Mein Kleiderschrank
WKSA 2025 Finale mit Nova Coat und Talvikki Sweater
Es ist der 4. Termin und damit das Finale des Me Made Mittwoch Weihnachtskleid Sew Alongs 2025.
Alles über meine Pläne kann hier noch mal nachgelesen werden.
Zum Zwischenstand habe ich nur auf Instagram geschrieben und konnte schon von einem fertigen Talvikki Sweater berichten, den ich extra passend zum Nova Coat genäht habe.
Mit meinem Endspurt habe ich den dritten Teil des Sew Alongs auf dem Me Made Mittwoch Blog eröffnet und nun am Finale kann ich mein fertiges Outfit zeigen.
Mein Hauptprojekt ist der Nova Coat von Papercut, daher zeige ich ihn auch zuerst. Ich habe ihn in Größe 2 genäht, aus einem Wollstoff den ich mal für einen anderen Mantel gekauft hatte. Das ist so lange her, dass ich leider nicht mehr weiß woher ich ihn habe. Zum Glück gefällt mir die Farbe immer noch genauso gut.

Futter (Cupro in der Farbe Ivory) hatte ich damals mitgekauft und das auch für diesen Mantel ursprünglich mit eingeplant. Ich habe es sogar fertig zugeschnitten. Dann merkte ich, dass die Teile doch noch mal gebügelt werden mussten, aber das hätte ich mal besser nicht gemacht. Danach hatte kein Teil mehr seine Form und war gefühlt 2 x so groß. Es war auch unheimlich flutschig zu nähen. Ich war damit einfach nicht mehr zufrieden. Eigentlich wollte ich meinen Nova Coat von Anfang an viel lieber mit einem tollen Patchworkstoff füttern. Der Wunsch wurde immer größer, nach einer kleinen Nova Coat Recherche und sooo viel schönen Beispelen mit besonderem Innenfutter. Aber noch mal Stoff kaufen, obwohl ich ja genug passendes Futter habe, schien mir bei der Projektplanung nicht so vernünftig.

Aber schaut mal bitte wie viel schöner ein Stoff passt, der schon lange im Bestand war: Der Scout Lake-Wild Flora von Cotton and Steel. Nach dem Bügeldesaster suchte ich den raus um zu prüfen ob die Menge vielleicht passen würde. Ein bisschen was hatte ich vor einiger Zeit schon für Hosentaschen verwendet (eine noch unverbloggte Hose). Als ich die Nova Coat Futterteile aufgelegt habe war schnell klar: Will ich alle Teile draufbekommen und überall hübsch den Fadenlauf beachten, dann fehlt noch einiges!! Ich habe sogar schon recherchiert ob es den Stoff immer noch zu kaufen gibt und ich hätte auch Glück gehabt. Aber erstens wäre der nicht mehr rechtzeitig angekommen und zweitens wollte ich nicht weitere 48€ in den Mantel buttern. Zurück zum Cupro wollte ich aber auch nicht. Mit ordentlichem Tetris = Rückenteil zusammennähen statt im Bruch legen, seitliche Rückenteile im schrägen Fadenlauf zuschneiden und auf Ärmel verzichten klappte es dann doch. Die Ärmel flutschig zu belassen ist ja eh nicht so schlecht.

Aber Belege sollten sie noch bekommen, damit am geöffneten Mantel das unterschiedliche Ärmelfutter nicht zu sehen ist. Selbst für die Belege haben die Stoffreste nur ganz knapp gereicht. Aber ich war zufrieden und mit diesem Futter fühlte sich das komplette Mantelprojekt viel mehr nach mir an.

Linkes Bild: Nur wenn ich den Ärmel richtig aufhalte und extra hineinfotografiere, ist der zweite Futterstoff zu sehen. Öffne ich den Mantel ganz normal (rechtes Foto) sehe ich wirklich nur ein einheitliches Patchworkfutter, das freut mich sehr.
Weil der Novacoat ja nur zwei recht offene Taschen hat, hab ich dem Futter noch eine Innentasche in Handygröße spendiert.

Man muss schon sehr genau hinschauen um zu erkennen, dass da überhaupt eine Tasche ist. Ich hatte wirklich nur noch sehr kleine Reste vom Stoff, aber einer davon passte glücklicherweise genau an die Stelle an der ich meine Innentasche platzieren wollte und setzt das Muster exakt fort. Sowas macht mich sehr glücklich.
Sowohl der Außenmantel als auch der Futtermantel sind wirklich schnell und sehr einfach zusammengenäht und die Anleitung führt sehr gut durch den Prozess. Nur beim Zusammensetzen beider musste ich zusätzlich kurz in den Sew Along auf der Papercut Webseite schauen.
Früher habe ich die Wendenaht auch gnadenlos mit der Maschine zugenäht. Und ich glaube bei diesem wilden Futter wäre das auch kaum aufgefallen. Aber diesmal habe ich direkt zur Penny gegriffen für die finale Handnaht. Seit ich die genäht habe und damit auch EPP gelernt habe, habe ich mich mit dem Handnähen angefreundet und werde auch immer besser. Es ist wahrscheinlich auf dem Foto rechts nicht gut zu sehen, aber tatsächlich sieht man auch nicht viel, weil die Naht gut und unsichtbar geglückt ist.

Weiter geht es mit dem Talvikki Sweater von Named. Den habe ich vorausschauend mit eingeplant, weil ich wusste, dass ich ja irgendwas unter den Mantel ziehen muss, wenn ich ihn präsentieren möchte 😆 Wobei ich finde, dass mein kürzlich genähtes Longsleeve, das ihr auf den oberen Bildern gesehen habt, auch ganz gut dazu passt. Aber das gab es auch noch nicht, als ich mit der WKSA Planung gestartet habe. Auch für den Pullover wollte ich gerne einen Stoff aus dem Bestand nehmen. Da kam tatsächlich nur ein einziger in Frage und ich mag die Farbkombination zum Glück sehr. Alles zum Stoff habe ich im ersten Beitrag geschrieben und alles zum Nähprozess (ich habe ein paar Dinge geändert) in meinem Instagram Zwischenstand. Tragebilder möchte ich aber zum Finale noch nachreichen:


Ich mag ihn sehr. Getragen habe ich ihn aber bisher nur für die Fotos. Das ist nach so vielen Jahren immer noch höchste Blog-Regel bei mir: Getragen werden die Kleidungsstücke bei mir erst, nachdem die Fotos für den Blog im Kasten sind.
Fehlt noch das Gesamtoutfit:

Und damit bin ich wirklich sehr glücklich. Genau! So! hab ich mir das fertige Ergebnis vorgestellt.

Ich war mir nicht sicher, ob mir die besondere Form des Mantels gefallen und stehen wird. Aber seit ich die Fotos gesichtet habe, zweifel ich nicht mehr. Mein absolutes highlight ist aber echt das Futter! Das war sooo eine gute Entscheidung da noch mal zu switchen. Das Ivory Futter hätte den Mantel noch etwas edler aussehen lassen. Aber diesen Look mag ich dennoch mehr:

Das bin einfach mehr ich. Und ich weiß jetzt schon, dass ich mich bei jedem Anziehen über dieses Futter freuen werde.
Ich trage auf allen Fotos übrigens meine auch noch recht neue Ash Jeans und auch die mag ich inzwischen seeehr gerne und zu diesem Outfit erstrecht.
Mountain View Pull-on Jeans von Itch to Stitch
Nachdem ich schon knapp 3 Jahre keine Jeans mehr genäht habe, wurde es allerhöchste Zeit und ich habe meinen persönlichen „Hosen-Herbst“ im Oktober gestartet und mit der Eddystone Jeans von Itch to Stitch begonnen, die ich letzte Woche auf meinem Blog veröffentlicht habe.
Zum heutigen Me Made Mittwoch bringe ich auch einen Schnitt von Itch to Stitch mit. Der Schnitt zur Mountain View Pull-on Jeans kam bereits 2018 heraus und wurde in dieser Zeit zumindest in der englischsprachigen Nähwelt rauf und runter genäht. Ich kannte ihn bisher aber nicht. Entdeckt hatte ich ihn, als ich für meine Eddystone Jeans auf der Suche nach ein paar mehr Informationen war.
Die Mountain View Pull-on sah der Eddystone nämlich recht ähnlich und ich entdeckte einen Video Sew Along, in den ich mal reingeschaut habe. Ich hatte das „Pull-on“ im Titel komplett überlesen und erst nach und nach verstand ich, dass es sich hier gar nicht um eine typische Jeans handelt, obwohl sie durchaus aus Denim genäht werden kann. Nur eben mit sehr viel Stretch. Denn es gibt keinen Reißverschluss und keinen Knopf. Sie wird einfach über den Po gezogen wie eine Leggings oder Jogginghose. Sieht aber dennoch einer Jeans zum Verwechseln ähnlich (ich bin ja wie gesagt auch erst drauf reingefallen).
Bei näherer Betrachtung sieht man natürlich den etwas anderen Sitz, die rückwärtige Beinnaht, den fehlenden Knopf und dass der Fly eben nur ein Faux Fly ist – von außen so abgesteppt wie ein richtiger.

Ich bin dann etwas tiefer eingetaucht und habe mir die damaligen Probenähbeispiele angeschaut, Reviews durchgelesen und alle Hashtags auf instagram durchforstet. Hier habe ich dann doch ein bekanntes Gesicht getroffen: Heike (Teetrinkers-Zuhause) hat ihre Version schon 2019 bei einem Me Made Mittwoch vorgestellt 🙂 In erster Linie wollte ich durch meine Recherche erfahren: Welchen Stoff haben die bisherigen Näherinnen verwendet? Gerade bei den Hosen die mir besonders gut gefallen haben. Aber leider fehlte die Info meist (ich mag dann auch nicht mehr nachfragen, wenn der Beitrag von 2018-2020 war) oder aber der Stoff war nicht mehr vorhanden oder aus den USA.
Was ich aber zumindest erfahren habe: Einige haben Denim genommen mit 20-30 % Stretch (so wie im Schnittmuster empfohlen), einige Stretch-Twill, ein paar wenige aber auch Jegging-Stoff (also Mischung aus Jeans und Leggings) der je nach Stoffshop auch Jogging Denim oder Mega Stretch Denim genannt wird.
Hier wird es aber tricky, denn manchmal handelt es sich tatsächlich um Denim (also wirklich gewebt, aber eben sehr elastisch), die meisten die ich gefunden habe, waren aber keine Webware sondern gestrickt. Dicker als Jersey, aber nicht so dick wie Sweat. Eigentlich wollte ich das nicht. Ich wollte wirklich gerne einen Denim mit besonders hohem Baumwollanteil, aber eben entsprechend hohem Elasthan-Anteil. Leider habe ich den erst nicht gefunden. Das Schwierigste: Die meisten deutschen Shops geben den Stretch-Anteil leider nicht an (nur die Elasthan Prozentzahl). In den UK habe ich das viel öfter gefunden. Dort leider alle mit einem sehr hohen Polyester-Anteil weshalb ich keinen bestellt habe. Mein Probeteil (dazu gleich mehr) war ein (sehr alter) Denim mit 30% Stretch und mit dem Ergebnis war ich richtig glücklich, weshalb ich die Hoffnung noch nicht aufgeben wollte einen solchen Stoff noch mal zu bekommen. Aber erstmal musste dann wohl doch ein Jegging-Stoff bei mir einziehen.
Probeteil
Ich habe mir den Schnitt in den Größen 4-8 plotten lassen. Laut Tabelle war ich mit meiner Hüfte eine 8, lag aber in der Taille zwischen 4 und 6.
Ich muss bei Hosen an dieser Stelle immer Anpassungen machen und kenne kaum einen Schnitt bei dem ich bei einer Größe bleiben kann. Bei Jeans Schnitten gibt es für mich dann immer etwas mehr zu gradieren. Weil ich schon ab Hüfthöhe nach oben langsam schmaler gehen muss, gibt es auch Änderungen für die Taschenbeutel sowie die Taschenbeutelbelege, für den Yoke und das Waistband.
Diese Änderung habe ich diesmal einfach schon am Schnitt gemacht und damit dann ein Probeteil aus dem eben erwähnten alten Stretch-Denim. Wahrscheinlich ein ca. 10 Jahre alter Stoffmarktcoupon. Er ist komplett unterschiedlich ausgeblichen, weil ich meine Stoffe früher noch in offenen Regalen gelagert habe, was ich ausdrücklich nicht empfehlen möchte. Schon drei mal nicht, wenn das Nähzimmer auf der Sonnenseite liegt. Es war also klar, dass ich keine tragbare Probe nähe, sondern wirklich nur eine Probe.
Vorteil: Ich habe nichts versäubert und die Topstitchnähte auch nur mit normalem Garn genäht, wodurch ich an einem einzigen Abend ein fertiges Probeteil nähen könnte.
Und von diesem war ich dann sehr positiv überrascht: Es passte schon recht gut und gefiel mir auch. Ich zeige gleich noch ein Bild davon.
Ausnahmen: Das sehr breite Waistband hob den Jeans-Look leider etwas auf. Ich habe auch bei Instagram bereits gelesen, dass einige den Bund schmaler genäht haben. Das hatte auch ich von vornherein vor, wollte die Probe aber dennoch gerne einmal im Original nähen. Und auch „meine“ Idee da sogar noch Gürtelschlaufen anzubringen, für einen noch besseren Jeans-Look hatten vor mir schon einige und so konnte ich mir praktischerweise direkt anschauen wie das dann aussehen wird.
Der breite Bund war aber nicht nur optisch kein Highlight für mich, er hatte auch kleine und große Tücken: Die kleine: obwohl im Pattern Release Announcement ausdrücklich erwähnt wird, dass es kein „Bauarbeiterdekolletee“ gibt beim hinhocken, stand mein hoher Bund in der Hocke sichtlich vom Rücken ab. Wenn auch ohne dolle Einsicht..
Die größere Tücke: Mein angepasstes Waistband saß perfekt schmal an meiner Taille an. Ich hatte aber NICHT bedacht wie ich denn in die Hose reinkommen soll, denn an der Hüfte hatte ich ja offensichtlich keine 4-6 sondern eine klare 8. Und wenn es keinen Reißverschluss gibt der geöffnet werden kann, gibt es da trotz Stretch durchaus Probleme wenn der Unterschied zur Taille mehr als eine Größe beträgt. Durch ein bisschen Hüpfen kam ich dann zwar in die Hose, wollte das aber für meine zukünftigen Hosen eher nicht so belassen. Das gute aber ist: Wenn ich den Bund eh nicht so hoch ansetze (weil mir das optisch nicht so gut gefiel), reicht eigentlich auch eine Gradierung zur 6, also nur eine Nummer kleiner.
Ich habe den breiten Bund dann wieder abgetrennt und oben einfach etwas abgeschnitten und wieder angenäht. Jetzt kam ich zwar deutlich besser in die Hose, aber nun fand ich ihn optisch zu schmal. Für den nächsten Versuch habe ich den Bund nicht nur wieder etwas erhöht, sonder diesmal komplett neu angepasst und neu genäht. Die Schnitteile (Waistband Front und Waistband Back) habe ich dafür in der horizontalen Mitte gekürzt und wieder zusammengesetzt statt oben einfach abzuschneiden. In vertikalen Mitte gemessen hatten die Schnittteile nach meinen Anpassungen noch eine Höhe von 8 cm. Mit der neuen Breite bin ich nun sehr zufrieden.

Über den Bund haben manche kritisiert, dass er den Look einer Schwangerschaftshose unterstreicht. Ich kann den Gedanken verstehen, denn auch mich hat meine erste Probehose mit dem Originalbund ein wenig daran erinnert. Weil der breite Bund aus Denim war und eben nicht aus Bündchen, hätte ich damit aber glaub ich leben können. Und natürlich weil ich meine Oberteile sowieso eher über der Hose trage und nicht reingesteckt. Aber ich muss schon auch zugeben, dass mir meine angepasste Version mit schmalerem Bund besser gefällt und mehr nach „normaler Jeans“ aussieht.
Als nächstes habe ich die Beine angepasst. Ich finde dass die Beine im Originalschnitt fast schon einen Schlag haben. Das ist nicht so mein Geschmack / Stil. Gerade weil der Stoff bei diesem Schnitt an Po und Oberschenkel so eng anliegt, wollte ich den Stil auch für den Rest der Beine. Im Schnitt wird beschrieben dass man sich den Skinny look einfach selber abstecken soll. Ich wollte keinen sehr starken Skinny Look – es sollte ja später definitiv keiner Leggings gleichen. Aber deutlich schmaler wollte ich schon.
Ich finde das Abstecken an mir selber ja etwas schwierig, bin aber auch erstmal so vorgegangen. Den ersten Absteckversuch habe ich zunächst mit großen Stichen abgenäht, angezogen, noch mal nachgebessert usw. bis es für mich harmonisch aussah.

In diversen Reviews hatten auch viele weitere den gleichen Gedanken zur hinteren Beinnaht und hätten wie ich aus optischen Gründen gerne drauf verzichtet. Ein paar wenige haben es gemacht, aber nichts weiter dazu geschrieben. Ich hatte eigentlich das feste Vorhaben diese Naht rauszunehmen und die beiden Hinterbeine zu vereinen. Mit Muriel habe ich mich dann aber vorab darüber ausgetauscht und sie riet mir erstmal zu schauen an welcher Stelle die „Funktion“ versteckt ist für diese Naht. Leider sorgt sie dafür, dass der Popo genug Weite hat. Die Hose soll dort zwar eng anliegen (das tut sie bei mir ebenfalls) aber würde ich die beiden hinteren Schnittteile vereinen, hätte ich aus eng anliegend wohl eher „zu eng“ gemacht.


Ich ahnte schon, dass ich die Mountain View nicht nur einmal nähen werde. Und weil ich das natürlich nicht jedes mal von neuem abstecken (und immer wieder probenähen) will, habe ich meine Änderungen auf den Schnitt übertragen. War bei 3 Schnittteilen für die Hosenbeine natürlich noch etwas aufwändiger als eh schon. Aber ich finde all die Mühe hat sich gelohnt.
Die Mountain View Pull-on aus Jogging Jeans Stoff
Nach den Anpassungen war ich aber soooooo neugierig darauf, ob ich meine Anpassungen am Schnitt selber korrekt ausgeführt habe, dass ich nach der Probe direkt die richtige Hose nähen wollte. Leider hatte ich den 30% Stretch Denim da noch nicht gefunden. Aber weil eine neue Jogginghose schon ganz lange auf meiner to sew liste stand, und ich ja vorsorglich Jegging Stoff bestellt hatte (Premium Stretch Jeans Jeggings vom Stoffpalast – also in diesem Falle gestrickt und nicht gewebt), konnte ich von der Probe immerhin zu einer Variante der Mountain View Pull-on Jeans übergehen – wenn auch noch nicht zur finalen Hose.

Mit der Jeggingsversion habe ich dann keine Schritte mehr übersprungen und alles nach Anleitung genäht und (fast) alle Absteppungen auch übernommen. Irgendwie fand ich das Gütermann Denim Garn für eine Jegging übertrieben und weil es beim Stoffpalast Gütermann Zierstichfaden gab, habe ich das einfach mal zur Probe mitbestellt und meine Absteppungen damit gemacht. Alle normalen Nähte habe ich mit einem Gütermann Mara 120 Garn sowie einer Stretch 75 Nadel genäht und die Absteppungen mit dem 30 er Zierstichfaden mit einer Microtex 100.
Während ich die Hose und auch immer mehr Absteppungen genäht habe, habe ich mich sehr darüber gefreut wie viel Jeans Look hier gerade entsteht und war schon mächtig gespannt auf den Sitz. Angepasst hatte ich ja mit und für Denim 30% Stretch. Der Jeggings verhielt sich aber schon noch mal anders und hatte 50% Stretch.
2016 hatte ich schon mal einen Sweat mit Jeansoptik aus dem ich mir eine Frau Pauli genäht habe. Die habe ich immer gerne getragen, weil der Stoff eben den Jeans-Look hatte und ich mir damit draußen etwas „angezogener“ vorkam als mit manch anderer Jogginhose. Frau Pauli hat leider inzwischen Löcher und suchte eh eine Nachfolgerin. Dass die neue nun noch mehr nach Jeans aussieht freut mich natürlich sehr. Außerdem ist der neue Stoff sogar deutlich weicher und bequemer.
Für meine Jegging-Version habe ich die Gürtelschlaufen erstmal noch weggelassen. Hier steht Bequemlichkeit erstmal noch weit über Optik. Außerdem habe ich Taschenbeutel aus Jersey statt Webware genäht.

Den Saum habe ich hier nicht doppelt umgeschlagen und mit Zierfaden abgesteppt. Weil ich – gerade wegen der schmaleren Beinform – den Saum möglichst elastisch haben wollte, habe ich den Saum nur einmal umgeschlagen und gecovert. Statt 2,5 cm habe ich 4 cm umgeklappt.

(Nachtrag: Sooo enganliegend ist der Saum aber gar nicht und eine normale Geradstichnaht wäre gar kein Problem gewesen)

Die Mountain View Pull-on Jeans aus Denim
Ich war so happy mit dem Sitz, dass ich nun erstrecht Feuer und Flamme war den gleichen Schnitt aus Webware zu nähen. Einen Denim mit 30% Stretch hatte ich immer noch nicht gefunden, aber immerhin lieferte mir Driessen Stoffe inzwischen einen mit 25% Stretch (diese Stretch-Angabe stand leider nicht dabei, ich musste mich überraschen lassen was kommt).

Auch diesen Denim finde ich noch nicht perfekt. Er ist etwas glatter und dünner als ich es gewohnt bin und die typische Webung von Jeans kommt hier optisch auch nicht so recht raus. Trotzdem war meine Neugier für eine tatsächliche Jeans-Passform soooo groß, dass ich aus diesem Stoff eine weitere Mountain View zugeschnitten habe.
Weil mir (im Vergleich zum Probeteil-Denim) 5% Stretch fehlten, habe ich an allen Passformnähten mit etwas weniger Nahtzugabe gearbeitet. Der Schnitt sieht 1,25 cm vor – ich habe mit 0,9 cm genäht (bei mir Füßchenbreit). Ich war ja schon geübt den Schnitt zu nähen, also ging es recht schnell.
Diesmal habe ich mit Denim-Garn abgesteppt.

Nur am Bund habe ich mich nicht getraut abzusteppen, weil dieser schon sehr gedehnt wird beim Anziehen.

Aus dem gleichen Grund habe ich schweren Herzens auf ein Jeans Label am Bund verzichtet.
Diesmal habe ich Gürtelschlaufen hinzugefügt und ich finde sie geben tatsächlich noch mal den finalen Jeans-Look.

Im Gegensatz zur Jegging-Variante habe ich hier den Saum nur 1 x abgesteppt und ihn auch nicht so großzügig umklappen müssen. Tatsächlich nur 2 x je 1 cm (daher auch nur die eine Saumnaht).
Es handelt sich ja hier um die gleichen Schnittteile von daher gehe ich davon aus, dass sich der Jegging bei der Verarbeitung (Bügeln und so) gedehnt hat und daher länger war als diese Denim Version.

Für die Hosentaschen habe ich diesmal wieder dünne Webware genommen. Da bieten sich Patwork-Stoffreste einfach immer bestens an und da ich es liebe, wenn meine Taschen zur Jeansfarbe passen, wurde es der Speckled in der Farbe Dove (ein helles Silbergrau mit Gold-Metallic-Sprenkeln).

Die Suche nach dem 30% Stretch-Denim geht aber weiter, denn das ist für mich tatsächlich die perfekte Kombi aus Jeanslook und Bequemlichkeit. Der dunkelblaue Jeggings-Stoff ist unfassbar gemütlich, aber natürlich sieht man der Hose schon noch an, dass sie eben keine Jeans ist. Der graue Stretch-Denim hat mehr Jeans-Look, ist auch seeeeeehr bequem und darf sich im Gemütlichkeitsfaktor gleich dahinter einrehen. Aber nun bin ich einfach super neugierig ob sich in irgendeinem Stofflager da draußen noch der perfekte 30%-Stretch-Denim findet mit dem ich noch einen Test wagen kann. Denn eines ist sicher: Es wird weitere Versionen geben!!

Ich habe diese Denim-Variante Ende Oktober fertig gestellt und dann einige Tage probegetragen – inklusive eines kompletten Strick-Tages auf dem Sessel in den verschiedensten Sitz-Positionen. Ich habe nicht einmal darüber nachgedacht, dass ich mir gerne etwas gemütlicheres anziehen möchte. Sie WAR einfach komplett gemütlich. Ich bin sehr begeistert. Und schneller und einfacher ist keine (Fake-) Jeans genäht 🙂
Die Eddystone Jeans von Itch to Stitch
Ich habe lange keine Jeans mehr genäht, brauche aber gerade dringend Nachschub: Drei von mir genähte Jeans haben inzwischen das Zeitliche gesegnet. Inklusive der von mir so sehr geliebten Bente-Jeans 🙁 (aber die habe ich auch wirklich rauf und runter getragen)

Hosen nähen ist bei mir immer auch mit mehreren Anpassungen verbunden, weshalb ich da viel Geduld und eine ganz bestimmte Nähstimmung brauche. Das beste was mir hier passieren konnte war ein kleines Online-Jeans-Nähwochenende mit Brina, Muriel und Anna. Schon im Vorhinein haben wir uns viel über Schnitte und Stoffe ausgetauscht. Das hat die Jeans-Nählust ganz schnell hervorgeholt. Bei diesem Wochenende habe ich mir den Schnitt Eddystone Jeans von Itch to Stich zum ersten Mal vorgenommen.

Die Eddystone ist übrigens auch das erste Projekt, das ich in threadloop geplant und veröffentlicht habe. Stoff und Zubehör habe ich dort eingetragen (teilweise verlinkt) und das gesamte Projekt ist inzwischen unter Shared Projects bei der Eddystone Jeans zu finden. Hier kommt ihr zu meinem threadloop Profil (und könnt mir dort auch folgen, wenn ihr wollt) und hier direkt zu meinem Eddystone Projekt.
Für alle die threadloop noch nicht kennen: Es ist eine Art App (aber webbasiert) die recht viele Funktionen für Hobby-Näher*innen bietet. Ich kann z.B. meinen Stoff Stash dort eintragen. Das hatte ich schon lange mal vor. Statt alle Stoffinfos manuell einzutragen, kann ich das bei threadloop (mit der Pro-Version) aber auch einfach über einen Bot machen indem ich einfach nur den Direkt-Link zur Stoffwebseite eingebe. Ein Foto des Stoffs, die Stoffzusammensetzung, das Gewicht, die Stoffbreite, eine Beschreibung, die benötigte Pflege… All diese Informationen sammelt threadloop von der Webseite und trägt sie dann von alleine ein. Das ist unfassbar praktisch. Meine Stoff- aber auch meine Schnittsammlung kann ich entweder nur privat für mich führen oder aber diese Ansicht mit anderen teilen. Wenn ich sie teile, hat das den Vorteil, dass dieser Stoff in meinem Projekt nicht nur mit wenigen Infos als kleine Vorschau zu sehen ist, sondern mit einem Klick auf das kleine Vorschaubild mit allen Infos und dem Direktlink zur Shopseite (wenn gepflegt) angezeigt werden kann 😀

Da ich das selber praktisch finde, wenn ich die Stoffe anderer sogar nachkaufen könnte, wenn ich mich drin verliebe, hab ich das vorerst auch freigeschaltet.
Wenn ich einen (neuen) Schnitt nähen möchte und dort suche, sehe ich neben einer kurzen Beschreibung und dem Link zur Designer-Webseite mit etwas Glück auch „Shared Projects“. Hier teilen andere dann (mit oder ohne Fotos) ihre Erfahrung mit dem jeweiligen Schnitt. Das ist für mich die beste Funktion. Ich verstehe einerseits, dass Instagram für die meisten schneller und einfacher ist als eigene Blogs zu pflegen. Aber leider sind mit den Blogs auch die Fülle an Informationen verloren gegangen. Es ist so selten, dass in einem Instagrambeitrag auch der Weg zum jeweiligen Kleidungsstück beschrieben wird. Oder der Stoff und die Stoffquelle Erwähnung finden. Oder Hürden die gemeistert wurden oder auch mal Kritik am Schnitt. All das fehlte mir richtg. Von daher hoffe ich, dass ganz viele den Weg zu threadloops finden und sich die Informationen dort entsprechend schnell füllen.
Richtig toll sind auch die Pattern lists die dort angelegt werden können. Da sind sooo spannende Themen anderer Nutzer*innen bei, alleine die sind schon ein kleines rabbit hole.
Aber zurück zu meinem Blogbeitrag für die Eddystone:
Der Schnitt sieht einen Denim mit 10% Stretch vor. Da hatte ich genau einen im Bestand: Einen Bordeaux-roten Denim, den ich mir 2023 eigentlich farblich passend für einen geplanten Blazer gekauft hatte. Obwohl das Probeteil für den Blazer gut geworden ist, habe ich den eigentlichen Blazer nie genäht und damit auch den Bordeaux Denim nicht mehr angerührt.

Für das besagte Jeans-Wochenende habe ich mir aber vorgenommen das endlich mal zu ändern. Hauptsächlich war ich neugierig auf den Schnitt „Eddystone“ in der Gilfriend-Variante.
Ich mag die detaillierten und gut skizzierten Anleitungen von Itch to Stitch sehr. Ich konnte der Anleitung auch hier wieder gut folgen. Es gibt aber auch Dinge die ich mit Absicht nicht wie in der Anleitung beschrieben umgesetzt habe, dazu gleich in den jeweiligen Abschnitten mehr.
Ich habe mir die Größen 4-8 plotten lassen, weil meine Hüftmaße zur Größe 8 passte und die Taillenmaße zwischen 4 und 6 lag. Das hab ich dann vorab auf dem Plot gradiert. Dass ich ebenfalls am Yoke Anpassungen vornehmen muss, hab ich erwartet, denn das muss ich eigentlich immer. Diese Änderungen nehme ich aber immer erst vor, wenn ich an mir sehe wie die Hose sitzt und wieviel ich wegnehmen muss, damit die Hose am Rücken gut anliegt.
Mit dem Blick auf die Hosenbeinlänge war ich etwas skeptisch. Ich wollte aber auch nicht einfach verlängern ohne die Hose vorher mal an mir zu sehen. Denn laut Schnitt ist die Eddystone für eine Körpergröße von 168 cm gedacht und ich bin nur 1 cm größer. Zur Vorsicht habe ich die Hosenbeine aber nach unten hin 6 cm länger auslaufen lassen, damit mir später nichts am Saum fehlt.
Eine Probehose habe ich für die Eddystone nicht angefertigt. Ich hatte sowieso keinen anderen Stoff da der ebenfalls 10% Stretch gehabt hätte, somit wäre ein Probestoff eh nicht aussagekräftig.
Zur Vorsicht habe ich mir aber die Mühe gemacht und die gesamte Hose einmal nur geheftet. Notfalls hätte ich dann noch Nahtzugabe auslassen können.
Außer am Yoke hatte ich aber nichts zu bemängeln. Nur dass ich diesmal an beiden Seiten des Yokes etwas wegnehmen musste und das Waistband entsprechen kürzen musste für einen perfekten Sitz.

Die Taschenbeutel werden laut Anleitung so genäht, dass die rechte Stoffseite in der Hosentasche ist. Hier bin ich schon gewohnt, dass das je nach Jeansschnitt anders gehandhabt wird und ich vorab aufpassen muss. Ich mag es lieber, wenn mich die hübsche Stoffseite anschaut während ich in die Jeans steige. Da sehe ich den Stoff schließlich öfter als in den Taschen. Ich habe einen Stoff angeschnitten den ich eigentlich noch brauche (weiß noch nicht wieviel genau), aber er passte einfach zu gut für diese Hose.

Es gibt ja ziemlich viele Arten den Reißverschluss in eine Jeans zu nähen. Hier hatte ich schon tolle Anleitungen (Ginger!!) und weniger tolle (Ash – ich werde noch berichten). Diese hier war richtig angenehm. Alles lief problemlos. Nur, dass der RV hier unten noch rausschaut ist nicht so richtig hübsch. Dafür liegt er aber schön weit innen. Bei einigen Rezensionen zur Ash hatte ich gelesen, dass gerade Frauen mit etwas mehr Bauch bemängelt hatten, dass der Fly Front aufklappt und der sehr weit vorne liegende Reißverschluss dadurch immer hervor blitzt. Hier liegt er schön weit hinten.

Bevor ich das Waistband laut Anleitung angenäht habe, kam aber erstmal wieder ein Schritt den ich in der Reihenfolge und auch im Schnitt leicht abändern musste: Weil die Original-Eddystone-Gürtelschlaufen recht weit am Schluss einfach oben auf genäht werden, ich dies aber ändern wollte, habe ich mir das Belt Loop Schnittteil etwas verlängert, so dass jede Schlaufe am Ende knapp über 9 cm lang ist und unter den Bund genäht werden kann. Und weil ich den Speckled Wine Time so passend fand, durfte er auch noch auf das innere der Gürtelschlaufen und somit leicht hervorblitzen.

Im Waistband ist übrigens keine Einlage, was ich persönlich sehr angenehm bei einer high waist Jeans finde. Ich war aber sehr positiv überrascht, wie das Waistband stattdessen verarbeitet wird, weil ich das noch in keiner Anleitung vorher gesehen habe (Den Teil mag ich jetzt aber nicht verraten)
Die Potaschen habe ich etwas höher angesetzt als im Schnitt vorgesehen. Aber das ist für mich auch eine Änderung mit der ich immer rechne.

Die Länge von + 6cm habe ich übrigens komplett benötigt. Inzwischen habe ich das Schnitteil auch an der dafür vorgesehen Position verlängert, falls ich die Hose noch mal nähen möchte.
Ich habe mich ja immer noch nicht ans Knopflochnähen gewöhnt. Es ist jedesmal eine Zitterpartie. Das hat dann aber recht gut geklappt. Was ich aber leider erst gesehen habe, als der Bund abgesteppt war und Knopf und Knopfloch fertig waren: Leider ist der Bund auf einer Seite schief geworden, so dass eine Seite jetzt etwas höher steht.

Die Farbe meiner Jeans ist etwas gewöhnungsbedürftig und ich hätte sie heute eher nicht mehr ausgewählt. Damals hatte ich bei der Denimsuche die Farbe meines Blazer im Hinterkopf (Ocker – mit Akzenten in einer ähnlichen Farbe die wohl auch irgendwas zwischen Lila und Bordeaux ist). Das hätte glaub ich echt ganz gut ausgesehen zusammen. Aber so ohne Blazer war ich erstmal ratlos, zu was ich diese Jeansfarbe kombinieren könnte. Aber sowohl mit dem Pullover oben als auch mit meiner Softshelljacke finde ich es nun eigentlich ganz gut.

Nach dieser Jeans hatte ich jedenfalls richtig Lust darauf weitere Jeans zu nähen und neue Schnitte zu testen. Daher werden die nächsten Wochen hier noch etwas hosenlastig 🙂
Briar Longarm Shirt für Sport
Ich habe die letzten Tage damit verbracht einen (Langarm-) Shirtschnitt zu recherchieren, der richtig gut zu Leggings passt.
Ich finde Leggings sehr schwer zu kombinieren und obwohl ich sie liebe, weil es kaum etwas gemütlicheres gibt als gut sitzende Leggings, fühle ich mich außerhalb meiner vier Wände nur selten damit gut gekleidet. 3 Ausnahmen gibt es:
1 – Sport
Was immer geht für mich: Leggings tatsächlich zum Sport tragen. Egal ob es „nur“ der Sport BH oder ein Sport Top ist oder ein Kurzarm-Shirt das ca. hüftlang ist – sobald ich wirklich sportlich unterwegs bin, mache ich mir keine Gedanken über Kombinationen, Shirtlänge usw.

2 – lange Hunderunden / Wanderungen
Wandern in Leggings ist toll! Gerade wenn ich etwas kraxeln muss ist es einfach praktisch so viel Bewegungsfreiheit zu haben. Aber optisch wird es hier schon etwas schwieriger für mich: Ist es ein wenig kühler und ich brauche ein Shirt mit langen Armen, dann mag ich das optisch gar nicht mehr, wenn es nur hüftlang ist. Geht das nur mir so? Ich finde es viel hübscher, wenn Langarmshirts in Kombination zu Leggings pobedeckend sind. Aber welche Shirtschnitte gibt es da?? Bei meiner Recherche habe ich nach Sportshirts aber auch Tuniken geschaut. Und irgendwann fiel mir dann bei Threadloops der Schnitt Briar von Megan Nielsen auf. Ha! Den Schnitt besaß ich sogar schon.
Ich habe ihn genau 1 x genäht: 2016. Laut damaligem Blogbeitrag war ich mit dem Schnitt sehr zufrieden und wollte ihn wieder nähen. Hat dann wohl nicht geklappt 😉 Das liegt aber auch daran, dass das Shirt, das ich damals so frisch genäht noch mochte, im Alltag dann eben doch kein Favorit wurde. Ich mag das Tragegefühl von sooo dünnen labbrigen Stoffen einfach nicht. Damals habe ich Größe M genäht. Die Kombination labbriger Stoff und nicht ganz optimaler Größe lässt das Shirt heute eben sehr sackig an mir aussehen und es kommt seit Jahren nur noch als Schlafshirt zum Einsatz.

Für mein neues (Wander-) Shirt habe ich wieder die gleiche Länge gewählt, aber diesmal eine Größe kleiner genäht: Größe S. Und weil es ja ein Herbstshirt werden sollte, habe ich die langen Ärmel gewählt. Dazu mochte ich gerne die runde Brusttasche.

Und weil ich mit dem Shirt ja aktiv unterwegs sein möchte, habe ich einen Sportstoff gewählt: Den FLOW Rib Fit Activewear von Mind the Maker. Die (druckfrischen!) Fotos habe ich heute früh vor der Arbeit bei der Hunderunde gemacht. Aber ich bin schon sehr gespannt, wie sich der Stoff bei langen, aktiven Wanderungen machen wird.

Die Farbe „Merlot“ die ich hier vernäht habe, mag ich sehr gerne zu meiner schwarzen (Kauf-) Leggings.
Für meine (bunteren) selbstgenähten Sport-Leggings möchte ich aber auch nach und nach aufrüsten. Also falls ihr weitere längere (etwas besondere?) Shirtschnitte für Leggings kennt freue ich mich über Tipps. Aber für die Vollständigkeit erstmal noch meine letzte Ausnahme zu der ich Leggings optisch sehr mag:
3 – Leggings als Strumpfhosenersatz
Herbstkleider, Leggings, Stiefel… Auch eine Kombination die ich richtig hübsch find, die in meinem Home Office Alltag aber lange nicht zum Einsatz kam. Das möchte ich für die Zukunft ändern.
Eigentlich wollte ich für diesen Herbst mehrere Leggings für genau solche Kombinationen nähen. Leider scheitert es aktuell daran, dass ich einfach nicht die perfekten Stoffe dafür finde. So ein Standard-Baumwoll-Jersey ist wirklich nicht so praktisch als Strumpfhosenersatz. Zum einen sind die meisten nicht elastisch genug. Am besten wäre 4-Wege-Stretch. Und dann „klebt“ jedes (ungefütterte) Oberteil an einer Standard-Baumwolljersey-Leggings.
Und weil ich meinen Beitrag heute zum Me Made Mittwoch schicke, frage ich mal in die Runde:
Kennt ihr Stoffe die wunderbar elastisch sind ohne gleich den typischen Sportstoff-Glanz zu haben?
Shirt Eli von Bara Studio
Als ich vor einiger Zeit auf der Suche nach einem neuen T-Shirt Schnitt war (es sollte ein lässiges oversize Shirt mit etwas längeren kurzen Ärmeln werden), hatte ich mich für das Jeanne Shirt entschieden, bei dieser Suche aber auch das Eli Shirt entdeckt und gekauft. Eli ist von Bara Studio und wird dort beschrieben als Ärmelloses T-Shirt mit Statement-Schulter und gradem Schnitt. Aber gerade wegen dieser Statement Schultern und den zusätzlich seeeehr weit offenen Armlöchern ist es leider sehr schlecht dafür geeignet einen Rucksack zu tragen ohne dabei komisch auszusehen. Damals wollte ich nämlich ein Shirt nähen mit dem ich meinen neuen Mini-Hunderucksack präsentieren konnte. Vom Probenäh-Ergebnis von Eli war ich nicht enttäuscht, aber durchaus davon wie der Stoff so unkontrolliert unter den Rucksackträgern hervorschaut. Das arme Shirt wurde daher nicht mal mehr gesäumt und ich habe mich stattdessen auf das Shirt Jeanne konzentriert.
Ein paar Monate später, wartete Probeshirt Eli immer noch auf die letzte Covernaht und ich hatte endlich Erbarmen. Hauptsächlich aber weil ich schon einen anderen Stoff im Hinterkopf hatte aus dem ich Eli anschließend nähen wollte, falls wir doch noch warm miteinander werden. Die Fertigstellung vom Probeshirt ging dann so schnell, dass ich mich wieder über mich selbst gewundert habe wie groß immer diese Fertgistellungs-Barriere ist, sobald ich ein Projekt einmal unterbrochen habe. Zugegeben: Die Kombination der Stoffe hatte mich auch nicht sooo überzeugt. Ich wollte eine uralt-Fehlbestellung (Jersey in Curry bestellt und in Sonnenblumengelb bekommen) etwas aufpeppen indem ich einen Sport-Ripstoff kombiniert habe für das Halsbündchen und eine zusätzliche Brusttasche die gar nicht zum Schnitt gehört. Und dann gefiel mir das Ergebnis gar nicht mal so gut… Aber nun, wo ich es mit meiner Lieblingshose kombiniert sehe, finde ich es ehrlich gesagt gar nicht mehr soo schlecht.

Das Braun des Shirts passt zur Hose und das Gelb des Shirts findet sich auf meiner Bente-Stickerei auf den Potaschen meiner Morgan Jeans wieder.

Ein paar Wochen später habe ich den Schnitt dann erneut genäht und den zuvor eingeplanten Viskosejersey von Jinny & Joe verwendet. Meine erste Bestellung dort. Ich fand die Tomaten witzig und mochte die Farbkombi. Aber schon als er kam war ich nicht mehr überzeugt, denn so ein Druck bedeutet dass die Rückseite weiß ist. Sowas mag ich eher nicht. Und dann ist Viskosejersey ja immer so ultradünn und das ist eigentlich auch nicht so meins.

Mit der grünen Kordel war dieser (und ein weiterer) Jersey umwickelt und sie passte so gut zu den grünen Tomatenranken, dass ich sie gerne in mein Shirt einbauen wollte. Und so habe ich zum ersten Mal einem Shirt einen schnürbaren Saum verpasst. Die großen lila Ösen hatte ich noch von einem anderen Projekt übrig, das bot sich einfach an. Ich wusste hier übrigens schon, dass ich dieses Shirt gerne zu meiner roten kurzen Hose tragen möchte und hab die Saumlänge daher nicht dem Schnitt entnommen, sondern etwas gekürzt, weil ich es stimmiger zu eben dieser Hose fand.

Weil die Armlöcher wie oben erwähnt einfach riesig sind, kombiniere ich die Shirts am liebsten mit extra auffälligen selbstgenähten BHs. Also wenn man eh schon so einen tiefen Einblick bekommt, dann gerne farblich passend. Zur Gelb-Braun Kombi bot sich da mein Bella BH aus Jersey in der Farbe Copper an. Den hatte ich mal für eine Hochzeit genäht, passend zu einem rostroten Jumpsuit.

Und zum Tomatenshirt mag ich den Maris Bralette. Für diesen hatte ich Stoffe und Kurzwaren selber rot gefärbt.

Beide Outfits finde ich in sich stimmig. Aber beide finde ich nicht so richtig gut „zu mir passend“. Aber das ist okay, für manche Tage brauche ich auch mal etwas Farbe, die eben nicht immer meine Farbe sein muss.
Die Shirts zeige ich heute auf dem Me Made Mittwoch den Jeanette heute mit einer Knaller-Bluse eröffnet 😀
Alana Sweater von The Couture
Auf meinem Blog ist es im Moment etwas ruhiger, da ich gerade mehrere Langzeitprojekte gleichzeitig nähe. Kleidung ist aber aktuell nicht dabei.
Als die Sommertemperaturen kürzlich für ein paar Tage verschwanden, griff ich gerne zum Alana Sweater und dabei fiel mir ein, dass ich den noch gar nicht auf dem Blog gezeigt habe.

Ich habe ihn eigentlich schon im Januar genäht und sogar recht zeitnah fotografiert. Aber ich war einfach nicht zufrieden mit den Tragefotos die auf einer Morgenrunde bei typisch trübem Winterlicht entstanden sind. Für die Fotos damals habe ich die Winterjacke kurz ausgezogen, auf eine Bank gelegt und dort auch mein Handy drapiert.

Die Hose die ich dort trage, passt farblich eigentlich perfekt zu den Knöpfen auf meinem Pullover.

Nur leider sieht man davon auf den schlecht belichteten Bildern nicht viel. Und wie es ausschaut gehört der Hosenstoff dieser Morgan Jeans zu solchen, bei denen die Hose nur direkt nach der Wäsche toll sitzt. Man würde auf diesen Bildern nicht vermuten, dass die Hose auf mich angepasst ist…. Ihr seht schon ich bin wirklich gar nicht zufrieden mit den Fotos, weshalb der arme Pullover es bisher nie auf den Blog geschafft hat.

Für den heutigen Me Made Mittwoch Beitrag versuche ich es mit neuen Tragefotos. Erneut alleine. Diesmal aber bei 24° und viel Sonnenlicht. Das heißt aber auch: heute ist es eigentlich schon wieder viel zu warm ihn zu tragen. Mein Pullover und ich haben wirklich kein gutes Foto-Timing.

Aber dafür sitzt die Jeans die ich heute dazu trage (meine Lieblings-Morgan Jeans) dauerhaft gut. Ist ja auch was….
Als es in den letzten Tagen angenehm kühl war, habe ich mich jedenfalls über diesen Pullover gefreut. Er ist nicht übertrieben dick, aber mit leicht angerauter Innenseite dennoch schön bequem. Der Stoff ist Oranic brushed Sweat von Mind the Maker und irgendwie zu meinem Standard Sweatstoff geworden.

Den Schnitt habe ich mir noch schnell gesichert, als es „The Couture“ noch gab. Ich mochte das Schulterdetail, dazu gleich mehr. Die Original-Ärmelabschlüsse mochte ich aber nicht so sehr. Ich habe die Ärmel um 11 cm verlängert (wenn ich ihn noch mal nähe, würde ich noch weitere 2-3 cm hinzugeben) und Standard-Ärmelbündchen angenäht.

Außerdem hab ich den gesamten Schnitt um 10 cm verlängert.
Die Knöpfe werden sowohl vorne als auch hinten angebracht. Also eigentlich werden dort Druckknöpfe oder Ösen angebracht. Aber von beidem hatte ich nichts in Größe oder Farbe da, was mir gefallen hätte, daher habe ich mich für Knöpfe entschieden.

Ist euch aufgefallen wie gut Bente heute zu mir passt? Die Farbe der Knöpfe passen zu seiner Fellfarbe, aber auch er hat sich passend „gekleidet“. Das Halsband in Grau-Hellblau, dass ich ihm mal passend zu seinem (gekauften) Schnee-Overall genäht habe, passt hervorragend zu meinem Pulli und der Jeans 😉

Und damit verabschieden wir uns 🙂

Jersey Camisole – Funktionsshirt
Beim Me Made Mittwoch ist es ausdrücklich erwünscht nicht nur neue Kleidungsstücke zu zeigen sondern auch mal Lieblingsstücke die schon älter sind. Ich glaube ich mache das hiermit heute selber zum ersten Mal 😉 Es ist ein Schnitt den ich zuvor schon 6 x genäht habe. 5 Versionen davon haben es sogar schon auf den Blog geschafft. Aber nicht diese Version, die ich letztes Jahr im Sommer in leicht veränderter Funktion genäht habe. Es handelt sich um das Jersey Camisole Top von Schnittduett. Schon seit der ersten Version nähe ich es in veränderter Form, nämlich mit einem kompletten Beleg. Dieses weiße Shirt bekam damals einen Mikrofaserstoff als Beleg und weil das im Sommer wunderbar kühlt, brachte mich das auch auf die Idee ein komplettes Funktionsshirt mit diesem Schnitt zu nähen.
Ich brauchte nämlich ganz dringend ein Wandershirt. Die Sommer im Südschwarzwald sind lang und heiß und ich wollte gerne ein neues ärmelloses Top zum Wandern haben.

Ich habe Powernet mit einem dünnen Viskosejersey kombiniert und mit einem schwarzen Funktionsstoff gefüttert. Außerdem hat das Shirt zum ersten Mal eine kleine Tasche auf der Brust bekommen. Ein bisschen als Deko, ein bisschen aber auch als Möglichkeit die Hundepfeife zu verstauen

Für die Wanderung im Sommer 2024 hatte ich leider keine farblich passende Hose parat, daher die wilde bunte Kombi 😁 Aber es war einfach so so heiß, ich war froh um mein kurzes Outfit! Und um jede Wasserstelle und schattige Pausengelegenheit.

Ich habe das Shirt am letzten Wochenende aber auch noch mal neu fotografiert. Wieder auf einer kleinen Wanderung, aber diesmal zu schwarzer Leggins:

Und auch hiervon gibt es Pausenfotos. Die zeigen auch sehr gut, dass Bentes (von mir genähte) Halsband farblich hervorragend zu meinem Shirt passte

Ich brauche dringend noch weitere Funktionsshirts und muss mich mal nach anderen Schnitten umsehen. Ich stelle mir ein Shirt vor das gerade so die Schultern bedeckt (Sonnenbrandgefahr) aber dennoch seeehr luftig ist. Habt ihr Lieblings-Schnitte für Wanderungen?
Rowan Bodysuit von Megan Nielsen (und 3 Body Schnitte im Vergleich)
Der Lange Weg zum perfekten Body
Ich habe Bodies für mich eigentlich nie großartig auf dem Schirm gehabt. Obwohl ich es schon sehr hübsch finde, wenn ein enganliegendes Oberteil in eine Jeans mit einem perfekt passenden Bund gesteckt werden kann. Das kam aber für mich lange nicht in Frage, da meine Kaufjeans eben nie perfekt saßen. Denn wenn ich mit Hüfte und Oberschenkel in die Hose passte, war der Bund aber ganz sicher zu weit oder stand am Rücken ab.
Erst als ich 2022 das Jeans nähen für mich entdeckt habe (besser gesagt mich endlich getraut habe Jeans zu nähen und mich damit auch dem Thema Anpassungen zu widmen), besaß ich meinen ersten passenden (angepassten) Jeansbund. Ich war sooo glücklich und zugleich auch stolz darauf, dass ich wollte, dass diese Bilder auch auf dem Blog zu sehen sind. Es reichte mir nicht, dass dort nur die Bilder der Jeans selber zu sehen sind, ich wollte unbedingt fotografisch festhalten WIE GUT dieser Bund sitzt, weil ich mit 41 Jahren zum ersten Mal eine perfekt sitzende Jeans anhatte!!

Und tatsächlich war das auch der einzige Grund warum ich meinen ersten Body genäht habe: Bei der Suche nach dem passenden Oberteil, das ich in die Hose stecken könnte, damit der Bund auch gut fotografiert werden kann, wurde ich einfach nicht fündig. Pullover fielen direkt raus, die waren zu voluminös. Aber auch das enganliengendste Longsleeve kam immer wieder aus dem Bund herausgekrabbelt und sah in die Hose gesteckt einfach nicht so gut aus.
Rückblick: Der Nettie Body von Closet Core Patterns
Also nahm ich den Nettie Bodysuit Schnitt von Closet Core und nähte mir einen Nettie Body speziell für diesen Zweck.
Ich gebe zu, anfangs dachte ich schon noch ich würde den später auch viel tragen. Ich wählte einen Stoff den ich zuhause hatte (ich hatte es ja eilig die Fotos zu machen), der aber farblich auch gut zur Jeans passte. Und auch mit der Wahl des Mini-Stoffstückes für die Crotch gab ich mir Mühe.
Mit dem Ergebnis war ich nur so mittelzufrieden. Ich habe die Größe 8 genäht, dessen Tabellenmaße damals wirklich exakt meinen Körpermaßen entsprachen. Aber man sieht auf den Fotos im Originalbeitrag wie eng der tatsächlich sitzt. Auch die Ärmelweite hätte knapper wirklich nicht sein dürfen. Ggf. hätte ich da eine Nummer größer gebraucht. Ob eine Nummer größer die Falten um die Brust herum verbessert hätten, bezweifle ich allerdings. Das liegt wohl eher daran, dass der Schnitt keine verschiedenen Körbchengrößen bedacht hat. Ich gehe davon aus, dass Closet Core den Schnitt für die „Größen“ A und B hat. Denn mit einem C-Körbchen spannt der Stoff bereits sehr an den Seiten.
Was ebenfalls dafür spricht ist deren Idee der Variante mit dem großen Rückenausschnitt. Eigentlich ein super schönes Detail. Aber auch nur für diejenigen, die keinen BH tragen wollen (oder müssen). Für mich war es leider nichts, daher habe ich die Variante mit dem normalen Rücken gewählt und dazu auch erstmal den höheren vorderen Ausschnitt.
Am unzufriedensten bin ich aber mit dem unteren Sitz. Die Beinausschnitte sind lediglich mit Jersey-bindings versehen. Das verstärkt leider den (für mich) sehr unvorteilhaften Schnitt des Po-Bereiches. Der Stoff hört geht nur etwas über die Mitte der Pobacke. Ich bevorzuge Unterhosen (und damit auch Body-Unterteile) die den Po tatsächlich bedecken. Aber wenn dann auch das Gummiband fehlt, dann sorgt das leider umso mehr dafür, dass das bisschen Stoff das da ist die Mitte sucht. Ich stelle später noch Vergleiche verschiedener Passformen ein, da wird das sehr gut sichtbar.
Weil ich kurz danach meine zweite Jeans genäht habe und sehr zufrieden war, wieviel Details meiner ersten Jeans durch den Body auf den Fotos sichtbar ist, hatte ich sogar noch einen zweiten genäht. Auch diesen hatte ich für die Fotos angezogen und danach nie wieder. Nun – knapp drei Jahre später, wo ich es besser angehen wollte, hab ich den Nettie aber extra noch mal getragen, damit ich ihn wirklich frisch beurteilen kann. Dadurch wusste ich dann auch endgültig, dass der Schnitt nichts für mich ist.
Warum ein Body?
Aber warum bin ich das Thema nach so langer Zeit überhaupt noch mal angegangen??
Ich habe mir letztes Jahr eine (Outdoor-) Latzhose gekauft. Für diese wollte ich mir gerne mindestens ein passendes Oberteil nähen. Auf jeden Fall sollte das Oberteil optisch richtig gut zur Latzhose passen, nicht nur farblich. Dafür habe ich mich auch von seeeehr vielen Fotos mit Latzhose inspirieren lassen und mir haben all die Bilder mit enganliegenden Jerseyshirts immer am Besten gefallen.
Meine erste Idee war daher ein richtig gut sitzendes Longsleeve. Das wollte ich dann aber unbedingt verlängern. Denn wie die meisten Latzhosen hat auch meine seitlich die etwas tiefere Öffnung und da sollte das Shirt auf keinen Fall rauskrabbeln. Erst als der extra dafür bestellte Stoff schon da war, kam mir die Idee: Warum denn nicht einen Body? Der würde ja beides bieten: Den enganliegenden Look UND die Funktionalität: das Shirt bleibt mit einem Body definitiv da wo es bleiben soll. Von der Idee, die mir gerade noch rechtzeitig vor Zuschnitt kam, war ich dann richtig begeistert. Aber als nächstes fiel mir wieder ein was mir an meinen letzten Bodies so wenig gefallen hat. Darum wollte ich es diesmal anders angehen und den – für mich – perfekten Body finden.
Der perfekte Body
Zuersteinmal hatte ich Nettie dafür noch mal angezogen und die Infos gesammelt die mir daran nicht gefallen hatten. Und dann habe ich geschaut welche Body Schnittmuster es denn sonst noch gibt. Das größte Problem ist hier echt der Po. Teils war es schon auf dem Modelbild sichtbar, teils nach einer kurzen Bildersuche: Der Po hängt immer halb frei.
Zweites Kriterium war der Wunsch nach einem Schnittmuster mit wählbarer Körbchengröße. Das hab ich leider nur von einer Anbieterin gefunden (bei der mir aber der Rest des Schnittes nicht zugesagt hat). Aber immerhin sind Seamwork Schnitte wohl größtenteils für C-Körbchen konstruiert, weshalb der Orlando Body (ein Add-on fürs Orlando Shirt) auch mit in die engere Wahl kam. Pluspunkt hierbei: Orlando besaß ich eh schon. Ich habe aber dann noch Rowan von Megan Nielsen gekauft. Hier haben mich alle Bilder von ihrem Shop überzeugt. Perfekter Sitz bei den verschiedenen Models, verschiedene Halsausschnitte, verschiedene Armlängen, Shirt-Varianten inklusvie und der Po ist zumindest zum Großteil bedeckt, daran kann ich aufbauen und Anpassungen vornehmen 🙂
Bei Seamwork bin ich übrigens Größe 6 und bei Megan Nielsen (mit exakt den gleichen Werten in der Tabelle) die Größe 8. Diese Größen habe ich dann jeweils probegenäht. Erstmal exakt so, wie es der Bodyschnitt vorsieht, damit ich den IST-Zustand beurteilen kann.
Einzige Ausnahme: Seamwork hat eine kleine Kurve auf Brusthöhe. Die kenne ich von einem Craftsykurs bereits (Full Bust Adjustment for any pattern). Vor vielen Jahren habe ich in dem Kurs gelernt wie ich enganliegende Jersey Shirts durch eine kleine Änderung anpassen kann, so dass sie ohne Brustabnäher (und eigentlich auch ohne FBA) passen und eben keine Falten ziehen, weil der Stoff auf Brusthöhe zu sehr spannt. Orlando hat diese kleine Kurve bereits im Schnitt und passte damit an dieser Stelle auch sehr gut.
Dieses kleine Extra-Stück Stoff sorgt echt für einen viel besseren Sitz bei mir. Daher hab ich das bei Rowan auch direkt eingezeichnet und die erste Probeversion bereits mit dieser Änderung genäht.

Um die Unterschiede wirklich gut zu sehen und besser dokumentieren zu können, hab ich mich in allen drei Schnitten fotografiert. Im bereits 2022 genähten Nettie um einen Vergleich zu haben. Und in den frisch genähten Bodies Orlando und Rowan ebenfalls.
Der Sitz aller (an mir) noch mal zusammengefasst:


Zusatz zu Orlando: Die Nähtechnik für die „Unterhose“ gefiel mir nicht. Es wird ein Falzband verwendet. Bei diesem Beitrag wird aber noch eine Methode für dehnbare Spitze gezeigt. Und dort sieht man übrigens auch wunderbar, dass nicht nur mein Po nicht vom Stoff bedeckt wird.

Die Verschlüsse / Crotches:
Alle drei werden unterschiedlich genäht, sehen unterschiedlich aus. Darauf gehe ich noch ein.
Aber alle drei haben gemeinsam, dass sie exakt zwischen den Beinen geschlossen werden, was wirklich umständlich ist im Alltag. Ich sehe ja nicht wo ich schließen muss. Das wird vor allem dann friemelig, wenn der Body perfekt sitzt und die Schließe die eigentlich richtige Länge haben (und damit nicht unendlich dehnbar sind). Weil ich mich am Ende für die beste Schließmethode und die beste Crotchnähtechnik entscheiden wollte, hab ich mich damit wirklich lange beschäftigt, probegetragen und immer wieder darauf geachtet wie aufwändig das Schließen des jeweiligen Bodies ist. Resultat: Die Nähtechnik war dabei egal, es liegt einfach an der Positionierung die immer mittig zwischen den Beinen ist. Und damit war mein Entschluss gefasst, dass ich DAS ändern möchte und dass DAS meine eigentliche Anpassungs-Arie wird
Ich zeige trotzdem mal kurz die 3 unterschiedlichen Ergebnisse wie sie laut Original-Anleitung aussehen:

Alle 3 verwenden übrigens die Druckknöpfe die per Hand angenäht werden. Ich finde die Lösung (siehe Nettie oben) aber nicht so schön und habe Jersey-Druckknöpfe getestet die (nach kurzem Üben) relativ einfach mit dem Vario Tool befestigt werden können.
Nähtechnik der Crotches
1 Nettie) Wie die Crotch für Nettie genäht wird, hab ich ehrlich gesagt nur durch den Sew Along verstanden. Hm… Nähtechnisch und optisch keine Glanzleistung ehrlich gesagt.
2 Orlando) Beim reinen Durchlesen hat es hier auch noch nicht klick gemacht. Aber beim Schritt für Schritt Anleitung folgen während des Nähens wurde es dann schnell klar. Hier war ich positiv überrascht, weil ich dachte, dass die vielen Jerseylagen die hier aufeinandertreffen noch dicker auftragen werden.
Ich habe für mein Probeteil jetzt nicht wirklich akkurat sauber genäht und gehe davon aus, dass das tatsächliche Ergebnis gleichmäßiger aussieht. Ich finde die Technik und das eigentliche Ergebnis okay, mehr aber auch nicht.
3 Rowan – als letztes genäht) Hier war ich direkt begeistert. Sowohl von der Tatsache, dass hier für das Crotch-Stück Webware verwendet wird, als auch von der Art und Weise wie das angenäht wird (wer die Anleitung nicht hat kann hier beim Sew Along spicken)
Das ist nicht nur die schönste und (wie ich finde) schlauste Lösung – das hat mir tatsächlich richtig Spaß gemacht. Ich kann schon mal spoilern: Zum perfekten Body brauchte ich VIELE Probeteile, für die ich – um den Sitz auch wirklich beurteilen zu können – die Crotch jedes Mal komplett genäht habe. Probeteile nähen gehört wirklich nicht zu meinen Lieblingsbeschäftigungen. Aber dieser Part hat mir immer besonders Spaß gemacht. Auch, weil ich dafür immer perfekt zum Stoff passende kleine Baumwollreste raussuchen konnte:

Für ein noch einfacheres Öffnen und Schließen habe ich dann aber noch überlegt, ob Klettverschluss nicht auch eine gute Lösung wäre. Ein bisschen Angst hatte ich, dass es zu sehr aufträgt oder aber nicht gut genug hält (also von alleine wieder aufgeht)
Aber beide Gedanken waren unbegründet. Ich habe dann an mehreren Orten (instagram, YouTube) auch noch mehrere Beiträge gefunden für Bodies die mit Klett verschlossen wurden. Ich weiß nicht, ob es Langzeit-Tests gab, aber diejenigen die es versucht hatten waren zufrieden mit der deutlich einfacheren Methode, daher hab ich es auch versucht. Und ich muss sagen: So sehr ich die Jersey-Druckknöpfe alleine für die Optik bevorzuge – zusammen mit Anpassung 3, die ich gleich erkläre, war das dann wirklich mein Favorit.

Hinzu kam, dass Klettband wirklich DIE Lösung war für meine Probeteile. Ohne wirkliche Schließung und Anziehen hätte ich niemals so gut testen können, ob meine Anpassungen erfolgreich waren oder nicht. Mal eben Klett anzubringen ging deutlich schneller. Und war natürlich besser für meinen eh nur recht kleinen Jersey-Druckknopf-Bestand.
Die Anpassungen
Weiter gearbeitet habe ich dann auch nur noch mit Rowan. Nettie war ja eh schon raus und Orlando hat außer dem guten (seitlichen!) Sitz an der Brust gar nichts für mich bieten können.
Anpassung 1 – der Halsausschnitt
Ich habe es bei der Zusammenfassung oben schon erwähnt: Der Standardausschnitt (Crew Neckline) ist wirklich extrem hoch. Das liegt daran, dass es zwar einen extra Ausschnitt für die V-Neckline -Variante gibt, aber nur eine gemeinsame Halskurve für Crew Neckline und Turtle Neck (siehe Rosa-Variante). Ich habe mir eine tiefere Kurve angezeichnet und habe dafür sowohl hinten (etwas) als auch vorne (etwas mehr) Rundung eingezeichnet. Anschließend habe ich die Strecke der alten und neuen Rundung gemessen und den Halsstreifen / das Neck Band entsprechend neu gezeichnet. Das hat auf Anhieb gut geklappt und ich war mit der neuen Höhe zufrieden.
Bei instragram auf dem Kanal von @whatbellamade wird übrigens eine super tolle Anpassung für einen Square Neck gezeigt. Siehe Beitrag (hier verlinkt) und Story Highlights. In den Stories gab es wirklich Schritt-für-Schritt Anleitungen für die Anpassungen am Schnitt, aber auch für die Nähschritte. Das möchte ich auch unbedingt probieren, aber nicht für den Body (und nicht für die Kombi zur Latzhose), aber wenn ich mal das Rowan-Shirt nähen sollte.
Anpassung 2 – der Po
Hier brauchte ich „nur“ 2 weitere Probeteile. Ich habe etwas mehr Rundung am Schnittteil angebracht. Beim ersten Versuch damit war es dann schon besser, aber noch nicht ideal und ich habe das Schnittteil noch mal angepasst. Hier der Vergleich aller Schnitte, aber auch noch Rowan vorher / nachher nebeneinander:

Mit dem weiteren Ergebnis war ich dann aber auch rundum zufrieden. Zumindest für diese Anpassung denn es gab noch eine weitere:
Anpassung 3 – der Verschluss
Wenn ich nun schon so aufwändig einen Body beurteile und anpasse, dann möchte ich ihn auch wirklich gerne tragen wollen. Dazu zählt dann auch, dass der Verschluss (z.B. durch die Breite) zwischen den Beinen nicht stört. Orlando fand ich zum Beispiel ein wenig zu breit. Aber noch mehr störte mich ja wie fummelig es war den Body wieder zu verschließen. Natürlich ist es generell kein Problem 2-3 Druckknöpfe zu schließen. Aber macht das mal, wenn ihr mit heruntergelassener Hose irgendwo anders als auf der heimischen Toilette hockt und es soll ggf. sogar noch schnell gehen. Ich habe mich dann wirklich auch irgendwann gefragt warum denn alle Bodies genau zwischen den Beinen geschlossen werden? Soll es die Optik vorne nicht beeinträchtigen?
Ich wollte zumindest mal testen, ob es nicht einfacher wäre den Verschluss vorne zu haben. Und hier begann die eigentliche Arbeit.
Ich wusste bereits bei Versuch No.1 dass es mir sehr zusagt, dass ich den Body vorne verschließen kann. Aber mein erster Versuch den Verschluss hinten zu verlängern und vorne zu verkürzen brachte leider auch einen schlechteren Sitz der Unterhose mit sich. Außerdem hat er gezeigt, dass mir auch wichtig ist, dass der oben liegende Verschluss dann exakt zum Schnitt passt. Die ersten Versuche sahen leider nicht wie gewünscht aus.
Ich habe es mir aber nun etwas einfacher gemacht: Für jede weitere Probe habe ich nur noch den unteren Teil des Bodys probegenäht. Also quasi eine Body-Unterhose. Denn obenrum saß Rowan für mich ja bereits perfekt und ich brauchte mich nur noch auf den Verschluss konzentrieren.
„Nur noch“ ist allerdings etwas untertrieben. So sehr ich das Nähen ja liebe… Probeteile gehören eher nicht dazu. Anpassungen aber erstrecht nicht. In diesem Falle wusste ich ja auch gar nicht was ich da tue und es war ein bisschen try and error. Ich wollte unbedingt, dass die Technik mit dem Facing (das kleine Webwarestück) bestehen bleibt und so habe ich jedesmal die Änderung am vorderen Schnitt und am hinteren Schnitt gemacht und auf beide Facings übertragen. Dann probegenäht und… wieder von vorne.
Ich habe das bestimmt 5 mal gemacht, bis ich wirklich rundum zufrieden war. Es galt die perfekte Höhe für den Verschluss zu finden (zu weit vorne oben war auch nix….) und dafür aber dann auch den perfekten Sitz (Verhältnis der Verschlusslänge hinten und vorne) und die perfekte Form, damit ich weiterhin auf eine ganz normale Unterhose schaue.
Ich kann zwar stundenlang und sogar tagelang die perfekte Taschenlösung für eine Jacke oder einen Rucksack entwerfen (ausdenken / zeichnen / probenähen). Aber die Geduld habe ich für Passform-Anpassungen von Kleidungsstücken in der Regel leider überhaupt nicht. Was mir hier seeeehr geholfen hat, war die Tatsache, dass ich ein ganzes Nähwochenende mit Muriel, Sabrina und Anna verbracht hatte. Aber auch die Tatsache, dass mir irgendwann bewusst war, dass ich an diesem Wochenende nichts anderes mehr nähen werde als diesen Body (bzw. eben noch nicht mal den Body, sondern wirklich nur Probeteile um dorthin zu gelangen) und dass das dann eben so okay ist.
Durch die vielen Probeteile konnte ich übrigens einen tollen Stash-Abbau betreiben. Ich hatte größere Jerseystücke die ich nicht mehr mochte (daraus habe ich anfangs die Bodies genäht) aber auch viele kleinere, die nicht mehr für ein Shirt gereicht hätten. Aus denen habe ich fleißig die Body-Unterhosen-Probeteile genäht. Die eigens dafür gekauften Stoffe brauchte ich dann wirklich erst anbrechen, als wirklich alles passte.
Ergebnis
Und so sah es dann übrigens aus, als alles passte. Jetzt hab ich so oft von Verhältnis Verschlusslänge vorne und hinten gesprochen, sowie Verschluss des Bodies „vorne“, dass ich jetzt auch noch zeigen möchte wie das dann aussieht.

Nun hat der Verschluss die richtige Breite, der Body aber weiterhin den perfekten Sitz. Vom Verschluss selber ist nichts zu spüren und er trägt auch nicht auf. Also auch mit einer Hose drüber ist da nichts zu sehen. Das Öffnen und Schließen könnte nun nicht leichter sein. Diese „kleine“ Änderung (mit großem Aufwand) hat sich sehr gelohnt und macht den Body so viel praktikabler, dass ich mir sicher bin, dass ich nun viel häufiger Bodies tragen werde. Daher habe ich mich dann auch auf das Nähen der Tragevarianten gefreut:
Meine 3 Body-Varianten
Ich habe mir 3 Varianten rausgesucht, weil ich wirklich alle Ausschnitte und Armlängen gerne mochte:

Rundhalsausschnitt, Langarm in Grau: Diese Variante schwebte mir von Anfang an für die Latzhose vor. Die anderen beiden entstanden aus Neugier und für etwas mehr Vielfalt im Kleiderschrank:
V-Ausschnitt, Dreiviertelarm, in Ocker: Die V-Variante nähe ich bei allen Shirts wirklich ungern. Man muss sooo präzise arbeiten an dieser V-Spitze, dass ich immer Angst habe es dort zu versauen. Als ich es dann geschafft habe, dachte ich erst der Halsauschnitt sei zu labberig (siehe Flatlays…). Aber als ich es dann anhatte, saß es wirklich perfekt. Die Dreiviertellänge des Armes habe ich gewählt, weil ich von diesem Stoff nicht genug für eine Langarmvariante besaß. Gefällt mir nun aber gut.
Turtle Neck, Kurzarm in Old Rosé: Die Variante wollte ich einfach aus Neugier noch testen. Eigentlich ergibt es wenig Sinn einen höheren Halsausschnitt zu wählen, aber dann nur kurze Arme zu nähen. Ich hätte super gerne Langarm genäht, aber von diesem Stoff hatte ich nur ein Reststück und das war alles was ich rausholen konnte aus dem Stoff. Hier versteckt sich übrigens auch noch eine kleine Änderung: Die Kurzarmversion aus dem Schnitt war mir persönlich ZU kurz. Ich mag es nicht, wenn ein Ärmel direkt in der Achsel aufhört. Daher ist mein Standard-Kurzarm nun etwas länger:

Eigentlich habe ich nun wirklich alles berichtet was es über meine Erfahrung mit den Bodies (und am Ende vor allem Rowan) zu erzählen gibt. Mein persönliches Highlight waren aber wirklich die Crotches an denen ich sehr viel Spaß hatte. Daher folgen noch ein paar Crotch-Bilder mit schönen Versäuberungen durch hübsche Baumwollreste


Mit dem ersten Baumwollstoff mit wirklichem Motiv, hab ich mir sogar noch eine Vorlage angefertigt, durch die ich sehe was nach der Nahtzugabe von 1,5 cm noch bleibt. Gut so, denn fast hätte ich einem Vogel den Kopf abgenäht. Hab mich dann stattdessen für einen anderen Stoff entschieden, bei dem es passte:

Und dann gibt es jetzt endlich noch Tragebilder, mit der anfänglich erwähnten Latzhose. Alle auf verschiedenen Wanderungen entstanden, bei den ersten schönen Frühlingstagen in diesem Jahr.
Alle 3 Bodies wurden also auch wirklich schon auf Funktionalität und Bequemlichkeit geprüft.



Ich bin sehr happy mit den Ergebnissen und der guten Passform. Es war ein langer Weg, aber genau so habe ich mir den perfekten Body vorgestellt 😃 Aber weil die Latzhose einen Großteil des Bodies verdeckt, hier auch noch mal Fotos mit Latz heruntergeklappt:

Und demnächst bekommt die Latzhose auch noch etwas passendes für obendrüber. Die Planungen laufen schon….
Aber nun schicke ich die Rowan Bodysuits erstmal zum Me Made Mittwoch, der heute von Jeannette in einem Kurzmantel eröffnet wird.
Kikyo als Regenjacke
Seit über 2 Jahren möchte ich eine Regenjacke nähen und genauso lange plane ich die Jacke und verwerfe meine Ideen wieder. Nachdem ich 2 Momiji Jackets von Waffle Patterns genäht habe und die vordere Taschenlösung einfach sooo praktsich fand, wollte ich zunächst gerne eine Regenjacke aus diesem Schnitt nähen. Aber Momiji hat leider auch 2 Nachteile: Die Jacke hat keine Blende und ihr größter Vorteil ist leider auch ihre größte Schwachstelle: Dadurch dass die Jacke nicht mittig geöffnet wird, lässt sie sich nicht gut offen tragen. Es sieht komisch aus und fühlt sich komisch an. Die Schnittfrage blieb also erstmal ungeklärt, aber nach Stoff hatte ich schon Ausschau gehalten. Ich habe dann Ende 2023 das 3-Lagen-Laminat von Extremtextil entdeckt und daraus erstmal eine Regenhose genäht. In diesem Beitrag erzähle ich alles zum Stoff und wie ich damit zufrieden bin. Wobei ich das schon mal vorweg nehmen kann: ich habe ihn auch noch in der Farbe Butterscotch gekauft ( ein sehr dunkles Gelb) und auch bei dem Khaki (das Grün der Regenhose und dieser Regenjacke) habe ich später – also nachdem ich die Hose dann genäht und ausreichend probegetragen habe – noch mal zugeschlagen, denn bei Extremtextil stand „nur vorübergehend im Sortiment“. Es gibt ihn allerdings immer noch…
Im September 2024 habe ich dann die Jacke Kikyo genäht. Ebenfalls von Waffle Patterns. Eine 3-in-1-Jacke mit herausnehmbarer Futterjacke (removable Liner) und abtrennbarer Kapuze. Ich liebe die detaillierten Anleitungen von Waffle Patterns, und von der Funktion des removable liners war ich einfach begeistert.

Kurz nachdem sie fertig war, ist mir die Idee gekommen, dass diese herausnehmbare Futterjacke auch eine ziemlich coole Sache für eine Regenjacke wäre. Im Sommer ist es natürlich super praktisch, dass die meisten Regenjacken einfach nur aus einer super dünnen Lage wasserabweisendem Stoff bestehen. Aber wie macht ihr das im Winter? Ich habe (noch) keine Allwetterjacke und ziehe im Winter immer eine dicke Fleecejacke unter meine Kaufregenjacke. Es wuchs die Idee nach einer Regen-Kikyo, bzw. verwandelte sich die Idee ab da an in konkrete Planung.
Ich hatte schon überlegt welcher Stoff denn für ein Lining passend zum Regenstoff in der Farbe Khaki wäre, da fiel mir auf, dass mein bereits vorhandenes Lining meiner „Kikyo 1.0“ extrem gut zum Khaki-Regenstoff passt. Bevor ich da einen ähnlichen Liner nähe, könnte ich doch eigentlich den vorhandenen verwenden…? Je mehr ich drüber nachgedacht habe, desto mehr feierte ich diese Idee. Mit dem Wissen, dass ich dann EIN Lining für MEHRERE Jacken nutzen kann, war ich dann noch motivierter das Projekt Regenjacke anzugehen.

ÄNDERUNGEN
Um aus der normalen Kikyo eine Regenjacke werden zu lassen, habe ich einige Änderungen vorgenommen:
Keine abnehmbare Kapuze
Eine abnehmbare Kapuze ergibt für mich bei einer Regenjacke keinen Sinn. Die wollte ich unbedingt fest integriert haben. Leider hab ich nicht so recht gewusst wie ich das Schnittteil dafür verändern muss. Aber dann fiel mir wieder ein, dass ich noch den Schnitt Grasser 822 gekauft hatte und zwar einzig und allein für dessen Kapuze. Ein anderer langer Grasser- Regenmantel der schon lange auf meiner to sew list steht, hat nämlich keine Kapuze, daher habe ich den Schnitt 822 vorsorglich dazu gekauft

Rückteil im Bruch
Bei einer Regenjacke gilt es natürlich unnötige Nähte zu vermeiden, weshalb ich den Rücken im Bruch zugeschnitten habe

Front und Back-Yoke vereint
Zusätzlich habe ich Front Yoke und Back Yoke verheiratet. Denn ausgerechnet auf der Schulter wollte ich keine Nähte. Ich schätze mal, dass dort am meisten Regen auftrifft.

Verlängerung der ganzen Jacke um 15 cm
Die hatte zweierlei Gründe. Zum einen darf die Jacke gerne auch Beine und Po noch ein bisschen vor Regen schützen…

…vor allem aber habe ich damals nur einen einzigen, teilbaren, wasserdichten Reißverschluss auftreiben können, der nicht schwarz ist!! Und dieser hatte die Länge von 75 cm. Auf diese Länge habe ich dann meine Schnittteile angepasst. (Eigentliche RV-Länge für den Schnitt: 60 cm)
Ich bin mir im Nachhinein gar nicht mehr so sicher, ob das schlau war. Es ist nämlich kein 2-Wege-Reißverschluss. Die Beinfreiheit ist bei dieser Länge schon noch gegeben. Ich kann ganz normal laufen. Aber bei meiner langen Mitsuba Jacket (dort habe ich – weil farblich passender – upsi – statt der empfohlenen 65 cm, ebenfalls einen in 75 cm Länge genommen) habe ich schon gemerkt, dass sich viel Bewegung mit Hund (Toben, in die Hocke gehen usw) nicht so gut mit einem langen Mantel ohne 2-Wege-RV vertragen. Aber ich wusste jetzt erstmal keine Alternative, wollte wirklich gerne mal einen wasserdichten Reißverschluss testen und somit blieb mir jetzt nur das einfach mal so zu nähen und zur Not den Reißverschluss später noch mal auszutauschen. Bei meiner Mitsuba undenkbar (dort ist der RV eingefasst zwischen Innen- und Außenstoff und wird dann noch mal abgesteppt), bei der Kikyo wäre das tatsächlich machbar, da der RV hier einfach nur oben aufgenäht wird. Nur am Kragen wird er eingefasst zwischen Vorderteil, Facing und Kragen. Diesen kleinen Teil könnte ich durchaus noch mal öffnen, wenn der Reißverschluss sich wirklich nicht bewähren sollte. Aber vielleicht passt das auch alles so, denn ehrlich gesagt glaube ich gar nicht, dass ich mich bei dollem Regen draußen genauso viel bewege. Da mache ich eher ganz normale Spaziergänge.
WEGGELASSEN HABE ICH:
Die Raffung am Rückenteil
Also zum einen weil eine Taillierung mir bei einer Regenjacke eher nicht so wichtig ist. Aber auch hier natürlich wieder um auf unnötige Nähte zu verzichten
Unnötige Taschen
Dass ich das mal sagen werde…. Taschen kann es nie genug geben ist ja eigentlich mein Motto. Aber bittschön immer angepasst für mich und meine Bedürfnisse. Aber auch hier gilt: Ja, wenn es regnet nehme ich trotzdem noch Leckerlis, Taschentücher, Kotbeutel, Handschuhe, Schlüssel, Handy mit. Aber das war‘s dann auch immerhin schon. Ich brauche keine weiteren Taschen für special Hunde-Gadgets und ich mache auch keine 3-Stunden Wanderungen im strömenden Regen. Die Hundepfeife musste natürlich trotzdem sein. Dazu komme ich gleich noch
Schulterklappen
An der Originaljacke fand ich sie ein schönes Detail. Hier wieder: unnötige Nähte die Regen durchlassen könnten.
Ärmeltasche
Auch diese habe ich weggelassen, um unnötige Nähte zu vermeiden. Das werde ich sicher noch bereuen, weil ich die Tasche an meinen anderen Jacken sehr liebe und dort immer meinen Schlüssel verstaut habe. Wahrscheinlich wäre das Weglassen auch gar nicht nötig gewesen, weil ich ja eh unter alle vorhandenen Taschennnähte Nahtband gebügelt habe. Damit war ich wirklich nicht geizig.
Natürlich habe ich nicht nur Dinge weggelassen, sondern auch
FUNKTIONEN HINZUGEFÜGT die im Schnitt eigentlich nicht vorgesehen sind. Aber es hält sich diesmal in Grenzen:
Wichtigste Funktion: Die Kapuze
Ich konnte die Grasser-Kapuze tatsächlich ohne jegliche Änderung für meine Kikyo übernehmen. Die Kapuze war der Hauptgrund warum ich vorab ein Probeteil angefertigt habe. Es war auch gut mal die neue Länge zu sehen oder auch wie sich der vereinte Yoke macht und der Rücken im Bruch. Aber vor allem wollte ich einmal die Grasser-Kapuze an den Kikyo-Schnitt nähen. Und das funktionierte wirklich hervorragend. Ich war auch direkt verliebt in dieses kleine integrierte Schirmchen. Das macht vor allem als Brillenträgerin tatsächlich einen riesen Unterschied in der Funktion! Ich hatte das selber schon mal versucht, aber hier stimmen die Proportionen der Kapuze und die Größe des Schirmchens einfach PERFEKT. Wenn ich die Kapuze aufhabe kann ich noch immer alles sehen, sie rutscht mir nicht ins Gesicht oder spannt Richtung Rücken (ist leider bei meiner Momiji der Fall) und ich liebe den Look, dass der Kragen dazwischen gefasst ist.

Was ich ebenfalls sehr toll finde, ist die Art wie das Kapuzen-Gummiband eingebracht wird. Was an meiner Momiji mit Kapuze nämlich leider auch richtig doof ist: Meine Bändel mit den „schicken“ schweren Kordelenden. Die habe ich mir beim Laufen nämlich schon mal richtig ins Gesicht gepfeffert, das war sehr schmerzhaft. Aber auch dem Hund habe ich sie beim Runterbeugen schon mehrmals ins Gesicht geklatscht. An sowas werde ich zukünftig denken und lieber diese Variante zum Raffen der Kapuze verwenden.

Die Brusttasche
All time favorite! Schon immer meine Lieblingstasche gewesen bei den Schnitten von Waffle Patterns. Aber bei der Kikyo läuft sie oben in den Yoke hinein, was hier Gold wert ist, weil der (sehr starre!!) wasserfeste Reißverschluss, den ich auch hier verwendet habe, nicht verstürzt werden muss. Und ich weiß wovon ich rede, ich hab den ersten Versuch aus Gewohnheit falsch gemacht. Zum Glück hatte ich noch einen, der eh keine andere Verwendung hatte und ich konnte die Tasche einfach wiederholen:

Und ja, sie bekam wieder ein Hundepfeifenfach, denn ich geh einfach nicht ohne Hundepfeife aus dem Haus (wenn ggf. Freilauf ansteht). Und schaut mal was ich zufällig entdeckt habe: Eine Hundepfeife die im Dunkeln leuchtet!!

Braucht man das? Wahrscheinlich nicht!! Wollte ich das trotzdem haben, weil es einfach das i-Tüpfelchen ist zu den anderen reflektierenden Details meiner Jacke?? UNBEDINGT!! Auch das Grün-Silber-gestreifte Bändchen an der Pfeife ist reflektierend.
Weitere reflektierende Details:
Die Innenseiten der Taschenklappen sind aus Refklektorstoff. Daraus habe ich auch die kleinen Bänder an den D-Ringen genäht.
Die Hundepfoten sind fertige Bügelbilder. Hier habe ich lange überlegt, ob sie wirklich zum Einsatz kommen, denn ein bisschen kitschig find ich sie schon… Aber andererseits eben auch passend und praktisch, also habe ich sie verwendet.

Bei der (selbst erstellten) Stickerei DOG MOM auf meiner rechten Taschenklappe lässt sich ebenfalls über Kitsch streiten. Aber ich mag es sehr. Das Stickgarn von Madeira nennt sich „Halloween“ und ist ein Nacht-Leuchtgarn.
Weitere Funktionen
Wie oben erwähnt habe ich diesmal die Ärmeltasche weggelassen. Auf ein Schlüsselband wollte ich aber nicht verzichten. Leider habe ich vergessen es an der Jacke zu befestigen, bevor die Tasche befestigt wurde, daher ist es nun an der Innenseite der Tasche befestigt.

Auf dem Bild oben waren schon die Flauschseiten von Klettstreifen zu sehen. Die gibt es im Originalschnitt auch nicht und sie sind auch nur in der rechten Tasche. Die soll nämlich eine herausnehmbare Leckerlitasche beherbergen. An dem Beutel ist das Gegenstück des Klettbandes – die Hakenseite – sodass es perfekt in der Tasche hält. Leider musste ich die Klettstreifen nachträglich in die Tasche nähen, da die Funktion zwar lange geplant war, ich an der entscheidenden Stelle aber doch nicht dran gedacht habe. Dadurch ist die Naht nun von oben sichtbar. Aber die Taschenklappe deckt die Extranaht ganz gut ab.

Die Leckerlitasche ist ebenfalls aus einem Regenjackenstoff. Aber dieser (no name) Stoff ist deutlich fester als das 3-Lagen-Laminat meiner Jacke. Es gab keinerlei Infos zu einer Regensäule und ich glaube nicht, dass dieser Stoff für eine Jacke empfehlenswert wäre und ich habe auch nur ein kleines Stück für eben solche Accessoires gekauft.
Der Leckerlibeutel ist mit Absicht kürzer als die Tasche, denn zum einen soll unten ja noch der Schlüssel aufliegen und unter dem Beutel Platz haben und dann würde ich eh nie soooo viele Leckerlis dabei haben, dass ein solch großer Beutel gerechtfertigt wäre.
Ich habe auch lange überlegt, ob ich den Fliederton nicht noch iiirgendwo in die Jacke einbauen könnte. Aber mir fiel einfach kein passender Ort ein und ich glaube es hätte auch nicht gepasst, die Stoffe sind einfach zu unterschiedlich.
Der Nähprozess (Nahtversiegelung, Nähmaschinennadeltyp, Garn…)
Ich habe Nahtband von Extremtextil verwendet, das extra für 3-Lagen-Laminat gedacht ist. Es verschmilzt sehr gut mit dem Regenstoff (dem 3-Lagen-Laminat) und auch optisch verschmilzt es ganz gut wie ich finde. Obwohl die Jacke kein (festes) Lining hat, stört mich der Anblick des Nahtbandes innen überhaupt nicht, weil alles so schön einheitlich ist. Und ich habe oben schon erwähnt: Ich habe wirklich fast jede Naht mit Nahtband bebügelt. Auch die Darts, auch die Rückseite der Reißverschlüsse, auch die Taschen- und Taschenklappennähte. Damit war es dann auch kein Wunder, dass 10 Meter doch schneller alle waren als ich gucken konnte und ich musste Nachschub ordern und mit der Jacke derweil pausieren.

Nicht bebügelt habe ich den Übergang von Außenkante zum Facing und (bisher) nicht die Armlochnähte. An letztere traue ich mich nicht so recht dran und habe Angst, dass die Ärmel dann steifer und faltiger werden könnten. Sollte ich merken, dass hier Wasser durchdringt, kann ich das ja noch nachholen.
Bei der Regenhose hatte ich noch meterweise Nahtband mit dem großen Bügeleisen befestigt. Für die Jacke habe ich es mir etwas leichter gemacht: Ich habe schon lange mit einer kleinen Mini-Presse geliebäugelt. Schon auch um damit Bügelbilder anzubringen (meine große Presse ist leider kaputt). Aber auch um zukünftig FPP zu nähen ohne nach jeder Naht vom Nähtisch zum Bügelbrett zu laufen. Kurz bevor ich mit dem Nähen der Jacke anfing, durfte die kleine Cricut dann bei mir einziehen (eigentlich gar keine große Anschaffung, weiß nicht warum ich so lange überlegt habe). Die Nähte von Foundation Paper Piecing direkt am Nähtisch umbügeln konnte ich mit der Presse (beim Warten auf Nahtband-Nachschub) schon testen und fand das super praktisch! Aber auch das Nahtband bügeln war mit dem kleinen Ding deutlich angenehmer.

Anfangs hab ich mich nicht recht getraut und nur mit Hitze 1 von 3 gearbeitet. Später wurde ich etwas mutiger und hab mal 2 getestet. War auch problemlos möglich. Ich war sowieso überrascht wieviel Hitze dieser Stoff verträgt, von dem ich erwartet hätte, dass der bestimmt sofort unterm Bügeleisen schmilzt. Ich habe nicht mal ein Bügeltuch dazwischen gelegt, wie ich es eigentlich sonst bei jedem halbwegs empfindlichen Stoff mache.
Die Jacke habe ich größtenteils mit einer Microtex 70 genäht. Nur beim Anbringen der Schlaufen (dazu erkläre ich gleich noch mehr) habe ich auf eine Microtex 90 wechseln müssen.
Der Stoff klebt auch kein bisschen an der Nähmaschine wie es manche andere Regenjackenstoffe tun. Somit habe ich auch die ganze Zeit den Standardnähfuß verwendet. Alles in allem gab es somit gar keine Schwierigkeiten oder Zwischenfälle.
Für die gesamte Jacke habe ich wieder das aufquillende Rasant Nähgarn verwendet, von dem ich im Regenhosen-Beitrag auch schon berichtet habe.
Herausnehmbare Futterjacke / removable liner
Und für alle, die meine „Original“ Kikyo, bzw. den Schnitt der 3-in-1-Jacke von Waffle Patterns noch gar nicht kennen, erkläre ich noch kurz das Prinzip:
(Eine abnehmbare Kapuze wollte ich hier ja absichtlich nicht haben. Aber durch einen „removable liner“ wird sie immerhin zur 2-in-1)
Der Liner ist eine Futterjacke, die mithilfe von Reißverschlüssen (die bei der Außenjacke am Facing befestigt sind – auf dem nächsten Bild gut sichtbar in hellem Grün) und Schlaufen und Knöpfen angebracht werden kann. Somit kann eine Jacke für mehrere Temperaturen verwendet werden. Das hab ich bei meiner ersten Kikyo schon gefeiert, aber für die Regenjacke finde ich es ehrlich gesagt noch viel cooler. Denn eine wirklich wetterfeste und praktische Regenjacke die mich bei Bedarf wärmt, hatte ich bisher noch nie.

Mein Liner besteht aus aus einem normalen Futterstoff (außen) und einem wärmenden, wattierten Steppstoff (innen, die später sichtbare Seite). Zusätzlich zu den Reißverschlüssen werden sowohl am Liner als auch an der Jacke noch Knöpfe und (Gummi-)Schlaufen befestigt, so dass die Jacke in der Jacke auch wirklich überall absolut fest sitzt.
Es gibt z.B. Schlaufen in der Armhöhle der Außenjacke und Knöpfe am jeweiligen Ort der Innenjacke. Auf diese Weise ist sie auch auf Nackenhöhe befestigt und auch die Ärmel rutschen nicht raus, beim Ausziehen der Jacke, denn auch dort ist die Innenjacke befestigt.

Das Bild mit dem Ärmel zeigt auch noch mal WIE GUT mein vorhandener Liner zum Stoff der Regenjacke passt 🙂
Anbei noch Tragebilder mit gefütterter Regenjacke:

Der Schnitt sieht eigentlich Druckknöpfe für die gesamte Blende vor. Ich habe sie weggelassen, weil die Blende wunderbar anliegt und irgendwie mag ich es gerne so. Aber während wir die Tragebilder gemacht haben (und es sehr windig war!!) hab ich gemerkt, dass ich den Kragen doch gerne richtig schließen würde. Der Reißverschluss hört nämlich unterhalb auf. Daher hab ich am Ende noch 2 Druckknöpfe an den Kragen gemacht.

Ich habe kurz überlegt mit dem Blogbeitrag zu warten, bis ich die Jacke ausgiebig testen konnte. Während des Nähens hatten wir wirklich einige graue Regentage. Die haben mich ehrlich gesagt auch dolle zum Nähen dieser Jacke motiviert. Aber noch während ich die finalen Nähte gemacht habe, kam die Sonne heraus und soll nun auch erstmal ne ganze Weile bleiben. Es ist tatsächlich keinerlei Regen angesagt für die nächste Zeit. Da die Gedanken aber noch frisch sind und Fotos in der Sonne auch mehr Spaß machen, werde ich mit dem Beitrag nun nicht warten und ggf. noch mal einen Nachtrag hinzufügen. Weil die Regenhose aus dem gleichen Stoff wirklich dicht hielt, mache ich mir da aber eigentlich keinerlei Sorgen.
Was steht als nächstes an? Hier gilt das Motto „Nach der Jacke ist vor der Jacke!!“ Noch während ich ich diese Jacke genäht habe, lief die Planungsphase für meine nächste. Ich verrate mal noch nicht zu viel, aber das Thema der nächsten Jacke ist: ALLWETTERJACKE (nein, so eine besitze ich tatsächlich noch nicht). Und es wird ein Jackenschnitt den ich bisher noch nie genäht habe.
Meinen Beitrag zur Regenjacke verlinke ich aber erstmal beim Me Made Mittwoch im März, den Ina heute mit einem wunderschönen Wollmantel eröffnet.
Gemma Sweater von Named
Nachdem ich zum Weihnachtskleid Sew Along 2024 eine Mischung aus Gemma Sweater und Gemma Maxi Dress genäht habe, wollte ich den Sweater gerne noch im Original nähen. Auf meinem Blog zeige ich heute aber nur vier bisher ungenutzte Bilder. Den ausführlichen Beitrag gibt es heute auf dem Me Made Mittwoch Blog zu lesen


Reef Sweatshirt von Greenstyle
Dies ist bereits meine zweite Erfahrung mit dem Schnittmuster. Ich hatte im Frühling 2024 bereits die Sweatjacke Reef genäht, die allerdings nicht auf meinem eigenen blog zu finden ist, sondern den April des Me Made Mittwochs eröffnet hat.
Kurz zusammengefasst: Der Schnitt hat mir sehr gefallen, die Jacke war aber leider zu groß für mich und der verwendete Wollstoff zu kratzig. Mit Langarmshirt drunter habe ich es dennoch getragen und das war dann so warm, dass es im Herbst eine ganze Jacke ersetzt hat.
Nun wollte ich mich aber an die für mich richtige Größe rantasten und erstmal eine Nummer kleiner nähen (also nun D). Dafür habe ich hier seit einer kleinen Ewigkeit (Februar 2024) diese 3 Baumwoll-Fleece-Stoffe liegen. Die Farben Beige-Melange und Berry-Melange sind von Aktivstoffe. Die Farbe Kupfer-Braun ist vom Stoffkontor. Ich finde man sieht ihnen nicht an, dass sie nicht zueinander gehören. Mit diesen Stoffen wollte ich gerne die Pullover-Variante mit Kragen und Reißverschluss nähen und hab mir dann im April 2024 auch schon eine Procreate Zeichnung angefertigt um die Farben anzuordnen. Vor allem die Rücken-Sonne sollte gut zur Geltung kommen. Die ist im Ursprungs-Schnittmuster gar nicht enthalten. Eine der Design-Näherinnen von Greenstyle hat sich die Sonne für ihren Pullover ausgedacht und das kam sehr gut an und wurde gerne kopiert. Auch ich wollte ihr die Idee nachmachen. Evtl lag der Schnitt daher solange in der Box. Ich hatte alles parat: alle Stoffe, Reißverschluss, Ripsband für eine schöne Innenversäuberung. Nur starten musste ich noch…. Manchmal wird Prokrastination dann eben doch belohnt: Im Oktober kam dann ein Add-on mit diversen Rückenvarianten (inklusive Sonne) raus, das ich sofort gekauft habe. Ich hätte das natürlich auch irgendwie hinbekommen, bezahle aber liebend gerne nen Fünfer dafür, wenn die Umsetzung für mich übernommen wird 😄

Die Sonne, bzw. der gesamte Rücken war schnell genäht. Als die Anleitung als nächstes den Reißverschluss ankündigte wurde meine Laune ein klein wenig schlechter. Das ist wirklich bei keinem Projekt meine Lieblingsstelle. Aber gerade bei Pullovern mit Reißverschlusskragen, war das immer das aufwändigste am ganzen Schnitt. Aber erstmal möchte ich zeigen wie genial mein Reißverschluss zu meinen Stoffen passt 😃

Tja, was soll ich sagen: Das ging wirklich schnell und leicht. Durch die Reißverschlussblende inklusive Kinnschutz und Zipperstopp (für die ich einen Jerseyrest verwendet habe) sieht auch alles tipp topp aus und zusätzlich ist von innen alles geschützt.Ein Ripsband sorgt sowohl am inneren Reißverschluss (auf der Seite wo keine RV-Blende ist) als auch am Kragen für eine saubere Innenseite.

