Nähtrefftasche: Maker’s Tote von Noodlehead

Makers-Tote_Noodlehead

Die Maker’s Tote von Noodlehead plante ich schon länger zu nähen. Irgendwie war ich fasziniert davon wie schlicht und dennoch schick und praktisch diese Tasche ist. In diversen Blogposts und bei Instagram kann man sehen in welch unglaublicher Vielfalt diese Tasche rauf und runter genäht wurde. Die kleine Version ist bei vielen der absolute Renner als Strick-Projekt-Tasche. Die große Tasche ist vor allem bei Näherinnen und Zeichnerinnen beliebt. Man kann wunderbar auch große Blöcke oder größere Lineale und ganze Nähprojekte mitnehmen. Dafür sollte meine herhalten. Als ich Ende September Muriels Tasche auf einem Nähtreff gesehen habe war ich dermaßen begeistert, dass mir die Maker’s Tote gar nicht mehr aus dem Kopf ging. Ich bin regelmäßig auf Nähtreffs, daher kann ich hier wirklich von brauchen und nicht nur haben wollen reden :o)

Und dann stand auch noch die AnNäherung Süd in Würzburg an und das Gedankenkarussell sprang an: Richtig cool wäre es natürlich wenn ich meine Maker’s Tote bereits an diesem Wochenende mitnehmen könnte. Nur blöd, dass sich dieser Gedanke genau EIN Wochenende vor der AnNäherung richtig festgesetzt hat. Donnerstagabend hab ich noch hin und her überlegt wie toll das wäre, die Idee aber wieder verworfen. Viel zu knapp. Ich hatte ja nicht mal meine Prokjekte für die AnNäherung zugeschnitten.

Die Planung
Makers-Tote_NoodleheadFreitagmorgen habe ich „nur mal in die Anleitung geguckt” was ich denn so an diversen Einlagen bräuchte. Und in der Mittagspause hab ich mich selbst dabei ertappt Zeichnungen der Tasche anzufertigen und schon zu planen wie welches Fach werden soll und wo welcher Stoff zum Einsatz kommen könnte. Leider fehlen in der Anleitung Technische Zeichnungen die die Tasche von vorne, hinten und innen zeigen. Das hätte meine Stoffplanung etwas vereinfacht. Noch ganz begeistert von den vielen tollen Taschen die ich online gesehen habe, sollte meine auch nicht zu schlicht werden. Dennoch sollten ja alle Stoffe irgendwie miteinander harmonieren. Meine Skizzen waren für meine Planung hilfreich, vorzeigbar sind sie allerdings nicht, da die skizzierte Tasche eher wie ein Ei aussieht und auch meine Schrift kaum lesbar ist.

Nachdem ich also im Geiste schon vorhandene Stoffe durchgegangen bin, Skizzen angefertigt habe und für den Heimweg noch „Einlage besorgen” eingeplant habe, gab es irgendwie kein Zurück mehr. Obwohl ich meine eigentlichen Projekte für die AnNäherung Süd noch nicht mal annähernd vorbereitet hatte, musste (!!) :o) ich nun am Wochenende die Maker’s Tote nähen. Ich wollte sie unbedingt haben und hatte mittlerweile auch extrem Lust drauf sie zu nähen (Das ist nicht oft so bei Taschenprojekten, das musste ich daher wirklich ausnutzen)

Die Stoffe
Da die Tasche grad eiiigentlich gar nicht eingeplant war und ich aus Erfahrung weiß wie viel Materialkosten in Taschenprojekte wandern können, wollte ich nur Stoffe aus dem Bestand nehmen. Ich hatte von vielen Stoffen die in Frage kamen und miteinander harmonierten nur noch Reststücke und musste ganz schön puzzeln. Aber am Ende passt es ja irgendwie doch immer.
Für die kleine Tasche vorne drauf habe ich ein winziges Reststück eines wunderbarweichen Taschenstoffes verbaut. Es reichte auch wirklich nur gerade so.
Der Boden der Maker’s Tote ist aus dem gleichen Material, aber irgendwie ist der gelbe Stoff viiiiel weicher. Beide Stoffe hatte ich damals für meinen Minion-Geldbeutel verwendet. Der ist aber aktuell nicht mehr im Gebrauch, da er durch die Necessary Clutch Wallet abgelöst wurde.

Die beiden „Näh- und Quilt”-Stoffe habe ich mal auf der Nadelwelt in Karlsruhe gekauft für eine Kameratasche mit der ich leider ganz und gar nicht glücklich bin. Ich werde noch davon berichten. Somit haben wenigstens die tollen Stoffe noch mal Verwendung gefunden.

