Flint pants von Megan Nielsen – 3/4 lang

Nachdem ich ewig lang mit mir gehadert habe, ob mir Hosen im Culottes-Stil wohl stehen, habe ich endlich einfach mal eine genäht. Das hätte ich mal lieber eher gemacht, denn das Tragegefühl ist bei den warmen Temperaturen einfach nur toll. Da ich das Schnittmuster “Flint Pants” von Megan Nielsen schon besaß hat die nun auch den Culottes-Startschuss gegeben. Ich habe die Flint Pants zwar auch im letzten Jahr schon mal genäht, aber damals noch in der kurzen Version weil es  zu der Zeit gerade sehr heiß war. Ich war nicht so hundertprozentig überzeugt.

 

Flint_Megan-NielsenVon hinten fand ich den Sitz gut und auch die seitlichen Bindebänder fand ich sehr hübsch. Aber von Anfang an störten mich die Falten vorne weil sie regelrecht aufsprangen und mich stark an eine Pampers erinnerten. Ich bekam sehr liebe Kommentare, dass mir diese Hose gut stehen würde. Aber leider fühlte ich mich einfach nicht wohl darin und zuppelte die Hose glatt wann immer ich sie trug. Verstärkt wurde das ganze noch durch die Bindebänder die wie gesagt hübsch aussehen aber sehr unpraktisch sind, da sie in Bewegung (Hinsetzen / Aufstehen reichte schon) immer aufgingen. Wahrscheinlich wurde das durch den recht dicken Stoff den ich verwendet hatte verstärkt.

Generell war mir klar, dass ich dem Schnitt noch eine Chance geben wollte, aber definitv mit einem sehr dünnen Stoff. Brina hatte den Stoff den ich diesmal verwendet habe aussortiert. Da ich ihn nicht selber gekauft habe, kann ich nun auch gar nichts über die Herkunft oder die Zusammensetzung sagen. Aber der Stoff ist sehr dünn und fällt angenehm weich fließend. Ich finde sogar, dass er ein wenig kühlt. Beste Voraussetzung also für eine Culotte.

Der Stoff reichte für die lange Version, das Frühlingswetter das beim Nähen herrschte passte ebenfalls perfekt zur langen Version, und viel mehr Lust hatte ich auch auf die lange Version, da ich gespannt war ob sie mir steht.

Diesmal habe ich nicht die Bindevariante gewählt sondern die Version mit den zwei Knöpfen. Da ich am Ende aber keine Lust mehr auf Knopflöcher nähen hatte, habe ich nur noch 2 Druckknöpfe von innen angenäht.

Gibt es eigentlich eine „richtige“ Art diese Druckknöpfe anzunähen? Ich habe auch schon gesehen, dass sie nicht innerhalb des Druckknopfes von Loch zu Loch verbunden werden (so mache ich es bisher, aber ohne Grund, einfach intuitiv) sondern von innen nach außen…. Also wer da mehr weiß darf mich gerne belehren.

Die Anleitung ist einfach top! Beschreibung und Bilder führen zum perfekten Ergebnis und ich finde auch, dass die Hose mit ihrer Art sie zu schließen und mit der Art der Taschen richtig schlau konstruiert wurde. Nur die Größentabelle ist komisch. Ich muss für diesen Schnitt die kleinste Variante XS wählen.

Am Anfang der Anleitung steht übrigens dass man die Rundungen der Taschen wahlweise versäubern soll (z.B. mit der Overlock – hab ich bei der kurzen Flint getan) oder aber mit einem Binding verarbeiten soll. Dafür hab ich mich diesmal entschieden. Ich schätze der dünne Stoff hätte trotz Overlockversäuberung noch gefranst und eine der Taschenkanten ist durch den Einstieg an der Tasche doch recht häufig für den Träger zu sehen. Ich hatte kein farblich passendes Schrägband, aber manchmal ist so ein auffälliger Effekt innen ja auch schön. Der Stoff des Schrägbandes war allerdings dicker als der Stoff der Hose, von daher hab ich gehofft, dass das nicht unnötig dick aufträgt. Die Rundungen hab ich vorsichtshalber schon mal vorgebügelt.

Dafür passte die Garnfarbe perfekt zum Stoff:

Das Schrägband trägt nicht auf. Die vorderen Falten allerdings schon. Ich hatte gehofft, dass die Falten mit dem dünnen Stoff perfekt sitzen und mich nicht mehr stören. Ich finde es aber nur „weniger schlimm“ als bei der ersten Variante.

