Asaka Kimono von Named

Asaka Kimono NamedSchon lange hab ich nichts mehr zum Thema Home Chic genäht. Also gemütliche Klamotten für daheim, die dennoch chic sind und auch nicht peinlich werden, wenn der Nachbar / Paketbote / unangekündigter Besuch klingelt.

Einen Kimono hab ich mir schon lange gewünscht. Und da ich keine Kleidung mehr kaufe, wandern meine Wünsche auf die Wunschliste und bleiben dort, bis ich die Zeit finde, mein Wunsch-Kleidungsstück zu nähen.

Der Schnitt  “Asaka Kimono” von Named war perfekt für mein Vorhaben. Gekauft hab ich ihn vor über einem Jahr. Danach ging die Stoffsuche los. Ich wollte einen ganz leichten, dünnen Stoff mit diesem weichen fließenden Fall der typisch für Kimonos ist. Außerdem hatte ich ziemlich genaue Vorstellungen für das Muster: Irgendwie passend für einen Kimono und gaaaanz leicht asiatisch angehaucht. Also wirklich kein asiatisches Muster, nur so einen Hauch von… es ist schwer zu beschreiben. Da ich aber irgendwann tatsächlich das Glück hatte den Stoff meiner Vorstellung zu finden, seht ihr ja nun selber was ich gemeint habe:

Kimono_Stoff

Entdeckt habe ich den Stoff bei KBC in Lörrach. Farbe, Muster, Stoffdicke und auch Preis (6€/m) waren perfekt für mein Vorhaben. Der Stoff ist 100 % Cotton, aber eben ganz dünn und leicht.

 

Nachdem ich den Stoff dann endlich hatte, wollte ich auch möglichst schnell loslegen und hab den Kimono zugeschnitten und mit auf einen Nähtreff genommen. Leider war dieser Tag ein kleines Desaster für mich.

Ich habe mit den Ärmelschlitzen angefangen. Aber was auch immer ich versucht habe, die Nähte wurden unglaublich hässlich und krumpfelig. Den gesamten Stoff hat es zusammengezogen und auch immer mal wieder in die Stichplatte gezogen. Die hässlichen Nähte habe ich also wieder aufgetrennt, Einstellungen geändert, wieder getrennt, Nadeln gewechselt, wieder getrennt usw. So verlief dann der gesamte Nähtreff und ich war richtig doll gefrustet am Abend. Zu der Zeit hatte ich noch meine brother (innov-is 955). Da ich ja am Tage schon alles mögliche versucht habe, hat es für mich auch keinen Sinn gemacht das Projekt noch zu beenden. Meine Maschine wollte diesen Stoff einfach nicht nähen.

 

Nachdem der Kimono also nun schon ein Jahr als UFO rumlag und ich mittlerweile an einer Bernina nähe, wurde es höchste Zeit den Kimono fertig zu stellen.

SaSa hatte den Kimono auch schon lange auf ihrer Nähliste und so haben wir uns letztes Wochenende zum gemeinsamen Nähen getroffen. Das war natürlich doppelt toll: Nähtreff und dann auch noch das gleiche Projekt..

Ich war diesmal auch sehr gut ausgestattet: Mit der (nicht mehr ganz so) neuen Bernina hatte ich nun die Möglichkeit die Geradstichplatte und auch den Obertransport einzusetzen. Und überhaupt näht meine Bernina auch so schon schwierige Stoffe um Welten besser als meine frühere brother. Jedenfalls konnte ich den Kimono nun völlig ohne Probleme nähen. Sogar mit 100% Cotton-Garn von Coats. Das ist etwas dicker und daher nicht wirklich passend für so dünne Stöffchen. Aber es passte farblich einfach perfekt, daher hab ich es versucht und… alles wunderbar.  So macht das Nähen dann auch wieder Spaß!!

SaSa hatte den tollen Vorschlag alles mit Französischen Nähten zu nähen. Ich hatte das selber nicht auf dem Schirm, da ich die Technik bisher nie verwendet habe. Eigentlich habe ich immer mit der Overlock gearbeitet. Aber für den Kimono sind französische Nähte perfekt, da man hier auch die Innenansicht oft sehen wird.