So kann sich der Kragen durchaus auch aufgeklappt sehen lassen. Ganze Innenansicht:

Wo ich schon mal dabei bin, kann ich die Rückseite auch noch von innen zeigen. Die Anleitung sieht vor, die Nähte jeweils zusammen auf eine Seite zu bügeln und zu versäubern. Der Fleece ist sehr dick, das habe ich meiner Overlock erspart und den kompletten Pullover mit der Nähmaschine genäht. Und gerade weil die Lagen so dick wurden, habe ich die Nähte lieber auseinandergebügelt und dann auch gleich von beiden Seiten abgesteppt.

Reef ist ein Kurzpulli und ich hatte schon beim Zuschnitt Zweifel, ob mir das gerade im Winter warm genug sein wird. Daher hab ich mir folgendes überlegt für den Saum: Ich habe ihm 2 Ösen spendiert, ein Gummi durch den Saum gezogen und kann den Saum nun unten zusammen ziehen. Dann liegt er immerhin schön eng an. Weil der Saum ja extrem breit ist (am Rücken ja sogar noch breiter), habe ich einen kleinen Tunnel in die seitlichen Nahtzugaben genäht. Das Gummiband kann somit nicht stark nach oben verrutschen.

Ich mag die kleinen Farbtupfer am Saum. Hier noch ein kleines Vergleichsfoto, wobei das Gummi links schon ein klein wenig auf Zug ist, rechts dann noch mehr:

Dennoch bin ich nicht 100%ig glücklich mit der Länge. Ich hab mich tatsächlich auf einen weiteren Kurzpulli gefreut, der unter meiner kurzen Mitsuba Puffer Jacket verschwindet. Die habe ich speziell für den Schnee und damit verbundene Schneewanderungen genäht. Warum die Jacke dafür kurz sein sollte, erkläre ich im entsprechenden Blogbeitrag. Etwas mehr Länge könnte der Pullover aber schon noch vertragen. Er ist noch mal deutlich kürzer als die Jacke:

Wenn ich mich nämlich hinhocke, würde ich tatsächlich „im Freien“ stehen, wenn ich kein langes Shirt drunter hätte, wie das folgende Bild beweist

Ich werde mir eine weitere Version also noch verlängern müssen. Allerdings erschweren die vielen einzelnen Schnitteile die Umsetzung. In der Anleitung steht keinerlei Vermerk wie eine Verlängerung umzusetzen wäre. Auf den Schnittteilen sind aber Linien für eine mögliche Verlängerung vorgesehen. Dann werden die Sonnenstrahlen wohl einfach etwas länger nehme ich an.
Der Pullover ist übrigens am 30.12.2024 fertig geworden. Die Bilder sind vom Silvester-Mittag, wo Bente noch ein paar Schnee-Flitzis sammeln durfte, damit ihm die Böllerei (die ja leider nicht nur zu Mitternacht stattfindet) größtmöglich egal ist. Bisher schaut das auch ganz gut aus. Hoch oben auf dem Berg wurde zum Glück nicht geböllert.

Das waren dann offiziell die letzten Bilder aus 2024 und ich habe mir auch schon Gedanken über meine Nähpläne für 2025 gemacht. Aber darüber berichte ich ein anderes mal. Jetzt schicke ich mein letztes Nähwerk aus 2024 erstmal in den ersten Me Made Mittwoch für 2025
Aber nicht ohne euch noch etwas Schnee dazulassen 🙂

Gemma Sweatdress zum WKSA2024
Meinen ersten Beitrag zum Weihnachtskleid Sew Along 2024 – wie jedes Jahr veranstaltet durch den Me Made Mittwoch – habe ich nur auf Instagram veröffentlicht, daher gibt es zunächst mal einen kleinen Überblick über meinen Plan:

Mir fiel der Gemma Sweater von Named bei Instagram auf. Den konnte ich mir gut als Kleid vorstellen. Der Schnitt enthielt sogar eine Maxi Dress Variante. Allerdings sehr enangliegend. Ich wollte es gerne weit und gemütlich haben und aus möglichst dickem, kuscheligen Sweat. Daher hab ich mich entschieden die beiden Schnitte zu vereinen.

Von dem Sweater-Schnitt wollte ich unbedingt die weiten Ärmel und die etwas kastige Form des Oberteils übernehmen. Somit musste ich den Sweater eigentlich nur verlängern und dabei wieder eine leichte Figur reinbringen.

Die Armelbündchen mochte ich ebenfalls sehr. Auch die mussten unbedingt bleiben.
Für das Muster auf dem Vorderteil habe ich mich für ein dunkles Grün entschieden. Das gab es als Sweat nicht, daher hab ich Interlock Jersey gewählt, ihn mit dem Sweat vereint und mithilfe von Streifen auf dem Sweat befestigt.
Ich hab vorab ein Probekleid genäht. Das lag hauptsächlich daran, dass ich testen wollte, ob meine Änderungen für den Mix aus weitem Pullover und enganliegendem Dress die gewünschte Passform ergeben hat. Den Test wollte ich ungern an meinem tatsächlichen Weihnachtskleid machen. So habe ich gleich mal gelernt wie das Muster auf das Oberteil kommt. Das war tatsächlich sehr unerwartet wie das zusammengepuzzelt wird 🙂 Ich habe mich nur an der Anleitung für den Sweater orientiert. Sie rät alles mit der Overlock zu nähen und gibt dann auch an wo die Nahtzugaben jeweils hingebügelt werden. Für das Probeteil habe ich mich auch daran gehalten und damit meine Overlock an die Grenzen gebracht. Ich würde sagen, dass ich einen mitteldicken Sweat verwendet habe. Es kommen dann aber teilweise so viele Lagen Sweat aufeinander, dass die Overlock hier einfach nicht mehr durch wollte. Gut, ich habe auch schon länger meine Messer nicht gewechselt (wenn das nicht so teuer wäre…….) Aber 2 Lagen Sweat schafft die Overlock weiterhin ohne Mühe, also kann es jetzt nicht nur an stumpfen Messern liegen. Auch beim Nahtzugabe auf eine Seite bügeln hab ich mehr als einmal gedacht, dass das doch jetzt viel zu dick wird!

Das eigentliche Weihnachtskleid habe ich daher komplett mit der Nähmaschine genäht. Das ließ sich viel angenehmer vernähen und ich war auch nicht darauf angewiesen die Nahtzugaben zusammen zu einer Seite zu bügeln. Gerade an den Stellen wo so viele Nahtzugaben aufeinander treffen, habe ich einige auseinandergebügelt, was dem Muster definitiv gut tat.
Das Grün des Sweatstoffes ist dunkler als auf den meisten hier gezeigten Bildern. Es ist sooo schwer im Winter farbgetreue Fotos hinzubekommen.

Als wir für ein paar kurze Tragefotos draußen waren, war es seeehr kalt. Erst am Ende hab ich gemerkt, dass Bente mit seinem grünen Mantel sehr gut zu meinem Kleid gepasst hat 😉
Fazit zu meinem Kleid:
Irgendwie holt mich das Ergebnis gar nicht so sehr ab wie ich gehofft hatte. Ich glaube ich habe es mir trotz Weite schicker und festlicher vorgestellt. Aber es wird definitiv getragen, denn Sweatkleider kann ich wirklich noch einige in meinem Kleiderschrank gebrauchen.
Als nächstes möchte ich unbedingt die Sweater-Variante testen. Ich hoffe ich kann das Probekleid dafür retten. Das Muster werde ich definitiv neu nähen, das will ich so wie es oben (von links) abgebildet ist nicht tragen.
Etwas enttäuscht bin ich übrigens auch vom Kragen. Der sieht auf der technischen Zeichnung aus wie ein engerer, höherer Kragen. Evtl ändere ich den für den Pullover noch ab. Aber auch dafür muss ich erstmal schauen, ob der Stoff überhaupt noch reicht.
Mein Weihnachtskleid 2024 verlinke ich beim Finale des Weihnachtskleid Sew Alongs des Me Made Mittwoch Blogs und bin schon gespannt auf alle weiteren Beiträge.
Tsuki Vest #2 (long version) von Waffle Patterns
Ich habe im letzten Monat schon wieder nur ein Kleidungsstück fertig gestellt, aber immerhin habe ich es damit wieder pünktlich zum Me Made Mittwoch geschafft.
Beim MMM im November habe ich ja schon eine ganz andere Weste Tsuki vorgestellt. Auch View B, aber dennoch nicht vergleichbar, wie ich finde. Die erste wurde eine kreative Version mit ein paar praktischen Taschen, aber ohne wärmende Funktion. Allenfalls noch im Spätsommer tragbar. Als es dann etwas frischer wurde, habe ich mir aber ganz doll eine wärmende Weste gewünscht. Ich hatte noch Reststücke Jordan Quilt in Sienna da, von meiner Mitsuba Puffer Jacket. Daraus konnte ich mir eine wärmende und bestenfalls auch längere Version richtig gut vorstellen. Aber wie das so ist bei mir: Ich visualisiere, entwerfe mithilfe von Procreate….

… plane Stoffe und Zubehör, kaufe doch noch Stoff nach, beende erst noch angefange Projekte… Und dann war sie auch schon vorbei, die kurze Jahreszeit mit genau den Temperaturen bei denen ein Pullover schon zu kalt, eine Jacke aber noch zu warm gewesen wäre. Dabei hatten wir einige wunderschöne, supersonnige milde Herbsttage im Süden und an jedem einzelnen davon hatte ich meine Weste vor Augen und mir vorgestellt wie sie denn werden soll. Genäht und fertiggestellt hab ich sie nun bei Minusgraden. Aber das Wetter ist so wechselhaft gerade, dass ich mir sicher bin, dass ich sie noch vor dem Frühjahr das erste Mal ausführen kann.
Ich habe die Weste der Variante B diesmal um 15 cm verlängert. Damit schafft sie es nämlich über den Po. Den habe ich aber wohl unterschätzt, denn die Weste sitzt dort im geschlossenen Zustand sehr knackig und ich hätte da mal besser noch Mehrweite dazu gegeben… Upsi….

Aber sehen wir es positiv – immerhin bekomme ich sie zu und kann mich drin bewegen. Sollte es eine weitere Weste in der Länge geben, werde ich ihr aber noch etwas mehr Stoff gönnen.
Was ich bei der kürzeren Weste seeehr vermisst habe sind seitliche Tascheneingriffe für die Hände. Also gerade bei einer Weste die auch noch wärmen soll, wollte ich defintiv nicht drauf verzichten die Händen in Taschen vergraben zu können. Ich habe daher 2 große Taschen aufgebracht die innen mit (der rauen, weichen Seite) Sweat gefüttert sind und an der Seite eine kleine Öffnung für die Hände haben. In der Höhe sind die Taschen riesig und es passt allerlei rein, z.B. ein großer Zergel für den Hund.

Was ich aber nicht bedacht habe, ist einen sicheren Platz für den Schlüssel einzuplanen. Also gerade bei so großen, seitlich halb-offenen Taschen ohne Reißverschluss möchte ich ja nicht einfach meinen Haustürschlüssel hinein werfen. Erst als die Weste schon fertig war, hab ich das bedacht und im Nachhinein von außen ein reflektierendes Gummiband mit Karabiner angebracht für den Schlüssel. Schöner wäre es natürlich gewesen, wenn ich es vorab versteckt / innerhalb der Tasche angebracht hätte, aber besser so als gar nicht.

Die Brusttasche für das Handy habe ich aber rechtzeitig eingeplant. Vielleicht wird es einigen schon zu langweilg die immergleichen Gadgets an meiner Kleidung zu sehen, aber ich habe einige Funktionen meiner Jacken einfach sooo liebgewonnen, dass ich sie nicht mehr missen möchte, auch nicht auf Westen. Und das gilt auch für die Hundepfeife die auf der Brusttasche wieder ihren Platz gefunden hat. Für den toppsicheren Rückruf ja eh schon lange bewährt. Aber aktuell üben wir auch einen Sitzpfiff (auf Entfernung) ein und das kann ich natürlich immer nur dann üben, wenn ich die Pfeife auch dabei habe.

Was wir eigentlich inzwischen getrost zu Hause lassen können ist der Leckerlibeutel. Alles was ich für die täglichen Spaziergänge brauche / erwarte, funktioniert inzwischen richtig gut ohne Leckerlis. Wenn ich Bente aber unterwegs doch gerne eine Freude machen möchte mit Leckerlisuche oder Tricks abfragen mit Leckerlibelohnung, dann ist die Halterung die ich fast schon standardmäßig bei Jacken mit einplane aber eben doch super praktisch, da der Beutel in der Tasche schon sehr viel Raum einnehmen würde.

Ich habe für diese Weste bewusst auf ein Futter verzichtet. Der Stoff hat ja 2 „gute“ Seiten und irgendwie wäre es schade drum gewesen, wenn ich das nicht endlich mal ausnutze. Ich habe die Jacke komplett mit Jordan-Schrägband versäubert und das Facing der Futterteile trotzdem verwendet.

Durch das fehlende Futter werden die Armausschnitte ja leider nicht automatisch versäubert und ich konnte mich vor und während des Nähprozesses die ganze Zeit nicht entscheiden ob ich das ebenfalls mit Schrägband lösen soll. Falls ja, wäre hier der Plan gewesen das Schrägband dann aber komplett nach innen zu klappen, so dass es von außen gar nicht sichtbar ist. Eine weitere Idee war Ripbündchenstoff zu nehmen, den dann aber sichtbar anzunähen. Die Entscheidung wurde mir am Ende aber abgenommen, denn das Schrägband hätte nur noch für einen Ärmel gereicht. Daher nun die Bündchenstoffvariante.

Für das Saumbündchen hätte ich gerne wieder deutlich dickeres Grobstrickbündchen verwendet. Aber ich habe einfach nichts in dem Farbton gefunden. Alles andere hier hat die Farbe Sienna und ist praktischerweise aus dem gleichen Shop, so dass die Farben auch wirklich alle mega gut zusammenpassen, trotz unterschiedlicher Stoffarten. Das gilt farblich auch für das Ripbündchen das ich nun verwendet habe. Aber es ist leider soooooo dünn. Ich hab das dann tatsächlich doppelt angewendet. Also einmal umgeschlagen wird es ja sowieso, aber ich hab da nun 4 Lagen Stoff, weil es sonst zu dem dicken Quiltstoff einfach komisch ausgesehen hätte. Ich hab jetzt kein extra Foto vom fertigen Bündchen, aber oben bei der Bilderreihe mit meinem Hund Bente ist es gut zu sehen.
Für den Kragen kommt wieder ein anderer Stoff zum Einsatz der auch bei der Brusttasche schon zu sehen war: Ein Sherpa Fleece, ebenfalls in der Farbe Sienna. Besonders weich ist der leider nicht, daher wollte ich das nur außen am Kragen haben und habe für die Innenseite des Kragens wieder die weiche Rückseite vom Sweat verwendet.

Ich mag den Stoffmix sehr und die Weste ist ziemlich genau so geworden wie ich sie mir vorgestellt habe. Viele verschiedene Stoffe, aber alles in einem Farbton. Wobei es ja einige schwarze Details gibt. Und wegen eben dieser schwarzen Farbtupfer habe ich heute mal Kaufkleidung in Schwarz (!) ganz tief aus dem Kleiderschrank hervorgekramt. Kommt ja nur noch selten zum Einsatz, aber ich mag den Kontrast und das Schwarz-(Sienna-)Rote Gesamtoutfit tatsächlich sehr.
Infos zum Schnitt:
Für die Weste aus dickerem Stoff bin ich eine Nummer Größer gegangen als gewöhnlich für Waffle Patterns (42), was auch gepasst hätte, wenn ich die Weste nicht auch noch verlängert hätte. Ich hätte hier noch eine Hüft-Po-Kurve einbauen müssen.
Die Stoffe die ich verwendet habe sind eigentlich alle die gleichen wie bei der Mitsuba Puffer Jacket die ich oben verlinkt habe. Ich mag das ungern immer und immer wieder in meine Blogposts schreiben, da ich den Stoff ja selber bezahlt habe 😁
Tsuki Cargo Vest von Waffle Patterns

Pünktlich zum Me Made Mittwoch im November habe ich ein UFO fertig gestellt, das ich vor einem Jahr gestartet habe. Da wollte ich nämlich die Weste „Tsuki“ von Waffle Patterns nähen. Genäht hatte ich letztes Jahr aber nur den Rücken, da ich dort eine genähte Landschaft integrieren wollte. Heute bin ich sehr froh, dass ich das direkt geplant und umgesetzt habe, denn zu der Zeit hatte ich ziemlich genaue Vorstellungen wie das aussehen solll. Ich hatte mir das zuvor auf dem iPad visualisiert. Ich wollte es wirklich ganz banal halten. Farblich nicht zu bunt und die Formen so schlicht, dass ich es ganz einfach nähen könnte ohne dafür FPP-Techniken anwenden (erlernen!) zu müssen. Die Weste wollte ich gerne aus Twill (ohne Stretch!) nähen und ich wollte nur Twill einer Marke kombinieren.
Fündig wurde ich dann bei Mind the Maker. Die vorhandenen Farben passten für mich soweit, dass ich Teile der Landschaft (wie z.B. Berge und Sonne) sehr gut damit umsetzen konnte. Durch die digitale Zeichnung konnte ich auch super gut testen welche Farbkombination mir mehr zusagt.
Ich habe in meiner Fotobibliothek mal zurückgescrollt und konnte sogar noch Fotos vom Prozess finden

Nähtechnisch natürlich keine Glanzleistung, aber ich mag das Ergebnis.
Als Hauptstoff habe ich mich für die Farbe Umber entschieden. Die würde ich wohl heute nicht noch mal wählen. Ich mag die Farbe und ich finde auch die fertige Weste wirklich hübsch. Aber an mir finde ich sie doch sehr wuchtig / dunkel. Weiterhin glücklich bin ich aber mit dem Innenstoff: Eine Viskose von See you at Six, sie trägt den Namen Parkside. Ein Jahr lang lag der Stoff brav mit allen (schon zugeschnittenen) Teilen des Außenstoffes in der Ufokiste. Es fiel mir tatsächlich schwer den in der Zwischenzeit nicht für andere Projekte herzunehmen, weil ich den so hübsch fand. Von dem zeige ich aber später noch mehr.

Vervollständigt wurde die Landschaft übrigens mit einem kleinen Vizsla.Plot. Damit wäre Bente auch integriert 🙂

Den (bzw. unsere gemeinsamen Hunderunden) hatte ich natürlich auch wieder im Kopf, als ich überlegt habe, welche Taschen ich verwenden möchte. Es wäre ja kein Schnittmuster von Waffle Patterns, wenn es nicht wieder viele Taschen und Varianten gabe.
Die Entscheidung darüber ob ich View A (V-Ausschnitt, ohne Kragen, ohne Kapuze ohne Strickbündchen) oder View B nähe war schnell getroffen. Ich fand die Version B wegen des Kragens hübscher, wollte aber keine Kapuze an meiner Weste. Hier hatte ich den gleichen Gedanken wie Barbara bei ihrer Weste : Wenn es regnet, dann ziehe ich eh eine Jacke mit Ärmeln an und keine Weste.
Die Taschen: Das Tool Pocket wollte ich gerne integrieren, weil ich mir gut vorstellen konnte, hier eine Wasserflasche unterbringen zu können. Dafür musste ich den Schnitt allerdings in der Breite verlängern. Das widerum hatte zur Folge, dass die Tasche ein wenig offen stand, wenn eben gerade keine Flasche untergebraucht wurde. Aus diesem Grund habe ich die Lasche integriert, die ich mit einem Manteldruckknopf befestigt habe.


Die kleine Brusttasche (chest pocket) aus dem Original hatte ich weggelassen, da ich keinen Verwendungszweck hatte. Ich besitze aber inzwischen bei 5 Jacken die größere Brusttasche in die auch das Handy passt. Es gibt sie im Original bei der Momiji und Kikyo (und ich hatte sie ebenfalls bei meinen Mitsubas integriert). Ich habe mich auf jeden Fall so sehr an diese Tasche gewöhnt, dass ich sie auch für die Weste integrieren wollte. Gerne wieder mit Hundepfeifenfach. Als ich die Tasche fertig genäht habe, stand aber sehr schnell fest, dass die zu wuchtig erscheint, wenn ich die bei der Weste auf Brusthöhe platziere. Sie fand stattdessen ihren Platz auf dem Zipper Patch Pocket. Da wird auch im Original eine weitere Tasche aufgesetzt, aber eigentlich eine kleinere. Das Fach für die Pfeife sollte ein bisschen Farbe in die sonst so dunkle Weste bringen und ich habe mich dafür entschieden alle Farben des Rückenbildes hier zu wiederholen. Bei Calm Greyund Old Rosé ist das Hundepfeifenfach integriert und am D-Ring kann das dazugehörige Band befestigt werden

Die Rückentasche habe ich auch genäht. Ohne speziell zu wissen wofür sie verwendet wird, aber für den Hund schleppe ich ja eh immer Dinge mit mir rum… Die wird schon zum Einsatz kommen.

Innentasche: Der Schnitt bietet verschiedene, aber ich hab nur eine Innentasche integriert. Aber dafür konnte ich sie so gut platzieren, dass sie sich wunderbar ins Muster integriert.

Ich hatte übrigens kurzzeitig überlegt ob ich nicht doch aufs Lining verzichte. Eher so aus Faulheit.. Aber wenn ich mir das Ergebnis so anschaue, bin ich mega froh, dass ich das nicht gemacht habe.

Außerdem wäre die Weste ohne Lining nicht wirklich ansehnlich gewesen von innen durch das Rückenbild

Ich muss noch Worte zum Stretchbund verlieren. Der war für mich irgendwie von vornherein ein optisches Highlight der Weste (View B) und ich wollte unbedingt ein sehr grobstrickiges Bündchen haben. Aber die Farbe Umber war da wirklich kein geeigneter Farbton für Kombis. Passendes Bündchen bei Mind the Maker war mir leider viel zu dünn und Schmalrippig. Ich hab dann wirklich alle Shops abgesucht, sogar was bestellt, was dann farblich aber leider gar nicht harmonierte. Am Ende landete ich bei den Strickbündchen von Albstoffe. Leider gab es die nicht in Braun, weshalb ich mich für den hellsten Ton entschieden habe und das Bündchen selber gefärbt habe. Über ein noch dunkleres Ergebnis hätte ich mich noch mehr gefreut, aber immerhin finde ich das Braun dennoch passend zum Umber. Und ich LIEBE es wie dick das Bündchen ist und wie breit die Rippen sind.

Am Schluss sei noch erwähnt, dass ich den Kragen um 3 cm gekürzt habe. Das war der Länge meines Reißverschlusses geschuldet…

Die Weste passt farblich gar nicht mal so gut zu meinen vorhandenen Klamotten. Was ich hier trage (genähtes – ebenfalls selbst gefärbtes Shirt und Kaufhose) sind aktuell die einzigen Kombi-Partner die ich finden konnte. Aber trotzdem mag ich sie sehr. Ich werde mir wohl einfach noch passende Kleidung dafür nähen müssen 😃
Kikyo 3-in-1 Jacket
** Werbung: Dieses Schnittmuster wurde mir für ein pattern testing zur Verfügung gestellt. Der Blogbeitrag ist nicht Teil des testings und erfolgt aus eigenem Antrieb **

Wenn Yuki unter ihrem Label Waffle Patterns einen neuen Schnitt herausbringt, weiß ich eigentlich schon vorher: Das kann nur gut werden. Ihr neues Schnittmuster für eine 3-in-1 Jacke hat mich allerdings richtig begeistert: KIKYO ist eine Jacke mit herausnehmbarem, wärmendem Futter. Bisher wusste ich nicht, dass mir das gefehlt hat, aber ich finde die Idee großartig!! Die abnehmbare Kapuze ist ein weiteres highlight und die Jacke an sich sowieso, denn es gibt wieder viele verschiedene Taschenmöglichkeiten.
Für diese Jacke wurde ich für ein pattern testing angefragt. Und nach kurzem Blick auf die technische Zeichnung war klar: Was gerade auf meinem Nähtisch liegt muss warten – ich bin definitiv dabei 😀
Von großem Vorteil war aber auch, dass ich schon 2 verschiedene Jackenschnitte (je 2 x) von Waffle Patterns genäht habe (Schnitte ganz normal gekauft). Ich weiß somit bereits welche Größe ich bei ihr nähen muss, aber auch dass ich bisher keinerlei Änderungen in der Passform vornehmen musste. Das machte mir die Entscheidung zuzusagen ebenfalls leichter. Vor allem aber auch die Entscheidung bei den Stoffen direkt all-in zugehen. Ich habe kein Probemodell genäht und auch nicht „erstmal nur günstige Stoffe vernäht – denn wer weiß, ob es passen wird“. Hätte bei einer neuen Jacke mit ganz anderer Passform natürlich trotzdem schief gehen können, aber ich war zuversichtlich 😉 Zu den verwendeten Stoffen komme ich aber später noch im Detail. Ich gehe erstmal auf die Funktionen der Jacke ein, die sich in meinem Falle natürlich wieder hervorragend als Hundejacke eignet.

Obwohl ich eigentlich am liebsten direkt von der coolsten Funktion – dem herausnehmbaren lining – schwärmen möchte, fange ich mal bei der Hauptjacke an, genauer gesagt bei den Taschen.
Zipper Chest Pocket:
Es gibt wieder eine Brusttasche – die ich so sehr liebe, weil das Handy darin so praktisch griffbereit ist. Für die Momijis hatte ich mir diese Brusttasche vergrößert, damit mein Handy reinpasst. Bei der Kikyo ist sie schon groß genug.

Flap Chest Pocket:
Auch die hab ich in der Originalgröße belassen. Einzige Änderungen:
Die Taschenklappe habe ich etwas bunter gestaltet (verrate später noch warum) und die Tasche mit einer kleinen Reflektorpaspel versehen. Ich mag es wenn so winzig kleine Details dafür sorgen, dass ich im Dunkeln gesehen werde. Auf dem Rücken wiederholt sich ein Reflektordetail: Das Label „WORTH THE EFFORT“ (was ich hier zu 100% bestätigen kann), habe ich auf einem kleinen Stück Reflektorstoff platziert, so dass ich auch von hinten gesehen werde bei entsprechendem Lichteinfall.

Auf die Tasche habe ich außerdem wieder ein kleines Hundepfeifenfach genäht und darunter einen D-Ring an dem das Band befestigt werden kann, so dass ich (nicht schon wieder…) eine Hundepfeife verliere. Ein klitzekleines add on, dass ich aber unglaublich praktisch finde, weil die Hundepfeife so immer dabei und schnell griffbereit ist.

Sleeve-Pocket:
Diese kleine praktische Reißverschlusstasche am Ärmel kenne ich schon von den beiden Jackenschnitten Momiji und Mitsuba. Ich habe es mir wieder als Schlüsselfach umfunktioniert. Geändert habe ich dafür am Schnittteil gar nichts, ich habe nur ein Gummiband mit Karabiner in der Naht mit eingefasst.

Side pocket + patch handwarmer layer:
Es gibt auch eine Version für Welt Pockets, aber hier habe ich es mir tatsächlich einfacher gemacht und die patch handwarmer layer genäht.
Damit es aber tatsächlich Handwärmer werden, habe ich zusätzlich Fleece verarbeitet. Sowohl auf der Haupttasche (also nur der Bereich unterhalb der Tasche in die die Hände geschoben werden) als auch auf dessen Rückseite. Wenn ich nun aufgrund von Kälte meine Hände verstaue, wird es gleich doppelt warm

Die eigentlichen Taschen sind aber auch richtig groß, was mir für die Hunderunden natürlich richtig gut gefällt.

Ein Detail das ich selber noch hinzugefügt habe, ist dieser kleine Streifen auf der rechten Tasche: Hier kann ich den Leckerlibeutel dranklipsen. Ebenfalls eine alt bewährte Änderung, die ich schon an anderen Jacken zuvor umgesetzt habe.

Back Belt:
Auf dem Rücken gibt es einen Gurt, der es möglich macht die Rückenweite zu raffen. Die Lösung gefällt mir richtig gut, da ich es tatsächlich schöner finde, wenn nur der Rücken gerafft ist und eben nicht die ganze Jacke (wie es viele andere Schnitte umsetzen; oft durch eine durchgehende Kordel).

Um einen ähnlichen Effekt hinzubekommen, hatte mir vor langer Zeit bei einer Softshelljacke auch nur das Rückteil durch ein eingesetztes Gummiband gerafft.

Aber diese Lösung für Kikyo ist natürlich professioneller und variabler, da die Stärke der Raffung angepasst (oder auch weggelassen) werden kann.

Zipper Pocket:
Kurz habe ich überlegt das wegzulassen, da solche (nicht aufgesetzten) Taschen in der Regel aufwändiger zu nähen sind. Aber dann packte mich doch der Ehrgeiz: Schließlich wollte ich die Anleitung gründlich testen, das geht am Besten, wenn ich alle Nähschritte auch durchmache und nicht nur durchlese. Statt eines gewöhnlichen Innenstoffes habe ich auch hier wieder Funktionsstoff genommen (einen etwas dünneren Waxed Cotton). Noch weiß ich nicht, was ich künftig in diese Tasche machen werde, aber wenn die Tasche auswischbar ist, schadet das ja schonmal nicht. Dass ich hier lieber mit Kontrastfarben arbeiten möchte für den Reißverschluss war mir schon ganz am Anfang bei der Farb-Planung der Jacke klar und genau das mag ich nun am fertigen Ergebnis auch sehr. Ich bin übrigens froh drum, dass ich diese RV-Tasche nicht ausgelassen habe. Denn auch hier habe ich wieder etwas neues dazugelernt, bei der Verarbeitung des Innenfaches. Es ist nämlich durch die französischen Nähte von innen und außen schön anzusehen.

Gerade das von außen schön anzusehen gefällt mir sehr, denn wenn ich eine ungefütterte Jacke öffne, mag ich ungern auf Overlock-Versäuberungsnähte schauen.
Das war auch der Grund warum ich die gesamten Nahtzugaben mit Schrägband eingefasst habe. Laut Anleitung können sie mit Overlock oder Zick-Zack versäubert werden. Es wird aber auch erwähnt was bei Kappnähten zu tun wäre. Da es aber passend zu den Stoffen meines (herausnehmbaren) Linings auch Schrägband gibt, habe ich mich für diese Variante entschieden.

Aus Schrägband habe ich übrigens auch die Aufhänger für die Innenjacke angefertigt. Der Aufhänger für die Außenjacke ist aus Ripsband. Ich bevorzuge bei schwereren Jacken das Aufhängen auf dem Bügel. Aber falls mal keiner zur Hand ist, sollte ein Aufhänger meiner Meinung nach an keiner Jacke fehlen. Da die Innenjacke ja auch mal einzeln bewahrt werden muss, ist es umso wichtiger, dass sie ihren eigenen Aufhänger hat.

Abnehmbare Kapuze:
Im Kragen ist ein Reißverschluss eingearbeitet, so dass ich aussuchen kann ob ich die Jacke mit oder ohne Kapuze tragen möchte. Für mich hat die Jacke ohne die Kapuze den typischen Parka-Look, weshalb ich das super gerne nutze und die Kapuze daheim lasse, wenn kein Regen (oder starker Wind) angesagt ist.

Die Jacke dennoch jederzeit mit einer Kapuze ausstatten zu können ist natürlich super praktisch.


Removable Liner:
Kommen wir aber jetzt endlich zu dem absoluten Highlight der Jacke: Das herausnehmbare (wärmende) Innenfutter. Wie cool ist das denn bitte?

Ich habe natürlich schon Kaufjacken gesehen, bei denen noch eine Fleecejacke herausgenommen werden kann, besaß aber selber nie so eine. Dass ich mir hier aber sogar aussuchen kann, ob ich meinen Liner aus Fleece oder Flanell oder wattiertem Steppstoff nähen kann, macht den Schnitt für mich noch interessanter.
Nachdem ich meine Jacke und den Liner komplett fertig genäht habe, kam mir noch der Gedanke, dass ich sogar verschiedene Liner (unterschiedlich dicke Liner?) für eine Jacke nähen könnte um sie noch funktioneller zu machen. Erst später kam mir der Gedanke auch andersrum: Ich kann dieses nun genähte Lining ja auch für eine weitere Jacke verwenden. Ich plane nämlich gerade eine Regenjacke. Und wie genial ist das denn, dass ich dieses Lining auch in meine (zukünftige) Regenjacke einsetzen kann, wenn ich diese nach dem gleichen Schnitt nähe und sie somit auch mit den inneren Reißverschlüssen ausstatte?

Ich muss hier wohl gar nichts mehr sagen, die Planung dazu ist schon sehr weit fortgeschritten, weil mich der Gedanke sofort gepackt hat 😀
Bei dem Lining für meinen Parka habe ich mich für Thermal Quilt von mind the maker entschieden. Seit ich diesen (damals in Schwarz und mit Streifen-Steppung) in meine erste Mitsuba Puffer Jacket genäht habe, bin ich sehr verliebt in diesen Stoff, der sich hervorragend als wärmendes (und trotzdem praktisch-flutschiges) Futter eignet. Ich habe ihn in einer anderen Farbe (Rot mit Rauten – mag ich ja sehr, dass die verschiedenen Farben mit teils unterschiedlichen Mustern gesteppt wurden) direkt noch in einer zweiten, längeren Mitsuba-Version verwendet. Mir war auch von Anfang an klar, dass er sich perfekt eignen wird für eine eigenständige Jacke, die in einer Jacke für zusätzliche Wärme sorgen wird. Vor allem auch, da es das dazugehörige Lining (also nicht wattiert, nicht gequilted) farblich passend dazu gibt und ich sogar die Bündchen farblich passend dazu wählen kann. Aber all das liste ich am Ende noch mal auf. Und nein – ich habe keine Kooperation mit Meter Meter, ich bin nur sehr begeistert von Qualität und Kombinationsmöglichkeit der Stoffe.

Zusätzlich zu der kleinen Innentasche die dem Schnitt beigefügt ist, habe ich noch eine größere Innentasche auf der anderen Seite hinzugefügt. Bei beiden habe ich darauf geachtet, dass die Steppmuster des Jackenstoffes auf den Taschen weiterlaufen.
Das wärmende Lining kann einfach per Reißverschluss an der Hauptjacke befestigt werden, hat aber noch viele weitere Befestigungspunkte (Gummischlaufen und Knöpfe sowie Druckknöpfe), so dass die Jacke auch wirklich sicher in der Hauptjacke sitzt und nichts verrutscht. Es fühlt sich beim Tragen definitiv nicht an, als wäre das Lining nur ein Anhängsel.
Als wir die Fotos gemacht haben, wurde es ziemlich plötzlich sehr windig und kalt und ich war direkt froh um mein wärmendes Innenfutter.

Weitere Infos zu den Stoffen:
Jetzt lüfte ich erstmal das Geheimnis warum ich mich genau für diese Stoffkombination entschieden habe. Bente hat im Sommer ein neues Geschirr bekommen und ich hatte (vor der Anfrage zum Pattern Testing) eigentlich gerade einen kleinen Rucksack in Arbeit, bei dem ich genau diese Farben passend aufgegriffen habe: Ein helles Lila, ein helles Khakigrün, Orange und Rosa. Das Geschirr steht Bente einfach unglaublich gut und mir gefielen die Farben dann so sehr, dass ich Bente dazu ein farblich passendes Biothane-Leinen-Halsband-Set gemacht habe und mir noch die passende Hüfttasche dazu gekauft habe.


Einen kleinen Rucksack – ebenfalls farblich abgestimmt – wollte ich mir gerade selber dazu nähen. Den würde ich dann nicht zusätzlich zur Hüfttasche tragen, sondern eben dann, wenn etwas mehr mit muss, als in die Hip Bag passt.
Ungefähr beim halbfertigen Rucksack kam die Anfrage zum Testnähen. Weil ich da noch mitten in dieser Farbkombi-Blase war, wollte ich bei meiner Jacke immerhin kleine Akzente in den Farben setzen.


Mir gefällt das extrem gut, das meine Jacke nicht übertrieben bunt ist und trotzdem perfekt zu Bente passt.

Außenstoff:
Mich erinnert der Stil dieses Jackenschnittes an einen Parka und irgendwie hatte ich direkt einen recht schwereren Stoff in einem Grünton vor Augen, als ich überlegt habe, welche Stoffe ich verwenden möchte. Den vorher erwähnten Rucksack nähe ich aus diesem robusten, wasserabweisenden Stoff (weil dieser Grünton dem von Bentes Geschirr sehr nah kommt) und ich konnte ihn mir auch ziemlich gut als Jackenstoff vorstellen. Die Farbe passte für mich seeehr gut zum Thema „Parka“ – also ging ich in die Planung. Und suchte passenden Innenstoff.
Stoffe für das herausnehmbare Lining:
Kurz hatte ich den Gedanken für innen eine recht knallige Farbe zu verwenden. Oder auch noch mal das Lila von Bentes Geschirr. Aber es scheiterte daran, dass genau dieser Fliederton als Steppstoff nicht zu finden war. (Das Thelma-Lilac ist irgendwie eher ein Rosa….) Ich war aber nicht lange traurig und fand, dass ein gedecktes Olivgrün viel besser zu einem klassischen Parka passt. Und weil ich bisher keinen Parka besaß, wollte ich ihn wirklich gerne recht klassisch und etwas dezent haben. Etwas dezent sage ich bewusst, da es mit den ganzen Farbakzenten und hier und da noch diverse Label ja nur so mittel-dezent wurde.
Von dem olivgrünen Thelma hatte ich mir erstmal ne Stoffprobe zukommen lassen, um sicherzugehen, dass das Grün passt und sich nicht mit dem vorhandenen Grün vom Außenstoff beißt. Ich war erleichtert, dass es mir sehr gut zusammen gefiel, denn so konnte ich meinen Plan das Lining, das gequiltete Thermal Lining, das Bündchen und auch das Schrägband passend zueinander zu kaufen weiter verfolgen.
Einen olivgrünen Reißverschluss gibt es laut Webseite dort auch. Der sah online aber viiiiiel heller aus als die Stoffe. Und da ich bei teilbaren Jackenreißverschlüssen lieber die exakt benötigte Länge kaufe, damit ich zum einen nicht selber kürzen muss, vor allem aber auch den Endstopper oben durch das Kürzen nicht verliere, habe ich die Reißverschlüsse in der Farbe Khaki in exakt den benötigten Längen (für die abnehmbare Kapuze, die heraustrennbare Jacke und eben die Gegenstücke an der Außenjacke) bei meiner bevorzugten Reißverschlussquelle gekauft. Dort habe ich auch den Hauptreißverschluss der Jacke gekauft, bei dem es mir allerdings wichtig war, dass dieser ein Metallreißverschluss ist, auch wenn er in dem Fall nicht zu den anderen 3 genannten passen wird.
Ich fand es übrigens sehr spannend wie dieser Reißverschluss angenäht wird. Die Technik war mir auch neu und sie war extrem leicht.
Und leicht ist ein seeeehr gutes Stichwort. Diese Jacke, mit all ihren Details ist natürlich etwas zeitauwändiger. Ich persönlich verbringe ja vorab noch mehr Zeit mit der Planung: Welche Taschen welche (Extra?)Details, welche Farben und daraus resultierend: Welche Stoffe?? Alles soll richtig stimmig aussehen UND super praktisch sein und wieder als Hundejacke durchgehen können. Bis all diese Details dann vernäht sind, dauert es natürlich etwas. Aber die Anleitung ist wieder mal so unfassbar gut, dass die Jacke – so detailreich sie auch ist – an keiner einzigen Stelle schwer zu nähen war. Das mag ich einfach so gerne an den Schnitten von Waffle Patterns ❤

Am Ende zeige ich euch noch ein kleines Lieblingsdetail:
Nirgends passt dieses süße Label besser als bei einem extra Lining das mich wärmen soll

Die zweite Jacke nach dem Schnitt ist wie gesagt schon in Arbeit und der Rucksack muss noch eine Weile auf seine Fertigstellung warten. Der Herbst wechselt sich hier nämlich gerade richtig gut ab und schickt abwechselnd super schön warme, sonnige Herbststimmung, aber an den Tagen dazwischen auch viel Nässe. Und ich möchte schon sooo lange eine Regenjacke selber nähen, nur der Plan dazu (Schnitt- und Stoffkombination) war noch nicht ganz ausgereift. Das steht nun und ich nehme die Euphorie dieser Jacke direkt mit und habe nun die Regen-Kikyo direkt gestartet.
Ich kann sogar verraten, dass nach der Regenjacke sogar noch eine dritte Kikyo in Planung ist. Optisch und funktional aber nochmal anders. Aber dazu verrate ich noch keine Details, denn der Star des heutigen Beitrags soll ja dieses Orginal sein 🙂
Viele Grüße,
Mel
Zusammenfassung:
Schnitt: Kikyo 3-in-1 Jacket von Waffle Patterns
Größe: Ich habe Größe 40 genäht und keine Passformänderungen vorgenommen.
Stoffe:
Hauptjackenstoff: Weight Waxed Cotton in der Farbe „Explorer“ von Mind the Maker (100% Cotton; 430 g/m2)
Zur Verarbeitung gibt es unten noch einenHinweis*
Thermallining: Thelma Thermal Quilt „Wave Green Olive“ (100% Polyester; 220g/m2)
Lining: Thelma Solid Olivgrün von Mind the Maker (100 %Polyester; 95g/m2)
passendes Bias Tape aus dem gleichen Stoff: Bias Tape Green Olive
Bündchenstoff (aus dem Stash, glaube aber, dass es auch von Mind the Maker war)
Stoff für das Zipper Pocket: Oilskin Super Light Waxed Popeline (von Spreefee Bag Making Supplies – scheint es nicht mehr zu geben
*Am Ende noch ein Hinweis wei ich den Weight Waxed Cotton von Mind the Maker verarbeitet habe: Auf dem Stoff waren alle Knicke, alle Falten, jegliches „kurz mal dran gekommen“ zu sehen. Ich hatte ein bisschen Angst um die fertige Jacke, die später ausschauen könnte, als wäre sie an diversen Stellen kaputt, nur weil ich mal ganz leicht einen Ast gestreift habe. Daher hab ich (erst nach dem kompletten Zuschnitt überlegt) jedes einzelne Teil einmal komplett durchgeknetet. Ich hatte das Gefühl das tat dem Stoff generell gut und dass all diese Knitterfalten später gewollter aussehen werden als einzelne Streifen (siehe Vergleichsfoto)

Am Ende war es aber so, dass nach dem gesamten Nähprozess gar keine Streifen mehr zu sehen war. Die gesamte Jacke hat schon einen leichten Used Look. Aber dieser Knitter-Effekt wie oben zu sehen, war wirklich nur direkt nach dem durchknittern der Fall.
Berlin Jacket von Tessuti Fabrics
Nachdem ich Anfang der Woche schon von der Verona Jacket von Tessuti Fabrics berichtet habe, kommt hier die 2. Walkjacke. Die habe ich aber tatsächlich vor kurzem erst genäht. Sie lag 2 Jahre fertig zugeschnitten (und mit fertiger Applikation) in einer UFO-Box. Nachfogend aber nur die Bilder. Den Bericht gibt es nämlich heute beim Oktober – Me Made Mittwoch. Viel Spaß!!





Verona Jacket von Tessuti Fabrics
Die Verona Jacket und die dazugehörigen Fotos, die ich heute zeige, sind schon zwei Jahre alt. Irgendwie hat es diese Jacke bisher nie auf den Blog geschafft, obwohl ich relativ schnell nach Fertigstellung die Fotos gemacht habe. Und obwohl mir dieses Projekt auch am Herzen lag, was hauptsächlich an der persönlichen Stickerei lag. Die Verona Jacket habe ich zusammen mit der Berlin Jacket entdeckt. Beides Schnitte von Tessuti Fabrics (war mir vorab nicht bekannt). Ich muss zugeben, dass mir nach dem Kauf der Datei alles etwas suspekt war: Das eher schlichte (schlechte…) Design der Anleitungen mit laienhaften Fotos zB. Auch die Art der Verarbeitung. Letzteres lag allerdings lediglich daran, dass mir die Verarbeitung mit Wollstoff bisher völlig unbekannt war. Die Anleitung an sich ist nämlich eigentlich sehr verständlich und die Nähschritte (ohne versäuberte Nähte) zwar unbekannt, aber völlig okay. Woher ich ich diesen Walkstoff und einen weiteren (für den zweiten Schnitt, den ich noch separat vorstellen werde) habe, kann ich leider nicht mehr nachvollziehen. Ich weiß noch, dass ich mich damals sehr schwergetan habe, einen für mich so ungewohnten Stoff zu finden. Beziehungsweise auch in einem Shop zwei Farben zu finden, die mir gefallen. In vielen Shops gab es vorwiegend sehr knallige Farbtöne wie Apfelgrün oder grelles Türkis.

Ich war auch von Anfang an skeptisch, weil ich wusste, dass diese Art der Stoffe eigentlich gar nicht zu mir passt. Aber die Neugier auf die beiden Schnitte, die nunmal ausschließlich für diese Wollstoffe gemacht sind, war zu groß.
Für die Verona Jacket kam mir ziemlich schnell die Idee, dass ich gerne eine Stickerei drauf hätte. Aber nicht irgendeine. Es sollte Bente sein und ich hatte auch schon eine Idee im Kopf, die ich allerdings erst mal fotografisch umsetzen musste, damit ich sie anschließend nachzeichnen konnte. Freihand-Zeichnungen liegen mir nämlich leider gar nicht. Und so entstand diese Stickerei. Die Idee mit der Fliege kam mir daher, da Bente zu dieser Zeit mitten in der Pubertät war und sich nicht lange auf etwas konzentrieren konnte: Kaum sah er eine Fliege (oder etwas anderes) war er abgelenkt. Aber der Umriss von ihm und einer Fliege war einfach so ein süßes Bildnis für diese Zeit 😁

Ich hatte es anfangs schon angekündigt: die Verarbeitung war super ungewohnt und die Optik der Anleitung gefiel mir überhaupt nicht, aber dennoch kam ich damit sehr gut zurecht und das Wesentliche war gut erklärt. Die Jacke auch dementsprechend schnell genäht.

Tja, was gibt es nun zur Jacke zu sagen… Es ist definitiv nicht die große Liebe. Und ich hatte sie in den vergangenen zwei Jahren auch extrem selten an. Irgendwie liegt sie mir am Herzen wegen der Stickerei. Aber irgendwie ist es auch ein ziemlich komisches Gefühl sie zu tragen. Wegen des kratzigen Wollstoffes kann ich sie sowieso nur mit einem Lamgarmshirt darunter tragen. Aber davon mal abgesehen ist es eine ziemlich komische Mischung aus
- sehr warm durch den Wollstoff
- aber dennoch winddurchlässig und bei Wind daher noch nicht so warm.
Außerdem sind die Ärmel recht kurz und die Jacke ja selber auch, was mir auch irgendwie ein Gefühl von nicht warm und nicht gemütlich genug vermittelt. Wenn ich etwas überziehen möchte, weil mir kalt ist, habe ich eher das Bedürfnis, mich in einen Cardigan oder eine kuschelige Sweatjacke einzuhüllen. Und weil es keinen Verschluss gibt, erfüllt die Jacke natürlich auch nicht wirklich ihren Zweck. Weshalb ich eigentlich gar keinen wirklichen Anlass habe die Jacke anzuziehen. Wann immer mir kalt ist, habe ich in der Regel auch das Bedürfnis eine Jacke vorne zu schließen. Wenn ich sie getragen habe, habe ich sie mir dann meistens vorne zugehalten. Was aber natürlich total unpraktisch ist, wenn ich mit dem Hund draußen war und mit einer Hand die Leine halten musste. Dann hab ich immer versucht mit nur einer übrigen Hand die Jacke zuzuhalten. Das ist wohl auch der Hauptgrund, warum ich die Jacke so gut wie nie getragen habe: Kalt genug für eine Jacke aus eigentlich dickem Wollstoff, gleichzeitig aber komplett windstill und nicht sooo kalt, dass die Jacke so kurz sein darf und offen getragen werden kann… Diese speziellen Wetterverhältnisse sind wirklich nicht oft gegeben.
Die Jacke hat im Original auch keinerlei Verschluss. Eine Knopf und eine kleine Kordel habe ich selber angebracht, damit die Jacke auch von alleine etwas geschlossen bleibt.

Nun steh ich da mit einer Jacke, die ich eigentlich nicht wirklich tragen mag, die mir andererseits aber wegen der Stickerei ans Herz gewachsen ist. Ich denke ich werde ein upcycling draus machen und die Stickerei dadurch für irgendetwas anderes retten. Eine passende Idee dazu habe ich allerdings noch nicht. Vielleicht irgendetwas fürs Nähzimmer? Gibt es da Dinge aus Walk? Ich freu mich über Ideen.
Während ich das schreibe, kommt mir aber zusätzlich noch die Idee, dass ich die Jacke jetzt erst einmal an meinen Arbeitsplatz legen werde. Denn da ist es ja windstill. Vielleicht macht sie sich gut als Überziehjacke bei der Büroarbeit..? Das werde ich auf jeden Fall noch testen. Wobei ich natürlich auch dafür immer ein Longsleeve tragen müsste.
Ich kann aber schon mal spoilern, dass der andere Schnitt von Tessuti Fabrics (ebenfalls für Walk) mich mehr überzeugt hat. Dazu in den nächsten Tagen mehr.
Bis bald,
Mel
Selja Knot Tee in Khaki
Der Me Made Mittwoch motiviert mich fast jeden Monat dazu angefangene Projekte rechtzeitig zum ersten Mittwoch des Monats fertigzustellen. Der Mai war allerdings eine einzige riesengroße Nähflaute. Eigentlich habe ich genug Ideen und Projekte im Kopf. Aber was ich gerade wirklich benötige sind ein paar neue Shirts. Leider gehören Shirts zu den Dingen die ich am wenigsten gerne nähe. Es ist mir inzwischen einfach zu langweilig. Sowohl zum Nähen als auch zum Zeigen auf dem Blog. Aber nun zeige ich ausgerechnet zum MMM ein Shirt um mich etwas selbst auszutricksen. Ich brauche Shirts – bald ist Me Made Mittwoch – also keine Ausreden mehr jetzt!! Hat funktioniert: Ich habe auf den letzten Drücker eines genäht und ich habe es gestern noch schnell zum Fotografieren und Blogbeitrag vorbereiten geschafft.

Es handelt sich um das Selja Knot Tee von Named Clothing. Zum ersten (und letzten Mal) genäht (und verbloggt) im April 2017. Seither gab es tatsächlich keinen einzigen Nachfolger. Wie ich nun nachgelesen habe, mochte ich das Shirt. Aber dennoch hatte ich es nicht oft an, bzw. wenn meist als Schlafshirt. Ich glaube es liegt hauptsächlich an der knalligen Farbe, die ich einfach nicht so recht mit dem Rest meines Kleiderschrankes kombinieren konnte. Die Maßtabelle sagte damals ich bräuchte die Größe 40. Durch das vorhandene Shirt, aber auch durch die Information in meinem damaligen Blogbeitrag lese ich, dass die Größe 38 locker gereicht hätte. Und dennoch habe ich erneut die Größe 40 genäht. Der Grund war meine Faulheit: in dieser Größe war der Schnitt (sogar auf recht fester Folie) bereits fertig abgepaust und ich hatte keine Lust alles neu vorzubereiten oder den vorhandenen Schnitt zu ändern.
Obwohl – eine kleine Änderung gab es: Ich habe eine Brusttasche aufgenäht. Ich finde das tut dem sonst recht legeren Shirt gut. Der Grund dafür ist aber, dass ich mir das generell für Shirts angewöhnen möchte, damit ich bei Bedarf die Hundepfeife dort reinstecken könnte. Ich bin ja eh kein Sommerfan… Und dass ich bei wenig / leichten Kleidungsstücken nie weiß wo ich mein (Hunde-)Zeugs hinstecken soll trägt noch mal dazu bei…

Da ich beim ersten Selja Knot Tee so meine Schwierigkeiten hatte diesen Schlitz mit der Cover zu nähen, habe ich diesmal die Nähmaschine verwendet und bin mit dem Ergebnis zufrieden.

Die Hose die ich hier trage ist immer noch meine Lieblingsjeans. Das liegt natürlich daran, dass Bente die beiden Potaschen ziert.

Der ein oder anderen mag es aufgefallen sein, dass die Farbe Grün hier gerade ein wenig dominiert. Es ist nicht so, dass Grün meine neue und einzige Farbe werden soll. Aber tatsächlich zieht sich gerade ein grüner Faden durch meine Wandergarderobe. Und natürlich passt Grün auch toll zu meinem noch recht neuen Veiiko Hunderucksack. Grüne Oberteile sind tatsächlich noch rar.

Ich nehme aber gerne auch noch Tipps an, welche Oberteilfarben gut zu einer knallgrünen (Kauf-) Wanderhose passen würden. Es sollte allerdings gerade obenrum in das Frühlings-Herbst-Farbschema passen, denn wann immer ich diese Farben in Gesichtnähe verlasse, bereue ich es schon recht bald und fühle mich nicht wohl darin. Alle Gelb- und Ockertöne mag ich aber nicht zur Grünen Hose (Pumuckl lässt grüßen….)

Aber zurück zum Schnitt: Nicht so gerne mag ich die Ärmel. Sie sind ultra kurz und damit irgendwie nichts halbes und nichts ganzes. Es sieht ein wenig wie überschnittene Ärmel aus und genau die mag ich eigentlich nicht. Ich trage dann lieber normale kurze Ärmel oder eben gleich ärmellose Tops.

So, mehr gibt es zum Schnitt nicht zu sagen und ich überlege schon mal welches Shirt (mit aufgesetzter Tasche) ich als nächstes nähen könnte.
Regen-Anorak Neya von Viki Sews
Schon lange plane ich eine Regenjacke zu nähen. Ich konnte mich nur nicht genau entscheiden wie genau die aussehen soll und was genau sie können soll. Eine Regenjacke für die Hunderunden? Mit allem Zipp und Zapp ( = die gewohnt vielen Hundefächer um immer alles dabei zu haben) weil ich natürlich auch raus muss, wenn es partout nicht aufhören möchte Bindfäden zu regnen..? Oder einen richtig tollen, schicken langen Mantel, mit reflektierenden Bändern? Oder lieber einen Anorak der so leicht ist, dass ich ihn einfach mal mitnehmen kann für den Fall, dass es vielleicht nieselt / regnet? Ich könnte die Entscheidung jetzt noch mal ein Jahr vor mir herschieben ODER ich gestehe mir einfach ein, dass ich alle 3 brauche und nähen möchte 😉 So in etwa könnte das aussehen:

Links: Regenjacke mit vielen Taschen. Hier werde ich wieder den Schnitt Momiji von Waffle Patterns nutzen, aber wieder etwas abändern.
Mitte: Der Anorak Neya von Viki Sews, den ich heute zeige. Mit nur kleinen Änderungen
Rechts: Der Raincoat 832 von Grasser (der aber komischerweise keine Kapuze hat. Das bliebe bei mir nicht so)
Schnitt und Stoff
Weil mich die Wander-Zubehör-Nähstimmung noch nicht ganz losgelassen hat und ich mit Neya eine Regenjacke hätte, die ich bei unsicherer Regenvorhersage einfach vorsichtshalber dabei haben könnte (im Hunderucksack natürlich), habe ich nun zuerst den Anorak genäht. Den Schnitt von Viki Sews, der komplett mit französischen Nähten genäht wird, habe ich bereits 2022 gekauft. Seitdem wartete ich darauf, dass mir der richtige Stoff dafür begegnet. Denn hier kommt nur ein wirklich leichter Regen-Bekleidungsstoff in Frage. Als ich den Hunderucksack Veiiko genäht habe, war ich auf der Suche nach dünnem, wasserabweisenden Stoff, der als Reißverschluss-Schutz dienen sollte. Fündig wurde ich bei Extremtextil: ein ultraleichter (80g/qm) 3-Lagen-Laminat in der Farbe Oliv mit einer Wassersäule von 20.000 🙂 Da musste ich nicht lange überlegen. Und ich mag es nun auch sehr wie der Stoff zum Rucksack passt. Und als ich ihn für den Rucksack an diversen Stellen vernäht habe, fiel mir nicht nur auf wie toll er sich vernähen lässt, sondern auch, dass er wirklich perfekt für den Neya Anorak sein könnte. Und weil Extremtextil verspricht, dass er nur vorübergehend im Sortiment ist (ja, da bin ich Opfer!) musste ich ihn natürlich kaufen. Wie dünn und leicht er ist (die ganze Jacke wiegt gerade mal 228 Gramm), ist hier auch sehr gut zu sehen:

Ich habe ja schon „kleine Änderungen“ angekündigt. Die erste:
Kapuze mit Schirmmütze
Als Brillenträgerin kann ich bei Regen ohne Regenschirm leider in kürzester Zeit nichts mehr sehen. Aber ein Schirm ist wirklich unpraktisch, wenn ich in der einen Hand die Leine und in der anderen ggf. noch ne „kleine Tüte“ tragen muss. Ich helfe mir oft damit aus, dass ich unter der Kapuze zusätzlich noch ein Käppi trage. Dann bleibt die Brille frei von Wassertropfen – zumindest solange der Regen nicht von allen Seiten kommt. Aber an das zusätzliche Käppi muss ich natürlich auch immer denken. Spätestens, wenn ich einen Regenanorak mal nur sicherheitshalber mitnehme ist aber schon vorprogrammiert, dass ich nicht dran denken werde. Daher habe ich den Schirm einfach hinzugefügt: 2 Lagen Decovil in Form eines Käppi-Schirms zwischen Kapuzen-Außenstoff und Lining und gut war. Das war überhaupt nicht kompliziert!


Es war natürlich trotzdem noch eine Überraschung bis zum Ende. Denn wie gut und wo genau die Kapuze (und damit auch der Kapuzenschirm) später sitzt, ist ja irgendwie bei jeder Jacke anders. Bei meiner Kauf-Regenjacke z.B. sehe ich rein gar nichts mehr, wenn ich die Kapuze aufsetze. Die hängt viel zu sehr im Gesicht. Auch wenn ich die Bändel zuziehe. Ein zusätzliches Käppi unter der Kapuze fängt das ein bisschen auf (da staut sich der überschüssige Stoff auf dem Schirm des Käppis), ist aber alles andere als optimal. Daher hätte ich bei diesem Anorak notfalls auch nachträglich noch mal Anpassungen vorgenommen. Aber ich hatte Glück: Es sitzt exakt so wie es soll.

Ich hoffe sehr, dass der kleine Kapuzenschirm den Regen in Zukunft auch von meiner Brille fernhält. Ich kann es leider noch nicht mit Sicherheit sagen, denn blöderweise spielte das Wetter exakt seit Fertigstellung des Anoraks nicht mehr mit und es gab nur noch strahlenden Sonnenschein. Ich habe den Anorak erst am Montag fertiggestellt und mich am Schluss auch etwas beeilt, da ich gerne pünktlich zum Me Made Mittwoch im Mai fertig sein wollte.

Wie gerne hätte ich euch Fotos im Regen gezeigt (und die Jacke auch selber mal getestet!!) Aber dem Fotografen war es wahrscheinlich so lieber….

Aber sollte der Stoff widererwarten Murks sein, gebe ich hier in Form eines Nachtrages noch Bescheid, keine Sorge 🙂
Die zweite Änderung hat natürlich wieder Hundebezug:
Die Leckerlibeutel-Halterung
Selbst beim kleinsten Schauer – irgendwo muss ja der Leckerlibeutel hin. Ob es nicht auch ohne geht? Ich habe Bente gefragt: er ist dagegen 🙂 Der Silikonbeutel braucht also einen Platz an der Jacke. Eigentlich wollte ich erst unter der Kängurtasche eine Hängevorrichtung anbringen. Aber ich hab das mal testweise übereinander gelegt: Hätte ich den Beutel IN die aufgesetzte Tasche gesteckt, hätte das schon arg gebeult…. Daher habe ich einen kleinen Streifen auf die Känguru-Tasche genäht und auch diesen in der Mitte mit Decovil verstärkt:

So kann der Beutel bei Bedarf einfach außen angeklippt werden. Nass darf er ja ruhig werden… Rechts habe ich noch einen kleinen (auch sehr leichten) D-Ring befestigt (ebenfalls von Extremtextil)…

… und auf der linken Seite ein Label. Bente ist das alles egal, ihn interessiert nur was in der Mitte passiert:

Durch die Anleitung des Neya Anoraks weiß ich nun auch endlich wie solch geschlossene Kordeln genäht werden:

Das Material dafür hatte ich praktischerweise noch vom Veiiko Rucksack übrig.
Die Anleitung hat den Schwierigkeitsgrad 3,5 (ich glaub von 5) und den Hinweis „Intermediate“. Ich würde es sogar als noch leichter betiteln. Das Nähen ging schnell und war wirklich einfach. WENN man denn die Falte am Vorderteil…

…auch auf den Rücken überträgt. Steht natürlich in der Anleitung. Hatte ich aber überlesen und mich dann ewig damit abgemüht warum die Ärmel nicht ins viel zu große Armloch passen. Als ich dann endlich Knipse aber auch Schnittmusterbogen überprüft habe, fiel es mir dann auch auf und – siehe da – Ärmel passen exakt ins Armloch.
Der Schnitt ist übrigens bewusst oversize, wird als loose-fitting beschrieben und das Titelbild zeigt das auch ganz deutlich. Mir ist das ganz recht, denn gerade für einen Anorak den ich NUR FÜR DEN FALL einfach dabei habe, ist es natürlich perfekt ihn einfach überall drüber ziehen zu können. Und natürlich kann ich mich darin hervorragend bewegen.

Ich habe Größe 38 genäht, aber obwohl ich 1,69m groß bin die Länge 162-168 gewählt. Und jetzt dürft ihr mir gerne Regen wünschen, damit ich den Anorak auch mal tragen darf 🙂
Viele Grüße,
Mel (und Bente)

Komugi Over Shirt von Waffle Patterns
** Werbung: Dieses Schnittmuster wurde mir für ein pattern testing zur Verfügung gestellt. Der Blogbeitrag ist nicht Teil des testings und erfolgt aus eigenem Antrieb **

Mein Komugi Over Shirt ist seit Mitte Februar fertig. Zu der Zeit war der Schnitt aber noch nicht veröffentlicht, da ich das Shirt für ein pattern testing genäht habe. Als ich Yukis „idea sketch“ für 2024 auf diesem Instagram Beitrag gesehen habe, war ich schon Feuer und Flamme und habe unter all den tollen Zeichnungen gehofft, dass das work shirt nicht nur eine Idee bleibt, sondern als Schnitt herauskommen wird. Umso mehr habe ich mich gefreut, als sie mir eine Woche später schrieb, dass sie das Komugi Shirt herausbringt und mich fragte, ob ich den Schnitt testen möchte. Da es bei ihr tatsächlich darum geht herauszufinden ob die Anleitung verständlich und der Schnitt gut ist, habe ich sehr gerne wieder zugesagt. Und natürlich, weil ich großer Fan ihrer kreativen Schnitte und detaillierten Anleitungen bin. Nicht umsonst habe ich die Momiji Jacket und die Mitsuba Puffer Jacket beide gleich 2 Mal hintereinander genäht.
Das Komugi Shirt ist ein Work Shirt zum Überziehen. Wahlweise tragbar als Shirt / Hemd oder als Überziehjacke im Stil eines Shackets. Letzteres möchte ich noch nähen, angefangen habe ich mit dem Hemd. Bei der Farbwahl dachte ich fälschlicherweise, dass ich ein dunkles Braun super gut mit vielem kombinieren könnte. Stellt sich aber heraus: Kann ich nicht 🙁

Trotzdem mag ich das Zusammenspiel mit dem Grün, das ich für die Ellenbogen patches und die kleine herausschauende Tasche verwendet habe und das beim Fotografieren leider immer aussieht wie ein Ocker. Den braunen Twill habe ich eigens für das Komugi Shirt bestellt, den grünen Twill hatte ich noch von einer Hose übrig. Die habe ich auch noch nicht gezeigt, das werde ich noch nachholen.

Ich habe Version A genäht (Version B ist mehr im Stil einer Jacke, mit Rückenschlitz und seitlichen Eingriffstaschen). Nur die versteckte Knopfleiste habe ich weggelassen, da ich es mag, wenn (schöne) Knöpfe zu sehen sind.
Ich habe diesmal auch (fast) nichts an den Taschen geändert 😉 Nur einen D-Ring habe ich eingefügt, weil ich das Stiftefach als Hundepfeifenfach verwende.

Und am Saum ist noch ein kleiner Karabiner. Mal schauen, ob ich den jemals benötige.
Ich habe meine gewohnte Größe 38 genäht und musste nichts an der Passform ändern. Für die Version B werde ich dann eine Nummer Größer wählen: Die „Jackenversion“ braucht etwas mehr Spiel. Das Projekt hebe ich mir aber für den Herbst auf.
Viele Grüße,
Mel
Mitsuba Puffer Jacket – Version B (langer Hundemantel)
Ich hatte die letzten Nähte meiner kurzen Mitsuba Puffer Jacket noch nicht genäht, da wusste ich schon, ich brauche danach noch eine Mitsuba. Und zwar die lange Version. Anfangs konnte ich mich eh nicht entscheiden, welche Variante ich nähen möchte und die kurze wurde es dann, weil ich dringend eine sportliche Schneejacke haben wollte. Und je länger ich an der kurzen Version nähte, desto besser gefiel mir der Schnitt und das Ergebnis. Ein langer Wintermantel fehlte in meinem Kleiderschrank aber auch, daher ging die Planungsphase für Version B direkt im Anschluss los:

Es hilft mir sehr sowohl die Farben die ich mir vorstelle, als auch die Anordnung der Stoffe und Taschen sowie alle geplanten Funktionen erst einmal aufzuzeichnen. So sehe ich, ob es mir wirklich gefällt (Rosé oben anzuordnen wurde z.B. direkt wieder verworfen) und ich vergesse auch später nichts. Gerade wenn ich nicht stur nach Anleitung nähe (was bei meiner Hunde-Funktionskleidung ja kaum noch vorkommt) ist die Gefahr nämlich groß, dass ich so viele Ideen habe, dass ich sie während des Nähens dann schon wieder vergesse.
Den Jordan Quilt Stoff in Old Rosé hatte ich noch von meiner kurzen Schneejacke übrig. Es galt also „nur“ einen Kombinationsstoff zu finden. Da ich für alle verfügbare Farben Stoffproben daheim hatte, fiel mir das leicht. Für einen Hundemantel den ich im Alltag oft tragen werde, wollte ich nur 2 Farben kombinieren. Die Kombination aus Sienna und Old Rosé fand ich zwar gewagt (und außerhalb meines sonstigen Farbschemas), aber auch richtig cool.

Eigentlich besteht die lange Version aus 4 Teilen, die erst noch mit einer Wattierung versehen werden müssen. Da ich ja nur 2 Farben verwendet habe und mein Stoff bereits wattiert und gesteppt ist, hätte ich eigentlich keine 4 Einzelteile zuschneiden müssen, 2 hätten gereicht. Damit mein (sehr penibler) Zuschnitt wenigstens nicht umsonst war, habe ich zwischen die Schnittteile A und B sowie auch zwischen C und D Reflektorpaspel genäht. Ich wusste, dass ich mit diesem Mantel viel im Dunkeln unterwegs sein werde. Bei den kurzen Sonnenstunden im Winter ja auch kein Wunder.
Die kurze Schneejacke kommt natürlich nur sehr selten zum Einsatz und ich habe sie (für meine Verhältnisse) nur mit dem Nötigsten versehen. Ganz anders verhält es sich nun bei der langen Version. Ich habe zwar die exakt gleiche Machart gewählt (überall die gleichen Stoffarten – nur andere Farben), hab aber mit Funktionen nicht gegeizt 😉 Und deshalb gibt es auf meinem Blog wohl einen neuen Fotorekord 😀 Ich werde versuchen mich kurz zu halten, aber es muss schließlich alles einmal kurz gezeigt und erklärt werden.

Ich glaube, dass dieser Wintermantel das coolste ist, was ich je genäht habe. Ich wage sogar zu behaupten er ist noch viel cooler, als Kaufmäntel die es extra für Hundebesitzer*innen gibt, denn meiner hat deutlich mehr Funktionen:
((UND er kommt nicht in Grau / Schwarz / Navy daher))
Die Handytasche

Mein all-time-favorite ist und bleibt die Brusttasche der Momiji Jacket (ebenfalls von Waffle Patterns; wie immer leicht vergrößert, damit mein Handy hineinpasst)
Was natürlich auch hier wieder nicht fehlen durfte:
Das Fach für die Hundepfeife

ich LIEBE es so sehr, wenn ich mir einfach nur eine Jacke überwerfen muss und die Hundepfeife ist automatisch dabei. Das ist natürlich ein großer Luxus und macht den Mantel auch direkt 13€ teurer 😛 aber so kann ich auch passend für jede Jacke die perfekte Pfeifen-Farbe aussuchen. Hier wurde es Pink. Das Pfeifenband ist natürlich nicht mehr das (langweilige) Band des Herstellers, sondern eine reflektierende Kordel in Terracotta 🙂
Weitere Funktionen

In diesem Bereich sind die meisten Funktionen untergebracht. Auf dem Foto oben rechts seht ihr einen Haken für meine Handschuhe.
Aber nun zeige ich erstmal was unter den Jackentaschen steckt (und so auch nicht im Schnittmuster enthalten ist)
Die Taschen

Auf den Beleg habe ich wieder verzichtet. Auch die Manteltaschen haben eine Fütterung aus der weichen Seite des Organic Brushed Sweat von Mind the Maker bekommen. Diesmal passend in Sienna. Ich habe den Sweat auch absichtlich hervorblitzen lassen, da ich den Kontrast so hübsch fand.
Hinzu kamen aber diesmal funktionelle Innentaschen. Damit alles seinen Platz hat, habe ich vorab mit Jordan Solid Sienna Fächer aufgenäht, da ich eh schon wusste, was ich später in welche Tasche packen möchte. Ich finde es sehr praktisch, wenn ich schon weiß in welche Tasche ich greifen muss um meine Sachen zu finden / schnell parat zu haben.

Rechts sind bei mir immer die Hunde-Leckerlis. Der Silikonleckerlibeutel sollte hier rein passen, daher habe ich vorab einen Streifen aufgenäht, damit ich den Clip dort befestigen kann. Daneben gibt es ein Fach für die Schlecktube, aber auch noch einen festen Platz für Hundekotbeutel.

Die Fächer auf der linken Seite sollen nur flache Kleinigkeiten – z.B. mal eine EC-Karte – und Taschentücher beherbergen. Das nimmt nicht so viel Platz ein und entsprechend habe ich die Tasche hier flacher aufnähen können.

Oben auf der rechten Tasche gibt es aber auch nochmal die Möglichkeit den Clip des Beutels zu befestigen. Sind wir aktiv im Training finde ich das nämlich praktischer, wenn der außen hängt. Sind wir es nicht, mag ich den Beutel gerne verstaut IN der Tasche.
Karabiner für Maulkorb / Fressschutz

Ganz neu in meiner Funktionssammlung für Jacken und Mäntel ist ein Karabiner für die Mitnahme eines Maulkorbes

Für mögliche Urlaube / Fahrten mit einer Gondel oder anderen Verkehrsmitteln bei denen ein Maulkorb mal Pflicht sein könnte, wurde es allerhöchste Zeit, dass wir mit Bente mal ein Maulkorbtraining machen.

Die ersten Wochen haben wir nur daheim geübt. Aber später, als ich ihn zum Üben auf Spaziergänge mitnahm, hatte Bente den vielleicht 2 Minuten auf und ich schleppte ihn die restliche Zeit. In dieser Zeit kam die Idee auf, dass ich ihn gerne irgendwo einhängen möchte, denn mein wichtigstes Ziel ist immer Hände frei haben. Und das funktioniert besser als ich gedacht habe: Wenn er dort hängt, merke ich ihn tatsächlich gar nicht und ich muss nichts schleppen 😀
Leinenbefestigung

Was ich ja auch ziemlich oft mit mir rumschleppe ist die Leine. Wann immer Bente im Freilauf ist, trage ich die Leine mit mir rum. Oft habe ich sie mir dann um die Schulter gehängt, wo sie dann beim Wandern aber ständig wieder runterrutscht, vor allem wenn ich durch den Wald kraxel. Daher hat mein Hundemantel nun auf beiden Schultern Riemen durch die ich die Leine ziehen kann sowie einen D-Ring unten Rechts, wo die Leine eingehängt werden kann:

Das Innenleben

Gefüttert habe ich meinen Mitsuba auch diesmal wieder mit Thelma Thermal Quilt von Mind the Maker. Und damit ist er zusammen mit dem Jordan Quilt außen tatsächlich perfekt für kalte Wintertage geeignet. Der Mantel ist schon seit Anfang Januar fertig. Seither gab es einige Tage mit Minusgraden und ich habe noch kein einziges Mal darin gefroren – egal wie kalt es war.
Der Innenkragen wird eigentlich aus dem (nicht gequilteten) Hauptstoff genäht. Mein Jordan Quilt wäre hier wohl zu dick geworden. Ich wollte hier gerne den Old Rosé-Ton als Highlight (und Kontrast zum Sienna außen) verwenden. Da der Thelma Quilt in Old Rosé aber ein anderes Muster hat als der in Sienna habe ich etwas Thelma Solid mitbestellt (ich sag euch – das ist so genial, dass es sowohl für Jordan als auch für Thelma alle Stoffe noch mal als Solid gibt) und habe ihn selber gequilted, indem ich einfach eine Lage Old Rosé Solid auf Sienna Thelma Quilt gelegt habe und das Muster nachgenäht habe:

Damit habe ich mir dann sowohl den Innenkragen als auch den Reißverschlussbeleg nach meinen Wünschen gestaltet:

Und weil man sowie schon eines hervorblitzen sieht, kommen wir als nächstes zum Thema
Label
Auf den Fotos oben sieht man schon, dass „WORTH THE EFFORT“ den Innenkragen ziert. Und ja, dieser Mantel war kein schnelles Projekt. Aber ALL DIE MÜHE WERT. Die gesamte Vorbereitung und Planung hat viel Zeit (und die Anschaffung aller Dinge viel Geld) gekostet. Aber: Nichts davon hat mich genervt, ich mochte wirklich jeden einzelnen Planungs-, Vorbereitungs- und Nähschritt. Und nein, das ist sonst nicht so. Gerade die ganze Vorbereitung (Zuschneiden, Einlage aufbügeln…) würde ich bei den meisten meiner Projekte allzu gerne überspringen.
Eine „Mühe“ entfiel hier außerdem: Ich hatte ja gerade erst die kurze Jacke genäht und somit wusste ich noch alle Nähschritte und habe kaum in die Anleitung schauen müssen. einfach nur drauflosnähen ist bei einem solchen Projekt ungewohnt, war aber richtig toll.

„I KEEP YOU WARM“ zierte ja auch schon die Brusttasche der kurzen Mitsuba Jacket. Es passt aber sooo gut zu meinem dicken Wintermantel, dass ich es unbedingt wieder verwenden musste. Diesmal innen.

Auf der Brusttasche gibt es einen pinken Vizsla-Plot und darüber ein weiteres Label von KATM: „BETTER THAN BOUGHT“ Selten habe ich ein Label so sehr gefühlt!!
Aber genauso passend zu meinem Hundemantel fühlte sich „OUT OF OFFICE“ an. Nirgends kann ich besser von der Arbeit abschalten als auf den Hunderunden mit Bente 🙂
Dieses Label befindet sich übrigens an dem
Ticketfach (bei mir Schlüsseltasche)

Auch so ein Detail das eigentlich zur Momiji-Jacke gehört, das ich aber wohl bis an die Ewigkeit an keiner Jacke mehr missen möchte. Ich weiß endlich immer wo mein Schlüssel ist, er ist immer griffbereit, ich kann ihn durch den Karabiner auch nicht verlieren und muss ihn Dank des Gummibandes zum Tür aufschließen nicht mal abmachen. Das sind die kleinen täglichen Helferlein die ich wirklich sehr zu schätzen weiß.
Und dann bin ich ja noch ein sehr großer Fan davon immer alles dabei zu haben ohne weitere Taschen mitnehmen zu müssen:
Die Innenfächer

Auf das Welt Pocket im Facing habe ich diesmal verzichtet. Stattdessen gab es innen zwei große Taschen für Zergel und Trinkflasche

Die brauchen wir wann immer es warm ist, wir sehr lange unterwegs sind, Bente viel (mit Hundekumpels) spielt oder aber wir beim Mantrailing sind….

… also eigentlich… ständig! Sehr oft sind wir auch die einzigen mit Wasser und Bentes Hundefreunde stellen sich dann auch noch in die Wasserschlange 🙂
Die Saumkordel

Ob ich wohl selbst für Kleinigkeiten so lange suche, bis ich die perfekten Farbe gefunden habe??? Gummikordel in Orange und Kordelstopper in Terracotta fügen sich hier perfekt ein.
Strickbündchen

Auch hier habe ich vorab digital wirken lassen, ob ich für mein Ärmelbündchen lieber das Old Rosé oder das Sienna verwende – und mich dann für Sienna entschieden. Wie bei der kurzen Mitsuba wieder mit einer weiteren Lage Strickbündchen gedoppelt, damit es schön dick ist.
Der passende Pullover

Noch während des Mantel-Zuschnittes war ich gedanklich wieder einen Schritt weiter und fand es schade, dass ich gar keinen perfekt passenden Pullover für diese Farbkombi habe. Da ich die Innenseite der aufgesetzten Manteltaschen ja eh gerne wieder weich haben wollte, habe ich einfach die passende Menge Sienna Sweat bestellt, mit der ich im Anschluss auch noch einen Pullover nähen konnte. Reste des Thelma Steppfutters finden sich auf meinem Pullover an mehreren Stellen. Die Details des Pullovers gibt es in einem gesonderten Beitrag, den ich bereits vor 2 Tagen veröffentlicht habe.
Vergleich

Ich fand es nach Fertigstellung des Mantels noch ganz spannend beide Mitsubas im Vergleich zu sehen. Es ist derselbe Schnitt und dennoch sind es zwei sooo unterschiedliche Jacken geworden 😀
Aufbewahrung

Definitiv kann ich die Mitsuba Puffer Jacket nun zu einem meiner Lieblingssschnitte zählen. Die Passform ist mega gut (ich habe wegen der dicken Fütterung – die so im Schnitt nicht vorgesehen ist – jeweils eine Nummer größer gewählt). Die Anleitung ist super und zusammen mit meinen Hundedetails sind es definitiv 2 Lieblingsstücke auf die ich auch wirklich stolz bin. Der Schnitt wanderte daher nun als erster in die PATTERNPEDIA. Die gab es bei Hello Heidi Fabrics. Die faltbaren Kartons können mit den nötigsten Infos beschriftet werden und dann ins Regal gestellt werden. Ich fand die Idee von Anfang an cool. Aber bei der Menge an Schnitten die ich besitze nicht umsetzbar (ohne dabei arm zu werden). Aber kurz bevor die Schotten von Hello Heidi dicht gemacht wurden (es ist soooo schade um diesen tollen Shop) habe ich immerhin 20 Stück ergattern können, in denen zukünftig meine Lieblingsschnitte wohnen werden)
So, das war ein ziemlich aufwändiger Blogbeitrag. Wie ihr in an meinen unterschiedlichen Hosen sehen könnt, gab es alleine für die Tragefotos schon 3 verschiedene Fotosessions um auch wirklich alle Funktionen abzulichten. Dazu noch weitere für die Detailfotos. Der heutige Me Made Mittwoch gab den nötigen Popotritt um aus dem Fotochaos auf meinen Handy endlich einen nachvollziehbaren Blogbeitrag werden zu lassen.
Ich freue mich über eure Meinung zu meinem Hundemantel
Zusammenfassung:
Schnitt:
Mitsuba Puffer Jacket von Waffle Patterns
Stoffe:
Außenstoffe: Jordan Quilt Old Rose und Sienna;
Innenstoff: Thelma Quilt Sienna und Thelma Solid Old Rose (Kragen, Reißverschlussblende),
Jordan Solid Sienna für Facing und Tascheninnenfächer
Organic Brushed Sweat Sienna (Innenstoff Außentasche)
alle von Mind the Maker über Meter Meter
Lindsey Pullover No.2: Sienna
Meinen ersten Lindsey Pullover habe ich vor fast einem Jahr genäht und weil ich den gelben Lindsey so sehr mag, wurde es höchste Zeit, dass ein zweiter folgt. Dass ich so lange gewartet habe, liegt tatsächlich daran, dass ich wusste welche Arbeit auf mich zukommt. Für einen Pullover ein ganz schön aufwändiges Projekt. Aber eben doch eines, das sich wirklich sehr lohnt

Mir schwebte schon lange die Idee im Kopf, dass ich eine Version nähe, die ein paar Steppstoff-Details enthält. Und nachdem ich nun von einem Projekt (das ich diese Woche noch zeigen werde) Steppreste in Sienna übrig hatte, war schnell klar, dass die Idee nun endlich umgesetzt werden musste. Ursprünglich war die Idee für eine Sweatjacke gedacht. Aber das kann ich ja noch nachholen, nun brauchte ich erst mal dringend einen Pullover. Der Steppstoff ist der Thelma Thermal Quilt von Mind the Maker in der Farbe Sienna, daher habe ich den Sweat auch passend dazu im selben Shop geholt. Es ist der Organic Basic Brushed Sweat – ebenfalls in Sienna.
Ich mag die Sweat-Qualität sehr. Ein großes Reststück Thelma habe ich auf dem Rücken untergebracht. Die Rückenpasse lud einfach dafür ein:

Die nächste Idee war eine Brusttasche. Da es ja nicht mehr allzu lange dauert, bis die Jacken wieder daheim bleiben, und ich die Brusttasche meiner Momiji Jackets einfach so sehr liebe, habe ich eine auf den Lindsey Pullover genäht:

Wie immer mit zusätzlicher Hundepfeifentasche, denn auch darauf möchte ich einfach nicht mehr verzichten.
Witzigerweise habe ich sie hier für die Fotos direkt gebraucht. Wir haben kurz an einer Wiese Halt gemacht für diese Fotos. Hier wich Bente keinen Zentimeter von unserer Seite. Aber als wir danach noch ein paar Schritte mit ihm gegangen sind, kam die Pfeife direkt zum Einsatz, weil er etwas spannendes gesehen hatte. Zum Glück kommt er auf den Pfiff immer postwendend zurück 🙂
Im ersten Beitrag über den Lindsey Hoodie hatte ich schon von den Kängurutaschen geschwärmt: Nicht ganz so schnell genäht, aber deutlich spektakulärer als eine aufgesetzte Tasche. Irgendwie hat sich kein passender Jersey für innen gefunden und ich habe rosa Ripstoff verwendet:

Auch dieser war von Meter Meter. Ebenso wie der Ripstoff (in Sienna) für Ärmel- und Saumbündchen. Allerdings ist der zwar angenehm weich, aber einfach super dünn. Ich hatte Bedenken, dass er zu diesem eher schweren Sweat einen guten Saum abgibt, daher hab ich ihn mit French-Terry-Resten gedoppelt:

Und mit dem Ergebnis bin ich sehr zufrieden.
Kommen wir zum Kragen. Hochgeklappt ist wieder der Thelma Steppstoff sichtbar

Für innen habe ich die flauschige Seite des Sweats genommen, damit es schön kuschelig wird:

Und ich mag die Optik des Kragens in beiden Varianten.
Getragen habe ich den Pullover letzte Woche zum ersten Mal. Wir waren auf einer geführten Hundewanderung

Die Wanderung startete am Nachmittag und führte uns in einen wunderschönen Sonnenuntergang. Es war ein richtig milder Wintertag und ich habe erst eine Jacke benötigt, als die Sonne schon komplett weg war.

Übermorgen, pünktlich zum Me Made Mittwoch werde ich euch zeigen warum ich dringend einen neuen Pullover brauchte, woher meine Thelma-Reste stammen und warum ich rosa Ripstoff als Taschenfutter verwendet habe 😉
Viele Grüße
Mel

Mitsuba Puffer Jacket – Version A (kurze Schneejacke)

Vor ziemlich genau einem Jahr hat Waffle Patterns die Mitsuba Puffer Jacket herausgebracht und ich war sofort verliebt und habe den Schnitt direkt gekauft. Aber wie immer muss ein Schnitt den ich sofort haben muss dann doch erstmal in Ruhe auf der Festplatte verweilen, bis mir der perfekte Stoff dafür über den Weg läuft. Das war Ende letzten Jahres der Fall. Zum Stoff erzähle ich später noch mehr. Erstmal die Infos zum Schnitt:
Das Schnittmuster
Es gibt zwei Varianten (hier zu sehen), die einen komplett anderen Look erzeugen und ich mag beide sehr.
View A ist eine Kurzjacke mit Kapuze,
View B ein Mantel mit Kragen, Strickbündchen, Welt Pockets mit Druckknöpfen und zusätzlich aufgesetzten Taschen.
Mir fiel die Auswahl schwer, denn ich finde beide unabhängig voneinander richtig schön. Außerdem hat Yuki zu beiden Varianten so schöne Beispiele genäht, dass mir die Auswahl noch schwerer fiel. Aber dann fiel die Wahl aus Gründen auf View A:
Die Planung
Dass ich viel und gerne mit dem Hund unterwegs bin, ist ja bekannt. Wenn wir richtige Wanderungen unternehmen, habe ich dafür oft den Zuggurt an. Im Frühling ist das kein Problem. Sobald wir aber „Jackenwetter“ hatten und ich eine normal lange Jacke (die bis Mitte Po oder sogar drüber geht) in Kombination mit dem Zuggurt trug, störte das einfach, weil die Jacke vorne hochgehoben wird. Damit ihr euch das besser vorstellen könnt:

Der Hund darf (und soll) ziehen und hat dafür in der Regel auch ein spezielles Zuggeschirr an (auf den hier gezeigten Fotos nicht). Die Zugleine ist mit meinem Zuggurt verbunden und auf Spannung sobald der Hund zieht. Ist auf dieser Höhe eine längere (normal lange) Jacke, dann stört und nervt mich das. Auf den Fotos sieht es jetzt noch so aus, als ob die Jacke ruhig noch ordentlich länger sein dürfte. Aber sobald wir bergauf gehen und sich der Winkel des Zuggurtes entsprechend verändert, wird das noch deutlicher. Deshalb war schon seit längerem der Wunsch nach einer Kurzjacke da, die aber dennoch wärmt.

Und dann war da noch ein zweiter Grund für die kurze Version: SCHNEE!!
Ich liebe den Winter, vor allem wenn es schneit. Ich wollte eine richtig dicke Schneejacke haben. Aber eine, in der ich mich dennoch gut bewegen kann. In der ich sowohl Schneewanderungen machen kann, als auch mit dem Hund toben. Dafür kommt die Mantel-Version nicht in Frage. Außerdem habe ich im Schnee sowieso eine Schneehose an, die wärmt so sehr, dass die Schneejacke nicht über den Popo gehen muss.

Nachdem die Wünsche also geklärt waren, musste ich für mich aber noch visualisieren wie ich mir die Jacke vorstelle: Welche Farben, welche Taschen, was verändere ich, was brauche ich zusätzlich usw.

Wie schon oft war mir Procreate dabei behilflich. Ich habe mich gegen die Welt Pockets entschieden. Die finde ich zwar hübsch und auch praktisch, wenn nur die Hände verstaut werden müssen, aber als Hundehalterin habe ich ja eine Menge mehr zu verstauen 😉
Zusätzlich habe ich sowohl das Chestpocket (für mein Handy – natürlich wieder mit Hundepfeifen-Fach)

als auch das Ticketpocket (für meinen Schlüssel) von den Momiji-Jacken so liebgewonnen, dass ich auch bei dieser Jacke nicht drauf verzichten wollte. Den Karabiner für die Handschuhe wollte ich hier auf jeden Fall wieder und diesmal kam sogar noch ein D-Ring dazu (den Grund zeige ich später noch)
Die Stoffe
Der Startschuss für die Jackenplanung war der Jordan Quilt den ich bei Meter Meter entdeckt habe. Die haben zwar schon seit längerem einen anderen Quiltstoff: Den Thelma Quilt. Aber bei diesem gefielen mir die Farb-Quiltmuster-Kombinationen nie. Also wann immer mir eine Farbe gefiel, mochte ich die Quiltsteppung nicht. Zumindest nicht für eine Außenjacke – bei Innenstoffen bin ich da nicht so wählerisch. Ich habe damals also keinen Thelma als Hauptstoff gewählt und weiterhin nach Steppstoffen gesucht die es (wie ich dachte) in mind. 3 schönen Farben geben muss, damit sie sich miteinander kombinieren lassen. Dass ich überhaupt so lange gewartet (und gesucht) habe, ist nämlich einem blödem Missverständis geschuldet: Ich habe die Anleitung gekauft, gespeichert, aber anscheinend nicht durchgelesen. Hätte ich das gemacht, hätte ich verstanden, dass für die Mitsuba gar kein Steppstoff vorgesehen ist. Hier kann jeder beliebige Jackenstoff verwendet werden – Wattierung wird hinzugefügt und ergibt dann zusammen mit den verschiedenen Stoffen die Steppjacke. Ich fand sogar genau die 3 Stoffe von Yuki wunderschön und es gibt sogar einen Blogpost bei dem sie ihre Quellen angibt… Tja… hätte ich das alles vorher gelesen, hätte ich das alles nachkaufen und viel eher nähen können 😀
Aber ich bin gar nicht traurig drum, denn so kam ich zum wunderbaren Jordan Quilt. Der ist nun im Vergleich zum Thelma etwas dicker gefüttert und hier ist nur die Innenseite glatt und die Außenseite matt und wasserabweisend. Zusätzlich sieht er noch wunderschön aus und fühlt sich richtig toll weich an. Wie cool ist das denn? Einziger Wermutstropfen: Es wird empfohlen den Stoff (das spätere Kleidungsstück) selten bis gar nicht zu waschen.

Um mich bei den Farben entscheiden zu können habe ich sowohl Stoffproben aller verfügbaren Jordan-Quilt-Farben bestellt, als auch auch meine Procreate Zeichnung in diversen Varianten eingefärbt. Entschieden habe ich mich dann für die Farben Old Rosé, Camel und Black. Dass ich Schwarz hinzugefügt habe ist wahrscheinlich ungewöhnlich für mich. Aber zum einen gefiel mir in dem Moment keine der anderen verfügbaren Farben (hier sind alle zu sehen) als dritte Farbe zu den schon auserwählten Camel und Old Rosé und zum anderen ist meine Schneehose schwarz (oder dunkelgrau?). Somit wusste ich schon, dass Jacke und Hose am Ende ein stimmiges Outfit ergeben werden.
Aus diesem Grund habe ich auch bei den ganzen Details Schwarz gewählt. Zum Beispiel beim Strickbündchen:

Den Bündchenstoff hatte ich auch bei Meter Meter mitbestellt. Er ist wunderbar weich, aber leider auch sehr dünn. Ich habe ihn daher (wie schon bei der ersten Momiji damals) mit einem dickeren Rip-Bündchen zweilagig verarbeitet.
Auch der Reißverschluss (den es übrigens passend zu jeder Jordan Farbe gibt 😃) wurde entsprechend Schwarz geplant und weil mir die einfache Steppung des schwarzen Thelmas so gut gefiel, habe ich die Jacke schwarz gefüttert.

Eine schon dick gesteppte Jacke mit einem Steppstoff zu füttern war etwas riskant, aber ich habe es mir so in den Kopf gesetzt 😀 Ich wollte eine wirklich dicke Winterjacke haben. Und warum sollte ich es mir mit Thermo-Wattierung unnötig schwer machen, wenn ein Online-Shop mir eigentlich schon die Lösung für alles bietet..? Was sich hier fast wie ein Werbepost liest ist wirklich nur meine Begeisterung (ich habe keinerlei Kooperation und alles selber gekauft und bezahlt) weil einfach alles farblich so perfekt zusammen passt und ich alles an einem „Ort“ kaufen konnte: Reißverschluss, 3 verschiedene Steppstoffe für außen, einen etwas dünneren Steppstoff für innen, farblich passende Solid-Stoffe (Facing in Black und Kapuzen-Innenstoff in Old Rosé), Einlage, Schrägband (ebenfalls aus dem weichen Jordan-Stoff, habe ich zum Versäubern der kleinen Taschen verwendet), Bündchenstoff und sogar ein kleines Stück Sweat.
Damit mir die Jacke trotz der dicken Fütterung passt (es ist ja laut Schnitt nur gewöhnliches, dünnes Futter vorgesehen) bin ich eine ganze Größe hochgegangen: Mir passt eigentlich die Größe 40 bei Waffle Patterns. Für diese Jacke habe ich Größe 42 zugeschnitten und bin sehr zufrieden mit dem Ergebnis und der Passform.

Was ich ansonsten brauchte fand ich im Bestand: Gummiband und Kordelstopper für den Saum sowie Kordel und weitere Kordelstopper für die Kapuze. Das bringt mich zu drei weiteren Details:
Reflektor-Details
Ich wusste, dass dies keine „Alltagsjacke“ sein wird und ich somit eher selten im Dunkeln mit dieser Jacke unterwegs sein werde. Aber dennoch wollte ich gerne ein paar winzige Reflektor-Details einbringen.

