Diese Hose habe ich bereits im Frühling 2023 genäht, sie hat es nur noch nicht auf den Blog geschafft. Die Fotos der Hose selber habe ich schon während der Entstehung und gleich nach Fertigstellung gemacht. Die Tragefotos aber erst 3 Jahre später, genauergesagt letztes Wochenende auf einer kleinen Wanderung.

Leider habe ich es verpasst mir während der Entstehung Notizen zu machen. Das mache ich oftmals um für den jeweiligen Blogbeitrag noch alle Informationen und Änderungen parat zu haben. Auch wenn ein Blogbeitrag für gewöhnlich nicht sooo viel später erscheint wie in diesem Fall. Meist muss ich Hosen anpassen und meine Änderungsnotizen sind entsprechend wichtig. Ich erinnere mich so viel später leider auch nicht mehr ob die Hose direkt gut saß oder ob sie anpassen musste. Ich weiß noch, dass ich unglaublich viel Respekt davor hatte diese Hose überhaupt zu beginnen. Es gibt soooo viele Taschenvarianten und Extras und ich wollte sie ALLE nähen und entsprechend viele Schnittteile hatte ich vor mir liegen. Aber ich weiß auch noch, dass ich – einmal angefangen – den gesamten Nähprozess sehr genossen habe, weil die Anleitungen von Yuki immer verdammt gut sind und ich mich auf jedes kleine Detail gefreut habe.
Zu den Stoffen hatte ich mir tatsächlich Notizen gemacht: Ich hatte von Fabric sales einen Dries van Noten Cotton Twill in der Farbe Lucas Khaki Brown ergattert. 100 % Cotton, 315 g /m2
Die Farbe ist unheimlich schwer zu fotografieren. Mal kommt sie sehr braun, mal sehr grünstichig rüber. Und auf vielen Fotos glänzt sie an manchen Stellen, das kam durchs Bügeln, ist inzwischen aber nicht mehr sichtbar. Die jetzt folgenden Fotos kommen der tatsächlichen Farbe sehr nah, vor allem das rechte Tragefoto.

Als Kombinationsstoff habe ich einen Stoff von Extremtextil verwendet. Die Knee patches sollen nämlich tatsächlich eine Funktion erfüllen, aber dazu später mehr. Es ist Supplex/Cordura-Mischgewebe, 50/50, UV40, 180g/qm in der Farbe Dunkelbraun. Bestellt habe ich diesen Stoff eigentlich für eine Wanderhose, die ich aber noch gar nicht genäht habe. Ich hoffe der übrig gebliebene Stoff reicht dafür nun noch. Für die kleine Tasche die aus einer größeren Tasche rausragt, habe ich diesen Stoff nämlich ebenfalls gewählt.

Und auch an der Extratasche – dem Detachable Holster Pocket – kommt ein kleines Stückchen davon zum Einsatz. Aber auch das zeige ich gleich noch im Detail.
Und dann wäre da noch der Innenstoff. Ich werde niemals mehr irgendeinen banalen Stoff „der eben übrig ist“ für das Innenleben einer Hose nehmen können (Hosentaschen, Fly Facing), weil ich es einfach sooo wunderschön finde, wenn hier besondere Stoffe zum Einsatz kommen. Ich kann mich auch wirklich jedes einzelne Mal, wenn ich eine Hose anziehe und den Innenstoff zu Gesicht bekomme, erneut darüber freuen 🙂 Auch diesen Stoff habe ich von einem anderen Projekt „gemopst“. Ursprünglich sollte es mal der Innenstoff eines Rucksackes werden, aber ich habe ihn nie zuende genäht (weil ich mich mitten im Projekt entschieden habe, dass ich im Moment doch keinen Reise-Rucksack brauche sondern einen Hunderucksack). Mit dem ehemaligen Rucksackinnenstoff habe ich später meinen Nova Coat gefüttert, mein Projekt für den WKSA 2025.
Die Hosentaschen werden mit französischen Nähten genäht. Wie schön und sauber sieht das bitte aus??

