Die Hitze hat meine Nähpläne ganz schön durcheinander gewirbelt. Eigentlich hatte ich Pläne für einen Quilt und ein Blusenshirt. Aber bei 37 Grad habe ich bemerkt, dass mein Kleiderschrank leider nicht genug Sommerhosen beinhaltet. Ich wollte gerne eine Hose aus superleichtem (Sport-) Stoff nähen und habe mir Gedanken darüber gemacht wie ich aus einem Sportlycra eine möglichst weite / flatterige Hose nähen kann. Leider habe ich kein Schnittmuster dafür gefunden und habe irgendwann beschlossen einen Schnitt zu nähen den ich schon kenne. Die Winslow Culottes hatte ich bereits in der Version A (ganz kurz), Version C (7/8) und Version D (ganz lang) genäht:

Version A hat noch den verdeckten Reißverschluss aus der Originalanleitung bekommen, aber mit der Gummizugvariante für das hintere Bündchen ist die Hose deutlich bequemer und auch noch bei Gewichtsschwankungen tragbar. Der neue „grobe“ Plan war also die bei mir noch fehlende Version B wieder mit hinterem Gummiband zu nähen. Ich habe noch einige Sportstoffe in verschiedenster Qualität und Dicke in meinem Bestand. Aber ich habe unterschätzt wieviel Stoff so eine Culotte frisst, selbst in den kurzen Varianten. Keiner meiner Sportlycras war lang genug. Ich hatte aber noch 2 Meter „gewebter Outdoor Ripstop mit Stretch“ im Bestand. Eigentlich wollte ich daraus eine ganz leichte Sommer-Wanderhose (mit diversen Taschen) nähen, habe mich dann aber doch dagegen entschieden, weil ich bei wärmeren Temperaturen sowieso in kurzer Hose wandere.
Auf den ersten Blick passt dieser sportliche Ripstop gar nicht zu einer Culotte. Ich hatte sie bisher aus Viskose-Crepe, Tencel und Tencel-Twill genäht und kombiniere meine drei Versionen auch eher schick als lässig oder sportlich. Diesmal ging es mir aber einzig darum die viel zu heißen Temperaturen auszuhalten (mit einem möglichst dünnen, kühlenden Stoff) daher hab ich den Versuch einfach mal gewagt und eine sportliche Culotte genäht.
Bei der Größe habe ich mich an der 7/8 Hose von 2019 orientiert (Größe 6). Die trage ich immer noch viel. Also habe ich den vorhandenen Schnitt genommen und Version B ausgeschnitten. Leider passte die fertige Hose in der Größe nicht. Das war erstmal sehr frustrierend, andererseits auch nicht sooo überraschend, denn die Figur von 2019 (meine aktive Laufzeit) hab ich gar nicht mehr. Scheint wohl einfach ein extrem dehnbares Gummi im Bund zu sein bei der blauen Hose.
Was man am Foto der blauen Hose richtig gut sehen kann: Die Winslow wird (vorne und hinten) in Falten gelegt. Je zwei Falten rechts und links. Um die Hose dennoch passbar zu machen, habe ich jeweils die äußeren Falten „aufgemacht“. Ich habe sie nicht ganz weggelassen, aber eben deutlich vergrößert um mehr Strecke in die Taille zu bekommen:

Das sieht man im getragenen Zustand natürlich auch, aber da es hinten ist, stört es mich jetzt nicht soo doll.

Auf diesen Fotos habe ich wieder ein Jersey Camisole von Schnittduett an. Davon habe ich einige Varianten und ich trage sie vor allem viel zur Winslow Culotte. Ich war aber neugierig welche Schnitte noch gut kombinierbar sind und bin mal meinen gesamten Kleiderschrank durchgegangen. Meine 2 Favoriten:

Das Max Tee mochte ich gerne, vor allem auch zu dieser neuen Länge. Allerdings war es deutlich zu heiß für diesen Stoff. Und weil Ripstoff so sportlich (funktionell?) wirkt, wollte ich mal eine komplett sportliches Outfit testen und habe ein (sehr enges) Laufshirt dazu getestet. Farbe und Spruch passen für mich jetzt gar nicht, aber den Schnitt finde ich tatsächlich gut (sportlich sommerlich). Ich habe aber noch weiter gesucht, denn ich hatte vom grünen Ripstoff noch so viel übrig, dass es für ein Top reichen würde. Meine weitere Suche galt also nun den Schnitten für Webware. Auch hier habe ich einige anprobiert zur Hose und das einzige das mir gut gefiel war das Ashton Top, das ebenfalls von Helen‘s Closet ist.
Da gibt es eigentliche eine kurze und eine lange Variante. Weil ich die kurze schon mal genäht habe und der Schnitt entsprechend vorhanden war, hab ich den genutzt und verlängert:

Das macht wieder einen komplett anderen Look. Bei den sehr heißen Temperaturen der letzten Tage war diese Kombination auf jeden Fall viiiiel angenehmer als Baumwolljersey auf der Haut.

Ich plane dennoch als nächtes einiges aus Sportlycra zu nähen, bin aber noch auf der Suche nach den passenden Schnitten. Evtl. ist der Me Made Mittwoch im Juli dafür eine gute Inspirationsquelle. Dana zeigt ihre Favoriten aus Leinen inkl passender Shirts und ich bin sehr begeistert von allen drei Outfits.
