Die kurze Version des Nova Coats – die Nova Jacket – habe ich als Probejacke für den Me Made Mittwoch Weihnachtskleid Sew Along 2025 gestartet. Es galt nämlich nur herauszufinden welche Größe ich für die Mantelversion benötige. Die Maßtabelle sagte Größe 3, aber in allen Reviews war herauszulesen, dass 1-2 Größen kleiner dringend empfohlen wurde. Für meinen Mantel wollte ich kein Risiko eingehen und daher erstmal eine Probe nähen. Weil eine Probe eines Mantels aber auch extrem viel Stoff verbrauchen würde und ich ganz klar im Team „tragbare Probe“ bin, habe ich die kleinere Größe (1) aus einem Stoff zugeschnitten, der hier sonst dicken Staub angesetzt hätte: Ein Wollstoff aus dem René Lezard Ausverkauf (den es leider schon lange nicht mehr gibt) und einen goldenen Futterstoff den ich mir bei eben diesem Ausverkauf damals extra passend zum dunkelblauen Mantelstoff ausgesucht habe. Eine Kombination zu der ich heute nicht mehr greifen würde. Aber dazu komme ich gleich noch mal. Weil ich keine 2 Mäntel in der gleichen Art haben wollte, hab ich mich für die Größe 1 für die Kurzversion des Schnittes entschieden, die es seit dem update 2019 ebenfalls gibt. Sie hat außerdem kürzere Ärmel.
Innerhalb des WKSAs habe ich zwar alle Teile zugeschnitten (Außenstoff und Innenstoff), aus Zeitmangel aber nur die Außenjacke der Kurzversion genäht.

Eine Anprobe bestätigte meine Vermutung: Für die kurze Version, die ich wahrscheinlich eher im Frühling tragen werde, ist die Größe 1 eine richtig gute Wahl. Für einen längeren Mantel, der gerne etwas mehr wärmen darf, brauche ich noch ein klein wenig Mehrweite vor allem um die Hüfte rum. Somit war klar, dass ich den in Größe 2 zuschneiden werde. Hier könnt ihr das Ergebnis sehen, mit dem ich richtig glücklich bin.
Nun hatte die Probejacke erstmal ihr Soll erfüllt und lag unfertig in der Gegend rum. Ich wusste genau: Wenn ich mir die nicht möglichst bald vornehme und fertigstelle, wird das UFO genau so alt wie der Stoff zuvor. Was einmal in einer Kiste verstaut in meinem Nähzimmerschrank landet, kommt da so schnell nicht wieder raus. Also war diese Jacke auf Punkt 1 meiner Nähliste für 2026, auch wenn ich sie jetzt (bei Minusgraden und Schnee) nun wirklich nicht brauche. Aber kaum, dass ich die Näharbeit wieder aufgenommen habe, fühlte es sich gut und richtig an sie fertigzustellen. Es war ein bisschen Vernunftsnähen, aber genau das war irgendwie auch sehr zufriedenstellend, dass ich das nun durchziehe. Und viel war ja ehrlich gesagt auch gar nicht mehr zu machen. Das Futter musste noch zusammengenäht und anschließend eingenäht werden. Und da ich die Mantelversion ja kurz vorher erst genäht habe, brauchte ich dafür nicht mal mehr die Anleitung und es war eigentlich schnell erledigt.

Kaum fertig gestellt und anprobiert, haben sich meine Befürchtungen bewahrheitet: ich habe NICHTS zum Kombinieren. Keine Hose, kein Oberteil, nichts. Die Farbe Dunkelblau hat mich meine komplette Teenagerzeit begleitet und sogar noch einen langen Teil meines Erwachsenenalters. Ich hatte so viel Blau in meinem Kleiderschrank, dass das untereinander gut kombiniert werden konnte. Nur gefallen hab ich mir darin irgendwann nicht mehr. Nach und nach durfte alles ausziehen und wurde gegen selbstgenähtes ausgetauscht, in Farben die mir deutlich besser standen und in denen ich mich viel wohler fühlte. Aber das bedeutet nun leider auch: Kein Dunkelblau und kein Schwarz mehr im Kleiderschrank und erstrecht nicht im Stoffschrank. Und hier galt es ja nicht nur zum Außenstoff zu kombinieren. Zum goldenen Futterstoff wollte gar nichts passen. Kein Bernsteinbraun, kein Senfgelb, kein Ocker. Das sah alles fürchterlich aus. Ich wollte wirklich gerne ein passendes Oberteil nähen, aber kein Stoff aus meinem Bestand kam in Frage. Da ich sowieso gerne ein Rollkragenshirt kombinieren wollte, fiel mir ein Shirt von 2016 (!) ein, das ich noch besitze. Es ist nicht mehr ganz so schwarz wie anfangs, aber durch die 3/4 Ärmel (für mehr reichte der Stoff damals nicht) passt es eigentlich perfekt zur Nova Jacket, die ja auch kürzere Ärmel hat.