Makers-Tote_Stoffe

Die Paspel habe ich selber genäht aus dem gleichen Stoff den ich auch als Innenstoff verwendet habe.

Makers-Tote_Paspel

Das Nähen
Angefangen hab ich mit dem kleinen Lieblingsstöffchen: Der gelbe Taschenstoff. Da nur Gelb aber etwas langweilig aussah, hab ich recht viel Zeit damit verbracht mir zu überlegen was ich da drauf nähen könnte. Irgendwann hab ich dann mein Stickmodul entstaubt und mich fürs Sticken entschieden. Leider ist mir wohl vom Sprühkleber auch etwas auf die Vorderseite des Stoffes gekommen und hat unschöne Flecken hinterlassen, daher nun meine Label-Stick-Kombination.

Makers-Tote_Vordertasche

Ich habe zum ersten Mal richtige Metallknöpfe zum einschlagen verwendet. Allerdings war mein Job lediglich alles an Materialien hübsch aufzureihen und dann den Mann zu rufen. Der hat dann gedrückt und gehämmert. Das Ergebnis finde ich total schön und ich bin froh, dass ich hier nicht die „leichteren” Kam Snaps verwendet habe.

Zeitfaktor
Ich habe insgesamt das komplette Wochenende gebraucht. Freitag Abend habe ich angefangen zuzuschneiden. Man muss aber ganz schön viel messen und zuschneiden, da es keine Schnittteile zum Ausdrucken gibt, sondern alles nach angegebener Maße zugeschnitten wird. Das macht total Sinn, da fast nur Rechtecke verwendet werden. Aber es ist sehr mühsam und zeitaufwendig. Einiges habe ich daher erst Samstag und Sonntag zugeschnitten, immer dann wenn ich es gerade brauchte.

Verwendete Einlage / Zubehör
Stabilisiert wird die Tasche hauptsächlich durch Soft and Stable. Das gibt es ja mittlerweile in einigen deutschen Shops. Ich habe das Original genommen. Da ich ja sonst nur Bestands-Stoffe verwendet habe, war das Soft and Stable das teuerste an der ganzen Tasche. Aber ich wollte keine Kompromisse eingehen. Die günstigen Alternativen haben mich bisher nicht so überzeugt wie das „Original” von Annie Unrein. Das ist aber auch wirklich extrem gut. Es ist sehr stabil und man kann wunderbar drauf quilten. Das habe ich dann auch gemacht. Für den Außenstoff hatte ich das eh vor. Aber ich habe in ein paar Blogposts gelesen dass der Innenstoff am Boden unschöne Falten wirft. Also habe ich den Innenstoff am Boden auch noch mit den restlichen Lagen verbunden .

Makers-Tote_Noodlehead

Ich habe das Soft and Stable in der Größe 18″ x 58″ (46 x 147 cm) bestellt. Das Reststück reicht jetzt noch für die kleine Maker’s Tote. Das macht den (nicht grad niedrigen) Preis doch gleich wieder attraktiver.

Das in der Anleitung angegebene Pellon 809 und Pellon SF 101 gibt es bei uns nicht. Bzw. hab ich es online nur Ballenweise gefunden. Ich habe daher Vlieseline H 320 genommen. Viel lieber hätte ich G700 und G740 verwendet. Hier hatte ich Muriel nämlich vorher ein wenig interviewen können was sie für ihre Maker’s Tote verwendet hat. Aber beides gab es in dem Geschäft in dem ich war leider nicht.

Für die Seiten (Gussets) habe ich H320 auf dem Innenstoff verwendet und die Außenseite zusätzlich noch mit Laminat verstärkt und abgesteppt. Durch das BH nähen habe ich immer reichlich Laminat im Vorrat. Ich mag es total wenn Taschen sich weich anfühlen aber dennoch genügend Stand haben. Der Stand wird ja hauptsächlich durch das durchgehende Vorder- und Rückteil gegeben, daher war es hier mehr Geschmackssache als wirkliche Notwendigkeit. Aber wie gesagt, die Tasche fühlt sich toll und irgendwie richtig an mit den weichen Seitenteilen :o)

Makers-Tote_Seiten

Leider hatte ich nicht den passenden RV da. Weder farblich noch in der Länge. Meiner ist nun etwas länger als angegeben.