MIT den Falten wird es daher wohl keine weiteren Varianten für mich geben. Leider habe ich erst einen Tag nachdem die Hose fertig war gesehen, dass Megan auf ihrem Blog erklärt wie man die Falten aus dem Schnitt herausbekommt, sodass die Hose vorne einfach glatt ist. Hier nachzulesen. Jetzt möchte ich natürlich noch eine dritte Variante nähen, weil die Neugier einfach zu groß ist, ob das besser aussehen würde. Auch dafür kommt der Stoff passenderweise von Brina ;o)  Die kurze Hose ohne Vorderfalten ist zugeschnitten, aber noch nicht genäht. Da es sich um einen ganz tollen Atelier Brunette Stoff handelt, wollte ich das jetzt auch nicht auf die Schnelle machen und werde geduldig auf ein Wochenende mit Nähzeit warten. Aber wenn die Hose fertig ist, zeige ich noch mal alle 3 Varianten nebeneinander.

Zurück zur langen Flint: Obwohl ich wusste dass die vorgegebene Hosenlänge (7/8 Länge oder einfach „cropped pants“) für mich nicht funktionieren wird, habe ich zunächst die Originallänge zugeschnitten und auch den Saum nach Vorgabe zurecht gebügelt. Sah aber gar nicht gut aus, Eigentlich passt meine Größe (1,69 m) schon zum Schnitt wenn ich mein erstes Ergebnis mit dem Cover vergleiche. Aber die 7/8-Längen sehen an mir immer aus wie eine normale Hose mit Hochwasser. An anderen gefällt mir das oft (auch stark abnhängig von den Schuhen die dazu ausgewählt werden). Mir war daher von vornherein klar, dass ich die Hose kürzen oder verlängern muss. Verlängern ging natürlich nicht mehr, aber mit diesem Stoffmuster konnte ich mir sowieso am ehesten eine ¾-Länge vorstellen. Dafür musste ich die Hose um 5cm kürzen

Wenn man die vorderen Falten jetzt mal wegdenkt und die Tatsache dass mir komplett das Schuhwerk für Culottes fehlt, gefällt mir die Hose gut. Mir mangelt es aber leider außerdem noch stark an passenden Shirts die ich zu einer Culotte tragen könnte. Also nicht an Ideen, nur an der Umsetzung. Für diese Hose war es zudem nicht leicht eine passende Farbe für das „obenrum“ zu finden. Weiß passt ja eigentlich zu allem. Nur leider nicht zu meinem Gesicht (oder meinen blassen Armen oder….) Auf den ersten Bildern trage ich daher ein Kaufshirt. Ich hatte mir die Hose ganz knapp vor unserem Holland-Urlaub genäht. Das passende Shirt hab ich erst im Urlaub gekauft ;o) Dort sind auch die meisten Bilder entstanden. Leider war es sehr windig, so dass man nur auf wenigen Bildern den tatsächlichen Sitz der Hose sieht. Das allererste Bild im Beitrag trifft es sehr gut und auch die letzten beiden ganz unten im Beitrag.

Zurück zuhause sollte nun auch endlich etwas selbstgenähtes als Kombination zur Hose entstehen, aber im stash fiel mir erstmal nur dieses recht dunkle Grün als passend auf. Oder beißt sich das?

Der Schnitt ist (passenderweise) das Green Tea von Greenstyle Creations. Ein ganz banales Shirt das aber schön fällt. Verstärkt durch die Stoffwahl: Viskosejersey von Hilco.

Den Stoff habe ich auch noch in Senf (also ich finde es ist ein warmes Curry, aber die Bezeichnung sagt Senf). Der Curry-Viskose-Jersey war mir aber heiliger und der Schnitt bis dato noch unerprobt. Das konnte ich nicht riskieren….

Nach meinem grünen Test hab ich Curry auch zugeschnitten. Allerdings mit einer Mini-FBA (eine FBA speziell für Jerseys bei der lediglich eine Mini-Brustweitenkurve hinzugefügt wird plus vorne etwas Länge) und in der Variante mit V-Ausschnitt. Ob es etwas gebracht hat…? Ich bilde mir ein es hat einen Mini-Effekt. Ich bin mir außerdem nicht sicher welche Ausschnittvariante mir besser steht. Ich persönlich mag auch noch gerne U-Boot. Aber nur soweit, dass es nicht von der Schulter rutscht. Bei der Farbe bin ich mir sicher. Da ist Curry ganz klar mein Favorit. Ich finde, dass es freundlicher ist, mir besser steht und auch besser zur Hose passt. Aber ich finde das Grün auch mal eine nette Abwechslung ist. Bisher gibt es gab es keinerlei Grün in meinem Kleiderschrank.