Also immerhin schon mal ein Oberteil vorhanden, kommen wir zur Hose.
Ich besitze eine blaue Hose. Aber die ist inzwischen so krass ausgeblichen, dass auch die überhaupt nicht zur dunkelblauen Wolljacke passt. Aber nicht nur die Farbe geht nicht. Der ganze Stil der Boyfriendjeans war nicht das, was ich mir zur Nova Jacket vorgestellt habe. Das fertige Outfit in meinem Kopf war eine enganliegende, möglichst dunkle Jeans. Wie der Zufall es wollte, lag hier seit Oktober eine schwarze, fertig zugeschnittene Girlfriend Jeans von smartPattern rum. Eigentlich wollte ich sie bei einem Online-Jeansnähwochenende nähen. Aber nach einem Blick in die Anleitung wollte ich mir das doch nicht bei einem gemeinsamen Nähwochenende antun und hatte stattdessen die Eddystone Jeans genäht. Die war zwar auch neu für mich, aber sie hatte eine „Standard“ Anleitung mit technischen Zeichnungen, das geht auch für ein Nähtreff gut. Jedenfalls lag seitdem dieser Stapel Jeanszuschnitt rum und wurde wöchentlich von A nach B verräumt weil er überall im Weg lag. Aber wie gesagt: einmal richtig weggeräumt ist die Chance klein, dass ich das Projekt wirklich noch nähe
Also wurde das mein Projekt Nummer 2 für 2026 und ich habe das erste Wochenende des Jahres genutzt um die Girlfriend Jeans zu nähen. Und ich habe auch wirklich das gesamte Wochenende gebraucht von Freitagabend bis Sonntagabend, denn ich habe sehr viel Zeit damit verbracht durch Anleitung(en) zu scrollen, weil es leider nicht eine Anleitung am Stück gibt. Weil das meine erste Girlfriend Jeans war und überhaupt mein erster Schnitt nach Maß von smartPATTERN, habe ich der Jeans aber einen eigenen Blogbeitrag gewidmet der hier nachgelesen werden kann.
Mit dem Gesamtoutfit bin ich nun sehr zufrieden. Exakt so habe ich es mir tatsächlich vorgestellt.


Wegen der zuvor schon erwähnten Minusgrade mit Schnee war ich sehr froh, dass ich mein Nähzimmer vor kurzem erneut umgeräumt habe. Ich bin seit Monaten dran das nach und nach zu optimieren. Mehr Regale, mehr Staufläche, vor allem auch hübschere Staufläche (der Blogbeitrag dafür steht immer noch aus) aber eben auch mehr FREIE Fläche. Dies kommt mir nun beim Fotografieren zugute, denn ich kann meine Nähtapete endlich mal wieder als Fotohintergrund verwenden indem ich nur das Bügelbrett und eine Stehlampe kurzzeitig verräume:

Auch für die Jeansfotos musste ich daher nicht extra raus. Leider ist diese halbwegs freie Fläche die dunkelste Ecke des Zimmers. Aber es ist auch die einzige Wand im Haus an der ich Fotos machen kann, weshalb ich sonst immer rausgehe für Blogfotos, was natürlich immer Mehraufwand bedeutet. Für die Jacke wollte ich dann aber doch noch mal Fotos im anderen Licht, weshalb nun doch noch Schneefotos folgen.

Am Schluss möchte ich aber auch noch ein Rollkragenshirt zeigen das mein letztes Projekt von 2025 war. Ich habe von Muriel einen ganz weichen Fine Rib Jersey in der Farbe Mauve geschenkt bekommen. Aus diesem wollte ich gerne ein Shirt mit Rollkragen nähen. Nach erfolgloser Schnittsuche habe ich einen erprobten Langarmschnitt von Vikis Sews gewählt und den Rollkragen selber dran gebastelt. Ich wollte gerne einen zum umklappen und den auch möglichst hoch.

Die Länge ist die vom eigentlichen Schnitt, die Höhe hab ich mir durch ausmessen, anhalten und ausprobieren angefügt. Auch das Ergebnis ist genau so, wie ich es mir vorgestellt habe 🙂


Und das letztgenähte Teil von 2025 und das erstgenähte Teil von 2026 schicke ich nun zum Januar Me Made Mittwoch

Sandra
Hallo Mel,
super, dass Du auch tragbare Probeteile nähst, ich gehöre auch genau zu diesem Team 🙂
Dunkelblaue Kleidungsstücke stehen Dir echt gut, auch wenn ich mich nicht erinnern kann, Dich in dunkelblauen Kleidern gesehen zu haben.
Ebenso finde ich Deinen Rolli sehr gelungen. Hast Du mal ausprobiert den mauvefarbenen Rolli mit `der Nova Jacket in kurz zu kombinieren
Liebe Grüße,
Sandra