Die Kordel der Kapuze hat winzig kleine Reflektorstreifen. Statt eines D-Ringes habe ich aus dieser Kordel eine kleine Schlaufe unterhalb der Hundepfeife angebracht (hier kann das Band für die Pfeife befestigt werden). Am Rücken habe ich (nur an einer Stelle) noch eine Reflektor-Paspel eingefügt.
Taschen
Auf die Welt Pockets habe ich ja verzichtet, weil ich Taschen definitiv größer und praktischer brauche.
Daher habe ich die aufgesetzten Taschen der Variante B für mich angepasst.
Da View A ja deutlich kürzer ist, mussten sie schon mal gekürzt werden. Ich habe sie außerdem verbreitert und ein wenig anders genäht: eine Blende brauche ich nicht, dafür wollte ich aber gerne eine flauschig warme Taschenrückseite haben, dafür hatte ich extra ein kleines Stück Organic Sweat in der Farbe Camel mitbestellt, von dem ich die weiche Rückseite verwendet habe.

Die Handytasche hatte ich ja oben schon erwähnt und gezeigt. Sie gehört eigentlich nicht zum Schnitt, aber ich habe mich so sehr daran gewöhnt mein Handy an genau dieser Stelle griffbereit zu haben – ich glaub das geht jetzt an keiner Jacke mehr anders 😛 Obwohl ich ja Solid Stoff in allen 3 passenden Farben da hatte, habe ich das Chest Pocket für mein Handy aus dem dicken Quilstoff genäht. Die Jacke ist ausschließlich für sehr kalte Temperaturen gedacht und ich mochte die Vorstellung einfach sehr, dass der dicke Stoff auch mein Handy gut warm hält. Ich habe sogar noch eine extra Lage Stoff hinzugefügt, damit auf der Rückseite nicht die glatte Seite des Jordan-Stoffes ist, sondern ebenfalls der weiche Stoff. So gut bin ich zu meinem Handy 😉 Der Spruch auf dem Label von KATM rundet das ganze ab, denn er sagt „I keep you warm“. Damit kann nun entweder das Handy gemeint sein – oder natürlich ich:

Blieb also noch das Ticket-Fach. Auch an dieses habe ich mich bei beiden Momijis schon sehr gewöhnt und wollte es wieder als schnell erreichbares Schlüsselfach haben. Blöderweise hatte ich dann die Ärmel schon zusammengenäht und eingesetzt bis es mir wieder einfiel. Als Notlösung habe ich es dann als Innentasche eingenäht (und daher auch die Farbe Black statt Camel gewählt):

Ich kann aber leider jetzt schon sagen, dass mir das nicht gefällt. Als die Jacke fertig war, hatten wir ein paar Tage lang morgens und abends Minusgrade, so dass die Jacke (aus Mangel an Alternativen) auch außerhalb von Schnee und Wanderungen zu den ganz normalen Hunderunden mit durfte. Den Schlüssel aber erst aus der Innenjacke rauszukramen hat mich aber tatsächlich jedes einzelne Mal genervt. Durch meine bisherige Lösung wurde ich da eindeutig zu bequem 🙂
Insgesamt mag ich den gesamten Look der Jacke aber wirklich sehr. Auch die Tatsache, dass meine Innenjacke mit einer Standard-Kaufjacke verwechselt werden könnte: Schwarz und allerhöchstens ein paar kleine Farbtupfer.

So sehr ich verstehen kann, dass eine schwarze Jacke zu vielem kombinierbar ist: Fußgänger*innen oder Radfahrer*innen sind damit im Winter einfach überhaupt nicht sichtbar und ich liebe es, dass ich nicht mehr aus dem schwarz-dunkelblauen Einheitsbrei der Kaufjacken wählen muss.
Aber das Beste an meiner Jacke ist natürlich wie sehr sie wärmt und dass sie alle Funktionen vereint die ich benötige. Achja – den Karabiner und D-Ring am Saum wollte ich ja noch zeigen:
weitere features:

Der Karabiner hält auch hier wieder meine Handschuhe wann immer ich sie grad nicht brauche. Der D-Ring kam hinzu, weil ich es praktisch finde die Leine dort einzuhängen. Egal ob Kurzführer oder einfach den Karabiner der Leine, wenn ich mir diese umhänge, weil Bente gerade im Freilauf ist.

Und wo wir schon beim Thema Saum sind: Der hat mich leider etwas beschäftigt. Das Gummiband am Saum ist optional. Ich habe es aber von vornherein mit eingeplant, musste nur dann leider feststellen, dass ich mein Gummiband zwar gerade so durch die kleine Öse (5,5 mm) bekomme, aber keinerlei Einzughilfe mehr hindurch bekäme. Das Gummiband allein wollte sich einfach keinen Millimeter durch den Tunnel bewegen. Ich habe es daher erstmal weggelassen. Leider gab es dadurch zwei Probleme:
Die Jacke stand vorne richtig weit ab und das sah wirklich bescheiden aus.
Außerdem sorgte die kurze, unten offene (weil abstehende) Jacke dafür, dass ich beim kleinsten Windstoß kalte Nieren hatte. Ziemlich komisches Gefühl, wenn einem eigentlich mollig warm ist und dennoch kalt an der Taille…. Leider musste ich dann die (schon fertige) Jacke mitsamt Futter unten komplett wieder öffnen, um an den Tunnelzug zu kommen und das Band manuell durchzufädeln. Mit dem Ergebnis dass sich nun die ganze Jacke doof wellte. Ein neuer Versuch, der dann das perfekte Ergebnis brachte: Ich habe nun zwei kurze Gummibänder jeweils in den Seitennähten eingefasst die nur nach vorne gehen. Hinten lag die Jacke eh perfekt an und von vorne ist sie nun auch hübsch und genau richtig anliegend:

Ansonsten gab es aber keinerlei Probleme beim Nähen. Ich habe es mir deutlich schwerer vorgestellt, diese Jacke zu nähen, aber die Anleitung ist einfach wieder verdammt gut und führt Schritt für Schritt zu einem tollen Ergebnis. Meine Streifen fügen sich auch überall wunderbar zusammen (beim Reißverschluss brauchte ich 2 Versuche 😀 und bei der Handytasche hab ich beim Zuschnitt einfach nicht dran gedacht, wollte die Tasche aber auch nicht noch mal nähen) aber auch die Farbübergänge an den Seiten, vor allem aber an den Ärmeln wurden toll.

Aber natürlich darf ich bei der Einteilung des Schwierigkeitsgrades nicht vergessen, dass ich es ja einfacher hatte, weil mein Stoff bereits gefüttert war und ich den Prozess der Wattierung daher überspringen konnte. Auch mit der Nähmaschine gab es dadurch keinerlei Probleme, da meine Wattierung ja innen lag und ich somit immer auf Stoff nähen durfte. Ich habe übrigens für die gesamte Jacke eine Microtex-Nadel der Stärke 90 verwendet.
Ein paar Tage nach Fertigstellung meiner Jacke habe ich mir aus dem restlichen Sweat noch ein passendes Stirnband genäht. Wieder das Leara von Schnittgeflüster.

Achso… Ein Problem gab es am Ende doch: Nachdem ich ein paar Tage mit der Jacke draußen war, habe ich gemerkt ich MUSS diese Jacke NOCHMAL haben: Als normale alltagstaugliche Jacke in der langen Variante…. Ich hab dann recht schnell überprüft wieviel Stoff ich übrig habe: Von Old Rosé hatte ich tatsächlich super großzügig bestellt und einiges übrig. Somit kam es wie es kommen musste: Die Version B (Außenjacke zweifarbig) liegt aktuell unter meiner Nähmaschine 🙂 Welche features der Mantel bekommt und welche Farben ich mit Old Rosé kombiniere, seht ihr dann als nächstes auf meinem Blog
habt einen schönen Me Made Mittwoch!!
Viele Grüße,
Mel und Bente

Knit Sweater #788 und passende Winter Accessoires
Den Knit Sweater, nach einer englischen Anleitung von Grasser, habe ich schon vor einer Weile genäht.
Der Kaufgrund war hier definitiv der Kragen, den mag ich sehr. Mal davon abgesehen, dass er wirklich hübsch ist, finde ich ihn auch sehr praktisch: Er ist höher als bei einem Standardpullover, aber nicht so einengend wie bei einem Rollkragen. Genau richtig für kalte Tage in der Wohnung.

Trotzdem habe ich den Pullover anfangs gar nicht getragen, denn er ist im Original leider sehr kurz. Selbst wenn er zu einer high waist Jeans getragen wird. Verlängern geht ja schlecht… Damit er trotzdem tragbar ist, habe ich mich dazu entschlossen das Bündchen noch mal abzutrennen und doppelt so lang erneut zuzuschneiden. Optisch aber auch kein Highlight. Für eine nächste Version würde ich natürlich den Pullover verlängern und den Bund wieder auf Originallänge kürzen.

Aber dennoch trage ich ihn in letzter Zeit gerne. Seit es kälter geworden ist, weiß ich nämlich sehr zu schätzen wie weich der Stoff von innen ist und wie gemütlich der Pullover dadurch ist. Es ist der Strickstoff „Bono“ in der Farbe Terrakotta.
Und gerade weil der Stoff so weich ist und nach dem Pullover noch recht große Reststücke übrig waren, kam ich letzte Woche auf die Idee mir einen Loop-Schal daraus zu nähen. Die linke, flauschige Seite habe ich für außen genommen

Ich habe einfach die volle Breite des Stoffes verwendet und die Höhe die das Reststück hergab. Damit bin ich sehr zufrieden. Genähte Schals bewähren sich bei mir vor allem bei langen Hunderunden. Ich besitze schon 2 Schals aus Merino-Jersey. Die sind bewusst dünn, weil sie wirklich nur vor Wind schützen sollen, oder aber wenn es wirklich nur ganz leicht frisch am Hals ist.
Dieser hier ist schon dicker und wärmer, aber bei weitem nicht so dick wie meine diversen selbstgestrickten Schals und Tücher. Mit denen kann ich kurze Spaziergänge machen, auf den Bus warten oder generell irgendwo lange in klirrender Kälte stehen. Für lange Hunderunden sind die aber nix, dafür sind die mir viel zu warm.
Ebenso verhält es sich bei mir mit den Mützen: Erst brauche ich sie, weil es wirklich kalt und windig ist und vor allem die Ohren sonst zu kalt werden. Aber nach 10 Minuten Spaziergang bereue ich schon, dass ich nicht nur ein Stirnband mitgenommen habe. Daher hab ich direkt im Anschluss noch ein passendes Stirnband genäht. Ich habe mich daran erinnert, dass ich das schmale Bündchen, das ich (viele Wochen vorher) vom Pullover abgetrennt habe, auch noch behalten habe. Daraus wurde dann das Stirnband.

Dafür habe ich den Schnitt Leara von Schnittgeflüster getestet, das ist breiter als meine bisherigen Stirnbänder und hat mit dem Ring vorne ein schönes Detail. Ich habe den Strickstoff noch mit super weichem Fleece von Lebenskleidung gefüttert. Das gefällt mir optisch sehr, hält aber vor allem mollig warm an den Ohren.

Beim Fotografieren ist mir noch aufgefallen, dass auch meine Pulswärmer (die schon vorletztes Jahr entstanden sind) sehr gut zu dem Set passen. Sie liegen bei dieser Jahreszeit auf meinem Schreibtisch um mich bei Bedarf bei der Arbeit etwas zu wärmen.

Mit dem Set war ich dann auch direkt im Wald und habe eine Freundin gebeten ein Foto zu machen. Dabei fällt mir auch noch auf wie gut das alles zur Momiji Jacke passt 😀

Das freut mich einfach so sehr, da ich noch vor ein paar Jahren wirklich ständig verzweifelt vor dem Kleiderschrank stand, weil einfach nichts (!) zusammen passte. Der Pullover nicht zur Hose, die Hose nicht zur Jacke, Die Jacke auf gar keinen Fall zu Mütze und Schal usw.
Ich habe es auch super lange nicht geschafft Kleidungsstücke zu nähen die auch kombinierbar sind. Das hat u.a. auch etwas damit zu tun, dass ich mit den Gedanken schon im nächsten Nähprojekt bin oder schon Stoff für das übernächste Nähprojekt raussuche, während das aktuelle Projekt gerade mal zugeschnitten ist. Da dann vernünftig zu sein und lieber noch ein passendes Oberteil / Unterteil zum aktuellen Projekt dazuzuplanen hat ewig nicht geklappt. Dass das inzwischen aber doch gut funktioniert habe ich dem Bloggen und u.a. Auch dem Me Made Mittwoch, zu dem ich mein Outfit heute wieder schicke, zu verdanken. Denn wann immer ich ein Kleidungsstück auch auf dem Blog präsentieren möchte denke ich inzwischen schon immer einen Schritt weiter: „Oh – dann brauch ich doch erst noch ein passendes Teil zum Kombinieren, wenn ich noch Fotos machen möchte“. Und so langsam – nach vielen Monaten klappt das wie von selbst und entsprechend gut füllt sich mein Kleiderschrank mit kombinierbaren Kleidungsstücken 🙂
Eine Regenhose für nasse Hunderunden
Auf dem MeMadeMittwoch Blog habe ich es schon angekündigt: Ich habe heute wieder viel zu berichten. Ich habe zum ersten Mal eine REGENHOSE genäht und bei der Vorbereitung schnell gemerkt: es ist nicht damit getan kurz mal Stoff und Schnitt rauszusuchen.
Die Verlinkungen zu allem was ich im folgenden Text nenne, findet ihr ganz unten in der Zusammenfassung

Eine Regenhose vermisse ich in meinem Kleiderschrank allerdings schon seit ich erwachsen bin. Ich kann mich wirklich nur noch daran erinnern die letzte im Kindesalter besessen zu haben. Bisher habe ich mich irgendwie durchgemogelt und versucht die „Draußenzeit“ eben auf ein Minimum zu beschränken, wenn es regnete. Mit Hund ist das aber plötzlich anders und wenn es den ganzen Tag durchregnet hilft kein Warten auf ein Regenloch, sondern nur noch gute Kleidung. Und weil ich anfangs wirklich keinen Gedanken daran verschwendet habe eine Regenhose selber zu nähen, habe ich mich lange und oft durch diverse Shops gewühlt auf der Suche nach einer Regenhose, die nicht schwarz ist und preislich bitteschön weit unter 400€ liegt (ja, eine gewisse Marke mit einem Fuchs hat tatsächlich sehr hübsche Hosen zu diesem Preis und sogar noch teurere). Da ich nun doch eine selbstgenähte Regenhose zeige, erübrigt sich die Frage, ob ich fündig wurde. Mir ging es aber gar nicht so sehr darum, dass ich sogar für eine Regenhose zwingend in „meinem Farbschema“ bleiben wollte. Aber ich wollte unbedingt vermeiden im eh schon dunklen Herbst auch noch dunkle Regenkleidung zu tragen. Aus dem gleichen Grund ist mein übergroßer Regenschirm auch nicht schwarz…

Ich mag meine neue Regenhose so sehr, dass ich inzwischen froh bin keine gekauft zu haben.
Die Vorbereitung war allerdings auch nicht ohne…. Ich hatte immer mal wieder nach Stoffen geschaut, konnte allerdings oft gar keine Angabe zur Wassersäule finden. Oder aber sie stand dabei, war mir jedoch zu niedrig. Durch eine Instagram-Werbung von Extremtextil kam ich dann zu meinem Regenstoff. Sie hatten neu (laut Angabe online nur vorübergehend) einen 3-Lagen-Laminat im Sortiment mit 120g/m2 und einer Wassersäule von 20.000 (yeah!!!) und es gab ihn in 4 Farben (wohooo!!)
Zur Orientierung: Es wird empfohlen für Regenhosen eine Wassersäule von mind. 15.000 mm zu haben, für Regenjacken ab 10.000, bei längeren Touren aber eher 20.000 mm.
Ich konnte mich nicht zwischen 2 Farben entscheiden und so habe ich beide gekauft. Wer weiß, ob die Gelegenheit wiederkommt…. Die Regenhose hat die Farbe „Khaki“. Was aus der Farbe „Butterscotch“ entstehen wird, kann ich hoffentlich spätestens im Frühjahr zeigen.
So, Stoff hatte ich schon mal. Aber nach welchem Schnitt näht man nun eine Regenhose?
Ich erinnerte mich daran, dass ich längst mal bei Pattern Adventure bestellen wollte. Die Webseite habe ich eher durch Zufall entdeckt, war dann aber sehr begeistert. Diverse Outdoor-Schnittmuster kann man sich dort im Baukastenprinzip zusammenstellen. Bei den Hosen steht auch jeweils dabei, ob der Schnitt für Stretch- oder Non-Stretch-Stoffe gedacht ist. nach eigenen Maßen extra erstellt. Für meine Regenhose wurde mir die Entscheidung noch leichter gemacht, denn es gibt die „Women’s Waterproof Pants – For 3-Layer No-Stretch Fabric, die man ja dann noch individuell anpassen konnte. Ich habe die Gummizug-Variante, mit Hand Zipper Pockets und Hem Reinforcement gewählt.
Als ich den Schnitt gekauft habe, hieß der Schnitt aber noch „Hiking Pants 2″und da es auch noch eine „Hiking Pants“ gab, ich aber selber auch 2 Hosen für völlig verschiedene Anlässe plante, schrieb ich Birgit von Pattern Adventure vorsichtshalber an und fragte sie noch vor dem Stoffkauf, ob die Stoffe die ich rausgesucht hatte so passen.
Ich hatte mit einer knappen Antwort gerechnet, bekam aber eine sehr nette, superausführliche Antwort mit Stofftipps und Angaben welche Hose für welche Stoffe (und Stoffkombinationen) am besten wäre, aber auch den Hinweis, dass dazu noch viele Informationen in der Anleitung stehen werden. Die Schnitte werden nach Maß angefertigt, was natürlich doppelt genial ist. Das hieß dann aber auch, dass ich mich mit meiner Stoffbestellung zurückhalten musste, bis Schnitt und Anleitungen kamen, das fiel mir kurz schwer 😉
Der Schnitt ließ aber gar nicht lange auf sich warten und dann war ich vom Cover der Anleitung ganz verzückt: Auf dem Titel war die Hose mit genau den Details, die ich ausgewählt hatte zu sehen:

Da drunter stand noch mein Name und der Näh-Schwierigkeitsgrad (3 von 4 Scheren). Ich glaube der ergab sich durch die Taschen. Denn ansonsten ist die Hose ja (gewollt) sehr schlicht gehalten. Für die Taschen gab es aber tatsächlich eine Menge Nähschritte. Schritt für Schritt befolgt waren sie dann aber auch kein Hexenwerk. Und das Ergebnis ist superschön. Der Reißverschluss ist verdeckt und auch nach dem Öffnen verhindert eine Blende den direkten Blick auf den Taschenbeutelstoff.


Was die Informationen über mögliche Stoffe angeht, hat Birgit wahrlich nicht übertrieben. In der Anleitung steht einiges dazu und auf ihrer Webseite gibt es auch sehr viele Informationen nachzulesen. Zusätzlich bekam ich mit dem Schnitt noch eine Fabric- and Material Checklist inklusive Informationen, wo die Stoffe bezogen werden können und – für mich das allerbeste: einen Direktlink zu einem Projektplaner auf der Webseite von Extremtextil. All die Materialien, die verwendet werden können, müssten nun nur noch in den Einkaufswagen gelegt werden. Wie praktisch ist das denn?? Es half vor allem ungemein, da die Materialien ungewohnt und neu für mich waren.
Durch den Link wurde mir der Projektplaner und die jeweiligen Materialien übrigens auf Englisch gezeigt, konnte aber immer mit einem Klick auf DE umgestellt werden. Ich kenne wenige Webseiten, bei denen das so reibungslos funktioniert und wo die Beschreibung der Stoffe so dermaßen detailliert ist!!
Und wem das an Produkt- und Materialinfos noch nicht reicht: Es gibt sogar einen passenden online Kurse bei Pattern Adventure. Ich habe mir den Kurs „A DIY Guide to Outdoor Pants & Patterns“ gegönnt.

Materialien
Für die Regenhose habe ich also den beworbenen 3-Lagen-Laminat gekauft, Taftfutter und YKK-Reißverschluss-Meterware für die Taschen, Seamtape für 3-lagiges Gewebe (dazu später mehr) um die Nähte abzudichten, Gummiband für den Bund und Rasant 75-Nähgarn.
Das Garn ist tatsächlich auch auf der Projektliste, wurde mir aber auch im Webshop empfohlen als ich den Laminatstoff in den Einkaufswagen legte. Oft ignoriere ich das, in diesem Fall wurde ich zum Glück neugierig. Die Beschreibung besagte nämlich „Die Baumwolle des Garns quillt bei Feuchtigkeit auf und kann unter idealen Bedingungen die Nahtlöcher abdichten.“ Oha! Wie cool ist das denn?
Das Nahtband
Durch die Verwendung des Garns fühlte es sich gleich etwas besser an, dass ich nicht auf JEDE Naht das Nahtband gebügelt habe. Das Nahtband das ich bestellt habe, ist speziell für 3-lagige Stoffe. Das Anbringen habe ich mir deutlich komplizierter vorgestellt. Bei Extremtextil gibt es sogar eine Know How Seite, dort gibt es viele Tipps zur Materialverarbeitung und u.a. auch wie das Nahtband angebracht wird und erklärt wie es wirkt. Ich bin schwer begeistert, wie sehr Nahtband und Innenseite des Stoffes eine Einheit bilden. Das Nahtband habe ich auf der kompletten Bein-Außennaht angebracht, auf der Poponaht (falls ich mich im Nassen mal irgendwo hinsetze / anlehne) auf der Beinrückseite (da dort eine große Falte eingenäht wird) und an der Potasche (dazu gleich mehr).

Ich hatte übrigens kurz Bedenken, ob ich den Stoff denn überhaupt bügeln sollte und wie gut die Innenseite es verträgt, dass ich Nahtband aufbügele. Ich habe aber dann tatsächlich alles wie gewohnt gebügelt, mit der einzigen Ausnahme dass ich wirklich immer (immer immer) ein Bügeltuch dazwischen gelegt habe. Ich habe seit einiger Zeit das IRON ON Bügeltuch von Vlieseline. Das ist überhaupt ne ganz große Empfehlung von mir, ich nutze es inzwischen für all meine Projekte auch (nass) zum Einlage aufbügeln usw.
Die Potasche
Die ist eigentlich nicht im Schnitt enthalten und ergibt für die Regenhose auch wenig Sinn. Vor allem, weil ich auf der Hose ja nicht mehr Nähte (= Löcher) als nötig anbringen wollte. Aber leider hab ich nach Zuschnitt auf Pohöhe der Hinterhose 2 Einschnitte in Form eines Dreiecks entdeckt. Ich konnte mir nicht erklären wie die da hinkamen, aber ich hatte nicht genügend Stoff übrig um dieses Schnittteil erneut zuzuschneiden. Mit Hilfe des Nahtbands, das ich von innen angebracht habe, habe ich die Löcher flicken können. Damit waren sie auch schon kaum mehr zu sehen. Die Potasche sollte das ganze zuätzlich verdecken. Durch dieses Malheur hatte ich auch Gelegenheit Reflektorstoff einzuarbeiten. Die Inspiration dazu kam durch einen Instagrampost von Pattern Adventure.


Da Birgit durch meine Email schon wusste, dass ich mir eine Regenhose nähe, empfahl sie mir unbedingt ein Hem Reinforcement bei meiner Konfiguration für meinen Schnitt. Und als Material beschichtetes Cordura. Bestellt und zugeschnitten habe ich das sogar. Allerdings habe ich mir ein paar Wochen vorher Regenstiefel gekauft und war seither damit beschäftigt alle Hosenbeine immer ein wenig zu falten bevor ich sie in die Stiefel stecken konnte. Für meine Regenhose hatte ich daher entschieden doch keinen geraden Saum zu nähen, sondern einen Gummizugsaum. Das sollte das Einsteigen in die Stiefel erleichtern und dafür sorgen, dass die Hose auch an Ort und Stelle bleibt. (Funktioniert 🙂 )

Und weil ich bei Regen eh immer diese Stiefel tragen werde, hat sich der Nutzen für einen Saumverstärker erübrigt und ich brauchte den Saum gar nicht mehr wasserdichter und wollte ich ihn zum Reinstecken in die Stiefel auch nicht unnötig dick gestalten.
Ich habe aber dennoch Bilder in anderen Schuhen gemacht um den Saum mal zu zeigen.

Für diese Hose habe ich zum ersten Mal Abnäher am Knie genäht. Nur abgesteppt habe ich diese nicht, um die Höse nicht unnötig zu löchern.

MEIN FAZIT
Zum Schnitt brauche ich wohl nicht mehr viel zu sagen: Passform, Anleitung und der gesamte Service haben mich rundum begeistert und ich werde auch noch die Women’s Hiking Pants nähen (die Variante für Non-Stretch Fabric).
Der Stoff hat tatsächlich Vor-und Nachteile, wobei die Vorteile deutlich überwiegen:
Wasserdicht:
Ich hab die Hose Mitte Oktober fertiggestellt und konnte sie schon 2 Wochen lang ausgiebig testen. Sie hielt mich bisher absolut trocken. Hier 2 Bilder vom Stoff (Nahaufnahme der Struktur und der Beweis, dass das Wasser abperlt)

Bequemlichkeit:
Absolut. Ich denke, das ist ein Zusammenspiel aus Stoff und Schnitt. Während meiner Hunderunden habe ich mich damit kein bisschen unwohl oder eingeschränkt gefühlt. Auch, als es nicht mehr geregnet hat, hatte ich nicht das Gefühl ich müsse jetzt dringend aus dieser Hose raus. Alle nötigen Bewegungen hat sie auch einwandfrei mitgemacht, obwohl es eben ein Non-Stretch-Stoff ist.

Tragegefühl:
Ich hatte anfangs etwas bedenken, ob ich die Hose überhaupt ohne Leggings darunter tragen möchte. Ich habe mir den Stoff von innen sehr kühl und unangenehm vorgestellt. Bei den bisherigen moderaten Herbsttemperaturen fand ich ihn eher angenehm. Im tiefen Winter werde ich wahrscheinlich zur Leggings zum Drunterziehen greifen.
Dickes Plus auch für die Tatsache, dass er den Wind so schön abhält.

Eigenschaften:
Die einzige negative Eigenschaft hat sich bei einer spontanen Wanderung gezeigt. Während der Wanderung hat es gar nicht mehr geregnet, aber davor sehr stark, daher hatte ich die Regenhose noch an. Durch das dann sehr schöne Wetter sind wir spontan 9 km bergauf gelaufen und da wurde mir dann doch sehr warm in der Hose. Da merkt man erst wie sehr andere Materialien atmen können.

Weitere Pläne
Ansonsten bin ich aber super happy mit meiner Hose und ich mag die Tatsache, dass ich keine Schwarz/Dunkelblau Regenkombi habe, sondern mit Regenstiefel, Regenschirm, Regenhose alles zufällig passend in Grün. Ich hab natürlich schon weitere Pläne für eine Jacke. Mit meiner Kaufjacke (man sieht sie auf 2 Fotos hier, u.a. bevor ich die Materialien aufliste) bin ich medium zufrieden. Ich finde schon, dass auch die sich ganz schön vollsaugt, wenn es richtig doll regnet und hätte gerne eine deutlich dichtere bei der das Wasser richtig abperlt. Ich hab sie 2020 gekauft und mir gerade noch mal die Mühe gemacht das Modell online zu suchen: Sie ist nur 2 lagig mit einer Wassersäule von nur 3.000 mm Jo… Das erklärt es wohl… Ich finde sie aber auch nicht mehr praktisch. Seit ich mir zwei Momijis von Waffle Pattern genäht habe, finde ich alle anderen (normalen/seitlichen) Jackentaschenanordnungen zu klein und schlecht durchdacht. Wenn ich alles, was ich benötige in die Kaufregenjacke stopfe sieht das leider super bescheiden aus.
Im Sommer 2021 (!) wollte ich das Projekt „Regenmantel nähen“ schon mal angehen und hatte mir bei Stoffe Hemmers 5 Meter Regenjackenstoff in Moosgrün bestellt. Es sollte ein aufwändiger Mantel werden mit Option auf passender Regenhose. Hat nicht so gut geklappt…..
Den Stoff gibt es dort noch immer. Leider steht dort keinerlei Wassersäule oder generell auch nur irgendeine Angabe zur Funktion und ich ahne böses…

Meine zweite Überlegung ist diesen grünen Mantel zwar zu nähen, aber eben nur für Nieselwetter oder „es könnte evtl regnen“. Immerhin ist der Stoff nunmal da und die Farbe wäre richtig toll als Gesamtoutfit.
Aber weil er eben auch nicht dafür sorgen wird, dass ich während meiner Hunderunden bei richtigem Regen trocken bleibe, muss eine zweite Jacke her und hier käme der zweite Stoff / die zweite Farbe die ich bei Extremtextil gekauft habe ins Spiel. Aber das ist wieder ein anderes recht großes Projekt und ich weiß noch nicht, wann ich das unterbringen werde. Allerdings hat es pausenlos geregnet während ich diesen Blogbeitrag geschrieben habe und der Wunsch nach der Jacke wäre schon groß……….

So, wer bis hier tapfer mitgelesen hat, hat ein Regenbogenbild verdient.
Und wer mag / Regenbekleidungs- (oder generell Outdoor-Bekleidungs-) Bedarf-hat, darf sich darunter noch die Zusammenfassung anschauen und findet dort auch etliche Links.

PS: ja, dieser Regenmantel von Bente passt zwar gut zu meiner Regenhose, aber er ist ihm deutlich zu schmal und kurz geworden und er hat bereits einen neuen 😉
Zusammenfassung:
Alles selbstgekauft / keinerlei Werbung oder Kooperationen
Pattern Adventure
Alle Schnitte zum Konfigurieren
Schnitt “Women’s Waterproof Pants“ (Hiking Pants 2 – verwendet für diese Regenhose)
Schnitt “Women’s Hiking Pants“ (vormals „Hiking Pants“ – in Planung als Wanderhose / Hundehose)
Kurs „A DIY Guide to Outdoor Pants & Patterns“
Instagrampost von Pattern Adventure zum Thema Reflective Details
Shell-Layer Fabric Guide auf der Webseite
Sehr sehenswert auch die Galerie mit genähten Projekten
Extremtextil
Projekt Planner für Women’s Waterproof Pants“ (Hiking Pants 2)
3 Lagen-Laminat
Taftstoff (Futterstoff für Taschenbeutel)
Aufquillendes Nähgarn Rasant 75
Nahtband speziell für 3-lagige Stoffe
Tipps zur Anwendung des Nahtbands / Nähte abdichten
Weitere Links
IRON ON Bügeltuch von Vlieseline
Reflektorstoff (verwendet bei der Potasche) von Stoffe.de
Regenjackenstoff Uni Moosgrün von Stoffe Hemmers (würde ich wegen fehlender technischer Angaben nicht erneut kaufen)
Geplanter Schnitt für diesen grünen Mantel: Grasser 832
Geplanter Schnitt für die Butterscotch-Regenjacke: Momiji von Waffle Patterns
Regenstiefel: Koel Santi Mid Rana (Barfußschuh)
Hochzeitsgastoutfit für alle Wetterlagen: Mirri-Jumpsuit und Blouson Sorbonne
Heute gibt es wieder einen ziemlich langen Me Made Mittwoch Beitrag von mir:
Für eine Hochzeit Mitte August wollte ich mir ein Outift nähen. Da wir für ein verlängertes Wochenende in den Norden reisten, war es auch wieder eine Hochzeit mit Hund. Schon im letzten Jahr nähte ich mir den Mirri Jumpsuit für eine Hochzeit. Die diesjährige Hochzeit war eine gute Gelegenheit endlich die notwendigen Änderungen anzugehen. Was an meiner ersten Version nicht passte, kann hier nachgelesen werden. Ich hatte am Schnitt so viele Änderungen vorgenommen, dass ich natürlich nicht wissen konnte, ob die Änderungen erfolgreich werden, daher wollte ich vor dem Hochzeitsgastoutfit lieber erneut einen Probejumpsuit mit einem nicht allzu teuren Leinen nähen. Der Stoff von diesem Outfit gefiel mir richtig gut. Es ist nicht der weichste Leinen (aber auch nicht rau), aber er hat sich dennoch als bequem und robust (= nach vielen Wäschen immer noch schön) herausgestellt. Den hatte ich dann gedanklich für mich abgespeichert, nur leider lange nicht bestellt. Irgendwie hatte ich nicht damit gerechnet, dass er ja auch irgendwann ausverkauft sein könnte und so kam es, dass nur noch 1,70 m zur Verfügung standen und ich aus der Not heraus den kurzen „Playsuit“ nähen musste, statt einen langen Jumpsuit. Aber um herauszufinden, ob meine Änderungen am Schnitt gut sind, wird es schon reichen, dachte ich mir.
Was ich schon mal teasern kann:
Erstens: ich hatte nicht mehr genug Zeit nach der Probe auch noch die langbeinige Version zu nähen.
Zweitens: Das Hochzeitsgastoutfit ist etwas eskaliert…..

….und ich habe nicht nur einen Jumpsuit genäht sondern auch noch:
– Einen Blouson zum Überziehen, falls es kalt wird
– passende Unterwäsche
– Eine Schleife für Bentes Geschirr, aus dem Stoff meines Jumpsuits
– Eine Halsband mit passender Schleife aus dem Stoff meines Blousons
– Eine Leine zum Umhängen
– (nicht auf dem Foto) eine Decke für Bente
Evtl. erklärt all das, warum ich einen weiteren Jumpsuit zeitlich nicht geschafft habe 😉 Aber mal der Reihe nach:
Der Jumpsuit (Playsuit):
Die ärmellose Variante war geplant. Die kurzbeinige wie schon erwähnt nicht. Die kurze Variante im Originalschnitt ist übrigens SO kurz, dass ich nicht den gesamten Saum umgenäht habe, sondern gerade nur so viel wie nötig, weil mir das doch deutlich zu kurz wurde….

Das tolle an diesem Jumpsuit ist ja, dass der nahtverdeckte Reißverschluss nicht ganz nach oben geht. Der Reißverschluss endet exakt auf der Höhe, dass ich ihn selber noch schließen kann. Knopf und Reißverschluss sind aus dem Bestand. Während der Knopf farblich perfekt passt, musste beim RV ein Goldgelb herhalten. Aber es ist ja eh nur ein wirklich schmaler Zipper sichtbar.

Weil mir bei der ersten Probeversion (ebenfalls bei einer Hochzeit) der Beleg immer wieder rausschaute, hab ich den Beleg diesmal verlängert. Ignoriert, dass der Rücken mit Einlage verstärkt ist, dass war ein Versehen….

Hier zwei Tragebilder, schon ein wenig verknittert bei der Feier. Die fand tatsächlich mitten im Wald statt, bei einer Gaststätte auf einem Berg mit wunderschöner Aussicht.

Bente war übrigens ein ganz toller Gast. Er hat sich einfach überall abgelegt und war einfach froh bei uns zu sein. Das war sicher auch anstrengend für ihn den ganzen Tag einfach Nichtstun und brav sein, aber am nächsten Tag haben wir es wieder gut gemacht und er durfte lange mit einem ganz tollen Rhodesian Ridgeback spielen 🙂
Schleife und Fliege für Bente:
Auf vielen Bildern schon zu sehen: Passend zu meinem Jumpsuit habe ich aus Resten meines Leinens eine Schleife für Bentes Geschirr genäht. Das war schon sehr süß…

Noch süßer allerdings sah er mit der Schleife am Hals aus. Ich habe ihm ein Halsband aus einem Atelier Brunette Stoff gemacht und auch darauf eine „Fliege“. Der schwarz-gemusterte Stoff ist natürlich auch nicht durch Zufall gewählt – es ist der Stoff meines Blousons:
Der Blouson:
Der August hat es sehr spannend gemacht, vor allem im Norden. Von hochsommerlichen zu fast winterlichen Temperaturen war alles dabei und es war lange nicht klar, welche Temperaturen Mitte August am Hochzeitstag vorherrschen werden. Um auf Nummer Sicher zu gehen brauchte ich also noch eine passende Jacke.

Ich wollte unbedingt, dass die Jacke farblich passt, wollte aber nicht schon wieder Stoff kaufen und ging mehrere Optionen durch. Fast hätte ich mir ne Sweatjacke genäht, einfach weil ein vorhandener Stoff farblich so gut gepasst hat. Aber andererseits war mir das natürlich nicht schick genug. Dann fiel mir wieder ein, dass ich schon super lange eine fertig zugeschnittene Sorbonne Jacke von Claire Massieu im Schrank hatte. Sie musste „nur noch“ genäht werden. In diesem Fall war es tatsächlich ein „nur noch“, denn ich habe einen Viskose Twill von Atelier Brunette verwendet und diesen schon vor langer Zeit komplett ! mit einer schweren Einlage von René Lezard bebügelt. Das war einiges an Arbeit, brachte aber den erwünschten Effekt und die perfekte Schwere für ein Blouson. Der Stoff ist übrigens ein Traum! Er ist sooo weich! Und er ließ sich toll vernähen.

Auch der Innenstoff ist von Atelier Brunette. Und die Farbe passt wunderbar zum Jumpsuit, also zählte das für mich als passend und ich habe den Blouson für die Hochzeit fertiggestellt.

Ich kann leider nur dieses Tragebild bieten. Auf der Hochzeit war es nämlich so heiß, dass die Jacke erst um Mitternacht zum Einsatz kam und da war es dann natürlich schon stockduster.

Hier noch ein kleiner Zuckerschock, den ich euch nicht vorenthalten kann:

Passende Unterwäsche:
Irgendwann kam mir der Gedanke, dass Leinen ja leicht durchsichtig ist. Also je nach Art des Leinens. Meiner war schon recht blickdicht, aber wie dolle wirklich liegt dann ja vielleicht auch am Lichteinfall? Also entweder wollte ich kein Risiko eingehen, oder ich brauchte einfach nur eine Ausrede um schon wieder Unterwäsche zu nähen 😉 Ich habe mich für mein all time favourite „Bella BH von Sewy“ entschieden. Den eigentlichen Spitzen-BH habe ich schon des öfteren mit Mikrofaser oder Lycra genäht und diesmal habe ich ihn mit Jersey in der Farbe Copper überzogen. Falls euch der Stoff bekannt vorkommt: Es ist der passende Jersey zum Copper Sweat aus dem ich den Talvikki Sweater genäht habe, den ich letzten Monat vorgestellt habe.

Und wo ich schon mal dabei war, gab es noch die passende Unterhose und matchy Gummibänder
Umhängeleine:
Da ich auf der Hochzeit gerne beide Hände frei haben wollte und meinen Hund natürlich trotzdem sicher bei mir wissen wollte, habe ich mir kurzfristig auch noch eine Leine gemacht. Ich habe schon des öfteren Biothaneleinen für Bente angefertigt und gerade bei den kürzeren liebe ich den praktischen Kurzführer daran. Diesmal hab ich zum ersten Mal HEXA verwendet. Das lässt sich (wahrscheinlich) genauso praktisch säubern, ist aber deutlich weicher und flexibler. Leider ist die Verarbeitung um ein vielfaches schwerer. Die Nieten hielten zwar, aber die Leine ließ sich einfach von der Niete ziehen. Ich musste lange Herumprobieren und der game changer war dann ein Stück Leder drumherum.

Die Tasche:
Eigentlich hätte ich für eine Hochzeit gerne eine etwas schickere Handtasche mitgenommen. Aber ich habe gar nicht viel Auswahl an Handtaschen, also habe ich mich für die Kanoko Tote Bag von Waffle Patterns entschieden, die ich im April genäht habe. Die passte farblich gut zum Outfit und war perfekt geeignet für den wirklich heißen Tag. Ich hatte Bentes Wasserflasche immer griffbereit und konnte sogar seine Snacks gekühlt halten. Es ist nämlich eine Kühltasche mit dem Look einer Handtasche und das liebe ich wirklich sehr!! Die ganze Tasche stelle ich hier vor, da gibt es viele Bilder und ich zeige auch wie ich sie zur Kühltasche umfunktioniert habe.

Die Decke:
Ganz kurz vorm Termin ist mir noch eingefallen, dass es gut wäre eine Decke für Bente mitzunehmen. Typisch Vizsla liegt er nämlich nicht gerne auf dem Boden. Also bei Nässe schon mal gar nicht. Aber auch Steinboden ist nicht seins und auch daheim in der Wohnung oder auf dem Balkon hat er überall Decken, weil er nicht auf dem Boden liegen mag 🙂 Er macht es natürlich trotzdem, wenn er es soll oder wenn es wirklich heiß ist und der Boden dann angenehm kühlt. Aber ein toller Nebeneffekt ist, dass Bente mit Decke sofort zur Ruhe kommt. Egal wo – wenn er aufgeregt ist, bleibt er es… bis wir ihm eine Decke hinlegen. Daher wollte ich unbedingt schnell noch eine Decke anfertigen die nicht viel Platz wegnimmt und die ich leicht mitnehmen kann. Genau diese Größe und Form wurde es dann aber, weil ich sowieso einen weichen Bezug für eine Matratze eines kleinen Hundebetts nähen wollte. Ich habe Canvas für die Unterseite genommen und Fleece für die Liegefläche. Es ist ein Reißverschluss eingearbeitet, damit der Bezug abnehmbar und waschbar ist. Im Anschluss habe ich mir noch überlegt wie ich die Decke permanent bei mir haben kann ohne sie rumtragen zu müssen. In die Tasche passte sie nicht (bzw. hätte dann nichts anderes mehr reingepasst). Ich habe dann ein Gummiband an meiner Kanoko angebracht und so war die Decke superschnell griffbereit, blieb aber an der Tasche.

So, das war es aber nun auch wirklich. Mit all den Sachen war ich eine Weile beschäftigt und nun muss ich erstmal in Ruhe überlegen mit welchem Projekt ich demnächst weitermachen möchte.
Zusammenfassung:
Jumpsuit: Mirri von Papercut; Oberteil Gr. 3, Hose Gr. 4; Belege verlängert. Stoff: Leinen in „Burnt Orange“ von Kattun Stoffe
Blouson: Sorbonne von Claire Massieu, Gr. S, Außenstoff: Viskose Twill „Twig Night“, Innenstoff: Viskose „Diamond Chestnut“, beide von Atelier Brunette
BH: Bella BH von Sewy; Jersey in der Farbe „Copper Marl“ von Lebenskleidung
Tasche: Kanoko Tote Bag von Waffle Patterns in der Größe M; Stoffe und Zubehör hier nachzulesen
Decke: Stoffe: Heavy washed Canvas „burning Bronze“ von Mind the Maker, über Spreefee bagmaking; Fleece von Lebenskleidung
Mirri Jumpsuit No.1 in lila Leinen
Dieser tolle Jumpsuitschnitt von Papercut Patterns erschien glaub ich 2021 und ich fand ihn sofort toll. Ein Jahr später hatte ich einen tollen Anlass ihn zu nähen: Für eine Hochzeit im April 2022 in Bremen brauchte ich ein Hochzeitsgastoutfit. Da wir mit (damals noch) 1,5 jährigem Hund anreisten, fand ich ein Outfit mit Hose praktischer, da ich mich so jederzeit unbedacht zum Hund hocken konnte.
Mit dem Stoffkauf war ich leider etwas überfordert. Leinen gibt es in so vielen unterschiedlichen Qualitäten, Gewichten, Zusammensetzungen und ich hatte nicht viele Vergleichsmöglichkeiten. Bisher hatte ich für Kleider immer recht leichtes Leinengemisch verwendet. Aber dieser Schnitt verlangt nach Leinen mit Stand. Ausgerechnet die Shops bei denen ich fündig wurde boten keine oder unverschämt teure Stoffproben an. Bei 2,70 m Stoffverbrauch wollte ich jetzt auch nicht auf gut Glück bestellen. Aber am Ende blieb mir nichts anderes übrig und ich versuchte es mit drei verschiedenen Qualitäten:
– Ramie Stonewashed in Weinrot von Stoffe Hemmers. Dieser Stoff ist schwer genug, er war mir aber zu rau und dick und ich habe daraus diese Hose genäht.
– Heavyweight Linen in der Farbe Ochre von The Fabric Store. Den wollte ich tatsächlich verwenden, der ist wirklich traumhaft toll. Aber dann habe ich Angst bekommen den tollen Stoff zu verhunzen. Obwohl ich den Leinen stark reduziert erstanden habe, war er immer noch der wertvollste aller Stoffe, daher habe ich mich zunächst für einen Probe-Jumpsuit entschieden. Nämlich mit dem dritten Stoff den ich bestellt habe:
– Der Leinen der hier auf den Fotos zu sehen ist. Den kann ich nicht mehr verlinken, ich kann leider nicht mehr nachvollziehen wo ich ihn bestellt habe. Ich würde ihn aber sowieso nicht weiterempfehlen. Auch dieser ist recht rau (fühlt sich vor allem im Vergleich zum oben genannten einfach nicht so schön an) und ist insgesamt einfach super unspektakulär. Für ein Probemodell aber vertretbar.
Dass ich das Probemodell dann aus Zeitnot tatsächlich zur Hochzeit angezogen habe war halt nicht so geplant 😉 )

Die Anleitung war gut und der Jumpsuit damit auch ohne Probleme genäht. Bei der Anprobe klaffte der Ausschnitt am Rücken aber so weit auf, dass ich wusste, dass ich hier beim (damals noch geplanten) eigentlichen Hochzeitsgastoutfit Änderungen vornehmen muss. Ich hatte keine Lust alles wieder zu öffnen und wollte diesen Jumpsuit trotzdem tragbar machen. Als Notlösung habe ich hinten einfach 2 Falten gelegt und am Halsausschnitt festgenäht.

Das ist natürlich ne ziemlich unsaubere Methode gewesen, aber ganz ehrlich: wer den Originalschnitt nicht kennt (und selber nicht näht…) vermutet hier wahrscheinlich gar keinen Pfusch und denkt das gehört so zum Schnitt 🙂
Leider hatte ich vor der Hochzeit dann doch keine Zeit mehr für die nötigen Anpassungen und einen neuen Versuch mit dem tollen Ochre Leinen. Also hab ich zur eigentlichen Trauung diese Kleid-Jacket-Lösung gewählt (was auch praktisch war, denn an diesem Tag war es sehr kalt) und für den (deutlich wärmeren) Hochzeitsbrunch am nächsten Tag den (Probe-) Jumpsuit getragen:

Und dabei kamen dann folgende Probleme zutage: Auch vorne klaffte der Ausschnitt auf und mir flutschte den ganzen Tag der vordere Beleg oben raus. Daher wuchs hier bereits der Plan diesen Beleg für die nächste Version deutlich zu verlängern.
Auf diesen Bildern ist auch erkennbar, dass mir das Oberteil viel zu groß ist:

Das fiel mir vorher durch die Wicklung einfach gar nicht auf. Wieder daheim habe ich noch mal Bilder gemacht. Als ich das Bild links oben (Rückansicht) betrachtet habe, dachte ich erst noch ich hätte zu viel Länge im Vorderteil. Aber ich habe dann noch mal exakt geprüft wo die Taille sitzt und die saß richtig, also kommt das Zuviel an Stoff tatsächlich alles von der für mich schlecht gewählten Größe. Da der Jumpsuit an den Beinen aber nicht schmaler sein sollte, darf die nächste Version wirklich nur am Oberteil deutlich kleiner werden. Da mir der Mirri-Jumpsuit aber ansonsten wirklich richtig gut gefällt, wusste ich, dass ich alle nötigen Änderungen wirklich gerne umsetzen wollte.
Auf der „über mich“ Seite gibt es übrigens bereits Fotos von mir in dem Jumpsuit. Die Seite gibt es seit ich das neue Blogdesign verwende.
Da mittlerweile über ein Jahr vergangen ist, kann ich schon mal Spoilern: Es gibt inzwischen eine angepasste Version des Jumpsuits, weil vor kurzem erneut eine Hochzeit anstand 😀
Diesmal ist aber ein komplettes Hochzeitsgast-Outift entstanden, daher bekommt das demnächst einen eigenen Beitrag.
Viele Grüße,

Zusammenfassung:
Schnitt: Mirri Jumpsuit von Papercut Patterns in der Größe 4
Stoff: ein Leinen, dessen Quelle ich leider nicht mehr nachvollziehen kann
Änderungen: Bisher nur aus der Not heraus nachträglich Falten im Rücken gelegt, aber in der nächsten Version gibt es weitere Änderungen die ich im nächsten Mirri-Beitrag dann auch erläutern werde
Talvikki Sweater von Named
Es ist Me Made Mittwoch! Und normalerweise zeige ich da ein Projekt das ich erst kurzfristig fertiggestellt habe und Fotos die ich noch kurzfristiger überwiegend im Selfiemodus geknipst habe.
Aber heute zeige ich ein Nähprojekt für einen ganz besonderen Anlass sowie professionelle Fotos die mir sehr am Herzen liegen. Für ein gebuchtes Hunde-Fotoshooting mit Raphaela Schiller stand mein (sommerliches) Outfit eigentlich schon lange fest. Aber dann fielen gleich 2 Termine wegen Regen aus. Ihr erinnert euch vielleicht an den nassen Mai..?? Der Termin im Juni wurde dann aus terminlichen Gründen ungeplant ein Sonnenaufgangsshooting. Um 05:30 Uhr herrschen natürlich auch im Sommer noch andere Temperaturen, vor allem weit oben am Schluchsee wo die Bilder entstanden. Also musste ich ganz kurzfristig umplanen und habe mir für das Shooting den Talvikki Sweater genäht.

Das typische an dem Sweater ist zum einen der Kragen mit den riesigen Abnähern.
Dies war das einzige Foto aus dem Shooting bei dem es etwas zu erkennen ist:

Außerdem ist er Vokuhila: Der Pullover ist hinten länger und hat einen Schlitz an der Seite:

Auch wenn ein lässiger Pullover kein typisch „schickes“ Shooting-Outfit ist: Ich mochte meine Wahl sehr, denn sie zeigt den Hundealltag und keine Fotoshooting-Verkleidung und die Farbe Copper fügt sich perfekt in die Waldfarben ein. Und wie gut der Pullover zu Bente passt muss ich ja wahrscheinlich nicht erwähnen 😉

Beim Nähen gab es allerdings ein Missgeschick: Dass die Einlage für den Kragen dehnbar sein muss, habe ich leider überlesen… Ich hatte bei Instagram einige Exemplare gesehen, bei denen der Kragen in sich zusammenfällt. Ich habe daher extra ein wenig schwerere Einlage genommen und die sogar etwas vergrößert, damit der Kragen wirklich schön steht. Dehnbar war die allerdings nicht. Und als der Pullover dann fertig war, kam der große Schock, weil er nämlich nicht über meinen (eigentlich recht kleinen) Kopf passte. Das war ganz schön frustrierend. Aus der Not heraus habe ich den Kragen an der Seitennaht wieder geöffnet und einen nahtverdeckten Reißverschluss eingenäht. Das hat gut geklappt. Es ist nur der (farblich passende) Zipper sichtbar. Und da meist meine Haare darüber liegen nicht mal der. Glück gehabt.
Für die nächste Version bin ich also schlauer. Wobei ich spontan auch gar nicht wüsste woher ich dehnbare Einlage finden sollte die dennoch Stand gibt…. Also gerne her mit den Tipps. Der Schnitt schlummerte nun 6 Jahre ungenäht auf meiner Festplatte. Das darf nicht erneut passieren. Ich freue mich schon auf den Herbst und vielleicht entsteht dann ja ein weiterer Talvikki Sweater.
Liebe Grüße aus dem Schwarzwald senden
Mel und Bente

Zusammenfassung:
Schnitt: Talvikki Sweater von Named (genäht in der Größe 36/38)
Stoff: Bio Sweat gerauht von Lebenskleidung in der Farbe Copper Marl (der zumindest in dieser Farbe leider nicht mehr hergestellt wird)
Die Jeans die ich dazu trage ist meine Dawn Jeans von Megan Nielsen, hier vorgestellt.
Fotos: Raphaela Schiller Hundefotografie
Ein Ringeltop für meine Zitronenjeans
Damit ich endlich mal meine Zitronenjeans anziehen kann (hier gezeigt), habe ich ein passendes Top genäht. Den Blogbeitrag dazu gibt es heute aber auf dem Me Made Mittwoch Blog.
Hier gibt es nur die Outtakes zu sehen 😀



Zusammenfassung:
Top: JerseyCamiSole vom Schnittduett alle Infos (Größe/Änderungen) habe ich hier beschrieben
Jeans: Dawn von Megan Nielsen: Meinen Blogbeitrag und mehr Fotos der Jeans gibt es hier
James Pants (und der Aufruf nach Stoff-Tipps für eine sommerliche Wanderhose)
Für letzten Sonntag hatten wir mal wieder eine Hundewanderung gebucht. Für mich immer ein absolutes Highlight, da darf natürlich ein selbstgenähtes, passendes Outfit nicht fehlen. Genauergesagt brauchte ich eine Wanderhose. Leider war ich damit aber sehr spät dran und habe erst einige Tage vorher überhaupt mit der Planung angefangen. Das heißt: ich hatte noch keinerlei Idee welchen Stoff oder Schnitt ich verwenden sollte. Eigentlich möchte ich mir gerne eine richtig tolle Profi-Wanderhose nähen. Hier läuft die Recherche tatsächlich auch schon etwas länger. Aber genau deshalb weiß ich auch, dass ich für diese Umsetzung Zeit brauche und in einen richtig tollen Schnitt und einen wirklich guten Stoff investieren möchte. Dennoch rückte der Termin der Wanderung näher und irgendwas musste ich ja anziehen, also wollte ich gerne eine lange Hose die zumindest mal bequem ist. Leggings kommen da für mich gar nicht in Frage (die verknüpfe ich nur mit Laufen und Fitnessstudio), einen richtigen Hosenschnitt für bequeme Stoffe besaß ich noch nicht, also was tun? Ich habe mich spontan für einen Kompromiss entschieden: Für die Bequemlichkeit darf es eine Jogginghose werden, aber dann immerhin eine die gerade geschnitten ist, funktionale Taschen hat und somit immerhin etwas nach „normaler Hose“ aussieht und nicht nach „Couchabend mit Chips“

Eine erste Schnittmustersuche war aber ernüchternd: keiner der Schnitte für Damen-Jogginhosen / Sweatpants erfüllte meine Kriterien. Irgendwann fiel mir aber der Männerschnitt von Viki Sews wieder ein: die James Pants ist gerade geschnitten, hat Kniefalten, Eingriffstaschen aber auch seitlich aufgesetzte größere Taschen und ist eigentlich für einen schweren Sweat mit etwas mehr Stand ausgelegt. Und weil genau dieser mir leider noch nicht über den Weg gelaufen ist (außer mit zu großem Polyesteranteil, darauf möchte ich bei Sweat gerne verzichten), habe ich den Schnitt für meinen Mann noch nicht genäht.
Für meine Hose wollte ich aber genau diesen schweren Sweat eh nicht, da ich ich eben keine Winterhose nähen wollte. Daher griff ich zu French Terry.
Den Schnitt musste ich leider noch mal kaufen, denn Viki Sews verkauft die Schnitte nach Größe. Das ist sehr praktisch, wenn nur eine Größe benötigt wird, aber leider unpraktisch, wenn der Schnitt eben nicht nur für eine Person gekauft wird. Die allerkleinste Männergröße ist 38 und das kam tatsächlich ganz gut mit meinen Maßen hin. Die allerkleinste Länge war allerdings 170-176 cm. Ich hab am Anfang noch überlegt ob ich die Originallänge belasse und später kürze – falls notwendig. Aber eine Hose wird ja eigentlich nicht am Saum gekürzt wo sie schmaler zuläuft sondern schon weiter oben. Also habe ich den Schnitt schon vorab um 6 cm gekürzt. Im Nachhinein keine gute Idee, denn genau diese 6 cm fehlten mir später, obwohl ich keine 176 cm groß bin, sondern nur 169 cm.
Und dann ist mir leider noch ein Fauxpax passiert: Bei diesem Stoff hatte ich große Schwierigkeiten den Fadenlauf mit bloßem Auge erkennen zu können. Ich musste ihn permanent überprüfen beim Zuschneiden. Leider hab ich wohl doch einmal nicht aufgepasst und die Hinterhose im falschen Fadenlauf zugeschnitten. Beim Zusammennähen von Vorder- und Hinterhose fiel mir dann auf, dass meine Vorderhose länger ist. Meine erste Idee – die Vorderhose entsprechend zu kürzen – habe ich zum Glück nicht umgesetzt. Ich habe die Hose so verschieden lang zusammen genäht – anprobiert und dann entsetzt festgestellt, dass sogar die vordere Länge nicht ausreichend ist, um den Saum um ganze 6 cm (wie in der Anleitung vorgesehen) umzuklappen um ein Gummiband einzunähen. Meine Erste-Hilfe-Maßnahme war dann also erstmal: weitere Stoffstücke an die hinteren Hosenbeine anstückeln, Saum versäubern, 1 cm umklappen und vernähen. Das fand ich erst schade, aber später fand ich, dass gerade das den geraden Schnitt der Hose noch unterstreicht. Selbst der gestückelte Stoff hinten fällt kaum auf und stört mich nicht:

Die seitlichen Taschen sind im Originalschnitt recht auffällig und voluminös, da es noch einen Seitenstreifen gibt, der rundherum verläuft, durch den die Taschen abstehen. Obwohl das fürs Wandern recht praktisch sein mag, hätte ich mir die Taschen bei einer leichten French Terry Hose mit Gummizug-Waistband sowieso nicht vollstopfen können, ohne dass die Hose runter rutscht 😉 Daher hab ich auf das Detail verzichtet, den Seitenstreifen weggelassen, die Taschen flach aufgenäht und auch etwas höher positioniert, weil ich sonst eh nicht mehr dran gekommen wäre…. An der Originalversion gefielen mir die kleinen Bänder an den Taschenklappen sehr. Ich habe aber statt Ripsband verstärkten French Terry genommen und zusätzlich die Taschen (und auf einer Seite das Band) noch beplottet:

Damit wurde die Hose natürlich doch noch eine passende Hundewanderungs-Hose 😀
Mit dem Saum bin ich nicht wirklich zufrieden. Eigentlich werden vorne 2 Knopflöcher eingenäht und die Hose wird dann ohne Gummizug nur mit einem Bindeband geschlossen. Aber das war mir wieder zu nah am Stil „gemütliche Jogginghose“. Und weil ich am schon späten Vorabend der Wanderung einfach nur noch fertig werden wollte, habe ich auch wenig geschludert und war nicht mehr ganz so sorgfältig und konzentriert beim Einnähen des Gummibandes am Saum. Das kann ich definitiv schöner.
Mein Fazit ist aber sowieso, dass die Hose zwar für diesen Tag ganz gute Dienste geleistet hat, für eine Sommerwanderung aber dennoch viel zu warm war. Deshalb nun meine Bitte an euch:
Ich suche nach tollen sommerlichen Stoffen aus denen ich eine Wanderhose nähen kann!!
Alle Tipps gerne zu mir. Perfekt wäre ein bi-elastischer Hosenstoff. Also kein Jersey, kein Lycra, kein Sweat, sondern richtiger Hosenstoff, der aber dennoch ein wenig elastisch in beide Richtungen ist. Ich habe inzwischen schon recherchiert, dass es da wohl Kevlar® gibt. Aber der ist leider wirklich nicht sommertauglich, sondern sogar extra warm, bzw. immerhin so dick, dass er wohl vor Sturzverletzungen schützt. Aber so wild sind meine Wanderungen nun auch wieder nicht, dass ich das bräuchte. Gibt es so einen bi-elastischen Hosenstoff auch in hauchdünn (und dennoch blickdicht)? Ich möchte nämlich trotz Sommer-Wanderungen wirklich gerne eine lange Hose tragen.
Zum Schluss zeige ich euch noch tolle Fotos von unserer Wanderung. Was wir vorab nämlich nicht wussten: Wir wurden begleitet von der Fotografin Sarah Heckendorn. Sie hat uns und die Hunde auf unserer Feldbergrunde fotografiert und dadurch kann ich euch sogar professionelle Tragefotos zeigen:


… und auch das Vorschaubild wurde von Sarah Heckendorn fotografiert.
So, nun freue ich mich auf eure Stoff-Tipps 🙂
Lieben Gruß,

Kalle Shirt „Caramel Twill“ mit Knopfleiste
Der Me Made Mittwoch im Juni hat mich dazu motiviert meinen Blog mal wieder abzustauben. Es gibt noch ein paar weitere ungezeigte Stücke, aber ich fange von hinten an und zeige ein Kalle Shirt von Closet Core Patterns, das ich Montag Abend erst fertiggestellt und gestern auf der frühen Hunderunde erst fotografiert habe.

Mein allererstes Kalle-Shirt hatte zu viel Stand, war zu kurz und hatte einen Pabstkragen, den ich überhaupt nicht mochte. Beim zweiten wurde ich mit der Anleitung nicht ganz warm, aber das Ergebnis war dann doch eine große Liebe und ich wusste, dass noch weitere folgen werden. Einziges Manko: Ich hatte es bereits um 5 cm verlängert aber es kam mir trotz high waist Jeans immer noch etwas zu kurz vor.
Bei dieser Version habe ich in der Länge weitere 7 cm dazugegeben um nicht bei den kleinsten Bewegungen bauchfrei dazustehen. Nun ist es nur noch Vokuhila, aber kein cropped Shirt mehr. Aber ich mag die neue Länge sehr.

Es gibt ja mehrere Versionen das Shirt zu nähen (richtig lang oder cropped, mit verschiedenen Saumabschlüssen und 3 verschiedenen Möglichkeiten für die Knopfleiste). Da es mich beim Nähen immer etwas rausbringt suchen zu müssen wo in der Anleitung es nun mit meiner geplanten Version weitergeht, hab ich diesmal die Anleitung vorbereitet und mir eine Version gespeichert die nur die Nähschritte enthält, die ich benötige. 5 Minuten Vorarbeit, die mir alle Nähschritte sehr erleichtert haben.
Diesmal habe ich auch die Ärmelabschlüsse richtig genäht 🙂 Das letzte Shirt hat leider innen noch sichtbare Overlocknähte. Ich hatte zu spät gesehen, dass die Anleitung eine schönere Technik vorsah. Aber nun habe ich auch innen saubere Ärmelabschlüsse:

Eine weitere knifflige Stelle war der Saumabschluss. Ich wusste nicht mehr was es genau war, aber bei den letzten beiden Shirts fand ich den sehr schwierig.

Diesmal wusste ich immerhin direkt was die Anleitung verlangt, die Umsetzung bleibt am Übergang vom Vorderteil zum Rückteil jedoch knifflig.
Und bei jeder Bluse dann die übliche Zitterpartie am Schluss: Knopflöcher….. Aber es gab zum Glück keinerlei Probleme mit der Knopfleiste. Da ich zum ersten Mal die sichtbare Knopfleiste an das Kalle Shirt genäht habe, war ich doppelt erleichtert.

Mit der einfachen (nicht verdeckten) Knopfleiste ist das Knöpfen deutlich einfacher, aber ich mag es eh gerne, wenn (schöne) Knöpfe sichtbar sind.

Den Twill habe ich übrigens vor kurzem erst (online) gekauft. Eigentlich wollte ich eine neue Weste nähen und hatte mit etwas gröberem und schwererem Twill gerechnet. Für eine Weste war dieser Twill zu leicht. Normalerweise wandert so ein Fehlkauf dann in meinen Stoffschrank und wird 1-4 Jahre später für ein anderes Projekt herausgeholt. Diesmal habe ich es gar nicht erst in den Schrank gelegt, da mir der Stoff perfekt schien für ein Kalle-Shirt, das ich ja eh längst mal wieder nähen wollte.

Beim letzten Kalle Shirt hatte ich aufgrund des tollen Druckes auf eine Brusttasche verzichtet. Aber bei diesem schlichten Shirt passt es super.

Ich glaube das ist ein tolles Basic Shirt geworden das ich viel tragen werde 🙂
Zusammenfassung:
Schnitt: Kalle Shirt von Closet Core Patterns
Stoff: Organic Cotton Basic Twill; Farbe Caramel, von Kattun Stoffe
Knöpfe: Blaze Corozo Button 15 mm, Farbe „Camel“ von Mind the Maker
Momiji (Dog) Walking Jacket No.2 aus Softshell
Im Januar habe ich meine erste Momiji Walking Jacket von Waffle Patterns genäht und es war direkt klar: ich brauche noch eine.

Von dem Schnitt, der Anleitung und meinem Ergebnis war ich sehr begeistert. Und nachdem ich die Jacke nun seit 2 Monaten regelmäßig trage, kann ich sagen: Es ist die ganz große Liebe. Wegen der tollen Passform, aber vor allem auch wegen der vielen Funktionen die ich für praktische Hundespaziergänge hinzugefügt hatte.

Inzwischen gab es schon ein paar frühlingshafte Tage in diesem Jahr und ich musste leider erkennen: Für Temperaturen über 10 Grad plus Sonnenschein ist die erste Version deutlich zu warm. Ich kann und möchte auf die tollen Funktionen aber nicht mehr verzichten, daher brauchte ich dringend noch eine weitere Momiji als Übergangsjacke.
Die Schnittmustervariante
Als Regenjacke soll sie aber nicht dienen (die ist separat noch geplant), daher habe ich diesmal auf die Kapuze verzichtet und die View B (Variante mit Kragen) genäht.

Den Kragen finde ich sehr schön und vor allem freue ich mich wieder darüber, dass es einen Zipperschutz gibt.
Der Stoff
Seit Oktober letzten Jahres habe ich diesen tollen Softshell mit Fischgrätmuster aus einer Vorbestellung daheim, aus dem ich eigentlich einen Softshellmantel nähen wollte. Da ich bisher eh kein passendes Schnittmuster gefunden habe, habe ich meine 3 Meter Stoff in diese Jacke gebuttert. 3 Meter für eine kurze Jacke? Jawoll! Warum klärt sich nach und nach.
Für meine zweite Jacke habe ich mir noch ein paar Zusatzfunktionen ausgedacht. Aber auch die altbewährten Funktionen habe ich wieder aufgegriffen und teilweise ganz leicht verändert:
Die Handytasche
Die Brusttasche hatte ich ja für meine erste Jacke vergrößert und ich mag es sehr, dass das Handy seinen festen Platz hat und immer griffbereit ist (und ganz nebenbei auch nicht mehr zwischen den Leckerlis liegt).

Durch das Fischgrätmuster hätte ich die Tasche ganz gut unsichtbar aufnähen können. Aber genau das wollte ich nicht, daher habe ich ein paar Highlights eingebaut mit einem weiteren Softshell, einem Lederpatch und einer Kontrastfarbe für die Hundepfeifentasche.
Die Hundepfeife
…ist wieder ein sehr wichtiges Detail meiner Jacke. Bisher musste ich immer daran denken eine Pfeife dabei zu haben. Auf kleineren Runden habe ich oftmals gedacht „brauche ich nicht“, um dann doch wieder Hundefreunde zu treffen bei denen ich Bente abgeleint habe. Ich mache das ohne Pfeife aber echt ungern, da ich weiß, dass er in Anwesenheit anderer Hunde (super highlight für Bente) nur mit dem Rückruf per Pfeife sofort reagiert. Eine Pfeife fest in die Jacke integriert zu haben fand ich bei der ersten Momiji aus Dry Oilksin daher extrem praktisch.

Schlüsseltasche
und genauso geht es mir mit der Schlüsseltasche (die im Original eigentlich eine Tickettasche ist) : Jacke an und Haus verlassen, fertig! Ich glaube die Hundebesitzer*innen (die eben mehrmals am Tag aus dem gleichen Grund das Haus verlassen) wissen, dass auf Dauer nervig sein kann immer erst 6 verschiedene Sachen packen zu müssen – inklusive Kontrolle, ob auch wirklich alles dabei ist.

Handwärmer
Den Handwärmer habe ich wieder übernommen (aus View A), hab ihn diesmal aber nicht extra warm gefüttert. Einerseits weil die Jacke ja nicht für den Winter gedacht ist, andererseits, weil der Softshell von innen eh weich ist.

Für mich ist es aber wieder eine wunderbar praktische Funktion die Hände einfach gemütlich zu parken 🙂 Das mache ich wirklich ständig. Auf den Fotos, aber auch im Alltag, wenn ich z.B. meinem Hund beim Spielen mit anderen Hunden zuschaue.
Ich musste mich übrigens am Ende etwas beeilen die Jacke fertigzustellen. Ja, weil der Frühling schon anklopfte und ich wirklich wirklich diese Übergangsjacke brauchte. Aber auch, weil ich meine Jacke total gerne beim Me Made Mittwoch im April zeigen wollte und es diesmal die Chance gab, dass Muriel vorab bei einer gemeinsamen Wanderung die Fotos von mir machen konnte. Mir hilft so ein positiver Druck sehr gut Dinge nicht ewig vor mir herzuschieben. Es war dann auch wirklich eine Punktlandung: die Jacke ist einen Tag vor der Wanderung fertig geworden.

Knit Cuffs
Die Strickbündchen habe ich auch wieder verwendet. Ich habe lange überlegt ob es sinnvoll ist, weil die Jacke gar nicht so doll wärmen soll. Aber ich mag das optisch sehr, mochte die Anleitung wie sie angenäht werden und ich hatte die perfekte Farbe da. Ich musste sie also quasi annähen.

Karabiner
Auch hier habe ich überlegt ob ich wieder einen anbringe. Für meine Momiji No.1 habe ich den für Handschuhe wirklich sehr oft verwendet und war froh über meine Idee. Gezweifelt habe ich hier, da ich mit dieser Jacke eben nicht bei starker Kälte unterwegs bin. Aber nach einem Spaziergang mit Schleppleine die sich dank vorherigem Regen wieder schön durch den Matsch gezogen hat, hab ich beschlossen, dass der Karabiner (den ich eh gekauft hatte) auch seine Verwendung findet. Ich trage im Frühling und Herbst nämlich oft fingerlose Segelhandschuhe, mit denen ich einfach mehr Grip und weniger dreckige Schleppleinen-Hände habe.

Das Innenfutter
puh… das war eine lange Entscheidung. Ich wollte unbedingt mit vorhandenem Stoff auskommen. Aber die Futterstoffe die ich hatte waren entweder farblich nicht passend oder aber zu dünn (die Vlieseinlage wäre sichtbar gewesen). Für die kleine Hundepfeifentasche hatte ich mir den Raincoat Popeline (ein Jil Sander Deadstock) zurecht gelegt. Ich mochte den Kontrast einfach. Und während eines FaceTime Nähens mit Muriel kamen wir zunächst auf die Schnapsidee, dass das auch mein Futter sein könnte. Das war zunächst nicht erst gemeint, denn es ist ja ein Außenstoff. Aber ich hatte eh nur 1,50 m davon (mehr war nicht verfügbar) und den Stoff sowieso noch nicht fest verplant. Raincoat-typisch fühlt der sich aber leicht wachsig an. Das ist zum einen ungewohnt als Futterstoff, vor allem aber weniger flutschig. ich komme durchaus problemlos in meine Jacke ABER es flutscht nicht so schön, wie mit einem super glatten Futterstoff.

Es ist wahrscheinlich nicht gut zu sehen, aber ich habe auch wieder einen Aufhänger eingefügt.
Der wachsige Stoff hat aber auch Vorteile:
– Er kühlt wunderbar. Die Jacke soll ja definitiv nicht doll wärmen. Und gerade, wenn ich längere Zeit mit dem Hund unterwegs bin (oft auch gerade am Anfang längere Zeit bergauf) wird mir nach kurzer Zeit eh warm und ich freue mich über eine nicht zu sehr wärmende Jacke!!
– Die Farbe passt wunderbar zu den Kontrast-Reißverschlüssen die ich ausgewählt habe, die sieht man gut auf den nächsten Bildern:
Die Reißverschlusstaschen
Davon gibt es sehr viele bei dieser Jacke. Teils sichtbar, teils versteckt. Ich habe diverse Reißverschlussfarben getestet. Sowohl in jackenähnlicher Farbe, als auch in Kontrastfarben. Und diese Reißverschlüsse in der Farbe Beige (rosastichig) fand ich am passendsten. Einige sind sichtbar, einige halb versteckt.

Das Hauptfach
Ich nenne es mein Hauptfach, denn hier befinden sich tatsächlich die für den Spaziergang wichtigsten Utensilien auf die ich schnellen Zugriff haben möchte:

Das Taschenfutter hat von mir wieder Einteilungen bekommen. Ähnlich der Innentasche die ich für die erste Momiji fotografiert habe. Die Einteilung ist diesmal aber leicht anders. Es gibt weiterhin ein Tütenfach und auch die Leckerlis haben hier wieder ihren Platz. Das Fach für die Futtertube habe ich etwas angepasst. Die leistet uns gerade sehr wertvolle Arbeit beim Training, daher haben wir inzwischen von den Kauftuben gewechselt zu einer nachfüllbaren Futtertube.

Bis hierhin aber dennoch alles „nix wirklich neues“ im Vergleich zu meiner ersten Momiji. Aber neue Funktionen gibt es durchaus, dafür muss ich euch einmal meinen Rücken zudrehen:

Die Rückenfächer
Im Originalschnitt ist hier nix vorgesehen. Bei mir ist hier aber einges passiert. Was ich hinzugefügt habe, muss ich aber einzeln zeigen:
Was ich in meiner ersten Momiji in keinem meiner Taschen platzmäßig oder sinnvoll unterbringen konnte waren Zergel und Wasserflasche:

Beides habe ich aber gerade bei langen Waldspaziergängen oder ausgiebigen Wanderungen regelmäßig dabei, daher hab ich mir ein Konzept überlegt das alles am Rücken außerhalb anzubringen. Aber gerade diese Taschen die etwas „beulig“ sein müssen, damit der dicke Inhalt drin Platz findet, sind nicht so attraktiv. Vor allem, wenn man nur auf kurzer Runde unterwegs ist, da gar nichts drin ist und somit nicht mal sichtbar ist was das da hinten auf dem Rücken soll…
Ein Konzept musste her… Ich habe mir eine Art Klappe überlegt, die die Taschen verdeckt und die Optik damit wieder aufwertet. Durch Druckknöpfe habe ich dafür gesorgt, dass die Klappe je nach gewünschter Funktion unten bleibt oder eben (wenn die Flasche zum Einsatz kommt) oben bleibt.
Leider ist beim ersten Versuch etwas schief gelaufen: Die Klappe ist mir deutlich zu lang geraten und hätte unten über den Saum geragt. Da der Saum aber noch nicht umgenäht war ist mir das zunächst gar nicht aufgefallen und ich hatte die Druckknöpfe am oberen Rücken schon angebracht.
Für die kürzere Klappe brauchte ich somit eine neue Druckknopfposition und stand vor dem Problem, dass ich die „alten“ ja nicht mehr abbekam. Sah ziemlich bescheiden aus!!
Da kam dann die weitere / größere Klappe oberhalb ins spiel. Sie hatte den Vorteil, dass sie die falschen Druckknöpfe abdeckt, aber gleichzeitig auch die richtigen. Denn solange die kleine Klappe oben nicht befestigt ist, sieht es ja auch etwas komisch aus, wenn da mittem auf dem Rücken zwei offene Druckknöpfe sichtbar sind. Ich weiß nicht, ob mir noch jemand folgen kann, aber ich habe das alles fotografisch festgehalten:

Durch den Einsatz der großen Klappe, hab ich den „versteckten Platz“ genutzt und hier auch noch 2 weitere kleine Gadgets angebracht: einen D-Ring und gleich daneben einen Miniminimini-Karabiner (auf den Fotos echt schwer erkennbar). Wer weiß wofür ich es irgendwann mal brauchen werde…
Ich habe als Beispiel mal einen weiteren Futterbeutel und einen Klicker angebracht. Aber beides würde ich wohl eher nicht am Rücken tragen.

Dank Muriel hab ich sogar noch Bilder für euch wie das nun aussieht wenn ich aus einer Normalo-Jacke nun eine Jacke mache, die meine Bentes Wasserflasche für mich tragen kann 😉

Muriel ist mir hier ganz rechts noch für die Fotos behiflich, aber wir haben auch getestet ob ich alles alleine bedienen kann während ich die Jacke anhabe. Und es klappt: Unteren Druckknopf lösen und die kleine Klappe an zwei weiteren Druckknöpfen unter der großen Klappe befestigen. Et voilá: Eine weitere Tasche mit mehreren Fächern tut sich auf.

Aber auch das Einsetzen und Herausnehmen der Wasserflasche geht ohne Hilfe und ohne Hinschauen wunderbar. Und hier muss ich auch gleich einen begeisterteten Erfahrungsbericht mit euch teilen. Was ihr oben auf den Bildern seht habe ich nämlich tatsächlich nur für die Fotos gemacht. In Wahrheit trug an dem Tag mein Mann einen Rucksack mit sich, in dem sich die Wasserflasche befand. Inzwischen hatte ich aber auch schon einen längeren Test-Spaziergang ohne Mann und ohne Rucksack, aber MIT Wasserflasche. Und das war richtig cool!! Womit ich nämlich nicht gerechnet hätte: Ich habe die Wasserflasche ohne Witz nicht bemerkt!! Ich wusste, dass mir Gewicht auf dem Rücken generell wesentlich leichter vorkommt als vor dem Körper. Aber dass ich die gefüllte Wasserflasche gar nicht bemerke hatte ich nicht geahnt. Ich war 8 km unterwegs und habe mir zwischendurch immer wieder an den Rücken gefasst um zu prüfen ob die Flasche noch da ist. Gerade anfangs hätte ich schwören können ich hätte sie verloren. Sehr sehr cool!
Die große Rückentasche
Aber evtl ist es oben schon ersichtlich: Die Netz-Taschen wurden nicht auf dem Rücken direkt angebracht sondern auf einer weiteren Rückentasche an die ich über 2 große Reißverschlüsse von beiden Seiten Zugriff finde …. Wofür sind die also?

Ich möchte ein paar neue Übungen mit Bente einstudieren und habe dafür ein Boden-Target (inkl. Stab) gekauft. Das möchte ich aber nicht nur daheim einsetzen sondern später auch (und vor allem) mittem im Spaziergang. Aber wie nimmt man eine Scheibe mit 28 cm Durchmesser und einen dazugehörigen Stick mit? Dann doch wieder eine extra Tasche mitnehmen obwohl ich doch gerade diese neue Jacke plane mit der das endlich nicht mehr nötig ist? Somit kam mir dann die Idee für das große Rückenfach. Groß genug für das Target, aber dezent genug, weil das Target eben nicht jedesmal dabei ist.
Bei einem Spaziergang mit Laufgurt und Zugleine hat das große Fach auch schon sehr gute Dienste geleistet. Hier nehme ich nämlich gerne die superkurze Zugleine wenn Bente ziehen darf oder soll, aber die lange 4-Meter-Leine wenn er (ohne Zug) ausreichend Leine haben soll zum Schnuppern, während ich weiterhin die Hände frei habe, da die Leine ja am Gurt befestigt ist. Das hab ich nicht zum ersten Mal so gemacht (also während des Spaziergangs gewechselt), aber bisher stellte sich immer die Frage: Wohin solange mit der anderen Leine. Ein seitlicher Griff ans Rückenfach und das Problem war diesmal ruck zuck behoben 🙂
Blöderweise hab ich auch dieses Fach 2 x genäht. Beim ersten Mal hatte ich die Tiefe die sich durch das gefüllte Fach ergibt nicht bedacht und bekam das Target nicht in die Taschen. Und so allmählich wird euch mit den Extrataschen und Extraklappen UND Extraversuchen sicher auch klar, warum ich die vollen 3 Meter Stoff gebraucht habe? 😀
Der zweite Versuch hat auch hier wieder geklappt. Während ich noch in der Planungsphase war hatte ich aber ehrlich gesagt schon Angst, dass das alles unglaublich aufträgt und hinten sehr weit absteht und es irgendwie alles unförmig aussieht oder so als hätte ich nen Riesenrucksack auf. Aber ich finde es hält sich in Grenzen. Selbst wenn zusätzlich zum Boden-Target auch noch die Flasche auf dem Rücken ist:

Anders als bei der Wasserflasche bemerke ich das Boden-Target beim Tragen übrigens schon, aber es stört nicht und kommt mir auch nicht schwer vor. Ich habe im Nachhinein sogar noch Tragefotos mit Target gemacht, weil ich wirklich überrascht bin wie wenig es am Rücken aufträgt.
Dafür hatte ich auf dem Spaziergang für die Entstehung der nachfolgenden Fotos die vordere Tasche ganz schön voll gepackt 😉
Ich zeige sogar noch einen Praxistest ob ich das Target tatsächlich alleine rein und raus bekomme, während ich die Jacke trage. Ich bin erleichtert: Das geht auch 😀

Das war es nun auch an Funktionen die die Jacke beherbergt 🙂 Für alle die neugierig auf das Boden-Target geworden sind, lasse ich davon noch ein paar Trainingsfotos da. Ihr könnte aber auch zum Ende scrollen, da findet sich noch die übliche Stoff- und Schnitt-Zusammenfassung .
Training
Los geht es mit dem Stick. Ziel ist es, dass Bente auf Kommando die Nase dran hält. Dafür gibt es eine Belohnung.

Er kommt dafür auch aus weiter Entfernung angerannt. Die nächste Stufe wäre, dass die Nase dort verweilt. Soweit sind wir aber noch nicht, er schafft es im Moment nur kurz.

Und dann wäre da noch das Boden-Target. Hier soll Bente seine Vorderpfoten drauf stellen. Das alleine ist keine Schwierigkeit für ihn, er kann das Kommando „Target“ auf vielen Untergründen und Erhöhungen. Aber er soll exakt dort verweilen und DAS ist die eigentliche Schwierigkeit für ihn und der Grund für mein Training. Denn BLEIB ist kein Kommando nach seinem Geschmack. Wenn er irgendwo positioniert wurde, dann möchte er das nur kurz machen und dann freudig zu mir kommen. Das Target soll ihm helfen die Position zu halten. Das kann er auch schon deutlich länger als die Nasen-Position am Stab.

Der Stab ist ausziehbar und im Boden-Target ist auch noch ein Loch um den Stab darin zu befestigen. So kann der Hund theoretisch auf dem Target stehen und gleichzeitig die Nase an den Stab halten. Soweit sind wir aber noch nicht.
Außerdem üben wir eigentlich noch daheim, das ist noch leichter als unter Ablenkung draußen. Aber weil die Rückentasche ja schon dafür konzipiert wurde, dass wir das Target auch mitnehmen können, wollte ich das auch lieber im Wald zeigen 🙂
Zusammenfassung:
Schnitt:
Momiji Walking Jacket von Waffle Patterns
Stoffe:
Softshell „Herringbone Karamell“ – eine Eigenproduktion von Apfelschick über Vorbestellung (August 2022)
Kontrast-Softshell für Brusttasche vom Stoffmarkt (Oktober 2022)
„Futter“:
Raincoat Popeline Lark – ein Deadstock von Jil Sander; gekauft im Oktober 2022 bei Hello Heidi Fabrics
Reißverschlüsse:
Beige (rosastichig) Metall gold mit Pendelgriffschieber von Wächtershäuser
Pullover Lindsey von Viki Sews
Im letzten Beitrag hab ich schon erwähnt, dass ich einen weiteren Troyer nähen möchte und hier ist er auch schon. Eigentlich heißt das Schnittmuster im Original Lindsey Hoodie. Aber wo keine Kapuze ist, ist bei mir auch kein Hoodie, daher passt das für mich irgendwie nicht. Ich bezeichne ihn daher ebenfalls als Troyer, da er einen Kragen mit Reißverschluss hat. Aber nachdem ich die Definition eines Hoodies gegoogelt habe, hab ich auch gleich mal geschaut was über den Troyer gesagt wird: Typischer Seemannspulli. Vor allem aber „wollener“ Pullover mit Kragen und Reißverschluss. Zählt Baumwolle da auch? Wahrscheinlich nicht, daher habe ich nun doch nur „Pullover“ geschrieben im Titel. Ich habe ihn aber dennoch als „Troyer“ kategorisiert und vergleiche ihn auch mit meinem letzten Troyer (ebenfalls aus Sweat genäht).

So richtig vergleichen kann ich die Schnitte natürlich nicht, denn sie sind laut Schnittherstellerinnen nicht die gleiche Art von Pullover. Mir geht es hier nur um die Nähtechnik, darum wie ausführlich und verständlich die Anleitung ist und – ganz wichtig – wieviel Freude es (mir) bereitet den Pullover zu nähen.
Passform
Auch Lindsey fällt recht groß und weit aus. Was ich bei Frau Krokus bemängelt habe, habe ich hier allerdings erwartet, denn hier verspricht das Titelbild einen Oversize Pullover! Es gibt ein! Titelbild und hier erkennt man ganz klar wo die Reise hingeht. Und so schön ich die vielen Bilder der Designnäherinnen von Frau Krokus auch fand – eigentlich hilft es mir mehr auf einen Blick einmal deutlich zu sehen was der Pullover verspricht und wie er am Ende aussehen wird. Also ohne die vielen Umsetzungen die andere Näherinnen daraus gemacht haben.


Der Kragen
Der ist bei diesem Pullover deutlich besser gelungen. Das liegt natürlich an der Stoffwahl (dazu später mehr) aber auch an der Anleitung.

Auf dem nächsten Bild ist gut zu sehen, dass der Reißverschluss diesmal bis ganz nach oben geht. Ich füge am Ende aber noch Vergleichsbilder ein.

Mir ist erst beim Schreiben des Blogbeitrags aufgefallen, dass die meisten Fotos mit offenem Kragen entstanden sind. Ich habe einen wunderschönen sonnigen Samstag genutzt, hab mir den Hund geschnappt, einen richtigen langen Spaziergang gemacht und dabei die Bilder gemacht. Da es so warm wurde in der Sonne hab ich den Kragen gar nicht mehr geschlossen und eben nicht mehr an Fotos mit geschlossenem Kragen gedacht (3 Bilder weiter oben ist eines in der Seitenansicht…) Und weil der Spaziergang mit Bente einfach traumhaft schön war, hab ich auch die Bilder mit eingebaut die für den Pullover eigentlich gar nicht so aussagekräftig sind, für mich aber eine wunderschöne Erinnerung an den Tag sind.

Aber zurück zum Kragen: Irgendwie war es kniffliger zu nähen. Aber nur in der Umsetzung. Es war durch die Anleitung jederzeit klar was ich tun musste und die Bilder – auch hier wieder Fotos (keine Skizzen), aber groß genug um alles zu erkennen – haben es zusätzlich zum ausführlichen Text deutlich gemacht. Oft gibt es sogar mehr als ein Foto. Und gleich nachdem es kurz knifflig war, konnte ich mich dann schon über das schöne Ergebnis freuen. Was immer ich bisher von Viki Sews genäht habe – es sieht einfach alles wunderbar professionell aus.

Den Kragen habe ich wieder mit Fleece gefüttert. Diesmal ergibt das auch Sinn, denn im geschlossenen Zustand liegt der Kragen auch vorne am Hals an.

Dieser Kragen hat keinen Zipperschutz, aber dafür eine vordere Blende:

Ich hab direkt mal die gesamte Innenansicht fotografiert. Später gibt es auch davon noch einen Vergleich zum vorher genähten Pullover. Außer dem hinteren Einsatz ist bei Lindsey alles versäubert. Ebenso liegt alles schön an, da die Anleitung zu jederzeit sagt was wann wohin gebügelt werden soll. So auch bei der Tasche vorne.
Die Eingriffstaschen / Kängurutaschen:
Die waren ein wenig aufwändiger zu nähen. Als ich durch die Anleitung gescrollt habe, war ich ein wenig demotiviert: So viele Schritte nur für die Kängurutaschen… Puh… Aber dann hab ich losgenäht und war gar nicht genervt, sondern eher fasziniert wie sie genäht werden und wie toll das Ergebnis aussieht:

Außerdem hat Bente mir beim Nähen der Taschen Gesellschaft geleistet. Das hat mich zusätzlich gefreut und motiviert. Meist nähe ich abends und wenn ich dann nicht gerade online mit anderen zusammen nähe, dann nähe ich eben alleine in meinem Nähzimmer bei einem Podcast / Hörbuch oder (wenn ich keine Anleitung benötige) auch mal einer Serie, während der Hund beim Mann im Wohnzimmer auf dem Sofa schläft. Aber an diesem Abend war Bente bei mir.

Ist ja nicht so, als hätte ich den Hund nicht den ganzen Tag um mich 😉 Aber das hat mich tatsächlich gefreut und im Zusammenhang mit dem schönen Spaziergang für die Blogfotos, macht es den Pullover für mich zu etwas Besonderem

Eine Sache ist mir noch aufgefallen bei meiner Troyer oder nicht Troyer Überlegung:
Dieser Pullover hat vorne zwar einen Reißverschluss, aber gar nicht den typischen Einsatz. Dafür gibt es hinten einen:

Bündchen
Die werden laut Anleitung eigentlich aus Rib-Jersey genäht. Ich hatte keinen farblich passenden. Also wirklich gar keinen gelben, wollte aber unbedingt mit Stoff aus dem Bestand auskommen. Was ich aber noch da hatte war weiterer Fleece. Sowohl der Sweat, also auch der Jersey den ich für die Innentasche verwendet habe, als auch der Fleece der schon im Kragen zum Einsatz kam sind von Lebenskleidung. Alle in der Farbe „Creamy Yellow Marl“. Und sie passen PERFEKT zusammen. Daher habe ich den Versuch gewagt aus dem Fleece die Bündchen am Ärmel und Saum zu machen. Ich habe zwar ein wenig Angst, dass die den Schmutz magisch anziehen werden, aber ansonsten funktioniert das bisher ganz gut (mal schauen was die Zeit bringt…)

Fazit und weitere Pläne
Zum Pullover ist fast alles gesagt. Er näht sich definitiv nicht so schnell und leicht wie ein gewöhnlicher / einfacher Pullover, aber dafür hat er das gewisse Etwas. Ich bin happy mit dem Ergebnis und werde ihn definitiv erneut nähen.

Aktuell bin ich aber tatsächlich auf der Suche nach einem Troyer mit Reißverschlusstasche vorne. Also kein Eingriff von den Seiten zum Hände drin vergraben, sondern ein Eingriff mit Reißverschluss von oben.
Bei meiner Suche bin ich auf „Arare“ von Waffle Patterns gestoßen. Den werde ich auf jeden Fall testen (allein schon weil ich mittlerweile weiß wie toll ihre Anleitungen sind), allerdings ist er für nicht-dehnbare Stoffe gedacht, obwohl er als Pullover gilt. Spannend, aber nicht das was mir gerade vorschwebt.
Und dann hab ich noch den „Morgan half-zip raglan Pullover“ von Sinclair Patterns entdeckt. Den kann man wahlweise als Hoodie oder eben mit Kragen nähen. Obere Taschen oder seitliche Eingriffstaschen oder aber beides kombiniert… Hier bin ich vor allem gespannt, weil ich die Pattern Company nicht kenne und auch hier Fotos verwendet werden. Aus diesem Grund hab ich auch echt überlegt ob ich den Schnitt kaufe. Diesmal war ich sogar bei Pattern Review, aber das war gar nicht hilfreich. Von „schlechter Anleitung“ über „super gute Anleitung“ war alles vertreten 😉 Ich werde mir also selber ein Bild machen müssen.
Nun kommen aber noch die versprochenen Vergleichsfotos
Außenansicht: Frau Krokus vs. Lindsey:

Innenansicht: Lindsey vs Frau Krokus:

Viele Grüße,

Zusammenfassung:
Schnitt: Lindsey Hoodie von Viki Sews
Stoffe: Fleece (Kragen,Bündchen), Jersey (Innentasche) und Sweat (260 gr/m2) von Lebenskleidung; in der Farbe “Creamy Yellow Marl”
Gekauft im Januar 2022
Troyer / Schlupfpullover „Frau Krokus“

Erinnert ihr euch an meinen letzten Blogbeitrag? Meine (Dog-)Walkingjacke von Wafflepatterns? Wie sehr ich von der Anleitung geschwärmt habe, wie sehr ich die Stoffe mochte, wie viel Spaß der gesamte Nähprozess gemacht hat!!?? Tja… Also hier kommt leider das komplette Gegenteil.
Wo fange ich da am Besten an? Gefunden habe ich den Schnitt über Instagram und war eigentlich gleich begeistert von der Idee eine Art „Outdoor-Pulli“ zu nähen mit Taschen und Unterteilungen in unterschiedlichen Farben. Durch den Kragen schön warm am Hals, aber dennoch auch mit Reißverschluss, sodass es nicht zu warm wird. Zum Kauf verleitet haben mich dann die vielen schönen Nähbeispiele für die fast ausschließlich die allerfeinsten Wollstoffe verwendet wurden. Es gibt den Schnitt für Frauen und Kinder, wobei die Erwachsenenvariante Frau Krokus heißt. Ich weiß, dass das nun sehr pingelig klingen mag, aber eigentlich nehme ich sonst Abstand von Schnitten die mit Frau xx anfangen. In meinen Nähanfängen wurde ich so oft enttäuscht von diversen Schnittherstellerinnen und ihren Schnitten Frau X und Frau Y. Nicht nur die Namen klangen da unprofessionell, die Schnitte inkl. Anleitungen waren es leider oft auch und ich beschloss von solchen typischen eBooks Abstand zu nehmen und konzentrierte mich stattdessen auf meist englischsprachige pattern companies.
Ich möchte keineswegs behaupten, dass auch dieser Schnitt unprofessionell ist. Aber die Anleitung hat mich einfach in vielerlei Hinsicht nicht angesprochen (keine Skizzen, stattdessen viele kleine schlechte Fotos) und teils sogar geärgert (unzureichende Anleitung). Ich weiß kaum wo ich da anfangen soll, aber ein paar Punkte werde ich nennen.
Laut Maßtabelle bin ich die Größe 40. Leider ist mir der Pullover zu lang und zu weit. Das könnte ich natürlich beim nächsten Mal ändern, aber wahrscheinlich wird es kein nächstes Mal geben. Das liegt gar nicht unbedingt am Ergebnis. Was mir nicht gefällt setzt sich wohl aus 20% Nähtechnik und 80% Anleitung zusammen. Mit solch einer typischen eBook-Anleitung habe ich mir 2012 das Nähen beigebracht. Leider waren die einzig hochwertigen Fotos in der PDF Anleitung die Bilder der Design-Näherinnen. Alle Anleitungsbilder waren so klein (und teilweise schlecht fotografiert), dass sie kaum erkennbar waren, beim Ranzoomen dann gar nicht mehr.
Ich bin generell ein ganz großer Fan von Skizzen (statt Fotos). Aber wenn schon Fotos, dann doch bitte so dass man sie erkennen kann 🙁 Warum werden 6 Nähschritte (also 6 Fotos plus 6 Beschreibungen) auf eine Seite gequetscht? Ranzoomen ging ja leider wie gesagt nicht und ich stand wirklich mehr als einmal auf dem Schlauch wie es nun weitergeht. Und gerade weil ich den Schnitt und die Schritte nicht selbsterklärend fand, würde ich die Anleitung beim nächsten Pullover wohl wieder benötigen und mir das wahrscheinlich nicht wieder antun.
Ich weiß das ganz viele (Hobby-)Näherinnen mit spärlichen Anleitungen oder sogar ohne Anleitung klarkommen. Ich könnte das manchmal sicher auch, aber ich möchte es einfach nicht. Beim Nähen möchte ich abschalten. Gerne möchte ich auch etwas dazulernen. Aber auf keinen Fall möchte ich mich irgendwie durchboxen. Ich freue mich stattdessen über jede gut geschriebene Anleitung bei der ich selbst beim schwierigsten Projekt hinterher denke „war doch gar nicht schwer“ weil ich einfach nur Schritt für Schritt einer verständlichen Anleitung folgen musste. Obwohl diese hier auf Deutsch war, hatte ich lange nicht mehr solche Verständnisprobleme. Hinzu kam, dass es so viele Varianten gibt, die auf den Fotos der Anleitung dann plötzlich alle andere Stofffarben und -Muster haben. Das macht alles noch wirrer.
Alle genannten Punkte sorgten jedenfalls dafür, dass ich mich durch jeden einzelnen Nähschritt gequält habe. Es mag etwas hart klingen, aber ich weiß nicht, wann mir ein Nähprojekt das letzte Mal so wenig Spaß gemacht hat. Das ging sogar soweit, dass ich das Projekt nach der Hälfte zur Seite legen musste, erst einige! andere! Sachen genäht habe, die mir Spaß bereiteten und den Pullover nun wirklich nur aus Vernunft wieder hervorgeholt habe um ihn endlich zu beenden. Und wieder war ich sofort genervt von der Anleitung. Mir fehlten beim Stecken aber auch Markierungen, nach den Nähschritten die Bügelhinweise und eben so lauter kleine Tipps die das Nähwerk oft professioneller wirken lassen. Ich bin da echt verwöhnt von meinen letzten Projekten, da wurde wirklich nach jedem Schritt gesagt wohin die Naht gebügelt wird, wann / ob sie versäubert oder aber um wieviel mm sie zurückgeschnitten wird. Und das macht im Ergebnis wirklich einen Riesenunterschied!!
Aber gut, ich führe euch trotzdem mal durch die Einzelheiten. Verwendet habe ich French Terry von See you at six. Das war leider auch ein Fehler. Er hat eine tolle Qualität, ist aber viel zu dünn für diese Art von Pullover. Den Look den ich eigentlich so sehr mochte bekam ich mit dieser Stoff- und Farbwahl nicht. ABER: Ich werde auch keinen Wollstoff für 69€/Meter kaufen ohne den Schnitt vorab mal getestet zu haben. Zur Probe habe ich also erstmal zu dieser Kombination gegriffen die ich eben schon daheim hatte.
Gekauft hatte ich den See you at six Gummistiefelstoff im letzten Jahr spontan und unüberlegt. Ich fand die Gummistiefel einfach süß und wollte sie haben. Und weil ich Angst hatte, dass sie allein dann doch zu kindisch wirken, habe ich Kombinationsstoff der gleichen Marke gekauft. Aber ohne ein Projekt im Hinterkopf zu haben und dadurch letztendlich auch nicht genügend. Ich musste an den Ärmeln beim gelben Stoff stückeln, es fehlte wirklich nur ein kleines bisschen an jeder Seite:

Ich glaube das hätte mich aber gar nicht gestört, wenn ich mit dem Rest-Ergebnis rundum zufrieden gewesen wäre.
Die kleine Brusttasche wird eigentlich einlagig zugeschnitten und die obere Kante mit Schrägband eingefasst. Ich hatte kein farblich passenendes und habe meine Tasche aus 2 Stoffen genäht, so dass sie von innen ebenfalls hübsch ist.