Fazit zu den Shirts:
Ich glaube ich muss den Schnitt auch noch mal in einem “normalen” Jersey testen. Dieser Viscosejersey ist so hauchdünn und fällt so leicht, zeigt dabei aber auch wirklich

Fazit zur Hose:
Besser als meine erste Flint, aber noch nicht perfekt. Die Falten vorne sind einfach nichts für mich. Ich habe aber bereits einen anderen Culotte-Schnitt gefunden, der diesen Pampers-Effekt wahrscheinlich nicht haben wird, ich berichte bald.

Genäht:
Hose: Größe XS
Shirt: Größe S

Änderungen:
Shirt: Keine
Die Hose hab ich um 5cm gekürzt; Druckknöfpfe statt Knopflöpcher; Knöpfe nicht an angegebener Postition angebracht, sondern nach Anprobe Position selbst bestimmt.

Habt einen schönen Me Made Mittwoch!!

Viele Grüße

19 Kommentare zu “Flint pants von Megan Nielsen – 3/4 lang

  1. Für mich habe ich bisher keine Cullottes genäht, weil es mich nicht überzeugt hat. Deine Variante sieht aber richtig gut aus und sie ist auch so liebevoll verarbeitet, Das gefällt mir. Wie man Drucknöpfe “richtig” annäht, dazu kann ich Dir nichts sagen. Ich vermute aber, daß es einfach eine Frage des Geschmacks und des Materials ist.
    Die Shirts sind beide schön und welcher Ausschnitt Dir besser steht…vielleicht ist auch das Geschmackssache. Ich würde eher zum Rundhalsausschnitt tendieren, wobei der V-Ausschnitt bei warmen Temperaturen wahrscheinlich angenehmer ist.
    LG
    Susan

  2. Sieht einfach richtig gut aus!
    Bis jetzt habe ich auch noch keine Cullottes für mich genäht, dafür eine für die Tochter, die ich aber nicht verbloggt habe.
    Aber durch die stetig hübschen Cullottes auf den Nähblogs komme ich langsam in Versuchung, : ).
    Ich kann verstehen, dass dich die Falten nicht so begeistern, wenn du an dir herunterschaust, wobei es von aussen betrachtet stimmig aussieht, aber du hast ja jetzt die Möglichkeit, das abzuändern.
    Deine Shirts gefallen mir auch beide und bei der Ausschnittform hat man halt die Qual der Wahl; bei mir wechseln da die Vorlieben.
    LG von Susanne

    1. Dankeschön 🙂 Ein bisschen hatte ich ja Angst, dass ich jetzt soooo lange gewartet habe, bis man sie eigentlich schon nicht mehr trägt. Aber mal abgesehen davon, dass ich noch nie gut war Trends während ihrer Blütezeit zu entdecken – ich habe das Gefühl Culottes sind auch diesen Sommer noch sehr beliebt

  3. Ich finde Falten vorne in Hosen total schick und bequem und bei deiner Figur auch echt nicht auftragend!
    Ich habe mehrere selbstgenähte (kurze) Hosen und alle haben vorne Falten ;-). Aber wenn du dich nicht wohlfühlst, kann ich natürlich verstehen wenn du sie in der nächsten Version weglässt. Die Culottes im ganzen gefällt mich richtig gut und das Grün kannst du absolut dazu tragen!

    1. Das freut mich sehr, ich war mit dem Grün echt unsicher. Aber das kann auch generell daran liegen, dass ich nie Grün trage. Ehrlich gesagt gewöhne ich mich ja langsam an die Falten. Zumindest an dieser Hose. Bei der kurzen sind sie wirklich zuviel!

  4. Deine Flint Culottes sehen so schön luftig und bequem aus! Die Falten stören mich dabei überhaupt nicht. Der dünne, gut fallende Stoff scheint mir ideal dafür, dass sie nicht auftragen. Eine Version ohne Falten kann ich mir aber auch gut vorstellen. Wie immer zeigst Du uns sehr schöne Fotos.