Asaka Kimono Named

Auch die Ärmel habe ich mit french seams eingesetzt. Praktisch fand ich aber vor allem, dass somit auch die Gürtelschlaufen perfekt eingenäht sind, ohne dass man von innen die Enden sieht.
Eigentlich finde ich, dass die Anleitung auch French Seams hätte vorsehen müssen. Dann hätten sie vielleicht auch 1,5 cm NZ spendiert. Mit 1 cm war das teils schon etwas frickelig.

Asaka Kimono NamedDas Nähen wird durch die French Seams natürlich deutlich langsamer. Wir haben den Kimono an unserem gemeinsamen Nähnachmittag nicht fertig bekommen. Man näht halt einfach jede Naht zweimal und kürzt zwischendurch noch die Nahtzugaben. Ich muss aber sagen, dass mir das genaue Nähen sehr viel Spaß macht. Irgendwie fühlt es sich für mich schon im Nähprozess hochwertiger an, wenn ich ein Kleidungsstück nicht nur “schnell zusammentacker”, sondern eben sauber und aufwendig herstelle. Bei jeder Naht schaue ich peinlich genau, ob sie sauber ausschaut und zwischendurch bügel ich auch immer alles ganz aufwendig in Form. Und nein, das stört mich kein bisschen. Das gehört irgendwie einfach dazu für mich. Am ersten Nähtag habe ich dabei ja eh ganz viel mit SaSa gequatscht und am zweiten Nähtag habe ich dabei Krimiserien geschaut.

Die Ärmel werden eigentlich geschlossen, dann werden die Seitennähte geschlossen und die Ärmel eingesetzt. Diesen Teil der Anleitung haben wir nicht befolgt und stattdessen die Ärmeln nur eingesetzt und später alles in einem Rutsch geschlossen.

Mit der Länge war ich anfangs unsicher: Ist er mir zu kurz? Und die Arme dafür etwas zu lang? Aber dann habe ich doch alles gelassen wie im Original und bin da nun auch froh darüber.

 

Die Ärmel haben eh einen ganz besonderen Clou:

Asaka Kimono Named

Asaka Kimono Named

Sobald ich die Arme bewege / beuge, also irgendwie “brauche” habe ich die Ärmel frei und laufe auch nicht Gefahr mit den riesigen Ärmeln überall drin zu hängen. Ich kann alles greifen ohne, dass sie im Weg sind.

Asaka Kimono Named

Das gefällt mir tatsächlich aus optischen und auch praktischen Gründen gleichermaßen gut!!

Asaka Kimono NamedAsaka Kimono NamedDer Gürtel hätte gerne einige Nummern kürzer sein dürfen. Wenn ich nur einen lockeren Knoten binden möchte, ist der Gürtel viel zu lang. Für eine hübsche große Schleife ist er allerdings genau richtig. Auf der Webseite von named ist der Kimono auch mit Schleife abgebildet.

Das Tragegefühl ist übrigens extrem gut. Das ist wohl alles irgendwie nur psychologisch, aber es ist ein himmelweiter Unterschied, ob ich mir nun diesen Kimono überwerfe am Morgen oder einen ganz ordinären (Kauf-) Morgenmantel. Okay, vielleicht liegt es auch daran, dass mein Morgenmantel echt nicht hübsch war ;o)

Asaka Kimono Named

Zwei für mich sehr wichtige Dinge fehlen im Schnitt:

Es gibt keinen Aufhänger:
was haben die sich denn dabei gedacht? ;o) Mein schöner neuer Kimono soll doch ab sofort griffbereit im Bad hängen!! Also habe ich einen kleinen Aufhänger zwischengefasst.

Asaka Kimono Named

Asaka Kimono Named

Es gibt keine Tasche:
eigentlich auch unverzichtbar. kurz mal ein Taschentuch irgendwo verstauen muss schon drin sein. Man sieht es kaum, aber eine Tasche habe ich daher auch hinzugefügt:

Asaka Kimono Named

Am Schluss zeige ich euch den Kimono noch mal ohne mich. Man beachte (über dem Haken!) wie toll der Kimono thematisch an meine Wand passt :o)
Alle Infos zu meiner Wand finden sich übrigens hier.

Asaka Kimono Named

Asaka Kimono Named

So… das war es jetzt auch wirklich mit der Bilderflut. Schaut noch unbedingt bei SaSa vorbei, sie zeigt euch hier ihre tolle Version des Kimonos. Sie beschreibt auch wie wir die Ärmelschlitze genäht haben und vor allem sieht man die Ärmelschlitze bei ihr auch in Nahaufnahme.