Beim Innenkragen hatte ich die Idee diesen aus einem wärmenden Fleece zu nähen. Das war aber nicht durchdacht, denn der French Terry ist wirklich ultradünn und definitiv ein Frühjahr-Sommer-Pullover, da ergibt ein warmer Fleecekragen wenig Sinn.

Außerdem berührt das Fleece meinen Hals vorne eh nicht. Der Kragen steht viel zu weit weg vom Hals UND fällt in sich zusammen. Hier muss ich sagen, dass an einer Stelle der Anleitung erwähnt wird, dass man einen der beiden Kragen ggf. mit Einlage verstärken kann. Ich hätte das lieber auf dem Schnittteil gelesen. Evtl hätte ich das dann auch vorab so vorbereitet. Und ich bin mir ziemlich sicher, dass beide Kragenteile die Einlage gut hätten gebrauchen können. Aber hier sei definitiv noch mal gesagt: Wirklich blöde Stoffwahl meinerseits.
Was ich ebenfalls erst nach dem Annähen gesehen habe: Ich hätte den oberen Teil des Reißverschlusses kürze sollen. So geht der Zipper leider nicht bis ganz nach oben und der Reißverschluss sieht aus als hätte ich ihn nicht ganz zugemacht. Das ganze Dilemma des in sich zusammenfallenden zu weit abstehenden Kragen mit optisch nicht geschlossenem Reißverschlusses seht ihr auf den nächsten Bildern:

Ich habe mir die Anleitung nachträglich nochmal angeschaut (ob es da keinen Hinweis zum RV kürzen gab…) aber die haben mit Endlosreißverschluss gearbeitet und das Problem daher nicht bedacht.
Die Kängurutasche ist eigentlich nett. Aber zum Hände-in-den-Taschen-vergraben leider wieder:
ein viel zu leichter/dünner Stoff, es sieht nur labberig aus und fühlt sich nicht richtig an die Hände in den Taschen zu lassen. Aus Wolle, bzw. Wollwalk (wie empfholen) ist die Tasche aber sicher toll.

Und am Ende muss ich noch sagen, dass ich mich in der Farbkombi nicht so richtig wohl fühle. Obwohl meine Jeans perfekt dazu passt, passt die gesamte Kombi eher doch nicht zu mir. Zu schluffi, zu kühl….
Ich zeig euch noch die Rückansicht, bei der mir noch mal auffällt wie doll der Kragen in sich zusammengefallen ist nach 30 Minuten tragen…

Ich besitze noch einen ähnlichen Schnitt: Lindsey von Viki Sews. Der ist etwas kastiger geschnitten und hat keine Unterteilung an den Ärmeln. Aber ansonsten ähnelt der Schnitt dieser Variante sehr: Kragen mit Reißverschluss und Kängurutasche vorn.
Eigentlich wollte ich als nächstes etwas anderes nähen, aber ich werde die Lindsey vorziehen, denn ich bin extrem gespannt auf die Unterschiede (Sitz und Anleitung)
Ich hoffe eure Werke mit denen ihr beim Me Made Mittwoch teilnehmt, haben euch glücklicher gemacht.
Viele Grüße,

Zusammenfassung:
Schnitt: Frau Krokus von Rabaukowitsch
Stoff: French Terry: „Wellies Citadel Blue“; „Citadel Blue“ und „Harvest Gold“ (250 gr/m2)
Gekauft im März 2022 bei KATTUN Stoffe
Momiji (Dog) Walking Jacket von Waffle Patterns
Mit einer Kurzfassung dieses Beitrages eröffne ich heute den Me Made Mittwoch Blog. Hier findet ihr die ausführliche Version:
Ich habe mir einen lang gehegten Wunsch erfüllt und mir eine Jacke genäht, die speziell für die Hunderunden warm, gemütlich und praktisch(!) ist. Als ich die Walking Jacket von Waffle Patterns zum ersten Mal gesehen habe, habe ich den Schnitt für eben diesen Zweck gekauft. Da mich solch große Projekt erst sehr begeistern, dann aber doch schnell überfordern, lagen Stoffe und Zubehör aber doch erstmal ne ganze Weile rum bevor ich mich ans Nähen gemacht habe. Im Januar haben mich dann aber gleich 2 Dinge hochmotiviert mit dem Nähen zu starten und ab da an jede freie Minute damit zu verbringen: Die Eiseskälte! Und ein Termin Ende Januar: Wir haben eine Schneeschuhwanderung mit Hund gebucht. Für diesen Termin wollte ich endlich meine ungeliebte (schon sehr alte) Kaufjacke daheim lassen und stattdessen mit einer hochpraktischen und schicken Jacke in die schneebedeckten Berge.
Geplant und gekauft hatte ich im letzten Jahr bereits alles und ich musste wirklich nur noch anfangen zu nähen.

Der Außenstoff ist ein Flax Dry Oilksin von Merchant and Mills. In der wenig charmanten Farbe „Nicotine“. Ich sag es ganz ehrlich: Der Farbname hat mich dermaßen abgeschreckt, dass ich echt überlegen musste, ob ich den Stoff wirklich kaufe! Die nächste Ernüchterung kam dann auch tatsächlich daheim: Auf den Beispielbildern hier sieht der Stoff deutlich mehr nach Ocker aus. Daheim dann aus einer wirklich schwer zu beschreibenden Mischung aus Khaki und Ocker. Aber doch mehr ins grünliche….. Gleich mitbestellt hatte ich den karierten Leinen-Baumwollmisch „Garden Party Olive“. Der gefiel mir eh so gut und ich dachte er könne sich toll als Lining machen. Da Leinen aber bekanntermaßen sehr luftig ist, wollte ich die Jacke lieber doch etwas mehr füttern und habe „Meida 120 SMS High Tech Thermo Isolierung“ bestellt und das Leinen und die Isolierung erst aneinandergesteppt und danach die Futterteile zugeschnitten.

Mit der Thermoisolierung habe ich mich echt schwer getan und diese schlussendlich gekauft, weil Meida immer wieder empfohlen wird. Nochmal würde ich sie wohl nicht kaufen, da mir das die Wattierung an diversen Stellen wirklich weggeschmolzen ist, obwohl ich immer nur von der Leinenseite aus gebügelt habe.
Um leichter in die Ärmel zu kommen, wollte ich zunächst ganz banales Futter verwenden. Das kam mir dann aber doch arg dünn vor und ich erinnerte mich an meine Shacket deren Ärmel ich mit Steppfutter gefüttert habe. Das ist schön flutschig und richtig toll wärmend. Ich hatte noch Steppstoff von einem René Lezard Ausverkauf daheim: Auf der einen Seite Blau, auf der anderen Braun. Das Braun passte für mich ganz gut, somit habe ich das kombiniert.

Schon im letzten Jahr stand ich vor der Qual der Wahl welche Taschen ich verwenden möchte. Kapuze brauche ich. Manchmal als Windschutz, manchmal wegen plötzlichem Regen. Also definitiv Version A. Knit Cuffs wollte ich auch unbedingt. Und am Ende hab ich dann tatsächlich alle Taschenvarianten der Version A übernommen. Weil es einfacher in der Planung war und sie mir alle gut gefallen haben. Inklusive Handwärmer als Teil der Kängurutasche.

Die Reißverschlüsse habe ich alle bei Wächtershäuser bestellt, weil ich es liebe, dass ich dort auf den cm genau angeben kann welche Länge ich benötige. Gerade bei Metallreißverschlüssen möchte ich die ungern selber kürzen. Für die Brusttasche habe ich dann schlussendlich doch einen anderen verwendet, da ich mir die nachträglich vergrößert habe. Ich wollte unbedingt das mein Handy in die Brusttasche passt, da ich sonst keine wirkliche Funktion für diese Tasche wusste. Die zuvor bestellte RV-Länge passte daher nicht mehr und – da ich schwarze Details auf meiner Brusttasche verwende, passte ein schwarzer Reißverschluss stattdessen sehr gut. Die Art und Weise wie die Tasche angenäht wird (damit startet die Anleitung) fand ich so genial, dass ich gleich richtig begeistert in das Projekt eingestiegen bin. Und wenn ich ehrlich bin hat die Begeisterung bis zum Schluss nicht abgenommen. Ich habe mich dermaßen jeden Abend aufs Nähen gefreut, selbst wenn ich nur wenig Zeit hatte, ich wollte unbedingt jeden Tag ein bisschen voran kommen. Also das lag auch daran, dass ich meine Jacke zu der oben erwähnten Wanderung unbedingt tragen wollte, aber eben auch an der tollen Anleitung die mich jedes zuvor scheinbar komplizierte Detail ganz einfach nähen ließ.

Und dann waren da ja noch meine eigenen Ideen. Das liebe ich immer am Meisten, wenn ich zig Ideen in meinem Kopf habe für weitere Funktionen die mir den Alltag erleichtern und wenn ich einfach drauflosnähen kann um diese umzusetzen. Die erste dieser Ideen war eine Hundepfeifentasche. Ein kleines, einfaches, aber so wichtiges Detail, um die Hundepfeife wirklich immer dabei zu haben: Ich habe etwas Rest-Oilskin in Schwarz auf die (zuvor vergrößerte) Brusttasche genäht und darunter auch noch einen schwarzen D-Ring. Denn am liebsten mag ich es wenn ich die Pfeife gar nicht erst um den Hals hängen muss, da ich sie so (wegen Schal und geschlossener Jacke) eh oft nicht schnell genug zur Hand habe. Aber verlieren möchte ich die Pfeife auch nicht, daher der D-Ring. Ich hatte zunächst das Standard-Band der Pfeife dran befestigt, aber das sah nicht so schön aus und war auch gar nicht lang genug. Also habe ich ein längeres dünnes Paracord verwendet. Das war nun lang genug aber noch unschöner. und auch die Knoten gefielen mir nicht. Daher kam mir dann die Idee das Band noch mal deutlich zu verlängern und direkt an den D-Ring zu flechten. Der kleine Vizsla-Plot ist übrigens von Unikate4Paws. Die setzen kreative Ideen um, um damit Geld zu sammeln für die Tierschutzorganisation „Hands4Paws – Jagdhunde in Not“.


Die nächste Idee war ein Taschenbeutel für die Zipperbag (die Bauchtasche mit dem sichtbaren Reißverschluss). Statt Baumwolle habe ich für den Taschenbeutel auch wieder ein Reststück Oilskin genommen, diesmal in Ocker. Und dann bekam diese Innentasche ganz viele Details:

Die Tasche die oben drüber liegt hat einen verdeckten Reißverschluss. In dieses Fach habe ich auch ein Handyfach eingenäht, da die Brusttasche mir trotz Vergrößerung zunächst leider zu klein geraten ist. Ich hatte mit 1 cm NZ geplant, im Schnitt enthalten sind aber 1,2 cm. Dieser kleine aber feine Unterschied hat dafür gesorgt, dass ich mein Handy nur mit Gewalt in das Chest pocket bekam. Also nix für den praktischen Alltag 😉 Da ich die Tasche aber eigentlich sehr sauber angenäht habe, wollte ich das zunächst nicht trennen und hatte das Handyfach dann enttäuscht woanders eingeplant. Es sollte in der großen Tasche nicht rumfliegen, daher hatte ich mir hier extra etwas überlegt.

Nun nutze ich das aber für Taschentücher denn je länger ich mir die Stickerei auf der Brusttasche anschaute, desto wuchtiger kam sie mir vor. Es ist die Stickerei die ich für die Jeans-Potaschen angefertigt habe. Also es ist Bente, hier noch mal verkleinert. Noch weiter verkleinern hätte aber nicht funktioniert, die Stickerei sah bereits etwas unsauber aus…. Während dieser Teil der Jacke auf meiner Puppe hing, an der ich ständig vorbeimusste, traf ich also die Entscheidung die Brusttasche doch noch mal abzutrennen und von vorne zu starten und wählte statt Stickerei den deutlich kleineren Plot. Nun bin ich sehr zufrieden mit dem Ergebnis

Die Kängurutasche besteht aus dem Handwärmer und einer weiteren Tasche die oben drüber genäht wird. Erst beim Nähen ist mir aufgefallen, dass der „Handwärmer“ ja keinerlei wärmende Funktion bietet. Also erstrecht nicht bei einem Oilskin. Daher habe ich die Rückseite noch mit einem Fleece versehen. Farblich passenden hatte ich nicht da, aber das helle Rostrot war für mich auch ok. Noch besser wäre es gewesen, wenn ich dies auch auf der Jacke selber angebracht hätte. Bei einer weiteren Version der Jacke werde ich definitiv versuchen ob das auch funktioniert, es darf ja nichts sichtbar sein später. Auch hier war ich übrigens wieder sehr angetan von der Anleitung und den Nähtechniken die hier verwendet werden.

Eine weitere eigene Idee hatte ich noch für die Tickettasche. In meiner Kaufjacke, die eigentlich eine Skijacke ist gibt es auch so ein Ticketfach am linken Oberarm. ich stopfe da immer meinen Hausturschlüssel rein. Da mir das aber lose doch zu unsicher ist, habe ich für diese Jacke innen noch ein Gummiband (BH-Träger – das sind einfach die schönsten Gummibänder 😉 ) mitsamt Karabiner befestigt. Das praktische an der Kombination ist, dass ich so die Haustür öffnen kann ohne den Schlüssel vom Karabiner zu lösen. Da ich das von meiner Kaufjacke am linken Arm gewohnt war (und somit mit der rechten Hand gut bedienen kann), habe ich wieder links ausgewählt. Dass das Ticketfach diesmal am Unterarm ist finde ich zudem richtig praktisch. Ich habe noch ein lang gehütetes Label aufgenäht („the mountains are calling and I musst go!“)

Ich liebe es übrigens sehr, dass die Variante einen Kragen und eine Kapuze vereint. Also auch die Kapuzenversion ist somit richtig schön hoch und winddicht. Und ich liebe es außerdem, dass es einen Reißverschlussbeleg und einen Zipperschutz gibt. Gerade, wenn der RV so weit oben am Kinn ist, ist das wirklich praktisch.

Nicht so sehr mag ich die Kapuzenform. Ich bin mir keiner Schuld bewusst etwas falsch genäht zu haben, aber ich fand die Kapuze von vornherein irgendwie unförmig. Und auf den Bildern bestätigt sich das. Wenn ich sie nicht aufgesetzt habe geht es. Aber aufgesetzt eher nicht.

Ich muss die Kapuze auch mithilfe der Schnüre enger machen, da sie sonst zu riesig wäre. Aus diesem Grund habe ich mich auch für Feststeller entschieden. Bei meinen Kaufjacken fehlen diese und beim leichtesten Windstoß ist die Kapuze vom Kopf geweht, obwohl ich sie mir eigentlich enger gestellt hatte. Zum Glück hatte ich noch welche im Vorrat die einigermaßen zum Goldton des Reißverschlusses gepasst hatten. Die ursprünglich gekaufte 8mm Baumwollkordel konnte ich übrigens nicht verwenden, da ich nur nur Ösen von 5,5 mm Durchmesser da hatte. Daher wurde es ein Paracord aus dem Bestand, das farblich zum Glück auch sehr gut passt.

Die Strickbündchen / knit cuffs: Auch hier muss ich erneut die Anleitung loben. Denn obwohl ich ganz kurz nur Bahnhof verstanden habe, war die Erklärung wie diese sauber angenäht werden doch recht gut und das Ergebnis innen und außen richtig hübsch. Die richtigen Bündchen zu finden war letztes Jahr allerdings ein Desaster. Wann immer ich irgendwo Stoff bestellt hatte, hatte ich ein kleines Stück Rip-Bündchen mitbestellt, in der Hoffnung der Farbton würde zu meiner Jacke passen. Tat er nie! Bis ich für meine Shacket bei Blackbird Fabrics in CA bestellt hatte. Zwar wieder nicht der Farbton der Jacke, aber immerhin passend. Nur leider war das Bündchen zwar unglaublich weich, aber auch genauso dünn 🙁 Um es trotzdem verwenden zu können, hab ich es mit einem richtig dicken Bündchenstoff gedoppelt und die Idee war goldrichtig. Denn nun ist mein Bündchen superdickflauschigwarmweich und kein Wind kommt mehr durch die Ärmel!!

Weil ich auf meinen Hunderunden gerade in der Kälte sehr oft Handschuhe trage, aber auch fast genauso oft mindestens einen davon fallen lasse oder gar verliere und den halben Weg zurücklaufen muss… bekam meine Jacke noch ein weiteres Add On: Der Handschuhkarabiner. Meine Handschuhe haben sowieso D-Ringe, nur befestigen konnte ich die bisher nirgends. Also wann immer ich mal einen ausziehen musste und ihn kurz zusammen mit der Leine festhielt, lag er am Ende doch wieder auf dem Boden. Nun kann ich sie bei Nichtbenutzung einfach an die Jacke hängen. Sehr sehr praktisch! Sowohl auf der Schneeschuhwanderung (hier hatte ich im Wechsel sehr warme und mittelwarme Handschuhe an) als auch beim Alltagsspaziergang habe ich mich über die Funktion bereits sehr gefreut.

Was ich übrigens auch selber hinzufügen musste, war der Jacken-Aufhänger. Neben der Kapuzenform mein einziger Kritikpunkt an der Jacke. Denn ich finde es sehr nervig, wenn ich Jacken nicht an den Garderobenhaken hängen kann!

Zu der Jacke ist nun alles gesagt. Es wird definitiv eine zweite Jacke nach dem Schnitt geben!!
Als ich im Oktober den Sophie Shawl angefangen habe und nach passender Wolle gesucht habe, hatte ich diese – noch nicht genähte Jacke bereits im Hinterkopf und habe sehr gehofft, dass der Farbton Darjeeling sich sehr gut zu meiner Momiji (Dog)Walking Jacket machen würde. Und so ist es: Schal und Jacke passen perfekt zusammen. Und nachdem ich den Schal fertig und noch Wolle übrig hatte, konnte ich auch noch die passende Mütze stricken (Honegart mit Zopföffnung, hier verbloggt.)

Es ist immer noch etwas übrig, evtl wird es noch ein passendes Stirnband geben. Dann darf der Winter auch gerne noch bleiben, so gut wie ich nun ausgestattet bin.
Und nun lasse ich euch zum Abschied auch noch die Kulisse der Sonnenaufgangs-Schneeschuhwanderung da

Viele Grüße,

Zusammenfassung:
Schnitt: Momiji Walking Jacket von Waffle Patterns
Stoffe: Flax Dry Oilskin (Farbe „Nicotine“), Futter: Leinen-Baumwollgemisch „Garden Party Olive“; beide von Merchant and Mills
Gekauft im Januar 2022 direkt über Merchant and Mills
(Futter für die Ärmel: Steppstoff von einem René Lezard Ausverkauf, schon ewig im Bestand)
Cielo Top von Closet Core Patterns
Den Schnitt für das Cielo Top habe ich schon im Mai 2020 gekauft aber nun erst zum ersten Mal genäht. Keine Ahnung warum ich solange gewartet habe. Sicher nur, weil ich immer mehr Nähpläne als Zeit zur Verfügung habe. Denn ich liebe das Ergebnis.
Das Highlight des Tops (das auch als Kleid genäht werden kann) ist der Ärmel: An der Schulter gekräuselt, sehr weiter Arm, der aber wie ein umgedrehtes Trapez wieder schmaler verläuft. Und das sieht ganz schön schick aus.
Ich habe hier einen Viskose-Twill verwendet und das gesamte Top fällt entsprechend smooth. Aber ich glaube ein gewöhnlicher Baumwollstoff in Blusendicke würde dem Cielo Top auch richtig gut stehen, denn dieser Ärmel wirkt mit etwas Stand sicher noch toller…..
Die Kräuselung an der Schulter habe ich erst geheftet, aber es gefiel mir auf beiden Seiten auf Anhieb, so dass ich nichts ändern musste.
Für den Halsausschnitt gibt es einen Beleg. Der kann laut Anleitung bei Bedarf auch im Abstand von 2,5 cm rundherum abgesteppt werden. Ich habe stattdessen die hinteren Schulterpassen erneut abgesteppt, so dass der Beleg hinten schon mal an Ort und Stelle bleibt. Aber auch für vorne reichte das und der Beleg bleibt wo er soll.
Nicht nur der Saum (im nachfolgenden Foto rechts) ist schön (da er 2 x umgeklappt wird), auch die Ärmel (links im Bild) sehen von innen richtig schön aus, da es auch dafür Belege gibt.
Ich bin richtig zufrieden mit diesem Top. Allerdings kann ich es nur zur High Waist Jeans tragen. Wer eine hüfthohe Jeans tragen möchte ohne bauchfrei dazustehen, sollte das Top evtl verlängern.
Zusammenfassung:
Schnitt: Cielo Top von Closet Core Patterns
Stoff: Viskose-Twill uni in der Farbe „Pflaume“ (100 % Viskose; 150 gr/m2)
Gekauft im September 2022 bei Pepelinchen
Meine Lieblinge des Jahres 2023
Und dann fragt Carola im ersten Me Made Mittwoch des Jahres 2023 noch nach unseren Lieblingsteilen aus dem Jahr 2022. Ich muss nicht lange überlegen: meine Jeans. Und zwar all meine Jeans, die ich in dem Jahr genäht habe. Im März 2022 bin ich endlich-endlich-endlich über meinen Schatten gesprungen und habe meine erste Jeans genäht. Und dann war ich so angetan, dass noch fünf weitere folgten.
Es sind nur zwei verschiedene Schnitte: Die Morgan Jeans (Foto 1 und 2) und die Dawn (Foto 3), aber in jede einzelne flossen diverse Ideen und ganz viel neu entfachte Leidenschaft zum Jeansnähen, sodass jede etwas Besonderes wurde.
Wie habe ich es nur so lange ohne Jeans ausgehalten??
Wer einen Beitrag verpasst hat, kann hier noch mal nachlesen und ich bin sicher da folgen im Jahr 2023 noch einige weitere.
Weihachtskleid Sew Along 2022 – McCalls Sweatkleid 7993
Weiter unten habe ich am 27.12.2022 noch ein Fazit hinzugefügt
Obwohl der Dezember bei mir ein sehr arbeitsreicher Monat war, kann ich mein Kleid heute pünktlich zum Me Made Mittwoch Weihnachtskleid Sew Along Finale zeigen. Was mir sehr geholfen hat trotz fehlender Zeit so pünktlich fertig zu werden: Der Plan mein Kleid schon bei der Arbeits-Weihnachtsfeier tragen zu wollen. Das gab den nötigen Druck mich rechtzeitig dranzusetzen, denn die Feier war Anfang dieser Woche. Wir haben in einem Restaurant gefeiert und ich fühlte mich gut und dem Anlass entsprechend genau richtig angezogen. Und dennoch hatte ich es wunderbar gemütlich in meinem Sweatkleid. Möglich gemacht hat dies der Schnitt McCall’s 7993. Bis auf die Vorbereitung (einen Abend lang Schnitt kleben und Ausschneiden) brauchte es keine weiteren Anstrengungen: an zwei Abenden habe ich das Kleid fertigstellen können. Die Größeneinteilung fand ich ungewohnt für McCall’s, aber Größe M passte mir ohne Änderungen.
Selbst die Ärmellänge ist perfekt. Die Ärmel sind sowieso das Beste am ganzen Kleid. Es gibt zwei Versionen sie zu nähen. Bei einer Version werden sie an der Armkugel in Falten gelegt. Bei der von mir ausgesuchten Version am Ärmelsaum. Und dieses kleine Detail sorgt dafür, dass das Kleid das gewisse Etwas bekommt und richtig schick wirkt. Wobei ich glaube, dass das Fischgrätenmuster auch etwas nachhilft:
Ein kleiner Wermutstropfen: Das Kleid hat leider keine Taschen. Und ich habe auch nicht dran gedacht selber welche hinzuzufügen. Ich habe sie ehrlich gesagt bereits beim ersten Tragen vermisst und würde sie wahrscheinlich bei einer weiteren Version hinzufügen.
Fotos von der Feier habe ich leider keine, daher musste mein Mann am nächsten Morgen den Job des Fotografen übernehmen, im Dunkeln vor der Arbeit. Daher erkennt man auf den folgenden Fotos nicht viel vom Kleid, aber immerhin haben wir seit einigen Tagen Schnee und ich habe einen tollen Weihnachtsbaum für eine festliche Kulisse gefunden.
Mein Kleid wird am zweiten Weihnachtsfeiertag noch mal ausgeführt.
Euch wünsche ich schon mal schöne Festtage.
Nachtrag vom 27.12.2022: Mein Fazit zum Weihnachtskleid, nachdem ich es 2 mal tragen konnte:
Von der Arbeits-Weihnachtsfeier habe ich ja schon berichtet. Zusätzlich habe ich das Kleid am ersten Weihnachtstag getragen, der traditionell bei den Schwiegereltern stattfindet. Und seit ich weiß wie gut und reichlich das Essen dort ist 😉 trage ich zu diesem Anlass gerne bequeme Kleidung. Sollte ich mich also in den nächsten Jahren mal für ein schickes, aber weniger „nachgiebiges“ Kleid entscheiden: Erinnert mich daran ein zweites zu nähen 😀
Zwischen Arbeits-Weihnachtsfeier und erstem Weihnachtstag lagen knapp 20 Grad unterschied. Ungelogen: Bei Minusgraden bin ich zur Firmenfeier und trug unter meinem Kleid noch ein langärmeliges, enganliegendes Shirt aus Wolle-Seidegemisch und unter meiner lila Feinstrumpfhose noch selbstgenähte Leggings aus einem dickeren, warmen Jersey von Lebenskleidung.
Zwei Wochen später dann, bei plus 15° war es mir in dem French-Terry mit leicht hohem Kragen und dünner Feinstrumpfhose fast schon zu warm. Aber nur fast und auch zu diesem Anlass fühlte ich mich wieder gut und schick genug gekleidet.
Was mir jedoch an beiden Tagen fehlte: Das Kleid hat KEINE TASCHEN 🙁 Und ich habe leider auch nicht mitgedacht und keine hinzugefügt. Das würde ich daher bei einer weiteren Version ändern. Da das Kleid bereits sehr eng anliegt würde ich aber keine aus Sweat oder French Terry anfügen, sondern eher dünne Futtertaschen. Oder aber – wenn ich die Version mit extra Bündchen wähle vielleicht sogar aufgesetzte Taschen. Das könnte einen schönen sportlichen Look ergeben.
Trotz warmem Wetter ist eines bei meinen Schwiegeltern übrigens immer kalt: Der Fliesenboden. Daher habe ich mir warme gemütliche Socken mitgenommen. Und jetzt schaut mal bitte wie gut die zu meinem Kleid passten 😀
Der Schnitt in der Kombination mit diesem Stoff war eine gute Wahl für einen schicken, aber gemütlichen zweiten Weihnachtstag. Aber nicht nur ich fand mein Kleid gemütlich….
Morgan Jeans in Sky Blue mit sichtbarer Knopfleiste
Und schon wieder eine neue Jeans auf meinem Blog…. Passenderweise auch wieder pünktlich zum Me Made Mittwoch. Dort gibt es heute sogar eine kleine Neuigkeit zu erfahren 🙂
Aber hier erzähle ich erstmal von der Jeans: Ich wollte eigentlich total gerne mal die Wyome Boyfriend Jeans von Named nähen. Sie hat eine sichtbare Knopfleiste, das war für mich ein neues, spannendes Detail. Und überhaupt sieht der Schnitt vielversprechend aus und ich plante ihn mir für einen kleinen Sew Along ein. Aber je länger ich versuchte mir meinen vorhandenen braunen Denim als boyfriendjeans vorzustellen, desto weniger erschien mir das passend und ich warf meine Pläne komplett um:
Die Materialien
Ich bestellte Stoff: Denim in Sky Blue und Knöpfe in hellem Gold (beides von Hello Heidi) und kurz darauf sogar noch passendes Absteppgarn… (Gütermann Denim Garn) Und da ich auf alles nun erstmal warten musste, flog sie davon, meine geplante Jeans-Nähzeit. Zur Abhilfe griff ich dann doch lieber nach einem altbekannten Schnitt: Die Morgan Boyfriendjeans von Closet Core Patterns. Kaum hatte ich mich dafür entschieden die Pläne zu ändern, fühlte es sich direkt gut an. Denn es macht großen Spaß Jeans zu nähen. Aber noch viel mehr, wenn man schon vorher weiß, dass man diesmal keinen Blick in die Anleitung werfen muss – die Nähschritte sitzen und die Jeans sowieso 😉
Weil ich mich für diese wunderschönen Knöpfe von Kylie And The Machine entschieden habe, wollte ich auch beim Taschenfutterstoff in dieser tollen Farbfamilie bleiben und habe glücklicherweise den perfekten Patchwork-Stoffrest in meinem Bestand gefunden. Sogar schon vorbereitetes Schrägband hatte ich noch vom vorherigen Projekt aus diesem Stoff 😀
Und damit diese tollen Knöpfe nicht unter einer verdeckten Knopfleiste versteckt werden, wollte ich doch ein Detail der Wyome Jeans übernehmen: Die sichtbare Knopfleiste.
Den vorderen Bereich nicht abzusteppen war ungewohnt. Ist aber eben nicht nötig, wenn darunter keine weitere Lage Denim ist. Stattdessen habe ich nur die notwendige schräge Nahtsicherung vorgenommen wie sie z.B. auch bei der Wyome abgenäht wird:
Und so sehen die Knöpfe von der Seite aus:
In die Knöpfe bin ich also schon mal sehr verliebt. Aber auch die Gesamtansicht die dadurch entsteht mag ich sehr.
Nach 4 Jeans mit verdeckter Knopfleiste war es zugegebenermaßen erstmal etwas ungewohnt. Aber je länger ich die Fotos sichte, desto besser gefällt mir das.
Mir gefällt aber der gesamte Look der hellen Jeans richtig gut. Vor allem da ich ja auch die Innenansicht kenne und hier alles mit den äußeren Farben harmoniert:
Abgesteppt habe ich mit einem hellen Gelbton. Am liebsten hätte ich ein richtig helles Gold (also passend zu den Knöpfen) genommen, aber das war leider ausverkauft. Daher die gelbe Absteppung. Passt aber auch gut zu den Knöpfen und sogar richtig gut zum Innenstoff.
Der Hosensaum / Schrägbandeinfassung der Seitennähte
Wann immer eine Hose ggf. gekrempelt wird, ist die Schrägbandeinfassung obligatorisch. Hier habe ich ein helles Blau verwendet das ich eh im Stash hatte.
Die Potaschen
Kommen wir zu den Potaschen. Die habe ich zum ersten Mal verlängert. Ich stecke nämlich tatsächlich recht häufig mein Handy in die Potasche. Oft auch nur kurz, wenn ich die Hände frei brauche und das Handy nur kurz verstauen muss. Und was mich immer nervt ist ein halb herausschauendes Handy. 
Ich habe die rechte Potasche sogar unsichtbar abgesteppt, damit das Handy auch nicht in der Tasche rumrutscht. Das ging super, da ich ebenfalls ein Absteppgarn in der exakten Jeansfarbe hatte. Mit dem habe ich übrigens auch die Knopflöcher genäht und die Gürtelschlaufen angenäht.
Ich habe hier nun wirklich mein allerletztes Lederlabel verwendet 🙁 Ursprünglich gestaltet für unser erstes Online-Jeanswochenende. Aber #JeansWochenende2022 passt natürlich auch dann super gut, wenn ich mir im Jahr 2022 an einem beliebigen Wochenende für mich alleine eine Jeans nähe, daher habe ich sie auch für meine weiteren Jeans total gerne verwendet. Im Dezember hab ich aber eh keine Zeit für noch ein weiteres Jeansprojekt, daher kann ich geradeso verschmerzen, dass nun keines der tollen Label mehr vorhanden ist. Aber generell hab ich tatsächlich noch weitere Jeans-Pläne. Ich möchte noch Schnitte von Viki Sews testen, die zuvor schon erwähnte Wyome Boyfriendjeans von Named und auch endlich mal einen anderen Style, nämlich die Ash von Megan Nielsen.
Aber auch meinen Mann möchte ich im nächsten Jahr gerne mit mindestens einer Jeans bestücken. Das sind schon wieder so viele Jeans-Nähpläne, dass sich ein 2023er-Label definitiv auch lohnen würde 😀 Ich werde mir daher Ende des Jahres mal Gedanken über ein Nachfolge-Design machen. Ggf. diesmal nicht „I MADE THESE“ sondern eben mit einem Spruch, bei dem zwar erkennbar ist, dass die Jeans eben nicht gekauft wurde, aber doch so, dass Jeans mitsamt Label auch vom Mann getragen werden kann (der die Hose ja eben nicht selber genäht haben wird). Wer spontan eine schöne Idee für einen Spruch hat, da würde ich mich über Vorschläge freuen.
Die Stickereien
Ich hatte zunächst überlegt eines der Muster des Innenstoffes nachzunähen. Aber dann war mir das doch zu aufwändig und vor allem zu zeitaufwändig und ich wollte lieber auf eine schnellere Lösung zugreifen und meine Stickmaschine nutzen. Da ist so ein Motiv tatsächlich in 5-7 Minuten gestickt.
Das linke Motiv ist „Leafy Botanicals Gingkgo“ Ich habe das Motiv gedreht und die Beschriftung GINGKGO weggelassen.
Ebenso auch beim Motiv „Leafy Botanicals Magnolia“
Ich fand es schön die Stickdateien in der unteren äußeren Ecke zu platzieren. Was ich dabei aber nicht bedacht habe war die neue Größe der Potaschen: Durch die Verlängerung sitzen sie deutlich tiefer. Das stört mich nicht und passt für mich auch gut zum boyfriend look. Die Stickereien hätte ich aber gerne nicht so tief gehabt. Das muss ich beachten, falls ich die Jeanstaschen noch mal verlängern (und besticken) sollte. Praktisch ist die Länge definitiv.
Ich trage hier übrigens ein Fraser Shirt dazu. Eigentlich ein Pullover von Sewaholic. Ich hatte diesen Ringeljersey und einen passenden Uni-Stoff und überlegt was man aus der Kombi nähen könnte. Da fiel mir der Pullover ein, den ich im November 2015 zum ersten und einzigen Mal genäht habe. Für das Shirt habe ich ordentlich Weite aus den Ärmeln aber auch aus Vorder- und Rückteil genommen. Ich bin mit dem Sitz aber nur so mittelzufrieden (sitzt unter den Armen ein wenig ungewohnt) und werde das wahrscheinlich nicht wiederholen. Dennoch mag und behalte ich dieses Shirt und ich finde es passt gut zur neuen Jeans.
So, damit hab ich den Text für Shirt und Jeans fair verteilt 😛
Envigado Vest von Itch to Stitch – oder auch: Die „Hundeweste“
In meinem letzten Blogbeitrag hab ich (u.a.) eine Weste gezeigt, mit der ich aber ganz und gar nicht zufrieden war. Warum ich so kritisch war, zeigt evtl. der Vergleich zu dieser tollen Weste (Die Enivgado Vest von Itch to Stitch) die ich im Frühling 2021 genäht habe. Eigentlich sind es sogar 2 Westen, da ich vorab eine (tragbare) Probeweste genäht habe.
Ich war zu dem Zeitpunkt noch recht frische Hundehalterin und mein Wunsch an die Weste war es einige Dinge auf der Hunderunde bei mir haben zu können ohne eine Handtasche, Bauchtasche oder Rucksack mitnehmen zu müssen. Im Winter kann ich mir einiges in die Jackentasche stopfen. Aber im Frühling und Sommer? Die Weste sollte mich also nicht wärmen, sondern mir einfach die Spaziergänge und das Training erleichtern. Als Basis für mein Vorhaben habe ich die Envigado Vest ausgewählt. Es gab es zu der Zeit aber auch gar nicht viel Auswahl an Westenschnitten. Die Dropje Vest fiel mir z.B. noch auf. Aber mir gefiel an dieser, dass die Weste tailliert ist, schick und sehr hochwertig aussieht. Zusätzlich zur Standard-Größentabelle gibt es sogar noch verschiedene Körbchengrößen.
Ich hatte bereits einige features im Kopf die mir die Weste bieten sollte. Und weil ich für die eigentliche Weste gute (und größtenteils auch teure) Materialien verwenden wollte, startete ich mit einer Probeweste. Ich habe Reststoffe genommen, weil ich ja noch gar nicht wusste wo die Reise hingeht. Jegliche Zusatztaschen und Fächer habe ich selber überlegt, hatte sie erstmal nur im Kopf und habe sie ohne Anleitung angebracht. Für den Fall, dass dies komplett in die Hose geht, hätte ich zumindest keinen Lieblingsstoff verschwendet.
Als Probestoff habe ich leichten blauen Baumwollstoff in Jeansoptik verwendet. Keine Ahnung woher, er war im Bestand. Leider ging mir der Stoff am Ende aber doch aus, so dass ich sowohl bei den Vordertaschen als auch bei der großen Rückentasche improvisieren musste. Hier bin ich ganz ehrlich: Schön finde ich diese bunte Zusammenstellung nicht. Aber da die Weste passt und einige Funktionen bietet, habe ich es auch nicht übers Herz gebracht sie auszusortieren. Also für die seltenen Momente in denen ich Dunkelblau oder Schwarz trage, darf sie doch mal mit raus.
Komplett zufrieden bin ich hingegen mit diesem Ergebnis, die eigentliche Weste:
Auf diesen Fotos sind die Taschen natürlich schon mit allerlei Dingen gefüllt… Aber ich zeige mal die einzelnen Funktionen. Teilweise noch im Vergleich zur blauen Weste, denn Dank der Probeversion konnte ich einige Dinge bei der rostroten Weste noch verbessern.
Schulterriemen
Für die Schultern habe ich mir Schulterriemen ausgedacht, die nicht im Originalschnitt enthalten waren. Ich finde sie schick, aber sie sollten hauptsächlich eine Funktion bieten: Wenn der Hund im Freilauf ist, wollte ich die Möglichkeit haben dort die Leine einzuhängen, so dass ich sie nicht in der Hand tragen muss. Bei der Probeweste habe diese noch mit Knopf befestigt und dafür Paspelknopflöcher genäht. Für die spätere Version habe ich Manteldruckknöpfe angebracht. Und obwohl ich Paspelknopflöcher richtig toll finde – passender und praktischer finde ich die Druckknopfvariante:
Fazit: Das hat funktioniert. ABER: wenn ich ehrlich bin nutze ich es nie. Ich habe inzwischen nur noch deutlich längere Leinen dabei, manchmal sogar eine 10 Meter lange Schleppleine. Die hänge ich mir dann eben nicht mehr an die Schulter.
Hier muss ich mir tatsächlich noch überlegen was ich mit Weste Nummer drei machen werde:
Die Schulterriemen sind schon zugeschnitten… Soll ich sie nähen, obwohl ich die Funktion nicht nutze? Oder lieber weglassen?
Die Taschen
Die für mich wichtigste und schwierigste Aufgabe die es mit der zukünftigen Weste zu lösen galt: Wasser für den Hund mitnehmen ohne es tragen zu müssen oder doch eine extra Tasche zu schleppen. Handtaschen oder Beutel mögen im Alltag kein Problem sein, aber wenn man sich um einen (damals noch sehr jungen) Hund kümmert, sich ständig zu ihm runterbückt usw, dann ist wirklich jede Tasche irgendwann im Weg. Die rutscht dann entweder ständig von der Schulter oder donnert – wenn es blöd läuft – sogar in den Hund 🙁
Rucksäcke etc. wollte ich wirklich erst mitnehmen müssen, wenn es auf größere Wanderungen geht und auch wir Menschen noch Essen und Trinken einpacken müssen.
Aus diesem Grund habe ich die Taschen der Weste deutlich (!) vergrößert und eine Art Blasebalgtasche gezeichnet, die die Größe der Wasserflasche aufnehmen kann, aber trotzdem nicht soooo sehr aufträgt, wenn die Flasche mal nicht dabei ist:
Leider war ich in der Länge der Tasche eingeschränkt. Durch die Länge der Weste und die Raffung in der Taille konnte ich die Tasche nicht auf die Länge der Wasserflasche anpassen. Bei der Probeweste hab ich aber schon schon festgestellt, dass die Flasche nach vorne kippt und habe nachträglich ein Gummiband eingefügt das das Kippen verhindert. Für die eigentlich Weste habe ich das dann direkt mit eingeplant:
Aber die linke Tasche ist nicht nur für die Wasserflasche da. Sie ist konzipiert für
- Handy
- Geldkarte und / oder Schein
- Haustürschlüssel
- Wasserflasche
Und da nichts lose rumfliegen soll, gibt es innerhalb der Tasche noch eine flache Tasche und dort hat alles seinen exakt abgenähten Platz bekommen.
Mit dem Hund bin ich immer zu Fuß unterwegs, da macht es für mich keinen Sinn, wenn der Haustürschlüssel an einem Bund hängt mit Autoschlüssel, Garagenschlüssel, Fahrradschlüssel, Briefkastenschlüssel und was sich noch so alles am dicken Schlüsselbund befindet. Ich möchte auf die Hunderunden nur diesen einen Schlüssel mitnehmen. Und damit ein einzelner Schlüssel nicht verloren geht, mache ich mir seitdem an jedes Kleidungsstück und an jeden Rucksack der für die Hunderunden konzipiert wurde einen kleinen Karabiner. Dort klicke ich meinen Schlüssel ein. Seitdem gibt es kein hektisches Kramen mehr oder die Angst ihn unterwegs zu verlieren. Für diese Weste habe ich an ein Schrägband das an der Weste befestigt ist, noch ein Gummiband befestigt. Somit kann ich die Haustür sogar öffnen ohne den Schlüssel vorher abzumachen.
So sieht es in der Tasche aus:
Die rechte Tasche beherbergt
- Leckerlibeutel
- Kotbeutelrolle
Leckerlis: Hier wurden zwei Leckerlibeutel bedacht:
Der Standard-Leckerlibeutel für Nassfutter wird mit Clip befestigt. Daher der entsprechende Stoffstreifen.
Die Schlaufe darunter ist für den Trockenleckerlibeutel, denn der wird per Karabiner eingehängt.
Kann man natürlich beide auch einfach lose in die Tasche machen, ist dann aber nicht so fancy 😉 Ich liebe es, wenn alles seinen Platz hat. Durch die Aufhängung mit dem Clip komme ich z.B. noch wunderbar an die Rolle daneben.
Die Hundepfeifenvorrichtung war natürlich auch nicht Bestandteil des Originalschnittes. Lose an mir baumelnde Hundepfeifen (hab ich schon öfter erwähnt..) sind für mich ein no go. 1 x gebückt, schon hat der Hund die Pfeife im Gesicht baumeln. Das geht schon beim Herunterbeugen beim Geschirr anziehen los…. Aber da ich selber nicht pfeifen kann, muss die eben immer dabei sein und bekommt daher bei künftiger Outdoorkleidung immer eine kleine Aufbewahrung genäht.
Bei der blauen Probeweste hatte ich zusätzlich noch einen kleinen Karabiner angebracht, damit ich die Pfeife auch nicht verliere, wenn ich sie gar nicht um den Hals tragen mag.
Bei der rostroten Weste fand ich es dann schöner nur einen D-Ring zu befestigen. Der Karabiner ist in dem Fall an der Pfeife.
Leider ist schöner nicht unbedingt praktischer. Denn trage ich die Pfeife doch um den Hals (z.B. weil ich ohne Weste, aber mit der Pfeife unterwegs bin) stört mich der kalte Karabiner am Nacken. Daher werde ich Weste Nummer 3 wohl eher wieder mit einem Karabiner ausstatten. Wobei es gar nicht sooo leicht ist so kleine Karabiner zu finden die auch noch gut aussehen und zur jeweiligen Weste passen.
Ein weiteres Fach das ich zusätzlich angebracht habe: Das große Rückenfach. Hier kann ich wunderbar kleine Frisbees verstauen oder auch 2-3 Dummies.
Damals war es eines der Highlights für mich: Am Rücken störten mich die größeren Sachen nicht und ich fand es richtig genial selbst dafür keine weitere Taschen mitnehmen zu müssen. Einige kaufen dafür Dummywesten. Aber wer mal nach Dummyweste im Netz schaut, sieht wie hässlich und klobig die meist sind…. Die würde ich mir nur kaufen, wenn ich wirklich intensiv Dummyarbeit betreiben würde. Da wir zwar Dummies besitzen, uns da aber nie richtig eingearbeitet haben (unsere Leidenschaft wurde das Mantrailing), hat sich beides bei uns nicht durchgesetzt. Denn auch die Frisbee verwenden wir inzwischen nicht mehr.
Ich hab mich daher beim Schreiben dieses Blogbeitrags kurz gefragt, ob ich es daher für Weste Nummer 3 weglasse. Da ich die neue/zukünftige Weste aber bereits im Anschluss dieser zwei zugeschnitten habe und inzwischen bemerkt habe, dass ich das Rückenteil inklusive beider Reißverschlüsse bereits genäht habe, hat sich meine Überlegung erledigt 😉 Macht aber nix, wenn es nicht genutzt wird, trägt es schließlich auch nicht auf:
Die Weste wird laut Originalanleitung nicht gefüttert, sondern wahlweise mit der Overlock versäubert oder mit Schrägband eingefasst. Ich habe mich für die Schrägbandvariante entschieden: Hong Kong Seam Finish. Für die Probeweste habe ich einen Mix aus vorhandenen Schrägbändern verwendet, für die eigentliche Weste wurde es ein Atelier Brunette Schrägband, das ich eigentlich für ein Kleid gekauft hatte. Aber als ich gesehen habe wie toll das zum Hauptstoff passt, wurde es erstmal zweckentfremdet. Einen Aufhänger habe ich daraus auch noch genäht.
Ich habe zwar sehr viel ohne Anleitung gearbeitet, kann aber trotzdem sagen, dass die Anleitung sehr gut und durchdacht ist und eine gute Verarbeitung beinhaltet.
Bente freut sich bestimmt auch, dass ich Dank Weste alles für ihn dabei habe und doch immer alle Hände frei für ihn.
Bei Ansicht der 1,5 Jahre alten Fotos fiel mir als erstes auf wie klein Bente da noch war. Und als zweites, dass ich die beiden damals gekauften Hundehosen gar nicht mehr trage, da meine selbstgenähten Jeans so! viel! bequemer sind 😀
Fazit zur Weste: Ich habe sie wirklich immer gerne getragen. Weitere Versionen müssen aber einen robusteren Stoff bekommen. Der hier gezeigte Tencel ist (war kurz) superschön, aber leider sah er schon nach der ersten Wäsche gar nicht mehr sooo gut aus.
Damit Versabschieden wir uns und lassen nur noch ein paar Fakten da:
Schnitt: Envigado Vest von Itch to Stitch, aber mit vielen eigenen Zusatzfunktionen
Größe: 4, aber minimal Weite in der Seite hinzugegeben.
Stoff: Tencel Twill „Copper“, 6OZ von Blackbird Fabrics (siehe Text, würde ich nicht empfehlen für die Weste)
Reißverschlüsse: von Wächtershäuser
Schrägband: Viskose Dune Chestnut von Atelier Brunette
Änderungen: größere Taschen plus Fächer innerhalb der Taschen; Rückentasche hinzugefügt, Hundepfeifentasche hinzugefügt, Aufhänger hinzugefügt
Morgan Jeans #3 und ein passendes Outfit…??
In meinem heutigen Blogbeitrag, pünktlich zum November Me Made Mittwoch, geht es um drei Kleidungsstücke die alle miteinander zu tun haben. Der Grund dafür ist ein dunkelblauer Denim mit einer lila Innenseite. Diesen zweifarbigen Denim fand ich so schön und besonders, dass ich überlegte habe es wäre doch toll, wenn ich von vornherein ein farblich passendes Oberteil dazu plane. Nach einiger Suche habe ich den Robert Kaufmann Flanell in Burgundy bestellt. Beim Zuschnitt der Hose plante ich bereits den Innenbund sowie die Hosentaschen aus diesem Flanell, obwohl er noch gar nicht bei mir war. Nachdem ich die Hose mit Kreide auf den Jeansstoff gezeichnet habe und noch recht viel Stoff „frei“ war, überlegte ich, dass ich noch eine passende Weste dazu nähen könnte. Da ich kurz vorher einen Westenschnitt gekauft habe, war die Weste gedanklich schnell Teil des Outfits und wurde gleich mitgeplant. Ich bin allerdings nicht mit allem gleich zufrieden und berichte getrennt nach Kleidungsstück, beginnend mit der Jeans:
Die Morgan Jeans von Closet Core Patterns
Sie ist bereits meine dritte Jeans nach diesem Schnitt und das sagt ja glaub ich schon aus, dass ich mit dem Schnitt sehr happy bin. Meine Passform entstand beim ersten Jeanswochenende 2022 und ich bin wirklich sehr froh, dass ich das angegangen bin, denn ich finde sie nun einfach wie für mich gemacht. Als nun wieder ein gemeinsames online Jeanswochenende anstand, war dies ein guter Zeitpunkt für Morgan #3, denn so konnte ich diesmal eine Jeans nähen ohne viel Nachdenken und mit viel Zeit zum Quatschen.
Wie man auf den Bildern schon sieht ist das Thema meiner Hose „Blau-Lila“ und es zieht sich (u.a.) durch das ganze Hosenprojekt. Die obere Kante der Hosentaschen habe ich nach außen geklappt, damit man die schöne lila Innenfarbe sieht. Abgesteppt habe ich mit einem Lila Denim Garn von Gütermann. Das sieht klasse aus, verzeiht allerdings auch keinen einzigen Fehlstich. Ich habe daher immer konsequent getrennt was mir nicht gefiel.
Die Potaschen habe ich diesmal nicht bestickt, sie haben nur ein auffälliges Label bekommen. Es ist aus einem 9er Set, das ich nur wegen dieses einen farblich passenden Label bestellt habe 😉 Aber das war es auch wert, es passt richtig toll zum Look der Hose:
Mein Denim (es gibt ihn nicht mehr) war übrigens ein Selvedge Denim. Somit hat er eine wunderschöne Webkante und es ist fast zu schade, wenn man diese nicht irgendwo verarbeitet. Da ich schon öfter Selvedge-Gürtelschlaufen bewundert habe, die in der hinteren Mitte überkreuzt werden habe ich diese nun auch angebracht. Da ich (anders als in der Morgan-Anleitung beschrieben) die Gürtelschlaufen gerne schon im Bund mit einfasse, hab ich das auch hier versucht. Für diese überkreuzten Schlafen hat das bei mir allerdings nicht geklappt und ich habe sie wieder rausgetrennt und nachträglich angebracht:
Die Innentaschen (wieder verlängert) und auch den Bund (angepasst) habe ich oben schon erwähnt: Sie sind aus Flanell und das sieht toll aus und fühlt sich richtig gut an:
Den Fly Shield habe ich mit Schrägband eingefasst – natürlich in Lila. Ebenso den unteren Teil der Seitennähte. Gerade wenn die Hose gekrempelt wird, mag ich auf dieses kleine Detail nicht verzichten.
Gerade wegen der Krempelung habe ich mich übrigens bei diesem Stoff für eine Morgan Jeans entschieden. Denn es wäre tatsächlich schade gewesen, wenn man die schöne Innenfarbe des Stoffes von außen gar nicht sieht.
Ein wenig erahnen kann man es auf dem Foto oben schon: Es fehlen die Knopfrückseiten am Fly Shield, denn ich habe zum ersten Mal einen Reißverschluss für meine Hose gewählt. Sowohl bei der Dawn (die ich 2 x genäht habe) als auch bei der Morgan (die ich hiermit zum 3. Mal genäht habe) ist ja eigentlich ein Button Fly vorgesehen. Und um mal ein wenig Abwechslung reinzubringen (und doch noch ein wenig Schwierigkeit drinzubehalten) habe ich mich diesmal für eine Reißverschlussvariante entschieden und bin der Ginger-Anleitung gefolgt.
Der Knopf ist von Blackbird Fabrics und hat die Farbe Copper. Leider habe ich keinen Hosenreißverschluss mit Zähnchen in der Farbe Copper gefunden (gibt es die?) daher ist dieser Gold. Aber immerhin passt das Blau des Reißverschlusses gut zur Hosenfarbe.
Die Nieten (von Kylie and the machine) sind dafür wieder Copper:
Da ich wieder einen Denim ohne Stretch genommen habe, war ich mir mit der Passform recht sicher und habe die Innennähte auch komplett fertig gestellt und abgesteppt. Die Außennähte hatte ich dann zwar erst noch mal geheftet, aber es passte alles wie erwartet.
Den Saum habe ich 2 mal abgesteppt und er ist sowohl einmal von rechts als auch einmal von links mit dem lila Denimgarn abgesteppt, so sieht es immer „richtig“ aus, egal ob ich die Hosenbeine krempel oder nicht
Wir haben die Blogfotos übrigens vor der Hunderunde gemacht. Für die Fotos hatte ich uralte Lila Sneaker getragen. Ich hatte mich grob erinnert, dass ich die mal hatte und musste sie aus dem Keller kramen 😀 Waldtauglich sind die aber nicht, daher hatte ich anschließend die Schuhe gewechselt und die Hose etwas höher gekrempelt, um sie nicht dreckig zu machen (falls ich noch Fotos nachmachen muss). Dabei ist mir aufgefallen, dass mir das auch gut gefällt:
Soviel erstmal zur Jeans. Auf allen Bildern oben trage ich dazu übrigens ein Ogden Cami in Blau. Jetzt möchte ich es aber gerne noch mit der farblich passenden Bluse zeigen:
Die Kaia Bluse von Viki Sews
Viel zu sagen gibt heute nicht, denn ich habe vor 2 Tagen schon einen kurzen Blogbeitrag zur Kaia Bluse veröffentlicht. Ich verrate schon mal: Ich war SEHR zufrieden mit dem Schnitt. Hier geht es aber eher um die Farbe und ich zeige sie jetzt noch zur Blau-Lila-Morgan-Jeans:
Es trägt sich toll zusammen. Und auch wenn nur ich weiß, dass Innenbund und Hosentaschen perfekt zur Bluse passen: Ich freu mich trotzdem drüber.
Nach all der Freude und Zufriedenheit über meine neuen Projekte muss ich die Begeisterung aber nun etwas bremsen, denn nun kommen wir zur…
Usselwetter Weste von Lotte & Ludwig
Die Idee zur Weste aus Jeans hatte ich ja oben beschrieben: Ich hatte einfach Denim übrig. Allerdings nicht genug für alle Westen-Schnittteile, daher hab ich den Rücken geteilt und um eine Passe ergänzt.
Kommen wir erstmal zum Positiven:
- Ich mag wie die Westenstoffe optisch zur Hose und durch die Pattentaschen auch zur Bluse passen
- Ich mag es ganzheitliche Outfits zu entwickeln
- Ich mag die kleinen Flügelärmel
Leider war es das schon. Vielleicht ist es aufgefallen: Zum Schnitt selber gab es sogar nur einen positiven Punkt.
Die Liste der Dinge die ich nicht mag ist deutlich länger:
- Die Passform ist für mich das schwierigste überhaupt: Sie ist viel zu weit und unförmig. Ich habe nach Tabelle die Größe 38 genäht (ist auch sonst oft meine Größe). Vorne ist sie deutlich zu weit, hinten fällt sie sehr komisch:

Dabei ist die Puppe sogar breiter als ich. Bei mir fällt sie noch weiter und hinten ähnlich komisch. - Die Pattentaschen sind viel zu weit oben. Ich muss die Ellenbogen deutlich anwinkeln, kann die Hände leider nicht in den Taschen vergraben.
- Der Abnäher macht für mich keinerlei Sinn. Er ist riesig, sehr auffällig und sitzt zumindest für mich auch an der falschen Stelle.
- Dieser große geschwungene Schlitz an der Seite gefällt mir nicht gut und macht auch wenig Sinn, wenn dort Wind und Kälte durchkommen, erschwert beim Nähen auch das Einfassen mit Schrägband.
- Das ist der nächste (sehr große) Minuspunkt für mich. Durch die Schrägbandeinfassung sieht es für mich leider sehr nach Nähanfängerprojekt oder Kinderweste aus. Ich habe für den Saum daher versucht ein Schrägband in unauffälliger Stofffarbe zu bekommen. Es passt leider nicht ganz, es ist etwas heller. Den Saum hätte ich gerne so eingefasst, dass man das Schrägband nur innen sieht. Aber leider hatte ich den Reißverschluss schon eingenäht und somit war das nicht mehr möglich. Bei den Ärmeln konnte ich das dann aber immerhin noch anwenden:

- Am oberen Reißverschluss hätte ich gerne noch einen Zipperschutz mit eingenäht (nicht in der Anleitung enthalten). Aber nachdem ich eine erste Anprobe gemacht habe, musste ich ernüchternd feststellen, dass das gar nicht nötig ist. Denn der Zipperschutz schützt ja den Hals davor, dass der Zipper stört oder kratzt. Das kann er aber gar nicht, denn er berührt den Hals kein bisschen: Der Kragen hat eine sehr komische Form, liegt nicht am Hals an und steht eher nach vorne weg als nach oben:

Das hat mich doppelt geärgert, denn eigentlich hatte ich mich darüber gefreut, dass ich das Krageninnere nicht (wie im Schnitt angegeben) aus dem Hauptstoff genäht habe, sondern aus dem weichen Innenstoff. Aber der berührt und wärmt den Hals vorne tatsächlich kein bisschen. Und damit schützt der Kragen leider auch weder vor Wind noch vor Kälte. - Und zu guter Letzt ist die Optik jetzt auch nicht der Kracher:

Ich bin wahrscheinlich auch so kritisch, weil ich letztes Jahr im Frühling schon mal eine Weste genäht habe (noch nicht verbloggt) und zwar die Envigado Vest von Itch to Stitch. Schnitt und Verarbeitungstechniken, optisches Ergebnis und Passform könnten unterschiedlicher nicht sein:
Vielleicht ist es unfair die Westen miteinander zu vergleichen, denn die Usselwetterweste hat ja keine Versprechungen geliefert die sie nicht gehalten hat. Da es aber nicht so viele Westenschnitte gibt und ich auch nicht allzu oft Westen nähe, blieb der automatische Vergleich leider nicht aus. Ich werde die Usselwetter nicht noch mal nähen, die Envigado Vest aber definitiv. Hier werde ich auch den Blogbeitrag demnächst noch nachreichen.
Mir war es aber trotzdem wichtig die Usselwetterweste zu zeigen. Nicht nur, weil ich generell zu wenig über Kleidungsstücke blogge bei denen die Begeisterung am Ende doch nicht mehr da ist. Sondern auch, weil ich die drei oben gezeigten Kleidungsstücke lange zusammen geplant und direkt nacheinander genäht habe. Sie waren somit für mich ein Großprojekt mit Höhen und anschließender Tiefe. Die Weste hab ich zuletzt fertiggestellt, damit habe ich das Großprojekt leider auch sehr unzufrieden beendet. Durch die Fotos und das Fazit nun kann ich mich aber tatsächlich noch mal mehr über die tolle Jeans und die Hemdbluse freuen.
Zusammenfassung und Links:
Jeans:
Schnitt: Morgan Boyfriendjeans von Closet Core Patterns
Alle Infos zu meinen Anpassungen der Morgan Jeans, habe ich hier aufgelistet
Der Stoff ist ein japanischer Selvedge Denim Doubleface in der Farbe Aubergine. Ich hatte ihn bei 1000stoff gekauft, dort gibt es ihn allerdings nicht mehr
Reißverschluss von Wächtershäuser; Nieten von Kylie and the machine; Knopf von Blackbird Fabrics
Top:
Ogden Cami mit BH-Trägern statt Originalträger. Das blaue Top habe ich nicht verbloggt, aber über die Träger-Variante habe ich hier berichtet
Bluse:
Schnitt: Kaia von Viki Sews, den Blogbeitrag gibt es hier
Stoff: Robert Kaufmann Flannel in der Farbe Burgundy
Weste:
Usselwetter von Lotte & Ludwig
Die Kaia Bluse von Viki Sews
Den schönen Robert Kaufmann Flanell habe ich bestellt, obwohl ich noch keinen Schnitt dafür ins Auge gefasst hatte. Ich wusste nur: Es soll eine Hemdbluse werden. Eigentlich hätte ich gerne einen Schnitt gekauft bei dem auch die Knopfleiste ein extra Schnittteil ist und bei dem es ggf. auch vordere Passen gäbe und eine Brusttasche. Bei diesen Details hätte man nämlich später ganz toll mit Karostoffen spielen können. Aber andererseits war mir ein guter, etwas taillierter Schnitt mit Brustabnähern wichtiger. Ich wollte außerdem einen Kragensteg damit der Kragen besser liegt und ganz wichtig: Manschetten. Alle Details zusammen habe ich trotz tagelanger Recherche leider nicht gefunden. Mit den letzten drei Details konnte die Kaia Bluse von Viki Sews immerhin dienen.
Und ich bin schwer begeistert: Sie sitzt ganz toll und gefällt mir entsprechend gut. Die Anleitung war geradezu perfekt und es war eine richtige Freude diese Bluse zu nähen!
Die Ärmel habe ich um 2 cm gekürzt. Das Titelbild zeigt eine leicht fallende Polyesterbluse, da macht ein überlanger Ärmel eher Sinn. Bei meiner „Hemdbluse“ wollte ich diesen Look nicht haben.
Ich hab auch mal versucht die Bluse in die Hose zu stecken. Das gefiel allerdings weder mir noch dem Fotografen 😉
Ich hatte übrigens noch eine Brusttasche zugeschnitten und genäht, die ich dann aber doch nicht aufgenäht habe, weil die Bluse ohne Brusttasche schicker aussah.
Die Knöpfe sind leicht glänzend und ganz leicht marmoriert. Die hab ich in aller Ruhe per Hand angenäht.
Den obersten Knopf am Kragensteg hab ich weggelassen. Soweit oben schließe ich Blusen sowieso nicht.
Zusammenfassung:
Schnitt: Bluse Kaia von Viki Sews, Größe 38
Stoff: Robert Kaufmann Porto Flanell in der Farbe Burgundy
Knöpfe: Perlmutt-Knopf Paris „Dark Plum“
Dazu trage ich die Dawn-Jeans, die ich hier vorgestellt habe
Ingrid Shacket von Viki Sews
Ich zeige heute eine Shacket. Eine Shacket ist eine Mischung aus Shirt (Hemd) und Jacket (Jacke) und es kamen in diesem Jahr einige Schnitte dafür raus. Ich habe die Ingrid Shacket von Viki Sews gewählt. Zum einen weil ich die sehr detaillierten Anleitungen sehr zu schätzen weiß, aber auch wegen der Details: Button plackets an den Armen und ein Button Tap am Rücken sowie die Möglichkeit bei den Brusttaschen ein wenig Stoffspielerei einzusetzen. Ziel war es nämlich einen schwarzen Denim zu verarbeiten aus dem ich keine Jeans nähen wollte. Zum einen weil ich bereits eine schwarze Jeans habe, aber auch weil dieser Denim einfach sehr dick und steif war, ganz anders als sein Stoffzwilling aus dem ich diese Jeans genäht habe. Eine Jacke kam daher schon eher in Frage. Und weil Schwarz obenrum eigentlich so gar nicht meine Farbe ist, wollte ich mit meinen Farben etwas auflockern. Ich hatte noch Reste von der Teak-Jeans, damit war schnell entschieden mit welchem Stoff ich das Schwarz kombinieren werde.
Beim Futter war die Wahl nicht so leicht. Im Bestand hatte ich schon mal keines. Ich wollte gerne etwas wärmeres, am liebsten Flanell. Leider fand ich nur einen einzigen Stoff der zu schwarz und Teak passte. In den hatte ich mich dafür aber direkt verliebt… Blöd nur, dass ich den bei Backbird Fabrics gesehen habe… Tja, half alles nichts, der musste es sein. Im Nachhinein fand ich es dann lustig und passend, das damit alle 3 Stoffe von Blackbird Fabrics sind. Ich habe den Flanell als Innenfutter genutzt aber auch für die Innenseite dieser Details…
…sowie auch für den Kragen:
Ein Detail das ich sehr liebe, das ich aber leider selber kaum zu Gesicht bekommen werde, ist das schräg verlaufende Muster auf dem Unterkragen.
Aber auch den Teak-farbenen Oberkragen mag ich sehr und ich finde er sorgt tatsächlich dafür, dass das Schwarz an mir nicht zu wuchtig wirkt.
Das einzige das dem Schnitt „fehlte“ war ein Aufhänger. Ich habe zum Glück dran gedacht und einen aus verstärktem Flanell zugeschnitten.
Je nähe ich der fertigen Jacke kam, desto unhandlicher wurde leider auch alles. Hier stecke ich gerade das Futter an die Jacke
Für die Ärmel habe ich einen Steppstoff verwendet. Eigentlich hatte ich hier ganz banales, dünnes schwarzes Futter vorgesehen, aber nachdem ich das schon zugeschnitten hatte, hab ich befürchtet, das mir das im Vergleich zum warmen Flanell am Körper zu kalt an den Armen wird. Nun freue ich mich gleichzeitig über die Wärme als auch über die Farbzusammenstellung.
Diese Jacke ist kein Nebenbei-Projekt. Ich habe mit den bereits zugeschnittenen und mit Vlies versehenen Teilen am Freitag angefangen und bis Montag Abend „durchgenäht“. Die Motivation dazu hatte ich allerdings nur, weil über mein iPad immer mindestens eine, manchmal aber auch vier weitere Näherinnen anwesend waren. Das war natürlich auch perfekt für aufkommende Fragen, aber vor allem war es für mich der nötige Schubser das Projekt endlich anzugehen, rechtzeitig vorzubereiten und auch wirklich mal am Stück fertigzunähen. Was ich nämlich leider richtig gut kann ist: Planen, einkaufen, zuschneiden, liegen lassen…
Aber diesmal nicht! Mit Hinblick auf den nahenden Me Made Mittwoch hatten einige von uns das Ziel das Projekt bis dahin fertiggestellt zu haben. Zum Glück hatten wir einen Nähtag mehr dank des verlängerten Wochenendes. Und durch die Anwesenheit von (Instagramaccounts sind jeweils verlinkt) Bianca, Carola, Dana und Muriel habe ich das Projekt durchgezogen.
Auch noch als ich nach den ersten Anproben schon am zweifeln war, ob mir die Jacke wirklich gefällt. In die Stoffkombination war ich richtig verliebt. Aber die Weite und vor allem die Länge hat mich doch sehr überrascht.
Auch jetzt wo sie fertig ist, weiß ich leider nicht recht was ich vom Ergebnis halten soll. Ich habe mich während des ersten Tragetages gestern doch eher verkleidet gefühlt. Wenn ich die Jacke geschlossen trage, erinnert sie mich leider sogar etwas an einen Zirkusdirektor.
Ganz anders hier: Ich mag SEHR wie das Futter die dunkle Jacke etwas auflockert. Und obwohl ich auch hier noch das Gefühl hatte die Shacket ist deutlich zu lang für mich, war es ein anderes Tragegefühl und auch bei Ansicht der Bilder finde ich es viel schöner.
Eigentlich hatte ich die Belege alle schon im schwarzen Hauptfutter zugeschnitten, wie im Schnitt vorgesehen. Aber dann habe ich diesen Instagrambeitrag gesehen. Bei den Teak-Details wollte ich zwar bleiben, aber ich habe sofort geprüft ob mein Flanell auch noch für Belege ausreichen würde. Ich bin sehr froh, dass ich das noch geändert habe.
Genäht habe ich die Jacke allerdings doch eher mit dem Hintergrund dass sie auch wärmen soll. Nur offen tragen ist daher eigentlich keine Option. Ich wollte die Jacke haben zum schnell mal überwerfen für die kurze Hunderunde. Allerdings hab ich da die Rechnung eh ohne die Knöpfe gemacht. Bis ich da mal alles zugeknöpft habe, kann man nicht mehr von „schnell mal“ rausgehen reden, daher hat sie das Thema evtl eh verfehlt und ich muss mir für diesen Zweck einfach eine andere Jacke nähen..?? Dabei hat sie extra ein spezielles Gadget bekommen – aber dazu am Ende mehr…
Die Knöpfe sind schon ein paar Jahre in meinem Bestand und stammen von einem René Lezard-Ausverkauf den es leider nicht mehr gibt. Leider weiß ich gar nicht wie ich die richtig befestige..? Mache ich da nur Stiche in der Mitte? Selbst wenn ich sie an 4 Stellen annähe, rutschen sie stark hin und her. Sind das Abstriche die man für Design eben machen muss? Oder gibt es da einen Trick?
Der Rückenstreifen
der gehört eigentlich gar nicht zum Schnitt. Zu verdanken habe ich ihn einem leider recht breiten Fehler auf dem Stoff. Eine Art Laufmasche im Denim, die ich leider erst gesehen habe, als ich die Passe schon zugeschnitten hatte und auch den Reststoff schon verwertet hatte. Daher hab ich mich für dieses kleine Design-Feature entschieden und einen Streifen Flanell aufgenäht, den ich tatsächlich sehr passend finde.
Gadgets
Ich wollte ja noch über Gadgets reden…
Als erstes habe ich auf eine der aufgesetzten Taschen noch zwei kleine Schnellzugriff-Taschen genäht. Die größere für den Schlüssel. Da ich die Jacke ja für die kurze Hunderunde haben wollte, bei denen ich nur den einzelnen Haustürschlüssel mitnehme, befindet sich darin ein Gummiband mit Mini-Karabiner.
Das schmalere Fach ist für die Hundepfeife. Die hab ich einfach gerne immer dabei, denn wenn die Ablenkung noch so groß ist – auf den Pfiff kommt Bente recht verlässlich zurück 🙂
Und dann hat meine Jacke noch Mini-Nahttaschen bekommen. Nicht für die Hände…. Ich habe kleine D-Ringe befestigt. An kleinen Gurtbändern die ich aus dem Denim genäht habe. Den Sinn und Zweck kann ich noch nicht zeigen, aber ich kann schon mal verraten, dass ich daran eine Gürteltasche befestigen möchte die erst noch genäht werden muss. Das zeige ich dann natürlich noch in einem entsprechenden Blogbeitrag. Vorerst gibt es nur die D-Ringe zu sehen:
Meine Shacket muss ich wohl noch ein paar mal ausführen um ein Gefühl dafür zu bekommen ob sie nur ungewohnt ist, oder ob sie tatsächlich einfach nichts für mich ist. Ihr dürft mir gerne eure Meinung dazu sagen, genug Bildmaterial gibt es ja 😉
Dawn No2: Die Zitronenjeans
Bevor ich nun bald (online) wieder in großer Runde eine Morgan Jeans nähen werde, zeige ich erstmal welche Jeans hier vor kurzem noch entstanden ist.
Den „goldenen“ Denim hatte ich zusammen mit dem Teakfarbenen aus diesem Beitrag bei Blackbird Fabrics bestellt. Und ich hatte sofort eine sommerliche Dawn vor Augen
Leider kann ich sie gar nicht sommerlich präsentieren unnd noch keine Tragefotos zeigen. Sie wurde zwar noch Ende des Sommers fertig, aber ich musste dann feststellen, dass ich wirklich kein einziges Oberteil besitze das dazu passt. Und nachdem ich dann erstmal alle gleichzeitig laufenden Nähprojekte beendet habe, war der Sommer endgültig vorbei und ich wollte endlich Herbstprojekte starten. Daher gibt es diesmal nur Fotos von der Jeans und keine an mir. Aber der Sitz ist exakt so wie bei dieser Jeans, meiner ersten Dawn.
Für mich ist eines der Highlights am Jeans selber nähen die Gestaltung der Potaschen. Noch bevor ich die Hose zugeschnitten habe, hab ich überlegt was ich diesmal drauf nähen oder sticken könnte. Ich wollte gerne, dass es zum gelben Jeansstoff passt. Und zum Thema Sommer, weil ich ein Sommeroutfit vor Augen hatte. Bei einem (online) Nähtreff habe ich die Frage mal in die Runde geworfen und von Alexandra (Link zu ihrem Instagramprofil) kam die Zitronenidee. Das gefiel mir. Es kamen noch ein paar andere Vorschläge, aber Zitronen passten am Besten zu mir. Ich hatte auch sofort eine Idee vor Augen wie ich das umsetzen kann. Und zwar eine ganze Zitrone auf einer Potasche…
…und über der Münztasche eine Zitronenscheibe.
Die Stickmuster dazu habe ich einzeln nicht gefunden, und habe daher diese Stickdatei etwas bearbeitet um zwei einzelne Stickmotive nach meinen Wünschen zu bekommen. Die Münztasche habe ich etwas tiefer gesetzt als im Schnitt vorgesehen, damit die Zitronenscheibe noch wirken kann.
Und um das Thema Zitrone abzurunden habe ich den Button Fly mit zitronengelbem Schrägband versäubert und für die Hosentaschen einen Rest Zitronenstoff von Spoonflower verwendet. Ich liebe es sehr, wie sich das Thema so durch die ganze Hose zieht.
Leider hat der Zitronenstoff gar nicht mehr für 2 Hosentaschen gereicht, aber mit einem kleinen Trick hab ich den Stoff vergrößert: Der hintere Teil der Tasche ist aus gelbem Stoff. Als ich die Tasche in die Hose eingenäht habe, hab ich erst gesehen wie praktisch das ist. Denn so ist auch der Tascheneingriff (bei dem sonst ja die linke Seite zu sehen ist) richtig hübsch und passend.
Damit es nicht ZU zitronig wird, habe ich nur eine Potasche bestickt.
Am Ende kam noch ein Label vom Jeanswochenende 2022 drauf, das passt farblich auch sehr toll zur Zitronenjeans.
Die goldenen Knöpfe – ebenfalls von Blackbird Fabrics – gefallen mir sehr gut zum goldenen Denim
Farblich ebenfalls total stimmig und passend zum Stil der Hose: Das vanillefarbene Jeansgarn das ich noch im Bestand hatte. Ich bin auch rundherum zufrieden mit den Absteppungen.
Diesmal habe ich auch dran gedacht die Gürtelschlaufen im Bund einzufassen:
Ich glaube nicht, dass ich die Hose im Herbst und Winter viel tragen werde. Aber in 3 Wochen entsteht ja bereits Jeans No.5 🙂
Morgan Jeans in „Teak“: die Hundehose
Diesen kleinen Mann hab ich auf dem Blog tatsächlich noch gar nicht gezeigt. Dafür spielt er eine große Rolle auf diesem Instagramaccount. Da die Hose die ich heute (püntklich zum Me Made Mittwoch) zeigen werde aber wegen ihm, für ihn und mit ihm entstanden ist, darf er sich auch mit auf die Bilder mogeln. Achso: Sein Name ist Bente und er ist ein Magyar Vizsla Rüde und gerade 2 Jahre alt geworden. Aber nun zum Outfit das wir heute präsentieren: Es geht vorrangig um die Jeans:
Ich habe meine zweite Morgan Jeans von Closet Core Patterns genäht.
Den Schnitt hatte ich bereits angepasst und somit war er ideal dafür einen Stoffschatz zu verwenden: Der „Brushed Bull Denim“ (9 Oz) in der Farbe Teak von Blackbird Fabrics.
Noch während der Stoff Anfang des Jahres unterwegs war, reifte der Plan, dass ich Bente irgendwie auf die Potaschen sticken möchte. Ich mag kreative Jeans-Potaschen und bei dieser Denim-Farbe bot sich das Thema quasi an. Eine besondere Stickerei zu erstellen bot aber noch einen weiteren Grund den Stoff erst anzurühren, wenn ich weiß, dass die Hose passen wird. Im März – während unseres Jeanswochenendes, beim nähen meiner allerersten Jeans – wurde er daher noch nicht angerührt.
Als nun ein Fotoshooting für Bente anstand…
….hatte ich es aber plötzlich ganz eilig diese Hose zu nähen. Also eigentlich sollte der Hund fotografiert werden. Allerdings hatte ich mir gewünscht auch 1-2 Fotos zusammen mit ihm zu bekommen und als ich überlegt habe was ich dafür anziehen könnte fiel mir die Jeans-Idee und der seit Februar gut abgelagerte Stoff wieder ein.
Eigentlich war ich gerade dabei eine Dawn zu nähen: Die Zitronenhose (das kläre ich dann demnächst auf) musste dann für dieses wichtigere Projekt unterbrochen werden.
Wie immer fing ich mit der Umsetzung der Potaschen an: Eine Stickerei musste her. Aber nicht irgendeine Hundestickerei, auch nicht irgendeine eine Vizsla-Stickerei! Es sollte Bente sein. Ich hatte sogar eine exakte Idee davon welche Position er auf den Taschen einnehmen sollte. Also bin ich mit Bente Spazieren gegangen um nebenbei Fotos zu machen. Da er aber so natürlich wie möglich aussehen sollte, hab ich ihn in keinerlei Pose „getrickst“ sondern ihn einfach die ganze Zeit machen lassen und nebenbei etwas fotografiert, bis das herauskam:
Genauso hatte ich es mir vorgestellt 😀
Mir reichte eine ganz banale Outline-Stickerei, die konnte ich ganz easy selber mit Procreate nachzeichnen.
Ich wollte, dass das eine Motiv über beide Taschen verläuft. Da die Taschen ja an den Seiten noch umgeklappt werden, hab ich das Motiv also 2 x gestickt und mit Hilfe von Lineal und Folie so platziert, dass es exakt ohne Unterbrechung weiterverläuft
Das ist auch richtig gut gelungen. Nicht bedacht hatte ich, dass die Potaschen ja gar nicht so gerade aufgenäht werden wie oben zu sehen… naja….
Das Ergebnis mag ich trotzdem sehr!!
Erst nachdem die Potaschen schon fertiggestellt waren, fing ich mit der Vorbereitung für die restliche Hose an. Dabei hatte ich auch tatkräftige Unterstützung
Nachdem die Stofffrage ja schnell geklärt war, blieb übrigens noch die Frage welchen Innenstoff ich verwenden könnte. Ich wollte einen schönen Taschenstoff, soviel war klar. Aber am liebsten mag ich es, wenn aus dem gleichen Stoff auch Schrägband entsteht, mit dem dann der Button Fly eingefasst werden kann. Das ist einfach so viel schöner als nur eine Overlocknaht. Ich hatte noch verschiedene (hauptsächlich kleine) Reste von dem Futter der Stacker Jacket.
Geschickt gelegt reichte der Futterstoff dann sogar noch für einen Innenbund 😀
Da es sich hier aber um wirklich dünne Viskose handelt, ist unter der Viskose allerdings auch noch eine Lage Denim. Und weil ich den Innenbund soooo so schön finde, habe ich beim Absteppen auch akribisch auf die Wahl des Unterfadens geachtet: Sowohl bei der Bundabsteppung, als auch beim Gürtelschlaufen festnähen und beim Lederpatch: Auf Bundhöhe habe ich nur dunkles Lila-Braun verwendet.
Die Taschen habe ich übrigens um 10 cm verlängert. Bei der ersten Morgan wurde ich ja eigentlich schon vorgewarnt, dass die viel zu kurz sind. Allerdings zu einem Zeitpunkt an dem meine Taschen bereits zugeschnitten waren (mit einem Stoff von dem auch nichts mehr übrig war). Ich dachte aber zu der Zeit noch: Ach, ich stecke eh nie was in meine Vordertaschen. Höchstens mal n Taschentuch. Das stimmt auch immer noch. Was ich aber nicht bedacht habe: Auch die Hände kann man nicht in die Taschen stecken bei der wirklich kurzen Originallänge. Das war dann Grund genug für mich das Taschenfutter zu verlängern. Die Kombination aus neuer Länge und dem Viksosefutter ist wirklich richtig angenehm zu tragen!
Die Knöpfe sind übrigens in der Farbe „Copper“ und ebenfalls von Blackbird Fabrics.
Das Coin Pocket blieb diesmal ohne Schnick Schnack. Verwendet ihr Coin Pockets eigentlich? Bei mir sind die auf Hunderunden eher zweckentfremdet
Der Futterbeutel wird dort festgeklippt und die Hundepfeife die ich eh nicht gerne um den Hals habe, darf auch gerne dort Platz finden
Dass die Morgan sich unfassbar gut als „Hundehose“ macht – also eine gemütliche aber robuste Hose für die Waldrunden mit dem Hund ist – habe ich ja schon ausgiebig an meiner ersten Morgan Jeans testen dürfen. Auch diesmal bin ich wieder richtig glücklich mit dem Ergebnis. Hätte ich früher gewusst wie gemütlich Jeanshosen ohne Stretch sein können – ich hätte mich wahrscheinlich deutlich früher dran getraut.
Für die erste Morgan hatte ich mir den Bund ja mithilfe von 3 ! Abnähern angepasst. Die habe ich nun im Schnitt schon eingefügt, so dass mein Bund entsprechend lustig aussieht:
Aber so sitzt er jetzt einfach richtig gut. Einige von euch kennen sicher das Problem der hinten stets abstehenden Hose…? Ist weg!! Das ist so! klasse!!! Wenn die Hose einfach mal überall an der Taille richtig sitzt. Sogar in der Hocke sitzend steht nichts weg, engt aber auch nichts ein. Also hinhocken ohne freizuziehen und das ohne Gürtel! Da war mir schon nach Feiern zumute 😀
Generell liebe ich den Sitz dieser Hose. Und eigentlich bin ich neugierig auf weitere Jeans-Schnitte. Aber uneigentlich weiß ich nicht, ob ich jemals was anderes nähen möchte, weil die Morgan einfach so gemütlich ist, mir der Look aber auch richtig gut gefällt.
Bei der ersten Morgan kam zum guten Gefühl der guten Passform auch noch das Wald-Thema dazu: Wann immer ich sie angezogen habe, hab ich mich wie Bolle über die Stickereien gefreut und wie passend ich damit für den Wald angezogen war. Aber gleichzeitig war es eben auch die Waldhose bei der ich keine Angst haben musste, dass sie dreckig wird, denn dafür war sie da. Und thematisch ist es nun bei der neuen Hose ähnlich. Es ist die Hundehose. Aber eben in hübsch.
Weil die Morgan ja unten umgekrempelt wird (umgekrempelt werden kann), habe ich die Nahtzugaben wieder auseinander gebügelt und im unteren Bereich mit Schrägband eingefasst.
So alles in allem kamen denn echt wieder einige Details zusammen. Aber zum Glück hatte ich die Morgan schon mal genäht und mir dabei auch einige Stichpunkte auf dem PDF gemacht, denn so konnte ich sie ohne größere Zwischenfälle pünktlich fertigstellen und zum Fotowalk anziehen:
Am Schluss noch schnell ein paar Worte zum Shirt, das ich auf einigen Fotos trage, denn auch das ist neu.
Es ist das Green Tee von GreenStyle Creations. Nach längerer Zeit mal wieder eines mit V-Ausschnitt.
Hier sieht man den Stoff etwas besser:
Ich hatte mir den Schnitt irgendwann mal etwas verlängert, wenn ich mich richtig erinnere. Tja… Was soll ich sagen… Diesmal war es mir wichtiger, dass man die Potaschen meiner neuen Jeans auch gut sieht, also hab ich es ordentlich gekürzt.
Wie sieht es bei euch mit dem Jeansnähen aus? Seid ihr genauso begeistert? Oder steht die erste Jeans noch aus?
Palisade Pants „Burnt Orange“ und Ashton Top
Die vierte und vorerst letzte Hose meiner sorgfältig geplanten Palisade Pant-Reihe ist pünktlich zum Me Made Mittwoch fertig geworden.
(Alle einzelnen Beiträge finden sich hier)
Eigentlich sollte die kurze Leinenhose in der Farbe „Burnt Orange“ heute im Mittelpunkt dieses Blogbeitrages stehen. Aber weil ich nichts passendes für „obenrum“ hatte und das ja neuerdings nicht mehr auf mir sitzen lassen kann, wollte ich schnell noch etwas nähen.
Es war aber schon Sonntag vorm Me Made Mittwoch und ich hatte weder farblich passenden Jersey noch selbige Viskose im Stoffschrank, also stand ich vor der Entscheidung entweder etwas nur mittelgut-passend vorhandenes zu kombinieren oder….doch noch ein superpassendes Leinentop aus den ganzen Leinenresten meiner Hosen zu nähen. Für letzteres habe ich mich entschieden und jetzt stiehlt dieses kurzfristig genähte (schnell noch genähte stimmt nämlich leider nicht) Top der Hose tatsächlich die Show wie ich finde! Aber ich halte doch noch ein wenig an meinem Ursprungsplan fest und berichte erstmal von der Hose.
Wieder eine kurze Palisade Pants, diesmal in „Burnt Orange“
Es gab leichte Startschwierigkeiten. Ich konnte mich zunächst nicht entscheiden welche Farbkombination ich nähen sollte. Mein gutes altes iPad half mir wieder mal bei der Entscheidung indem ich diverse Konbinationen aufmalte, die ich auch in einer Instagram-Story zeigte:
Erst war das ganz linke mein Favorit, aber Anna gab den entscheidenen Hinweis, dass das Powder an der Stelle doch zu hautfarben wirkt und auftragen könnte. Sah ich definitiv ein und war froh über den Hinweis. Mein eigener nächster Favorit war die mittlere Zeichnung. Aber dann fiel mir auf, dass diese Version der Hose zu nahe kommt die ich bereits in langer Version genäht habe. Und daher blieb dann nur noch die rechte Version 🙂 Inzwischen bin ich sehr froh die Kombi gewählt zu haben und mir auch soviel Mühe bei der Vorentscheidung gemacht zu haben.
Ich bin ja mittlerweile routiniert im Nähen dieser Hose und doch war diesmal wieder etwas anders.
Bei der grünen Waldhose gab Annegret mir den Tipp den hinteren Gummibund abzusteppen. So legt er sich flacher, bauscht sich nicht so sehr auf… Die Idee fand ich gut (Dankesehr 🙂 ) und habe sie daher nun für diese Hose umgesetzt. Hier ein direkter Hosenvergleich:
Mir ist auch tatsächlich bei der grünen Hose aufgefallen, dass das Gummi sich mittlerweile gedreht hat und nur noch im oberen Bereich befindet. Also noch ein Grund mehr es abzunähen. Es sieht nicht nur schöner aus, es kann so auch nicht verrutschen.
Die Innennähte habe ich im unteren Bereich wieder mit selbstgemachtem Schrägband aus dem gleichen Stoff eingefasst, damit es beim Umschlagen nach Außen einfach schöner aussieht. Das hat mir bei der grünen Waldhose wirklich gut gefallen, daher habe ich das wieder übernommen.
Und wie auch bei der Waldhose hatte ich auch bei dieser kein passendes Oberteil im Schrank, nur dass ich diesmal auch keinen Stoff gekauft habe….Ich hatte eh mal vor das Ashton Top von Helens Closet auszuprobieren und konnte es mir zu dieser Hose ziemlich gut vorstellen:
Das Ashton Top
Wenn ich ehrlich bin hab ich das Top arg unterschätzt. Es sah so schlicht aus, dass ich vermutet habe es ist sehr schnell genäht. Tatsächlich aber ist es so gut verarbeitet, dass es doch einige Nähschritte bis zum fertigen Ergebnis sind und es daher nicht an einem Abend genäht war.
Meine Version aber schon gleich dreimal nicht, denn ich hatte nicht mehr genügend Reststoff um ein „gewöhnliches Top“ (also aus einem einzigen Stoff) zu nähen. Ich hatte zwar für alle Hosenprojekte zusammen insgesamt 7 Farben Leinen bestellt, und ich hatte auch ganz am Anfang mal die Idee aus allen Reststücken eine Art Patchwork-Top zu nähen… Aber da ich nun explizit für diese Hose ein passendes Top wollte wäre das dann doch zu bunt geworden und ich wollte nur die 3 Farben der Hose verwenden, was die Reststoffe deutlich einschränkte, da ich ja eigentlich eh nur soviel Stoff bestellt habe wie ich brauchte.
Das größte noch zusammenhängende Stück war „Mocha Brown“. Das reichte für das gesamte Rückenteil aber das war es auch schon. Sogar für eines der größeren Stücke am Vorderteil musste ich es stückeln, sieht man seitlich am Brustabnäher:
Aber das reine Aneinanderstückeln war nur die erste grobe Idee für mein Top. Mir fiel ein, dass ich mir mal diesen Instagram-Beitrag gespeichert habe. Zuerst ist mir nur das tolle Detail der andersfarbigen Hosentasche aufgefallen und jaaaa, das brachte mich überhaupt erst auf die Idee für meine Palisaden Pants verschiedenfarbige Leinenstoffe zu kombinieren. (Die Leinen-Werbung auf Instagram tat dann ihr übriges….) Erst danach ist mir dieses coole Top aufgefallen. Ich habe aber gar nicht weiter geschaut um welchen Schnitt es sich handelt und hab den Beitrag nur abgespeichert. Erst jetzt hab ich gesehen, dass es sich um einen Kinderschnitt handelt. Also da ich ja eh extra das Ashton Top gekauft habe kam es jetzt sowieso nicht in Frage noch einen zweiten Schnitt für ein und dasselbe Projekt zu kaufen. Aber natürlich erstrecht nicht, wenn es sich um einen Kinderschnitt handelt 🙂
Also hab ich freestyle einfach mal gemacht und geschaut was mein restliches „Golden Brown“ Leinen noch so hergab und hab gefaltet und gebügelt, bis der Stoff eben nicht mehr hergab.
Dadurch entstand dann die restliche Kombination unten drunter, denn irgendwo musste die restliche Länge für das Top ja herkommen 😀 und größere Reste gab es einfach nicht mehr.
Für das Facing hat es auch nicht mehr gereicht, da hab ich dann die neutralste Farbe gewählt und möglichst sauber gearbeitet, so dass es auch später nicht hervorblitzt…. So sieht es von innen aus:
Ich mag die Form und den lässigen, kurzen Style des Tops (Das ist die kurze Version B) zu dieser Hose.
Auf diesen Bildern hatte ich Top und Hose schon einen Arbeitstag lang an und Leinen tut, was es gerne tut: Knittern….
Aber: Es tut auch seinen Job bei viel zu heißen Sommertagen und trägt sich sehr angenehm.
Aktuell ist noch ein kleiner Rest-Zweifel vorhanden, ob das jetzt doch recht bunte Top zuviel des Guten für die Hose ist. Aber es überwiegt, dass ich das Top schon ziemlich cool finde. Vor allem dafür, dass ich einfach mal drauf losgeschnitten und genäht habe.
So, dass war es erstmal an Palisade Pants, versprochen 😉 Ich bräuchte demnächst mal wieder eine Jeans und hoffe, dass sich da dann bald Zeit und Motivation zusammentun.
Palisade Pants (Originallänge) mit Ogden Cami
Die Pants
Palisade Pants Nummer 4 ist nun endlich mal eine Palisade Pants nach Originalschnitt. In der normalen Länge und ohne jeglichen Änderungen (also fast… darauf gehe ich später bei der Länge der Hose ein)
Die Farb-Idee hatte ich vorab auf einer Skizze getestet:
Lediglich die kleinen hervorblitzenden schrägen Taschen sollten Powder (Rosa) sein, der ganze Rest in der Farbe Golden Brown. Damit sollte sie für den Alltag schön schlicht sein, aber eben doch mit einem kleinen gewissen Etwas.
Ich bin froh, dass ich mich für das kleine Rosa Detail entschieden habe, denn das machte mir auch die Entscheidung leichter mit welcher Oberteilfarbe ich die Hose gut kombinieren kann.
Natürlich besaß ich noch kein Oberteil in dieser Farbe, und ich habe es passend zur Hose genäht. Aber zum Top kommen wir später.
Ich bin weiterhin großer Fan davon, dass die Hose durch den vorderen glatten Bund und den Fake-Schlitz schick aussieht, aber dennoch zur Kategorie Freizeit- oder Home Office Hose gehört. Ich bin einfach den ganzen Tag passend angezogen und dennoch drückt der Bund weder beim langen Sitzen am Schreibtisch, noch nach einem üppigen Abendessen.
Ich bin trotzdem nicht 100%ig zufrieden, denn meine selbst geänderte baggy Palisade Pants ist doch noch mal gemütlicher. Ich habe im Stehen nicht das Gefühl, dass die Hose zu klein / eng ist. Im Sitzen am Schreibtisch auch nicht. aber jede Bewegung (Hocke usw.) macht die Hose dann doch nicht mit ohne dass sie zwackt.
Ebenfalls nicht komplett zufrieden war ich mit der Länge. Nach erster (noch ungesäumter) Anprobe musste ich feststellen, dass die Hose geradeso lang genug war. Da noch einen Saum doppelt umschlagen würde definitiv viel zu kurz werden.
Also habe ich mir überlegt aus dem restlichen Powder-Leinen ein Schrägband herzustellen und damit die Hose einzufassen. Dann muss nur ein ganz kleiner Teil der Hose weggeklappt werden.
So sah das dann aus….
Nach erneuter Anprobe der fertigen Hose war ich mir dann aber total unsicher: Ist das jetzt lang genug? Ist es jetzt zu kurz für eine normale Hose aber zu lang für eine 7/8 Hose? Irgendwie konnte ich das nicht beurteilen indem ich an mir runter sah. Auch nicht vor dem Spiegel. Und da eh Blogfotos anstanden habe ich beschlossen das anhand der Fotos zu beurteilen. Also eine normale Variate zu fotografieren und eine gekrempelte. Das wäre dann meine Notlösung: die Hose als 7/8 Hose zu tragen. Vorher habe ich mir aber noch die Hose so gekrempelt, dass man absichtlich das Schrägband sieht. Das sah origineller aus und so ergab es auch endlich mal Sinn, dass ich mir vor Jahren (warum auch immer) mal rosa Schuhe zugelegt habe. Ich besitze nämlich ansonsten nichts was zu den Schuhen passt 😀
Mein Fazit ist allerdings, dass die Länge ausreicht. Würde ich die Hose ein weiteres Mal nähen würde ich sie verlängern, aber ich finde ich kann auch diese ungekrempelt tragen.
Ebenfalls gut zu den Schuhen passt mein neues Top:
Das Ogden Cami Top in Viskose Crepe „Canopy Cactus“ von Atelier Brunette“
Ich konnte trotz kleiner Internetrecherche nicht herausfinden was „Canopy Cactus“ bedeutet, aber wie ihr auf meinen Fotos sehen könnt, habe ich meine eigene Pflanzenassoziation für mein Shirt:
Dass dieser Stoff so gut zur Rosa Tasche meiner Palisade Pants (und zu meinen Rosa Schuhen) passt ist ein glücklicher Zufall. Bestellt habe ich die Viskose nämlich wegen der grünen Pflanzen auf dem Stoff als einen von 2 möglichen Kombinationsstoffen für die grüne Hose aus diesem Beitrag. Zusammen mit dem grau-weißen Organic Jersey. Zur Waldhose passte der graue Jersey aber deutlich besser und erst als ich mich gegen die Viskose zur Waldhose entschieden habe und diese dann zu den restlichen Leinen-Stoffen gelegt habe, fiel mir auf, dass gerade die nächste Kombination entstanden ist 🙂 Das passt hervorragend in meinen aktuellen Lauf, dass ich es in letzter Zeit sehr gut schaffe auch schon das Kombinations-Kleidungsstück zu bedenken. Und eben mitzunähen, wenn nichts passendes im Schrank ist. Das war vor Jahren immer ein großer Wunsch von mir, denn da habe ich immer nur ein Oberteil oder ein Unterteil genäht und nach kurzer Freude habe ich dann gemerkt, dass ich gar nichts zum Kombinieren habe. Aber statt mich direkt dran zu machen hatte ich schon ein komplett anderes Projekt unter der Nähmaschine und es gab dann eben kein passendes Kombiteil. Warum auch immer klappt aber genau dieses „in Outfits denken“ bei mir aktuell wunderbar.
Als ich noch beim Zuschnitt des Tops war, wollte ich schon Träger aus Viskose zuschneiden, hielt dann aber doch inne und schaute erst in meine BH-Träger-Box. Siehe da: Ein farblich perfekt passendes Trägergummi aus dem Shop von Madalynne. Aus Mangel an passenden Ringen und Schiebern habe ich diesmal aber keine BH-typische Verstellmöglichkeit eingeplant. Schade, denn genau bei diesem Top vermisse ich das nun.
Beim Vergleich „Top über oder in der Hose trägen“ gefällt mir wieder das in-der-Hose-tragen besser. Mir ist aber leider auch aufgefallen, dass dieses Top deutlich schneller wieder aus der Hose krabbeln möchte als all seine Vorgänger.
Da ich diesmal keinen passenden BH mit gleichem Trägerband genäht habe, musste ich weise wählen, welcher schon vorhandene am Besten unter das Top passt. Meine Devise ist ja: Entweder man sieht den BH nicht oder er passt farblich, aber auch vom Schnitt her einfach sehr gut. Mir ist nämlich aufgefallen, dass es je nach BH-Schnitt erhebliche Unterschiede macht wo die Träger sitzen. Gerade bei einem größeren Rückenausschnitt bin ich da dann wählerisch. Einfach weil ich es kann und eine ausreichende Anzahl an selbstgenähten BHs zur Auswahl habe 🙂 Beides (Schnitt und Farbe) traf glücklicherweise auf den Harriet Bra zu: Die rosa Harriet Träger passen wunderbar zu den rosa Trägern die ich für das Ogden Cami gewählt habe und sie sitzen auch an gleicher Stelle. Perfekt!
Von meinen bisher genähten Ogden Camis wähle ich gerade an den super heißen Tagen am liebsten die mit dem Sport-Lycra-Futter. Daher habe ich das auch diesmal verwendet, obwohl die Viskose noch locker für ein Futter aus dem gleichen Stoff gereicht hätte.
So, ich bin zufrieden mit meinem lässigen Sommeroutfit in für mich ungewohnter Oberteilfarbe. Jetzt geht es an den Endspurt, denn EINE (nun wieder kurze) Palisade Pants gilt es noch zu nähen, wie man auf der Skizze oben erkennen kann.
Palisade Pants (Shorts) – Die „Waldhose“
Letzte Woche habe ich eine veränderte, lange Version der Palisade Pants gezeigt. Und da es wirklich sehr viel Spaß gemacht hat sie zu nähen, war mir schon klar, dass weitere folgen werden. Dass ich aber dann gleich DREI weitere plane, daran ist eigentlich nur eine Instagram Werbung Schuld….
Der Stoff
Ich habe Werbung von Kattun Stoffe eingespielt bekommen und sie warben mit über 25 verschieden Farben „washed Linen“. (Inzwischen sind es sogar 30). Und damit hatten sie sofort meine Aufmerksamkeit (und später all mein Geld), denn ich hatte direkt die Vision von verschiedenen Palisade Pants mit verschiedenfarbigen Taschen.
2 Stunden später waren 7 Farben in meinem Einkaufswagen. Als sie (super schnell!) ankamen, war ich sehr verzückt, meine Auswahl sah großartig aus zusammen:
Und dann ging ich in Planung. Der ein oder anderen wird wahrscheinlich aufgefallen sein, dass ich meine Projekte in letzter Zeit sorgfältig plane. Die erste wichtige Entscheidung war die Farbzusammenstellung. Und da ich wirklich nur die benötigte Stoffmenge bestellt habe, konnte ich auf gar keinen Fall erst zuschneiden und dann entscheiden. Ich wollte vorab sehen wie die Farben wirken und habe angefangen die verschiedensten Kombinationen auf meinem iPad zusammenzustellen. Das war großartig, denn so konnte ich direkt sehen welche Farben zusammen passten und welche nur in der Vorstellung, aber tatsächlich vor mir gesehen eigentlich doch eher nicht.. Und mit diesem Ergebnis war ich schlussendlich sehr zufrieden:
Also starten wir heute mit der Vorstellung der ersten Hose: Eine kurze Hose in den Farben „Sage Green“ (für die kleine Taschenecke), „Sand“ und als Hauptfarbe „Forest Green“. Und diese Farbbezeichnung machte mir die Hose schon vorab sympathisch, denn ich bin fast jeden Tag im Wald zu finden. An mindestens 5 von 7 Tagen startet mein Tag mit einem ausgiebigen Waldspaziergang. Und was wäre passender als sich eine (kurze) Waldhose zu nähen mit Wald im (Farb-)Namen?? Ich neige ja eh dazu eine Art Beziehung aufzubauen zu Projekten die ich lange plane, und hier startete alles direkt mit einer sehr guten Beziehung 😉
Die Farbzusammenstellung war aber wie gesagt nur die erste Vorabplanung. Ich wollte nämlich gerne die erste kurze Version (Konzerthose) noch etwas verbessern. Ich trage die Hose zwar auch im Alltag (in der Freizeit) aber es gab schon ein paar Dinge die mich auf Dauer doch störten.
Meine (neuen) Änderungen:
1. Die Form
Auf dem Schnitt ist auch eine kurze Hose eingezeichnet und dort wird die Hose auch ein klein wenig weiter am Saum. Aber irgendwie nicht weit genug. Ich hatte das Gefühl, dass meine blaue kurze Hose am Saum eigentlich deutlich weiter und gerader sein müsste und nicht so schmal zusammen laufen sollte. Daher habe ich den Verlauf der Kurve größer gezeichnet.
2. Der Saum
ich hatte die Konzerthose damals schon um 3 inch verlängert. Dennoch fand ich sie gerade so lang genug, und ich habe den Saum nur versäubert und 1 x schmal umgeklappt, mehr wollte ich nicht hergeben von der Länge. Diesmal wollte ich einen schöneren Saum. Ich hatte das Gefühl es könnte besser aussehen, wenn ich den Saum nach außen umschlage und nicht nach innen. Um schön breit umkrempeln zu können, habe ich noch mal 10 cm hinzugefügt.
Und um das noch schöner werden zu lassen, habe ich den unteren Teil der Hose mit Schrägband eingefasst: Selbstgemachtes Schrägband aus dem Hosenstoff. Das trägt zwar etwas mehr auf als Standardschrägband, aber das Ergebnis ist so viel schöner als eine sichtbare Overlocknaht 🙂
Französische Nähte waren übrigens auch eine kurze Überlegung, aber durch die dicken Taschen die in den Seiten mit eingefasst werden und dadurch, dass jedes Hosenbein aus 3 Schnittteilen besteht, war das nicht so ideal…
Ich finde übrigens dass diese kleinen Änderungen schon den gesamten Sitz der Hose verbessern. Daher die 3 Vergleichsfotos Konzerthose vs. Waldhose
Ich war nach der ersten Anprobe sehr zufrieden mit der Hose. Und nachdem ich die Vergleichsfotos gemacht und gesichtet habe noch mehr.
Die Farben sind sehr untypisch für mich, aber ich finde sie passen schön zusammen.
Aber dann ist mir etwas aufgefallen: Ich konnte sie gar nicht direkt tragen, denn ich besaß KEIN EINZIGES Shirt, dass zu den Farben dieser Hose passt 🙁
Das Shirt
Und daher war das Projekt mit der ersten (der drei) fertigen Hose doch noch nicht zu Ende und ich brauchte ein neues Shirt.
Und… eine neue Stoffbestellung….. Und weil Kattun Stoffe beim letzten Mal so schnell geliefert habe, hab ich direkt wieder dort geschaut. Praktischer Weise kann man dort auch nach Farben suchen. Und am passendsten zu den 3 Hosenfarben war dann der Organic Jersey „Sweet Summer Beige“…. Glückwunsch..! Ich habe den teuersten (Bio-)Jersey im ganzen Shop gefunden (29,95€ der Meter). Also galt es einen Schnitt zu wählen der bereits erprobt ist und mit möglichst wenig Stoff auskommt. Und es wurde das schon so oft genähte JerseyCamiSole
Ich nähe dieses Shirt ja nicht nach Originalanleitung (die einen einem schmalen Belegstreifen vorsieht) sondern mit einem kompletten Beleg. Mein Futter ist aber nicht der gleiche Jersey sondern ein Sport-Lycra aus dem Bestand in der Farbe Ivory.
Und damit habe ich nicht nur praktischerweise (teuren) Stoff gespart. Ich habe das Shirt passend für meine Waldspaziergänge auch sportlicher gemacht, denn unser Wald ist ein Berg und ich muss immer eine ganze Weile bergauf gehen und da kommt man schon auch mal ins Schwitzen. Wie praktisch also gleichzeitig schick und sportlich unterwegs zu sein 🙂
Apropos Wald: Das Blumenmuster auf dem Shirt hat mich auch sofort an meine Waldspaziergänge erinnert. Diese Blumen habe ich doch dort schon oft gesehen…?
Also bin ich gleich am nächsten Morgen nach Fertigstellung des Shirts losgezogen und habe die Tragefotos auch gleich im Wald gemacht. Und weil man dafür so steil bergauf muss, ist unser Wald immer leer und ich kann in Ruhe Fotos machen ohne dass mich jemand sieht und ich mir doof vorkomme 😉
Wie cool sind bitte die Kameras aktueller Handys??
Es hat richtig viel Spaß gemacht die passenden Blumenfotos zu schießen.
Ich mag die Kombination aus Shirt und Shorts sehr und bin froh, dass ich so pingelig war und nach dem passenden Stoff gesucht habe.
Ich werde auch langsam kreativer: Während ich für die 3 Ogden Camis zum Fotografieren noch einen Bügel mit in den Wald geschleppt habe, habe ich beim Jersey Camisole improvisiert und weiß nun, dass ein Stock auch ein hervorragender Bügel ist.
So, mehr gibt es nicht zu berichten für das erste der drei Hosenprojekte, ab jetzt gibt es nur noch Foto-Spam:
Demnächst zeige ich euch die zweite Leinenkombination für meine lange Hose. Oben in der Zeichnung könnt ihr schon mal spicken.
Palisade Pants aus Leinen mit extra Taschen
Vor drei Jahren hab ich das erste und letzte Mal die Palisade Pants von Papercut Patterns genäht. Damals nur in der kurzen Version, dafür aber mit allerlei Extras und etwas in Eile, da sie speziell für ein Open Air Konzert entstehen sollte und daher diverse Funktionen haben sollte. Welche das sind steht im dazugehörigen ausführlichen Blogbeitrag.
Ich musste damals ein paar (einfache) Änderungen vornehmen, damit sie mir gut passt.Höchste Zeit also dass ich die bereits angepasste Hose nochmal nähe. Die lange Version wollte ich auch gerne noch haben.
Die Anpassungen hatte ich damals auf den Schnitt übertragen. Ich hätte also einfach loslegen können. Die Palisade Pants ist nämlich ziemlich kreativ konstruiert, dabei aber sehr einfach und sogar schnell genäht. Auch die Anleitung ist super gut beschrieben. Alles in allem macht der Schnitt wirklich Spaß. Aber natürlich hab ich nicht einfach losgelegt. Ich habe mich an die Taschen meiner Konzerthose erinnert und habe mich zum einen daran erinnert wie praktisch die waren, aber auch daran, dass ich die ja noch ein klein wenig verbessern wollte. Ha! Challenge!
Kurz bevor ich losgelegt habe, ist mir sogar noch eine weitere Änderung eingefallen: Schon lange hatte ich die Idee mir eine Hose zu nähen, die unten am Saum durch einen Gummiband gerafft wird. So eine richtige Vorstellung hatte ich nicht, ein vergleichbarer Schnitt ist mir in den ganzen Wochen auch nie über den Weg gelaufen, also hab ich einfach mal gemacht. Dafür habe ich die Hosenbeine nicht schmaler werden lassen (wie im Original) sondern gerade verlängert, so dass die Raffung unten noch stärker betont wird. Ich hatte keinerlei Ahnung ob das richtig (oder schlau) ist und ob mir das stehen wird, aber es handelte sich hier eh nicht um einen Lieblingsstoff. Dazu gleich mehr. Hier noch mal die Änderungen die eingefügt habe:
1) Das extra Reißverschlussfach habe ich ähnlich wie bei der Konzerthose genäht. Nur diesmal habe ich die Innentasche ein wenig hübscher und sauberer genäht. Das Innenfach ist wieder exakt auf mein Handy abgenäht, damit es nicht in der Tasche rumrutscht.
2) Die Blasebalgtasche hatte ich damals in einem Ottobreheft gefunden, sie dann aber doch abgeändert. Den eigenen Schnitt hatte ich noch und habe ihn auch wieder verändert. Änderungen diesmal: Die Tasche ist diesmal auch von innen schön, denn diesmal hab ich sie verstürzt. Das macht sie auch etwas stabiler. Statt eines Magnetknopfes habe ich diesmal einen normalen Knopf gewählt.
3) Gerade Hosenbeine. Ich hatte den Schnitt damals plotten lassen und den Plot als kurze Hose ausgeschnitten und angepasst. Die lange Variante hatte ich also nicht als Ausdruck da, was ich aber erst gemerkt habe, als ich schon losgelegt habe. Ich habe die kurze Hose daher direkt auf dem Stoff um 60 cm verlängert. Und zwar komplett gerade. Das ging nur, weil ich sowieso Änderung Nummer 4 vornehmen wollte:
4) Gummizug-Saumabschluss. Ich habe mich an vorhandenem Gummiband orientiert, und in der passenden Breite einen Saum abgenäht, durch das ich dann ein Gummiband gefädelt habe. Um die Gummibandlänge festzulegen, hab ich mir das Gummiband einfach locker um den Knöchel gelegt.
Der Stoff
Ich habe einen Leinen aus dem Bestand genommen. Den hatte ich für einen Jumpsuit bestellt. Aber leider kam er nicht dafür in Frage, da mir der Leinen zu dick/schwer für einen Jumpsuit schien und die Farbe zu hässlich war. Online abgebildet war ein schöner dunkler Beerenton, geliefert wurde eine Mischung aus Pink und Altrosa. Für mich unbrauchbar…. Ich habe den Stoff daher mit Simplicol Espresso Braun gefärbt. Heraus kam dann dieser Waldbeerton. So wanderte der Stoff dann erstmal für 1 Jahr in den Stoffschrank.
Die Passform
Ich bin laut Tabelle eigentlich S, aber meine Beine wollen die M. Dank schmaler Taille musste ich aber vom Gummizug ganze 21cm wegnehmen, damit mir die Hose nicht vom Po rutscht. Kann aber zum Teil auch an einem etwas lockeren Gummiband liegen….?
Ich liebe dieses kleine Detail, dass es vorne noch ein kleines Stück nicht gerafften Bund gibt. Damit sieht die Hose doch noch ein wenig schicker aus. Obwohl ich ja mit meinen Änderungen wieder sehr in die Gegenrichtung gearbeitet habe und wieder beim Thema Funktionshose bin.
Aber ich mag den Sitz und deshalb hab ich schon weitere Versionen in der Planung. Die werden voraussichtlich etwas schicker. Ich trage übrigens eines meiner neuen Ogden Camis dazu. Und ich liebe das warme Orange zum Beerenton der Hose. Ich habe übrigens zum Vergleich immer ein Foto mit Shirt in der Hose und außerhalb der Hose gemacht, weil ich finde, dass auch das gleich einen ganz anderen Look gibt:
Ich schicke meine neue Hose jetzt zum Me Made Mittwoch, hänge euch aber vorher noch eine kleine Zusammenfassung der Schnitte und Änderungen an:
Hose:
Schnitt: Palisade Pants (Papercut Patterns), Größe M
Stoff: Leinen, gefärbt
Änderungen:
- Zusätzliche Taschen konstruiert. Eine frei Schnauze (RV-Tasche) und eine mit Hilfe eines Schnittteiles aus der Ottobre Women 05/2008
- Hose um 3 inch verlängert
- Hosenschnitt obenrum 2 cm verkürzt damit Bund und Schritt besser sitzen
- Bund 1,5 cm schmaler zugeschnitten
- Gummibandlänge 21 cm weniger als angegeben.
- Hosenbeine gerade auslaufen lassen
- Gummibandsaum frei Schnauze hinzugefügt
Shirt / Top
Ogden Cami von True Bias, Größe 6
Stoff: Viskose Stoff uni Terra (Marke stand nicht dabei)
Änderungen
- Futterschnitt um 7 cm verlängert
- statt Träger aus Viskose (beigefügtem Schnittteil) BH Träger verwendet
- Hier ist der dazugehörige Blogbeitrag
3 weitere Ogden Camis
Nachdem ich das Ogden Cami kürzlich für mich entdeckt habe (obwohl ich den Schnitt seit Jahren besitze) und der Sommer bei uns leider keine Pause macht, brauchte ich ganz dringend weitere Ogden Camis. Wenn ich einmal einen wirklich guten Schnitt entdeckt habe, dann nähe ich diesen gerne rauf und runter. Siehe das Green Tee oder das Jersey Camisole Top. Aber auch kurzärmelige Shirts sind bei der Hitze zu viel Stoff und selbst ärmellose Jerseyshirts einfach zu warm, wenn es ständig an der 30-Grad-Marke kratzt oder sogar deutlich drüber. An den besonders heißen Tagen habe ich am liebsten zu meinen beiden Ogden Camis gegriffen: Lockerer Fall, wenig Stoff und der sogar noch schön dünn. Somit brauchte ich Nachschub!
Um weitere, ähnlich dünne Ogden Camis nähen zu können, habe ich mir diesmal gezielt Stoffe bestellt. Bei einem Ausverkauf habe ich 2 günstige (markenlose? Es stand nichts dabei….) Viskosestoffe ergattern können. Verwirrenderweise im einem Shop beide mit der gleichen Farbbezeichnung „Uni-Terra“. Siehe nächstes Foto, die beiden linken Tops….
Komisch, dass man so unterschiedliche Farbtöne gleich benennt…. Als die Stoffe da waren, fiel mir bei der Farbe des mittleren Shirts auf, dass ich noch eine Atelier-Brunette-Viskose in ähnlichem Farbton habe, die eigentlich mal ein Futter für ein Trenchcoat werden sollte. Da das Hauptfutter für den Trenchcoat aber längst einem anderen Projekt zum Opfer gefallen ist, konnte ich nun auch aus dem Futter ein Ogden Cami machen. Ich habe die Atelier Brunette Viskose aber nur als Außenstoff verwendet, denn somit reicht der übrige Stoff noch für eine weitere, langärmelige Bluse.
Nachdem ich nun gleich drei passende Stoffe parat hatte, habe ich das Ogden einfach in Serie genäht: An drei aufeinanderfolgenden Abenden, habe ich drei Ogden Camis zugeschnitten und genäht.
Ein weiterer ganz großer Pluspunkt des Schnittes sind die superdünnen Träger. (Je dünner desto luftiger…)
Erst nachdem ich alle Träger zugeschnitten habe, kam mir die Idee, dass ich für zwei der Tops stattdessen BH-Träger verwenden könnte.
Irgendwie fand ich die Idee schick und kreativ. Aber ich fand es auch praktisch die Möglichkeit zu haben die Träger noch zu verstellen. Bei dem ersten Ogden Cami ist mir nämlich aufgefallen, dass mir die Träger gerne mal von der Schulter rutschen, wenn ich sitze. Vor allem für das hellere Top bot sich das an: Dieses Trägerband habe ich von Muriel bekommen. Schaut mal wie unglaublich gut es zum Top passt.
Da ich davon noch mehr habe, überlege ich nun, einen passenden BH dazu zu nähen. Also wenn ein BH unter dem Top hervorblicken darf, dann doch wohl einer mit dem exakt gleichen Trägerband 🙂
Somit steht mein nächstes BH-Projekt. Dass ich mir ein Trägerband raussuche und danach dann die passenden Materialien und einen möglichen BH-Stoff aussuche ist glaub ich auch noch nicht vorgekommen 😉 Wenn es soweit ist, zeige ich euch das Projekt. Als nächstes steht aber eine Hose an und ich kann schon mal sagen, dass das zuletzt gezeigte Top farblich mega gut zu dieser Hose passen wird 😀
Muriel hat übrigens auch gerade ein Ogden Cami auf ihrem Blog: Sie hat einen tollen Cami Hack umgesetzt mit integriertem Soft-BH. Hier beschreibt sie detailliert wie sie das genäht hat.
Mein erstes Ogden Cami mit neuer Winslow Culotte
Das Ogden Cami ist eines der Schnittmuster, das ich nach Erscheinen unbedingt haben wollte, da es sehr bald überall aufploppte und gefühlt von allen genäht wurde (und immer gut aussah). Gekauft habe ich es 2016 und wahrscheinlich habe ich es auch zu der Zeit zugeschnitten. Ich weiß es nicht mehr. Denn nachdem ich es zugeschnitten habe, verließ mich die Lust darauf es zu nähen, weil ich den Stoff eigentlich längst nicht mehr mochte.
Aber vor ein paar Wochen kam hier im Süden (wie jedes Jahr im Mai) statt Frühling einfach sofort der Sommer mit Temperaturen um die 30 Grad. Ich hatte ich wieder mal nicht genügend Sommerklamotten und brauchte dringend ganz leichte, luftige Kleidung. Mir macht die Hitze von Jahr zu Jahr mehr zu schaffen und ich möchte bei Temperaturen über 25 Grad einfach nur noch super dünne, luftige Stoffe und Schnitte tragen. Ich habe mich wieder an das bereits zugeschnittene Ogden Cami erinnert – denn das war so ein Stoff – und beschlossen es nun endlich mal zu nähen. Wenigstens als Probe-Ogden.
In Gedanken hatte ich dazu auch bereits eine Winslow Culotte an. Obwohl mir der gemusterte Stoff nicht mehr gefällt, muss ich doch zugeben: er ist wunderbar luftig und passt doch sehr gut zu meiner Winslow (Version C) die ich 2019 genäht habe und wirklich gerne trage.
(Hier gibt es deutlich schönere Bilder von der ersten Winslow Culotte)
Mein Ogden Cami habe ich um 7 cm verlängert. Ich glaube ich hatte damals gelesen, dass es einigen zu kurz dafür war es in die Hose oder den Rock zu stecken. Das Lining hatte ich zunächst in der Originallänge belassen. Beim Probetop habe ich aber gemerkt, dass das wirklich sehr knapp bemessen ist.
Das Top aus der Atelier Brunette Viskose „Posie Blue“
Dieses Top habe ich aus einem misslungenen Kleid herausgeschnitten: Das Eliana Dress von Pauline Alice saß so schlimm und unförmig an mir, dass ich die vielen notwendigen Änderungen gar nicht erst angegangen bin. Stattdessen wanderte es in den Stoffschrank um irgendwann ein neues Leben als Top weiterzuführen. Es war aber nicht nur der Schnitt der blöd saß und mir nicht gefiel. Das Kleid war Knielang und hatte lange Ärmel. Und so von Kopf bis Knie sah so viel Dunkelblau einfach nicht gut aus an mir.
Ohne Ärmel und in Kombination mit viel „Pecan“ (zur Hose gleich mehr…) finde ich es wunderbar. Vor allem weil sich die Farbe der Hose sehr ähnlich auch im Top wiederfindet. Perfect Match!!
Das Lining habe ich nicht aus dem gleichen Stoff zugeschnitten. Die Viskose ist nicht blickdicht und es sah komisch aus, wenn zwei Lagen davon übereinander lagen. Davon mal abgesehen hätten die Viskosereste für ein verlängertes Lining auch gar nicht mehr gereicht. Für diese zweite Version habe ich das Lining dann nämlich um 7cm verlängert. Verwendet habe ich ein Sport-Lycra (Italian Matte Lycra, siehe mein Fahrrad-Outfit sowie auch mein Lauf-Outfit). Das fand ich praktisch für den Sommer und es passte farblich einfach perfekt zum Außenstoff. Zudem hat es die Vorteile, dass es blickdicht ist und, dass ich das Lining gar nicht säumen musste.
Das Ergebnis gefällt mir richtig gut und es trägt sich wunderbar. Vor allem kombiniert mit meiner neuen Winslow Culotte von Helen’s Closet.
Die Winslow Culotte – Version D
Die ist auch frisch fertig geworden. Nachdem ich nun schon Version A (ganz kurz, mit Reißverschluss) und Version C (7/8 ? – mit Gummiband am Rücken) genäht habe, wollte ich gerne noch die lange Version D haben. Und weil meine blaue Gummizug-Variante soooooo bequem ist, habe ich mich wieder an der Anleitung vom Blog orientiert. Ich mag das Outfit sehr
Der Stoff (Tencel Smoothe Drake Teil Pecan von Meter Meter) – fällt perfekt für diesen Schnitt.
Trotzdem ist die Länge ungewohnt. von 7/8 (oder 3/4?) auf ganze Länge ist es eigentlich nur ein kleiner Schritt. Und dennoch wirkt die Culotte nun komplett anders als meine Blaue. Um einiges eleganter… Als ich die Bilder zusammen mit dem Viskose Ogden Cami gemacht habe, hatte ich eigentlich gar nichts vor und fühlte mich fast ein wenig overdressed.
Typisch für die Winslow Culotte, sieht man ihr auf den ersten Blick nicht an, dass sie eine Hose ist. Ebensogut könnte es ein langer Rock sein. Auf den nächsten Fotos stehe ich doch recht unnatürlich da, aber ich wollte dass man erkennt, dass ich eine Hose anhabe 😉
Aber kommen wir noch mal zurück zum Ogden Cami: Auch nicht in die Hose gesteckt und lässig zur Morgan Jeans kombiniert habe ich mich in dem Top sehr wohl gefühlt.
Da der Sommer ja leider noch eine ganze Zeit lang bleiben wird (ich bin ein Herbst- und Winter-Fan) muss ich jetzt leider noch mehr Viskose kaufen um mir noch mind. 2-3 weitere Ogden Camis zu nähen.
Damit kehre ich euch jetzt den Rücken zu….
… und wünsche einen schönen Me Made Mittwoch!!
Das Gilbert Top von Helen’s Closet
Das Gilbert Top hatte ich mir eigentlich schon im letzten Frühjahr zugeschnitten. Dann kam ich wie so oft doch nicht mehr dazu es zu nähen und als es kälter wurde, war ich nicht mehr motiviert. Mir machen UFOs aber nur selten ein schlechtes Gewissen. Meist kommt irgendwann genau der richtige Zeitpunkt bei dem ich große Lust zu nähen habe, aber eben nicht auf die Vorbereitung wie Zuschneiden, Einlage aufbügeln etc. und dann freue ich mich, wenn ich ein schon vorbereitetes Projekt aus dem Schrank holen kann.
Vorbereitet habe ich die kürzere Version A. Also kürzeres Hemd, aber auch kurze Ärmel. Ich hatte im letzten Jahr beschlossen die tie front wegzulassen und das Shirt nicht zu knoten. Ich habe es stattdessen am Saum einfach gerade zugeschnitten und an der Stelle wie für Variante B genäht.
Den Stoff habe ich mal bei Meter Meter gekauft. Damals noch ohne Vorstellung was daraus werden soll. Ich mag die Farbkombination sehr, weiß aber nicht ob ich den richtigen Schnitt für diesen Stoff gewählt habe. Also von der Stoffart auf jeden Fall. Aber Streifen und ein Hemd mit dieser Kragenart erinnert mich selber immer etwas an einen Pyjama. Da das Gilbert Top auch eher locker und ein wenig kastig geschnitten ist, unterstreicht es die Assoziation leider noch etwas. Ich glaube im Nachhinein, dass die tie front doch besser gewesen wäre um dem entgegenzuwirken.
Ich bin mir auch nicht sicher ob der Schnitt etwas für mich tut. Nach Größentabelle hatte ich Größe 6. Aber es sieht mir auf den folgenden Bilder irgendwie doch zu groß und unförmig aus..?
Mit den Streifen bin ich übrigens sehr glücklich. Die Tasche richtig zu platzieren war ja nicht sooo schwer. Richtig verliebt bin ich jedoch in das facing:
Die Bilder die ich drinnen an der Puppe gemacht habe zeigen übrigens die richtige Farbe des Stoffes. Die Bilder mit mir sind zu blass und grünstichig, die Bilder an der Puppe auf dem Balkon sind zu rötlich, sie entstanden im Abendlicht….
Die Anleitung ist toll. Ich habe zwar einige Male nicht verstanden warum ich nun dieses Teil so an jenes nähen musste. Aber ich habe es einfach nicht hinterfragt, bin der Anleitung gefolgt und dann passte am Ende alles wunderbar zusammen
Am Ende habe ich wie immer wegen der Knopflöcher gezittert. Ich werde mich NIE daran gewöhnen und sie wohl nie gelassen nähen. Aber es lief alles gut
Das Hemd trägt sich gut und bequem. Ich trage es auf den Bildern zu meiner schwarzen Dawn Jeans.
Ich bin aber trotzdem nicht sicher ob ich weitere Versionen des Gilbert Tops nähen sollte. Also ich finde es nicht doof, aber so richtig dolle steht es mir nicht, oder? Ihr dürft mir gerne eure ehrliche Meinung sagen 🙂 Dankeschön!
Mein Basic Shirt: Das Green Tee von Greenstyle Creations
Ich wurde vor kurzem gefragt, ob ich ein Basic Shirt Schnitt empfehlen kann. Da musste ich nicht lange überlegen, denn mein Lieblings-Shirtschnitt ist das Green Tee von Greenstyle Creations. Es hat nichts spannendes. Keine Rüschen, keine Überlänge, keine Falten, keine sonstigen Details. Es ist einfach ein schlichtes Basic Shirt und dafür liebe ich es, denn dadurch passt es einfach zu allem.
Es fällt locker, aber eben nicht oversize. Es gibt eine Rundhals und eine V-Ausschnitt-Variante. Ich habe optisch keine Vorliebe für mich. Ich weiß auch gar nicht was mir besser steht. Aus Faulheit haben 6 meiner 9 Shirts den Rundhalsausschnitt. Denn die V-Variante ist schon deutlich aufwändiger zu nähen. Beim Sichten all meiner Shirts musste ich aber feststellen, dass die Rundhalsausschnitte immer erst wieder in Form gebügelt werden müssen, während die 3 V-Ausschnitte noch perfekt aussehen. Auch beim gelben Shirt, das glaub ich das älteste von allen ist (ca. 2018 oder 2019 genäht).
Für ein paar Shirts kann ich (ältere) Tragefotos zeigen. Einige waren sogar schon mal Beiwerk eines Blogartikels, aber eben nicht der Hauptakteur. Denn in der Regel schreibe ich keine Blogartikel für schlichte Shirts. Aber nachdem ich diesen Schnitt eben doch so lieb gewonnen habe, dachte ich, ich könnte ihn doch mal zeigen 🙂
Ich starte mit dem gelben Shirt mit V-Ausschnit. Es ist mein schon erwähntes „erstes“ Green Tee (hier im Blogbeitrag für die Flint gezeigt)
Weiter geht es mit Limettengrün (ohne Blogbeitrag, hier zur Morgan Jeans getragen) und Tannengrün zur Flint (dieses Tragefoto entstand aber für Instagram, für den Me Made May 2020)
Vielgetragen auch meine beiden Laufshirts aus Merino. Für jedes Wetter die richtige Wahl!! Auch diese Tragefotos sind ebenfalls nur für den Me Made May 2020 entstanden.
Und für diese gibt es bisher noch keine Blogbeiträge:
Warm Sand, Braun, Olivgrün, Ocker:
Von vielen weiß ich die Stoffquelle nicht mehr, daher spare ich mir das für alle. Es sind aber alle Stoffarten dabei: Viskose-Jersey, Leinen-Jersey, Merino-Jersey, Interlockjersey und entsprechend fällt auch jedes Shirt ein wenig anders, das sieht man sehr gut auf den Fotos am Bügel.
Da wir ja nun schon wieder T-Shirt-Wetter haben, sieht man mich aktuell auch in allen Farben. Allerdings habe ich die auch den gesamten Winter als Unterziehshirts getragen. T-Shirts gehen halt immer, daher wird es auch nicht bei diesen 9 Shirts bleiben 😉
Die Dawn Jeans von Megan Nielsen
In meinem letzten Blogpost habe ich überstolz von meiner allerersten Jeans berichtet (die Morgan Jeans von Closet Core Patterns). Die Dawn die ich heute zeige war zeitgleich in der Planung, denn ich konnte mich wochenlang nicht entscheiden welche der beiden Schnitte ich nähen möchte. Es sollte auf jeden Fall eine Jeans ohne Stretch sein, daher gab es dieses Kopf an Kopf Rennen.
Ansonsten haben die beiden Schnitte aber nicht viel gemeinsam. Die Dawn ist eine high waist Jeans, während die Morgan nur hüfthoch sitzt. Dadurch waren auch ganz andere Anpassungen notwendig.
Für die Dawn habe ich einen 10 oz leichten, schwarzen Denim von mind the Maker verwendet. Mein Ziel war eine schlichte, schicke, enganliegende Jeans die zu möglichst vielen schickeren Oberteilen kombiniert werden kann. Ganz anders also als meine lässige, locker sitzende Waldrunden-Morgan Jeans. Beide sind gedacht für Denim aus 100% Baumwolle und beide werden durch einen Button Fly geschlossen. Aber mehr Gemeinsamkeiten konnte ich tatsächlich nicht erkennen.
Anpassungen
Ich habe Größe 12 genäht. Bei der ersten Anprobe zeigte sich aber leider, dass ich gerade so in die Hose kam. Bewegen ging nicht mehr, den Button Fly hätte ich auch nicht zubekommen. An den Außennähten habe ich dann 0,8cm aus der NZ herausgelassen. Damit war es von der Weite her perfekt.
Der Po saß richtig gut. Ab Höhe des Yokes stand die Hose jedoch ab. Erst hatte ich mich gewundert, denn bei der Morgan war der Yoke super, nur der Bund stand ab. Aber nach kurzem Überlegen machte es viel Sinn, denn die Dawn ist deutlich höher geschnitten. Dort wo bei der Morgan der Bund saß, ist bei der Dawn der Yoke. In der Mittelnaht des Yokes habe ich abnäherförmig 1,5 cm abgenäht und war zufrieden mit dem Ergebnis.
Man könnte etwas kritischer auch noch weiter außen eine Anpassung vornehmen, denn mir ist aufgefallen, dass sie da leicht Falten schlägt (siehe Nr (1) auf dem nachfolgenden Foto) aber in der Yoke-Mitte war die Anpassung nötiger und sehr erfolgreich (siehe Nr (2) auf dem nachfolgenden Foto), von daher bin ich bereits sehr zufrieden. Leider habe ich kein Vorher-Foto.
Die Länge
Ich bin nur 169 cm groß, habe aber trotzdem vorsichtshalber die längste Länge zugeschnitten, dann aber wieder 3 cm gekürzt.
Die Potaschen
Die Stickereien für die Morgan-Potaschen und die Dawn-Potaschen habe ich zusammen vorbereitet. Von den Bergen für die Morgan hab ich dann ja doch nur eine Tasche verwendet. Und von der Dawn… am Ende keine!
Aber mal von vorne: Zusätzlich zu den bestickten Dawn-Taschen (diese Stickdatei habe ich verwendet) habe ich auch noch schlichte Taschen vorbereitet. Der Grund: Die Positionierung der Potaschen musste für die Dawn ja erst noch bestimmt werden und das geht deutlich einfacher mit neutralen Taschen. Wie auch schon für Morgan hab ich dann auch für die Dawn die Taschen weiter nach innen versetzt. Die schlichten Taschen habe ich dann aber wieder abgetrennt und die Taschen mit den Raben-Stickscheren lieber auch erstmal nur geheftet. Ich war nämlich plötzlich nicht mehr mutig genug für die Taschen. Die Stickerei kam mir plötzlich viel größer und wuchtiger vor, jetzt wo ich sie auf der Hose sah. Ich habe hin und her überlegt, ob ich es so lassen sollte. Ich kam aber zu keinem Ergebnis, daher habe ich die ganze Hose geheftet, damit ich es beurteilen kann wenn ich sie anhabe. Leider hat auch das nur bedingt geholfen. Ich fand die Stickereien zu groß, aber wirklich schön. Daher konnte ich mich immer noch nicht entscheiden, ob ich sie dran lasse oder nicht. Zur Entscheidungshilfe habe ich das Ergebnis fotografiert und zusammen mit der Variante ohne Stickerei in einer Instagram Story gezeigt um dort abstimmen zu lassen. Ich habe derweil erstmal eine kleine Nähpause gemacht.
Die Mehrheit war dann eindeutig dafür, dass ich die schlichteren Taschen verwende und so habe ich es dann gemacht.
Und ich muss zugeben: Ich bin jetzt recht froh drum, weil die schlichten Taschen einfach gut zur (gewollt) schlichten Jeans passen:
Die Knöpfe
Ich habe noch einige ungeliebte Standardjeansknöpfe, die ich noch verwenden möchte, solange ich das Jeans nähen noch übe. Hier habe ich Prym Knöpfe verwendet die irgendwie einen rotbraun-Stich haben. Für den sichtbaren Außenknopf durfte es gerne etwas schicker sein und besser zur schlichten, schwarzen Jeans passen. Ich hab einen schwarzen Knopf aus einem Komplett-Set verwendet. Und obwohl wir das Originalzubehör verwendet haben und die Anleitung aus dem Set, wurden gleich 2 Knöpfe verbogen 🙁 Sehr ärgerlich. Also hab ich schlussendlich doch wieder einen Knopf von Blackbird fabrics verwendet, den ich mir eigentlich aufsparen wollte. Leider ist dieser 2mm kleiner als der ursprünglich geplante und mein Knopfloch entsprechend leicht zu groß. Ich hoffe die Hose bleibt bei allen Bewegungen geschlossen.
Nieten
ich habe schlichte schwarze Nieten verwendet, aber wieder nur vorne.
Am Coin Pocket habe ich mit 3 verschiedenen Garnfarben abgesteppt. Diesmal mit Denim Doc von Amann. Das Ergebnis ist total enttäuschend. Erstens musste ich den 3-Fach-Geradstich nehmen, damit man die Absteppung überhaupt sieht. Zweitens sind alle 3 Reihen aus dem gleichen Garn (nur eben in einer anderen Farbe) und jede Reihe sieht anders aus. Ich bleibe dann wohl zukünftig beim Gütermann Denim Garn, mit dem ich zum Glück alle restlichen Absteppnähte gemacht habe.
Das Label
ich habe wieder das Label vom Jeanswochenende verwendet. Da die Jeans vor diesem / für dieses Wochenende mitgeplant wurde, zählt das noch 😉
Das Innenleben
Diesen Patchworkstoff mit den knalligen Garnrollen hab ich glaub ich vor vielen Jahren mal auf einer Messe gekauft. Nur ein recht kleines Stück. Für die Taschen (wieder mit französischen Nähten genäht) hat er endlich eine schöne Verwendung gefunden.
Ein Hoch auf die Taschengröße und Taschenform der Dawn. Deutlich praktischer als die Minitaschen für die Morgan!!
Erst hatten mich die kleinen Taschen bei der Morgan nicht gestört, da ich mir eh nichts in die Vordertaschen stecke. Aber man kann nicht mal die Hände reinstecken. Das stört mich tatsächlich. Hier also deutlich besser 🙂
Im Bund versteckt sich ein weiteres kleines, selbstgenähtes Label mit dem Namen des Schnittmusters.
Das Nähen
Auch diese Jeans durfte ich wieder in Gesellschaft nähen: Da auch Sabrina (Brina Sews) mit dem Gedanken spielte eine Dawn zu testen, haben wir uns (online) zusammen getan und ein Wochenende lang zusammen genäht.
Ihre Jeans wurde an diesem Wochenende auch fertig. Sie hat auch einen mind the Maker Denim verwendet in einem ziemlich coolen Blau und das Ergebnis gefällt mir sehr. Ihr könnt es auf ihrem Instagram Account sehen unter diesem Link
Das gemeinsame Nähen hat mir nicht nur Spaß gemacht, sondern mir auch wieder die nötige Motivation verschafft mich sofort an die notwendigen Anpassungen zu machen. Ich habe es zwar nicht geschafft meine Jeans an dem Wochenende fertig zu nähen, aber immerhin mit den Anpassungen war ich dann am Sonntag durch. Als ich in der Woche drauf abends alleine weitergenäht habe, musste ich die Jeans dann nur noch fertig nähen (Bund, Bund-Knopfloch, Saum, Knöpfe und Nieten anbringen).
Der Sitz / mein Fazit
Schon die allererste Anprobe hat mein Herz erfreut. Diese jeans sitzt wie eine zweite Haut. Aber ohne dabei zu eng zu sein. Ich kann sie anziehen ohne hüpfen oder zuppeln und sie fühlt sich exakt so an, als hätte sie MEINE Größe ❤
Es gibt aber auch einen Nachteil: Optisch mag ich es, dass sie eine high waist jeans ist und so weit oben sitzt. Es bringt aber leider auch deutliche Einschränkungen in der Bequemlichkeit mit sich: Wenn ich stehe und gehe ist alles tippi toppi. Wenn ich sitze überraschenderweise auch. Aber: Bei meinem ersten kompletten Probetragen habe ich gemerkt, dass der Bund mir wirklich immer sehr unangenehm in den Bauch drückte, wenn ich auf dem Sofa lag und von dort wieder hochkommen wollte. Da bremste der Bund mich sofort unangenehm aus und drückte in den Bauch.
Zu ihrer Verteidigung muss man aber auch sagen, dass sie auch nicht für Sofatage genäht wurde. Sie sollte keine bequeme Jeans werden die alles mitmacht und super bequem ist (Stichwort Morgan Jeans), sondern eben eine für „schick“. Und bei schickeren Anlässen liege ich ja eh nicht auf dem Sofa rum.
Der Body
Weil es sich schon für die letzten Jeans-Beurteilungs-Fotos bewährt hat, hab ich wieder einen schnellen Nettie-Body genäht. Bevor ich weitere nähe, muss ich aber erstmal abwarten wie die sich in meinem Alltag machen.
Meine Dawn darf heute beim Me Made Mittwoch teilnehmen. Ich bin gespannt wer dort schon alles Jeans genäht hat und würde mich auch über Erfahrungen mit der Dawn freuen!
Die erste Jeans: Morgan Jeans (und Nettie Body) von CCP
Die erste Jeans
Ich habe endlich eine Jeans genäht!!
Es gibt keine wirklich guten Gründe dafür warum ich das immer vor mir hergeschoben habe… Ich wollte das wirklich seit Jahren, hatte aber immer eine Mischung aus Respekt und Scheu. Zu groß sicher der Aufwand. Also nicht das Nähen an sich. Lange Nähprozesse halten mich nicht ab, da wähle ich einfach nur den richtigen Zeitpunkt. Es ging eher um das Anpassen. Weil das Jeans kaufen schon so ein Desaster bei mir ist, wird das Jeans nähen sicher nicht leichter, wenn man anscheinend keine Standardfigur hat. Nicht falsch verstehen, ich hadere nicht mit meiner Figur. Aber schmale Taille, breitere Hüfte und hoher Schritt sind anscheinend nicht vorgesehen in der Jeans-Industrie und entsprechend hab ich befürchtet das wird bei den Schnitten ähnlich sein und eine lange Anpass-Arie mit sich ziehen. Und für sowas habe ich einfach keine Geduld. Da gebe ich beim schnellsten Problem auf, frage nicht nach, lese nicht nach (trotz zahlreicher Nähbücher) und will und kann mich dem Problem irgendwie nicht widmen. Ich weiß dass andere Hobbynäherinnen dann erst richtig aufblühen. Ich mag den Gedanken daran schon nicht und brauche eine riesengroße Portion Motivation um mich dem zu widmen.
Und die Motivation hab ich dann bekommen: Ich hatte 20 Mitstreiterinnen die mit mir zusammen genäht haben. Und dann ging es plötzlich :
Das Jeanswochenende 2022 – Wie kam es dazu?
Während eines kleineren online-Nähtreffs kam gerade das Thema Jeans nähen auf und ich klagte ein wenig mein Leid, dass ich ja vor einem Jahr mal einen nicht so erfolgreichen Versuch gestartet habe und dann nach 2 unfertigen Jeans wieder aufgegeben habe. Von anderen Teilnehmerinnen des Nähtreffs wurde ich etwas motiviert das doch wieder in Angriff zu nehmen und es kamen auch die ersten Rückmeldungen, dass die anderen darauf ja auch mal wieder Lust hätten oder aber sich auch nicht trauen. Aber zusammen nähen, das wäre doch was! Und wie das so ist bei größeren, mehrtägigen (online) Nähtreffs: Mindestens eine muss es in Angriff nehmen, es planen, organisieren, andere einladen, einen Rahmen bieten…. Aber das musste ich zum Glück nicht alleine machen: Mit Hilfe von Jule, Dana und Muriel (alle Links führen zu den jeweiligen Instagram accounts) entstand dann sehr schnell das grobe Gerüst für das Jeanswochenende 2022.
Was als kleine Idee begann, wurde dann in den nächsten Wochen der Planung irgendwie ein Rundum-Sorglos-Paket mit vorangehendem Q&A und Checkliste zur Vorbereitung für alle Teilnehmerinnen. Dabei habe ich gemerkt, dass es auch mir nicht an Wissen mangelt, ich hatte ja jahrelang Zeit mir Jeans-Theoriewissen anzueignen 😉 Das hier bereits vorgestellte Buch war auch unglaublich hilfreich und zudem haben wir alle noch viel im Internet recherchiert, Schnitte zusammengetragen, Hilfestellung zur Vorbereitung gegeben, Probehosen analysiert usw. Dana konnte zudem ihr geballtes Wissen aus all ihren bisher genähten Jeans (Link zum Instagram-Beitrag) beitragen. Das war mega hilfreich. Sowohl für unser Q&A als auch beim eigentlichen Nähwochenende das vom 04.-06. März stattfand.
Hier ein kleiner Einblick was für tolle Jeans entstanden sind:
Genäht wurden
Ash, Dawn und Flint von Megan Nielsen; Lander Pants von True Bias; Ginger, Morgan und Sasha von Closet Core Patterns; Worker Trousers von The Modern Sewer; Merle Jeans von Mamili1910; Ames von Cashmerette; Jeans Nummer 1 und 3 von Pattydoo; Nolan von Seamwork; die Skinny Jeans von the couture und die Klassische Jeans von Müller und Sohn
Die Organisation
Und weil ich immer wieder höre „Ein gemeinsames Online-Nähwochenende mit dem Thema XY wäre auch mal toll“ erzähle ich einfach wie wir das organisiert haben. Denn wenn wir es können, kann es eigentlich jede 😉
- Eingeladen haben wir über Instagram-Stories
- Unsere interne Planung lief über Trello (hilft Projekte zu verwalten, auch mit mehreren Leuten; kostenlos)
und Signal (hier geht natürlich jeder beliebige Nachrichtendienst der Gruppenchats anbietet) - die Anmeldung zur Teilnahme lief über meinen WordPress-Blog (das kann man aber natürlich auch über Instagram oder Email koordinieren)
- und die Q&A Session sowie das eigentliche Nähwochenende lief über Zoom. (Der Zoom-Account zur reinen Teilnahme ist kostenlos; das Hosten von Meetings ist kostenpflichtig, man ist aber variabel über welchen Zeitraum man einen Pro-Account bucht)
Also, einfach mal machen, wenn die Idee erstmal rollt, fallen einem immer mehr Dinge für solche Wochenenden ein. Wie z.B…..
Unser Label
Neben all der Planung für unser Nähwochenende musste meine eigene Planung ja auch voranschreiten und ich musste mir überlegen wie meine Jeans aussehen soll: Schnitt, Stoff, Reißverschluss oder Knopfleiste, Label… Label?? Ich wollte schon gerne den typischen Kauf-Jeanslook den ein Label irgendwie komplett macht. Aber was nehme ich da? Die Recherche zu Kauf-Lederlabel war irgendwie mau und nicht nach meinem Geschmack. Und dann kam mir die Idee ein eigenes Label zu erstellen. Und warum dann nicht auch gleich (als Überraschung) für alle Teilnehmerinnen? Somit machte ich mich ans Werk und überlegte ein Design. Schlicht und dennoch ein bisschen kreativ. Und möglichst erkennbar eine Art Erinnerung an unser gemeinsames Wochenende. Und das kam dabei heraus:
Das Label habe ich mit Ledernadel und Topstitchgarn angenäht, das funktionierte sehr gut. Katrin hatte die Idee das Label nur oben und unten anzunähen, damit ein Gürtel hinter dem Label langlaufen kann, das Label also nicht vom Gürtel verdeckt wird. Sie verwarf die Idee wieder, weil ihr Gürtel breiter ist und das nicht passte. Meiner ist jedoch schmal genug und ich habe die tolle Idee übernommen.
Viel wichtiger jedoch: Ich kann meine Jeans auch ohne Gürtel tragen. Das war das eigentliche Ziel und das hat geklappt. Mehr dazu bei den Anpassungen….
Der Schnitt und die Vorbereitungen
Ich habe das Schnittmuster Morgan Jeans von Closet Core Patterns gewählt, weil ich den lockeren Sitz sehr toll finde und den „Boyfriend Stil“ sehr mag. Bei unserem Jeanswochenende war ich übrigens die einzige mit diesem Schnitt.
Meine Probehose habe ich aus Mangel an günstigem Probe-Denim vorab mit einem normalen Baumwollstoff genäht. Laut Maßtabelle hatte ich eine 10. Das war aber deutlich zu spack. Also habe ich eine weitere Probehose genäht in Größe 12 bei der ich die Hüfte auf Größe 14 gradiert habe. Das saß besser, wenn auch in der Taille deutlich zu weit. Für die eigentliche Jeans hab ich daher zur Taille hin auf Größe 10 verschmälert.
Mit dem Mix aus 10-12-14 habe ich den Denim dann vor dem Wochenende zugeschnitten.
Die Taschen
Und weil dann tatsächlich noch ein Tag Zeit war, bis es losging (die 3 Wochen davor war ich eher nur am Routieren – die Ruhe fühlte sich komisch an 😉 ) habe ich die Taschen schon mal vorbereitet. Auch hier fing die Überlegung der Potaschen-Designs schon Wochen vorher an. Unter anderem auch, weil das auch Teil der Präsentation innerhalb unseres Q&As war. Auf meinen Potaschen wollte ich gerne Berge haben. Ich wohne seit vielen Jahren im Schwarzwald und ich LIEBE den Schwarzwald und die Berge und überhaupt Wald an sich. So oft es geht (beinahe täglich) findet man mich im Wald und ich kann mich nie sattsehen an unseren schönen Landschaften und den Bergen und den Aussichten. Und ein wenig dieser Schwarzwaldliebe wollte ich gerne auf meiner Jeans haben.
Ich fand diese Stickdatei, konnte mit dem Spruch darauf aber nichts anfangen und habe sie mir entsprechend abgeändert. Auch für die Coin Pocket, so dass hier nur kleine Berge rausschauen. Auf der Potasche sollten Berge und Wald zu sehen sein. Die Potasche hatte ich gespiegelt eigentlich ein zweites Mal angefertigt. Aber nach Abstimmung mit den Teilnehmerinnen kam heraus, dass nur eine bestickte Tasche nicht so überladen wirkt.
Die Taschenposition hab ich übrigens auch verändert und ein wenig weiter nach innen versetzt, also näher zueinander.
Auch dafür war die Probehose praktisch, da fiel mir das schon auf, dass sie für mich zu weit außen sitzen. Es gibt viele tolle Vergleiche was der Sitz der Potaschen ausmacht. Unter anderem bei Closet Core Patterns und auch Pattydoo.
Beim Platzieren der Taschen geht man aber nicht nur nach der Vorlage auf dem Schnitt, denn wenn man die Innennähte absteppt, verschiebt sich die optische Mitte. Für das Auge ist nun die Mitte zwischen den beiden Absteppnähten, daher sollten auch die Potaschen entsprechend platziert werden. Sieht man oben auf dem Tragefoto besser, dass das ganz gut gelungen ist.
Statt Nieten habe ich hinten nur bartacks/Riegel gesetzt. Dann muss ich nicht aufpassen wo ich mich hinsetze oder anlehne. Ich bin sehr glücklich mit dem Ergebnis. Auch meine Nähte sind richtig gut geworden und der Vorgang des Topstitchings hatte irgendwie etwas beruhigendes und entschleunigendes für mich.
Ich habe aber zum Glück auch eine zweite Nähmaschine und so entfiel das ständige Umfädeln und Nadelwechseln:
Mit meiner großen Nähmaschine habe ich die Jeans zusammengenäht (mit normalem Garn und Jeansnadel).
Mit der Overlock habe ich versäubert.
Mit der kleinen Nähmaschine, Topstitchnadel und Topstitchgarn habe ich nur die die Topstitchnähte gemacht.
Ich musste also immer nur den Platz wechseln auf meiner kleinen „Nähmaschinenstraße“
Und Überhaupt war ich mit diesem mehrtägigen Projekt wieder mal froh dank Nähzimmer am Ende des Tages einfach nur die Tür zumachen zu müssen und alles liegen lassen zu können.
Das Innenleben
Obwohl ich ja eigentlich damit hätte zufrieden sein können, wenn meine erste Jeans überhaupt tragbar wird, hatte ich auch für das Innenleben großes vor… Ich wollte einen kreativen Innenstoff, aber auch eine möglichst schicke Versäuberung. Schon bei der Probehose hatten mich die Overlocknähte für den Button Fly und den Fly Shield gestört. Ich hatte mir daher schon Schrägband bereitgelegt.
Die Innentaschen habe ich aus einem kleinen Reststück meines Bernina-Stoffes genäht (der war vor Jahren sehr schwer zu bekommen). Die Taschenböden habe ich mit französischen Nähten genäht um auch hier wieder nicht auf Overlocknähte schauen zu müssen. Da ich bei Sabrina so eine wunderschöne, zu den Taschen passende, Schrägbandversäuberung gesehen habe (schaut mal hier bei Instagram – Bild 6 – und überhaupt ein KNALLER Ergebnis!! ihre Jeans), hab ich mir die letzten Reste meines Innenstoffes noch mal vorgenommen und konnte diese auch noch zu Schrägband verarbeiten. Jetzt bin ich noch glücklicher mit dem Ergebnis. Für manche ist das ja „eh nur innen“. Aber ich weiß, dass ich mich jedesmal, wenn ich in die Jeans steige über eben diese Kleinigkeiten freuen werde.
Die Knöpfe
Es gibt ja eigentlich bei jeder Jeans die Wahl Reißverschluss oder Knopfleiste zu wählen. Eine Knopfleiste habe ich noch nie genäht und ich fand es auch sehr passend zum lässigen Boyfriend Look. Daher wurden es die Knöpfe. Meine Mitstreiterinnen wissen schon, dass ich die hier gängigen Stern-und-Lorbeerkranz-Designs eigentlich nicht mag. Aber hier wollte ich dann doch auf Nummer Sicher gehen und für meine erste Jeans nicht gleich die besonderen Knöpfe verwenden die ich bei Blackbird Fabric geordert habe.

Dass ich mit dem Boyfriend Look auch den Hosenumschlag übernehmen werde war mir auch von vornherein klar, daher habe ich die Seitennähte nicht wie in der Anleitung beschrieben zusammen versäubert sondern auseinandergebügelt. Ich habe die Nähte getrennt mit der Overlock versäubert und den unteren Teil noch einzeln mit Schrägband eingefasst. Von diesem schönen Ockerton hatte ich leider nur noch wenig im Vorrat, daher habe ich bei der Versäuberung der Innennähte ein schlichtes Blau gewählt. (Ebenfalls nur im unteren, sichtbaren Bereich).
Diese ganze Mühe vorab und jedes einzelne Detail das ich eingefügt habe, hätte auch nach hinten losgehen können. Ich hatte keine Garantie dafür, dass die Jeans passen wird. Aber irgendwie hat mir der ganze Aufwand bei der Vorbereitung und bei der Verarbeitung geholfen auch bei den Anpassungen am Ball zu bleiben.
Die Anpassungen
In der Regel kann eine Vorderhose schon komplett fertig gestellt werden. Der Yoke der Hinterhose wird erstmal nur geheftet, auch das Zusammennähen der Vorder- und Hinterhose erfolgt per Heftnähte und auch der Bund. Damit kann man den Sitz dann erstmal überprüfen und schauen was geändert werden muss. Meine Anprobe zeigte: Ich hatte vorne auf Button Fly-Höhe zu viel Stoff. Wir haben uns beim Jeanswochenende gegenseitig bei den Anpassungen geholfen und es gab diverse Ansätze dies zu verbessern:
Verkleinern der Schrittkurve
Das ging leider nach hinten los. Das Ergebnis waren ganz fiese vertikale Falten. Und leider war es auch nicht so leicht diese Änderung wieder rückgängig zu machen, denn der gesamte Button Fly war schon fertig, inklusive Topstitching obenauf und da war ich dann leider das erste Mal richtig verzweifelt, weil ich mir die Hose damit fast versaut hätte. Und ganz ehrlich… hätte ich alleine genäht, wäre die Wahrscheinlichkeit groß, dass ich an dieser Stelle super frustriert aufgehört hätte. Aber am gemeinsamen Jeanswochenende war Aufgeben keine Option und so kämpfte ich mich durch, brachte die Hose wieder auf ihren Ursprungszustand und versuchte die nächste Option:
Eine kleinere Größe wählen
Auf die Idee bin ich selber nicht gekommen, denn rechts und links außen an meiner Hüfte saß die Jeans super. Als ich da dann aber doch ein wenig Stoff weggezogen habe, sah ich auch, wie sich das Problem in der Mitte verkleinerte… Also nächster Versuch: Die Gradierung auf Hüfthöhe von 12 auf 14 habe ich rückgängig gemacht. Aber erstmal nur zur Probe: Auf dem Schnitt eingezeichnet, aber noch nichts weggeschnitten und ebenso auf der Hose. Neu geheftet, neu anprobiert… und siehe da: Problem erledigt 🙂
Kommen wir zu den nächsten beiden Problemen die bei der Anprobe zum Vorschein kamen:
Die Höhe der Hinterhose
Wenn ich mich hingesetzt habe, saß die Hose schon recht weit unten.. Noch kein Bauarbeiterdekolletee, aber halt schon kurz davor. Länge konnte ich der Hinterhose ja jetzt nicht mehr verpassen. Daher habe ich versucht ein bisschen Länge aus dem Yoke rauszuholen indem ich diesen wieder aufgetrennt habe und mit weniger NZ angenäht habe. Das Ergebnis war aber ein bolleriger Yoke (ein wenig sah es nach Pampers-Hintern aus), daher habe ich das rückgängig gemacht und muss bei dieser Hose mit der Länge leben. Für die nächste Morgan Jeans habe ich den Hinterhosenschnitt bereits verlängert (also den Schnitt keilförmig aufgeklappt). Bin schon gespannt ob die Änderung erfolgreich ist. Das werde ich aber erst in ein paar Wochen oder Monaten sehen, vorher ist keine weitere Morgan geplant. Damit nehme ich aber immerhin schon vorweg, dass eine weitere geplant ist 🙂
Die Taille / das Waistband
Hier hatte ich bereits eine Größe kleiner gewählt als für den Rest der Hose, denn das „Problem“ größere Hüfte, schmalere Taille ist ja bekannt.
Das war aber noch nicht ausreichend – das Waistband stand arg nach hinten ab. Man sieht evtl auf dem nachfolgenden Bild in der Seitansicht ganz links, dass ich kein besonders großes Hohlkreuz habe (das ist oft die erste Vermutung anderer, wenn ich von dem Abstehen berichte). In meinem Fall ist einfach das Verhältnis von Taille zu Hüfte zu groß.
Ich habe am Waistband zur Probe mal 3 Abnäher gesteckt: Jeweils rechts und links auf Höhe der Seitennaht sowie einen in der hinteren Mitte. Das sah optisch schon mal gut aus. Also alles wieder auftrennen, Abnäher nähen, neu heften und überprüfen… Puuuh… Also anfangs hat mich das Vorgehen nicht gestört. Aber nachdem ich ja wirklich einige Änderungen getestet und wieder verworfen hatte, kam ich wieder an einen Punkt an dem ich mich ganz schön durchbeißen musste. Auch hier geht wieder ein Dank dafür raus, dass ich nicht alleine war. Ich wurde zwar in dieser Zeit weniger kommunikativ, aber ich habe mich durchgebissen. Das Ergebnis wurde übrigens ganz schön gut. Die Hose sitz nun perfekt an und ich benötige keinen Gürtel. Auch bei einem längeren Spaziergang schon getestet! Hier die Beweis-Bilder 😉
Hinten / am Bild ganz rechts sieht man, dass das Waistband durch die 3 Abnäher und etwas eckig verläuft. Auf dem Schnitt hab ich das bereits angepasst: Abnäher in den Schnitt übertragen und die jeweiligen Stellen wieder abgerundet. Also auch wieder ein Grund noch eine Morgan zu nähen um den Vergleich zu sehen!
Der Stoff
Ich habe einen Denim ohne Stretch, also 100% Baumwolle gewählt. Ich kann es nicht beschwören, glaub aber er ist von Fabworks.uk. Ich habe ihn allerdings schon lange vor dem Brexit bestellt und es gibt ihn dort auch nicht mehr.
Eigentlich ist Blau schon lange nicht mehr meine Farbe und ich wollte auch keine blaue Jeans haben / nähen. Aber da es sich hier um einen Stoff aus meinem Bestand handelt, noch dazu um einen wirklich hochwertigen, wäre es ja schade gewesen ihn nicht zu vernähen. Und gerade für die erste Jeans wollte ich eh keinen Lieblingsstoff (mit Lieblingsfarbe) nehmen, also ja eigentlich passend. Und auch wenn ich kein Blau-Fan mehr bin: ich liebe die Schraffur dieses Stoffes… Ich weiß nicht wie man das nennt, aber schaut mal weiter oben bei den Detailbildern, da sieht man, dass er irgendwie nach typischer Arbeiterjeans aussieht. Ich trage zwar hier auf fast allen Bildern ein ein blaues Oberteil (dazu gleich mehr), aber wenn ich das Jeansblau mit meinen Farben kombiniere (unten rechts), dann gefällt sie mir gleich noch mal besser:
Abschließend bleibt mir nur noch zu sagen: Ich habe eine Jeans genäht!! Ich habe eine Jeans genäht!! Ich habe eine Jeans genäht!! Ja, da musste mein Mann auch durch. Mindestens 3 Tage lang hab ich ihn darüber mehrmals täglich fröhlich informiert. Ich weiß wirklich nicht wann ich das letzte Mal soooo stolz über ein selbstgenähtes Werk war.
Für mich war das Jeanswochenende ein voller Erfolg. Ohne hätte ich mich nie so gründlich vorbereitet (wochenlang!) – mit zusätzlich angeeignetem Wissen, aber auch mit Probehosen (ja, Mehrzahl..), Potaschenstickereien, eigenem Label etc.
Aber wahrscheinlich wäre ich auch wieder mal nicht am Ball geblieben. Daher noch mal ein großes Dankeschön an alle Teilnehmerinnen des Jeanswochnendes! Ich nehme übrigens auch noch ein dickes Paket Motivation mit in die weiteren Wochen: einen anderen Schnitt habe ich direkt zugeschnitten um ihn zusammen mit Sabrina zu nähen: Die Dawn von Megan Nielsen. Ich berichte dann wieder!
Der Body
Jetzt aber noch kurze Infos zum Body den ich trage:
Zugeschnitten habe ich ihn schon vor längerer Zeit – ist mindestens 2 Jahre her. Damals hab ich gezögert ihn zu nähen, da ich davon ausging, dass der Verschluss bestimmt kompliziert ist, und später dann weil die Farbe einfach nicht mehr zu mir und meiner übrigen Kleidung passte.
Als ich den anderen Jeanswochenend-Teilnehmerinnen meine gerade fertig gewordene Jeans zeigen wollte, hab ich zunächst schnelle Jeans-Fotos in meinem Nähzimmer gemacht. Damit der Sitz inklusive Bund besser beurteilt werden kann, hatte ich mir mein Langarmshirt in die Hose gesteckt. Aber trotz engerem Shirtschnitt, krabbelte das Shirt bei jeder Bewegung aus der Hose und ich wusste schon, dass ich für die „richtigen Fotos“ später irgendwas anders machen möchte, damit das nicht so doof aussieht. Und da fiel mir mein lange aufbewahrtes Ufo, der Nettie Body wieder ein. Einen Abend bevor mein Mann Zeit für die Fotos hatte, hab ich den schnell rausgekramt und angefangen ihn zu nähen.
Er näht sich recht schnell und unkompliziert. Beim Verschluss musste ich tatsächlich kurz in den Sew Along schauen, aber dann war auch der kein Problem.
Ich habe noch keine rechte Meinung zum Schnitt. Er ist sehr enganliegend, soll aber glaub ich so? Ich glaube der Brustbereich könnte eine Jersey-FBA vertragen, also eine ohne Abnäher. Denn gerade am Übergang Brust und Arm ist er doch sehr eng.
In der Kombination zur Hose fehlt mir optisch irgendwas…. Es wäre kein Outfit das ich so bewusst wählen würde.
Aber: er lenkt den Fokus auf die Jeans, die Passform lässt sich so wunderbar beurteilen, also hat er seinen Job für diesen Beitrag getan…
Ich bin in Gedanken nun schon wieder bei der nächsten Jeans, denn ich kann jetzt Jeans nähen!! 🙂 und das muss ausgenutzt werden!
(K)ein schnelles Projekt für zwischendurch: Das Farrow Dress in Karo-Flanell
Den Stoff für dieses Kleid habe ich entdeckt, als ich auf der Suche nach Flanell für mein (noch ausstehendes) Wanderkleid war. Hierfür suchte ich Karo-Flanell in warmen Tönen, was sich als sehr schwierig erwies. Auf einer amerikanischen Seite bin ich dann fündig geworden und habe die Serie „Mammooth Flannel“ von Robert Kaufmann entdeckt. Damit mein Wanderkleidstoff (in der Farbe „Rust“) nicht alleine reisen muss, habe ich noch diesen Gelb-Braunen Flanell sowie einen Olivgrünen aus der gleichen Serie mitbestellt. Von dem Olivgrün habe ich schon etwas für mein Probe-Wanderkleid aka Weihnachtskleid 2021 verwendet.
Da ich aber zwischen Weihnachtskleid (= Probewanderkleid) und Wanderkleid gerne noch ein (vermeintlich!) schnelleres Projekt nähen wollte, entschied ich mich für das Farrow Dress von Grainline Studio. Die Stoffmenge habe ich vorab der Anleitung entnommen. Was ich leider nicht bedacht habe: Bei der Stoffmenge wurde natürlich nicht bedacht, dass Musterstoff natürlich deutlich mehr Stoff schluckt, vor allem wenn gewünscht ist, dass das Muster passt.
Und was ich auch nicht bedacht habe: Wenn ich für das Farrow Dress einen Karostoff verwende und mich kurzfristig entschließe, dass es natürlich noch toller wäre, wenn die Karos überall aufeinandertreffen, ist es kein schnellesProjekt mehr 🙂 Das war aber nicht so schlimm, denn es hat dennoch Spaß gemacht, hat nur einfach doch wesentlich länger gedauert:
Zuerst die Planung wie die (teils komischen) Schnitteile ausgeschnitten werden müssen, damit später die Karos aufeinander treffen. Und natürlich konnte ich die Schnittteile nicht doppelt gelegt ausschneiden, sondern schön sorgfältig einzeln und das gespiegelte indem ich den zuvor ausgeschnittenen Stoff drüber gelegt habe, nicht den Schnitt. Als nächstes, beim Nähen, habe ich auch wirklich jede Naht erst mit einem Heftstich genäht und noch mal korrigiert, wenn doch etwas leicht verrutschte und dann erst genäht. Die Mühe lohnte sich aber sehr und hier kann ich schon mal Spoilern und verraten, dass die Karos hervorragend ineinander übergehen.
Die Stoffknappheit blieb aber. Mit dem Aufeinandertreffen aller Karos reichte der Stoff eben nicht mehr und ich musste mir für das Schnittteil mit den klappbaren Taschen eine andere Lösung suchen und den Stoff nicht aus einem Stück schneiden sondern eben stückeln. Und obwohl man von außen nicht in die Taschen schauen kann, sehe ich es selber ja irgendwie doch und habe mir noch die Mühe gemacht, dass selbst der Stoff der innen landet an der Nahtstelle (die ebenfalls innen liegt) einen perfekten Übergang bekommt. Soviel zum „schnellen Projekt ohne Aufwand für zwischendurch“…
Die Übergänge passen aber nicht nur hier, sondern auch auch an den Seitennähten und hinten (wo die Rückseite des Kleides aus 2 Schnitteilen / 4 Stoffstücken besteht) hervorragend:
Und ebenso an den Taschen, die ja wie oben beschrieben nicht aufgesetzt werden sondern im Schnittteil enthalten sind und umgeklappt werden
Das finde ich ziemlich originell. Es gibt aber auch zwei Dinge am Schnitt, die gefallen mir nicht so gut:
Es hat etwas von großem, altmodischen Nachthemd von der Seite. Von vorne zum Glück nicht, und auch von hinten nicht. Aber hinten kommen wir trotzdem zum zweiten Problem:
Der Verschluss am Rücken:
Geschlossen wird das Kleid nämlich einzig nur durch ein Haken und eine Öse. Und das geht schneller wieder auf als ich gucken kann. Alleine beim (sehr kurzen) Fotoshooting hat mein Mann mir das 5 x wieder geschlossen. Beim Ausziehen verfing es sich leider auch noch schmerzlich in der Frisur… Ich werde es daher noch ersetzen gegen einen Knopf mitsamt recht enger Knopfschlinge.
Obwohl ich den Fall des Kleides von vorne deutlich schöner finde, fand ich bei der ersten Anprobe daheim vorm Spiegel, dass irgendwas fehlt. Nachdem ich farblich passende Leggings (und ein ebenso farblich passendes Langarmshirt zum Drunterziehen) genäht habe, und auch braune Stiefel dazu trage, gefällt es mir schon deutlich besser:
Aber so richtig rund finde ich es erst in Kombination Leggings + Stiefel + Schal. Wahrscheinlich gerade weil der Schnitt so weit fällt und dann alles etwas rustikaler wirkt. Ich finde das Outfit nun jedenfalls gerade für Waldspaziergänge sehr stimmig. Ich trage meinen 2019 gestrickten Boneyard Shawl von Stephen West dazu:
Und so schicke ich das Outfit heute zum Me Made Mittwoch 🙂
Macht es gut!
Hartley Sweatshirtjacke von Sew it now
Über Instagram bin ich vor kurzem auf das Russische Schnittmusterlabel „Sew it now“ aufmerksam geworden und mir gefallen sehr viele der Schnitte. Da ich aber erstmal schauen wollte wie Anleitung und Plot aufgebaut sind und ob ich wirklich mit diesem russischen Label zurecht kommen werde, hab ich mir erstmal einen Schnitt gekauft, den ich zur Not wahrscheinlich auch ohne Anleitung hinbekommen hätte: Eine Sweatshirtjacke mit Kapuze. Bei Sew it now heißt sie Толстовка Хартли. Online wurde mir das übersetzt in Hartley Sweatshirt, ich hoffe jetzt einfach mal, dass die Übersetzung und damit auch meine Überschrift stimmt. Wer es besser weiß darf sich gerne melden 🙂
Ich war sowieso gerade auf der Suche nach einer Sweatshirtjacke die „das gewisse Etwas hat“ und eben nicht so aussieht wie der Standard. Und da kam mir die Entdeckung gerade sehr gelegen.
Wie auch bei Grasser und Viki Sews kauft man auch bei Sew it now einen Eingrößenschnitt. Ich habe die russische Größe 44 gewählt und die Körpergröße 170cm.
Den Sweat habe ich extra für dieses Projekt bestellt: Es ist der „Bio Sweat gerauht“ in der Farbe Copper Marl von Lebenskleidung. Passend dazu habe ich in der gleichen Farbe das Bündchen bestellt: Bio Rib Copper Marl.
Den passenden Jersey hatte ich noch daheim, denn daraus hatte ich mal ein Langarmshirt genäht (eines meiner Lieblings-Shirts). Mein Reststück war noch groß genug für den Kapuzeninnenstoff.
Das Langarmshirt sieht man übrigens auf den Fotos noch hervorblitzen
Ich habe mir zuerst die Zeit genommen die Anleitung erstmal Punkt für Punkt zu übersetzen.
Leider hat die Übersetzung mit dem Webtranslator nur so mittelgut funktioniert. Oftmals habe ich durch die Bilder erkannt was gemacht werden soll. Leider sind die Bilder aber sehr klein. In den meisten Fällen reichte die Ansicht zwar, aber wenn ich doch mal versucht habe etwas sehr stark ranzuzoomen, erkannte ich stattdessen gar nichts mehr, da das PDF leider nicht optimiert erstellt wurde
Wenn in der Vergangenheit in „meiner Nähbubble“ über russische Schnittmuster gesprochen wurde, dann höre ich oft, dass nur den Bildern gefolgt wird, oder die Anleitung komplett außen vorgelassen wird, denn man weiß ja mittlerweile wie bestimmte Kleidungsstücke genäht werden. Das wäre in diesem Fall aber wirklich schade, denn es gab hier und dort kleine Tipps die ich wirklich gut fand und bisher nicht angewendet habe.
Vom Ergebnis und der Passform bin ich recht überrascht. Es ist irgendwie „boxy“ und ist deutlich kürzer und weiter als auf dem Titel der Anleitung. Auf dem Bild am Bügel sieht man das deutlicher als auf den Tragefotos. Es gefällt mir trotzdem, aber es ist eben nicht so wie erwartet.
Auch die Größe der Kapuze hätte ich so nicht erwartet. Die hat man auf dem Bild der Anleitung leider nicht gesehen. Nur auf der technischen Anleitung. Meine Kapuze liegt aber wahrscheinlich auch deutlich anders, weil ich da irgendwie nen riesen Fehler eingebaut habe. Und bis jetzt hab ich keine Ahnung wie und warum. Meine Kapuze geht nämlich nicht bis vorne zum Reißverschluss wie es eigentlich gedacht ist. sie hört deutlich weiter vorne auf. Da hätte ich auch noch so viel dehnen können, bis zum Belegende und Reißverschlussanfang hätte ich den Sweat niemals ziehen können, daher habe ich sie eben dort aufhören lassen wo es durch normales Stecken eben nun endete. Von vorne finde ich das Ergebnis sogar recht hübsch und ich glaub Wenn man es nicht weiß, fällt es gar nicht auf dass es so nicht gedacht ist.
Änderungen die ich eingefügt habe:
Beleg
Es gibt einen Beleg für Reißverschluss und Kragen. Das finde ich toll denn so sieht die Reißverschlussverarbeitung schön sauber aus. Das ist nicht bei allen Sweatjacken der Fall. Der Beleg wird aber einfach nur mit der Overlock versäubert. Ich wollte es aber noch schöner haben und habe ihn stattdessen mit Jerseyschrägband versäubert.
Aufhänger
Ich glaube ich werde die Jacke im Frühling öfter einfach mal schnell drüberziehen zum Spazieren gehen und könnte mir vorstellen, dass sie somit auch hin und wieder an der Garderobe landen wird. Daher habe ich einen Aufnäher eingearbeitet. Ich hatte Merinowolle die dem Farbton des Sweats recht ähnlich kam und habe den Aufnäher daher aus der Wolle geflochten.
Lederdetails
Der Aufnäher (Regenbogen) ist ein Kunstlederlabel von Alles für Selbermacher.
Und weil ich die Lederkombination farblich so schön passend zum Stoff fand, habe ich am Zipper auch noch einen Streifen Leder hinzugefügt
Die Jacke ist jetzt bereits schon ein neues Lieblingsteil!! Die Tragefotos aber auch die Zeit für den Blogbeitrag waren diesmal die größte Herausforderung. Aber die Motivation war hoch endlich mal wieder am Me Made Mittwoch teilzunehmen 🙂
Weihnachtskleid 2021 – Grasser 704
Mein Weihnachtskleid ist nicht pünktlich zu Heiligabend fertig geworden. Aber das musste es auch gar nicht. Das gemeinsame Nähen sollte für mich eher Ansporn sein überhaupt eine ungefähre Zeitvorgabe zu haben und nicht zu sehr rumzutrödeln. Das hat auch geklappt. Ich habe in der Zeit 13/4 Kleider genäht. Damit hab ich im Dezember ungewöhnlich viel Zeit an der Nähmaschine verbracht. Manchmal hatte ich ein wenig schlechtes Gewissen weil andere Dinge und Personen dafür zurückstecken mussten. Aber dennoch hat mir die Zeit für mich alleine auch gut getan.
Rückblick -Mein Vorhaben:
Ein Hemdblusenkleid mit Kragen, mit langen Ärmeln und Manschetten und mit weitem (gefüttertem) Rock sollte es werden. Tagelang(!) habe ich einen passenden Schnitt gesucht und mir am Ende einen zusammengebastelt. Hiervon berichtet mein Plan zum Teil 1 des Sew Alongs auf Instagram
Das Megan Nielsen „Matilda Dress“ mit der Ärmellänge und den Manschetten von Grasser #704.
Dass dieser Plan nicht aufging, hat der zweite Bericht auf Instagram gezeigt:
Mir gefiel wie das Oberteil saß und ich mochte die Brusttaschen. Nicht so stimmig war die Form der Ärmel. Die hatte ich ja selber verlängert, das lag also nicht am Schnitt. Was mir aber am Originalschnitt überhaupt nicht gefiel war die Rocktaschenlösung. Sie sahen nicht schön aus und hatten so wie sie waren keine Funktion. Wenn ich meine Hände in die Taschen steckte (oder etwas anderes), sah das wirklich furchtbar aus. Aber ich wollte ein praktisches Kleid nähen und die Taschen sollten keine nutzlose (nicht mal hübsche) Zierde sein. Der Rock war zu lang (was ich natürlich noch hätte ändern können) aber es fehlte mir auch Volumen im Rock. 
Ich war also einerseits zufrieden (Passform, Oberteil) aber dennoch war es nicht der Schnitt der mir vorschwebte und ich wollte ihn erstmal nicht zuende nähen.
Der eigentliche Plan – das Wanderkleid
Der Hauptgrund dafür war, dass dieses Weihnachtskleid eine tragbare Probe für ein geplantes „Wanderkleid“ werden sollte. Mein zukünftiges Wanderkleid möchte ich auch bei kälteren Temperaturen tragen (daher auch der Wunsch nach langen Ärmeln und hoch geschnittenem Kragen). Ein breiter Rock soll für viel Beinfreiheit sorgen und die Stoffwahl (es wird später Flanell) für die nötige Wärme und Gemütlichkeit. Es soll aber vor allem auch richtig hübsch sein. Oft ist Wanderkleidung ja nur praktisch. Da ich aber sehr viel spazierend und wandernd unterwegs bin, möchte ich nicht immer nur „praktisch“ rumlaufen, sondern eben praktisch UND hübsch gekleidet.
Mit diesem Plan im Hinterkopf konnte ich das erste Kleid erstmal nicht weiternähen und eine neue Lösung musste her.
Muriel fragte mich mehr als einmal warum ich nicht einfach das Kleid Grasser #704 als Basis nehme und alles ändere was der Schnitt nicht mitbringt. Ich hatte mich aber zunächst ein wenig gesperrt und geschaut, ob es nicht doch einen fertigen Schnitt gibt, der all meinen Anforderungen entspricht. Der Rock des Grasser-Kleides war lang und schmal geschnitten. Außerdem ist es ein Jeanskleid und ich dachte es hätte überall Kappnähte und ich müsste bei jedem Nähschritt umdenken. Das klang mir zu anstrengend und ich wollte lieber stur nach Anleitung nähen. Aber weil Muriel hartnäckig blieb und ich auch nach erneuter Suche nicht „meinen“ Schnitt fand, ließ ich mich überreden.
Die Stoffauswahl
Um nicht wieder 3 Meter Probestoff zu kaufen, musste etwas aus dem Bestand her und die Wahl fiel auf einen grauen Wollstoff der seit Jahren in der Schublade liegt, weil er eben grau ist 😉
Dann fiel mir auf, dass der grüne Robert Kaufmann Mammoth Flannel Olive (der eigentlich mal eine Weste füttern sollte) eine tolle Kombination zum Grau sein könnte. Er würde das Kleid spannender machen und ich hätte schon ein wenig Übung für das Wanderkleid, das ich ausschließlich aus Karoflanell (Robert Kaufmann Mammoth Flannel Rust) nähen werde.
Um sicherzugehen, dass die Stoffe wirklich gut harmonieren, hab ich mir zuvor die Zeit genommen das erstmal zu visualisieren. Das hat mir schon bei einigen Projekten vorab geholfen.
Die Karos
Ohne es zu merken, hab ich das Projekt damit dann doch deutlich aufwändiger gemacht als zuvor gewollt. Jedes Karo-Flanell-Detail musste nun exakt geplant werden: Wo soll welche Farbe und welcher Karo-Abschnitt auftauchen? Außerdem wollte ich natürlich alles exakt gespiegelt haben.
Ich hatte eine genaue Vorstellung im Kopf und musste dann schnell erkennen, dass das wieder mal nicht umsetzbar ist: Die Karos meines Stoffes sind sehr groß und ergeben somit einfach einen komplett anderen Effekt als kleine Karos. Die meisten Schnittteile waren einfach nicht groß genug, als dass die Karos sich überhaupt wiederholen würden. Das hat aber überraschenderweise meinen Ehrgeiz geweckt und noch bevor ich irgendwas vom Kleid zugeschnitten habe, hab ich mich an alle Karo-Schnittteile gemacht und ausschließlich diese umgesetzt:
Die hintere Passe

Eigentlich wird sie im Bruch zugeschnitten. Da ich aber unregelmäßige Karos habe, ist sie bei mir nicht im Bruch. Damit ich wirklich 2 exakt gleiche Teile habe, hab ich mir die Abschnitte auf Folie gezeichnet und die Farben dazu geschrieben. Besonders tückisch an meinem Stoff: es gibt 2 Dunkelgrün-Töne die sich sehr ähneln, aber eben nicht die gleichen sind… Durch die Folie konnte ich aber vor allem auch gut erkennen welches Muster überhaupt im Mittelpunkt stehen soll, wieviel von jeder Farbe später sichtbar sein wird, was davon in der Nahtzugabe verschwindet, welche Farben später aufeinander treffen usw. Die Methode hab ich dann für alle weiteren Karo-Schnittteile angewendet.
Die Cuffs

Das war mir besonders wichtig: Ich habe exakt geplant wo welche Karos nach dem Annähen und Falten landen werden, denn das ist ja ein Bereich, den ich selber immer sehe, wenn ich das Kleid trage
Damit hab ich auch recht viel Zeit verbracht. Am Ende sieht man nur einen schmalen Streifen Stoff. Aber dieser schmale Streifen sollte trotzdem ein Karo-Muster zeigen. Und wenn man in der gesamten Hobby-Nähkarriere erst 2 Ärmelschlitze genäht hat, muss man erstmal drüber nachdenken welcher Teil hiervon später der sichtbare ist 🙂
Aber zum Glück hatte ich a) eine super gute Anleitung und b) diese Ärmelschlitze mit eben dieser Anleitung ja gerade erst genäht und so ließ sich auch dieses Rätsel lösen.
Der hintere Kragensteg
Hier habe ich mir erst im späteren Verlauf überlegt, dass auch dieser Grün statt Grau werden soll.
Die Brusttaschen
Ebenso bei den Brusttaschen. Das Detail ist nur innen und nur ich sehe und weiß es. Aber es ist dennoch eine kleine Besonderheit über die ich mich freue
Die Änderungen für den Rock
Nachdem ich nun recht viel Aufwand für alle Karodetails betrieben habe (Aufwand der mir aber Spaß gemacht hat), hatte ich noch etwas Rest-Motivation übrig und hab mich als nächstes an die Rockänderungen gewagt. Da ich aber nur ungefähr wusste wie man ein Rockteil verbreitert, hab ich Muriel um Hilfe gebeten und wir haben das per FaceTime zusammen gemacht. Muriel hat mir u.a. Die Tipps gegeben die Abnäher rauszudrehen und auch die Taille wieder abzurunden. Denn ich habe sehr viel Volumen dazu gegeben und dadurch wurde die Taillenlinie doch sehr kantig. Die Länge habe ich außerdem um 24 cm gekürzt. Nach diesen Änderungen hab ich zunähst ein Proberock genäht um Länge und Volumen abschätzen zu können. Proberock ergab: Grünes Licht, die Änderungen waren erfolgreich 🙂
Die Anleitung für das Grasser Kleid #704
Die Anleitung ist auf Englisch und hat sehr viele Bilder. Die sind wirklich super hilfreich. An manchen Stellen hätte ich mir auch detailliertere Sätze gewünscht und musste ein wenig überlegen wie das wohl gemeint ist. Aber mit ein wenig überlegen kam ich dann doch immer drauf und habe mir noch den ein oder anderen Zusatz dazu geschrieben. Meist haben die vielen, guten Bilder meine Fragen geklärt und ich wusste dadurch wie was gemeint war.
Ein paar kleine Änderungen hab ich dennoch eingefügt:
Bei der Rückenpasse wird laut Anleitung die untere NZ umgebügelt und diese wird dann auf das Rückteil genäht. Ich habe stattdessen eine Innenpasse zugeschnitten und die Burritomethode angewandt.
Auch die Vorderpassen habe ich rechts auf rechts an das Vorderteil genäht.
Als der Kragen an der Reihe war, kam ich tatsächlich dauerhaft ins Stocken und hab mir eine andere Anleitung für eine Bluse zuhilfe genommen.
Da das Grasser Kleid #704 einen Jeansstoff vorsieht, werden alle Nähte mit Kontrastgarn doppelt abgesteppt. Ich habe jeweils nur eine Absteppnäht in der jeweiligen Stofffarbe gemacht.
Die Brusttaschen werden erst ganz am Schluss angenäht. Das macht schon Sinn, da beschrieben wird, dass man diese dann exakter auf der Brust platzieren kann, da das Kleid ja nun bereits probegetragen werden kann. Ich wollte aber nicht das gesamte (schwere) Wollkleid unter der Nähmaschine haben und habe die Brusttaschen bereits anhand der vorgeschlagenen Markierung befestigt, als ich das Vorderteil fertig hatte. Ich bin aber mit der Platzierung sehr zufrieden.
Aus den zuvor geänderten Rockteilen habe ich auch noch Futterteile zugeschnitten. Es ist mir eh ein Rätsel warum so viele Kleider – und Rockschnitte ohne Futter daher kommen. Aber gerade für meinen Wollstoff (und später Flannel) würde ich ohne glattes Futter sicher keine Freude am Kleid haben.
Die Gürtelschlaufen und das dazugehörige Taillenband hab ich weggelassen. Ich mag den Look mit dem Gürtel für das schmale, lange Originalkleid. Für mein kürzeres, voluminöses Kleid fand ich es allerdings nicht nötig.
Fazit
Am Nachmittag des 26. Dezembers war mein „Weihnachtskleid“ dann so gut wie fertig. Nur die Knopflöcher hatte ich noch nicht genäht, da ich noch keine Knöpfe hatte für diese neue Stoffkombination.
Mit langen Nadeln konnte ich das Kleid aber soweit schließen, dass eine Anprobe möglich war, die mich sehr glücklich gemacht hat: Das Kleid passte hervorragend und es gefiel mir unheimlich gut!!
Nur die Ärmel werde ich für die nächste Variante nach dem Schnitt ein wenig kürzen. Hier sieht man ganz gut, dass sie ein wenig zu lang sind:
Trotz kleiner notwendigen Änderungen habe ich nun erfolgreich den Schnitt gefunden mit dem ich mein Karo-Wanderkleid angehen kann und habe dazu noch ein tolles, tragbares Probekleid genäht, das sich auch nicht verstecken muss
Die Knöpfe hab ich online gefunden: Knapsack von Merchant and Mills. Da mir vor Ort kein Geschäft bekannt ist, das diese (oder vergleichbar hübsche) Knöpfe führt, bin ich das Risiko eingegangen und hab die erforderliche Menge online bestellt ohne sicher zu sein ob die Farbe passt. Aber auch ohne sicher zu sein, ob sie rechtzeitig zum Schließen der WKSA Linkliste ankommen. Das hat leider nicht geklappt. Da ich das Kleid aber dennoch gerne zeigen und verlinken wollte, habe ich zunächst vorläufige Tragefotos online gestellt, bei dem ich die Knopfleiste nochmal durch Nadeln geschlossen hielt 😉
Die Knopfleiste war dann leider nicht ganz ohne: Obwohl ich sie mit Vlieseline verstärkt habe, verzog sich der Wollstoff einfach total. Die Knopflöcher wurden damit leider nicht gleichmäßig. Also weder die Knopflöcher selber noch die Position, obwohl ich eine Knopflochtransporthilfe verwendet habe. Ein Wollstoff ist eben doch kein perfekter Kleiderstoff… Aber gut, es ist eben doch nur das „Probekleid“, somit kann ich mit kleinen Schönheitsfehlern leben.
Ich freue mich schon auf das Nähen des „richtigen“ Wanderkleides aus Flanell.
Nun stöbere ich erstmal durch alle anderen Beiträge des Weihnachtskleid Sew Alongs 2021.
Vielen Dank für die Organisation!
Softshelljacke Susan von Pattydoo als Fahrradjacke
Werbung: Im Blogbeitrag werden Produkte, Schnittmusterhersteller und Stoffquellen genannt sowie Accounts verlinkt. Alles ist selbst gekauft.
Für diesen Blogpost habe ich sehr viele Fotos geschossen, an unterschiedlichen Tagen, zu unterschiedlichen Tagesszeiten. Normalerweise hole ich die tatsächliche Farbe gerne mal nachträglich aus dem Bildbearbeitungsprogramm, wenn die Lichtsituation einfach nicht die richtige Farbe darstellen wollte. Dieses Mal sind es einfach zu viele Fotos, weshalb ihr die unterschiedlichsten Gelb-, Senf-, und Curytöne zu sehen bekommt in diesem Beitrag. Weil mich selber bei sowas immer brennend interessiert, wie denn nun eigentlich der Stoff aussieht, zeige ich es jetzt 1 x am Anfang:
DIESES ist der ungefähre Farbton der Stoffe 🙂
Diese Jacke lag fast ein Jahr lang dreiviertelfertig unberührt rum… Für die AnNäherung Süd im November 2019 sollte sie mein Wochenendprojekt werden, wurde dort aber leider nicht fertig.
Mein kürzlich genähtes Kalleshirt, das ebenso ein lang gehütetes UFO war, war der Anstoß, dass ich nun diese Jacke wieder hervorgekramt habe. Das Kalleshirt hatte nämlich einen ganz ganz schweren Start, einen ebenso holprigen Nähverlauf und wurde dann …… wunderschön 😀 Noch beflügelt von diesem Erfolgserlebnis, hab ich ein paar Tage später gleich mal geschaut, ob ich noch mehr zugeschnittene oder angefangene schwierige Fälle im Schrank habe.
Nicht im Schrank, aber seit 1 Jahr auf einem Stuhl rumlungernd (räusper..) schaute meine Softshelljacke „Susan“ von Pattydoo mich recht vorwurfsvoll an. Ich hatte letztes Jahr tatsächlich direkt nach dem Nähwochenende gleich weitergemacht und die Ärmelbündchen angenäht, den unteren Ärmel danach gebügelt – und mir damit leider den Stoff versaut 🙁 Bei der AnNäherung standen 3 Bügelstationen und 2 davon konnte ich bedenkenlos verwenden. Ein anderes (älteres, günstigeres…) Bügeleisen hinterließ unschöne Glanzspuren auf dem Stoff. Aber das war nicht schlimm, das hatte ich entweder an einem Probestück entdeckt, oder an einer Stelle die man nicht mehr sieht. Für das restliche Wochenende wusste ich dann welches Bügeleisen ich zu meiden hatte. Insgesamt war mein Softshell recht pflegeleicht, ich hatte mit einer insgesamt sehr aufwändigen Verarbeitung und Handhabung gerechnet, auch beim Nähen selber. Aber nö… Nachdem ich also den kompletten Rest der Jacke problemlos bügeln konnte, hatte ich daheim leider nicht mehr dran gedacht aufzupassen und hab mir mit meinem eigenen 08/15-Bügeleisen direkt eine sehr sichtbare Stelle am Ärmel versaut.