    1. Und wie immer musste der Mann die Fotos machen und war alles andere als erfreut drüber 😉 Aber die Fotos wurden an drei verschiedenen Tagen gemacht, so in kleinen Häppchen geht das dann :o)
      Ich bin selbst schon ganz gespannt auf die faltenlose Hose. Leider hab ich erst nächste Woche wieder Zeit Zeit zum Nähen.

  5. Oh ja, ich brauche auch noch mehr weite Hosen, zum Glück sind die Zeitschriften voll damit, und ich ahbe auch schon zwei verschiedene Burda Schnitte getestet und bin sehr zufrieden… Deine Hose sieht jedenfalls super sommertauglich aus und die Shirts gefallen mir auch… LG Sarah

    1. Danke Sarah. Ich habe auch noch eine in der LMV gesehen und je einen Indie Schnitt bei Pauline Alice und Helen’s Closet… Plötzlich seh ich die überall, obwohl die Schnitte alle nicht neu sind 😉

  6. Eine schöne luftige Hose, perfekt für den Sommer. Ich hoffe, du freundest dich noch ein bisschen mit den Falten an und hast noch viel Freude daran.
    Viele Grüße
    Jenny

    1. Hi Jenny. Hab ich ehrlich gesagt schon ein bisschen (mich angefreundet) aber nur bei dieser dünnen Hose. Die kurze hatte ich gestern noch mal an. Bei 33 Grad dachte ich das wäre die beste Wahl. Aber leider hab ich mich wieder komplett unwohl gewühlt: Gezuppelt wegen der Falten, Bindebänder ständig neu geknotet… Wohingegen ich diese jetzt schon 3 mal anhatte und mich jedes Mal pudelwohl drin gefühlt habe. So schlimm kann es dann also nicht sein wenn ich sie trotzdem so liebe 😉

  7. Na da bin ich dann aber mal auf die finale Hose gespannt! Ich finde diese hier auch sehr schön, sieht direkt nach sommerlichem Herumschlendern in der Stadt aus, toll! Die gezeigten Shirts dazu mag ich beide, mein Favorit wäre grün, aber ich bin selbst immer eher mit dunklen Kombinationen unterwegs, vermutlich deshalb. Stehen tut dir beides gut!

    1. Dankeschön, das freut mich sehr!! Gerade wegen der ungewohnten Farbe UND diesem Blumenmuster war ich anfangs mega verunsichert. UND plötzlich Culottes UND Grün… Ganz schön viel neues und ungewohntes auf einmal….. Aber ich fühle mich sehr wohl drin.

  8. Auch wenn Du es vermutlich nicht mehr hören kannst: auch ich finde die Fältchen am Bund überhaupt nicht störend oder auftragend bei Dir! Für mich verstärken sie den sehr femininen Eindruck der Flint-Pants. Aber eine “gerade” Flintpant ist sicher auch interessant, da bin ich sehr auf Deinen nächsten Beitrag gespannt.
    Ich habe meine Flintpants im letzten (oder vorletzten?) Jahr genäht, und trage sie überraschenderweise erst dieses Jahr richtig gerne. Auch ich hatte Probleme, einen passenden Kombipartner zu finden. Meine Lösung dieses Jahr sind enge und/oder taillenkurze Shirts, dann gefällt mir die Form der Hose unglaublich gut. Bei Deiner Auswahl finde ich übrigens das gelbe gekaufte Shirt am besten, das vorne geknotet wird.
    Insgesamt mag ich diese Culotte sehr gerne an Dir, das sieht nach einem schön lässigen Sommeroutfit aus, das Du sicher oft tragen wirst!
    LG Barbara

    1. Doch doch, alles gut, ich kann’s noch hören 🙂 Ich muss nämlich gestehen ich finde die Falten auf den Fotos jetzt auch sehr klein. Es ist wohl doch was anderes wenn man an sich runter schaut. Da sehen die viel größer aus. Die faltenlose Hose werde ich aber trotzdem probieren.
      Ich finde es ehrlich gesagt auch gut, dass das Knotenhirt eben nicht in der Hose getragen werden muss. Ich hatte die Hose nicht dabei, als ich es gekauft hab und bin froh, dass es trotzdem so gut zusammen passt. Aber ich glaube ich sollte mir auch noch etwas in der Art nähen. Aber dann auch ein Shirt das eben verknotet ist OHNE dass vorne wirklich ein Knoten ist… Eher so verdreht wie bei dem Kaufshirt. Kompliziert, aber ich halte mal danach Ausschau.
      Viele Grüße, Melanie

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