Die Hose hatte ich ja wie gesagt schon 2023 genäht und habe diese Nähtechnik später für die meisten Hosen die danach folgten übernommen.
Ich habe zusätzlich auch das Fly Facing und Fly Shield mit diesem Stoff eingefasst statt nur mit der Overlock zu versäubern. Auch das mache ich inzwischen bei jeder Hose wenn ich genug „besonderen“ Innenstoff habe. Je nach Anleitung und Reihenfolge der Nähschritte geht das manchmal in einem Schritt. Sogar die Rückseiten der Gürtelschlaufen habe ich noch mit diesem Stoff versehen:

Viele Taschen an Kleidungsstücken sind ja genau mein Ding. Meist mit dem Hintergedanken irgendwelche Hundesachen zu verstauen. Und meist denke ich mir Funktionen und Verstaumöglichkeiten selber aus, füge sie selber hinzu, weil es der Schnitt eben nicht hergibt. Aber Azuki ist anders!! Azuki kommt mit dermaßen vielen Taschen, dass ich (fast!!) wunschlos glücklich war. Wie immer sind die Taschen von Waffle Patterns optional und die Anleitung so angelegt, dass sie hinzugefügt werden können, aber nicht müssen. Aber ich hab sie natürlich alle haben wollen! Ganz kurz hab ich überlegt ob ich den Hammer Loop weglassen sollte. Mir fällt wirklich keine Gelegenheit ein, bei der ich einen Hammer einhängen möchte. Aber dann fand ich ihn optisch doch ganz lustig und wer weiß – vielleicht mag ich mal eine Leine dort einhaken??

Was ich auf aber noch hinzugefügt habe, ist ein kleines Täschchen für die Pfeife und eine Lösung, dass sie mir auch wirklich nicht unterwegs verloren geht.

Das Holster war damals glaub ich einer der Hauptgründe warum mir dieser Hosenschnitt aufgefallen ist. Ich fand es irgendwie cool und praktisch damit ein Leckerlibeutel für Bente direkt an der Hose zu befestigen und den sogar im Style der Hose zu haben.

Äußerlich habe ich nichts verändert, aber innen habe ich noch Halterungen angebracht für einen Leckerlibeutel den ich damals sehr viel für Bente dabei hatte

Bei den Knee Patches hatte ich Bente ebenfalls direkt im Hinterkopf. Wenn ihm irgendwas zu viel wird (zu viele Reize, andere Hunde zu denen er nicht hin darf, Frust oder Überforderung…) dann sucht er kurz Ruhe auf meinen Knien. Ich weiß nicht warum, aber es beruhigt ihn unglaublich, wenn er sich mit den Vorderpfoten auf mein Knie stellen darf und kurz Verschnaufen kann. Irgendwann kommt tatsächlich ein großer Seufzer (Schnuff) und ich weiß, dass es weitergehen kann. Im Sommer, wenn die Böden meist trocken und die Pfoten dadurch sauber sind auch kein Problem. Aber kaum wird es herbstlich ist das je nach Hose nicht so praktisch 🫣
Für die Knee Patches, die ja im Schnitt schon enthalten sind, habe ich mir also nicht nur einen Kontraststoff rausgesucht, sondern auch darauf geachtet, dass er etwas robuster ist. (Siehe Stoffbeschreibung weiter oben)

Ein weiteres praktisches Detail dieser Hose ist der Versteller am unteren Rücken:

An genau dieser Stelle muss ich Hosen oft anpassen und etwas Weite aus dem Yoke rausnehmen, dass dieser an meinem Rücken anliegt. Hier kann ich mich noch daran erinnern, dass es Dank dieser Verstellmöglichkeit nicht nötig war. Und irgendwie finde ich es auch optisch ein besonderes Highlight. Aber davon bietet die Hose ja eh viel. Überall gibt es kleine Details und Möglichkeiten Dinge zu befestigen. Da schlägt das Herz einer Hundehalterin direkt höher!!
Diese beiden Details (Karabiner und D-Ring) habe ich aber selber noch hinzugefügt:

Alles in allem ganz große Empfehlung von mir für diesen Schnitt. Nur meine Stoffwahl war nicht sooo gut. Der Stoff ist ein guter robuster Hosenstoff. Die Hose passt und ist auch nicht unbequem, aber für Wanderungen, gerade wenn es viel bergauf geht, wäre ein Stoff mit Stretchanteil die bessere Wahl gewesen.

Mit dieser Hose nehmen ich am Me Made Mittwoch im September teil, den Jeannette heute noch mal sommerlich eröffnet. Für mich fangen ab sofort meine Lieblingsmonate an und ich freue mich sehr darauf von nun an herbstliche und winterliche Projekte zu nähen und präsentieren zu können.