Dies ist die Stelle mit dem Bügeleisen. Mit etwas Abstand kann ich sagen: Schwamm drüber. Man sieht es je nach Lichteinfall mal wenig, mal doller.
Ich war dermaßen deprimiert davon, dass ich das Projekt umgehend gestoppt habe. Zum Teil weil es einfach unfassbar frustrierend war, weil die Jacke nun schon so weit fortgeschritten war und dann denke ich nicht dran, nochmal eine Bügelprobe zu machen und „ruiniere“ sie mir auf den letzten Metern. Aber auch, weil damit der endgültige Entschluss feststand, dass ich endlich eine vernünftige Bügelstation anschaffen werde. Vorher wird die Jacke nicht weitergenäht. Seit Jahren war diese Anschaffung in Planung, aber wegen der Kosten und eigentlich auch weil ich mich nicht entscheiden konnte welche es denn werden sollte, hatte ich das immer vor mir hergeschoben. An Weihnachten zog dann ein besonders tolles und hübsches Exemplar bei mir ein: Eine Lelit Dampfbügelstation. Natallia hatte mir davon berichtet und damals sogar ihre Bügelstation zu einem Nähtreff bei mir mitgebracht, damit ich es mal testen konnte. Nun habe ich meine ja schon seit 10 Monaten und ich liebe sie sehr! Sie braucht etwas zum Aufheizen, aber dann bügelt sie besser, als alles was ich bisher testen durfte (auf diversen Nähtreffs)
Die Jacke hab ich dann aber trotzdem nicht weitergenäht, denn im Winter brauchte ich sie erstmal nicht. Im Frühjahr hätte ich sie ganz bestimmt täglich gebraucht, denn sie sollte mich auf lange Fahrradfahrten zur Arbeit begleiten….. Wenn da nicht Corona und Home Office dazwischen gekommen wären.
Aber die Fahrradfahrten sind ein gutes Stichwort, dann die waren der Grund diese Jacke zu nähen und exakt so zu planen. Die eigentliche Susan von Pattydoo ist recht schlicht:
Recht legere Form (am Rücken eher weit), normale Kapuze (mit Druckknöpfen abnehmbar), die Ärmelsäume und der Jackenbund werden einfach nur eingeschlagen.
Meine Radfahrten sind in der Regel recht lang. Entweder zur Arbeit (eine Strecke 30km) oder als Freizeitfahrt mit meinem Mann, dann gerne auch mal länger. Ich hatte mir im Frühjahr schon ein erstes Rad-Outfit genäht: Eine kurze Radhose mit Trägern und Sitzpolster und ein Shirt / Radtrikot. Im August folgte der passende Sport-BH (zeige ich im gleichen Beitrag als Nachtrag unten). Was ich aber noch brauchte, ist Kleidung für etwas üsseligeres Wetter = etwas kälter, evtl windig und vielleicht sogar mal regnerisch.
Eine lange Radhose hab ich gekauft. Das war eine langwierige Suche und es gab sie (für mich passend) ausschließlich in Schwarz. Allerdings hat sie sehr gute Reflektoren an den Waden, wie ich nun bei der Fotosession erfahren durfte 🙂 Die sind eigentlich Dunkelgrau, auf einem Foto weiter unten seht ihr sie hell leuchten)
Für eine Jacke speziell zum Radfahren wollte ich dies nicht wiederholen. Weder die lange Suche, noch das ständige Anprobieren und erstrecht nicht die dunkle Farbe. Und überhaupt hatte ich an die Jacke deutlich mehr Ansprüche:
- Winddicht und wenn möglich leicht wasserabweisend
- Ärmel durch die kein Wind fegt
- Schön eng anliegend, so dass sie sich nicht aufplustert im Fahrtwind
- Mit Kapuze (verstellbar, damit sie bei der Fahrt nicht vom Kopf weht)
- Unbedingt Taschen mit Reißverschluss, so dass nichts rausfällt während der Fahrt
- Je nach Wind und Wetter ggf. auch am Saum verstellbar / winddicht
- SICHTBAR!! Auf keinen Fall wollte ich Schwarz oder Dunkelblau. Gerade wenn man weiß, dass man teilweise in der Dämmerung fahren muss, ist das letzte das man braucht eine dunkle Jacke. Ich wollte gesehen werden. Von den Autofahrern, aber natürlich auch von Fußgängern oder anderen Radfahrern. Wenn möglich wollte ich irgendwelche Reflektoren an der Jacke haben, aber bitte keine kindlichen
- Und wenn ich dann noch einen Wunsch frei habe, dann wäre es natürlich toll, wenn die Jacke mir farblich auch noch richtig gut gefallen würde. (Das i-Tüpfelchen wäre dann noch ein Farbschema das mir sogar gut steht – hier hätte ich für Sportkleidung aber auch Abstriche machen können)
Mit dieser Liste an Kriterien nun in ein Fahrradgeschäft zu gehen, dürfte wenig erfolgreich werden. Also suchte ich nach einem Schnitt der diese Kriterien erfüllt. Aber eigentlich gab es keinen. Auch Susan nicht. Aber dann kam Simon. Die Männerversion dieser Jacke. Und die war schon um einiges durchdachter:
- Statt einfach umgeklappte Ärmelsäume gab es nun die Möglichkeit Bündchen einzunähen
- Die Kapuze wurde nicht an- und abgeknöpft, sondern mit einem Reißverschluss abnehmbar gemacht. Und das beste daran: Ist die Kapuze nicht dran, wird dieser Reißverschluss richtig ordentlich und unsichtbar verstaut. Das haben nicht mal alle Kauf-Softshelljacken!!
- Sowohl bei der Kapuze als auch beim Bund wurde eine Verstellmöglichkeit per Gummiband und Kordelstopper eingearbeitet
Damit hatte ich zwar noch immer nicht all meine Kriterien erfüllt, aber damit konnte ich arbeiten 🙂
Da es nach der Veröffentlichung von Simon erstmal einen großen Aufschrei gab von vielen Näherinnen die sich das auch für Susan gewünscht hätten, gab es relativ schnell danach ein „Add on“ für Susan.
Der Softshell
Mit der Stoffsuche hatte ich mich dann aber anfangs etwas schwer getan. Viele (sehr viele) Softshells haben innen Fleece. Das ist ganz toll, wenn man einfach eine kuschelige Jacke für Herbstspaziergänge sucht. Möchte man aber zusätzlich Sport darin machen, dann ist Fleece der letzte Stoff den man in einer solchen Jacke gebrauchen kann. Ich rase jetzt nicht jedes Mal zur Arbeit, aber alleine schon wegen der Fahrtlänge und der hügeligen Lage komme ich da schon irgendwann ins Schwitzen. Irgendwann fand ich zum Glück „Softshell uni – 3-Layer Outdoor in Senfgelb“ bei Snaply. Dieser Stoff ist trotz seiner 3 Lagen deutlich dünner als mit Fleece gefütterter Softshell, aber vor allem scheint er durch einen Mesh-artigen Innenstoff deutlich atmungsaktiver:
Und wie froh ich über die Farbe war, brauche ich wahrscheinlich nicht erwähnen!?
Der Reflektor-Plot und weitere Reflektoren
Ebenfalls bei Snaply habe ich Reflektorfolie zum Aufbügeln oder Plotten gekauft. Meine erste Idee – eine Reflektorpaspel zu verwenden – habe ich nämlich wieder verworfen, nachdem ich gemerkt habe wie steif die ist. Bei einigen Bildern mit vernähter Paspel hatte sich mein Verdacht verstärkt. Aber das war sowieso nicht die Optik die ich erreichen wollte. Ich wollte viel lieber ein großes „Bild“ auf dem Rücken um vor allem von Autofahrern gesehen zu werden, die sich von hinten annähern. Wie oft wird man mit viel zu wenig Abstand überholt!? Diese Überlegung brachte mich dann auch auf die Idee des Plots, den ich gerne selber erstellen wollte. (Und wenn ich sage ich, meine ich „mein Mann“ 😛 )
Kurz hatte ich überlegt einen Spruch auf dem Rücken anzubringen, der die Autofahrer dazu bewegen soll mich mit reichlich Abstand zu überholen. Aber erstens hat man solche Sprüche selber schnell „überlesen“ und zweitens würde das evtl das Gegenteil bewirken, da man als Autofahrer eher nah dran fahren müsste um den Spruch wirklich lesen zu können. Eher nicht gut!
So kam ich auf die Idee mit den Pfeilen. Sie bedeuten „Bitte Abstand halten und schön weit nach links fahren zum Überholen“. Und jetzt bitte nichts gegenteiliges sagen, ICH möchte mir gerne einreden, dass man das versteht und dass es seinen Zweck erfüllen wird 😉
Mein Mann hatte dann das Vergnügen jeden einzelnen Pfeil nach meiner Ansage zu erstellen, vergrößern, verschieben… bis ich zufrieden war und das Bild aus meinem Kopf auf dem Bildschirm sichtbar war. Bevor es an die Jacke kam, haben wir natürlich einen kleinen Probeplott gemacht. Sicher ist sicher..
Ich mag das Ergebnis. Und definitiv erfüllt es den Zweck gesehen zu werden. Die Reflektoren leuchten sehr kräftig, wenn sie angestrahlt werden, sind aber ansonsten nicht so aufdringlich, das finde ich ebenfalls gut.
An der Kapuze hab ich noch einen kleinen Streifen Reflektorband angenäht. Dieses winzige Stück rechtfertigt kaum, dass ich es bestellt habe, aber bestimmt brauche ich es irgendwann noch mal für etwas anderes.
Ich wollte es ursprünglich auch unten leicht oberhalb der Ärmelsäume anbringen, aber:
Ziemlich zeitgleich mit dem Stoff habe ich auch die Reflektor-Bündchen von Albstoffe entdeckt. Da war die Planung meiner Zutaten für die Jacke gerade in der Hochphase und die Bündchen daher ziemlich schnell bestellt. Eigentlich hätte ich normalen Bündchenstoff in Curry da gehabt, aber erstens ist mein Jackenstoff Senfgelb, nicht Curry (ja, das macht einen großen Unterschied) und außerdem: Reflektorbündchen!! Die kommen wie gerufen für meine Fahrradjacke 😀
Leider war die Farbauswahl sehr beschränkt und das einzige das mir gefiel hatte zwar senfgelbe Streifen aber leider in der Kombination mit Jeansblau. Das passt eigentlich nicht gut zum restlichen Farbschema meiner Jacke. Ich hatte daher von Anfang an den Plan nur die weißen und gelben Streifen rausschauen zu lassen. Das Refklektorband ist insgesamt 8cm hoch und musste dafür um 1 cm gekürzt werden. Da ich bei meiner Probeversion aber gemerkt habe, dass Bündchen in Kombination mit Ärmel mit ausgestrecktem Arm die perfekte Länge haben, habe ich den Ärmel dafür um 1 cm verlängert. Ich habe vorher noch nie Armbündchen verwendet und fand die verwendete Methode aus dem Video beim Zuschauen komisch, aber nach dem Nähen wirklich gut.
Der Kragen
Bevor mir der Senfgelbe Outdoor-Softshell über den Weg lief, hatte ich für ein paar Sekunden mit dem Softshell von Hamburger Liebe geliebäugelt. Aber der war mir für eine ganze Jacke eine Spur zu „drüber“. Also zuviel Muster, zu viel bunt, vor allem zu viel Pink, und auch nicht erwachsen genug. Und überhaupt war er raus weil er innen Fleece hatte. Und das ausgerechnet in grellem Pink!! Aber dennoch hatte er was. Ich fand ihn trotzdem irgendwie schön. (Wahrscheinlich hat es einfach gereicht, dass die Farbe Curry enthalten war, da setzt es einfach aus bei mir und ich suche den KAUFEN-Knopf). Ich habe ihn aber vernünftigerweise nicht gekauft. Nachdem dann aber klar war, dass der Haupstoff Senfgelb wird, kam mir die Idee, dass ich doch eine winzig kleine Menge dieses Stoffes bestelle und sie irgendwo als kleines Detail kombiniere.
Gepasst hat es dann nur innen. Aber gerade dieses Detail mag ich nun.
Am Kragensteg verwendet Pattydoo die Innenseite aus Fleece, damit der Kragen schön kuschelig ist. Hier fand ich Pink aber zu extrem, mein Senfgelber Softshell ist innen nicht kuschelig, daher hab ich hier senfgelbem Sweat verwendet und mit Vlies verstärkt. Diese ganze Kombination – inklusive Schrägbandversäuberung und passendem Aufhänger plus Leder-Label gefällt mir nun richtig gut und ich freue mich richtig über die Innenansicht meiner Jacke!!
Die Taschen
Die Idee den Softshell auch noch mal für die Taschen zu verwenden kam mir erst später. Pattydoo verwendet laut Anleitung einfach nur dünnen Baumwollstoff als Taschenbeutel, wobei die schöne Seite nach innen kommt, damit man diese sieht wenn man die Taschen öffnet. Blöd dabei ist aber: viel öfter als die Innenseite der Taschen, sieht man doch die Innenseite der Jacke: Beim An- und Ausziehen, Aufhängen, rumliegen….. Und diese Taschenbeutel sind extrem groß und man schaut dann laut Anleitung leider auf die linke Stoffseite eines Baumwollstoffes. Das wollte ich unbedingt ändern und suchte lange nach einem Stoff der durchgehend bedruckt war. Als mir mein Hamburger Liebe-Softshell dann wieder in die Hände fiel, hab ich gemerkt, dass der eigentlich perfekt wäre. Okay, er ist dicker als ein Taschenbeutel üblich. Aber ich könnte innerhalb der RV-Tasche das flauschige Fleece verwenden (und ich bin mir sicher, bei Kälte werde ich mich mehr als einmal über diese Entscheidung freuen, wenn ich meine Hände in den Taschen vergrabe) und von außen wäre das Muster noch mal zu sehen.
Ich habe die Taschenbeutel aber noch weiter verändert. Statt sie nur mit der Overlock zu versäubern hab ich sie mit Schrägband eingefasst. Und genäht und angebracht hab ich die Taschenbeutel so, dass sie innen noch mal eine Art Innentasche ergeben. Dabei ist auch dort der glatte Musterstoff innen und außen zu sehen. Ich glaube das ist auch praktischer, da ich so auch noch Taschen habe, bei denen nichts am Fleece hängen bleibt.
An einer Innentasche hab ich übrigens ein Erinnerungsstück der AnNäherung untergebracht: Muriel hatte diesen tollen Fahrrad-Stoff dabei und ich habe ihn mir geborgt. Da ich ja schließlich eine Fahrradjacke nähe, wollte ich gerne ein kleines Detail als eine Art Label anbringen und habe mir dafür die Innentasche ausgesucht.
Während in der Anleitung bei der empfohlenen Stoffmenge (2,85m) gnadenlos übertrieben wurde (ich habe noch mehr als einen Meter übrig; habe aber mittlerweile Pläne für eine passende Fahrradtasche…), gab es bei dem Schrägband leider keine Mengenangabe und ich hatte viel zu wenig. Die ersten Nähte hatte ich noch damit eingefasst und dann sehr schnell gemerkt, dass es mir nicht für die ganze Jacke reichen wird. Da ich ja nicht daheim genäht habe, sondern auf der AnNäherung, hatte ich auch keinen Ersatz und habe ab da mit der Overlock versäubert. Meine Konen hatte ich zum Glück mit und ich durfte an die Overlock von Chrissy (link zu ihrem Instagramaccount), da ich selber nur meine Nähmaschine dabei hatte.
Die Kapuze
Hier freue ich mich nun doppelt, dass ich mit der Kapuze angefangen habe, denn hier sind mir die Einfassungen sehr wichtig. Das Innere der Kapuze sieht man öfter als das Innere der Jacke.
Chrissy hat mich aber noch ein weiteres Mal gerettet. Denn was ich ebenfalls bei der AnNäherung nicht mit hatte, waren Ösen und die entsprechende Zange. Erst als ich mit der Kapuze soweit fertig war und schon Gummikordel und Stopper in der Hand hatte, hab ich das Dilemma bemerkt. Chrissy hatte u.a. ein Hoodie als Projekt dabei und war entsprechend ausgerüstet. Puuuuh!! Die Ösen sind nun deutlich größer als benötigt für die schmale Gummikordel, aber ich war einfach froh, dass ich in der Anleitung weiter voranschreiten konnte und nicht mittendrin unterbrechen musste. Die Kapuze ist nun verstellbar und weht auch auf dem Fahrrad nicht so leicht vom Kopf 🙂
Die Unterbrechung war dann aber Samstag doch nötig, weil ich zwar einen langen Reißverschluss für die Jacke dabei hatte, aber keine kürzeren für die Taschen. Warum auch immer – ich glaub meine Jacke hatte einfach zu viele Details und Zutaten, so dass ich den Überblick verloren hatte, was ich schon besorgt und eingepackt habe. Aber hier half ein kurzer Abstecher in das örtliche Nähgeschäft, das die perfekten Reißverschlüsse da hatte und sie sogar auf die erforderliche Länge gekürzt hat. Da ich das Kürzen solcher robusten Reißverschlüsse hasse, war das ein richtiges Highlight für mich und ich konnte beruhigt weiternähen.
…nochmal der Kragen
Während die Kapuze für Jacke Susan ja nur mit Druckknöpfen angebracht wird, gibt es für Jacke Simon die Möglichkeit die Kapuze mit Reißverschluss und vorne zusätzlich 2 Druckknöpfen anzubringen. Das allein sieht für mich schon mal professioneller und schicker aus. Aber das coolste: Wird die Kapuze nicht getragen, kann der Reißverschluss an der Jacke einfach versteckt / eingeklappt werden. Und das sieht richtig gut aus!!
Der Rücken und die Passform
Ich hatte zuhause schon eine Probejacke genäht, worüber ich unfassbar froh bin, denn die Ursprungspassform war… naja….. Kastig…. Aber vor allem in Taillenhöhe im Rückenbereich war sie viel zu weit. Und weil sie nicht gleichmäßig zu weit war, sah das auch richtig komisch aus. Ich hatte daraufhin noch eine zweite Probejacke genäht und Weite aus den Seiten genommen. Aber auch das half nicht. Die war wirklich viiiel zu weit im Rücken. Eine Recherche brachte, dass sich ziemlich viele Näherinnen darüber beschwert hatten, zumindest bei der Damenjacke Susan. Viele haben es dadurch gelöst, dass sie eine Gummikordel eingearbeitet haben in der Taille. Aber irgendwie mag ich diesen Look bei Jacken nicht. Gebunden mit Gürtel (bei einem Trenchcoat oder so) ja, gerne! Aber gerafft durch Kordel oder Gummibänder: Nein… Auch als ich damals die Kelly Jacket nähen wollte, war ich gefühlt die einzige Näherin der geraden Version 😉 Ich wollte, dass Susan vorne ganz normal gerade verläuft und so bin ich auf die Idee gekommen nur im mittleren Rückenbereich ein breiteres Gummiband aufzunähen, dass das Problem lösen könnte. Ein Versuch mit der zweiten Probejacke ergab: Kann man machen! Von vorne sah alles normal aus, von hinten aber auch irgendwie gewollt. Bei der Probejacke habe ich das Gummi nachträglich angebracht, die Nähte der Seitenteile und des Rückenteils waren ja schon geschlossen und es war nur ein Test. Für die richtige Jacke habe ich das Gummi nur auf dem Rückenteil befestigt, so dass das Gummi in den Nahtzugaben verschwinden kann. Erst dann hab ich das Rückenteil mit den Seitenteilen verbunden.
Natürlich wäre es besser gewesen die Jacke professionell anzupassen, aber nachdem ich schon 2 Probejacken genäht habe, und die Jacke ja demnächst auf der AnNäherung nähen wollte, wollte ich die ewig lange Vorbereitungszeit nun auch irgendwann mal beenden und hab einfach nur noch schönes, passendes Gummiband aus dem Bestand gefischt 🙂
Und dieses Ergebnis sieht fast aus wie gewollt…
… aber von vorne ganz normal:
Das gemeinsame Näh-Wochendende verlief dann ohne weitere Pannen. Ich war gefühlt sehr langsam. Wie immer waren viele Teilnehmerinnen schon bei ihrem zweiten oder dritten Projekt. Aber ich hätte auch kaum mehr Details in die Jacke packen können… Das war schon okay so. Nur hatte ich doch gehofft am Ende – zur Präsentation fertig zu werden. Wurde ich nicht! Die Kapuze war fertig, das ganze Jackengerüst inkl. Taschen ebenso.
Nicht fertig waren: Saum, Ärmelbündchen (die hatte ich noch schnell mit wenigen Stichen angeheftet für die Präsentation), Reißverschluss und die Fertigstellung des Kragens. Außerdem waren die Armlöcher noch nicht mit Schrägband eingefasst, da mir dieses ja vor Ort ausgegangen ist.
Was auch nicht so ideal war für das Wochenende, war das Nähen nach einem Video. Dass Pattydoo ihre Anleitungen ausschließlich per Video rausbringt wird mich wahrscheinlich davon abhalten viele ihrer Schnitte zu nähen. Ja, bei kniffligen Stellen ist es schön zu sehen was sie da macht. Aber nicht bei einer kompletten Jacke. Ich hab das natürlich mit Kopfhörer gehört und hatte immer nur einen „Knopf im Ohr“, ich wollte ja weiterhin für alle ansprechbar sein. Und in der Regel schaut man kurz, näht dann weiter… das geht dann schon. Aber insgesamt ist man doch sehr viel damit beschäftigt an die richtige Stelle aus dem Video zu kommen und muss sich Teile davon immer und immer wieder anschauen. Lieber werfe ich noch mal einen flüchtigen Blick auf ein geschriebenes Wort oder eine Skizze. In der Anleitung gibt es zumindest die Arbeitschritte und den Verweis an welcher Stelle des Videos sie zu finden sind. Die Erklärung der Arbeitsschritte würden wahrscheinlich sogar ausreichen, wenn man die Jacke schon mal genäht hat. Sie ersetzen das Video ansonsten leider nicht.
Und das schlimmste ist ja: Es gibt für Simon (daraus brauchte ich die meisten Nähschritte) nicht etwa ein eigenes Video. Nur die Unterschiede sind dort erklärt. Für den Rest wird auf das Damenvideo verwiesen. Also springt man auch noch zwischen zwei Videos hin und her und muss koordinieren welche Schritte man nun aus welchem Video braucht… AAAH!! Ich hatte das zuhause minutiös studiert und komplett vorbereitet. Ich will nicht dran denken wie es ohne gewesen wäre.
Ich weiß, dass es deutlich aufwändiger gewesen wäre noch mal ein ganzes Video zu drehen. Aber die Jacke, die stellenweise im Simon-Video gezeigt wurde, wurde doch eh komplett genäht…? Und ich bin sowas von bereit deutlich mehr für solche Schnitte zu zahlen, wenn ich geschriebene und skizzierte Anleitungen bekomme, denen ich von Anfang bis Ende folgen kann ohne hin und her zu springen. Es fühlte sich mit dem Video zuhause aber nicht weniger anstrengend an.
Ich habe nun alles letzten Sonntag fertiggestellt. Nach fast einem Jahr Nähpause an der Jacke brauchte ich etwas um mich wieder in das Projekt reinzufinden. Aber dann kam schnell die Vorfreude, weil ich beim Nähen die ganze Zeit nur daran dachte wie unglaublich gut durchdacht meine Fahrradjacke ist 😀 Ich hab mich richtig doll auf sie gefreut und mich natürlich auch gefragt warum ich sie so lang hab liegen lassen.
Glatt lief es daheim aber leider nicht. Ich hatte letztes Jahr beim Abzeichnen des RV-Beleges einen Fehler gemacht und diesen deutlich zu kurz zugeschnitten. Ratet, wann ich es gemerkt habe? Als der Reißverschluss bereits (mühsam) auf die Beleglänge gekürzt und schon angenäht war. Da ist mir aufgefallen, dass beides zusammen nicht hoch bis zum Kragen geht, sondern lediglich bis zur Naht darunter. Die Aale zeigt, wo er eigentlich hätte landen sollen:
Ich hatte von unten angefangen zu stecken. Und da ich mit dem Anfang dann wirklich exakt bei einer Naht auftraf, hatte ich den Fehler zunächst gar nicht bemerkt. Bis ich mir auf eben dieser Höhe eine Markierung setzen sollte für die zweite RV-Hälfte und im Video sah, dass der gesamte Reißverschluss eigentlich bis hoch zum Kragen gehen müsste. Ja gut, macht Sinn… Stoff war immerhin noch genug da. Der gekürzte Reißverschluss war für diese Jacke nicht mehr zu gebrauchen und ich musste ich auf einen leicht anderen Farbton ausweichen. Zum Glück hatte ich damals zwei verschiedene Farben bestellt um zu prüfen welche besser passt. Und Überraschung – die nicht verwendete Farbe ist exakt die gleiche Farbe die ich für Kapuze und Taschen in Heidelberg nachgekauft habe. Nun passt alles wieder zusammen 🙂
Die Reißverschlusssuche hatte mich übrigens damals (während der Vorbereitungsphase / Zutatensuche) wahnsinnig gemacht!! In der Zutatenliste steht, ich brauche einen RV in der Länge von 70 cm. Danach habe ich UNENDLICH lang gesucht (ja, ich gebe zu, ich habe auch nicht grad nach einer Standardfarbe gesucht). Erst nach einer ewig langen Suche war ich erfolgreich. Und was muss ich dann bei meinen Videovorbereitungen sehen? Der RV wird gekürzt! Whaaat? Ich hätte also gar nicht diese spezielle Länge finden müssen?? Der kleine aber feine Hinweis in der Anleitung „70cm oder länger“ hätte mir da sehr viel Aufwand gespart.
Aber jut, aufregen half da auch nicht mehr, inzwischen ist auch das verdaut und die Jacke ist fertig und sie ist toll!
Der verstellbare Saum und die Kordelstopper
Hier sind zum Schluss noch Fotos vom verstellbaren Saum. Dass ich hier mit einem zweiten Schrägband arbeiten musste, stört mich gar nicht mehr. Ich finde, dass sowohl das gelb-karierte als auch das goldene sich sehr gut in der Jacke machen und gut zu den diversen Details der Jacke passen. Das gelbe passt super zum oberen Bereich, das goldene passt gut zu Reißverschluss, Kam Snap, Kordelstopper…
Dass der Kordelstopper, bzw die rausschauende Gummilitze noch befestigt wird und der Stopper somit auch nicht unterm Saum hervorblitzen kann, ist richtig clever gelöst. Das wird im Video der Männerjacke gezeigt. Die Tasche der Jacke Simon sind anders und die Kordel werden mit kleinen Schrägbandstücken innen an den Taschen befestigt. Bei meinen Taschen geht das nicht, daher hab ich sie hinter der Nahtzugabe der Seitenteile verschwinden lassen.
Wahrscheinlich war dies mein längster Blogbeitrag überhaupt, aber das Nähen war ja auch etwas aufwändiger diesmal. Aber noch viel länger waren die Vorbereitungen und die ganzen Besorgungen aller Zutaten, die Probeteile und Anpassungen, die Vorbereitungen wegen der Videos….
Übrigens: Bei aller Verzweiflung darüber, dass es die Anleitung nur als Video gibt und mich die Anwendung anstrengt – der INHALT IST KLASSE!! Also das Nähen der Jacke war damit tatsächlich ein Kinderspiel. Ich habe zwar einiges an der Jacke geändert und hinzugefügt, aber die Techniken und Nähschritte selber sind perfekt und führen zu wirklich tollen sauberen Ergebnissen und sind einfach leicht nachzunähen.
Bei der Passform rate ich deutlich zu Probeteilen, aber die Anleitung kann ich jedem empfehlen, egal ob NähanfängerIn oder fortgeschrittenen NäherInnen
Den Schnitt habe ich übrigens als Fertigschnitt gekauft. Im Leben würde ich keinen Jacken-A4-Schnitt selber drucken und kleben!!
Wer mag (oder plant die Jacke auch zu nähen) kann unten noch die Zusammenfassungen und all meine Änderungen im Überblick anschauen und findet auch die komplette Zutatenliste. Bei allen anderen verabschiede ich mich schon mal und freue mich auf den heutigen Me Made Mittwoch und die anderen Beiträge.
Schnitt: Softshelljacke Susan von Pattydoo; Plus Add ons:
Ärmelbündchen
Kapuze mit verstellbarer Weite; abnehmbar mit Reißverschluss und Druckknöpfen (statt nur Druckknöpfen)
Stehkragen mit Fach zum Verstauen des Kapuzen-Reißverschlusses
Saum mit verstellbarer Weite
Größe: 36, in der Taille zu 34 auslaufend. Zusätzlich am Rückenteil ein breites Gummiband auf Zug angenäht
Weitere Änderungen:
Taschenbeutel: mit Schrägband eingefasst, rechte Stoffseite außen sichtbar, auch als Innentasche verwendbar
Reflektoren angebracht: Plot am Rücken, Reflektorband am Mittelstück des Kapuzenstreifens; Reflektorbündchen
Zutaten:
Softshell uni – 3-Layer Outdoor in Senfgelb von Snaply (ausverkauft)
Softshell „Park Lane – Hampstead – Tropfen – Senfgelb/Pink“ von Hamburger Liebe (über Alles für Selbermacher)
Kampsnaps in der Farbe Bronze (war ein Set: Orange,Bronze,Grau) von Alles für Selbermacher
Kordelstopper von Alles für Selbermacher
Gummikordel „Ockerbraun“ von Alles für Selbermacher
Ösen von Chrissy 😉 und aus dem Bestand (Prym)
Reißverschlüsse: Kurze von TOKO Kurzwarenstoffe Heidelberg, lange von selbigem, aber vorher schon online bestellt
Beide Schrägbänder: örtliche Nähgeschäfte (weiß leider nicht mehr welche)
Refklektorfolie und Reflektorband von Snaply
Reflektorbündchen: Reflektor Safety Cuff – Taubenblau/Senfgelb/Weiß von Hamburger Liebe (über Alles für Selbermacher)
Plotmotiv Pfeile: selbst erstellt / eigene Datei
Breites Gummiband (für das Rückenteil) von See you at Six (über Studio Olive; Belgien)
Wie man sieht: Es steckt einiges drin in der Jacke und ich bin eigentlich froh darüber, dass ich pro Projekt NICHT Buch führe was da an Kosten zusammenkommt…. 😉
Hoodie Emilea von Schnittmuster Berlin
Werbung: Im Blogbeitrag werden Schnittmusterhersteller sowie ein weiterer Blog verlinkt und Stoffquellen genannt. Schnitt, Stoffe und Zubehör sind selbst gekauft.
Der Herbst ist endlich da Meine Lieblingsjahreszeit!! Und mit ihr kommt endlich die Zeit in der man sich in super bequeme Pullis kuscheln kann. Und besonders hohen Wohlfühlkuschelfaktor haben gemütliche Hoodies!
Genäht habe ich diesen tollen Hoodie aber schon im März, fotografiert hab ich ihn im Mai, genauer gesagt am 12. Mai. Das weiß ich deshalb so genau, weil ich ihn für diesen Tag für den Me Made May fotografiert hab. Und wo ich eh schon das Outfit des Tages fotografiert habe, hab ich noch ne Nahaufnahme und ein Bügelfoto für den Blog gemacht. Und dieser Blogbeitrag kommt jetzt eben etwas verspätet. Aber so kann ich zur Abwechslung mal einen Langzeit-Tragebericht geben:
Ich LIEBE diesen Hoodie. Er steht mir sehr gut, er hat optisch irgendwie was Besonderes und das gewisse Etwas, er ist absolut bequem, er passt ohne Anpassungen perfekt, der Stoff ist toll, er hat den perfekten Wohlfühlkuschelfaktor den ich oben bereits erwähnt habe und: jetzt endlich kann ich ihn nach einem sehr langen und seeehr heißen Sommer auch endlich wieder anziehen
Der Schnitt ist „Emilea“ von „Schnittmuster Berlin“. Aufgefallen ist er mir bei Instagram, auf dem Account von emilea.Berlin. Ich bin dann relativ schnell auf ihrem Blog und dem ausführlichen Beitrag gelandet und da war ich dann komplett überzeugt: Diesen Hoodie brauche ich! Ich hatte auch schnell einen ganz tollen Stoff dafür vorgesehen, aber da dieser sehr teuer ist (25€/Meter), wollte ich erstmal einen Probe-Pullover nähen. Da ich aber gar keinen Sweat mehr daheim hatte, musste ich tatsächlich Probesweat bestellen und dann sollte es natürlich möglichst ein schöner, tragbarer Probepullover werden. Nur bitte nicht ganz so teuer, falls die Passform eher nicht ideal ausfällt. 1,70m Stoff braucht man für meine Größe. Obwohl die Trennungen der Farben in der Anleitung vorgesehen sind, steht in der Anleitung leider nur die Gesamtmenge. Nicht wieviel Stoff ich von Farbe A und Farbe B benötige. Ich habe dann 1,20m der Farbe Rost und 1m Dunkelgrau bestellt. Gefunden habe ich den Bio-Sweat bei Siebenblau und hatte Glück, dass er zu der Zeit im Angebot warf für 14,90€/Meter. Waren plus Porto immer noch 38€ für ein Probepullover daher bin ich schon verdammt froh, dass alles gut ging und er vom Probepulli zum Lieblingspulli geworden ist.
Der Stoff erinnert wegen der Rückseite (nicht angeraut sondern Schlaufen) ein bisschen an French Terry.
Vom Grau hab ich noch übrig, beim Rost war ich dann froh über ein bisschen zuviel, denn den Ärmel und die Ärmeltaschen musste ich 2 x zuschneiden:
Das ist mein zweiter Minuspunkt an der (sonst guten / ausführlichen) Anleitung:
Es ist nicht ausreichend erklärt wie die Tasche auf den Ärmel kommt. Wenn ich mir Bilder von Emilea Berlin anschaue, dann sehen ihre Taschen super aus. Bei vielen anderen sind die Kanten offen. So hab ich die Anleitung ehrlich gesagt auch verstanden, dass die Taschen nur zugeschnitten und aufgenäht werden. Aber das Ergebnis sah echt bescheiden aus. Dann hab ich die Enden noch ein wenig kürzer geschnitten, mit dem Ergebnis, dass ich es dadurch auch nicht wieder abtrennen konnte. Der Reißverschluss war so nicht mehr zu gebrauchen. Siehe Ärmel links…
Schade, denn ich wollte für Ärmeltasche und Brusttasche unbedingt zwei goldene Reißverschlüsse aus dem Bestand nehmen die zwar nicht die gleichen Farben hatten, aber immerhin beides Metallreißverschlüsse waren mit goldenen Schiebern. Einen weiteren goldenen besaß ich nicht, also musste für den zweiten Versuch ein Silberner her. Der passt schon noch zum Stil des Hoodies, nur eben nicht mehr zum zweiten Reißverschluss der Brusttasche. Um die Tasche nun nicht mehr offen zu verarbeiten, habe ich sie erneut vergrößert und um Nahtzugabe erweitert, habe sie mit dünnem Stoff verstürzt und konnte sie so sauber annähen. Das gefällt mir deutlich besser.
Achso: warum erneut vergrößert? Ich hatte mir vorab Gedanken darüber gemacht wozu man eine Tasche am Ärmel braucht. Nur zur Deko? Eigentlich ist es ja schon schöner, wenn Taschen auch ihren praktischen Zweck erfüllen können. Aber was steckt man sich in eine Ärmeltasche? Mir ist beim Besten willen nichts eingefallen bis auf… Wäre es nicht gut, wenn man hin und wieder mal sein Handy in diese Tasche stecken könnte? Also nicht generell zum Transportieren, aber wenn man mal spontan die Hände frei braucht? Keine Jackentasche griffbereit ist, weil der Mantel an der Garderobe hängt? Dass so eine Frauen-Jeans-Po-Tasche NICHT groß genug ist, brauch ich wahrscheinlich keinem erklären. Ich mache mein Handy da schon ab und an mal rein, aber wirklich immer ungern und nur, wenn es nicht anders geht.
Die vorhandene Tasche aus dem Schnitt war nicht groß genug für das Handymodell dass ich besitze, also hab ich es entsprechend angepasst. Und ja, 1x kam die Tasche schon kurz zum Einsatz und war in dem Moment sehr praktisch 🙂
Was ich am Schnitt auch mag ist die das Kordel-Detail. Mal keine normalen Kordeln mit Ösen sondern große Knopflöcher durch die dann eine sehr breite Kordel eingefädelt wird. Natürlich brauchte ich eine die zum Rost des Sweats passen sollte. Gefunden hab ich sie bei Michas Stoffecke (Marke: Albstoffe)
Und natürlich musste auch mein Garn exakt zu Stoff und Kordel passen 🙂
Die Kapuze liegt übrigens doppelt und sieht dadurch auch doppelt hübsch aus, finde ich! Ich bin mir sicher ich werde noch mal einen weiteren Emiliea-Hoodie nähen, dann versuche ich daran zu denken dieses Detail auch zu fotografieren.
Nicht so ganz happy bin ich mit der Verarbeitung der Kordelenden. Aber die fransen und flusen sehr stark, daher wollte ich sie nicht offen lassen. Kordelstopper sind für soooo breite Kordeln aber irgendwie auch komisch, oder? Also hab ich sie doppelt eingeklappt und abgesteppt und das sieht irgendwie nur so mittelgut aus…
Aber das ist das einzige was ich am fertigen Pulli zu meckern hätte.
Eine Kleinigkeit habe ich übrigens doch angepasst, fällt mir noch ein: Ich habe zum Glück noch vor dem Annähen gemerkt, dass das Saum-Bündchen in meiner Größe doch sehr schmal ist und hab das erneut zugeschnitten und am Schnittteil 1,5cm Weite hinzugegeben.
Alle Infos im Überblick:
Schnitt: Emilea von Schnittmuster Berlin
Stoffe: Bio-Sweat „Rost“ und „Dunkelgrau“ von Siebenblau
Zutaten: Kordel von Albstoffe (über Michas Stoffecke); Reißverschlüsse aus dem Bestand
Genähte Größe: 36
Änderungen:
1) Ärmeltasche vergrößert / auf Handy angepasst; NZ hinzugefügt, mit Stoff verstürzt
2) Schnittteil Saumbündchen: 1,5cm hinzugefügt
Kalle Shirt mit einem Stoff von Lotte Martens
Werbung: Der Stoff wurde mir im Rahmen einer Kooperation / für eine Blogtour von Lotte Martens zur Verfügung gestellt
Im Frühjahr 2018 habe ich von Lotte Martens einen unfassbar tollen Stoff bekommen: „Vuurdoorn022“
Der goldgelbe Stoff, golden handbedruckt, ist Teil der damals neuen Kollektion „Party Animals“.
Ich war ja von ihrer vorherigen Kollektion 2017 schon begeistert und hatte damals „Koperenregen“ (Kupferregen) vernäht und eine Lourdes-Jacke daraus genäht. Ein immer noch sehr besonderes Teil in meinem Kleiderschrank. „Vuurdoorn022“ musste aber erstmal warten, denn leider wurde ich zum geplanten Näh- und Veröffentlichungstermin krank und konnte erstmal nicht mit dem Projekt starten. Ich wusste aber längst was ich etwas verspätet daraus nähen möchte: das Kalle Shirt von Closet Case Patterns / heute Closet Core Patterns. Darauf hatte ich schon lange ein Auge geworfen und hatte den Plot auch schon daheim.
Als ich wieder gesund war, machte ich mich motiviert dran. Da ich das Shirt aber doch seehr cropped fand, hatte ich den Schnitt vorsichtshalber um 5cm verlängert. Das passte auch gerade so noch für die Höhe des handbedruckten Panels. Zusätzlich habe ich unbedruckten Stoff zur Kombination bekommen. Aus dem bedruckten Stoff habe ich die beiden Vorderteile zugeschnitten. Damit der Druck ohne Unterbrechung gut zur Geltung kommen kann, hab ich mich für die Version A mit verdeckter Knopfleiste entschieden.
Die Version A hatte Standardmäßig einen kurzen Stehkragen.
NACHDEM ich alles zugeschnitten hatte, fiel mir auf, dass das doch jetzt entweder dumm oder mutig war einen unbekannten Schnitt zu nehmen für diesen besonderen Stoff. Mich verließ dann doch der Mut und ich wollte lieber erstmal ne Probeversion nähen. An der Passform konnte ich jetzt – fertig zugeschnitten – eh nicht mehr viel ändern. Aber zumindest mit der Anleitung konnte ich mich ja schon mal vertraut machen und suchte dann in meinem Bestand nach einem Probestoff.
Leider hat mir das Ergebnis des Probe-Shirts von 2018 nicht wirklich gut gefallen. Ich habe den Blogbeitrag dazu auch erst ein halbes Jahr später veröffentlicht. Ich war wirklich lange mit mir am Hadern, was ich von dem Ergebnis halte, ob ich es tragen möchte, und behalten möchte. Auch Monate später hatte ich meine Zweifel noch im Beitrag erwähnt.
Das Ding ist: Als ich es das erste Mal auf der Arbeit anhatte, habe ich einige Komplimente bekommen, wegen des ungewöhnlichen Schnittes. Das hat mich sehr gefreut. Dennoch hab ich mich nie wohl in diesem Shirt gefühlt. Ich glaube ich hatte es seit Fertigstellung 2018 drei oder vier mal an.
Ein kleiner Grund ist, dass ich es nur mit einer High Waist Hose tragen kann. Und ich mir noch immer keine genäht habe. Ein etwas größerer Grund ist, dass das Shirt einfach nicht gut / sauber genäht ist, weil ich damals wirklich überfordert war mit der Anleitung und mit dem sehr steifen, störrischen Stoff. Der sorgte leider auch dafür, dass die Rundungen am Saum nicht gut wurden. Ein noch größerer Grund war, dass mir der Kragen üüüüberhaupt nicht gefiel. Mal davon abgesehen, dass ich einen kleinen Knopfloch-Unfall hatte und dort improvisieren musste…. Beim Blick in den Spiegel fiel mir immer der Kragen auf, der mir einfach nicht stand und mich immer wieder an einen Pabstkragen erinnerte 🙁
Der wohl größte Grund war aber meine schlechte Stoffwahl. Ich habe einen Stoff genommen der da war und der mir nicht fehlen wird, wenn meine Probe nicht tragbar werden würde. Was ich aber überhaupt nicht bedacht habe, ist der wichtige Fall des Stoffes. Ich hatte sehr steifen, schweren Stoff gewählt und das Hemd fiel damit einfach nur starr und kastig. Vor allem für die hintere Falte ist das leider total blöd. Die sah so natürlich nicht schön aus, stand aber auch richtig doll vom Rücken weg. Obwohl ich das selber von vorne nicht sehen konnte, hab ich das irgendwie beim Tragen gemerkt und ständig an mir rumgezuppelt
Aber auch der vordere Schulterbereich „steht“ quasi von selbst bei diesem Hemd. Und das ganze sieht dann nicht nur doof aus, es fühlte sich halt auch so starr an. Es fiel nicht fluffig an mir runter, es fühlte sich tatsächlich sperrig an.
So. Da hab ich nun diesen wundervollen Stoff von Lotte Martens schon zugeschnitten und dann war ich so dermaßen enttäuscht von meinem ersten Kalle-Shirt, dass ich es eigentlich nicht noch mal nähen wollte. Ja, es lag vieles davon am Stoff. Aber eben auch am Schnitt und der Anleitung.
Ich hab das Shirt eigentlich aus diesem Grund immer mal wieder angezogen, weil ich gehofft, habe, dass es mich doch noch überzeugt – denn….. Ich hatte den tollen Stoff doch schon zugeschnitten 🙁 🙁
Nach der ersten Enttäuschung hab ich den Stoff von Lotte Martens erstmal nicht mehr angerührt. Ich wollte ihn auf keinen Fall für ein Projekt verwenden, das mir dann gar nicht gefällt. Die Blogtour hatte ich bereits verpasst und nun das 🙁
Ich hatte dann gehofft ich finde noch einen Schnitt, bei dem die Schnittteile kleiner sind als die schon zugeschnittenen. Und so vergingen… ähm….zweieinhalb Jahre!!
Wann immer mir der Karton mit dem Projekt in die Hände kam, hatte ich zum einen ein schlechtes Gewissen, da ich mein Ergebnis mit dem Stoff eben nie gezeigt habe (da es ja kein Ergebnis gab). Aber auch weil ich es so traurig fand, dass dieser schöne Stoff so ungenutzt in dieser Kiste liegt.
Nachdem ich in letzter Zeit gefühlt nur BHs genäht habe, war mir mal wieder nach einem etwas aufwändigeren Oberteil und ich habe zunächst mal geschaut welche zugeschnittenen Projekte ich noch da hatte. Und da war sie wieder, die Kiste die auch diesmal gleich wieder ein schlechtes Gewissen erzeugte. Aber diesmal hab ich sie nicht wieder weggepackt. Wenn ich nach der langen Zeit keinen Ersatzschnitt finde, dann wird nun doch das Kalle-Shirt genäht!
Den Kragen hab ich noch mal neu zugeschnitten und mich für den richtigen Kragen entschieden. Dazu später noch mal mehr.
Der Stoff verhielt sich um Welten besser. Er war super gut zu vernähen und vor allem an den heiklen Stellen (Rundungen am Saum) war es viel leichter.
Obwohl ich mit Sicherheit von Jahr zu Jahr besser werde beim Nähen, hatte ich erneut deutlich mit der Anleitung zu kämpfen. Es fehlen schlicht und einfach diverse kleine Details.
Beim Hinweis wohin welche Falte bei der versteckten Knopfleiste gebügelt werden muss, hätten kleine Pfeile auf dem Schnittteil geholfen. Stattdessen hab ich alleine daran wirklich lange gesessen und immer wieder überlegt wie das dann angebracht wird und was Sinn machen würde. Beim Blick auf den Sew Along war schnell klar, dass ein weißes Hemd mit weißer Naht und weißem Vlies echt keine Hilfe sein wird. Das hat mich so geärgert, dass ich den Sew Along nicht weiter zur Hilfe genommen habe und mich so durchgewurschtelt habe.
Ganz am Ende, beim Kragen war mir wieder mal etwas nicht klar, und ich habe doch noch mal in den Sew Along geschaut. An dieser Stelle war es ein grünes Hemd, man konnte die Details ein wenig besser erkennen. Aber das Ergebnis bei diesem Sew Along – ganz ehrlich – war so unsauber genäht, dass ich erneut an der Anleitung und der Liebe zur Gestaltung dieser gezweifelt habe!!
Leider hab ich den Kragen auch nicht schön hinbekommen. Keine Ahnung was ich da gemacht habe, aber die Enden des collar stands sehen unterschiedlich aus. Ich hoffe nun einfach, dass es beim Tragen kaum auffällt.
Ich habe den gesamten Sonntag damit verbracht dieses Hemd zu nähen und es hat mir leider zu einem Großteil keinen Spaß bereitet, weil ich stets mit der Anleitung zu kämpfen hatte. Ich war mir daher auch bis zur Fertigstellung sicher, dass es kein weiteres Kalle-Shirt geben wird.
Was ich auch einfach nervig finde, ist ständig zwischen den Versionen hin- und herspringen zu müssen in der Anleitung. Es wäre so viel einfacher, wenn man einfach der kompletten Anleitung für Variante A folgen könnte. Und einen eigenen Bereich für Variante B hätte. Das ist doch für die Designer bei der Erstellung der Anleitung nur copy and paste, aber eine so unfassbare Erleichterung, wenn man gleichzeitig näht und lesen muss!!
Ich habe bis zum Schluss keinen Frieden mit der Anleitung geschlossen und denke andere Designer haben auch schöne Schnitte! Es geht ja auch ein bisschen ums Prinzip 😉
Nun wo ich die ganzen Fotos sehe und auch im Vergleich beurteilen kann, wie das Shirt mit dem richtigen Stoff sitzen kann, komme ich doch ins Grübeln. Das Ergebnis gefällt mir nicht nur deutlich besser als das Erste, mir gefällt nun auch der gesamte Style viel mehr. Vielleicht möchte ich doch gerne noch weitere Kalle-Shirts haben? Grmpf….
Ich bin sehr froh, dass dieser tolle Stoff nun doch noch aus seiner Kiste durfte. Wenn auch reichlich verspätet. Den Stoff gibt es aber noch 🙂
Der Stoff fällt sooo toll und der Druck auf dem Panel kommt auch so toll zur Geltung. Die Farbe des neuen Shirts steht mir natürlich auch viel besser als die des ersten Kalle-Shirts. Auch der Kragen ist – trotz kleinem Fehler – deutlich besser für mich!
Genäht habe ich übrigens Größe 8.
Nun müsste ich aber doch mal bald ne High Waist Hose nähen und grübel schon welche Hosenfarbe gut zum Gold-Gelben Kalle-Shirt passen könnte??
Kleid Chiara von La Bavarese in einem Stoff-Fehlkauf
Für das Kleid das ich beim heutigen Me Made Mittwoch zeige, habe ich sehr gemischte Gefühle. Ich mag den Schnitt und ich mag die Rüschen, aber ich bin sehr unzufrieden mit dem Stoff. Es ist „Viskose Twill Fall teal/rust“ von mind the Maker (gekauft über einen anderen Shop).
Bei 20€ der Meter finde ich, dass eine Webseite mehr schreiben sollte als nur „Wunderschöner Viskose-Twill mit wundervollem Fall…bla bla“ Und das ärgert mich, weil ich diese Art der Beschreibung für diesen Stoff auf jeder Webseite finde, egal welche Shops ich dafür anschaue. Das scheint eine Art Standard-Beschreibung zu sein für jede Viskose. Denn so toll fällt der Stoff gar nicht. Ich hätte natürlich auf die Gramm/m2 achten können, und eben auf den Hinweis, dass es ein Viskose-TWILL ist. Er ist doch eher schwer und nicht grad dünn. Aber dennoch ließ die Beschreibung einen leichteren Stoff vermuten. Das ist aber nur das kleinere Ärgernis. Ich wusste nicht, dass dieser Stoff bedruckt wurde und vor allem WIE er bedruckt wurde: Er ist auf der Rückseite weiß und das hat mich wirklich geschockt als er ankam. Das war bei den Bildern des shops nicht ersichtlich und stand auch nicht in der Beschreibung. Die Vorderseite sieht aber auch sehr grobkörnig und blass aus (also blass bedruckt aber dunkle Farbe) und als wäre dieser Stoff richtig schlecht bedruckt 🙁
Ich habe trotzdem versucht ein Kleid mit Rüschen daraus zu nähen, da dieser Stoff nun einmal da war und cm-genau für mein Vorhaben reichte: Kleid Chiara von La Bavarese. (Dieser Schnitt ist eigentlich für leichtere Viskose, der Schnitt kann also nichts dafür, dass das Kleid nicht so fällt, wie es fallen sollte.)
Das Kleid kann in mehreren Varianten genäht werden:
Mit Tropfen-Ausschnitt, normalem V-Ausschnitt oder eben mit Rüschen, mit oder ohne Volant (und der Volant mit oder ohne zusätzliche Rüsche) kurze Flügelärmel oder lange Kräuselärmel….
Da ich neugierig auf die Rüschen war, hab ich sie alle mitgenommen: Im Ausschnitt, als Rockvolant und noch mal extra zwischengefasste Rüschen und on top noch die gekräuselten Ärmel. Und wenn man das alles mitnimmt, wird auch klar warum laut Anleitung deutlich mehr Stoff benötigt wird als zunächst durch Auflegen der Schnitteile suggeriert wird. Hier hatte ich erst eine Menge Stoff über. Da die Rüschen dann aber selber nach angegeben Maßen aus Rechtecken geschnitten werden passt das aber alles und es blieben nur noch winzige Stoffreste, ausreichend für 3 Masken übrig…
obwohl man natürlich Rechtecke zeichnen / schneiden kann: Ich hätte mir gewünscht, wenn diese als Schnitteile dabei sind, so dass man sie mit auflegen kann, wenn man plant wie man den Stoff zuschneiden möchte. Ich hoffe ich denke daran, wenn ich das Kleid noch mal nähe.
Als es ans Nähen ging wurde ziemlich schnell klar, dass der Stoff entweder tatsächlich mindere Qualität ist, oder vielleicht auch nicht und er ist einfach nur höchst sensibel. Man sah beim Nähen kleine weiße Einstiche (weiße Rückseite!!), Auftrennen ging gar nicht, ohne dass der Stoff sofort drunter litt und auch die Knopflöcher die ich für die Bindebänder brauchte, wurden alles andere als schön.
Ich habe schon während des Nähens kein Draht zum Kleid gefunden. Ich war einerseits sehr verliebt in die Rüschen, aber andererseits hat mich der Stoff durchgehend geärgert und meine Freude getrübt.
Mit dem Ergebnis und dem Kleid an mir bin ich auch nicht recht sicher. Wenn ihr mal „Viskose Twill Fall teal/rust“ googelt (Bildersuche), seht ihr ein paar hoch ausgeleuchtete Bilder mit einem leuchteten Blau und einem tollen Rost-Rot. So hab ich mir den Stoff vorgestellt. Und so wurde er meiner Meinung nach auch in dem Shop angezeigt wo ich ihn bestellt habe (nicht mehr verfügbar). Aber ein Großteil der Bilder ist eher düster und so ist der Stoff eigentlich tatsächlich. Kurzum: Der viel zu dunkle Stoff steht mir nicht. Das Kleid so insgesamt aber irgendwie auch nicht. Also ich mag die Rüschen. Aber doch sieht es an mir irgendwie altbacken aus. Vielleicht ist es die Länge…?
Die Farbe ist auf den Bildern verfälscht, wir haben die Bilder bei Abendsonne gemacht.
Einen kleinen Kritikpunkt hab ich auch am Schnitt: Die Linie für das Bindeband ist kerzengerade und so habe ich es auch übernommen. Dann darf Frau allerdings keine Oberweite haben, denn die zieht die Taille vorne nach oben, was durch das Bindeband leider sehr auffällig ist.
Ich hatte das Kleid zum ersten (und einzigen) Mal in unserem Langeoog-Urlaub an. Daheim (bei Freiburg) war es bisher einfach viel zu warm für ein Kleid mit Ärmeln. Aber so langsam wird es ja kühler und ich kann es auch daheim tragen. Es wird kein Lieblingskleid, aber getragen wird es dennoch.
Die nächste Chiara werde ich mit dünnerer, leichterer Viskose nähen. Aber erst im nächsten Jahr. Nun freue ich mich wie Bolle auf den Herbst und möchte Cardigans, Pullover und lange Hosen nähen 😀
Das doppelte Rushcutter Dress von In the Folds
Das Rushcutter Dress von In the Fold steht schon seit letztem Sommer auf meiner Nähliste. Dass ich nun direkt 2 Kleider der gleichen Version nähen werde, war aber nicht geplant
Es gibt zwei Varianten die recht unterschiedlich aussehen. Variante A hat lange (Raglan-) Ärmel, aufgesetzte Taschen (durch ein Seitenteil aber in den Seitennähten eingefasst) und einen nahtverdeckten Reißverschluss am Rücken.
Die von mir genähte Variante B ist ärmellos, hat eine kurze Knopfleiste am oberen Rückenbereich und kann wahlweise mit Gürtel gebunden werden.
Hier sieht man die technischen Zeichnungen im Vergleich schön groß untereinander.
Als ich den Schnitt gekauft habe, wollte ich erstmal Version B (ärmellos) nähen und hatte auch direkt den Stoff dafür bestellt. 2 verschieden-farbige Tencel-Leinen-Gemische (85% Tencel, 15% Leinen) von Merchant & Mills namens „Seattle Sky“ und „Abbey Gold“. Tolle Namen, oder? Die Stoffe klingen aber nicht nur gut, sie sehen auch sehr schön und hochwertig aus und fallen ganz soft.
Im Herbst fand ich Version A dann doch wieder schön, kam aber leider nicht dazu es zu nähen. Und nun, erneut im (Hoch-)Sommer stellte sich die Frage gar nicht: Es MUSSTE die ärmellose Variante B werden, ich brauche dringend mehr Kleidung für viel zu heiße Tage.
Dass das Kleid eine Stickerei bekommen sollte, schwebte mir ebenfalls schon im letzten Jahr vor. Dass es furchtbar schwierig sein wird eine Stickdatei zu finden, die soo klein ist, hatte ich da leider nicht bedacht. Ich wollte möglichst nur die Farben der Stoffe verwenden, das schränkte die Motivwahl weiter ein. Damit die bestickte Rückseite nicht an der Haut kratzt, ist der Stoff an dieser Stelle 2-lagig.
Schnitt und Anleitung lassen fast keine Wünsche offen: Der Schnitt ist als A0 erhältlich, und enthält Ebenen. Somit lassen sich alle nicht benötigten Größen ausblenden und das LIEBE ich. Die Nahtzugaben sind im Schnitt enthalten und es wird in der Anleitung stets erwähnt wann man mit welcher Nahtzugabe näht. Alles Dinge die mich bereits vor dem Nähen sehr glücklich machen. Die Anleitung ist außerdem super skizziert und sehr ausführlich. Für jede der Varianten gibt es eine komplette, eigene Anleitung. Mann muss nicht zwischen den Schritten hin- und herspringen und das weiß ich sehr zu schätzen!
Mein einziger (Mini-)Kritikpunkt an der Anleitung: Zunächst ist mir positiv aufgefallen, dass Variante B mit französischen Nähten genäht wird. Und es wird in der Anleitung auch immer wieder dran gedacht das ausführlich zu erklären. Ich habe das mitgemacht und mich auf schöne Innennähte gefreut. Die Realität zeigte aber leider, dass meine Nähte damit viel dicker als nötig wurden. Obwohl ich jede Naht genäht, zurück geschnitten, wieder genäht und immer immer immer gebügelt habe. An den Seitennähten ist es nicht so schlimm. An der Passe stört es mich fürchterlich und leider fallen auch die Nahttaschen nicht halb so schön wie sie könnten.
Das hat mich dann so gefuchst, dass ich sofort wissen wollte wie denn eine Variante ohne französische Nähte aussehen würde und direkt im Bestand neuen Stoff gesucht habe. An dieser Stelle kann ich auch mal von meinem Missgeschick berichten:
Ich hatte 2019 zunächst zu wenig Stoff bestellt und extra noch mal welchen nachgeordert. Blöderweise, hatte ich die verschiedenen Stoffstücke aber in verschiedenen Schubladen gelagert (nein, ich habe keine Ahnung warum), wusste davon aber nichts mehr und musste beim Zuschneiden ganz schön basteln. Mit Ach und Krach haben die Hauptteile drauf gepasst. Der Gürtel aber nicht mehr, den musste ich aus 4, statt 2 Stücken schneiden. Entsprechend schwer ließ er sich wenden (das musste mein Mann dann regeln) und es gibt eben ein paar Nähte…
Als das Kleid fertig war und ich direkt den Stoff für ein weiteres Kleid gesucht habe (um einen guten Vergleich zu erzielen, wollte ich unbedingt wieder ein Leinengemisch verwenden), fiel mir dann das zweite Stück „Abbey Gold“ in die Hände… Ups……
Ich könnte den Gürtel jetzt noch mal am Stück zuschneiden. Aber da mir das Kleid ohne Gürtel sowieso besser gefällt, spare ich mir das und verwende den tollen Stoff lieber für ein Oberteil. Für ein ärmelloses Sommertop sollte es noch reichen.
Die zweite Version ging dann wirklich sehr flott. Natürlich wusste ich noch was wann zu tun war und brauchte die Anleitung nicht mehr. Vor allem aber musste ich alles nur einmal machen. Statt zurückgeschnitten wurde nun versäubert. An der Overlock bin ich auch schneller unterwegs als mit der Schnabelschere….
Den Gürtel habe ich diesmal aus nur einem einzigen Stück zugeschnitten (im Bruch, darauf wird in der Anleitung wahrscheinlich verzichtet um Stoff zu sparen.) Nur schmaler wurde mein rosa (peach) Gürtel, die Originalbreite hätte nicht gereicht.
Ich werde aber beide Kleider hauptsächlich ohne Gürtel tragen, von daher ist das nicht so tragisch. Ich finde den Fall der gürtellosen Version überraschend schön. Aber auch deutlich legerer.
OHNE Gürtel würde ich mich tagsüber wohlfühlen am Strand / in der Stadt / beim Einkaufen / in meinem Fall sogar im Büro.
MIT Gürtel würde ich mich abends in jedes Restaurant setzen (also alles theoretisch, die aktuelle Situation mal außer Acht gelassen).
Meine Stoffe für das zweite Kleid:
Die Passe ist wieder ein Merchant & Mills Tencel „Rose Dust“.
Die Farbe ist schwierig einzufangen. Den Haupstoff (wieder ein Leinengemisch) habe ich glücklicherweise vor kurzem bei Meter Meter geordert:
„LILY LINEN BLEND – PEACH“ (von Fox Flax). Das sind diesmal 60% Linen, 40% TENCEL. Er ist etwas weniger weich, etwas mehr durchsichtig, fällt aber genauso schön. Nur die Menge hat diesmal wirklich nicht gereicht, ich musste das Kleid kürzen um alle Schnittteile unterzubekommen.
Den Längenvergleich sieht man auf den nächsten Fotos.
Obwohl das zweite Kleid meiner Hautfarbe sehr nahe kommt und ich (gänzlich ungeschminkt) damit sicher blasser daher komme als eh schon, mag ich beide Versionen.
Das erste hat die schöneren Farben und Stoffe, das zweite sitzt und fällt toller.
Für das erste Kleid habe ich auf Knopflöcher verzichtet, da der Ausschnitt bereits mit dem Schrägband eingefasst war, diese Stelle somit eher dick war und ich befürchtet habe, dass der Knopflochfuß hier nicht transportieren wird. Für das zweite Kleid war ich dann ja vorgewarnt und habe die Knopflöcher sehr weit am Anfang der Anleitung genäht, als das Schnittteil noch gar nicht am Kleid befestigt war und das Schrägband noch nicht zum Zuge kam. Die Anleitung lässt diesen Punkt komischerweise komplett offen. Man ist irgendwann fertig, hat aber noch keine Knopflöcher genäht… Die technische Zeichnung zeigt aber eindeutlich drei Knöpfe.
Der Schnitt fällt in meinen Augen größengerecht aus. Ich habe Größe D genäht.
Aus allen (teils winzigen) Stoffresten habe ich zu den Kleidern passende Masken genäht.
Der Käfer war nur ein Test-Stick, ich wollte prüfen, ob er evtl mein Rushcutter Dress zieren sollte. Habe mich dann aber für den Schmetterling entschieden, daher durfte er auf die Maske.
Pünktlich zum Me Made Mittwoch ist nun das gesamte Set fertig 🙂
WKSA 2019 Finale: Stacker Jacket von Papercut Patterns
Schon 2018 beim Finale des Weihnachtskleid Sew Alongs habe ich angekündigt, dass ich gerne eine passende Jacke zu meinem Weihnachtskleid „Vita Dress“ von Viki Sews hätte. Und da ich noch genügend Flanell von meinem Weihnachtskleid 2018 übrig hatte, bot es sich an, die Jacke aus dem gleichen Stoff zu nähen. Ich war mir nicht sicher, ob das zu viel des guten oder aber gerade passend wird. Aber das weiß man schließlich erst, wenn man es ausprobiert. Vorgestellt hatte ich es mir wie ein passendes Kostüm (Kombination aus Jacke und Kleid), das wollte ich eh schon immer mal nähen. Und ich kann mittlerweile aufatmen: Es hat geklappt: Ich finde, dass Jacke und Kleid sehr wohl wunderbar zusammen passen. Um euch den Rückblick zu erleichtern, hat meine Nichte (die alle Fotos für mich gemacht hat♥) meine fertige Jacke auch einmal vor gleicher Kulisse fotografiert: Die riesen (Weihnachts-) Tanne des (kleinen) Ortszentrums.
Aber zuerst zeige ich euch mal die Fotos ohne das Kleid. Die Kombination beider wirkt nämlich so schick, dass ich die Jacke im Alltag eher so tragen werde:
Ich mag die Stacker Jacket sehr. Sie ist kastenförmig, eher weit geschnitten, hat eine schöne Länge und sieht gleichzeitig lässig aber auch schick aus. Aber eben nur so schick, dass ich sie jederzeit tragen würde, nicht nur für besondere Anlässe. Bei dem Kleid ist es ja eher so, dass ich mir manchmal etwas overdressed vorkomme. Die Kombination mit der neuen Jacke verstärkt das eher noch, aber das zeige ich gleich. Erstmal noch ein paar Infos zur Jacke.
Genäht habe ich Größe 3. Die Ärmel habe ich um 3 cm verlängert, da ich von zwei Seiten die Info bekommen habe, dass die Ärmel doch recht kurz ausfallen. Der Blick auf fertige Objekte bei Instagram bestätigte das. Um dennoch auf Nummer Sicher zu gehen, habe ich eine Probejacke zugeschnitten. Darüber habe ich als Zwischenstand nur bei Instagram berichtet, da es zu dem Zeitpunkt ansonsten noch nicht viel zu berichten gab. Mit dem Nähen der eigentlichen Jacke hab ich nämlich sehr spät angefangen. Fertig war ich auch erst an Heiligabend. Die Knöpfe hab ich sogar erst am 1. Weihnachtsfeiertag angenäht. Da mir mein Mann zu meinem Geburtstag im Sommer den Knopfannähfuß geschenkt hat, habe ich den nun endlich einweihen können. Natürlich kann man Knöpfe per Hand annähen, aber ich finde den Fuß praktisch und toll 🙂
Der Clou an der Jacke sind aber die seitlichen Tascheneingriffe. Im Original sind die Taschen eher Deko. Sie werden nur einlagig verarbeitet und sind oben offen. Aber so kurz unterhalb der Brusthöhe stopft Frau sich ja eher selten was in die Taschen. Als Muriel mich gefragt hat, ob die Tascheneingriffe oben oder an der Seite sind, hat sie mich mit ihrer Frage auf die Idee gebracht, dass ich den seitlichen Eingriff ja einfach selber hinzufügen kann. Die Verarbeitung hab ich also leicht abgeändert und nun kann ich wunderbar die Hände in den Taschen vergraben 🙂
Ebenso etwas Besonderes ist für mich der Innenstoff. Entdeckt habe ich ihn bei der AnNäherung Süd, als Birgit ihre Stacker Jacket aus braunem Cord vorgestellt hat. Als ich diese Kombination gesehen habe, war das für mich der finale Schubser, dass die Stacker Jacket mit eben diesem Innenstoff (Viskose von Stoff und Stil) mein Weihnachtsprojekt wird. Und ich bin seeehr happy mit der Entscheidung:
Ich habe die Viskose sogar einzeln zugeschnitten, damit die Kraniche und das Muster generell perfekt platziert sind. In die Wendeöffnung habe ich auch noch mein Logo eingearbeitet
Jetzt zeig ich aber auch endlich noch die Kombination aus Jacke und Kleid. Damit bin ich ebenso happy. Ich habe keine Ahnung wie oft es Anlässe geben wird beides zusammen zu tragen, aber ich finde es ganz toll. Der Weihnachtskleid Sew Along des Me Made Mittwoch Blogs hat mich sehr dazu motiviert ein eher ungewöhnliches, nicht alltägliches Projekt zu nähen und dafür bin ich sehr dankbar!! Ich werde mich nun verspätet verlinken und auch die anderen Beiträge verspätet lesen, weil nun erst die nötige Ruhe einkehrt. Aber ich freu mich sehr aufs Stöbern und ich hoffe sehr, dass der Weihnachtskleid Sew Along auch in den nächsten Jahren weitergeführt wird. Und mal schauen – vielleicht bekomme ich es ja wieder hin ein Detail von meinem diesjährigen Projekt im Projekt für 2020 einfließen zu lassen 😉
Zum Schluss muss aber noch erwähnt werden, dass ich sehr gut mit der Anleitung zurecht kam. Mit Ausnahme der Taschenverarbeitung bin ich der Anleitung Schritt für Schritt gefolgt und es fügte sich alles wunderbar zusammen. Nur das Ärmelfutter habe ich nicht mit der Hand angenäht. Da ich ja eh eine Wendeöffnung hatte, hab ich Futterärmel und Jackenärmel mit der Maschine verbunden. Da ich das erst einmal gemacht habe (beim Mantel Marie), hatte ich dabei zwar einen leichten Knoten im Hirn, aber geklappt hat es dennoch 🙂
Kleid Laura aus „Moonstone Ochre“ Viskose
Vor kurzem habe ich hier das Kleid Laura von Claire Massieu vorgestellt. Dass ich dafür ein paar 😉 tragbare Probekleider genäht habe, hatte ich ja schon erwähnt. Eines davon ist dieses Kleid aus Viskose von Atelier Brunette.
Warum mehrere Probekleider??
Kleid Nummer 1 war aus reiner Neugier, da ich eh noch auf den Stoff für das tatsächliche (Weihnachts-)Kleid gewartet habe. Eine Kurzarmvariante aus einem Chambray-ähnlichen Blusenstoff aus Holland. Hier habe ich eigentlich alles draus „ablesen“ können was ich wissen wollte: Taille etwas höher setzen, tiefere Taschenbeutel einnähen, RV-Untertritt hinzufügen, Kräuselung vorne etwas sauberer arbeiten.
Kleid Nummer 2 habe ich aus einem günstigen, schweren Viskosestoff aus dem Bestand genäht. Ich wollte unbedingt herausfinden, ob ich alleine und ohne Anleitung einen Untertritt einfügen kann, sodass der Metallreißverschluss nicht mehr direkt auf der Haut liegt. Und dass ich dann gleich alle Änderungen testen konnte war natürlich auch praktisch. Ich war mit dem Gesamtergebnis komplett zufrieden. Aber ein Zweifel blieb: Die Stoffe für die ersten beiden Probekleider reichten nur für die Kurzarmvariante. Ich plante aber die Langarmvariante für dieses Kleid.
Kleid Nummer 3 entstand dann hauptsächlich um auch noch die langen Ärmel zu testen. Trotz vollem Stoffschrank, habe ich aber natürlich nicht Unmengen an Kleiderstoffen daheim, die ich als „tragbare Probestoffe“ einordnen würde. Meine Definition dafür: Ich würde mich freuen, wenn es was wird und ich das Ergebnis tragen kann – es wäre aber auch nicht tragisch um den Stoff, wenn es für die Tonne wird.
Ein edler Atelier Brunette Stoff ist definitiv nicht in dieser Kategorie und keineswegs meine erste Wahl wenn es um das Nähen eines Probekleides geht. Aber es war tatsächlich der einzige Stoff im Bestand in ausreichender Menge und ohne feste Bestimmung. Ich habe ihn im Sommer bestellt ohne zu wissen was ich daraus nähen möchte. Einfach nur um ihn zu sichern, weil ich ihn so schön fand. In Paris habe ich kurz darauf sogar noch passendes Schrägband dafür gekauft. Auch ohne zu wissen warum (da immer noch kein Schnitt feststand), einfach weil es ging, weil es angeboten wurde und zum Stoff daheim passte. Sollte sich aber noch als gute Entscheidung herausstellen.
Die Ärmel passten übrigens auf Anhieb, da hätte ich mir keine Sorgen machen müssen. Ich habe mit diesem Kleid aber auch schon mal getestet ob und wie ich eine Anleitung für den Untertritt zeigen könnte und ob meine vorab hingebastelten Versuche auch Sinn machen, wenn man sie in einem Rutsch näht. Am Ende war dieses Kleid einfach nur ein toller Beweis dafür, dass jetzt tatsächlich alles perfekt ist und ich den Stoff für das Weihnachtskleid ohne jegliche Bedenken anschneiden kann. Das ist doch auch mal toll!
ich habe es übrigens trotzdem ganz am Ende noch geschafft einen Patzer reinzuhauen. Warum auch immer hatte ich den Saum schräg geschnitten. Und beim Versuch das auszubessern, habe ich es schlimmer gemacht. Und beim Versuch das noch schlimmere auszubessern habe ich es komplett versaut 😛 Am Ende blieb mir nur noch ein Hilfeschrei Richtung Muriel. Sie besitzt einen Rockabrunder (tolle Sache!!!) und hat aus meinem mittlerweile schon recht kurzen Kleid immerhin ein kurzes Kleid mit geradem Saum kreidepusten können. Damit ich nicht noch mehr Länge verliere als eh schon, habe ich den Saum mit dem passenden Schrägband versäubert. Das war meine Rettung und sieht dabei auch noch perfekt aus!
Ich mag das ganze Kleid unheimlich gerne. Auch die Länge ist gar nicht schlecht, sie passt gut zum weich fallenden Viskosestoff. Hach ja, dieser Viskosestoff. Der ist ein Traum! Die günstige Viskose (von Probekleid Nummer 2) war nur so mittellieb zu mir, aber die Atelier Brunette Viskose ließ sich problemlos zuschneiden und vernähen! Sie kostet mehr als das doppelte, aber mal ehrlich: wenn sich ein Stoff besser anfühlt, toller fällt und sich dann auch noch so toll verarbeiten lässt, man passendes Zubehör kaufen kann (nahtverdeckte Reißverschlüsse, Knöpfe, Schrägband) – dann muss man doch nicht mehr überlegen ob man Schnäppchen oder Qualität kauft?? Ich bin ja zu gleichen Teilen traurig und auch froh, dass der Atelier Brunette Store in Paris ist und nicht in Freiburg. Er wäre zu gleichen Teilen mein Glück und finanzieller Ruin
Meine Fotografin war wie auch schon bei Kleid Lola im letzten Beitrag Natallia 🙂
Fakten:
Schnitt:
Kleid Laura von Claire Massieu; genäht in Größe 36
Änderungen: Oberteil gekürzt, Untertritt hinzugefügt (siehe Anleitung in diesem Beitrag), Taschenbeutel verlängert, Saum versehentlich gekürzt
Stoff:
Viskose „Moonstone Ochre“ von Atelier Brunette
Lola Dress: Sweatkleid von Victory Patterns
Wenn ich mich nicht täusche, hab ich seit 3 Jahren kein Sweatkleid mehr genäht. Ich besitze 2 Sweatkleider nach dem Schnitt „Frau Fannie„, den ich damals toll fand (weil Kleid, aber dennoch gemütlich), den ich aber mittlerweile zu langweilig finde. Ich trage die beiden Kleider auch ausschließlich daheim.
Mit der Zeit verändert sich ja der Stil und der Schnittmuster-Geschmack und heute gefallen mir eher die Sweatkleider die trotz ihres dehnbaren Stoffes und trotz ihrer Gemütlichkeit etwas Besonderes an sich haben. So ist es für mich bei „Lola“ von Victory Patterns.
Diesen Schnitt gibt es tatsächlich schon seit 2010!! Mir ist er aber erst 2018 aufgefallen. Zum Weihnachtskleid Sew Along hat Barbara dann den letzten Anstoß für den Kauf gegeben. Ihre Fischgräten-Jaquard-Lola ist einfach toll!!
Ich habe den Schnitt danach sofort kaufen müssen, ihn dann aber erstmal ein Jahr lang gehütet. So wie immer eigentlich: Ich muss etwas unbedingt SOFORT haben und dann ist es plötzlich okay, wenn es erst mal liegt und auf den richtigen Stoff wartet. Um den Stoff habe ich mich aber gar nicht mehr gekümmert, daher hab ich das Kleid nun fast ein Jahr später sehr spontan mit einem sehr dünnen, aber seeeeehr weichen French Terry von See you at six genäht. Den hatte ich mal für ein kurzärmeliges Sommerkleid gekauft. Der Sommer ist rum und der Stoff muss jetzt nicht bis nächstes Jahr in der Schublade versauern, also hab ich ihn für die Lola hergenommen. Dieses Rot (Desert Rose) mit einem Bündchen zu kombinieren war aber ne harte Aufgabe. Der Stash gab da gar nichts passendes her und ich war enttäuscht, dass ich trotz großem Stoff- und Zubehörvorrat doch noch mal losziehen musste um Bündchen zu kaufen. Aber lieber das als nicht-passende Farben. Mit Fernberatung von Muriel hab ich mich dann für Anthrazit entschieden. Das taucht bei allen Bündchen aber auch als Dreieck am Halsausschnitt auf. Dieses Dreieck hat sich leider minimal verzogen, obwohl ich es vorab mit Sprühkleber befestigt habe, damit es an Ort und Stelle bleibt beim Annähen.
Die Farbkombination ist okay, alle anderen Farben die ich an den Stoff gehalten habe (und das waren sehr viele!), passten wirklich nicht besser. Aber so richtig 100%ig zufrieden bin ich mit der Farbzusammenstellung nicht muss ich zugeben.
Aber dafür überzeugt mich immerhin der Schnitt. Genäht habe ich nach Tabelle die Größe 6. Bei der allerersten Anprobe hab ich überlegt, ob das noch etwas zu groß ist. Aber dann kam die Erinnerung: Es ist ein SWEATKLEID! Das muss nicht exakt meiner Körperform entsprechen, es darf auch gerne etwas lockerer fallen. Hauptsache gemütlich. Naja – und schick 😉
Ich habe die Ärmel verlängert, da ¾ Ärmel und Sweat sich für mich etwas widersprechen. Ich gebe zu sie sind schick und passen zum Stil des Kleides. Aber wenn es warm genug ist für ¾ Ärmel, dann ist mir Sweat zu warm (wobei – mit French Terry würde es sicher noch gehen). Und wenn die Jahreszeit nach Sweat ruft, dann reichen mir ¾ Ärmel nicht mehr aus. Wie man auf den nachfolgenden Fotos sieht, hätte etwas weniger lang auch gereicht. Aber ehrlich gesagt mag ich überlange Ärmel bei gemütlicher Kleidung sehr.
Nachdem Oberteil und Ärmel zusammen genäht waren, habe ich das ganze (ohne Ärmelbündchen) probegetragen. Was dabei heraus kam war ein richtig cooler Pulli!! Also keiner der so bleiben könnte, da viel zu kurz und vorne kürzer als hinten. Aber ich werde was neues draus machen und es hier noch mal gesondert zeigen!
Das Kleid ist nicht schwierig zu nähen. Aber wer dennoch gerne Tipps hätte: Es läuft aktuell ein Sew Along zum Kleid von Vicotry Patterns. Hier ist eine Übersicht der geplanten Beiträge. Ich habe es selber noch nicht verfolgt, werde es mir aber mal durchlesen, nachdem alle Beiträge veröffentlicht wurden.
Ich habe mein Kleid größtenteils mit der Overlock genäht. Nur das Dreieck habe ich mit der Nähmaschine fixiert und die kurzen Bereiche an denen die (Prinzess-)Nähte aufeinandertreffen..
An den riesigen Seitentaschen (sie gehen komplett runter bis zum Saumbündchen) sind zusätzlich noch Covernähte. Bei den Taschen hatte ich übrigens kein gutes Gefühl. Wenn das Kleid erstmal nur hängt (am Bügel oder in meinem Falle hatte ich es einfach nur in der Hand) ziehen die großen, schweren Taschen das Kleid einfach nur nach unten. Das legt sich aber zum Glück wenn man das Kleid anhat. Dann liegen die wunderbar am Körper an. Wobei der French Terry ja auch noch mal ein ganzes Stück leichter ist als so mancher Sweat. Richtig schwerer Sweat könnte weiterhin komisch fallen.
Da ich wie immer beim Fotos machen nicht weiß wohin mit den Händen, hab ich sie auf den Bildern auf der Hüfte abgelegt. Dadurch erscheinen hier die Falten. Aber eigentlich liegen die Taschen recht gut an
Und hier noch der Grund warum ich diesmal auf allen Fotos so zufrieden und glücklich schaue:
Ja, okay, ein bisschen liegt es an der Lola mit der ich zufrieden war. Aber der Hauptgrund: Zum Fotografieren war ich mit Sandra („Rehgeschwister„) und Natallia („viertel vor fertig„) unterwegs. Beide wohnen leider nicht in unmittelbarer Nähe, waren aber übers Wochenende bei mir zu Besuch. Wir haben ein Näh- und Laufwochenende bei mir gemacht. Die Leidenschaft fürs Nähen teilen wir ja schon länger, aber durch persönliche Treffen und teils auch meinen Laufberichten bei Instagram (500_days_of_running) hab ich erst so nach und nach erfahren, mit wem ich auch die Laufleidenschaft teile. Aus einer Schnapsidee wurde dann ein Näh- und Lauftreff bei mir im Schwarzwald. Leider zu kurz um nur annähernd meine Laufstrecken zu zeigen. Aber für anderthalb Tage nähen und einen Lauf hat es gereicht. Und wie immer habe ich danach einen Haufen neuer Inspirationen im Kopf, weil wir uns natürlich auch viel über Schnitte und Strickmuster unterhalten haben.
Das NÄHEN ein einsames Hobby ist kann ich nun wirklich schon ganz lang nicht mehr behaupten. Und dank Blog und Instagram kann man sich auch zwischen den persönlichen Treffs wunderbar weiter gegenseitig inspireren.
Ich hoffe es geht euch da genauso!
Ebenso passend zum Thema „Inspiration holen“: Mit dem Kleid verlinke ich mich heute zum Ersten Mal bei Sew la la
Mantel „Coquille“ von Claire Massieu
Werbung: Kooperation mit Claire Massieu: Der Schnitt wurde mir von Claire Massieu zum Designnähen zur Verfügung gestellt; die Stoffe wurden mir von Spoonflower zur Verfügung gestellt. Mehr Informationen zu Schnitt und Stoffen am Ende des Beitrags.
Nachdem ich hier schon Kleid Laura vorgestellt habe, zeige ich euch nun den Mantel den ich farblich abgestimmt dazu genäht habe. Zusammen sollte es ein perfekt passendes festliches Outfit werden und ich finde das ist ganz schön gut gelungen.
Anfang des Jahres habe ich meinen allerersten Mantel genäht: Marie von Claire Massieu. Und nachdem das sooo gut geklappt hat und ich von der Anleitung sehr begeistert war, wollte ich unbedingt erneut einen Mantel von Claire Massieu nähen. Zum Glück gibt es da noch Mantel Coquille. Er wird als „raffinierter Wickelmantel für jede Jahreszeit“ vorgestellt. Einen Wickelmantel hatte ich zuvor noch nicht für mich in Betracht gezogen. Und überhaupt weiß ich bisher noch gar nicht welches Manteldesign mir am besten steht. Aber ich kann jetzt schon sagen, dass dieser Mantel all meine Erwartungen übertroffen hat!
Die Größenwahl fiel leicht. Ich lande bei der Maßtabelle von Claire Massieu exakt bei der 36 und war mir aufgrund der Erfahrung mit dem Mantel Marie auch sicher, dass ich mich erneut drauf verlassen kann.
Auch die Vorbereitungen waren gewohnt entspannt: Den Schnitt gibt es als A0, also kein selber drucken und kleben notwendig (aber möglich), die Nahtzugabe ist bereits im Schnitt enthalten und alle wichtigen Markierungen und Informationen befinden sich auf den Schnittteilen. Alles exakt so wie ich es liebe!
Für den Nähprozess ging es eigentlich genauso weiter: Alles fügte sich toll zusammen, alle Knipse fanden wie selbstverständlich zueinander.
Die Anleitung ist toll und liebevoll gestaltet. Vor allem aber konnte ich ihr sehr leicht folgen. Es gibt viele Fotos, jeder einzelne Schritt wird erklärt. Die Fotos sind hell und es wird ein gut sichtbares Garn verwendet, so dass man wirklich jede Naht auf den Fotos sieht und sich vergewissern kann, ob man den Text richtig verstanden hat.
Obwohl dies erst mein zweiter Mantel ist, war ich zu keiner Zeit mit diesem Projekt überfordert. Anfangs kam mir alles sogar zu leicht vor 😀
Erst am Kragen musste ich mich ein wenig konzentrieren, aber auch hier hat alles wunderbar geklappt. Hier habe ich übrigens eine kleine Änderung eingefügt:
Bei meinem letzten Mantel hat mir eine Aufhängemöglichkeit gefehlt, daher hab ich diesmal dran gedacht einen Aufhänger zu integrieren.
Es gibt aber noch ein weiteres Detail: Der Mantel kann wahlweise knopflos genäht werden (und wird dann einfach nur mit dem Gürtel geschlossen) oder aber mit einem Knopf. Ich wusste, dass ich gerne die Knopfvariante wählen möchte. Und noch bevor ich die erste Naht genäht habe, habe ich mir schon sehr viele Gedanken um diesen einen Knopf gemacht. Ich habe nämlich zum Zeitpunkt der Planung meines Mantels einen Knopfkurs für Posamentenknöpfe besucht. Als der Kurs stattfand, war mein Stoff schon bestellt, aber noch nicht versendet. Ich habe daher nur anhand des Online-Bildes versucht die Farben des Futterstoffes aufzugreifen. Das Garn wurde von der Kursleiterin Helene Weinold (Die Knopfwerkstatt) mitgebracht und ich war sehr froh, dass sie meine Farben dabei hatte. Und so sieht er nun aus mein „Augsburger Knopf“:
Der Augsburger Knopf kann auch als Verschlussknopf genutzt werden, er ist stabil genug um das Aufknöpfen mitzumachen. Für das tatsächliche Verschließen habe ich mich bei diesem Mantel aber für große Druckknöpfe entschieden. Sie befinden sich unter dem heruntergeklappten Kragen, sind aber auch bei hochgeklappten Kragen von außen nicht sichtbar. Der Augsburger Knopf sollte aber natürlich sichtbar sein, daher hab ich ihn als reinen Zierknopf unterhalb angebracht.
Das Knöpfe machen werde ich weiter verfolgen. Es gibt mehrere Arten Posamentenknöpfe und ich finde es toll, wenn ich einem selbstgenähten Kleidungsstück noch mehr Individualität geben kann, wenn ich auch die Knöpfe in Handarbeit herstelle.
Der Kragen kann wahlweise hochgeklappt oder tief fallend getragen werden. Ich mag ehrlich gesagt die Variante dazwischen sehr gerne: halb heruntergeklappt. Sobald es etwas kühler wird, trage ich sowieso (inzwischen selbst gestrickte) Tücher die vor Wind und Kälte schützen. Und genau das hatte ich eh schon im Hinterkopf: Ein passendes Tuch stricken, das das Outfit noch mehr abrundet. Als der Mantel noch im Entstehungsprozess war, fand in der Nähe das erste Wollfestival unserer Gegend statt: Die Wollsymphonie. Auf meiner Wunschliste für den Tag war mein wichtigster Punkt daher Wolle für dieses Tuch zu finden. Ich hatte Stoffproben dabei, denn die Garnfarben sollten ebenfalls wieder die Farben des Futterstoffes aufgreifen. Bei Locoporella bin ich dann fündig geworden. Und Silke hat mir gut zugeredet, dass es sich lohnt das tolle (teure) wunderbar weiche Garn zu kaufen, das mein komplettes Wollfestival-Budget in einem Rutsch aufgebraucht hat…. Es besteht aus 60% Merino, 20% Seide und 20%Yak. Nun muss ich noch eine Anleitung für ein Tuch mit drei Farben finden, bei denen allerdings eines die Hauptfarbe ist (Aubergine – passend zur Farbe „Plum“ meines Mantelaußenstoffes.) Bisher habe ich kein Strickmuster für ein dreifarbiges Tuch gefunden, bei dem die zweite und dritte Farbe nur Nebenrollen spielen oder Effekte ergeben (und bei dem entsprechend weniger davon eingesetzt wird…….)
Also falls jemand Tipps für ein Strickmuster hat: ich habe 636m / 300g Aubergine und jeweils 212m /100g Dark Fox und Petrol der Nadelstärke 4. Wobei die Nadelstärke bei Tüchern ja eher nebensächlich ist…

Die Farbabweichungen zwischen den 3 linken Garnen gibt es nicht wirklich. Die Wolle mit der Farbe „Aubergine“ entspricht am ehesten der vorderen Farbe die beim Mantelstoff liegt
Ich mag sehr wie der Mantel fällt. Sowohl im geschlossenen als auch im offenen Zustand. Der Gürtel ist in der Naht eingefasst zwischen Rücken- und Seitenteil. Er kann auch am Rücken gebunden werden. Davon habe ich leider kein Foto gemacht, aber es ist hier auf der Webseite von Claire Massieu zu sehen.
Meinen Gürtel habe ich um eine Gürtelbreite nach oben versetzt, entsprechend meiner Taillenhöhe.
In die herbstlichen Farben des Mantels, des Innenstoffes und auch des Kleides bin ich total verliebt. Ich finde sie harmonieren einfach wunderbar zusammen. Ich muss mir wirklich öfter komplette Outfits nähen, das Erfolgserlebnis danach ist einfach um Welten größer.
Ich konnte den Mantel nun auch schon einige Tage lang tragen und ich muss sagen, dass ich mich unglaublich wohl drin fühle. Also zum einen fühle ich mich perfekt angezogen, aber auch um einiges schicker als in meinen Kaufjacken. Und ihr kennt das vielleicht, wie sehr ein oder mehrere Kleidungsstücke das Selbstbewusstsein pushen können? Auch wenn im Alltag meist gar keiner weiß, dass ich kaum noch Kaufkleidung trage, ich weiß es ja und daher machen mir gerade Kleidungsstücke in die ich viel Planung investiert habe, immer wieder gute Laune beim Tragen. Und obwohl ich schon seit 2014 Kleidung nähe, ist das für mich immer noch etwas besonderes und tolles und mich würde sehr interessieren wie das bei euch ist.

