meiner Wand am nächsten. Ich finde den Namen ein klein wenig irreführend. Für mich ist meine Wand (und auch der Stoff) keineswegs Babyblau. Es ist ein strahlendes Hellblau mit einem deutlichen Türkisstich. Das wird vor allem sehr sichtbar, wenn das Baby Blue an ein reines Hellblau gehalten wird (wie es hier ja auch im Groove Horizon vorkommt). Da die Regalböden leider viel Licht schlucken (und ich ja auch alles nur mit dem Handy fotografiere), kommt auf den Fotos gar nicht gut rüber wie gut Wandfarbe und Korbeinfassbandfarbe zueinander passen.

Die Aufteilung
Das Körbchen mit dem Inneren in White Gold durfte neben „Betty“ stehen, meiner Zweitmaschine die ich früher viel auf Nähtreffen dabei hatte, die aber auch für Topstitching Nähte zum Einsatz kommt, wenn ich Jeans nähe. Ihr Zubehör, die kleinen Metallspulen und das Fußpedal haben in dem kleinen Korb platz.

Der Blue Slate Korb steht neben Peggy, meiner Coverlock (Overlock und Coverstitch Kombimaschine). Die brauche ich deutlich seltener als meine Hauptnähmaschine, daher parkt auch sie samt Zubehör die restliche Zeit im Regal. Ihr Zubehör ist etwas kleinteiliger und sah lose neben der Maschine richtig unaufgeräumt aus. Wenn ich die Coverlock verwende, hole ich immer die Maschine und auch das ganze Körbchen aus dem Regal und stelle mir beides an den Nähplatz.

Das dritte Körbchen (im Inneren Shell) hat seine Bestimmung nicht auf Anhieb gefunden. Erst habe ich darin nur die beiden Seiten-Leader (können seitlich an den Quilt gepinnt werden, falls der Quilt schmaler ist als der Hooprahmen) und den Border-Strip (kann so platziert werden, dass ich sehen kann bis wohin meine Maschine quilten kann) aufbewahrt. Dazu noch Quiltnadeln und die Garne die ich fürs Quilten mit dem Hoop Frame verwende. Aber irgendwie war ich damit noch nicht ganz glücklich, denn ursprünglich wollte ich ja eine Lösung für die Stoffklemmen haben, die mit dieser Lösung erstmal nur daneben lagen, durch zu wenig Platz in der Regalhöhe aber sowieso noch nicht in das Körbchen passten:

Weil ich noch bereits gequiltetes Material übrig hatte, habe ich mir noch ein zusätzliches Mini Kalle Körbchen überlegt. Weniger Streifen und die auch dünner als für den Original-Kalle. Hier nahm ich den Lieblings-Groove-Stoff als Innenstoff. Von dem hatte ich ja nur ein ganz schmales Stück und hatte bisher nur einen Einfassstreifen für einen großen Kalle abgeschnitten. Leider ist das eigentliche tolle Motiv darin nicht erkennbar.

Aber trotzdem passt es thematisch perfekt zu den bunten Garnrollen.

Als die Garne nun ausgelagert waren, habe ich die Regale noch neu angeordnet (das ist das tolle, an dem sonst eher billig aussehenden Algot Regalmodell), damit die Stoffklemmen nun von der Höhe überhaupt in den Korb passen. Und so finde ich es nun perfekt:

Ich finde die finale Lösung sehr praktisch, weil alles griffbereit ist und außerdem noch ordentlich. Und ich mag nun auch die ganze Regalwandansicht sehr.

Unter anderem liegt das auch daran, dass es auch über dem Hoop Frame inzwischen nicht mehr so wild aussieht (siehe Vergleich mit dem Foto ganz oben im Blogbeitrag), weil die durchsichtigen Stoff- und Zubehörkisten dort nicht mehr stehen.
Von Bente soll ich noch ausrichten, dass er bei ALLEN Körben tatkräftig geholfen hat.

Die Bahnen waren einfach so groß, dass ich sie gequiltet und ungequiltet größtenteils auf dem Boden ausbreiten und lagern musste. Was auf dem Boden liegt ist offiziell eine Hundedecke laut Bente.
Aber auch der Hoop Frame war eine große Hilfe! Ich brauchte unterschiedlich breite und unterschiedlich lange Einfassbänder. Um den Überblick zu behalten welche Größe ich bereits hergestellt habe, hab ich die fertigen in einer bestimmten Reihenfolge über den Hoop Frame gehängt. Dort waren sie nicht im Weg und beim Annähen praktischerweise direkt griffbereit, weil der Nähtisch so stand, dass ich nur mit dem Stuhl zurück rollen musste um das nächste zu greifen. Der Anblick erinnert mich aber ein wenig an Bandnudeln die zum Trocknen aufgehängt wurden 😄

Das ganze Projekt – große und kleine Körbe – zog sich von der Idee zur Stoffüberlegung, bishin zur Quilterei und der tatsächlichen Näharbeit über viele Wochen. So sperrig es teilweise auch war (große Quiltbahnen), so sehr es mein Nähzimmer für viele Tage in das reinste Chaos verwandelt hat – ich mochte das Projekt sehr!! Und ich LIEBE das Ergebnis! 💚