Makers-Tote_Noodlehead

Die Fächer habe ich fast so übernommen wie in der Anleitung angegeben. 2 große Fächer auf der einen Seite:

Makers-Tote_Noodlehead

Und ein durchgehendes Fach auf der anderen Seite. In der Anleitung wird es abgesteppt und unterteilt in mehrere Fächer. Für Nähwerkzeug etc. Dies habe ich aber eh in meiner Bionic Gear Bag. Ich wollte lieber ein großes Fach für Schnittmuster, Zeitschriften oder Kopierpapier:

Makers-Tote_Noodlehead

Alles in allem gibt es genug Stauraum: Mein Nähplaner, das Tablet (für die digitalen Anleitungen), die Nähfußbox, meine Bionic Gear Bag, Lineale, Schnitte und natürlich das jeweilige Projekt finden Platz in der Tasche

Makers-Tote_Noodlehead

Eigentlich ist laut Schnitt auf der Rückseite noch eine Reißverschlusstasche eingebaut. Auf die habe ich verzichtet und stattdessen eine Besonderheit eingebaut: Da ich immer mit meinem Nähmaschinentrolley zu Nähtreffs fahre, hab ich eine Halterung eingebaut, so dass ich die Maker’s Tote über den Griff des Trolleys ziehen kann:

Makers-Tote_Trolleyhalterung

Alternativ kann ich die Tasche jedoch auch über die Schulter hängen. Dank Muriel’s Tipp in ihrem Beitrag hab ich auch meine Träger verlängert. Nur die Verstärkung für die Henkel habe ich vergessen.

Meine Projekt-Tasche hatte ich wie geplant in Würzburg auf der AnNäherung dabei. Das war ungemein praktisch. Zuvor hatte ich immer nur alles in eine große Tasche geworfen. An diesem Wochenende war alles aufgeräumt und immer nur einen Handgriff entfernt.

Und weil ich so begeistert bin von meiner Tasche hab ich die nächste schon in Planung: eine kleine Maker’s Tote für meine (Anfänger-)Strickprojekte.

Ganz lieben Dank an Muriel ❤️ Ohne ihre Tasche gäbe es meine längst noch nicht und ihre Tipps waren unglaublich hilfreich!!

Liebe Grüße,
Melanie

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8 Kommentare zu “Nähtrefftasche: Maker’s Tote von Noodlehead

  1. Deine Tasche gefällt mir sehr und sieht unheimlich praktisch aus. Wie gut, dass Du so gut passende Stoffe im Vorrat hattest! Die Tasche passt hervorragend zu Dir.
    Liebe Grüße, SaSa

    1. Danke SaSa. Das freut mich sehr. Ich versuche mal mit den weiteren Projektbezogenen Taschen im gleichen Farbschema zu bleiben. Die oben gezeigten Stoffe gibt es so leider nicht mehr. Aber das Grau-Braun mit Curry sollte auch mit anderen Stoffen machbar sein.

  2. Der Post ist erst jetzt in meinem Feed Reader aufgetaucht, aber besser spät als nie! Ich bin auf jeden Fall froh deinen Post nicht verpasst zu haben! Die Tasche ist dir wirklich sehr gelungen und ich glaube ich könnte so eine wirklich auch gut gebrauchen! Danke fürs Zeigen!
    Liebe Grüße
    Katharina

    1. Irgendwie werde ich da immer rausgefiltert, gell? Solange du einfach trotzdem hin und wieder vorbei schaust :o) Danke für die Komplimente zu meiner Tasche. Ganz bestimmt kannst du die auch gebrauchen. Eigentlich kannst du sogar zwei gebrauchen: eine für die Nähsachen, eine für deine Stricksachen :o)

      Viele Grüße!! Melanie

  3. Liebe Melanie, ich bin total neidisch 🙂 Was für eine tolle Tasche! Meine Taschennähkünste reichen bei Weitem noch nicht aus…aber das wäre doch mal ein Ziel! Ich wünsche Dir viel Freude – sei megastolz auf dieses wunderschöne, mit viel Können erschaffene Nähwerk!! Liebe Grüße! Karin

    1. Danke Karin für deinen lieben Kommentar. Aber eigentlich ist es etwas zu viel Lob, denn ich muss zugeben: so schwer war die gar nicht. Das gute / einfache an der Tasche ist nämlich, dass man hier rein gar nichts wenden muss. Es wird einfach alles übereinander genäht und man hat total lange freie Hand wo welche Innentaschen verbaut werden. Nur das Einfassen ist nicht so angenehm und noch etwas doofer ist es die Seitenteile einzunähen. Einfach weil man da so dicke Schichten unter der Nähmaschine hat. Aber sonst: Komplett machbar :o)
      Viele Grüße, Melanie

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