Die Stoffe
Die Stoffe durfte ich mir bei Spoonflower aussuchen. Ein sehr großes Highlight für mich, denn ich liebe die Idee Stoffarten und -designs frei kombinieren zu dürfen. Ein Übergangsmantel sollte es werden, daher sollte mein Stoff nicht zu dick oder zu steif sein. Zum Glück besitze ich die Stoffproben von Spoonflower. Damit konnte ich mich dann leichter entscheiden:
Lightweight Cotton Twill Ultra als Außenstoff und Silky Faille (traumhaft!!) als Futterstoff.
Dann kam die eigentlich schwere Entscheidung: Das Design für Außenstoff, für das Futter und beides sollte natürlich noch zum Design von Kleid Laura passen. Damit war ich dann ein paar Tage beschäftigt 😉
Gefunden habe ich zunächst ein weiteres Design von Chrystal Walen: „Autumn Rose – plum on teal“. Damit war (mal wieder) zuerst die Entscheidung für den Futterstoff gefallen und ich musste nur noch einen passenden Außenstoff finden.
Von da an habe ich nach Farben gestöbert. Seit einiger Zeit gefällt mir die Farbe Aubergine (und all ihre verwandten Farben) sehr gut. Nachdem die Farbe „Plum“ (Pflaume) im Futterstoff vorkam und ich gesehen habe, dass sie auch hervorragend zu meiner Lieblingsfarbe Curry (Ocker, Goldgelb, Senf, Kumin….) passt, war die Farbe für den Hauptstoff entschieden. Für einen Mantel wollte ich jedoch keine großen, auffälligen Muster, aber auch keinen Uni-Stoff. Ich habe nach einem schlichten (fast) einfarbigen Stoff gesucht, der aber dennoch Struktur oder ein ganz dezentes Muster hat. Den hat nun (nicht ganz zufällig 😉 ) Chrystal neuerdings im Sortiment: Er nennt sich „Dark plum-texture“ und ist genau das wonach ich gesucht habe.
Als die Stoffe eintrudelten war ich sehr glücklich wie gut sie miteinander harmonieren. Aber das „genähte Ergebnis“ schlägt noch mal alles: Ich liebe mein fertiges Outfit 🙂
Wann fangt ihr mit der Planung eurer Feiertags-Outfits an?
Fakten:
Schnitt:
Mantel Coquille von Claire Massieu; genäht in Größe 36
Änderungen: Aufhänger hinzugefügt; Gürtelplatzierung der Taillenhöhe angepasst: ca. eine Gürtelbreite höher
Stoffe:
Außenstoff: Lightweight Cotton Twill Ultra von Spoonflower (Design: „Dark plum-texture“ von Chrystal Walen)
Futter: Silky Faille von Spoonflower (Design: „Autumn Rose – plum on teal“ von Chrystal Walen)
Kleid Laura (ebenfalls von Claire Massieu): hier beschrieben
Kleid Laura von Claire Massieu
Werbung: Kooperation mit Claire Massieu: Der Schnitt wurde mir von Claire Massieu zum Designnähen zur Verfügung gestellt; der Stoff wurde mir von Spoonflower zur Verfügung gestellt. Mehr Informationen zu Schnitt und Stoff am Ende des Beitrags.
Mittlerweile ist fast November, da kann man schon mal das diesjährige Weihnachtskleid präsentieren 🙂
Ich habe mir dafür Kleid Laura von Claire Massieu ausgesucht, da ich die Kombination aus lässigem Schnitt, schicker Raffung im Vorderteil, aber (grobem?) Metallreißverschluss spannend fand. Obwohl ich wegen des Metallreißverschlusses schon auch skeptisch war. Ich war anfangs nicht sicher, ob das wirklich zu jedem Stoff gut passt. Aber mittlerweile weiß ich, dass genau das den Kleidern das gewisse Etwas gibt. Ich habe zunächst ein (tragbares) Probekleid genäht und dafür verschiedene Stoffe in Betracht gezogen. Und ich habe zu jedem dieser Stoffe auch einen Metallreißverschluss im Bestand gehabt, der gut zu den Stoffen aus der engeren Auswahl gepasst hätte. Für dieses Kleid passte farblich aber nur der Reißverschluss von einem Réne Lézard Ausverkauf. Er hat einen glänzenden cremefarbenen Satin-ähnlichen RV-Stoff, goldene Zähnchen und einen goldenen Zipper. Ich war zunächst nicht sicher, ob das nicht zu viel des Guten ist in Kombination mit dem ockerfarbenen Stoff mit (u.a.) goldenen Sprenkeln, aber nun liebe ich diese Kombi! Vor allem als festliches Weihnachtskleid.
Der Stoff (Organic Cotton Sateen Ultra) wurde bei Spoonflower extra gedruckt nach dem Design das ich mir ausgesucht habe. Und während ich darauf gewartet habe, habe ich mich entschieden schon mal ein tragbares Probekleid zu nähen. Vor allem wollte ich jedoch testen, ob ich einen Metallreißverschluss direkt auf der Haut haben mag oder (was ich nämlich eigentlich befürchtet habe) ob mir das zu kalt ist.
Das hat sich dann tatsächlich bewahrheitet. Noch ungesäumt habe ich das Kleid einen Moment lang probegetragen und dann entschieden, dass ich lieber einen Untertritt einfügen möchte.
Ich hab mir nur so ungefähr vorstellen können wie ich das gut, sauber und auch von innen schön anbringen könnte. Nachdem eine kurze Websuche und auch der Blick in meine Nähbücher keine schnelle Erkenntnis brachte*, hab ich einfach mal ausprobiert und… noch ein Probekleid genäht. Der Schnitt hat mir so gut gefallen, dass es wieder ein tragbares Probekleid wurde.
Mein Versuch hat auf Anhieb geklappt. Nur leider habe ich weder Fotos noch Notizen vom Entstehungsprozess gemacht. Das war nicht so schlau, denn einerseits war mir von vornherein klar, dass ich das dann auch hier zeigen möchte, andererseits bin ich bei solchen Dingen ja selbst mein treuster Leser ;o) Wenn ich ein Jahr später nicht mehr weiß was ich wo geändert habe im Nähprozess, dann schaue ich mir immer meine eigenen Blogbeiträge an. Und ich kann mich da sehr auf mein früheres Ich verlassen: Meine Blogbeiträge sind wesentlich zuverlässiger als irgendwelche Nähnotizen die ich wo auch immer vielleicht hinterlassen habe.
Bei diesem Kleid mit dem tollen Spoonflowerstoff war ich dann schon geübt und konnte entspannt ein paar Fotos machen währenddessen. Die sind allerdings abends im dunklen Nähzimmer entstanden, also wundert euch nicht über die vielen verschiedenen Farbtöne meiner Blende ;o)
Anleitung für einen Untertritt für Kleid Laura
Der Untertritt sollte aus möglichst dünnem Stoff genäht werden und auch nicht mit Einlage bebügelt sein. Im besten Falle ist er dann nämlich rein gar nicht sichtbar von außen und zeichnet sich auch nicht durch das Kleid ab.
Ihr braucht ein Stoffrechteck.
Länge: So lang wie der Reißverschluss plus Nahtzugabe (oder auch länger, der Rest wird später einfach abgeschnitten)
Breite: Die gewünschte Breite plus doppelte Nahtzugabe: Ihr könnt mit dem Untertritt den kompletten Reißverschluss bedecken oder auch nur die Metallzähnchen.
Das Rechteck für meinen Untertritt war ca. 33cm x 8cm
- Zunächst wird das Stoffstück an der langen Kante rechts auf rechts gefaltet, kurz gebügelt und anschließend an einer kurzen Kante mit 1cm Nahtzugabe abgenäht. Die Ecke kurz vor der Naht abschneiden, wenden und Bügeln. (Bild 1)
Die lange Kante kann offen bleiben. - Nun wird die erste Seite der Reißverschlussblende vorbereitet. Dafür könnt ihr zunächst der Original-Anleitung von Kleid Laura von Schritt 1 bis (inkl) Schritt 5 folgen.
Die zweite Seite nähen wir nun leicht anders, ich beschreibe sie euch nachfolgend. Wahrscheinlich ist es am einfachsten wenn ihr den Punkten beim Nähen Schritt für Schritt folgt, dann ergibt sich alles.
- Der Reißverschluss liegt vor euch und dabei schaut die Vorderseite mit dem Zipper nach unten.
- Da man den Untertritt von außen eben nicht sehen soll, darf er beim Zusammenstecken und Nähen nicht mehr verrutschen, daher wird die Reißverschlussrückseite an der äußeren Kante mit Wondertape vorbereitet. So kann der Untertritt perfekt positioniert werden. Den Klebeschutz des Wondertapes bekomme ich übrigens am besten ab wenn ich vorm Abziehen ganz kurz drüber bügle.
- Auf diese beklebte Reißverschlussrückseite wird nun der Untertritt geklebt: Die kurze vernähte Seite zeigt nach oben, die offene Seite nach unten. Die lange geschlossene Seite zeigt nach innen, die lange offene Seite liegt außen an der Seite an der später Blende und Kleidausschnitt zusammengenäht werden. Den Untertritt aber nun NICHT oben an der Schnittmarkierung anlegen an der der Reißverschluss startet. Stattdessen etwas weiter unten am Zipper orientieren. Wird er ca. 1mm unterhalb des Zipperanfangs positioniert (Bild 2), ist er später von außen gar nicht sichtbar :o)
- Auf diesen Untertritt wird nun mit der rechten Stoffseite nach unten die Blenden-Innenseite (ohne Einlage) positioniert. Die Schnittmarkierung der Innenblende wird auf Höhe des RV-Anfangs positioniert, nicht auf Höhe des Untertritts! (Bild 3)
- Diese Schichten schon mal provisorisch feststecken.
- Dann alles zusammen umdrehen, so dass die RV-Vorderseite oben liegt.
- Nun die Außenblende mit der rechten Seite nach unten (re auf re) auf den RV legen und alles final feststecken (Bild 4). Die Knipse von Außen- und Innenblende wieder exakt übereinander positionieren, so dass sie auf Reißverschlusshöhe zusammenpassen, nicht auf der Höhe des Untertritts!
- Nun kann auch diese Seite genäht werden. Wenn ihr anschließend alles aufklappt und zurecht bügelt müsstest ihr wie auf Bild 5 eine Blende bekommen haben bei dem der Untertritt von außen nicht sichtbar ist und beim Öffnen (Bild 6) sowie von innen (Bild 7) sauber verarbeitet ist
- Ihr könnt nun mit Schritt 7 der Originalanleitung fortfahren.
Ich bin sehr begeistert von meiner selbst überlegten Lösung. Also nicht nur weil ich selber ausprobiert habe wie es klappen könnte. Schon hauptsächlich, weil der Untertritt wirklich unsichtbar ist von außen, dabei aber wirklich tolle Dienste tut. Und weil ich die Kombination aus goldenem Reißverschluss und ockerfarbenem Stoff mit goldenen Punkten wunderschön finde. Erwähnte ich schon, ich weiß. Von mir aus wäre ich aber garantiert nicht auf die Idee gekommen einen Metallreißverschluss zu verwenden, von daher darf das ruhig öfter erwähnt werden 😉
* ((Edit: Da ich bei meiner Websuche für eine Anleitung nach „Reißverschlussbeleg“ gesucht habe und nicht nach „Untertritt“ konnte ich wohl nichts finden…….Lieben Dank an Nria, dass du mich korrigiert hast 🙂 ))
Wenn die gesamten Reißverschlussblende genäht ist, hat man eigentlich schon den Großteil des Kleides geschafft. Den Bereich unterhalb des Reißverschlusses sollte man wirklich seeehr vorsichtig und sorfältig nähen. Hier wurde mein Ergebnis tatsächlich von Kleid zu Kleid besser.
Was mir sehr gut gefällt und was ich schon von Mantel Marie kannte: Die Art und Weise wie die Taschenbeutel genäht werden. Allerdings vergrabe ich sehr gerne meine Hände tief in den Taschen und habe ab Kleid 2 tiefere Taschenbeutel genäht.
Da der Saum am Ende lediglich 2 mal umgeklappt und vernäht wird, freut es mich sehr, dass der Saum enstprechend angepasst ist und am Ende (trotz Hintern) hinten nicht zu kurz ist. Es gibt wirklich viele Schnitte die vorne und hinten einfach gerade und gleich lang sind. Und das sieht (immer!) komisch aus, wenn man dies nicht mit einem Rockabrunder selber löst. Da ich (noch) keinen besitze, hab ich mich sehr über einen perfekt fallenden Saum gefreut.
Die Fotos hat übrigens Muriel gemacht, mit einem Hintergrund den uns Anna zur Verfügung gestellt hat. Ein Riesen-Dankeschön an euch beide. Der Hintergrund passt einfach so viel besser zu dem Kleid als ein verregneter Vorgarten oder mein viel zu unruhiges (und der Jahreszeit entsprechend dunkles) Nähzimmer
Zu meinem Weihnachtsoutfit gehört übrigens noch ein wahnsinnig toller Mantel, ebenfalls von Claire Massieu. Den zeige ich euch im nächsten Beitrag :o)
Fakten:
Schnitt:
Kleid Laura von Claire Massieu; genäht in Größe 36
Änderungen: Oberteil gekürzt (ich habe mir leider nicht gemerkt um wieviele cm), Untertritt hinzugefügt (siehe Anleitung im Beitrag), Taschenbeutel verlängert (nicht sichtbar auf den Bildern)
Stoff:
Organic Cotton Sateen Ultra von Spoonflower (Design: „sprinkly gold dots copper“ von Chrystal Walen)
Blackwood Cardigan von Helen’s Closet
Ich zeige euch heute den Blackwood Cardigan von Helen’s Closet. Und das ist die perfekte Gelegenheit auch mal zu zeigen wie das hier mit den Fotos abläuft. Es ist nämlich NICHT so, dass ich jederzeit eine tolle Fotografin / einen tollen Fotograf zur Hand hätte, der nur darauf wartet, dass ich wieder etwas fertig genäht habe. Ehrlich gesagt ist es oftmals ein großer Krampf überhaupt Fotos meiner fertigen Projekte bekommen zu können. Und wenn ich je überlegt habe mit dem Bloggen aufzuhören, dann nur, weil genau dieser Punkt „Fotos machen“ bis heute ein Problem darstellt.
Ich mag es mir Gedanken über Nähprojekte zu machen und später auch alles von der Idee bis hin zu allen Nähschritten und Änderungen zu berichten. Und ich mag es auch nach Jahren immer noch sehr gerne meine Projekte hinterher stolz zu zeigen. Vor allem, wenn ich mit einem Kleidungsstück mal wieder Näh-Neuland betreten habe. Aber dann ist alles geschafft und gefühlt kommt die größte Hürde erst am Schluss: Die Fotos!!!
Ich jammer hier auf hohem Niveau. Ich muss nämlich keine Selbstauslöser- oder Spiegelfotos machen und dafür kann ich ja auch mal dankbar sein. Bisher bekam ich noch jedes Mal meinen Mann überredet auf „schnelle Fotos“ mit mir rauszukommen. Und so schnell und kurz (und stressig) läuft das dann auch immer ab: Ich stehe eigentlich noch gar nicht bereit, da sind schon die ersten Schnappschüsse im Kasten. Und während ich noch erzähle welche fotografischen Ausschnitte mir am heutigen Kleidungsstück wichtig sind, wird weiter geknipst in der Hoffnung wir sind dann schneller fertig. Immer gefolgt von einem sehr zeitnahen „Reicht das??“
Am Ende suche ich mir aus 50 Fotos Schnappschüssen die paar Bilder aus, die durch Zufall scharf wurden und ggf. noch den richtigen Ausschnitt haben. Merkte man bisher nicht? Dann kommt mal mit zur Fotosession vom Blackwood Cardigan 😉
Übrigens ist mein Mann nur mit der Kamera „verfeindet“. Wenn ich Ösen einschlagen muss oder Wolle wickeln, mit dem Plotter mal wieder nicht zurecht komme (und bei vielem weiteren) ist er unheimlich geduldig an meiner Seite und hilft wo er kann ♥♥♥
Jetzt hab ich noch gar nichts zum Schnitt erzählt. Es war mein erster Versuch mit dem Blackwood Cardigan, von dem ich mir lange eingeredet habe ich bräuchte ihn nicht. Denn er ist nicht verschließbar. Das war tatsächlich das einzige was mich lange vom Kauf abgehalten hat. Denn die Passform war exakt so, wie ich sie mir vorgestellt und bei keinem anderen Cardigan gefunden habe. Also hab ich ihn nach langem Hin und Her doch gekauft. Ein bisschen hab ich mir die Ausgabe auch damit schön geredet, dass ich als Schwarzwald-Bewohnerin natürlich den Blackwood Cardigan brauche. Haha!
Für den ersten Versuch hab ich mal wieder wenig mutig keinen Lieblingsstoff genommen. Ein Strickstoff von Swafing (namens Marc) musste herhalten. Es war ein Onlinekauf und ich habe ihn auch noch mal in Gelb. Beide Stoffe sind hübsch, aber leider nicht weich. Ich war wirklich etwas enttäuscht als sie da waren.
Aber trotzdem habe ich den Cardigan, den ich im Frühling genäht habe, vom ersten Tag an rauf und runter getragen!! Ich liebe einfach wie er sitzt und dass er einen irgendwie groß und lang einhüllt. Eine Warnung muss ich aber aussprechen: Die Arme sind wirklich knapp bemessen und dürften enger nicht sein. Also ich passe rein, hab aber auch wirklich schmale Arme. Genäht habe ich Größe M, was auch der Maßtabelle entsprach.
Ich habe ihn mir nun noch mal 2 Nummern größer plotten lassen um einen Oversize-Look-Versuch mit Jersey zu machen. Den passenden Jersey dafür habe ich leider noch nicht entdeckt.
So, wie war das nun mit euren Fotos für den heutigen Me Made Mittwoch??
Rock Hélène von Claire Massieu
Der Rock Hélène ist mir bei Instagram durch das Gummiband-Detail am Bund schon öfter aufgefallen. Ich habe bisher immer gezögert den Schnitt zu kaufen. Ich wusste, dass dies ein Rock für Nähanfänger ist und evtl. habe ich dadurch bisher gezögert, denn ein Nähanfänger bin ich ja nicht. Nachdem mir der Rock nun zum fünften Mal so positiv aufgefallen ist, fand ich meine eigenen Zweifel dann doof. Ist doch toll, wenn man ein einfaches, schnelles Projekt bekommt durch diesen Schnitt.
Falls aber doch Nähanfänger mitlesen und sich überlegen, ob sie diesen Schnitt nähen möchten: Beim Kauf des Schnittes erhält man auch einen 18-seitigen Nähratgeber als PDF-Datei. Das hat mich überrascht und ich habe gleich mal drin geblättert. Er ist sehr liebevoll gestaltet und so einen Ratgeber hätte ich in meinen Anfängen auch sehr gerne gehabt.
Aber die Anleitung selber ist auch sehr verständlich. Ich habe ja schon mal den Mantel Marie von Claire Massieu genäht. Und damals war ich sehr begeistert von der ausführlichen Schritt für Schritt Anleitung. Und obwohl ein Rock für mich somit kein Hexenwerk ist, muss ich sagen, dass mir auch hier die Anleitung sehr viel gebracht hat. Es wurde wirklich an alles gedacht. Dinge die ich bei manchen Schnitten noch mal nachschlagen würde, im Text manchmal suchen muss (oder mich auch weiterhin fragen muss, weil gar keine Info vorhanden ist), tauchen hier von Anfang an in sinnvoller Reihenfolge auf und es bleibt einfach keine Frage offen.
Übrigens wollte ich den Rock dann auch gleich so spontan nähen, dass mich ich entgegen meiner heiligen Regel „Nie mehr Schnittmuster kleben, weil es mich in den Wahnsinn treibt und einfach nie aneinander passt“ doch an den A4 Schnitt gewagt habe. Und entweder war ich diesmal geduldiger oder aber die A4-Druckdatei professioneller – es passte alles perfekt aneinander. Yeah. Das fing schon mal gut an.
Womit ich erst gar nicht gerechnet habe: Der Rock wird gefüttert und dementsprechend ist auch ein Futter-Schnittteil dabei. Das finde ich wirklich extrem gut, denn meiner Meinung nach braucht jeder Rock ein Futter!! Es ist soooo ätzend, wenn man einen Rock mit Strumpfhose anhat und der Rock sich sofort seinen Weg hoch sucht. Aber obwohl dies ein allseits bekanntes Problem ist, sind mir damals als Nähanfängerin ausschließlich einfache Rockschnitte über den Weg gelaufen, bei denen kein Futter verarbeitet (und entsprechend auch nicht erklärt) wurde.
Was aber auch jeder Rock braucht sind Taschen! Die waren nicht dabei und hier kommen wir zu meiner ersten Änderung an dem Schnitt: Ich habe Nahttaschen hinzugefügt.
Diesmal habe ich nicht zuerst den Stoff und dann das Futter und dann das Zubehör entsprechend rausgesucht. Ich habe den Schnitt eigentlich sogar gekauft weil ich schon so lange dieses coole Gummiband daheim habe. Ich wollte es unbedingt an einer sehr sichtbaren Stelle vernähen. Und wo könnte ich es besser in Szene setzen als mit diesem Rock?
Die Stoffauswahl hat das dann aber auch gleich extrem eingeschränkt. Dunkle Stoffe würden hier sicher gut passen. Besitze ich aber nicht mehr. Ich habe 2 x im sehr großen Stil aussortiert. Das erste Mal nachdem mir klar war welche Farben mir stehen und welche vor allem nicht.
Das zweite Mal jetzt gerade erst: Nachdem ich vor kurzen einen ganz bestimmten Stoff gesucht habe, hab ich erst Riesenchaos veranstaltet, dann eine komplette Aufräum-/Umräum-/Putz-Aktion draus gemacht (spontan abends um neun – aber man kann es sich nicht aussuchen wann einen der Hafer sticht) und am nächsten Morgen ebenso spontan (aber schon so lange notwendig) mit dem Mann zusammen einen großen Nähzimmerschrank geplant und gekauft. Zuvor hatte ich meine Stoffe in zwei offenen Regalen in denen leider ein paar Stoffe ausgeblichen sind. Es kommt sehr viel Sonne in das Zimmer und an eben genau diese Stelle wo die Stoffregale standen. Zusätzlich hatte ich noch ein paar durchsichtigen Kisten mit Deckel und 2 Umzugskartons waren gefüllt mit Stoffresten aber auch Deko- und Taschenstoffen. Und das sah mal richtig schäbig aus, dass diese Umzugskartons da jetzt drei Jahre sichtbar standen (Naja… leicht unter den Zuschneidetisch geschoben, aber dennoch sichtbar). Mir fehlte einfach richtig viel Stauraum.
Der neue Schrank steht. Groß ist er geworden, da ich sehr hohe Decken im Nähzimmer habe, das galt es nun mal auszunutzen. Nun darf ich ihn vollräumen einräumen 🙂

Der Größenunterschied ist erst auf den zweiten Blick sichtbar, wenn man mal auf die Größe der rosa Schneiderpuppe achtet
Der neu gewonnene Platz ist richtig Luxus für mich. Ich hab jetzt sogar einen festen Platz für die Stickeinheit meiner Nähmaschine nebst Stickzubehör. Das stand vorher auch alles offen rum und natürlich staubte das auch entsprechend ein. Vor das gezeigte Fach kommen aber auch noch 2 Türen, die waren nicht gleich verfügbar.

Die Leiter werde ich wohl des öfteren benötigten. Und für die obersten Fächer muss ich den Mann rufen 😉
Seit Jahren habe ich geplant mal alle Stoffe auszumessen damit ich sie per App auflisten kann und auch jederzeit unterwegs sehe von welchem Stoff ich welche Menge zur Verfügung habe. Da ja nun eh einmal alle Stoffe raus mussten (und nicht wieder alle rein durften), habe ich das nun endlich in Angriff genommen. All die Stoffe die ich immer noch sehr gerne mag kamen in 80 cm breite Schubladen, wurden nach Thema sortiert, akkurat gefaltet (die Jerseys gerollt) und sind nun alle auf einen Blick sichtbar, wenn ich die Schublade aufmache.
Die Stoffgröße hängt ebenfalls an. Bei dieser Ordnung hüpft mein innerer Monk voller Freude, weil er auf diesen Tag ganz lang gewartet hat. Die Katalogisierung per App erfolgt aber erst im zweiten Rutsch, wenn ich wieder etwas mehr Zeit habe.
Nachdem aber nur noch die geliebten Stoffe mit in den Schrank durften, hab ich nun ein kleeein wenig das Gefühl, dass ich kaum noch Stoffe hab. Ich darf also offiziell wieder nachkaufen 😉
Die Stoffwahl für den Rock fiel mit der schmalen Auswahl nun wirklich leicht. Zu dem Gummi passte jetzt nur noch ein einziger Stoff aus dem Stash. Ein Leinen vom KBC. Er hat einen ganz leichten Braun-Beige-Ton und einen leichten Rosé Touch. Eigentlich war auch dieser nur bedingt tauglich, weil ich nur 1,10m x 1,40m davon besaß statt der erforderlichen 1,30m x 1,40m. Ich musste das Rockteil um 3cm kürzen und das Futterteil um 2,5cm.
Ich mag, dass der Rock durch das Abnähen oberhalb und unterhalb des Gummibands einen minimalen paperbag-waist-Effekt gibt. An richtige Schnitte für paperbag pants oder skirts habe ich mich bisher noch nicht gewagt.
Ich hätte sehr gerne ein cremefarbenes Futter verwendet. Aber ich wollte das Projekt nicht unterbrechen, um noch Stoff zu kaufen. Also habe ich vorhandenes silbergraues genommen und finde mittlerweile, dass es sehr gut passt. Vor allem aber hat es sich soooo gut verhalten. Es ließ sich sehr gut (und auch mit hohen Temperaturen) bügeln, super gut vernähen und es knittert und knistert nicht. Leider bin ich nicht mehr sicher wo ich es gekauft habe, aber es reicht noch für einen weiteren Rock.
Das Dokumentieren mit einer App ist auch für sowas wirklich sinnvoll: Ich kann beim Vernähen oder Zeigen oftmals gar nicht mehr sagen wo ich etwas Jahre zuvor gekauft habe. Das ärgert mich, wenn ich einen Blogbeitrag schreibe. Vor allem aber ist es ärgerlich, wenn ich einen Stoff so oder ähnlich gerne nochmal kaufen würde, weil die Qualität einfach so toll ist.
Der Rock besteht aus 6 Bahnen. Sie sind schnell aneinander genäht und ich mag den Fall den sie geben.
Wenn ich Gummiband verwende muss ich oft meine eigene Länge rausfinden, meist ist es weniger als angegeben. Aber diesmal konnte ich nach der Länge in der Anleitung gehen, es hat perfekt gepasst. Einziehen musste es mein Mann. Ich bin mit den Jahren immer geduldiger geworden beim Nähen (und Auftrennen und neu nähen). Aber Gummibänder oder Kordeln kann ich immer noch nicht einziehen, das macht mich wirklich kirre wie langsam es da voran geht beim Schieben….
Ich bin übrigens sehr überrascht vom Ergebnis. Obwohl es ein Rock mit Gummizug ist, finde ich gar nicht, dass er wie ein einfacher / schneller Rock aussieht. Wisst ihr was ich meine? Es ist natürlich schon ein einfaches und schnelles Projekt, aber es überrascht mich wie schick er dennoch aussieht. Ich habe bisher nur Röcke mit Gummiband genäht die ich ausschließlich daheim trage, weil sie eher einen Freizeitlook haben. Dieser Rock darf offiziell raus.
Als erstes darf er nun zum Me Made Mittwoch. Ich hoffe ja eigentlich immer noch drauf, dass der Me Made Mittwoch mit neuem Team vielleicht doch noch mal zurück zum wöchentlichen Rhythmus findet…. 1 x im Monat ist einfach viel zu selten für das Lieblingstreffen im Internet.
Ich hinterlasse euch jetzt noch die kurzen Fakten und wünsche euch eine tolle Woche!
Viele Grüße,

Fakten:
Rock
Hélène von Claire Massieu; genäht in Größe 36
Änderungen: Nahttaschen hinzugefügt; Rockteil aus Stoffmangel um 3cm gekürzt, Futterteil um 2,5cm gekürzt
Stoff: Leinen vom KBC in Lörrach
Shirt
Das Shirt (JerseyCamiSole vom Schnittduett) habe ich schon in diesem Beitrag vorgestellt. Dort sind alle Infos zum Stoff und Schnitt sowie die vorgenommenen Änderungen beschrieben
kurze Version der Winslow Culottes mit JerseyCamiSole Sommertop
Die erste Winslow Culottes die ich mitte Juni genäht habe wurde sofort ein absolutes Lieblingsstück in meinem Kleiderschrank. Ich habe sie rauf und runter getragen in den letzen Wochen, da sie unschlagbar bequem ist und bei den warmen Temperaturen auch so schön luftig. Genäht hatte ich da die Version C (3/4 lang) mit Gummibund am Rücken.
Diesmal sollte es die Originalversion werden. Also normaler Bund mit nahtverdecktem Reißverschluss. Die Länge habe jedoch nicht ich ausgesucht sondern der Stoff. Ich habe ihn im letzten Herbst gekauft: Ein schimmernder Crêpe von Atelier Brunette in der wunderschönen Farbe Chestnut. 2 Meter hatte ich bestellt.
Als er ankam hab ich ihn sofort gewaschen, gebügelt und dann……… auf das Fensterbrett hinter dem Bügelbrett gelegt!! Keine Ahnung was ich mir dabei gedacht habe, aber dort lag er nun ein dreiviertel Jahr lang 🙁 Wer kann sich vorstellen was passiert ist?? Der zusammengefaltete Stoff ist natürlich an einigen Stellen richtig schön ausgeblichen. Mit Ach und Krach konnte ich die Schnittteile der kürzesten Winslow-Version auf den nicht-verblichenen Bereichen auslegen. Diese Version ist um einiges kürzer als meine Wohlfühllänge, aber ich wollte es trotzdem ausprobieren. Mein Fazit dazu: Ich finde die Länge gewöhnungsbedürftig, aber die Hose trotzdem sehr sehr schön. Stoff, Farbe und Schnitt sind einfach so toll, dass ich auf die Länge einfach gar nicht so sehr achte 😉
Ich habe diesmal Größe 6 genäht. Beim ersten Mal hatte ich Größe 8 gewählt, musste aber sehr viel Weite aus dem Gummiband rausnehmen. Da hier aber kein Gummiband vernäht ist, sollte ich mit dieser Hose besser nicht zu einem All you can eat gehen, denn sie passt nun an der Taille wie angegossen.
Die Farbe Chestnut oder auch Rostrot gefällt mir schon seit letztem Jahr unheimlich gut und ich habe ein paar Stoffe in der Farbe ergattert. Seit dieser Zeit schaue ich immer mal wieder nach Overlock-Konen in dieser Farbe. Bei der Nähmaschine schaue ich immer, dass Garn und Stoff perfekt zusammen passen. Aber auch für die Overlock mag ich es gern, wenn die Farbe zumindest ähnlich ist. Aber rostrote Konen kaufen? Keine Chance!! Falls doch jemand einen Tipp hat, der ist sehr willkommen. Ich habe mir nun erstmal mit Madeira Aerofil ausgeholfen. Farbnummer 8651 passt perfekt zu Chestnut.
Ich hatte zunächst nur einen nahtverdeckten Reißverschluss in Orange. Dass Atelier Brunette auch die passenden Knöpfe, Bänder und Reißverschlüsse liefert, wusste ich lange nicht. Ich hatte die Stoffe bisher immer nur in deutschen Shops gekauft, die eben nur Atelier Brunette Stoff führten, aber kein Zubehör. Als ich den Chestnut Reißverschluss bei der Stoffquelle sah war die Hose längst angefangen. Und obwohl ein nahtverdeckter Reißverschluss ja (wenn es denn gut läuft) nicht sichtbar ist und nur der Zipper rausschaut, war ich sehr glücklich über den Fund und musste ihn kaufen. Der Reißverschluss ist einfach das perfekt passende i-Tüpfelchen für die Hose.
Die Hose war übrigens frisch gebügelt. Das ist wirklich der einzige Nachteil des Stoffes: Bügeln geht super, hält aber nur so lange an, bis man sich kurz bewegt hat. Dafür fällt der Stoff wunderbar fließend für den Winslow-Schnitt mit den großen Falten.
Ich wusste lange nicht mit welcher Shirt-Farbe ich die Hose kombinieren sollte. Im Kleiderschrank hatte ich jedenfalls nichts passendes. Während ich auf den Reißverschluss gewartet habe, hab ich mich dann mit der Shirt-Problematik beschäftigt. Der einzige im Stash befindliche passende Stoff war ein cremefarbener Mikrofaser von Sewy den ich eigentlich für ein Unterkleid gekauft habe. Stattdessen wurde nun ein JerseyCamiSole Top daraus. Die Verarbeitung habe ich wieder verändert und hier schon beschrieben, bzw. am Ende des Beitrages auch noch mal zusammengefasst.
Der Mikrofaser schimmert ebenso wie der Crêpe der Hose leicht und daher passt beides wirklich perfekt zusammen. Man sieht das auf den Fotos leider nicht, aber der leichte Glanz und diese glatte Oberfläche machen das Outfit gleich schicker / hochwertiger.
Die Fotos hat mein Mann in der Abendsonne gemacht, als wir gerade auf dem Weg zum Sommerfest in unserem Ort waren. Ich habe mich auf dem Fest in dem Outfit sehr wohl gefühlt. Wir waren übrigens mit den Rädern dort und das ist eben das perfekte an der Winslow Culotte: Sie fällt wie ein Rock und ist dennoch eine Hose mit der man perfekt Radfahren kann. Einfach nur praktisch!!
Mir war übrigens von Anfang an klar, dass ich alle 4 Versionen des Schnittes testen werde. Und dann gibt es ja auch noch weitere Hacks.… Es wird also in Zukunft noch mind. 2 weitere Winslow-Culottes-Berichte geben 🙂
Fakten, zusammengefasst:
- Winslow Culottes von Helen’s Closet in der Version A; Größe 6
Stoff: Crêpe von Atelier Brunette in der Farbe Chestnut; bestellt bei „Elsbeth und ich“ - JerseyCamiSole vom Schnittduett
Größe 36
Änderung: Komplettbeleg zugeschnitten aus Vorder- und Rückenteil statt Belegstreifen
(und andersrum angezogen: Vorderteil mit tieferem Ausschnitt als Rückenteil)
Stoff: Mikrofaser cremeweiß von Sewy
Kleid mit Fotoprint: Knit Dress 3024 von Jalie
Werbung, da Schnitthersteller und Marken genannt werden. Alles selbst gekauft
Heute zeige ich mal nichts neu genähtes, sondern ein Kleid das ich schon vor 4 Jahren genäht habe. Die Fotos sind vom letzten Jahr. Stoff und Schnitt sind also ausgiebig getestet.
Ich habe den Stoff bei KBC in Lörrach gekauft. Ein Jersey mit einem großen Fotodruck. Oben sehr hell und zart, unten sehr dunkel und wuchtig. Ich war hauptsächlich neugierig, da ich noch nie etwas in der Art vernäht hatte.
Einen passenden Schnitt zu finden war auch entsprechend schwer. Ich wollte dass das Motiv komplett sichtbar bleibt und keine Abnäher oder ähnliches das Muster zerstören. Auf Figur sollte das Kleid aber dennoch geschnitten sein.
Ich habe dann den Schnitt 3024 von Jalie gefunden: ein Jersey Kleid das mit einem Taillenband verarbeitet wird. Genäht habe ich Version C.
Die Ausschnitte werden mit schmalen Jerseystreifen versehen. Das ist etwas friemeliger als die gewohnte Breite von anderen Schnitten, sieht aber auch entsprechend feiner und professioneller aus: 
Als ich das Kleid genäht habe, hatte ich ein paar wenige Kilo mehr drauf und muss ganz ehrlich zugeben, dass ich mich sehr unwohl drin gefühlt habe, da sich durch den dünnen Stoff wirklich alles abzeichnet. Jede noch so kleine Delle steht auf dem Präsentierteller. Das Kleid ist außerdem ein wenig durchsichtig, das sieht man bei der Rückansicht ganz gut.
Die Fotos sind aber wie gesagt nicht aus der Zeit und inzwischen fühle ich mich wohler in dem Kleid. Und wenn die Temperaturen sehr hoch sind, freue ich mich über das Kleid mit dünnem Stoff. Die große Liebe wird es dennoch nicht mehr, denn mittlerweile zeigt der Stoff deutliche Gebrauchsspuren und das obwohl ich das Kleid wahrlich nicht rauf und runter getragen habe.
Was ist mit euch – zeigt ihr auch Kleidungsstücke auf dem Blog die eher doch keine Favoriten sind?
Konzert-Outfit: JerseyCamiSole Top und Palisade Pants (Shorts) mit Funktionstaschen
Werbung, da Schnitthersteller und Marken genannt werden. Alles selbst gekauft
Heute zeige ich mal kein gewöhnliches Sommer-Outfit sondern eines das sehr geplant und durchdacht für ein Open Air Konzert entstanden ist.
Am vorigen Wochenende gab die britische Band MUSE ein Konzert in Köln. Schon lange war diese Band der letzte Punkt auf meiner imaginären „Muss-ich-unbedingt-live-gesehen-haben“ Konzertliste.
Zusammen mit meinem Mann bekam ich im Sommer 2018 schon einen kleinen Vorgeschmack wie grandios diese Band bei Liveauftritten sein wird: Zur Drones World Tourgab es in vielen Kinos eine Mischung aus Konzertübertragung und Dokumentation. So auch in Freiburg. In einem Kino – das klingt natürlich erstmal komisch, war aber besser als erwartet, auch wenn es schwierig ist bei der genialen Musik im Kinosessel sitzen zu bleiben. Wir waren jedenfalls dadurch schon geflasht und kamen mit dem Plan aus dem Kino: Die nächste Tour findet nicht ohne uns statt!! Ein paar Monate später wurde bekannt, dass MUSE 2019 mit dem Album „Simulation Theory“ auf Tour gehen wird. Es war geplant, dass sie Ende Juni in Köln ihren einzigen Liveauftritt in Deutschland haben werden. Wir haben nicht lange gefackelt und die Konzertkarten gekauft sobald es möglich war. Innenraum-Stehplätze natürlich, denn sitzen bleiben geht wie gesagt bei so einer Band nicht! Um Bahnfahrkarten und Hotel hatten wir uns auch direkt gekümmert, somit stand der Plan.
Je näher das Konzert rückte desto mehr rückte die Frage „Was ziehe ich eigentlich an??“ in den Vordergrund . Vor allem im Hinblick auf das Wetter. Es waren Temperaturen bis zu 40 Grad angesagt. Das braucht man generell schon nicht, aber erstrecht nicht bei einem Open Air Konzert.
Zusätzlich zur Frage wie wir diese Hitze an dem Tag überstehen sollen, stellte sich mir aber noch die Frage was wir alles mitnehmen müssten und wie wir das ohne Tasche mitbekommen. Auf den Karten stand: Keine Taschen erlaubt. Auf der Webseite stand: Taschen nur bis DINA4-Größe. Das ist schon mal keine einheitliche Aussage, aber Rucksäcke auf Konzerten sind eh nicht der Hit. Sowohl für mich (Diebstahlgefahr, ständiges Tragen und aufpassen müssen) als auch für alle die um mich herum stehen. Aber wie nimmt man als Frau alles was man braucht ohne Tasche selber mit?
Also klar war: ich brauche ein selbstgenähtes und vor allem neues Outfit wenn es diese Kriterien erfüllen soll. Ich habe dann erstmal überlegt was ich von einem Konzertoutfit erwarten würde:
- ich möchte mich gut bewegen und tanzen können.
- Ich möchte keinen Gedanken daran verschwenden, dass irgendwas an meinem Outfit unpraktisch oder gar unbequem ist. Stoff und Schnitt sollten völlig unkompliziert sein. Sowohl beim Nähen als auch beim Tragen später.
- Rock oder Kleid kamen für mich daher nicht in Frage, denn ich möchte mich setzen können wie, wo und wann immer ich möchte. Also eine Hose!
- Ich wollte ohne Handtasche oder Rucksack zum Konzert, brauchte daher entsprechend Taschen an meiner Hose.
- Das gesamte Outfit müsste aber auch relativ schnell zu nähen sein. Dass ich die Temperaturen bereits vorausgesagt bekam lässt es nämlich schon erahnen: Ich habe erst eine Woche vorher mit der Planung des Outfits angefangen….
Die Konzert-Hose
Ich habe überlegt was ich bei solch einem Konzert unbedingt mitnehmen muss. Das Ergebnis zeige und erkläre ich gleich zusammen mit den Fotos. Daher verrate ich schon mal, dass ich anhand meiner Kriterien (schnell nähbar, keine großen Anpassungen, viele Taschen) nach langer Suche zum Schnitt „Palisade Pants“ von Papercut Pattern gelangt bin. Diese Hose hat seitlich und hinten einen Gummibund (hier hatte ich mir ein schnelles gut sitzendes Ergebnis ohne Anpassungen versprochen. Haha- dazu später mehr), an beiden Seiten sich überkreuzende Taschen (sieht gut aus und ergibt zusammen schon mal 4 Taschen) und auch eine kurze Variante ist im Schnitt enthalten. Auf den Schnitt hatte ich eh schon ein Auge geworfen und ich hatte auch keinerlei Lust mehr noch länger nach einem Schnitt zu suchen, den es so anscheinend gar nicht gibt. Daher fiel die Wahl auf die Palisade Pants in der kurzen Version.
Mein Handy wollte ich gerne mitnehmen. Ja, man könnte das auch mal für einen Tag auf dem Hotelzimmer lassen. Und ich bin garantiert keine von denen die während eines Konzertes dauerhaft das Handy hochhalten und filmend das Konzert erleben. Aber wohler fühle ich mich schon, wenn ich im Gedränge meinen Mann wiederfinden möchte oder eben doch ein paar Erinnerungsfotos machen möchte. Die schon vorhandenen Taschen waren komplett offen und mir daher zu unsicher. Das Handy wäre darin weder tanzfest noch diebstahlsicher verstaut. Ich wollte unbedingt eine Reißverschlusstasche und da ich dem Schnittteil für das seitliche Bein eh einen extra Taschenbeutel hinzugefügt habe (für den Reißverschluss), konnte ich den Taschenbeutel auch passgenau für mein Handy abnähen.
Dass die Handytasche die exakte Maße hatte, hat sich beim Konzert auch als wirklich sehr praktisch erwiesen. Das müsst ihr mal ausprobieren, da rutscht dann einfach nix mehr hin und her, das ist wirklich toll! Sollte ich mal ein Handy mit anderen Maßen besitzen, kann ich das ganz einfach auftrennen und neu abnähen aber von außen sieht man nix 🙂
Geld, Zimmerkarte und Konzertkarten hat mein Mann für uns verwahrt. Das brauchten wir beide und mussten es ja nicht getrennt mitschleppen ;o)
Aber ein Problem gab es noch. Ich brauche auf Konzerten die Hände frei. Ich hasse es mit Becher oder Flasche in der Hand zu tanzen. Ich möchte mich frei bewegen können und auch jederzeit die Arme hochreißen oder klatschen können. Aber ich möchte auch vorher (bis das Konzert mal losgeht dauert es ja immer) nicht die ganze Zeit das Getränk in der Hand halten. Abstellen geht natürlich in der Menge nicht. Nicht-Trinken war bei den Temperaturen definitiv keine Option!! Aber es geht ja auch nicht nur um die vollen Getränke. Selbst wenn sie leer sind, kann man sich ja nicht ständig von ganz vorne wieder raus zum Getränkestand wühlen um lediglich die leeren Behältnisse wieder abzugeben. Das hat mich ehrlich gesagt schon auf so vielen Konzerten gestört, dass ich diesmal eine Lösung dafür wollte. Erst hatte ich an eine Art Blasebalgtasche gedacht. Aber zum einen ist die recht aufwändig anzunähen, zum anderen sieht eine Hose mit solchen Taschen auch schnell nach Wanderhose aus. Ich wollte die Tasche gerne dezent solange sie nicht verwendet wird. Ich habe ein paar Zeitschriften durchstöbert. Fündig wurde ich zunächst in einer Burda. Ich habe erst damit gekämpft den Schnittbogen überhaupt aus der Zeitschrift zu bekommen, dann hab ich die Taschenklappe auf dem Schnittbogen gar nicht erst gefunden und den Taschenbeutel zwar grob entdeckt, aber wirklich nicht komplett erkennen und abzeichnen können. Ich hab mich erst abgemüht, hatte aber dann keine Lust mehr auf Burda. Wie kann man es den Kunden nur derart kompliziert machen? Bzw. warum muss man jahrzehntelang so altmodisch bleiben? Man kann die Burda-Schnitte im Netz auch nicht suchen oder finden, weil sie weder einen Namen noch hashtag-fähige Nummern haben. Aber wenigstens abpausen sollte man sie doch können ohne das Heft an die Wand schmeißen zu wollen?
In der Ottobre Women 05/2008 wurde ich aber auch fündig. Ich brauchte ja gar nicht mal die passende Größe des Schnittteiles, eher eine Art Orientierung. Die Cargohose aus Canvas (Heftschnitt Nr. 5) hat sowohl seitliche Aufsetztaschen als auch Po-Taschen mit Klappen. Ich habe mich für die Po-Tasche entschieden und anhand von Becher und 0,5l-Flasche schon mal geschaut wie sehr ich sie verlängern muss.
Verlängern allein reichte aber nicht aus. Ein erster Test hat gezeigt, dass die Taschenbreite trotz Falte weder Becher noch Flasche aufnimmt. Ich habe die Tasche und auch die Falte etwas verbreitert und mir eine entsprechend passende Klappe gezeichnet.
Statt normalem Knopf habe ich einen Magnetverschluss genommen. Auch das hat sich später beim Konzert als sehr praktisch erwiesen.
Überhaupt war die ganze Tasche viel im Einsatz. Und natürlich sieht das dann mit Flasche oder Becher seitlich nicht mehr toll aus, aber das war egal, es war soooo praktisch!! Auch mein Mann musste seinen leeren Becher nicht mehr halten 🙂 (Bild ganz rechts)
Mit meinen Taschenfunktionen war ich während des Konzertes vollauf zufrieden. Und das Konzert selber war unglaublich gut!!
Zum Nähprozess muss ich aber auch noch ein paar Infos da lassen. Leider wurde die Hose nicht wie erhofft ein schnelles Projekt. Ich habe zunächst Größe S genäht, da meine Maße in der Tabelle einer S entsprachen. Das Ergebnis habe ich zwar anbekommen, aber es saß gar nicht gut. Das Gummiband war zu weit, aber es ist im Schnitt berücksichtigt, dass man das gut und schnell anpassen kann bevor man alles fertig näht. Die Hose war mir seitlich an den Oberschenkeln zu eng, während der Hintern aber doch noch sehr viel Platz hatte. Der Schritt saß viel zu tief oder aber der Bund viel zu hoch, je nachdem wo ich mir die Hose hingezogen habe. Und ich hatte bereits einen schmaleren Bund verwendet als angegeben, da mein Gummiband nur 3,5cm und nicht 5cm hoch war. Ich hatte aber alles schon fertig, alle Extrataschen schon fein säuberlich angenäht und insgesamt die Hose sehr sorgfältig vernäht. Die Erkenntnis dass ich die so eher nicht anziehen kann war dann ein wenig bitter. Aber es half nichts, ich musste die Hose noch mal nähen.
Für den zweiten Versuch habe ich Gr. M zugeschnitten. Ich hatte überlegt den Schritt anzupassen. Aber dann säße die Hose ja immer noch viel zu weit oben. Also hab ich den Schritt gelassen wie er war und die 2cm jeweils oben weggenommen wo der Bund angesetzt wird. Zusätzlich habe ich (wie auch schon beim Versuch mit Gr. S) die Hose um 3 inch verlängert, da ich die Shorts für mich persönlich zu kurz fand, aber auch für die Taschen die ich ja aufnähen wollte.
Vom Stoff hatte ich glücklicherweise noch genau so viel, dass ich exakt noch mal 1 Hose mit all ihren Taschenschnittteilen zuschneiden konnte. Ich weiß nicht mehr woher ich den Stoff habe, er ist schon lange bei mir. Aber ich hatte ihn mal für eine lange, weite Hose gekauft.
Für das Gummiband habe ich mich weiterhin an Gr. S orientiert und davon noch mal 10 cm weggenommen, so wie bei der ersten Hose.
Ich habe noch mal einen kompletten Tag lang zugeschnitten, genäht und gezittert, aber es hat sich gelohnt. Die nächste Hose passte. Sie wird kein Lieblingsschnitt. Ich finde weiterhin den Sitz am Hintern leicht pampersartig (je nachdem wie man steht mal mehr mal weniger, siehe Foto ganz unten, dort weniger….). Und ich habe auch vorne zuviel Platz. Seitlich an den Oberschenkeln ist es nun perfekt. Aber so generell ist die Hose nicht figurschmeichelnd. Ich bin trotzdem sehr zufrieden mit der Palisade Pants als Konzerthose und ich werde sie auch mal im Alltag tragen. Aber definitiv wird sie wieder als Konzerthose zum Einsatz kommen.
Eine lange Version der Hose werde ich trotz allem was mir an der Hose nicht so gefällt auch mal testen. Als Frühlingshose. Obwohl es im Schwarzwald eigentlich gar keinen Frühling gibt. Es gibt Sommer!!! 🙁 Herbst und Winter (meine beiden Lieblingsjahreszeiten) und dann kommt direkt wieder Sommer. Wirklich!!
Das Konzert-Shirt
Nachdem ich von meinem gelben JerseyCamiSole so begeistert war, wollte ich so ein Top auch für das Konzert nähen.
Der dafür verwendete Modal ist ein Kombistoff den es mal zum Stoff „Pfingstrose“ von Nestgezwitscher (über Lillestoff) gab. Ich hatte aber nur den Kombistoff bestellt, da ich den viel toller fand und musste viele Monate warten bis er dann endlich produziert wurde. Er sollte ursprünglich ein Kleid werden das ich dann aber nie genäht habe, weil der Stoff viel leichter war als erwartet.
Diese Sprenkel die für mich wie ein Lichterregen aussehen, fand ich aber so passend für das Thema Rockkonzert, dass ich es nicht weiter aufbewahren wollte bis der richtige Kleiderschnitt daher kommt.
Ein wenig „Funktion“ hat auch das Konzert-Shirt bekommen: Ich habe den Beleg wieder komplett zugeschnitten (also keine einzelnen Arm- und Halsausschnittstreifen wie im Schnitt vorgesehen) und habe dafür Mesh verwendet. Mesh wird häufig für Sportkleidung verwendet und ich wusste ich werde Tanzen (Tanzen = Bewegung = Sport), aber alleine schon wegen der Temperaturen ins Schwitzen kommen. Von daher fand ich meine Idee ganz schön schlau ;o)
Der eigentliche Vorteil des kompletten Beleges ist, dass man (mit Ausnahme des Saumes) keinerlei sichtbaren Nähte hat.
Auch hier habe ich wieder das Vorderteil für den Rücken verwendet, weil ich den tiefen Ausschnitt am Rücken einfach toller finde. Das bleibt jetzt für mich auch bei diesem Schnitt so!
Hier noch mal beides zusammen. Eine Kombination die aussieht wie ein ganz simples Sommeroutfit, das aber gar nicht so simpel ist 🙂
Der Me Made Mittwoch hat heute das Thema „Ich packe meine Koffer“. Beides war nun im Koffer nach Köln dabei, wenn auch nur für ein Wochenende. Ein längerer Urlaub ist grad nicht geplant, daher bleibt es bei dem einen Outfit bei mir heute. War ja eh genug Info für einen einzigen Beitrag 🙂
Ach, eins noch: Da ich den Modal ja eigentlich in Kleidermenge gekauft habe, hab ich mir noch einen passenden Rock genäht. Dafür hab ich die 6 Rockschnitteile des Aldaia Dresses (Version C) verwendet, zusätzlich einen Bund zugeschnitten und ein breites Gummiband mit eingenäht. Zusammen hab ich dann doch irgendwie noch mein Kleid bekommen. Jedenfalls auf den ersten Blick, oder?
Alle Infos in Kurzfassung:
Hose:
Schnitt: Palisade Pants (Papercut Patterns), Größe M
Stoff: das alte Problem: ich habe keinerlei Ahnung……
Änderungen:
- Zusätzliche Taschen konstruiert. Eine frei Schnauze (RV-Tasche) und eine mit Hilfe eines Schnittteiles aus der Ottobre Women 05/2008
- Hose um 3 inch verlängert
- Hosenschnitte obenrum 2 cm verkürzt damit Bund und Schritt besser sitzen
- Bund 1,5 cm schmaler zugeschnitten
- Gummibandlänge von Größe S gewählt Minus 10 cm
Shirt / Top
JerseyCamiSole (Schnittduett), Größe 36
Stoff: Modal von Lillestoff – Kombistoff zum Design Pfingstrose von Nestgezwitscher
Änderungen
- Komplettbeleg (aus Mesh) zugeschnitten aus Vorder- und Rückenteil statt Belegstreifen
- andersrum angezogen: Vorderteil mit tieferem Ausschnitt als Rückenteil
Winslow Culottes und JerseyCamiSole Sommertop
Werbung, da Schnitthersteller und Marken genannt werden. Alles selbst gekauft
Nachdem ich vom sommerleichten Tragegefühl der letzten Flint pants so begeistert war, wollte ich unbedingt für Culotte-Nachschub sorgen. Die Winslow Culottes von Helen’s Closet hat Annegret mir wieder in Erinnerung gerufen. Davon hatte ich mal tolle Versionen beim Erscheinen des Schnittes gesehen, hatte die aber aktuell nicht mehr auf dem Schirm. Inzwischen hat sich bei dem Schnitt sehr viel getan. Das Internet ist voll mit wundervollen Nähbeispielen und Helen hat zusätzlich zu ihrem Sew Along auf dem Blog noch ein paar Varianten beschrieben. Hier ist eine Übersicht.
Eigentlich starte ich immer gerne mit dem Original bevor ich mögliche Varianten nähe. Aber ich wollte einen blauen Stoff aus dem Bestand nehmen und konnte mir mit dem Stoff sofort die Version mit dem Gummibund am Rücken sehr gut vorstellen.
Es gibt 4 verschiedene Längen und ich werde sie definitiv alle testen, denn ich finde sie alle wunderschön. Jede Länge gibt einen komplett (!) anderen Look. Und jeder einzelne gefällt mir extrem gut. Für meinen blauen Stoff sollte es Version C (¾ lang) werden. Leider kann ich ihn auch weiterhin nur „der blaue Stoff“ nennen. Ich habe nicht mehr die geringste Ahnung woher ich ihn habe. Ich habe ihn online mal „mitbestellt“ damit der eigentliche Stoff den ich dringend haben wollte nicht ganz alleine reisen muss. Der blaue Stoff hat jedenfalls eine tolle Haptik: weich und gleichzeitig glatt, aber nicht zu glatt und mit einer Struktur. Weiter unten gibt es eine Nahaufnahme. Und er ist viel leichter als er aussieht. Also nicht superdünn (und lange nicht so dünn wie der Flint-Stoff) aber noch so, dass er mit diesem Schnitt schön fällt.
Mein Bund ist schmaler als vorgesehen. Das liegt daran, dass ich den ersten Zuschnitt versaubeutelt habe. Ich habe mit einem sehr langen Lineal und einem scharfen Rollschneider gearbeitet, aber dennoch Schlangenlinien produziert. Und als ich dann noch Vlieseline zuschneiden wollte, war noch ein Stück vom Bund im Weg und ich habe auch noch ein Loch mittenrein reingeschnitten. Für einen zweiten Zuschnitt war eigentlich nicht mehr genug Stoff übrig. Mit Mühe konnte ich noch einen Streifen mit 7 cm Höhe statt der geforderten 10 cm bekommen. Leider hatte das mehrere Folgen:
Ich hatte nicht mehr die erforderliche Nahtzugabe von 1,5 cm. Erst dachte ich: kein Problem, so viel Nahtzugabe braucht man ja nicht zwingend. Braucht man aber doch. Am Anfang werden an der Hose 2 Nähte innerhalb der Nahtzugabe gesetzt. Die erste sorgt dafür dass die gelegten Falten überhaupt befestigt werden. Eine weitere Naht sorgt noch dafür, dass sie nicht aufspringen. Diese Naht musste ich wieder entfernen, weil sie nun sichtbar außerhalb meiner NZ lag. Und natürlich hatte ich danach das Gefühl dass meine Falten jetzt leider extrem aufspringen. Was ich aber gerade an diesem Schnitt so sehr schätze ist, dass die Falten sich sooo toll legen und dass sie diese Rockform simulieren ohne sich vorne pampersartig aufzuplustern. Das wollte ich natürlich nicht zerstören, daher hab ich die Falten jeweils sichtbar aber mit einem sehr kurzen Stich fixiert.
Der Stoff war übrigens nicht gnädig. Die längere Linie, die ich wieder auftrennen musste, ist zumindest für mich noch sichtbar. Sicher würde mir da niemand so genau hinschauen, aber ich weiß es und sehe es. Beim Sitzen verschwindet das aber in der Sitzfalte.
Eine andere Folge des zu schmalen Bundes: Ich hatte das perfekte breite, feste und gleichzeitig weiche Gummiband in Blau im Vorrat. Blau wie meine Hose (jaaa das Gummiband ist eingearbeitet und niemand sieht es, aber ich kann mich selbst über sowas freuen). Aber das war jetzt leider zu breit für den nun schmaleren Bund. Ich habe ausgerechnet, dass mit meinem Bundmaß, der Minimum-Nahtzugabe (so dass immerhin der erste Falten-Feststepp-Stich verdeckt ist) und ein wenig „ease“ genau 18 mm bleiben für ein Gummiband. Ich hatte nur welches mit 1cm Breite und 2 cm Breite und musste daher mein Projekt erstmal auf Eis legen. Aber dafür hab ich mich gefreut, dass es bei Prym tatsächlich Gummiband mit 18 mm Breite gibt.
Ein paar Tage später ging es dann weiter, der Bund konnte fertiggestellt und das Gummiband eingezogen werden. Es wird nur für das Rückteil benötigt und entsprechend der Rückenbreite zugeschnitten. Nach der Anprobe musste ich leider feststellen, dass die Hose um einiges zu groß war und die Hose nur von der Hüfte gehalten wurde. Also hab ich einen Teil wieder aufgetrennt und das Gummiband um 10 cm gekürzt. An diesem Punkt war ich sehr froh, dass ich den Hack von Helen verwendet habe. Alles noch mal abtrennen und den kompletten Bund am nahtverdeckten Reißverschluss anzupassen wäre aufwändiger geworden. Ich konnte mit dem Rückengummi schummeln um die Hose schmaler zu machen. Das Problem ist natürlich nur aufgehoben und nicht aufgeschoben. Ich weiß jetzt, dass ich nicht die Größe 8 bei diesem Schnitt habe. Aber welche es stattdessen ist, ob eine oder gar zwei Nummern kleiner, muss ich noch ausprobieren. Meine nächste Version soll die Originalversion mit nahtverdecktem Reißverschluss werden, da hab ich dann entweder Glück oder werde es nur verspätet anpassen müssen.
Nach diesem ganzen Aufwand rund um den Bund war die Hose dann aber schon fast fertig. Man kann den Saum der Hosenbeine versäubern und 1 x umklappen oder 2 mal umklappen. Ich hätte mich über letzteres gefreut, hab mich aber wegen des dünnen Stoffes nur ersteres getraut, damit das nicht so sehr aufträgt.
Die Hose hat Nahttaschen die die perfekte Größe haben und auch die perfekte Platzierung. Man kann wunderbar die Hände drin vergraben.
Das Ergebnis finde ich sehr sehr toll. Die Hose hat wirklich die Eleganz eines Rockes, ist aber so praktisch wie eine Hose. Gleich am nächsten Tag habe ich mir ein passendes Shirt genäht. Ich finde es schön, wenn die Shirts in die Culottes gesteckt werden können oder am Bund enden. Findet sich beides nicht wirklich in meinem Kleiderschrank bisher.
Ich hab mir kurz vorher auch noch den Hosenschnitt „Lola“ von Schnittduett gekauft habe und hier zeigt sich mein Einkaufsverhalten noch mal deutlicher: Es ist ein PDF-Schnitt zum run-ter-la-den! Und dennoch hab ich mir gedacht „oooch, jetzt nur den einen Schnitt zu kaufen ist ja doof – was haben die denn noch so?“ Und dann waren noch ein U-Boot-Shirt-Schnitt im virtuellen Einkaufskorb und eben dieses hier gezeigte Sommertop JerseyCamiSole. Wobei das zwar online so hieß, der Hashtag bei Instagram aber lasolejerseycami lautet (wohl weil es aus der la sole collection ist. Aber das muss man halt auch erstmal wissen) und auf dem Plot leider gar nichts drauf steht. Das war etwas verwirrend.
Das Top hat sowohl vorne als auch hinten einen V-Ausschnitt. Ich habe das Shirt allerdings verkehrtherum an, da ich gemerkt habe, dass es bei diesem Schnitt noch schöner ist, wenn der Rückenausschnitt tiefer geschnitten ist.
Eigentlich wird das Shirt mit Belegstreifen genäht. Ich hatte aber bei der Bestellung anscheinend nicht so genau hingeschaut und hatte gedacht es wird mit einem kompletten Beleg (für Halsauschnitt und Ärmel zusammen und eben so, dass keinerlei Nähte von außen sichtbar sind) genäht. Und das hat sich so im Kopf festgesetzt, dass ich es dann auch so nähen musste. Der Stoff reichte für 2 weitere Schnittteile. Vorder- und Rückenteil hab ich also noch mal ausgeschnitten, die Länge jeweils bis zur „Hierbitteverlängernoderverkürzenlinie“. Das Beleghirt habe ich einfach offenkantig gelassen, damit es nicht unnötig aufträgt. Damit der Beleg innen bleibt hab ich Nahtzugabe und Shirt am Halsausschnitt komplett abgesteppt und an den Armausschnitten soweit wie es möglich war.
Diese Verarbeitung ist um einiges friemeliger als bei getrennten Belegstreifen. Ich musste sogar noch mal online nach einem Video schauen bei dem das erklärt wird. Aber es hat sich sehr gelohnt, ich finde das Ergebnis superschön!
Den Stoff habe ich in Amsterdam gekauft und auch hier hab ich keine Ahnung von der Zusammensetzung. Ich hatte sogar die Verkäuferin gefragt die mir aber auch nicht weiterhelfen konnte. Aber er sah gut aus und fühlte sich toll an, also durfte er mit. Der Fühltest ergibt irgendwie eine verrückte Mischung aus Jersey und Webware, aber optisch auch noch ein bisschen wie so ein Poloshirt-Stoff. Vielleicht ist es auch ganz banal Interlock? Keine Ahnung, aber ich mag ihn. Und noch mehr mag ich wie gut er sich zu dem Shirt und auch noch in Kombination zur Culotte macht.
Genäht:
- Winslow Culottes von Helen’s Closet in der Version C
Gr. 8, aber nachträgliche Änderung vorgenommen: Rückengummi um 10 cm verkürzt
Variante mit Gummiband am Rücken (nicht in der Originalanleitung aber hier erklärt)
Die Stoffquelle kann ich leider nicht mehr benennen. - JerseyCamiSole vom Schnittduett
Gr. 36
Änderung: Komplettbeleg zugeschnitten aus Vorder- und Rückenteil statt Belegstreifen
(und andersrum angezogen: Vorderteil mit tieferem Ausschnitt als Rückenteil)
Verlinkt bei Du für Dich am Donnerstag und Sew La La
Flint pants von Megan Nielsen – 3/4 lang
Nachdem ich ewig lang mit mir gehadert habe, ob mir Hosen im Culottes-Stil wohl stehen, habe ich endlich einfach mal eine genäht. Das hätte ich mal lieber eher gemacht, denn das Tragegefühl ist bei den warmen Temperaturen einfach nur toll. Da ich das Schnittmuster „Flint Pants“ von Megan Nielsen schon besaß hat die nun auch den Culottes-Startschuss gegeben. Ich habe die Flint Pants zwar auch im letzten Jahr schon mal genäht, aber damals noch in der kurzen Version weil es zu der Zeit gerade sehr heiß war. Ich war nicht so hundertprozentig überzeugt.
Von hinten fand ich den Sitz gut und auch die seitlichen Bindebänder fand ich sehr hübsch. Aber von Anfang an störten mich die Falten vorne weil sie regelrecht aufsprangen und mich stark an eine Pampers erinnerten. Ich bekam sehr liebe Kommentare, dass mir diese Hose gut stehen würde. Aber leider fühlte ich mich einfach nicht wohl darin und zuppelte die Hose glatt wann immer ich sie trug. Verstärkt wurde das ganze noch durch die Bindebänder die wie gesagt hübsch aussehen aber sehr unpraktisch sind, da sie in Bewegung (Hinsetzen / Aufstehen reichte schon) immer aufgingen. Wahrscheinlich wurde das durch den recht dicken Stoff den ich verwendet hatte verstärkt.
Generell war mir klar, dass ich dem Schnitt noch eine Chance geben wollte, aber definitv mit einem sehr dünnen Stoff. Brina hatte den Stoff den ich diesmal verwendet habe aussortiert. Da ich ihn nicht selber gekauft habe, kann ich nun auch gar nichts über die Herkunft oder die Zusammensetzung sagen. Aber der Stoff ist sehr dünn und fällt angenehm weich fließend. Ich finde sogar, dass er ein wenig kühlt. Beste Voraussetzung also für eine Culotte.
Der Stoff reichte für die lange Version, das Frühlingswetter das beim Nähen herrschte passte ebenfalls perfekt zur langen Version, und viel mehr Lust hatte ich auch auf die lange Version, da ich gespannt war ob sie mir steht.
Diesmal habe ich nicht die Bindevariante gewählt sondern die Version mit den zwei Knöpfen. Da ich am Ende aber keine Lust mehr auf Knopflöcher nähen hatte, habe ich nur noch 2 Druckknöpfe von innen angenäht.

Gibt es eigentlich eine „richtige“ Art diese Druckknöpfe anzunähen? Ich habe auch schon gesehen, dass sie nicht innerhalb des Druckknopfes von Loch zu Loch verbunden werden (so mache ich es bisher, aber ohne Grund, einfach intuitiv) sondern von innen nach außen…. Also wer da mehr weiß darf mich gerne belehren.
Die Anleitung ist einfach top! Beschreibung und Bilder führen zum perfekten Ergebnis und ich finde auch, dass die Hose mit ihrer Art sie zu schließen und mit der Art der Taschen richtig schlau konstruiert wurde. Nur die Größentabelle ist komisch. Ich muss für diesen Schnitt die kleinste Variante XS wählen.
Am Anfang der Anleitung steht übrigens dass man die Rundungen der Taschen wahlweise versäubern soll (z.B. mit der Overlock – hab ich bei der kurzen Flint getan) oder aber mit einem Binding verarbeiten soll. Dafür hab ich mich diesmal entschieden. Ich schätze der dünne Stoff hätte trotz Overlockversäuberung noch gefranst und eine der Taschenkanten ist durch den Einstieg an der Tasche doch recht häufig für den Träger zu sehen. Ich hatte kein farblich passendes Schrägband, aber manchmal ist so ein auffälliger Effekt innen ja auch schön. Der Stoff des Schrägbandes war allerdings dicker als der Stoff der Hose, von daher hab ich gehofft, dass das nicht unnötig dick aufträgt. Die Rundungen hab ich vorsichtshalber schon mal vorgebügelt.

Dafür passte die Garnfarbe perfekt zum Stoff:

Das Schrägband trägt nicht auf. Die vorderen Falten allerdings schon. Ich hatte gehofft, dass die Falten mit dem dünnen Stoff perfekt sitzen und mich nicht mehr stören. Ich finde es aber nur „weniger schlimm“ als bei der ersten Variante.

MIT den Falten wird es daher wohl keine weiteren Varianten für mich geben. Leider habe ich erst einen Tag nachdem die Hose fertig war gesehen, dass Megan auf ihrem Blog erklärt wie man die Falten aus dem Schnitt herausbekommt, sodass die Hose vorne einfach glatt ist. Hier nachzulesen. Jetzt möchte ich natürlich noch eine dritte Variante nähen, weil die Neugier einfach zu groß ist, ob das besser aussehen würde. Auch dafür kommt der Stoff passenderweise von Brina ;o) Die kurze Hose ohne Vorderfalten ist zugeschnitten, aber noch nicht genäht. Da es sich um einen ganz tollen Atelier Brunette Stoff handelt, wollte ich das jetzt auch nicht auf die Schnelle machen und werde geduldig auf ein Wochenende mit Nähzeit warten. Aber wenn die Hose fertig ist, zeige ich noch mal alle 3 Varianten nebeneinander.
Zurück zur langen Flint: Obwohl ich wusste dass die vorgegebene Hosenlänge (7/8 Länge oder einfach „cropped pants“) für mich nicht funktionieren wird, habe ich zunächst die Originallänge zugeschnitten und auch den Saum nach Vorgabe zurecht gebügelt. Sah aber gar nicht gut aus, Eigentlich passt meine Größe (1,69 m) schon zum Schnitt wenn ich mein erstes Ergebnis mit dem Cover vergleiche. Aber die 7/8-Längen sehen an mir immer aus wie eine normale Hose mit Hochwasser. An anderen gefällt mir das oft (auch stark abnhängig von den Schuhen die dazu ausgewählt werden). Mir war daher von vornherein klar, dass ich die Hose kürzen oder verlängern muss. Verlängern ging natürlich nicht mehr, aber mit diesem Stoffmuster konnte ich mir sowieso am ehesten eine ¾-Länge vorstellen. Dafür musste ich die Hose um 5cm kürzen

Wenn man die vorderen Falten jetzt mal wegdenkt und die Tatsache dass mir komplett das Schuhwerk für Culottes fehlt, gefällt mir die Hose gut. Mir mangelt es aber leider außerdem noch stark an passenden Shirts die ich zu einer Culotte tragen könnte. Also nicht an Ideen, nur an der Umsetzung. Für diese Hose war es zudem nicht leicht eine passende Farbe für das „obenrum“ zu finden. Weiß passt ja eigentlich zu allem. Nur leider nicht zu meinem Gesicht (oder meinen blassen Armen oder….) Auf den ersten Bildern trage ich daher ein Kaufshirt. Ich hatte mir die Hose ganz knapp vor unserem Holland-Urlaub genäht. Das passende Shirt hab ich erst im Urlaub gekauft ;o) Dort sind auch die meisten Bilder entstanden. Leider war es sehr windig, so dass man nur auf wenigen Bildern den tatsächlichen Sitz der Hose sieht. Das allererste Bild im Beitrag trifft es sehr gut und auch die letzten beiden ganz unten im Beitrag.
Zurück zuhause sollte nun auch endlich etwas selbstgenähtes als Kombination zur Hose entstehen, aber im stash fiel mir erstmal nur dieses recht dunkle Grün als passend auf. Oder beißt sich das?

Der Schnitt ist (passenderweise) das Green Tea von Greenstyle Creations. Ein ganz banales Shirt das aber schön fällt. Verstärkt durch die Stoffwahl: Viskosejersey von Hilco.
Den Stoff habe ich auch noch in Senf (also ich finde es ist ein warmes Curry, aber die Bezeichnung sagt Senf). Der Curry-Viskose-Jersey war mir aber heiliger und der Schnitt bis dato noch unerprobt. Das konnte ich nicht riskieren….
Nach meinem grünen Test hab ich Curry auch zugeschnitten. Allerdings mit einer Mini-FBA (eine FBA speziell für Jerseys bei der lediglich eine Mini-Brustweitenkurve hinzugefügt wird plus vorne etwas Länge) und in der Variante mit V-Ausschnitt. Ob es etwas gebracht hat…? Ich bilde mir ein es hat einen Mini-Effekt. Ich bin mir außerdem nicht sicher welche Ausschnittvariante mir besser steht. Ich persönlich mag auch noch gerne U-Boot. Aber nur soweit, dass es nicht von der Schulter rutscht. Bei der Farbe bin ich mir sicher. Da ist Curry ganz klar mein Favorit. Ich finde, dass es freundlicher ist, mir besser steht und auch besser zur Hose passt. Aber ich finde das Grün auch mal eine nette Abwechslung ist. Bisher gibt es gab es keinerlei Grün in meinem Kleiderschrank.
Fazit zu den Shirts:
Ich glaube ich muss den Schnitt auch noch mal in einem „normalen“ Jersey testen. Dieser Viscosejersey ist so hauchdünn und fällt so leicht, zeigt dabei aber auch wirklich
Fazit zur Hose:
Besser als meine erste Flint, aber noch nicht perfekt. Die Falten vorne sind einfach nichts für mich. Ich habe aber bereits einen anderen Culotte-Schnitt gefunden, der diesen Pampers-Effekt wahrscheinlich nicht haben wird, ich berichte bald.
Genäht:
Hose: Größe XS
Shirt: Größe S
Änderungen:
Shirt: Keine
Die Hose hab ich um 5cm gekürzt; Druckknöfpfe statt Knopflöpcher; Knöpfe nicht an angegebener Postition angebracht, sondern nach Anprobe Position selbst bestimmt.
Habt einen schönen Me Made Mittwoch!!
Mantelpremiere: Parka / Mantel „Marie“ von Claire Massieu

Werbung: Kooperation mit Claire Massieu: Der Schnitt wurde mir von Claire Massieu zum Design nähen zur Verfügung gestellt; die Stoffe wurden mir von Hemmers Itex zur Verfügung gestellt. Mehr Informationen zu Schnitt und Stoffen am Ende des Beitrags.
Ich habe meinen allerersten Mantel genäht 😀 Und das sieht man mir auf den Fotos auch ein wenig an. Ich grinse nämlich auf vielen Fotos von einem Ohr zum anderen. Während mir das sonst vor der Kamera oft schwer fällt, konnte ich diesmal nicht anders. Ich habe den Mantel nämlich vor dem Fotoshooting frisch fertig gestellt und war noch ganz geflasht: Mein erster Mantel!!
Der Schnitt heißt Marie und ist von Claire Massieur, ein Modelabel aus München mit wirklich liebevoll gestalteten Schnitten.
Ich habe mir die Zeit genommen den Mantel in aller Ruhe fertigzustellen, da ich unter Stress nur Fehler einbaue. Und ich habe es tatsächlich komplett fehlerfrei geschafft. Die Ehre gebührt aber nicht mir, sondern dem Schnitt. Und das sag ich nicht, weil ich den Schnitt für Claire Massieur genäht habe. Ich bin tatsächlich extrem begeistert. Das liegt am tollen Schnitt, an der wundervollen superausführlichen Anleitung, an den vielen immer passenden Knipsen, an den vielen Fotos in der Anleitung die keine Fragen offen ließen und natürlich am Ergebnis: Da wurde wirklich ein ganz toller Mantel kreiert! Aber mal der Reihe nach:
Der erste Blick auf die Anleitung hat mich schon sehr begeistert. Schon die Aufzählung der benötigten Zutaten ist super ausführlich: Welche Stoffe kann ich verwenden, welches Vlieseinlage wäre gut, wie dünn / dick die Stoffe für Futter, Ärmelfutter, Taschenfutter… Ich habe mich von Anfang an gut vorbereitet gefühlt und hatte richtig große Lust zu starten.
Die Anleitung ist sehr leicht verständlich und hat tatsächlich für jeden einzelnen Schritt ein Foto parat. Und auch Tipps wie knifflige Stellen am besten zu meistern sind. So z.B. der Tipp wie man die Naht zwischen Kapuze und Blende auf beiden Seiten auf die gleiche Höhe bekommt. Alle Fotos sind gut zu erkennen, weil z.B. auch mit Kontrastgarn gearbeitet wird und immer ersichtlich ist was Innen- und Außenstoff ist. Ich erwähne das weil ich schon so viele Anleitungen gekauft habe bei denen das nicht der Fall war. Normalerweise mag ich deshalb Skizzen lieber, weil eben oft leichter erkennbar. Aber hier haben die vielen genauen Fotos sehr geholfen. Denn wie gesagt, dies ist mein erster Mantel. Ich habe ihn allein daheim genäht und war auf eine gute Anleitung angewiesen. Ich habe mich von Schritt zu Schritt genäht ohne, dass ich bemerkt hätte, dass ich hier etwas nähe, dass ich eigentlich noch gar nicht kann. Wer also bisher auch nicht so richtig viel Mumm hatte, aber doch gerne einen Mantel nähen würde: dies ist die perfekte Anleitung für einen „ersten Mantel“. Aber an alle unter euch die schon sehr mantelerprobt sind: Ihr werdet die Anleitung sicher auch mögen, es ist keine komische „Anfängersprache“ drin (Wisst ihr was ich meine? Sowas mag ich nämlich auch nicht) und sie ist sehr außergewöhnlich und liebevoll gestaltet. Ich mag gar nicht zuviel verraten, aber neben nützlichen Skizzen sind auch Nähtipps und Achtsamkeitstipps enthalten. Ich mochte die Anleitung sehr.
Was ich auch sehr zu schätzen wusste: Es stand jederzeit dabei in welche Richtung die Nahtzugabe gebügelt werden sollte. Ich bin ja eh ein penibler Bügler und verbringe wohl einen großen Teil meiner Nähzeit am Bügelbrett. Entsprechend liebe ich auch mein ganzes Bügelzubehör. Ein neues Bügeleisen muss aber auch noch her. Natallia hat mir da schon einen Flo ins Ohr gesetzt….
Der Mantel fügte sich fast schon zu leicht zusammen. Wenn ich auch nur eine Sekunde drüber nachdachte wie etwas zusammen kommen soll, haben es mir die Knipse direkt beantwortet. Ich musste auch nichts ziehen/dehnen/stauchen – es passte so wunderbar zusammen, dass ich das hier wirklich erwähnen muss, weil es mich die ganze Zeit so begeistert hat. Ich habe regelrecht auf die Stelle gewartet an der es jetzt wirklich schwer wird oder ich nicht weiter komme. Und auf einmal war der Mantel schon fertig und ich ein wenig perplex 😉
Der Außenstoff (ebenso wie das Futter von Hemmers Itex zur Verfügung gestellt) ist Mantelflausch. Ich wusste bisher nicht wie einfach der zu vernähen ist. Alle Lagen zusammen werden allerdings irgendwann recht dick:

Erkennt man das? Hier treffen an der Reißverschlussblende diverse Lagen Außenstoff und Futter zusammen.
Meine wunderbar brave Nähmaschine hatte aber keine Probleme mit dem Stoff oder den vielen Lagen. Ein Hoch auf den Dualtransport!
Ich habe allerdings ein paar Mal unfreiwillig den Tisch abgeräumt, weil man mit so einem Mantel schon mehr Stoff durch die Gegend schiebt als ich gewohnt bin
Der Schnitt ist ziemlich kreativ. Er hat eine integrierte Weste die mit zwei Eingriffstaschen versehen ist. Das Nähen dieser Taschen habe ich mir komplizierter vorgestellt als es war.
Die Mantellänge ist toll, ich habe die Originallänge übernommen. Ich habe ein paar Cardigans die bisher immer unter meiner (Kauf-) Jacke hervor schauten. Das mag ich nicht so gerne. Wenn ich diese Sachen anhabe, kann ich jetzt morgens einfach zum Mantel greifen 🙂
Auch die Armlänge passte für mich perfekt. Wenn ich die Arme ausstrecke, gehen die Ärmel noch bis zu den Handknöcheln. So mag ich es.

Ich habe den Mantel mit Neva Viscon gefüttert. Man hätte auch mit Baumwolle füttern können. Aber ich fand, dass ein komplett glattes Futter den Mantel schön edel wirken lässt. Gleiches gilt auch für die Futterfarbe. Ich hatte erst befürchtet, dass ein heller Mantelflausch mit cremeweißem Futter nicht gut zu meinem eh schon hellen Teint passt. Aber ich mag es.


Die Kapuze ist ein wenig spitzer als ich sie erwartet hätte. Aber noch so, dass ich sie mag und aufsetzen werde wenn ich sie brauche. Ich könnte mir den Mantel allerdings auch sehr gut ohne Kapuze und komplett Kragenlos vorstellen. Ich hatte ihn ja zwischendurch immer mal wieder an und und habe ihn daher auch kragenlos gesehen.
Ich liebe die Form von Marie. Vor allem die Rückansicht, schaut mal:

Auf diesem Foto sieht man die rückseitige Taillierung ganz gut. Ich finde das steht mir auch besser als komplett gerade geschnittene Mäntel.
Was ich auch so sehr an der Rückansicht mag ist der „Trench“ der sich durch die Weste ergibt. Ich hatte große Angst, dass das später durch den dicken Mantelflausch abstehen wird. Aber die Angst war vollkommen unbegründet.
Die integrierte Weste hatte ich ja schon erwähnt. Die finde ich toll, die gibt dem Schnitt das gewisse Etwas. Ob ich allerdings die Eingriffstaschen im Alltag verwenden werde muss ich abwarten.

Super toll finde ich aber jetzt schon die großen Seitentaschen. Die sehen gut und irgendwie auch edel aus und es passt ordentlich was rein.
Noch bevor ich den Mantel gestartet habe, hab ich ein kleines Detail mit Hilfe meiner Stickmaschine erstellt:

Der Mantel trägt nun seinen Namen und die Größe die ich genäht habe (Gr. S / 36).
Man erkennt es auf diesem Foto nicht gut, aber die Stickerei ist gold und passt somit perfekt zum Reißverschluss. Aufgestickt ist sie auf der Rückseite eines Stückes Sweatstoff der hinten wunderbar flauschig ist. Ich liebe solche kleinen Details. Wie auch das Label das dem Schnitt beilag.
Damit die Rückenfalte frei bleibt und ihre eigentliche Aufgabe weiterhin übernehmen kann, habe ich den Sweat nur oben und ein klein wenig an den Seiten angenäht.
Würde ich etwas anders machen??
Der Sitz ist perfekt, die Gesamtlänge und Armlänge ebenfalls. Nur ein winziges Detail würde ich hinzufügen: Eine kleine Aufhängeschlaufe. Dann brauche ich den Mantel nicht an der Kapuze aufhängen. Einen Bügel hat man ja unterwegs schließlich auch nicht dabei. Leider habe ich erst dran gedacht, als ich schon fertig war. Und weil alles so schön sauber und faltenfrei geworden ist werde ich es wohl auch nicht nochmal auftrennen.
Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass ich einen weiteren Mantel nach diesem Schnitt nähen werde. Mit einem anderen Stoff wirkt der Mantel nämlich ganz anders. Z.B. mehr wie ein Parka. Und natürlich könnte man eine dicker gefütterte Version nähen. Aktuell brauchte ich aber einen Übergangsmantel und keinen dicken Wintermantel.

Ich bin happy mit meinem allerersten Mantel und gebe euch noch mal zusammengefasst alle facts:
Schnitt: Mantel Marie von Claire Massieu
Mantelflausch und Futterstoff (Neva Viscon) von Hemmers Itex
genäht habe ich Größe: 36 ohne Anpassungen
Das Shirt habe ich hier vorgestellt
Ich habe übrigens jetzt erst entdeckt, dass es (schon lange) eine Linkparty extra für Mäntel gibt. Wie cool ist das denn? Sie ist dauerhaft geöffnet und ich verlinke den Mantel Marie hiermit auf der Linkparty Mäntel des Modewerkstatt Blogs
Viele Grüße,

(Probe-) Kalle Shirt von Closet Case Patterns
ggf.Werbung, da Schnitt und Schnitthersteller genannt werden. Alles jedoch selbst gekauft
Beim Me Made Mittwoch geht es heute um das Thema „Liebling 2018“. Sagen wir es mal so: Am Schnitt „Kalle Shirt“ von Closet Case Patterns kam im letzten Jahr kaum einer vorbei. Und auch mir ging es so. War es der boxy style oder die Vokuhila-Form? In jedem Fall war er etwas Besonderes, etwas Anderes, er hatte das gewisse Etwas. Ich habe im Sommer 2018 erstmal eine (tragbare) Probeversion genäht. Die hat es nicht ganz zum Lieblingsteil geschafft, dafür gibt es diverse Gründe.
Der Hauptgrund ist wohl meine Stoffwahl. Ich hab einen Stoff aus dem Bestand genommen. Schließlich sollte es ja lediglich eine Probeversion werden. Und eben dieser Probestoff ist leider viel zu dick für diesen Schnitt. Ich weiß nicht genau um was für eine Art Stoff es sich handelt, aber von der Webart sieht er Denim / Jeansstoff ähnlich. Ist es aber nicht. Ich habe den gleichen Stoff für die Flint-Hose verwendet, die ich hier vorgestellt habe.
Jedenfalls fehlt dem Schnitt durch diesen Stoff jeglicher schöner weicher Fall. Gerade bei der Rückansicht ein großes Problem. Das Shirt steht regelrecht.

Nicht mal für das Foto war es möglich die Rückenfalte schön fallen zu lassen.
Was ich dennoch sehr mag ist die Seitenansicht. Eben weil das Shirt vorne kürzer ist. Und eben dieser besondere Schnitt hat mir beim (seltenen) Tragen schon viele Komplimente von Nicht-Nähern eingebracht. Die Form scheint also nicht nur mir zu gefallen.

Und dennoch fühle ich mich nicht so richtig wohl beim Tragen. Ich habe das Shirt übrigens um 5 cm verlängert. Ansonsten wäre es wirklich bauchfrei. Aber auch die aktuelle Länge ist leider so eine Länge die nur zu einer High Waist Jeans gut ausschaut. Die besaß ich aber zum Zeitpunkt des Fotoshootings nicht.

Und so schaute ich immer penibel genau wie ich stehe, wo die Hose hängt, wieviel Gürtel (oder gar Bauch) man versehentlich sieht. Das ist nicht so entspannt.

Der Schnitt hat (wahlweise) eine verdeckte Knopfleiste. Eigentlich mag ich offene Knopfleisten, denn ich liebe schöne Knöpfe und ich liebe es, wenn die Knöpfe perfekt zum Stoff passen. In diesem Falle hab ich billige Wäscheknöpfe verwendet, da war eine verdeckte Knopfleiste okay.

Was mir aber definitiv nicht gefällt ist die Kragenvariante die ich hier gewählt habe:

Mich erinnert dieser Kragen leider die ganze Zeit an einen Papstkragen. Hinzu kommt, dass er mir irgendwie zu nah am Hals ist. Obwohl er nicht anliegt. Er stört mich und ich fühle mich darin eingeengt. Man kann ihn aber nicht offen tragen, das sieht höchst bescheiden aus. Und wer sich jetzt noch wundert warum ich da oben 2 Knöpfe habe: Nun ja, ein kleiner Knopfunfall: Maschine frisst Stoff usw…. Ich konnte es nur mit einem zweiten Knopf überdecken.
Diese Kragenvariante würde ich also nicht wieder wählen. Eine verdeckte Knopfleiste eventuell – das käme auf den Stoff an. Aber ganz sicher würde ich einen wesentlich weicheren, dünneren Stoff für eine neue Version wählen. Und es wird definitiv eine neue Version geben. Ich glaube nämlich wirklich dran, dass das Shirt DANN ganz sicher zu einem Lieblingsteil werden wird.
Frohes neues Jahr wünscht

Vita Dress zum Weihnachtskleid Sew Along Finale
Werbung, da Stoffhersteller und Schnitt / Schnitthersteller genannt werden.
Heute ist das Finale zum WKSA auf dem Me Made Mittwoch Blog :o)
Um es auch richtig spannend zu machen habe ich mit meinem Kleid erst 2 Tage vor Weihnachten angefangen. Die Zeit davor habe ich gebraucht um den richtigen Stoff zu finden, den passenden Reißverschluss, die passenden Knöpfe und ein Probekleid zu nähen. Ich war aber dennoch halbwegs entspannt. Nur als ich das Probekleid genäht habe, habe ich währenddessen gezittert, ob es mir wohl passen wird. Für Anpassungen ist eigentlich keine Zeit, wenn man mit dem Probekleid erst eine Woche vor Weihnachten anfängt. Aber es gab keinen Grund zur Sorge: Die Passform war geradezu perfekt. Am Wochenende drauf (und damit 2 Tage vor Weihnachten) kam Natallia zu mir um das Kleid mit mir zu nähen. Wir haben schon mal zusammen bei mir genäht und ich habe mich richtig auf das zweite Treffen gefreut. Samstag Vormittag habe ich zugeschnitten, am Abend habe ich angefangen das Kleid mit Natallias Hilfe zu nähen.
Die Vorbereitung
Normalerweise würde ich die ganze Vorbereitung immer gerne überspringen und sofort losnähen.
In diesem Fall war aber selbst das Zuschneiden ein Vergnügen, denn der Stoff ließ sich schneiden wie Butter.
Im Vorfeld hat mir Natallia durch ein Video erklärt wo ich überall Vlieseline aufbügeln muss und wie breit jeweils.
Der Schnitt
Die Anleitung zum Kleid ist super ausführlich. Nur kann ich sie leider nicht selber lesen, da sie ja russisch ist. Es gibt außerdem sehr viele Fotos. Die könnten allerdings etwas besser sein. Es wird ein schwarzes Kleid mit schwarzem Futter gezeigt und die Aufnahmen der Schritte sind eher so la la. Dafür ist das Covermodell professionell fotografiert und diese Fotos waren auch der Grund warum ich das Kleid unbedingt haben (nähen) wollte. Man bestellt übrigens nur eine Größe und wählt zusätzlich sein Schnittmuster passend zur Körpergröße. Ich habe mit einer Größe von 1,69 m die Größengruppe 170-176 gewählt und entsprecht meiner Maße die Größe 38. Mein Kleid habe ich dennoch um 2,5 cm verlängert. Auf dem Schnitt sind alle Naht- und Saumzugaben eingezeichnet und auch die Stellen an denen breitere Vlieseline aufgebügelt werden muss.
Das Nähen
Eigentlich habe ich mir zu viel vorgenommen. Ich habe noch nie ein so aufwändiges Kleid genäht mit einer ausführlichen Futterverarbeitung und eher anspruchsvollen Schnittdetails. Einen nahtverdeckten Reißverschluss habe ich bisher nur ganz selten vernäht und perfekt war bisher keiner. Also alles in allem eigentlich kein Projekt, dass ich mir unter Zeitvorgabe vornehmen sollte. Aber ich hatte zwei sehr große Vorteile: Ich habe einen wundervollen Flanell von Robert Kaufmann verwendet, der sich einfach fantastisch vernähen ließ, und ich habe jeden einzelnen Nähschritt von Natallia erklärt und gezeigt bekommen. Damit wusste ich zu jeder Zeit was ich wie nähen muss, habe viele Tipps zur Verarbeitung bekommen und habe ganz nebenbei meinen ersten perfekten Nahtverdeckten Reißverschluss genäht. Allein darüber hab ich mich schon riesig gefreut. Auch durch das gemeinsame Nähen mit Natallia war ich durchweg entspannt, es war ein wirklich schöner Nähtreff.
Natürlich gab es schwierige Stellen in der Anleitung, aber da Natallia das Kleid schon eine Woche zuvor genäht hat, hat alle kniffligen Stellen schon für mich herausgefunden und konnte mir direkt zeigen was wie gemeint ist und was ich als nächstes tun muss.
Dass der Reißverschluss so gut gelungen ist, gab mir direkt am Start viel Motivation.

Das Futter ist aus meinem Bestand, ich habe es sicher aus einem Lagerverkauf, kann aber nicht mehr genau sagen woher. Es ließ sich aber gut nähen und vor allem auch gut bügeln.
Nachdem Natallia Sonntag Abend wieder gefahren ist, habe ich noch weiter genäht und hatte noch den Saum, die Knopfleiste und die Schultern zu meistern. Aber auch hier wurde ich vorab ausführlich gebrieft.
Die Knopfleiste ist ja der wichtigste Part des Kleides. Vielen Dank noch mal an alle die mir geraten haben nicht die kleinen Knöpfe zu verwenden, obwohl (und vielleicht auch gerade weil) sie farblich so gut passten. Größere Knöpfe die sich deutlich abheben sind hier wirklich die bessere Wahl. Im Bestand habe ich noch diese Knöpfe gefunden:

Ideale Größe, das Braun passt wirklich gut, nicht zu schlicht, aber auch nicht zu auffällig. Und ich besaß genau 8 Stück. Perfekt!
Mit der Knopfleiste begann für mich der schwierigste Part. Sie hat mich ganz schon geärgert. Das Kleid wird durch diese Knopfleiste nicht geöffnet, es ist vorne geschlossen und hat dennoch so eine klappbare Knopfleiste die von den aufgenähten Knöpfen zugehalten wird. Diese Knopfleiste ist aber komplett sauber verarbeitet, so dass man keine offenen Kanten oder unversäuberten Nähte hindurch sieht. Leider habe ich versäumt Fotos davon zu machen und nun sind die Knöpfe schon drauf und das Zeigen wird recht schwierig. Hier trotzdem ein Versuch:

Die Knopflöcher werden genäht aber nicht geöffnet. Die Knöpfe werden lediglich obenauf genäht. Das klingt zunächst nicht schwer. Aber an dieser Stelle treffen nun einige Lagen inklusive Futter aufeinander und ausgerechnet dort sind die Knopflöcher eingezeichnet. Jegliche Probleme die man hier bekommen kann hab ich mitgenommen. Die Knopflöcher sind nicht alle gleichmäßig, teils sogar misslungen. Der Transport war hier trotz Knopflochtransportfuß höchst schwierig. Die meisten Fehler verstecken sich zum Glück unter der Knöpfen. Die anderen konnte ich ein wenig durch Handnähte ausgleichen. Drei Löcher musste ich wieder aufmachen, weil sich Stoff dazwischen geschoben hat, der da eigentlich nicht mit im Knopfloch verarbeitet werden sollte. Ich habe wirklich eine Ewigkeit mit den fiesen Dingern verbracht. Ich habe alles einigermaßen retten können. Aber genau dieser Bereich lässt mich aktuell zweifeln ob ich das Kleid erneut nähen würde. Wenn ich mir mein Probekleid allerdings so anschaue überlege ich eine weitere Version ohne die Knopfleiste zu nähen. Ein ganz normales Sommerkleid also. Hier bräuchte ich dann einen etwas tieferen Ausschnitt. Ich finde die Passform nämlich wirklich toll. Gerade am Rücken legt sich das Kleid dermaßen gut an als wäre es persönlich für mich entworfen.

Nähzeit ohne Probekleid und Zuschnitt: Gestartet Samstag Abend, fertig gestellt Sonntag Nacht

Das Ergebnis / die Shirts
Neben dem tollen Sitz des Kleides finde ich die Haptik am Besten. Es ist so! schön! weich!! Die Farbe ist neu und ungewohnt für mich. Als Stoff fand ich sie die ganze Zeit ganz toll. An mir kam ich aber plötzlich ins Zweifeln. Ich habe es in Kombination mit einem schwarzen Rollkragenpullover getestet: Wirkte sehr schick, aber gleichzeitig auch bieder. Mit einem schwarzen Langarmshirt ohne Rollkragen weniger bieder aber irgendwie „düster. Außerdem fehlte irgendwas das ich aber nicht benennen konnte. So richtig gefunkt hat es mit keiner Kombi und dementsprechend war ich auch mit dem Kleid noch nicht so richtig glücklich. Es braucht das perfekte „Drunter“ um ein perfektes Gesamtbild abzugeben.
Am Sonntag trug ich beim Nähen mein letztjähriges Weihnachtskleid. Ich fand das schön zur Stimmung und außerdem ist dieses Kleid eh der Oberkracher in meinem Kleiderschrank. Es ist einfach schick, passt perfekt, ich fühle mich darin immer passend angezogen dabei ist es wunderbar gemütlich, weil ja Jerseykleid. Erst am Abend als ich das neue Kleid für Handnähte auf dem Schoß hatte ist mir aufgefallen wie gut mein Kleid und der Stoff meines Weihnachtskleides 2017 zusammen harmonierten. Bei der nächsten Anprobe ließ ich mein Jerseykleid einfach drunter und wurde überzeugt: Das könnte mein passendes „Drunter“ werden. Es ist ein Stoff von Lillestoff (organic lines by mia maigrün) Durch einen Stofftausch mit Brina hatte ich diesen Stoff glücklicherweise noch mal zur Verfügung und konnte mir am 24. Dezember noch schnell ein Longsleeve daraus nähen.
Ich habe entschieden keinen Shirtkragen zu verwenden. Seit 2014 bewährt sich der Schnitt „Ottobre Creative Workshop 303“ bei mir. Vor fast einem Jahr habe ich ihn dennoch ein klein wenig verändert, indem ich mit Hilfe eines Craftsy Kurses eine FBA ohne Brustabnäher angewendet habe. Das wird hier vor allem für Jersey empfohlen. Das habe ich an diesem Schnitt versucht und dann nie probegenäht. Ja, das ist leider typisch für mich: in der einen Woche ist es mein Thema Nummer Eins, in der nächsten Woche war sicher irgendwas anderes spannender oder einfach nur eine Weile die Zeit knapp, so dass dieses Projekt komplett vom Tisch verschwand und es beim Zeichnen der FBA blieb.

Nachdem ich das Shirt also nun mit dieser FBA genäht habe, kann ich jetzt sagen: Die FBA gibt dem Schnitt wirklich eine Verbesserung des Sitzes. Diese typischen großen Brustfalten sind hier nicht mehr vorhanden ohne das Abnäher nötig waren. Ich werde mal in einem speziellen Blogpost dafür Vergleiche zeigen.
Ich habe extra mal ein Foto in Kombination mit Jeans gemacht, damit man das Shirt auch mal im Ganzen sieht.
Aber eigentlich habe ich es ja für das Kleid genäht. Und da kann ich nun sagen: Ich habe es gefunden, das richtige Shirt zum Kleid! Hier habe ich nicht mehr das Gefühl, dass irgendwas fehlt. Mein Mann, der mittlerweile schon 4 Kombinationen vorgeführt bekommen hat, hat bei dieser auch sofort gerufen „Jaaaa! Das ist es!!“ 🙂

Ich habe trotzdem noch ein weiteres Shirt genäht, da ich einfach neugierig drauf war, wie es aussehen wird, wenn ich ein helles Shirt zum Kleid kombiniere. Ein warmes Beige hätte ich mir gut vorstellen können, hab ich in meiner Vorbereitung auf diesen Sew Along aber leider nirgends in guter Qualität und schöner Farbe finden können. Ich habe daher einen cremeweißen / vanillefarbenen Jersey aus dem Bestand genommen. Das Ergebnis finde ich okay, aber es überzeugt nicht so sehr wie das oben gezeigte. Welche Kombination findet ihr am Besten?

Neben dem cremeweißen seht ihr noch ein Rollkragenshirt und ein ebenfalls schwarzes Knit Sweatheart Top von Gertie Hirsch
Ich mag die Tatsache sehr, dass ich nun im Weihnachtsoutfit von 2018 auch etwas vom Weihnachtskleid von 2017 vereint habe. Vielleicht mache ich das zum Ritual und verwende ein kleines Stück Flanell für mein Weihnachtskleid 2019?

Ich habe übrigens noch reichlich Stoff übrig. Da es keine Info über den Stoffverbrauch bei lediglich 1,10 m breiten Stoff gibt, bin ich auf Nummer Sicher gegangen und habe 4 Meter bestellt. 2,20 m (x 1,10m) sind nun noch übrig. Passt eine Kurzjacke im passenden Stil dazu? Als eine Art Kostüm..? Oder wird das zu viel? Und falls es passen könnte: Habt ihr einen Schnitt-Tipp?
Ich bin jetzt sehr gespannt auf all eure Weihnachtskleider.
Kommt gut ins neue Jahr!!
Lieben Gruß,![]()
„Betula“ von Fabelwald und mein Hang zu Pullovern
Werbung, da Schnitte / Schnitthersteller genannt werden
Der Herbst ist meine allerliebste Jahreszeit. Nähtechnisch mag ich aber auch den Winter sehr gerne. In dieser Zeit kann ich wieder viele Pullover nähen und mich darin warm einkuscheln. Mittlerweile habe ich auch wirklich viele verschiedene Pulloverschnitte, so dass auch ein tägliches Pullovertragen definitiv nicht eintönig wird. Im meinem letzten Beitrag habe ich den Pullover Aster aus der LMV vorgestellt. Am liebsten hätte ich den direkt 4 x wiederholt, weil mir der Schnitt so gut gefiel. Aber jetzt hab ich ja grad davon geredet wie vielfältig eine Pulloverkollektion sein kann, da will ich das auch beweisen ;o)
Die Wahl für einen weiteren Pullover fiel also wieder auf einen (für mich) neuen Schnitt: Betula von Fabelwald. Vom Schnitt her sehr einfach und neutral. Raglan, ganz neutrale Form. Aber die Bündchen machen den Pullover dann doch zu etwas Besonderem.

Dass das Ergebnis aber gar nicht mal sooo gut gelungen ist, sieht man auf dem Foto nicht gleich:
Die Bündchenteile sollen so angebracht werden, dass sie sich nicht überlappen. Leider passierten mir dann sowohl an den Armbündchen als auch am Saumbund riesige (unterschiedlich große) Löcher:

Hier nicht zu sehen: An den Ärmeln war das noch stärker ausgeprägt. Da mir die Ärmel eh viel zu kurz waren, hab ich die Armbündchen noch mal abgetrennt, wesentlich länger zugeschnitten und entschieden sie doch überlappend wieder anzunähen:

Dieses Ergebnis finde ich wesentlich stimmiger und werde ich für den nächsten Pullover überall anwenden. Allerdings werde ich dann auch drauf achten welche Überlappung an der Naht liegt….. Das unten liegende Bündchen schließt mit der Ärmelnaht ab… Glückwunsch….. Und natürlich wird beim nächsten Pullover der Ärmel verlängert und nicht das Bündchen. Den Schnitt habe ich schon angepasst, damit ich das nicht vergesse.
Generell kann ich den Schnitt sehr empfehlen. Eine Kurzversion ist auch im Schnitt enthalten.
Genäht habe ich Größe 36. Den Stoff kann ich leider nicht nennen. Er ist vom örtlichen Stoffladen und es stand keinerlei Info drauf. Die Farbe ist eigentlich mehr Senfgelb, auch wenn es hier mehr nach Curry aussieht.
Weitere Pulloverschnitte die ich bisher genäht habe und noch immer trage:
- Riley von Pattydoo – er ist recht eng geschnitten. Die Kängurutaschen sind nicht so mein Fall
- McCalls’s 6992 – wenn es mal nicht so sportlich sein soll. Ich habe 4 Versionen genäht. Die hier verlinkte ist meine Lieblingsversion
- Mrs Klassik – diesen Pullover mag ich am wenigsten. Die Kragenform steht mir nicht finde ich und so insgesamt wirkt der Schnitt (an mir?) sehr langweilig. Dennoch trage ich ihn noch ab und an, weil ich die Insekten am Kragen so toll finde.
- Fraser von Sewaholic – warum hab ich eigentlich nur einen? Ich trage ihn oft und immer exakt in dieser Kombi die ich in dem Beitrag zeige
- Lynn von Pattydoo – als Hoodie mit Daumenlöchern oder auch ganz schlicht – beide Pullover sind der Inbegriff von Gemütlichkeit. Aber auch hier mag ich die Taschenlösung eigentlich nicht. Ich finde das nicht so schön anzusehen mit der von außen abgesteppten runden Naht. Aber immerhin sind sie praktischer als Kängurutaschen. Leider sind beide Stoffe (gesteppter Sweat) zwar vom gleichen Hersteller, fühlen sich aber komplett anders an: der eine (gelbe) ist weich, noch immer farbig und passt noch gut, der andere (blaue) wird von Wäsche zu Wäsche länger, ist sehr hart und richtig doll ausgewaschen. Das ärgert mich sehr.
- Aster aus der LMV – aktuell absoluter Favorit
Ich bin aber noch lange nicht durch. Geplant sind viele weitere. Als Beispiel nur mal die Schnitte die schon daheim warten:
- der Talvikki Sweater von Named
- Lady Comet von Mialuna
- Frau Toni von Fritzi Schnittreif
Ich halte euch auf dem Laufenden. Kommt gut und warm durch Herbst und Winter.
Liebe Grüße,

Pullover „Aster“ aus der La Maison Victor
ggf. Werbung, da Stoffhersteller und Schnitt genannt werden.
Der Schnitt den ich heute zeige ist aus der La Maison Victor Mai/Juni 2016 und auch genauso lange schon auf meiner Wunschliste.
Mir hat es dieser tolle Ausschnitt angetan. Bisher dachte ich immer ich muss auf einen entsprechend schicken Sweatstoff warten.
Dieser French Terry ist von See you at six und gehörte ursprünglich Brina. Irgendwann konnte sie sich nicht mehr so gut vorstellen ob er ihr wirklich steht und so wurde ich glückliche neue Besitzerin des Stoffes. Ich habe mich riesig gefreut, denn ich finde dieses Grün richtig toll. Außerdem besaß ich bisher kein einziges grünes Kleidungsstück. Bisher dachte ich „zurecht“ – aber Grün ist ja nicht gleich Grün und in letzter Zeit gefallen mir immer mehr Stoffe in einem Mittelgrün bis Olivgrün. Auch der Bündchenstoff ist von See you at six und passt somit perfekt zum Pullover.
Theoretisch ist der Pullover sehr schnell genäht. Vor allem weil er keine Taschen, keine Kapuze, keine Ösen oder dergleichen hat. Aber mit Streifenmatching und dem Wunsch dass jede Naht des Bündchens perfekt zur Naht am Pullover passt, schaffte ich es auch da einen kompletten Nachmittag mit dem Pullover zu verbringen.

