Kleid Laura aus “Moonstone Ochre” Viskose

Vor kurzem habe ich hier das Kleid Laura von Claire Massieu vorgestellt. Dass ich dafür ein paar 😉 tragbare Probekleider genäht habe, hatte ich ja schon erwähnt. Eines davon ist dieses Kleid aus Viskose von Atelier Brunette.

Warum mehrere Probekleider??

Kleid Nummer 1 war aus reiner Neugier, da ich eh noch auf den Stoff für das tatsächliche (Weihnachts-)Kleid gewartet habe. Eine Kurzarmvariante aus einem Chambray-ähnlichen Blusenstoff aus Holland. Hier habe ich eigentlich alles draus “ablesen” können was ich wissen wollte: Taille etwas höher setzen, tiefere Taschenbeutel einnähen, RV-Untertritt hinzufügen, Kräuselung vorne etwas sauberer arbeiten.

Kleid Nummer 2 habe ich aus einem günstigen, schweren Viskosestoff aus dem Bestand genäht. Ich wollte unbedingt herausfinden, ob ich alleine und ohne Anleitung einen Untertritt einfügen kann, sodass der Metallreißverschluss nicht mehr direkt auf der Haut liegt. Und dass ich dann gleich alle Änderungen testen konnte war natürlich auch praktisch. Ich war mit dem Gesamtergebnis komplett zufrieden. Aber ein Zweifel blieb: Die Stoffe für die ersten beiden Probekleider reichten nur für die Kurzarmvariante. Ich plante aber die Langarmvariante für dieses Kleid.

Kleid Nummer 3 entstand dann hauptsächlich um auch noch die langen Ärmel zu testen. Trotz vollem Stoffschrank, habe ich aber natürlich nicht Unmengen an Kleiderstoffen daheim, die ich als “tragbare Probestoffe” einordnen würde. Meine Definition dafür: Ich würde mich freuen, wenn es was wird und ich das Ergebnis tragen kann – es wäre aber auch nicht tragisch um den Stoff, wenn es für die Tonne wird.
Ein edler Atelier Brunette Stoff ist definitiv nicht in dieser Kategorie und keineswegs meine erste Wahl wenn es um das Nähen eines Probekleides geht. Aber es war tatsächlich der einzige Stoff im Bestand in ausreichender Menge und ohne feste Bestimmung. Ich habe ihn im Sommer bestellt ohne zu wissen was ich daraus nähen möchte. Einfach nur um ihn zu sichern, weil ich ihn so schön fand. In Paris habe ich kurz darauf sogar noch passendes Schrägband dafür gekauft. Auch ohne zu wissen warum (da immer noch kein Schnitt feststand), einfach weil es ging, weil es angeboten wurde und zum Stoff daheim passte. Sollte sich aber noch als gute Entscheidung herausstellen.

Die Ärmel passten übrigens auf Anhieb, da hätte ich mir keine Sorgen machen müssen. Ich habe mit diesem Kleid aber auch schon mal getestet ob und wie ich eine Anleitung für den Untertritt zeigen könnte und ob meine vorab hingebastelten Versuche auch Sinn machen, wenn man sie in einem Rutsch näht. Am Ende war dieses Kleid einfach nur ein toller Beweis dafür, dass jetzt tatsächlich alles perfekt ist und ich den Stoff für das Weihnachtskleid ohne jegliche Bedenken anschneiden kann. Das ist doch auch mal toll!

ich habe es übrigens trotzdem ganz am Ende noch geschafft einen Patzer reinzuhauen. Warum auch immer hatte ich den Saum schräg geschnitten. Und beim Versuch das auszubessern, habe ich es schlimmer gemacht. Und beim Versuch das noch schlimmere auszubessern habe ich es komplett versaut 😛 Am Ende blieb mir nur noch ein Hilfeschrei Richtung Muriel. Sie besitzt einen Rockabrunder (tolle Sache!!!) und hat aus meinem mittlerweile schon recht kurzen Kleid immerhin ein kurzes Kleid mit geradem Saum kreidepusten können. Damit ich nicht noch mehr Länge verliere als eh schon, habe ich den Saum mit dem passenden Schrägband versäubert. Das war meine Rettung und sieht dabei auch noch perfekt aus!

Ich mag das ganze Kleid unheimlich gerne. Auch die Länge ist gar nicht schlecht, sie passt gut zum weich fallenden Viskosestoff. Hach ja, dieser Viskosestoff. Der ist ein Traum! Die günstige Viskose (von Probekleid Nummer 2) war nur so mittellieb zu mir, aber die Atelier Brunette Viskose ließ sich problemlos zuschneiden und vernähen! Sie kostet mehr als das doppelte, aber mal ehrlich: wenn sich ein Stoff besser anfühlt, toller fällt und sich dann auch noch so toll verarbeiten lässt, man passendes Zubehör kaufen kann (nahtverdeckte Reißverschlüsse, Knöpfe, Schrägband) – dann muss man doch nicht mehr überlegen ob man Schnäppchen oder Qualität kauft?? Ich bin ja zu gleichen Teilen traurig und auch froh, dass der Atelier Brunette Store in Paris ist und nicht in Freiburg. Er wäre zu gleichen Teilen mein Glück und finanzieller Ruin

Meine Fotografin war wie auch schon bei Kleid Lola im letzten Beitrag Natallia 🙂

Fakten:

Schnitt:
Kleid Laura von Claire Massieu; genäht in Größe 36
Änderungen: Oberteil gekürzt, Untertritt hinzugefügt (siehe Anleitung in diesem Beitrag), Taschenbeutel verlängert, Saum versehentlich gekürzt

Stoff:
Viskose “Moonstone Ochre” von Atelier Brunette

Ein Kommentar zu “Kleid Laura aus “Moonstone Ochre” Viskose

  1. Also, so viele “Probeteile” hab ich noch nie genäht 😀
    Sehr schön geworden! Ich finde die Länge auch prima. Ja, manchmal ist Schrägband die Rettung …
    Das mit dem Verschlimmbessern kenne ich auch, leider. Egal, was man macht, es wird einfach immer schlimmer – manchmal ist es wie verhext!

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