Habt es gemütlich!

Melanie

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10 Kommentare zu “Asaka Kimono von Named

  1. Der ist aber schön! Ich habe dieses Jahr auch meinen ersten Morgenmantel genäht, aber wirklich einen schnöden Morgenmantel, und bin mit dem Fall nicht so zufrieden. Und der Stoff pillt, obwohl es Viskose ist 🙁 Daher merke ich mir den Schnitt mal für die Zeit, wenn ich den alten satt habe.
    Der Stoff ist echt schön und fällt toll. Besonders gefällt mir ja der Kragen, sieht gut aus und nicht zu steif.
    LG

    1. Den Fall finde ich tatsächlich auch sehr schön. Ich bin froh, dass ich nicht irgendeinen Stoff gekauft habe um schneller loszulegen. Manchmal bin ich da etwas ungeduldig und möchte den schnitt dann sofort vernähen. Aber oft habe ich einen bestimmten Stoff (Farbe / Haptik) im Kopf und es lohnt sich eigentlich immer auf genau diesen zu warten. Irgendwann läuft er einem über den Weg :o)
      Für die Kragenblende und den Gürtel habe ich „nur“ eine leichte Blusenvlieseline verwendet. Allerdings zum ersten Mal (?) wirklich teure, hochwertige (also nicht vom Stoffmarkt für 3€). Und ich habe schon beim Aufbügeln gemerkt, dass ich da zukünftig echt nicht sparen sollte! Kragen / Blende haben nun den perfekten Stand ohne dabei zu fest zu sein.

  2. Ich habe gerade schon SaSas Modell bewundert und dein Kimono ist ebenso schön und einfach ein toller, spektakulärer Schnitt.
    Französische Nähte mache ich ja nicht so gern, weil es so langsam geht, aber gerade bei diesem Schnitt oder bei Blusen aus dünnem Stoff bieten sie sich einfach an und hinterher bin ich dann immer froh, dass ich es gemacht habe, : ).
    LG von Susanne

    1. Liebe Susanne. Vielen Dank! Der Schnitt ist wirklich besonders. Man fragt sich ja immer: brauche ich wirklich DEN neuen Schnitt auch noch? Tut es nicht auch einer aus meinen vielen Nähzeitschriften?? Ich hätte in mind. 2-3 meiner Zeitschriften auch einen Morgenmantel / Kimonoschnitt gefunden. Aber in dem Fall war es toll, dass ich nicht wiederstehen konnte. Ich liebe das Teil jetzt schon!!

  3. Oh, wie schön der geworden ist! Er passt perfekt zu Dir! Und trägt er sich nicht ganz wunderbar? Deine Fotos begeistern mich immer wieder! Danke nochmal für den schönen Nähtag!
    Liebe Grüße, SaSa

      1. Jetzt wo du es sagst… Das hab ich wohl übersehen, mit dem 2 x binden und habe es direkt heute Morgen ausprobiert. Mittig lassen und beide Bänder 2 x rum klappt nicht. Bzw. geht schon, sieht dann aber nicht mehr schön aus. Aber eine Seite länger und die 2 x rum geht gut. Vielen Dank für den Tipp!
        Und jaaaaa!! Der trägt sich wirklich wunderbar. Hätte ich das vorher gewusst, hätte ich nicht so lange gewartet

  4. Hach der Kimono ist echt schick. Sowas in der Art möchte ich mir auch mal nähen, aber für den Nähkurs damit ich zwischen Anprobe, Schnitt anpassen und erneuter Anprobe nicht so halbnackt rumstehe.
    Der Stoff ist ein echter Traum, nach Lörrach muss ich auch unbedingt einmal.
    Die geschlitzen Ärmel sind echt clever, die sind ja sonst schnell im Weg, irgendwo eingehakt oder eingetunkt.
    Und französische Nähte sind vielleicht etwas langwieriger zu machen, aber das Ergebnis ist einfach schön. Wenn ich mir dann die Mühe mache so versäubern, denke ich mir immer ich sollte öfter mal so oder mit anderen ähnlichen Saumtechniken arbeiten. Es ist einfach etwas anderes als mal mit Overlock drüber zu rattern.
    lg Sabine

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