Seit ich den Stoff das erste Mal gesehen habe muss ich dabei an eine Zuschneidematte denken ;o) Seither wird er auch so von mir genannt. Als ich meinem Mann den frisch genähten Pullover vorgeführt habe, meinte er allerdings ich sehe aus wie das YPS-Känguru. Kennt ihr das noch?? Ich musste ihm Recht geben ;o)

Ich finde den Pullover aber dermaßen toll, dass ich jetzt gerne und mit stolzer Brust als YPS-Känguru rumlaufen werde.
Die Anleitung ist sehr genau. Der einzige Punkt an dem ich sie wirklich brauchte war der Teil mit dem Ausschnitt. Hätte mir ohne Anleitung nicht vorstellen können wie das funktioniert.

Den Sitz finde ich dermaßen gut, dass auf jeden Fall weitere folgen werden. Genäht habe ich Größe 36. In Kombination zur Jeans fand ich den Pullover allerdings zu kurz und habe ihn daher um 7 cm verlängert. Die Ärmel habe ich auch verlängert, sie sind im Original nur 3/4 lang. Das finde ich für einen Pullover aber sehr unpraktisch, darin wäre mir dann im Frühling zu warm und im Herbst und Winter zu kalt.
Obwohl ich noch ein paar andere Kleidungsstücke fertig hatte, und dies „nur ein Pullover“ ist, wollte ich unbedingt dieses Projekt beim Me Made Mittwoch zeigen, da er so schön herbstlich ist :o)
Habt eine schöne Woche
Lieben Gruß,

Kurze Version der Flint Pants von Megan Nielsen
Schon lange hatte ich den Schnitt für die Flint Pants daheim. Nachdem der Sommer in diesem Jahr aber immer heißer wurde, brauchte ich nun wirklich dringend eine kurze Hose. Da ich mich an das Thema Hosen nähen immer noch nicht herangetraut habe (Stichwort Hosenreißverschluss, aber vor allem Stichwort Passform), schien mir die Flint Pants ein gutes Projekt um mich weiterhin darum drücken zu können und dennoch an eine Hose zu kommen ;o)
Ich habe mich an Muriels Blogpost erinnert und noch mal nachgelesen ob das Projekt wirklich so einfach wird wie erhofft und erwartet. Auch Nina hat auf ihrem Blog Kleidermanie über die Flint Pants berichtet. Beide schreiben, dass die Hose sehr groß ausfällt.
Hmmh.. Ich wollte es doch einfach halten… Sehr gerne auch ohne vorher eine Probeversion zu nähen. Die Nähzeit ist ohnehin schon so knapp im Sommer. Da sowieso ein Besuch von Muriel anstand, hat sie mir ihre Version in XS mitgebracht und statt probenähen musste ich nur in ihre schlüpfen. Das war mega praktisch. Ich konnte tatsächlich auch mit der XS arbeiten. Und ich konnte mir auch direkt notieren wo mein Knopf platziert werden muss, damit die Hose gut sitzt.
Kaum war Muriel wieder auf dem Heimweg, hab ich mich hoch motiviert sofort ans Werk gemacht. Mal ohne das Kribbeln und die Frage „Ob das wohl später passt??“ loslegen zu können ist auch mal schön.
Den Stoff hatte ich noch über von einem Hemd (noch nicht gebloggt). Es ist kein Denim. Aber was es stattdessen ist weiß ich auch nicht. Er hat weiße und blaue Fäden die so ein feines Punktemuster ergeben. Jedenfalls ist er recht fest. Ich hab ihn ausnahmsweise im örtlichen Stoffladen gekauft und die Verkäuferin konnte mir leider keine Materialinfo geben.
Der Schnitt hat nicht nur verschiedene Längen, sondern auch verschiedene Verschlussvarianten: with button closures oder with tie closure. Ich fand die Bindevariante sehr süß und wollte sie gerne testen. Das Ergebnis finde ich sehr hübsch.

Im Alltag muss ich allerdings immer mal wieder nachzuppeln da die Bänder eine Tendenz zum Aufgehen zeigen. Also im Stehen nicht. Aber beim ständigen Hinsetzen und Aufstehen auf der Arbeit z.B. bin ich immer am Prüfen wie der Zustand der Bänder gerade ist. Bei den beiden Falten vorne ziehe ich übrigens auch immer zurecht. Wenn die sich wie oben am Bild eher aufplustern, habe ich immer Angst, dass es wie eine Windelhose aussieht.
Aber dafür finde ich die Rückansicht uneingeschränkt schön.

Bei der Seitansicht schaue ich ja nun schon wieder auf die Falten und möchte sie runterziehen……

Jeder der einen Blogbeitrag über Flint schreibt, erzählt wahrscheinlich auch vom Einstieg in die Hose über die Hosentasche. Das hat mich anfangs verwirrt. Aber ich erwähne und zeige dieses besondere Detail auch ;o)

Es ist ungewohnt aber sehr raffiniert. Man muss nur daran denken keine Wertsachen in die Einstiegshosentasche zu packen :o)
Falls sich jemand fragt was ich obenrum trage: Es ist die Bluse Aster von Colette Patterns, die habe ich hier vorgestellt.
Ich hatte eigentlich vor noch eine weitere kurze Flintversion für diesen Sommer zu nähen. Aber nun kommt der Herbst und es ist definitiv vernünftiger schon mal für die kältere Jahreszeit vorzusorgen. Aber die lange Flintversion ist auch sehr toll und sehr besonders. Auch diese hat Muriel schon genäht und mir zum Anprobieren mitgebracht. Die lange Hose mit den doch sehr weiten Hosenbeinen ergab ein ganz ungewohntes Bild an mir, aber es hat mir sofort gefallen. Daher freue ich mich schon sehr auf die lange Hose. Da sie im Schnitt aber nur als 7/8-Version (oder 3/4??) vorgesehen ist, werde ich es Muriel gleich tun und sie auch verlängern. Ihr bekommt das Ergebnis natürlich hier wieder zu sehen.
Heute ist Me Made Mittwoch und Ich bin schon sehr gespannt ob alle anderen schon in der Herbsproduktion sind oder auch noch Sommerteile zeigen.
Viele Grüße,
![]()
Lynn No. 3 – Schon wieder und doch wieder anders
Ziemlich schnell nach meiner ersten hellblauen Lynn und meiner zweiten senfgelben Lynn kommt nun meine dritte Lynn (von Pattydoo). Der Schnitt war einfach so gemütlich, dass ich nicht widerstehen konnte ihn gleich noch mal zu nähen. Diese Version sollte aber weniger sportlich und mehr chic daher kommen. Ich habe daher bewusst keinen Bündchenstoff verarbeitet, keine Daumenlöcher genäht und auch keine Kapuze.
Die Bündchen habe ich aus dem Steppsweat genäht und die Maße dafür leicht geändert. Der Sweat hängt sich schon wieder so sehr aus, dass der Pulli selber und auch die Ärmel wieder länger als geplant wurden. Das erhöht aber nur den Gemütlichkeitsfaktor. Im Winter liebe ich es, wenn ich mich in meine Pullis so richtig einkuscheln kann.

Dass die Taschen von außen so sichtbar sind finde ich an diesem Schnitt eigentlich nicht so schön. Immerhin ist ordentlich Platz für die Hände. Für mehr aber auch nicht, denn mein Handy ist mir schon mehr als einmal aus der Tasche geflogen. Also leider auch nicht praktisch diese Taschen…. Das Taschenfutter hab ich schlicht schwarz gehalten.

Statt Kapuze wollte ich diesmal einen Kragen an den Pulli basteln. Das hat aber leider nicht funktioniert und ich habe stattdessen einfach ein Halsbündchen aus dem gleichen Sweatstoff angenäht. Ich finde es gut, dass dieser Pulli wieder komplett anders aussieht obwohl es schon das dritte Mal ist, dass ich den Schnitt innerhalb kurzer Zeit genäht habe.


Aller guten Dinge sind und bleiben erstmal drei. Der Frühling hat sich endlich kurz gezeigt und ich möchte erstmal nicht weiter Winterklamotten nähen.
Ich zeig euch noch die Rückansicht, das passt ganz gut zum Ende des Textes und somit Abschied für heute ;o)
Ich mache mich jetzt auf zum Me Made Mittwoch.
Habt eine schöne Woche! Viele Grüße,
Melanie
Lynn No. 2 – Hoodie aus senfgelbem Steppstoff
Nachdem ich eine Probeversion von Lynn (Hoodie von Pattydoo) genäht habe, wusste ich, dass es für weitere Versionen nur eine kleine Änderung braucht. Die Passform war bereits perfekt, nur die Länge musste ich anpassen. 7 cm Länge habe ich zugegeben.
Für meine zweite Version habe ich einen Steppstoff von Lillestoff gewählt, den es nun endlich wieder gibt. Der ist allerdings dermaßen dehnbar, dass der Pullover nun größer und länger scheint als gewollt. Die Ärmel musste ich sogar noch mal kürzen,. Leider war das Ärmelbündchen schon dran, als ich das bemerkt habe.

Den Steppstoff gibt es in vielen wunderschönen Farben. Obwohl mir alle richtig gut gefallen haben, hab ich mich an meine bewährten Lieblinge Senfgelb und Blau gehalten. Bei den noch sehr winterlichen Temperaturen war es die richtige Wahl Senfgelb als erstes zu vernähen. Ich hatte den Pullover schon 3 mal an und jedesmal hat er mich im Büro gut gewärmt, vor allem aber gute Laune verbreitet.
Was dem Stoff leider fehlt ist Stand. Diese schöne vordere Überlappung der Kapuzenteile die ich an meinem Probepullover noch so toll fand, fällt mit diesem Stoff immer in sich zusammen.

Leider hatte ich zu meinen beiden Sweatstoffen keine Kombistoffe bestellt. Dabei gibt es Kombijersey und auch Bündchenstoffe bei Lillestoff die exakt zur Farbe der Sweatstoffe passen. Das ist sehr praktisch. Ich wollte zunächst eine weitere Bestellung vermeiden, aber obwohl ich noch 2 weitere senfgelbe Bündchenstoffe im Stash hatte, passten beide nicht zu meinem Pullover. Daher musste ich doch nochmal bestellen. Jetzt passt alles perfekt:

In der Kapuze ist nun der Kombijersey „Senfgelb“. Ich suche sonst immer Jerseys mit einem Kontrastton aus. Dass hier nun alles harmonisch zusammen passt ist neu, aber auch mal schön.

Die Ärmelbündchen sind aus dem Bündchenstoff des gleichen Farbtons. Ich habe sie wieder mit Daumenlöcher genäht. Gerade für den Winter mag ich das sehr gerne. Im Beitrag des ersten Pullis habe ich schon berichtet, dass es leider nicht passt wenn man der Anleitung folgt und die Daumenlöcher an die Pullovernaht näht. Hier sieht man das ganz gut. Würden die Nähte aufeinander treffen verdreht sich der Pullover unschön.

Mein Logo habe ich diesmal auf den Oberarm genäht. Das habe ich mir bei Brinas Pulli abgeschaut :o)

Die Kordeln habe ich auch wieder versetzt. Eine links, eine rechts. Ich habe sehr dicke Baumwollkordel von Snaply genommen für die ich leider keine Ösen hatte. Also wieder eine Bestellung und wieder warten bis es weiter gehen kann. Bei Snaply habe ich übrigens auch Schrumpfschlauch entdeckt und einfach mal mitbestellt zur Probe. Ich mag die Kordelenden aus Snap Pap, aber immer passt das eben nicht.

Es gibt eine Anleitung auf dem Snaply Blog wie man den Schrumpfschlauch anwendet. Man hält ein Feuerzeug in die Nähe und es passiert…. erstmal nichts….. Man hält das Feuerzeug näher dran und …. es verfärbt den Schlauch braun… Grmpf….. Mein Mann hatte die tolle Idee es mit einem Fön zu versuchen. Das hat tatsächlich richtig gut geklappt. Der Schlauch hat sich richtig schön um die Kordel gelegt. Ich musste nur die Enden abschneiden. Die Wäsche hat der Schlauch auch problemlos überstanden.

Für die Fotos haben wir kurze Sonnenmomente erwischt. Tags darauf lag dann schon wieder Schnee.
Ich warte jetzt mal zusammen mit meinem Sonnengelben Lynn auf den Frühling.
Viele Grüße,

Ein Mantel aus der Burda easy als „Coatigan“
Wenn man auf der Suche nach einem Cardigan ist, der zwar die Funktion eines Cardigans, aber mehr das Aussehen eines leichten Mantels hat, dann ist man mit einem „Coatigan“ ganz gut bedient. Das Wort fiel mir in den letzten 2 Jahren hier und da mal auf, aber erst jetzt wo ich etwas in der Art gesucht habe, machte es auch für mich richtig Sinn.
Ich habe wie immer recht lange gesucht bis mir ein Schnitt hundertprozentig gefallen hat. Allerdings wollte ich bei der Suche möglichst bei vorhandenen Schnitten bleiben. Ich besitze so viele Schnitthefte, da war ich mir sicher, dass eines dabei ist das einen Coatigan nach meinen Vorstellungen enthält. Fündig geworden bin ich auf dem Cover der Burda Easy Herbst-Winter 2015. Was mir gleich doppelt gut gefiel: durch diese Wahl habe ich es mir auch einfach gemacht was die Vorarbeit anging: Die Burda Easy Schnittteile überlappen sich nicht und es entfällt das Suchen und Schnittmuster entwirren. Ich hab es mir aber noch bequemer gemacht: Ich habe den Schnitt nicht abgepaust, sondern ausgeschnitten und die Nahtzugabe vorab hinzugefügt. Das macht es um einiges leichter beim Zuschneiden. Vor allem falls ich den Schnitt mehr als nur einmal nähen sollte. Die Schnittteile lagen so weit auseinander, dass es fast überall möglich war einfach 1,5 cm drumherum zu zeichnen. Wann immer dies nicht möglich war, hab ich einfach ein wenig Papier dahinter geklebt und es möglich gemacht.
Richtig schwer getan habe ich mich allerdings vorab mit der Größenwahl. Laut Tabelle liege ich zwischen 38 und 42. Die paar Burda-Schnitte die ich bisher umgesetzt habe, waren mir jedoch immer deutlich zu groß. Obwohl man die Schnittführung keineswegs vergleichen kann, habe ich mir mal meine „Frau Ava“ geholt und aufgelegt. Danach hatte ich zumindest die Gewissheit dass die Größe 36 ausreichen wird.
Genäht habe ich den Coatigan dann bei einem gemeinsamen Nähwochenende mit Brina (Brinas Sewingroom). Sie hat mich in Freiburg besucht und wir hatten von Samstag Mittag bis Montag Nachmittag Zeit unsere Nähprojekte umzusetzen und natürlich ganz viel zu quatschen.
Bei all der Planung und der langen Schnittmustersuche im Voraus hat mir die Zeit mal wieder nicht gereicht alles vorher zuzuschneiden. Das habe ich also gemacht als Brina schon bei mir war. Während ich also geschnitten und gequatscht und noch mehr geschnitten und gequatscht habe, kam es mir irgendwann komisch vor, so viele Schnittteile für einen Coatigan zu haben. Habe ich dann erstmal gestoppt um alles zu überprüfen? Natürlich nicht :o) Erst als an einem Schnittteil stand, dass an dieser Linie der Reißverschluss anzubringen sei wurde ich stutzig. Es gab wie in jeder Burda natürlich mehrere Versionen des Schnittes. Unter anderem diese verschließbare Version für Sweat oder Jaquard. Aha… Schneide ich den also gerade mit zu. Macht ja nichts. Auch hübsch!
Wie geplant habe ich aber mit der Titel-version gestartet und mir dafür einen Wollstoff von René Lézard ausgesucht. Dunkelgrau mit grauen Streifen. Meine erste Überlegung war, dass dies schön klassisch zu allem passen würde.

Der Wollstoff ließ sich ganz toll zuschneiden. Da er nicht ausfranst konnte ich mir die Versäuberungsschritte jeweils sparen. Nur geflust hat er wie blöd. Noch Tage später waren nicht nur Zuschneidetisch, sondern der ganze Nähbereich von den Wollflusen übersät.
Die ausführliche Bilderanleitung auf die ich ein wenig gehofft habe, gab es nur für die Versionen A,B und C. Ich habe Version D genäht. Hier hat Burda einen Zuschneideplan abgebildet und 2 Bilder für die Verarbeitung und das Aufnähen der Taschen gespendet. Davon war ich zunächst etwas enttäuscht. Im Nachhinein muss ich zugeben, dass das gereicht hat. Ich hatte wohl vorab Zweifel, weil ich noch nie einen Mantel genäht habe. Ja, es ist nur ein ganz einfacher Mantel. Ungefüttert, ohne Kragen, ohne Verschluss. Aber dennoch hatte ich ihn noch nicht genäht, daher wohl meine Enttäuschung zwecks der fehlenden Bilder. Ich gehe Kleidungsstücke die ich so zuvor noch nie genäht habe jedes Mal mit dermaßen viel Respekt an, dass ich mir anscheinend immer weniger zutraue als ich eigentlich kann. Die kurze Beschreibung hat durchaus gereicht und ich habe den Mantel ohne Probleme mit der burdatypischen Kurzbeschreibung nähen können.
Burda sieht übrigens vor, dass alle Säume per Hand genäht werden. Ich wollte den Mantel gerne fertigbekommen und noch weitere Projekte an diesem Wochenende beenden. Ich habe daher nur die Ärmelsäume und den Beleg per Hand und möglichst unsichtbar angenäht.

Die untere Saumkante habe ich komplett mit der Maschine genäht. Mich stört sowas allerdings nicht. Solange die Maschine schöne Stiche hergibt, darf man die auf meinen Kleidungsstücken sehr gerne sehen.
Mir gefallen die Passform und der Look des Coatigans sehr gut. Beim Nähen hatte ich jedoch einen schwarzen Rock und einen schwarzen Rollkragenpullover an. Als ich den Coatigan zum Passformtest überwarf war schnell klar, dass ich so wie ich in dem Moment aussah auch gut zu einer Beerdigung hätte gehen könnte. Ich bin nicht der Typ der Schwarz von Kopf bis Fuß tragen kann. Bei mir wirkt das schnell trostlos. Nachdem ich den Coatigan fertig hatte, bin ich mit Brina erstmal meine ganzen Jerseys durchgegangen um festzustellen, dass nichts von den vorhandenen den Look auflockern könnte. Hilft ja dann alles nichts, dann muss man halt wieder Stoff bestellen ;o)
Die Bestellung ging dann auch direkt raus und nun plane ich ein Langarmshirt aus diesem melierten Stoff von Lillestoff.
Leider habe ich gar keinen Schnitt da, der mit Sitz und Länge gut zum Coatigan passen könnte. Es sollte mindestens über den Po gehen, nicht zu eng, aber auch nicht oversized sein. Ich habe bereits zwei Burda-Schnitte erfolglos getestet. Das eine rutscht mir von den Schultern, das andere war irgendwie generell riesig und unförmig. Ich hätte es mir einfacher vorgestellt einen Shirt-Schnitt zu finden. Mittlerweile ist mir aber gar nicht nicht mehr so sehr danach weiterzusuchen, ich möchte lieber Frühlingskleidung nähen.
Da ich den Coatigan natürlich trotzdem tragen wollte, hab ich ihn mit meinem Wickelshirt von McCall´s getragen. Die Länge ist keineswegs optimal, aber die Farbe finde ich sehr passend als Kontrast zum dunklen Grau:

Der Wollstoff hält schön warm. Jacken die man schließen kann finde ich allerdings im Alltag um einiges praktischer. Daher freue ich mich als nächstes auf die Sweatversion mit Bündchen und Reißverschluss.
Die Tragefotos wurden (an einem windigen Tag 😉 ) einige Wochen nach Fertigstellung von meiner Nichte gemacht. Der Coatigan hat ihr so gut gefallen, dass sie auch einen haben wollte. Möglichst sogar einen exakten Zwilling. Ich hatte noch Wollstoff über, hätte aber nicht gedacht, dass er noch für einen weiteren Coatigan reichen würde. Wir haben das aber gleich mal geprüft. Die Ärmel mussten wir verlängern, ansonsten konnten wir meine Größe zuschneiden. Den Beleg mussten wir ein bisschen verschmälern, aber ansonsten hat der Stoff gereicht. Nur ein paar winzige Fitzel sind übrig geblieben. Genäht habe ich den zweiten Coatigan dann größtenteils auf einem Nähtreff. Die Handnähte muss ich noch machen, dann kann er sich auf den Weg in den Norden machen.
Ich freue mich jedenfalls sehr, dass der Rest-Stoff direkt seine Bestimmung gefunden hat und nun als Zwilling meines Coatigans einen weiteren Besitzer glücklich macht.
Nach einer gefühlten Ewigkeit gibt es heute endlich wieder einen Me Made Mittwoch, darauf freue ich mich sehr.
Viele Grüße,
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Kapuzenpulli Lynn von Pattydoo – die „Probeversion“
Mein Email-Postfach hat mir verraten, dass ich mir bereits im November 2015 das Schnittmuster für den Kapuzenpullover Lynn von Pattydoo gekauft habe. Ich hatte zuvor einige schöne Ergebnisse im Netz gesehen und fand es vor allem gut, dass dieser Schnitt nicht so schmal geschnitten ist wie z.B. Riley (ebenfalls von Pattydoo).
Ich glaube ich habe den Schnitt kurz nach dem Kauf ausgedruckt. Zu der Zeit hatte ich noch A4 Schnittmuster gekauft und auch einige hintereinander geklebt. Egal wie exakt man schneidet und klebt, selten passt am Ende alles exakt aneinander. Irgendwann war ich davon so genervt, dass ich keine weiteren A4-Schnitte mehr gekauft habe. Lynn war ja schon gekauft, blieb dann aber erstmal ungeklebt liegen.
Fast 2 Jahre später – Anfang Oktober 2017 – kam Brina zum gemeinsamen Nähen zu mir und hatte eine so tolle Lynn dabei, dass ich kurz darauf mein Klebetrauma (einmalig) überwunden habe um auch endlich eine Lynn zu besitzen.
Am liebsten hätte ich Brinas Version 1:1 nachgenäht. Ihr könnt sie euch hier anschauen: Sie hat blauen Steppstoff von Lillestoff verwendet und einen perfekt passenden Kombijersey sowie farblich zum Pulli passendes Bündchen vernäht.
Von dem blauen Steppstoff habe ich leider nirgends 2 Meter am Stück finden können. Bei Lillestoff gab es ihn allerdings schon vor über einem Jahr. Sie haben ihn in manchen Farben erneut produziert. Ausgerechnet in Blau leider nicht. Für meine Lynn habe ich also erstmal einen vorhandenen hellblauen Sweat verwendet. So konnte ich auch beruhigt die Größe testen ohne gleich einen Lieblingsstoff zu verwenden. Der Sweat lag lange im Regal, da die Farbe so gar nicht der des Fotos im Online Shop entsprach (ich und die Online-Bestellungen……). Der Sweat sah live irgendwie so „blass“ aus. Ich war mir sicher die Farbe würde mir nicht stehen und auch mich noch blasser wirken lassen. Aber als Probestoff sicher in Ordnung.
Wenn man weiß, dass man erstmal nur ein Probeteil näht, könnte man ja auch im weiteren Vorgehen weniger akkurat und
wählerisch sein… HA! Könnte man. Ich hingegen habe sicher einen Tag damit verbracht in meinem Stoffvorrat und Jerseyresten einen Jersey zu finden, der sich als Kombistoff für dieses blasse Blaugrau eignen würde. Meine Jerseyrestekiste ist wirklich groß. Aber nicht ein einziger Stoff im Vorrat kam in Frage. Der Tag darauf war ein Wochentag und ich habe meine Mittagspause geopfert für einen Besuch im Stoffladen nahe meines Büros. Ca. 25 Minuten brauche ich für den Hin- und Rückweg, ca. 30 Minuten bin ich mit einem kleinen Stofffetzen in der Hand im Laden immer wieder auf und ab gelaufen um einen passenden Jersey zu finden. Erfolglos. Nachdem ich dann also schon meine Mittagspause überzogen habe, hab ich dann auch gleich noch früher Feierabend gemacht um nach der Arbeit noch in der „richtigen“ Stadt (Freiburg) weiterzusuchen. Am Ende hab ich diesen Stoff bei Karstadt genommen, um überhaupt endlich mal losnähen zu können. So im Nachhinein gefällt er mir aber gut. ABER: schon nach der 3. Wäsche ist die Farbe sehr doll rausgewaschen :o(
Für die Bündchen hab ich ähnlich lange gebraucht. Man kann auch den gleichen Sweat verwenden statt Bündchenstoff. Meiner reichte aber nicht, also brauchte ich passenden Bündchenstoff. Wieder wollte keine Farbe so recht passend. Noch am passendsten war Weiss. Hätte ich vielleicht besser mal drüber nachgedacht. Wie lange bleibt Weiss an Armbündchen weiss? Ihr ahnt es vielleicht….

Übrigens habe ich die Armbündchen erstmal falsch angenäht. Irgendwie bin ich davon ausgegangen, dass das Daumenloch in Verlängerung der Ärmelnaht angebracht werden muss. Muss es nicht.
Das Daumenloch selber war leicht zu nähen. Dafür war das Video noch praktisch.
Insgesamt hätte ich aber wesentlich lieber eine ganz normale Anleitung gehabt. Ich mag es noch immer überhaupt nicht nach Video zu nähen. Es ist nervig an den Stellen an denen man keine Hilfe benötigt, es ist nervig exakt die Stelle zu finden für die man Hilfe benötigt und es ist nervig wenn man einen Schritt noch mal benötigt. Ich lese alles viel lieber. Ausnahme: Craftsy-Videos. Aber diese bieten einige Vorteile, die die frei zugänglichen YouTube-Videos von Pattydoo leider nicht bieten.
Wenn ich nun in einem halben Jahr die nächsten Lynn nähen möchte, muss ich entweder noch alles wissen oder erneut im gesamten Video die passenden Stellen die ich benötige suchen.

Wie man hier sieht, gehören die Kordeln eigentlich beide an eine Seite. Das gefällt mir aber nicht so gut. Eine Kordel rechts und eine links zu haben finde ich irgendwie harmonischer. Die Markierungen gibt es leider nur für die vorgesehene Version. Ich habe versucht die andere Seite ungefähr zu platzieren indem ich die noch unfertige Kapuze aufgesetzt habe um zu schauen wo die zweite Kordel landen könnte. So richtig perfekt ist die Platzierung noch nicht. Außerdem habe ich die Ösen viel zu weit am Rand angesetzt. Ich wollte zum ersten Mal Snap Pap testen, aber das ragte dann so weit über den Kapuzenrand, dass das doof aussah. Ich habe es daher weitestgehend wieder abgeschnitten.

Fazit
Genäht habe ich Größe 38. Mit kleinen Änderungen hat der Schnitt definitiv das Zeug zum Lieblingspulli.
Die Ärmel passen perfekt in Form und Länge. Auch das Daumenloch sitzt an der richtigen Stelle für meine Armlänge. Die Weite des Pullis finde ich auch perfekt. Schön locker aber nicht übergroß. Nur die Länge werde ich mir anpassen. Wenn ich den Pulli trage ziehe ich ihn ständig runter.
Die vordere Überlappung der Kapuze mag ich sehr gern. Die Kapuze kann man aufsetzen ohne dass sie übergroß oder unförmig wirkt.
Ich hoffe, dass mir in nächster Zeit direkt Kombistoffe über den Weg laufen. Die Suche nach Kombistoffen finde ich immer sehr anstrengend.
Viele Grüße,
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Silvester in Hagebutte (Hawthorn) und Kupferregen

Den Weihnachtskleid Sew Along habe ich ja gestartet mit der Ankündigung ein Weihnachtskleid und auch ein Silvesterkleid zu nähen. Hier also nun mein Bericht zum Silvesterkleid.
Mein eigentlicher Plan war das Butterick 5353, da das in der kurzen Zeit am machbarsten schien und auch ein Stoff dafür schon im Stash war. Eine Erkältung hat dann leider meine eh zu kurze Nähzeit noch mehr verkürzt. Am Nachmittag des 29.12. fühlte ich mich dann fit genug das Kleid zu starten. Laut Tabelle auf dem Umschlag war ich Größe 14 (Hüfte eigentlich größer, aber der Schnitt ging nur bis 14.) Nachdem ich die ersten Teile zusammengenäht habe, war schnell klar, dass die Passform jenseits von Gut und Böse ist. Ich hätte noch jemanden mit ins Oberteil nehmen können. Eine Anpassung ist sicher möglich, aber dafür hätte meine Zeit wirklich nicht ausgereicht. Also was nun? Ich habe kurz überlegt welches (einfache!) Kleid ich nun noch an einem Tag nähen könnte. Ich habe mich dann für eine etwas schickere Version des Hawthorns entschieden, da ich das kürzlich erst genäht habe. Neuer Zuschnitt also am 29.12. um 20 Uhr. Zum Glück hatte ich noch genügend Stoff über. Wie auch für das Butterick geplant, habe ich einen ganz dünnen leichten Wollstoff von René Lézard verwendet. Am 30.12. habe ich mit dem eigentlichen Nähen begonnen. Die Nähschritte waren ja bekannt, daher kam ich zügig voran.
Ein Herzenswunsch war es ja die ganze Zeit, dass ich meine Lourdes Jacke zu Silvester tragen kann. Ich fand den Stoff einfach so schön passend für den Anlass. Während ich den Kragen für das Hawthorn Dress gerade schön ausgebügelt habe, ist mir aufgefallen, dass ich erstmal testen sollte, ob sich die Lourdes Jacke überhaupt mit einem Kragenkleid „vertragen“ würde. Zum Testen hatte ich ja mein Chambray-Hawthorn da. Nein, sie vertrugen sich absolut nicht. Es sah komisch aus so halb aus der Jacke rausguckend, halb krumpelnd darunter. Der frisch genähte Kragen durfte daher nicht ans Kleid. Ich hatte aber zuvor auch eine schöne kragenlose Version gesehen, daher konnte ich mir das Kleid auch kragenlos sehr schick vorstellen. Den Kragen behalte ich aber mal, denn Hawthorn gibt es auch als Blusenvariante. Eine Bluse würde ich aus dem Reststoff sicher noch noch heraus bekommen.
Beim Absteppen habe ich ebenfalls daran gedacht, dass das Kleid gut zur Jacke passen sollte. Die passendste Garnfarbe die ich gefunden habe war ein Marathon Stickgarn. Damit habe ich die Blende abgesteppt und die Knöpfe angenäht. Den Kontrast mag ich gerne.

Das Kleid wurde an diesem Tag bis auf die Knopfleiste fertig. Um die habe ich mich dann am 31.12. gekümmert. Das ging aber ganz entspannt, ich hatte ja den gesamten Vormittag Zeit. Auch beim Annähen der Knöpfe per Hand habe ich mir dann alle Zeit der Welt gelassen. Die Hawthorn-Anleitung empfiehlt auf Höhe der Taille Hook and Eye zu befestigen. Ich habe stattdessen einen Druckknopf verwendet. Das finde ich so viel praktischer, dass ich das beim Chambray-Hawthorn auch noch nachholen werde.

Das Kleid hat leider keine Taschen, aber da es schon mein zweites Kleid nach diesem Schnitt ist, habe ich diesmal dran gedacht Taschen zuzufügen. Ich habe bei meinen Kleiderschnitten geschaut und das erste das ich gegriffen habe, war das Moneta Dress, ebenfalls von Colette Patterns. Das kam mir passend vor, daher habe ich diese Tasche verwendet. Nach diesem Tutorial von Megan Nielsen bin ich vorgegangen. Ich hätte es im Prinzip auch allein so in der Art gemacht. Aber dennoch hat Megan ein paar wertvolle Tipps parat die dazu führen, dass die Taschen sehr sauber wurden und nahezu unsichtbar im Rock verschwinden.


Eine halbe Stunde vor Abfahrt ist mir aufgefallen, dass ich gar kein passendes Täschchen für mein Outfit besitze. Von der Lourdes Jacke sind damals noch kleine Reste übrig geblieben die ich genau für diesen Zweck zur Seite gelegt habe. Ich wollte eine kleine, edle Clutch nähen, die aber dennoch umgehängt werden kann, denn nur rumtragen mag ich meine Taschen nicht. Ja… Schade… Das habe ich jetzt solange vor mir hergeschoben bis ich es vergessen hatte. Ich habe mir die kleinen Stoffreste angeschaut und überlegt ob mir die mittlerweile nur noch 25 min reichen eine Tasche zu nähen. Ein Schnittmuster rauszusuchen und auszudrucken hätte mir jetzt nur noch mehr Nähzeit geraubt, also hab ich einfach mal ausgemessen und losgeschnitten und mit einem gaaaanz groben Plan im Kopf losgenäht. Für eine Trägerlösung war aber dann wirklich keine Zeit mehr, daher hab ich ein Satinband angenäht. Für einen Abend wird das alles schon irgendwie gehen. Mir gefällt das schlichte Täschchen aber doch so gut, dass ich es mehrfach nutzen werde und mir noch eine schönere Trägerlösung einfallen lassen werde.


In diesem Outfit hatte ich einen wunderschönen Silvesterabend. Mit Musik, tollem Essen und einem atemberaubenden Ausblick über alle Feuerwerke der Stadt zusammen sind wir wunderbar ins neue Jahr gekommen. Auch wenn dies nicht mein zuvor geplantes Silvesteroutfit war, habe ich mich in Hawthorn und Lourdes sehr wohl und gut gekleidet gefühlt.
Normalerweise bin ich kein Fan von Essensbildern bei Instagram und auf dem Blog, aber da es einfach den Abend widerspiegelt, lasse ich ein paar Inspirationen da…

Frohes neues Jahr euch allen!
Und viel Spaß auch beim Me Made Mittwoch und dem heutigen Thema „Lieblingsteil 2017“. Mein Lieblingsteil 2017 seht ihr übrigens in meinem Jahres-Rückblick. Ich freu mich, wenn ihr dort noch vorbeischaut.
Viele Grüße,

Jenna Cardigan No 2: Aus Versehen hüftlang
Im September habe ich den weißen Jenna Cardigan von Muse genäht und im Blog gezeigt. Ich brauchte als nächstes eine dunklere Version die zu möglichst vielen Kleidern und Röcken passt.
Romanit hat sich bereits bei der ersten Version gut bewährt. Dieser graue Romanit ist leider nicht halb so weich wie der weiße und ist auch ein wenig dünner. Ich war etwas enttäuscht, als ich ihn nach einer Online-Bestellung ausgepackt habe.
Für die taillenlange Version hatte ich beim letzten Mal die Schnittteile einfach an der Linie weggeklappt beim Zuschneiden. Auch für die graue Jacke wollte ich die taillenlange Version nähen. Wo meine Gedanken beim Zuschneiden waren weiß ich nicht, aber weggeklappt habe ich nichts. Beim Nähen ist mir nichts aufgefallen. Ich habe alles zusammengenäht und mir schon die Knöpfe rausgesucht. Erst beim Anhalten der Knöpfe wurde ich stutzig: Nur 6 Knöpfe auf die ganze Länge? Das kam mir reichlich wenig vor.

Erst als ich zum Vergleich noch mal auf die schon genähte Jacke geschaut habe, habe ich gemerkt, dass ich aus Versehen die hüftlange Version genäht habe.

Ich konnte noch drüber lächeln. Kann man ja schließlich auch gebrauchen. Blöd nur: eine Anprobe ergab dann, dass mir die hüftlange Version gar nicht passt. Ich kann den Cardigan zwar tragen wie er ist. Aber schließen kann ich ihn auf Höhe der Hüfte nicht.

Nachdem mir das klar wurde, kam es mir blödsinnig vor einen Haufen Knopflöcher zu nähen und Knöpfe anzubringen, wenn die Jacke eh nur offen getragen werden kann.

Dieser Cardigan bleibt also nun so wie er ist.
Dass ich nun noch 2 weitere nähen muss ist klar, oder? Die eigentliche taillenlange Version in Grau oder Schwarz brauche ich ja nun immer noch. Aber auch die hüftlange Version gefällt mir. Ich werde mir also eine nähen: Knöpfbar und mit entsprechender Anpassung für meine (breiten) Hüften :o)
Habt ihr (tragbare?) Nähunfälle produziert in diesem Jahr?
Kommt alle gut ins neue Jahr! Viele Grüße,

Der MMM-Weihnachtskleid Sew Along 2017 – Finale mit dem Aldaia Dress

Für mein Weihnachtskleid habe ich mich für das Aldaia Dress von Pauline Alice entschieden:

Die Ärmel der Version A, das Wickeloberteil von Version B und der weite Rock von Version C sollten es werden.
Ich bin auf den letzten Drücker fertig geworden. Das ist für mich nichts ungewöhnliches.
Da ich mein Hauptaugenmerk auf ein Silvesterkleid halten wollte und mit einem Weihnachtskleid nur ganz spontan mitmachen wollte – mit einem Stoff den ich eh schon da hatte, und einem Schnitt der schon feststand – dachte ich allerdings das Weihnachtskleid wäre eine sichere und schnelle Sache. Noch dazu, weil es sich doch hier „nur“ um ein Jerseykleid handelt. So also der Plan: schnelles Weihnachtskleid. Aber dann kam eine lange Anpassungsserie.
Über mein erstes Probekleid (die ärmellose Variante B) habe ich im Zwischenstand schon berichtet:

Zusammengefasst: Es war keine komplette Katastrophe, aber an den Armausschnitten hatte ich viel zu viel Stoff.
In meinen Nähanfängen hätte ich da sicher drüber weggesehen, aber mittlerweile ist so etwas für mich untragbar. Ich glaube tatsächlich, dass der Stoffüberschuss mit der Ärmelversion nicht mehr ganz so doll aufgefallen wäre. Aber ich wollte es gerne dennoch angehen und auch die B-Version perfektionieren, obwohl ich die ja für mein Weihnachtskleid gar nicht geplant habe. Aber wenn dann richtig, dachte ich mir.
Ich hatte gehofft ich könne die Änderungen direkt an den Schnittteilen vornehmen. Daher habe ich die Schnittteile von Pauline Alice mit meinem Grundschnitt verglichen und die Ärmelausschnitte am seitlichen Vorderteil und auch Hinterteil angepasst. Dafür waren einige Änderungen notwendig und ich habe alle Schnitteile noch mal sauber neu erstellt. Außerdem habe ich einen eigenen Ärmel erstellt (Ärmelgrundschnitt für elastische Stoffe = PK1), da der Ärmel von Pauline Alice recht weit, vor allem aber symmetrisch geschnitten ist. Das kann ja gar nicht perfekt sitzen. Ein weiteres Probeoberteil ergab:

Man sieht leider kaum einen Unterschied zu vorher 🙁
Einzig der Ärmel war zufriedenstellend. Ein wenig spack zwar, aber das lässt sich ja leicht beheben. So ein Jersey-Ärmelgrundschnitt ist übrigens sehr schnell erstellt. Ich habe dafür das Buch „Bekleidung: Schnittkonstruktion für Damenmode – Grundlagen – Band 1“ von Guido Hofenbitzer verwendet. Ein Geburtstagsgeschenk meines Mannes 🙂 Die Vorgehensweise wird sehr einfach Schritt für Schritt erläutert. So ein Ärmel ist auch vergleichsweise schnell erstellt.
Die Handyfotos habe ich übrigens nicht zur Blogdokumentation gemacht, sondern um yacurama mein Leid zu klagen. Sie hat mir schon beim ersten Probekleid-Hilferuf auf Instagram Tipps gegeben und mich später weiter unterstützt. Von ihr habe ich auch den Tipp wieder auf Anfang zu gehen: Also zurück zu den Pauline Alice Schnittteilen und dort einfach so wie ich es vorher festgesteckt habe Abnäher einzunähen.
Eigentlich wollte ich damit jetzt starten, aber da ich auf gar keinen Fall den Weihnachtskleidstoff verhunzen wollte, war ich ein Angsthase und habe noch ein Probeteil gemacht. Diesmal sogar ein komplettes Probekleid. Sehr gute Idee, denn es waren auch nach Probekleid No.3 noch immer Anpassungen notwendig:

Durch den Abnäher im seitlichen Vorderteil konnte ich hier schon mal einen Erfolg verbuchen: Kein Stoff-Überschuss mehr. Da ich ja eigentlich zurück zu den Originalschnittteilen bin, wollte ich auch dem Ärmel noch eine Chance geben und habe auf einer Seite den Pauline Alice-Ärmel eingenäht und auf der anderen Seite meinen Grundschnittärmel, den ich hier schon 0,5 cm weiter gemacht habe. Man sieht auf dem mittlerweile schon sehr knittrigen Kleid gar nicht mehr einen sooo großen Unterschied, aber der selbst konstruierte sitzt und passt deutlich besser. Der andere ist dann jetzt komplett raus.
An der Taille saß das Kleid deutlich zu weit. Ich muss dazu sagen, dass mein Probestoff Rip-Jersey war. Das ist jetzt eher suboptimal, aber manchmal muss man nehmen was da ist. Ich hatte vorab die Größe 38 gewählt, obwohl ich laut Tabelle zwischen 38 und 40 liege. Die Oberteilschnitte habe ich aber nun an der Taille zur 36 auslaufen lassen, den Rock habe ich komplett zur Größe 36 geändert.
Da ich mein Probekleid No.3 mit Rockteil (Version C) genäht habe, hab ich gesehen, dass mir der Rock viel zu kurz ist. Der ist auf dem Bild oben rechts ja noch nicht gesäumt, wird also noch mal kürzer. 4 Schnittteile gibt es für Rock C und ich habe alle Rockteile um 10 cm verlängert.
Ein weiteres Probeteil war weder nervlich noch zeitlich drin. Es ging dann also am Abend des 23.12. endlich ans Original. Die Nähschritte beherrschte ich ja mittlerweile schon im Schlaf ;o)
Die Abnäher habe ich übrigens dem Schnittteil angefügt, sonst fehlt einem später Stoff der nicht mit eingefasst wird beim Ärmel annähen. Und da die Abnäher so groß waren und damit sehr dick wurden, habe ich sie aufgeschnitten und auseinander geklappt:

Die Faltentechnik für das Wickeloberteil mag ich sehr:

Das Legen dieser Falten geht recht schnell und gibt einen tollen Effekt:

Jetzt zeige ich aber auch endlich mal Bilder des ganzen Kleides. Ich bin extrem zufrieden und muss sagen dass sich die ganze Arbeit echt gelohnt hat. Ich habe nun einen Jersey-Kleider-Schnitt der nicht nur irgendwie sondern wirklich perfekt passt. Da sind alle Strapazen schnell wieder vergessen. Ich werde jetzt nach tollem festen Jersey oder Romanit Ausschau halten und das Aldaia Dress rauf und runter nähen. Perfekt, dass es für diesen Schnitt so viele Kombinationsmöglichkeiten gibt.



Ich mag zwar auch die einfachen, teils gerade geschnittenen Jerseykleid-Schnitte, merke aber dass ich solche Kleider hauptsächlich der Bequemlichkeit wegen trage. Vom Aldaia Dress bin ich nun komplett begeistert, da dieser Schnitt in jeder Version bequem und schick ist. Ich fühle mich absolut well dressed in meinem Jersey-Weihnachtskleid.
Die Farben sind etwas ungewohnt für mich, aber ich mochte diesen Stoff mit der Kombination aus Anthrazit und Gold einfach sehr gern. Und irgendwie passen Muster und Farbe für mich auch sehr gut zu Weihnachten.
Der Stoff heißt „Organic Lines“ und ist von Lillestoff. Da es ihn dort nicht mehr gab musste ich ihn bei Dawanda kaufen. Ich war sehr genervt davon, dass 6 verschiedene Shops diesem Stoff eine andere Farbe zuordneten. Ebenso sah der Stoff (durch falsch belichtete Bilder) bei jedem anders aus. Kann man Fotos und Farbangaben nicht vom Händler übernehmen? Die tatsächliche Farbe war also eine Überraschung. Zum Glück keine böse.
Ich habe 2 Meter Stoff gehabt und bin damit gerade so ausgekommen. Da musste allerdings vorher schon extrem gut gelegt und getüftelt werden. Schnitt-Lege-Pläne gibt es aber für die 3 auf dem Umschlag gezeigten Versionen.
Die Anleitung ist übrigens durchweg toll und verständlich.

Ich wünsche euch nun schöne Festtage! Ich hoffe möglichst viele Damen haben ihre Kleider nach ihren Vorstellungen nähen können und sind eher und mit weniger Druck als ich fertig geworden. Ich freu mich sehr drauf mir beim Finale des Weihnachtskleid Sew Alongs des MeMadeMittwochs in den nächsten Tagen alle Kleider anzuschauen und eure Beiträge zu lesen.
Danke auch an das Team für die Organisation.
Frohe Weihnachten für alle!
Viele Grüße,

Stoff: Organic Lines von Lillestoff
Verlinkt bei den LilleLiebLinks
Schnitt: Aldaia Dress von Pauline Alice
Das Hawthorn Dress von Colette Patterns
Nachdem ich mitten im Frust zwischen „Weihnachtskleid sitzt nicht perfekt“ und „Silvesterkleid hat immer noch kein Schnittmuster“ steckte, brauchte ich dringend eine Pause vom Weihnachtskleid Sew Along und von dem Druck vorankommen, bzw. mich endlich entscheiden zu müssen.
Ich wollte einfach mal 2 Tage lang nur ganz entspannt nähen. Obwohl ich das Hawthorn Dress noch nie genäht habe, war es genau die richtige Entscheidung für mein Vorhaben. Das tolle an diesem Kleid ist, dass es genau für meine Figurform gemacht wurde. Man erkennt auch beim Model des Kleides schon ganz klar die Sanduhrfigur. Die Schnittform schmale Taille und weit ausgestellter Rock gefällt mir eh sehr gut.
Den Schnitt besitze ich schon länger und habe ihn sofort gekauft, als man von den Seamwork Punkten endlich auch Colette Schnitte „kaufen“ konnte. Dann lag es aber erstmal in meinem Schnitt-Ordner zusammen mit vielen anderen unvernähten Schnitten. Vor kurzem habe ich jedoch dieses Kleid von SaSa bekommen, das mir zum Glück genauso gut passt wie ihr. Seit ich weiß wie gut das sitzt, warte ich nur noch auf Gelegenheit und Zeit es mir endlich auch selber zu nähen. Na gut, die Zeit hatte ich eigentlich gar nicht, aber es musste einfach dazwischen geschoben werden. Und den Stoff – einen Chambray von Stoff und Stil – musste ich von einem anderen Projekt stibitzen. Aber ich habe vor kurzem schon geschrieben, dass ich das mittlerweile total entspannt sehe. Er hat allerdings gerade! so! gereicht. Im Beleg fehlt eine kleine Ecke. Das macht gar nichts, da es sowieso 1,5 cm NZ gibt. Aber für Naht-Taschen die ich eigentlich gerne eingebaut hätte, hat es definitiv nicht mehr gereicht.

Es war von Anfang bis Ende ein Vergnügen dieses Kleid zu nähen. Die Anleitung ist sehr genau und hat teilweise sogar mehrere Bilder pro Schritt. Man kann also wirklich rein gar nichts falsch machen und ich finde man merkt dadurch auch sehr schnell gar nicht mehr, dass die Anleitung auf Englisch ist. Wer sich also nicht an Englische Anleitungen heran traut: diese Anleitung ist definitiv ein sehr guter Start!!

Es gab schon ein paar Schritte bei denen ich am Anfang dachte „jetzt könnte es kompliziert werden“. Und dann macht man einfach Schritt für Schritt für Schritt was da steht und schon ist es vollbracht. Besonders bei der Verarbeitung der plackets / Ärmelschlitze: 15 Schritte braucht es. Aber jeder einzelne ist dermaßen gut beschrieben, dass es nur auf den allerersten Blick kompliziert schien und dann ganz leicht war.

Auch die cuffs / Manschetten: Die Art und Weise wie diese genäht und angebracht werden war mir nicht bekannt und schien mir wohl dadurch auch zunächst unlogisch. Im Nachhinein jedoch fand ich die Methode genial und habe mich schon richtig auf den zweiten Ärmel gefreut. Leider hat so ein Kleid ja nur 2 Ärmel, ich hätte gerne noch ein paar davon genäht, damit der Schritt sitzt ohne dabei noch mal in die Anleitung schauen zu müssen.
Generell waren diese beiden Schritte wieder meine „Lieblingsschritte“ am ganzen Kleid. Gerade weil ich hier hochkonzentriert und super sauber arbeiten musste. Da ist das anschließende Erfolgserlebnis auch gleich dreimal so hoch, das hat mich auch bei diesem Hemd schon so gefreut. Es wird wohl allerhöchste Eisenbahn dass ich anfange Blusen zu nähen, bzw. eben auch mehr Hemden. Seit ich weiß wie viel Spaß es macht die vermeintlich komplizierten Dinge zu nähen, kann ich es nicht mehr nachempfinden, wenn Schnitte dafür gelobt werden, dass sie ohne Kragen, Schlitze und Manschetten auskommen.
Die Knöpfe
Ich glaube sie sind von Tandem, aber sicher bin ich mir nicht mehr. Sie geben einen schönen Kontrast, haben aber gleichzeitig ein Detail mit dem Farbton des Stoffes:

15 Knöpfe habe ich verarbeitet. 13 zum Knöpfen des Kleides und 2 für die Manschetten. Über das Knopf annähen habe ich in diesem Blogbeitrag richtig viel geschrieben.

Größe / Passform
Zugeschnitten habe ich Größe 6 und ich habe tatsächlich auch rein gar nichts daran geändert. Ich bin für den ersten Versuch ohne Änderungen sehr zufrieden. Die 3/4 Ärmel find ich etwas lang an mir. Ich würde die beim nächsten Kleid entweder etwas kürzen oder aber verlängern für komplett lange Ärmel. Aktuell wirken sie eher wie etwas zu kurz geratene lange Ärmel.

Fazit zum Stoff
Leider keine so tolle Qualität. Er pillt schon leicht bei der Verarbeitung. Ich habe ein wenig Angst davor wie das dann erst nach dem Tragen und mehrmaligem Waschen sein wird. 2 Wäschen hat das Kleid aber bisher schon recht gut überlebt.
Habt ihr Langzeit-Erfahrung mit Stoff und Stil-Stoffen? Sind die nur auf den ersten Blick toll und nach längerem Tragen nicht mehr so gut? Die Preise sind ja allesamt recht niedrig….
Ich freue mich jedenfalls immer über Blogbeiträge bei denen auch dabei steht wo der Stoff gekauft wurde und wie er sich tatsächlich im Alltag verhalten hat. Oft ist ja schon nach der ersten Wäsche die Freude nicht mehr ganz so groß wie nach dem Kauf.
Verlinkt beim MeMadeMittwoch
Viele Grüße,

Lourdes Cropped Jacket (Named Clothing) aus dem Stoff „Kupferregen“ von Lotte Martens
** Werbung, da ich den Stoff kostenlos zur Verfügung gestellt bekommen habe **
Ich zeige euch heute einen Stoff in den mich auf den ersten Blick verliebt habe. Noch dazu hat er einen zauberhaften Namen: „Kopere Regen“ bedeutet Kupferregen. Der Name ging mir währen der Projektplanung nicht mehr aus dem Kopf. Aber dazu später mehr und erstmal der Reihe nach:
Gefunden habe ich den Stoff auf der Webseite von Lotte Martens. Sie lebt in Belgien, ist Textildesignerin und vertreibt wunderschöne handbedruckte hochwertige Stoffe. Da es die Stoffe nun europaweit (und bald sogar weltweit) gibt wurde ich eingeladen an ihrer Blogtour teilzunehmen. Nach einem Blick auf ihre Kollektion war ich Feuer und Flamme. Sie hat so viele wunderschöne Designs, dass die Auswahl wirklich schwer fällt.
Die handbedruckten Stoffe gibt es nicht als Meterware. Um den Druck handlicher zu gestalten werden sie panelweise bedruckt. Jedes panel hat die volle Breite (ca. 145cm) und ist 60cm hoch:

Ich habe viel Zeit damit verbracht mir zu überlegen welches Projekt ich nähen könnte. Eigentlich wollte ich auf Nummer sicher gehen: also etwas nähen das ich schon genäht habe, bei dem ich sicher keine Fehler machen würde. Aber nichts von dem bisher genähten habe ich gedanklich in diesem Stoff gesehen
Der Schnitt
Ich habe mich für das Lourdes Cropped Jacket entschieden. Hier hatte ich den Schnitt (als Plott) bereits daheim und konnte recht schnell loslegen. Oft schneide ich ja einfach drauf los… Anhand der angegeben Stoffmenge wird das dann schon passen. So mutig war ich mit diesem Stoff jedoch nicht. Ich habe 2 Panel verwendet und erstmal alle Schnittteile testweise platziert. Wo ich schon mal dabei war hab ich auch gleich geschaut, wie frei ich in der Motivplatzierung bin. Das Muster macht es einem eigentlich sehr leicht es beliebig zu platzieren, aber ich hatte mal wieder genaue Vorstellungen. Am Wichtigsten war mir die Platzierung am Rücken. Den wollte ich gerne als Eyecatcher voller „Kupferregen“ haben. Damit es dafür aber vorne ein wenig ruhiger zugeht, habe ich die Vorderteile nicht mittig auf dem Rest Kupferregen platziert. Es sollte bei den Vorderteilen nur leicht reinregnen. Damit ich trotz Papierschnitt exakt gleich platziere hab ich erstmal aufgemalt:

Die Platzierung hat sich gelohnt, ich finde das Muster vorne toll verteilt.

Dass der Kupferregen nicht über das ganze Panel läuft ist ein toller Anblick wenn man etwas wirklich großes / weitläufiges näht. Mir passte es aber generell sehr gut, denn ich finde es genau richtig, dass meine Ärmel somit uni bleiben. Es gibt aber auch zu allen Designs zusätzlich Uni-Stoffe.
Nicht nur beim Schnittmuster übertragen war ich vorsichtiger als sonst. Ich habe ein Probejäckchen genäht um Größe und Passform zu testen und auch um einschätzen zu können ob die Anleitung für mich verständlich ist. Im Großen und Ganzen war ich mit dem Probeteil zufrieden. Kleiner hätte wahrscheinlich auch gereicht. Bzw. eigentlich weiß ich es sogar, denn ich hatte SaSas Jäckchen in Gr. 38 schon mal testweise an und das saß gut. Blöd nur, dass named immer nur 2 Größen pro DIN A0 Datei liefern. Ich hatte schon lange vor der Anprobe nach Größentabelle die 40/42 plotten lassen.
Da mir das mit dem Rock (Pulmu Skirt) auch so ging, kann ich mir wohl mittlerweile merken, dass ich bei named-Schnitten beherzt zur kleineren Größe greifen kann.
Das Nähen
Anfangs hatte ich keinerlei Probleme mit der Anleitung. Das Probejäckchen verlief sowieso völlig problemlos. Der erste Stolperstein bei der richtigen Jacke waren dann die Delfinärmel. Ich habe es nicht hinbekommen sie exakt passend zu nähen. Nach drei Anläufen hatte ich keine Geduld mehr und gab mich mit einem mittelmäßigen Ergebnis zufrieden. Die Rundungen habe ich auch nicht schön hinbekommen. Aber hier fehlt irgendwie auch der entscheidene Tipp in der Anleitung. Ich habe „geclippt“ wie angegeben, aber dennoch wurden die Rundungen bei mir nicht schön. Im Nachhinein bekam ich noch den Tipp, dass ich die NZ hier ganz kurz hätte schneiden können.
Einen kurzen Hänger hatte ich auch bei der Rückenfalte. Aber ein Mitternachts-Chat mit der Freundin verhalf zur Lösung. Ich hatte die Anleitung so verstanden, dass ich am Ende noch die Falte an der Jacke festnähen soll. Das konnte jawohl schlecht sein. Also habe ich mir diesen Punkt immer und immer wieder durchgelesen, hab ihn aber auch immer wieder genauso verstanden. SaSa hat es mir per SMS erklärt und sogar noch Fotos geschickt. Es wird natürlich nur die Falte selber abgesteppt, damit sie in Form bleibt und sie wird natürlich nicht am Rückenteil festgesteppt. Danke liebe SaSa :-* Ich freu mich sehr, dass ich nicht durch meine Jacke tackern musste ;o)


Kleine Besonderheiten
Seit ich den Stoff hier hatte, war auch die ganze Zeit klar, dass die Jacke die ich daraus nähe etwas Besonderes wird. Also das ist sie natürlich allein schon wegen des unglaublich hübschen Stoffes. Aber sie sollte noch weitere kleine Highlights bekommen. Ich war von Anfang an total entzückt von dem Namen des Stoffes: Kupferregen, daher habe ich mir das Wort auf die Jacke, genauer gesagt auf eine der kleinen Fake-Paspeltaschen gestickt. Infos zur Schrift am Ende des Posts.

Auch der Beleg hat eine kleine Stickerei bekommen. Neben meinem Logo hab ich den Namen des Schnittes extra dezent in Blau platziert.

SaSa hat mich übrigens auch noch im perfekt passenden Moment an einen kleinen Aufhänger erinnert. Der ist im Schnitt nicht vorgesehen, aber ich finde solch kleine Details sehr praktisch. Den Aufhänger hab ich aus dem Hauptstoff genäht: 2 cm breiten Stoff im schrägen Verlauf 2 mal gefaltet, so dass der Aufhänger 0,5cm schmal ist.

Da der Außenstoff schon prominent genug ist, sollte der Futterstoff dezent in den Hintergrund treten. Daher ist die Futterjacke ebenso dunkelblau. Das Futter ist von René Lézard und ist ein Träumchen. Es fühlt sich sehr hochwertig an und ließ sich ganz toll bügeln.

Eigentlich wird die Lourdes Jacke mit Knöpfen geschlossen. Das einzige was ich mir hätte vorstellen können, wären selbstbezogene Knöpfe gewesen. Aber als ich die fast fertige Jacke zur Probe anhatte, fühlte sie sich genau so wie sie war schon fertig an. Knöpfe sollten irgendwie das aktuelle Gesamtbild nicht stören. Aber dennoch hat man ja mal das Bedürfnis die Jacke zu schließen. Und damit das möglich ist gab es von innen noch einen Haken:

Da die Jacke sich dadurch aber nicht wie eigentlich vorgesehen überlappt sieht sie noch ein wenig größer aus. Aber dafür bleibt der Musterverlauf toll.
Da eine Cropped Jacket natürlich nicht optimal zur Kombination mit einer Hose ist, plane ich dann mal passende Röcke und Kleider dazu und verabschiede mich mal mit allen wichtigen Daten und Fakten:
Stoff: Kupferregen („KOPERE REGEN“) von Lotte Martens
Einen Teil der Kollektion gibt es als Lookbook und viele Designbeispiele auch hier auf ihrem Blog.
Und hier gibt es eine Auflistung wo man die Stoffe aktuell lokal bekommt. Aber wenn ihr einen Lieblings-Stoffladen habt, schlagt ihm einfach vor die Kollektionen mit aufzunehmen, Lotte freut sich sehr über weitere Verbreitung.
Schnitt: Lourdes Cropped Jacket von Named Clothing
Schrift für Stickdatei „Kupferregen“: Good Karma von Roland Huse
Schrift für Stickdatei „Lourdes“: Smoothie Shoppe von Emily Spadoni
Verlinkt bei RUMS
Viele Grüße,
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Jenna Cardigan von Muse
Wir haben ja gerade so eine Sommer-Herbst-Übergangszeit. Dabei fällt mir besonders auf was in meinem Kleiderschrank fast gänzlich fehlt. Cardigans!! Dabei liebe ich Cardigans. Wie konnte das denn passieren, dass ich mir nie welche genäht habe? Okay nie stimmt nicht ganz:
Ich habe z.B. Carmine genäht. Ein Schnitt von Cake Patterns. Den find ich im Nachhinein noch immer schön, aber im Alltag ist er sehr unpraktisch. Ich verwechsle ständig wo oben und unten ist. Mir fehlt auch irgendwie der Nutzen: Wenn mir wirklich kalt ist muss mich ein Cardigan wärmen. Aber dafür ist er vorne zu weit offen und auch zu kurz. Ist mir nicht kalt, brauch ich auch keinen Cardigan. Dieses Dazwischen hab ich eher nicht.
Die McCalls Jacke (6996) ziehe ich ebenfalls kaum an. Der Strickstoff leiert und die Jacke sieht mittlerweile etwas unförmig aus. Der Stoff ist auch irgendwie recht hart. Also Gemütlichkeit kommt da nicht auf. Außerdem kann ich die Jacke nur binden, nicht richtig schließen. auch das stört mich. Ich werde den Schnitt aber noch mal mit Knöpfen versuchen.
Den Wembley Cardigan aus dem Seamwork Magazine ziehe ich sehr gerne an. Dieser Strickstoff ist richtig schön weich und mir gefällt die Farbe so gut. Allerdings ist auch diese Jacke offen und ich kann sie auch nur anziehen, wenn mir gaaaaanz leicht frisch ist. Wenn es mich wirklich fröstelt, erfüllt diese Jacke keinen Zweck.
Hilft also alles nichts: neue Cardigans müssen her. Ich mag sie eigentlich alle: Die kurzen überm Kleid, die längeren gemütlichen über Shirt und Hose. Aber auch die Oversized-Einkuschel-Cardigan.
Den Anfang macht nun erstmal der kurze Cardigan. Für das Moneta Dress brauchte ich nämlich etwas zum Drüber ziehen. Dafür war der Jenna Cardigan perfekt. Und weil mein Moneta Dress türkis ist, habe ich mich für einen weißen Jenna Cardigan entschieden.
Ich zeige mich aber heute gar nicht in dieser Kombi, denn ich habe die Gelegenheit genutzt und mich im Jenna Cardigan fotografieren lassen, als die tollen Fotos des Film- und Serien Sew Alongs von mir gemacht wurden.

Das tolle an diesem Cardigan: Der Brustumfang dient als Basis für die Größenfindung. Perfekt. Denn hier habe ich endlich Mal nicht das Problem, dass die Knopfleiste spannt / Einsicht gewährt. Die Passform ist wirklich ideal für meine Figur. Allerdings nicht überall. Die Arme waren im Original viel zu weit. Nach einem schicken Cardigan sah das nicht aus, das war eher gemütlicher Hoodie-Style. Also habe ich ordentlich an Weite weggenommen und auch noch die Armlänge gekürzt. Wie man sieht ist nach dem Anbringen des Bündchen immer noch genug Länge übrig:

Ich habe beim Nähen ein Vergleichsbild machen lassen: Alte Ärmelweite (vorderer/ linker Arm) gegen neue, angepasste im Hintergrund. Vor allem auf Höhe des Handgelenks sieht man den Unterschied deutlich.

Auf dem nächsten Bild sieht man noch die Markierung wieviel an Weite aber auch an Länge ich weggenommen habe:


Ich habe Romanit verwendet. Anfangs war eigentlich Variante B mein Plan. Hier sind die vorderen Schnittteile unterteilt und Kräuselungen eingebaut. Das fand ich schön. Aber nach dem dritten gescheiterten Versuch habe ich es bleiben lassen. Vielleicht lag es am Romanit, vielleicht an mir, ich weiß es nicht. Es wurde einfach nicht schön und ich bin umgeschwenkt zur einfachen Variante A. Zum Glück hatte ich genug Stoff und konnte die entsprechenden Schnitteile der Variante A noch ausschneiden.
Die restlichen Schritte verliefen aber ohne Probleme und die Anleitung ist gut verständlich.

Und jetzt hab ich doch noch schnell Fotos von der Kombination Jenna & Moneta gemacht:

In meinen Augen ein Dream Team. Ich habe die beiden den ganzen Sommer lang rauf und runter getragen und sie sind wahre Lieblingsstücke geworden.
Ich freue mich übrigens sehr auf das Ende der Sommerpause des Me Made Mittwochs und somit darauf wieder viele tolle Werke anzuschauen.
Habt einen schönen (Me Made) Mittwoch,

Film- und Serien Sew Along 2017: Finale mit „Wasser für die Elefanten“

Willkommen zu meinem Beitrag zum Finale für den Film und Serien Sew Along.
Glücklicherweise bin ich just in time fertig geworden. Ich fasse noch mal kurz für euch zusammen:
Mein Plan war es dieses Outfit aus dem Film „Wasser für die Elefanten“ zu nähen. Bei diesem Plan blieb es auch. Alle detaillierten Pläne dafür hab ich nach und nach über Bord geworfen:
Die anfangs vorgestellten Stoffe habe ich doch nicht verwendet und stattdessen neue gekauft. Irgendwie passten die Stoffe aus dem Bestand alle nur so halb. Eine Kombination aus lauter halbpassenden Stoffen macht am Ende doch kein Film-Outfit mehr.
Bei den Schnitten war es ähnlich. Es blieb zwar dabei, dass ich den Pulmu Skirt von Named genäht habe. In Schwarz, statt weiß, da ich mit einem weißen Rock irgendwie nichts anfangen kann. Ich habe euch jedoch auch schon die Knöpfe gezeigt, die ich dann alle doch nicht verwendet habe. Und ich habe erzählt, dass ich den Rock ohne Gürtel nähen werde. Auch dabei blieb es nicht. Aber erst mal zum Shirt, denn damit habe ich angefangen, Hier hat sich auch einiges geändert:
Das Shirt
Ich wollte ursprünglich einen Schnitt aus dem Buch “Gertie Sews Vintage Casual” von Gertie Hirsch nehmen. Das hat leider gar nicht funktioniert. Wer mag, kann hier noch mal nachlesen warum aus dem Shirt nichts wurde. Mit dem Schnitt „Vintage Lines“ aus der Ottobre 05/2016 ging es dann weiter. Das Shirt im Film hatte eine Knopfleiste an der Seite. Die habe ich selber hinzugefügt. Die Knöpfe dafür wollte ich gern möglichst nah am Original und war mir mit meiner ersten Wahl plötzlich gar nicht mehr sicher. In meinem letzten Beitrag habe ich daher abstimmen lassen. Zusammen mit zwei persönlichen Stimmabgaben (von meinem Mann und von SaSa) hat der Knopf Nummer 2 das Rennen gemacht. Vor allem die Gedanken von Andrea fand ich richtig toll:

SaSa hat mir zusätzlich noch den Tipp gegeben die Knöpfe mit weißem Garn anzunähen. Ich muss ehrlich sagen, dass mir diese Idee gar nicht gekommen wäre, aber es wirkt sehr stimmig:

Die Länge des Shirts hätte für eine Kombination zur Hose gut gepasst, war aber für den Rock deutlich zu lang. Ich habe jetzt nicht gemessen wie viel ich gekürzt hab, aber dieses Foto zeigt es:

Im letzten Beitrag hab ich auch schon erwähnt, dass das Nähen des Shirts allein schon wegen des Stoffes ein Graus war. 15 cm Rip-Stoff wurden selbst nach vorsichtigem Absteppen 20 cm lang. Den Übergang der beiden Stoffe hatte ich noch mit der Cover abgesteppt und danach direkt bereut. Da mag die Naht selber noch so schön sein – der Stoff war danach die reinste Wellenlandschaft. Den Saum habe ich daher nicht gecovert, sondern mit Zick Zack Stich an der Nähmaschine genäht. Leider war das Ergebnis auch nicht viel besser. Auch hier hat sich der Stoff deutlich geweitet, was zur Folge hatte, dass mein Shirt nicht an der Hüfte anlag, sondern komisch abstand:
Ich war mittlerweile am lezten Nähtag angelangt und brauchte nun eine schnelle Lösung. Nachdem ich grob zusammengehalten habe um wie viel mein Shirt nun zu weit ist, habe ich mir Abnäher an dieser Stelle gut vorstellen können. Also habe ich kurzerhand welche gemacht. Man muss dazu sagen, dass ich keine Ahnung habe wie man das professionell macht. Schlau wäre sicher gewesen, sich hier mal einzulesen. Aber wie gesagt – Zeitdruck…. Ich habe einfach mal die Stelle unterm Brustpunkt mit einem Faden markiert und den Abnäher so breit gezeichnet wie den vorher abgemessenen Stoffüberschuss. Evtl. schlagen jetzt einige die Hände über dem Kopf zusammen. Aber weil ich weiß wie schlimm es vorher aussah, war ich mit meinem Ergebnis sehr zufrieden :o) Ich verspreche trotzdem, dass ich mich noch schlau machen werde wie eine professionelle Lösung ausgesehen hätte. Was ich aber positiv hervorheben muss: Die Abnäher treffen genau auf die inneren Abnäher des Rockes. Die auf die ich die Knöpfe angenäht habe. Jaaa, natürlich ist das reiner Zufall oder Anfängerglück, keine Ahnung. Aber ich freu mich drüber.

Ich hatte noch keine Lösung für den Halsausschnitt. An der Stelle der Knopfleiste war er so dick, dass ich mir nicht vorstellen konnte hier durch ein angenähtes Bündchen noch mal 2 Lagen Stoff hinzuzugeben. Ich habe einfach mal probiert wie das Ergebnis wird, wenn ich den Ausschnitt lediglich nach innen klappe. Ich denke das war eine gute Lösung. Meine Naht hätte durchaus schöner sein können. Aber dieser Stoff… Arghsss… Weitere Shirts aus diesem Stoff wird es definitiv nicht geben!! Ich sag euch, ich habe mich noch nie so schwer damit getan ein Shirt zu nähen. Ein SHIRT!! Und mich hat auch wirklich nur dieses Foto davor bewahrt aufzugeben. Ein paar Mal war ich kurz davor. Das Ergebnis stimmt mich aber wieder zufrieden.

Der Rock
Ich habe schon gebeichtet, dass ich bisher noch keinen passenden Rock besitze. Vor allem aber keinen gefütterten. Eine gute Gelegenheit den Makerist-Kurs “Das 1×1 der Maßschneider – Perfekt sitzenden Bleistiftrock nähen” mit Inge Szoltysik-Sparrer endlich mal zu gucken. Ich bin sehr positiv überrascht. Ich habe schon viele Makerist Kurse geschaut, die mich so gar nicht angesprochen haben. Selbst wenn das Ergebnis natürlich auch bei diesen zielführend war (man bekommt etwas gezeigt von dem man bisher nicht wusste wie es geht) – der Weg dortin hat mich einfach oft gestört. Ich bekam zu oft das Gefühl die Kursleiterin spricht einen extrem jungen Komplett-Nähanfänger an. Die Ansprache selber war mir auch viel zu häufig („DU kannst gerne schauen, ob DU DEINEN Rock lieber weit oder nicht so weit haben möchtest, das kannst DU gerne DEINEN Bedürfnissen anpassen und DEINER Geschwindigkeit…“) Dies jedoch nicht nur für die Einleitung sondern oftmals während des ganzen Kurses. Puuh… Das hat mich immer sehr angestrengt. So war es aber bei diesem Kurs nicht. Es war lange nicht so locker und lustig wie bei einigen Craftsykursen (z.B. mit Beverly Johnson oder Annie Unrein), aber es war dennoch angenehm zu schauen. Es gab viele nützliche Tipps zur Verarbeitung. Jeder Schritt wurde gut gezeigt, so dass man wirklich Schritt für Schritt mitnähen kann, wenn man möchte. Ich habe das allerdings nicht gemacht. Es war zwar zunächst mein Plan, dass ich zur Übung erst den Makerist-Rock nähe und dann erst den Pulmu, aber dazu fehlte mir dann doch die Zeit. Ich habe ein paar Kapitel des Video-Kurses geschaut und nachdem ich mich so lange mit dem Shirt aufgehalten habe, war es allerhöchste Eisenbahn endlich mit dem finalen Rock anzufangen.
Laut Größentabelle von Named bin ich eine glatte 40. Ich habe mich sofort gefreut, dass ich mal nicht zwischen 3 Kleidergrößen liege. Ich bin ja oft zu faul ein Probestück anzufertigen, das ist einfach so zeitintensiv. Aber diesmal habe ich es zum Glück gemacht. Weise Entscheidung!! Das Probeteil zeigte: An der Hüfte zu eng, an der Taille zu weit. Den zweiten Versuch mit der Taillengroße 38/40 und Hüftgröße 42 habe ich direkt mit dem Original-Stoff gewagt. Ich war einfach schon viel zu spät dran um noch weitere Probemodelle zu nähen. Zugeschnitten und vorbereitet habe ich dann auch wirklich bis nach Mitternacht, denn am nächsten Tag war ich mit SaSa zum gemeinsamen Pulmu nähen verabredet.
Gemeinsam nähen ist wirklich toll. Gemeinsam den gleichen Schnitt nähen ist gleich noch viel toller :o)
Wir waren nicht die schnellsten weil wir (wie immer) viel gequatscht haben zwischendurch. Und ausgiebig gegessen. Nach dem Einsetzen des Reißverschlusses mussten wir dann am Abend aufhören. Letzteres war aber auch eine schwere Geburt. Ich habe bisher nur 2 verdeckte Reißverschlüsse eingenäht. Beide wurden nicht wirklich gut. Ich bekam glücklicherweise Nachhilfe-Unterricht dafür: SaSa besaß den gleichen Makerist-Kurs wie ich und wir haben mal reingeschaut mit welcher Technik Inge den einnäht. Mit ganz viel Hilfe von SaSa, ihrem nahtverdeckten Reißverschlussfuß und Inges Videotipps gelang mir dann mein erster hübscher nahtverdeckter Reißverschluss. Aber ein Kinderspiel war es echt nicht. Ich muss das mal üben. Einfach damit es mir leichter von der Hand geht.

Weiter ging es dann in dieser Woche. Immer ein wenig nach der Arbeit. Eigentlich musste nur noch Futter eingenäht werden. Stattdessen habe ich mich aber Montag Abend erstmal mit dem Gürtel beschäftigt. Je länger ich an meinem Pulmu Skirt genäht habe, desto besser gefiel er mir und desto mehr wuchs der Wunsch, dass er richtig alltagstauglich werden soll. Daher fiel die Entscheidung dass ich den Gürtel doch nähen werde. Ein Pulmu ohne diesen Gürtel ist ja irgendwie auch kein echter Pulmu. Die „einfache“ Lösung für den Gürtel gefällt mir sehr gut: Einfach zwei Stoffstreifen zusammengenäht und 2 D-Ringe eingenäht.

Am nächsten Abend habe ich mich immer noch nicht um das Futter gekümmert sondern um die Knöpfe. Der Original-Pulmu hat keine Knöpfe, der Filmrock jedoch schon. Ich hatte im ersten Beitrag auch schon die Knöpfe für den Rock vorgestellt, nur konnte ich mir diese sehr schönen, aber „derben“ Knöpfe plötzlich nicht mehr an diesem so elegant wirkenden Rock vorstellen. Bei meiner Suche nach Ersatz habe ich bemerkt, dass selbst die schlichtesten schwarzen Knöpfe nicht edel genug aussahen. Dann fiel mir die E-Mail von Margit wieder ein. Schon nach meinem ersten Beitrag bekam ich eine Mail mit dem Tipp, dass der Rock des Filmes auch schon von Ami vom Blog „the little tailoress“ nächgenäht wurde. Dies ist ihr Beitrag dazu.
Nachdem ich mir die Bilder von Ami erneut angeschaut habe war mir klar, dass nur selbstbezogene Knöpfe für meinen Rock in Frage kommen. Vielen lieben Dank Margit.

Die Knöpfe hat übrigens mein Mann bezogen. Ich finde den Effekt wirklich toll, aber jedes Mal wenn ich das selber versuche, breche ich mir schier den Daumen. Aber das Ergebnis ist sooooo schön!!
Am nächsten Tag habe ich aber endlich das Futter eingenäht. Auch eine Premiere.. auch kein Kinderspiel. Man fragt sich ja was ich bisher überhaupt genäht habe… so ohne nahtverdeckte Reißverschlüsse und ohne Futter… Hab mich wohl immer ein wenig durchgemogelt…. Futter an den Bund nähen ist ja kein Problem. Das Futter am Reißverschluss anbringen ging besser als erwartet. An den Schlitzen war es schon ein wenig anspruchsvoller, ging aber auch noch. SaSa hat mir am Sonntag vorher noch mit auf den Weg gegeben wie ich das alles machen muss. Als dann aber – wiederum einen Tag später – der letzte Schritt an der Reihe war musste ich passen. Ich habe hin und her probiert, aber es wollte sich mir nicht erschließen wie ich das Futter an den Saum bekomme. Der Makerist Kurs war hier leider keine Hilfe, denn Inge näht das Futter komplett per Hand an. Ich wollte diesen Schritt lieber mit der Nähmaschine machen und so wie in der Anleitung beschrieben. Leider habe ich diesen Punkt absolut nicht verstanden und bin dann doch bei Handnähten gelandet. Dafür habe ich es mir auf meinen tollen gelben Sessel gemütlich gemacht. Aber trotz aller Bequemlichkeit und Ruhe die ich dabei hatte: Handnähte werden bei mir einfach nicht schön. Zumindest erfüllen sie ihren Zweck und das Futter war anschließend fertig eingenäht.

Und nun noch ein Bild mit Gürtel:


Die tollen Fotos hat meine Freundin Sara auf dem Zelt Musik Festival gemacht. Tausend Dank Sara :o) Das war ein wirklich toller Nachmittag!
Die Zelte sind eigentlich keine Zirkuszelte, sondern knapp 3 Wochen lang Konzert“hallen“ für diverse Künstler (Musik / Kabarett). Aber es passte so toll zum Thema, dass die Zelte vom ZMF momentan hier stehen. „Richtige Fotos“ waren mir überhaupt sehr wichtig für das heutige Finale. Es ist irgendwie ein schöner Abschluss für ein Projekt das mich mehrere Wochen begleitet hat. Und da das Film-Outfit auch wirklich toll geworden ist, hat es umso mehr einen würdigen Blogbeitrag verdient, wie ich finde.
Was mich übrigens auch sehr überrascht: Ich finde diesen figurnahen Rock für mich total toll, das hätte ich nicht erwartet. Ich muss diesen Stil unbedingt mal weiterverfolgen.
Ihr habt aber sicher auch die tollen Zirkus-Illustrationen gesehen. Während der Endphase des Sew Alongs hat mich eine Spoonflowermail darauf aufmerksam gemacht, dass ich mir die Top Ten der „Retro Circus Challenge“ anschauen kann. Kennt ihr die tollen Wettbewerbe, bei denen die Designer dazu aufgerufen werden eine Grafik nach bestimmten Themen, teils auch bestimmten Farb-Vorgaben anzufertigen? Diese wundervolle Grafik von Sharon Turner hat den ersten Platz der „Retro Circus Challenge“ gemacht. Ich habe das Design gesehen und fand sofort, dass es PERFEKT zu meinem Sew Along Thema passt. Zu meiner Filmauswahl natürlich, aber auch zu den Farben meines Outfits. Leider war es zu spät den Stoff noch zu ordern und noch irgendetwas passendes zum Sew Along zu nähen. Ich habe die Künstlerin Sharon trotzdem kontaktiert und sie hat mir erlaubt die Bilder für meinen Blogbeitrag zu nutzen. Schaut mal bei ihr vorbei: Unter dem Namen „scrummy“ zeigt sie bei Spoonflower sooo viele tolle Designs von denen ich mir viele sehr gut als Stoff vorstellen kann. Ich finde es jedenfalls super, dass ich die Bilder hier verwenden durfte. Thank you so much Sharon!
Sharon hat übrigens eine ganze „animals and circus“ collection, die ihr euch hier bei Spoonflower anschauen könnt. Und dies ist der direkte Link zum oben gezeigten Motiv, das man dort als Stoff, Tapete oder Geschenkpapier bestellen kann.
Mir hat das ganze Projekt „Wasser für die Elefanten“ zwar anfangs viel Kopfzerbrechen bereitet, aber auch sehr viel Spaß gemacht. Und nicht nur das: In diesem Sew along habe ich
- endlich mal etwas fertiggestellt – trotz diverser Schwierigkeiten
- neue Techniken gelernt (Nahtverdeckter Reißverschluss in „hübsch“ und tatsächlich nahtverdeckt; Futter einsetzen)
- gelernt dass ich wirklich wirklich wirklich einen Grundschnitt benötige
- bemerkt, dass meine Endpläne so gar nicht mehr meine Anfangspläne waren, aber – who cares…?
- festgestellt, dass es mir wirklich Freude macht ein Outfit „nachzunähen“
- aber auch festgestellt, dass 6 Wochen keineswegs viel Zeit sind, wenn der Plan noch nicht ausgereift ist und man „nebenbei“ Vollzeit arbeitet
- dennoch einen Grund ein wenig stolz auf mich zu sein: ich „Sew Along Crasher“ habe nicht geschmissen und war sogar bei allen virtuellen Treffen anwesend :o)
Zu später Stunde verlinke ich mich noch schnell beim Sew Along Finale von yacurama. Herzlichen Dank auch dir für die letzten Wochen!! Ich freu mich schon drauf bei allen anderen zu schauen wie die fertigen Film- und Serienoutfits geworden sind.
Viele Grüße,

Oversized Cropped Shirt

Das Kirsten Kimono Tee habe ich bisher nur einmal genäht. Ich mochte meine damalige Version nicht ganz so gerne an mir und habe das Shirt auch kaum getragen.
Als ich aber dann einen Schnitt gesucht habe für ein Oversized Cropped Shirt, hatte ich diesen Schnitt als Basis direkt im Kopf.
Zuerst war jedoch der Stoff da: Ein dünner Sweat, der auf der Rückseite einen schönen Rosa-Ton hat. Ich wollte unbedingt dass man den Farbton auf der Rückseite sieht und so kam die Idee auf: Ein Shirt das locker und oversized fällt, und dessen Säume unverarbeitet sind. Die Säume sollten einfach abgeschnitten sein, so dass sie sich einrollen und die schöne Innenseite zum Vorschein kommt.
Das Kirsten Kimono Tee habe ich also aufgelegt und an den Seiten 2 cm hinzugegeben. Am unteren Saum dafür ca 4 cm weggenommen.

Das Einrollen hat übrigens am unteren Saum prima funktioniert. An den Ärmeln irgendwie kaum, so dass ich sie kurzerhand umgeklappt und mit Handstichen festgenäht habe. Den Halsausschnitt habe ich so gelassen. Als ich das Shirt am Abend zusammen mit meinem Hollyburn in den Biergarten ausgeführt habe, wurde mir von meiner Freundin bestätigt, dass der Halsausschnitt auch ohne Einrollen gut aussieht. Das freut mich natürlich, denn ich habe mich pudelwohl gefühlt in dem Shirt. In dieser Version kommt mir der Schnitt sicher noch mal auf den Tisch. Vielleicht noch etwas mehr „oversized“. Aber mal schauen was die Mädels vom Me Made Mittwoch dazu sagen.
Da das Shirt so schön schlicht war, gab es auch endlich mal eine Gelegenheit einen meiner tollen Pins von Collette Patterns auszuführen

Viele Grüße,
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Selja Knot Tee von Named

T-Shirts sind ja in der Regel schnell genäht und auf dem Blog habe ich auch länger schon keine mehr gezeigt. Ist wohl auch nicht so spannend für andere. Aber das Selja Knot Tee möchte ich euch dennoch gerne beim heutigen Me Made Mittwoch zeigen.
Ich besitze 6 verschiedene Schnitte der finnischen Schnitttmusterfirma „Named“ und dennoch ist das Selja Knot Tee der erste Schnitt den ich nicht nur horte sondern nun auch genäht habe.
Kaufanreiz war die tolle Passform die ich bei diesem Model gesehen habe. Die Mischung aus „eigentlich nichts Besonderes“ und „ach, das ist ja raffiniert“ hat mich sehr angesprochen und das ist es nun auch was mir am Ergebnis sehr gefällt:

Nach meiner Versöhnung mit dem Framilonband hab ich es nun auch zum ersten Mal so verarbeitet wie in der Anleitung empfohlen: einen Streifen auf je eine der Schulternähte, so dass diese nicht ausleiern.
Bei Ottobre-Schnitten wird dies ja auch stets empfohlen, ich habe stattdessen immer ein Vliesstreifen aufgebügelt. Der sieht allerdings nach der 20. Wäsche nicht mehr so richtig gut aus:

Also diesmal Framilon. Auf dem Bild oben sieht man einen Vergleich. Das Framilon ist nicht sichtbar, da ich die NZ so geklappt hab, dass das Framilon unten landet und somit eben nicht auf meiner Schulter. Ich habe die Schulternaht auch noch mal von oben abgesteppt, da nach dem annähen des Framilons irgendwie ein Huckel auf der Schulter war. Nachdem ich mit der Cover drüber genäht habe, ging es….
Überzeugt bin ich nun aber von keiner der Methoden…Vlies wäscht sich mit der Zeit raus, Framilon macht Huckel… was nehmt ihr?
Der Stoff ist ein ultraleichter, schön anzufassender Viskosejersey (aus dem KBC-Fabrikverkauf) den ich vor kurzem für mein Moneta Dress als Futter verwendet habe. Der Viskosestoff ist perfekt für diesen lässigen leichten Fall des Shirts. Nur das Bügeln ist doof bei Viskose, man sieht halt jede Naht durchscheinen und alles frisch bebügelte glänzt erstmal. Gut gebügelt ist aber ja halb genäht und das habe ich dermaßen verinnerlicht, dass es mir mittlerweile richtig schwer fällt, nicht nach jeder Naht erstmal alles auszubügeln.
Für die Zipfel besteht das Vorderteil aus 2 Schnittteilen. Diese Unterteilung sorgt aber auch generell für das gewisse Etwas und ich hätte auch nichts dagegen, wenn die Unterteilung stärker zu sehen wäre.

Die Zipfel zu nähen war gar kein Problem. Nur das Absteppen später ein wenig friemelig. Ich habe es mit der Coverstitch abgesteppt und mit dieser kann ich nicht einfach so die Richtung ändern wenn ich unten an der Ecke angekommen bin. Aber da schauen wir jetzt einfach mal nicht so genau hin…

Der Rock im Bild ist übrigens ein ganz einfacher aus Sweat, nach einem Schnitt von Stoff und Stil (Rock – 21031). In Grau hab ich ihn hier schon mal vorgestellt. Vor allem zuhause trage ich beide Versionen ständig.
Laut Größentabelle von Named habe ich eine 40 und die habe ich auch genäht. Eine 38 hätte wohl auch gereicht. Aber der Look des Shirts ist ja eh lässig-oversized, von daher ist 40 auch okay und ich habe keine Änderungen vorgenommen.
Das Knotenshirt erinnert mich ein bisschen an die Shirts die ich mit 14 getragen habe… da sollten geknotete Shirts allerdings für einen Bauchfrei-Look sorgen. Die ein oder andere mag sich erinnern…

Bauchfrei werde ich nicht ausprobieren, aber ich werde sicher auch mal eine ärmellose Variante testen, so wie 1000stoff, das gefällt mir auch sehr gut.
Viele Grüße,

Moneta Dress mit Tie Collar
Heute ist Frühlingserwachen beim Me Made Mittwoch und dieser wird heute von einem ganz süßen Assistenten eröffnet ;o)
Passend zum Thema Frühlingserwachen kann ich heute mein frisch genähtes Jerseykleid zeigen. Aber nicht irgendein Jerseykleid. Die meisten Jerseykleider sind ja ratz fatz runter genäht. Nicht aber das Moneta Dress. Das hat nämlich ein paar Tücken parat. Unter anderem diverse Kragenvarianten, die ich alle so toll finde, dass ich mich kaum entscheiden konnte. Für meine erste Moneta hab ich mich aber nun für die Version mit dem Tie Collar entschieden:

Ich finde ja ein bisschen sehe ich damit aus wie eine Pfadfinderin. Aber ich finde es trotzdem ganz entzückend. Die Passform ist noch nicht optimal, aber dazu später mehr. Wenn man es noch nicht so doll analysiert fühle ich mich darin extrem gut angezogen. Das trifft definitiv nicht auf jedes Jerseykleid zu. Chrissy spricht grad in der neuesten Podcastfolge „Zwischen Nadel und Faden“ davon und ich weiß sehr gut was sie meint. Hier jedoch: ganz viel Potential zum Lieblings-Jerseykleid.

„Potenzial zum“ Lieblingskleid sage ich nicht ohne Grund. Ganz optimal sitzt es noch nicht. Den Armausschnitt habe ich 2 cm nach oben verlagert. Das erste was man liest, wenn man Moneta Dress googelt ist nämlich genau dieses Problem: Der Armausschnitt sitzt viel zu tief. So auch bei mir. Nun ist der Armausschnitt zwar schon besser als im Originalschnitt, jedoch steht er nun etwas ab (sieht man auf dem Ganzkörperbild oben ganz gut) und wirft auch immer noch Falten.
Aber gut, das Faltenproblem kann auch daran liegen, dass ich mich noch immer nicht mit dem Thema FBA auseinandergesetzt habe….
Das zweite Problem, über das ebenso in vielen Blogposts berichtet wird: Der hintere Kragen steht ab:

Ich habe versucht den Kragen hinten mit ein paar Handstichen zu befestigen. Aber das sah gar nicht schön und vor allem eben nicht gleichmäßig aus. Wie ich das anders lösen könnte, weiß ich jedoch nicht. Evtl hab ich aber auch beim Annähen etwas falsch gemacht….? Ich bin mir nämlich nicht sicher wo die beiden Bänder vorne landen sollen. Es gibt kein professionelles Bild von Colette, das diese Bänder geöffnet nach dem Annähen zeigt. Es macht den Anschein, dass sie genau nebeneinander liegen sollen. Beim Anstecken ohne Dehnen hatte ich aber vorne eine Lücke von ca. 6 cm. Mit diesem Abstand habe ich es mal probe-gebunden, das sah etwas komisch aus. In der Anleitung lässt ein Bild vermuten, dass die Bänder genau nebeneinander liegen sollen, also hab ich den Kragen mit entsprechend viel Zug angenäht, um dieses Ergebnis zu erzielen:

Aber selbst für den Fall, dass ich es falsch gemacht haben sollte, gebunden mag ich die Bänder sehr gerne. Ich glaube aber dass ich beim nächsten mal nicht direkt mit der Overlock ans Werk gehe. So wird es zwar in der Anleitung gezeigt, aber es war nicht grad leicht die Form des Kragens zu bewahren, wenn man grobmotorisch mit einer Overlock am Start ist.
Auch wenn ich oben erwähnt habe, dass dies meine erste Moneta ist.. Eigentlich ist es nur meine erste geglückte Moneta. Ein kleiner Rückblick zu meinem ersten Versuch, damals mit dem Originalkragen, bei dem das Highlight hinten ist (In meinem Fall gab es allerdings kein Highlight)

Wer das ganze Drama noch mal sehen möchte, hier entlang. Dort kann man übrigens auch super die zu tief sitzenden Armausschnitte sehen. Ansonsten fasse ich mal zusammen: Das erste Mal Streifenstoff, das Annähen des Framilons völlig missglückt, da kein weiteres zur Hand war anschließend gewöhnliches Gummiband genommen (das Ergebnis war noch fürchterlicher als das Bild das ich euch dazu zeige), den Kragen blöderweise nach dem Annähen noch mal festgesteppt. Ganz blöde Idee. Blöder könnte ein Kragen nicht sitzen…Trotzdem habe ich damals versucht wenigstens das Oberteil zu retten. Aber ehrlich gesagt könnte ich das mal entsorgen, denn aufgrund des ultraschlecht sitzenden Kragens ziehe ich es einfach nicht an.
Witzigerweise sehe ich aber gerade, dass ich die missglückte Moneta vor zwei Jahren auch zum Thema „Frühlingserwachen“ gezeigt habe. Ich denke meine heutige Moneta schreit wesentlich mehr nach Frühling.
Das Kleid hat übrigens keine Taschen bekommen.

Wahrscheinlich ist es gut so, denn der Jersey ist „normal“ dünn und Taschen würden wahrscheinlich auftragen. Der Grund war aber ein ganz banaler: Es war kein Fetzen Stoff mehr übrige für die Taschen. Entdeckt hab ich den Jersey im letzten Jahr auf der Nadelwelt in Karlsruhe und dort hatte ich nur den groben Gedanken ein Jerseykleid draus zu nähen, ohne einen speziellen Schnitt im Kopf zu haben. Die 1,5 m die ich gekauft habe, reichten gerade so für Vorderteil und Rückteil, Kragen und Rockteile. Wobei mir für die Rockteile auch schon ein paar cm fehlten. Aber da der Rock ja eh gekräuselt wird, fällt es nicht auf, dass ich hier geschummelt habe.
Framilon und ich sind nun wieder Freunde. Nachdem das Annähen neulich beim Harriet Bra schon sehr gut geklappt hat, war auch das Annähen beim Moneta-Rock kein Vergleich zu damals. Mag es an 2 weiteren Jahren Näherfahrung liegen oder aber an meiner nun tausendmal besseren Nähmaschine – ich bin glücklich diesen Bann nun gebrochen zu haben. Die Kräuselung ist diesmal sehr gut und gleichmäßig geworden. Vor allem trägt sie auch nicht so sehr auf wie ich befürchtet habe. Etwas ungewöhnlich ist der sehr hoch sitzende Rock. Auf den Fotos finde ich das zwar gar nicht, aber beim Tragen hatte ich die ganze Zeit das Gefühl, dass der Rock viel zu weit oben sitzt. ich denke ich werde das nächste Mal das Oberteil etwas verlängern um einen Vergleich zu haben.
Leider hat nicht alles so gut funktioniert wie die Rock-Kräuselung. Wirklich zur Seite geschmissen habe ich mein Kleid, als es noch nur ein Oberteil war und ich an den Armausschnitten das Futter annähen sollte. Eigentlich ist es gut erklärt im Sew Along. Aber ich habe es geschafft beim Wenden einen so großen Knoten ins Oberteil zu bekommen, dass es sich 8 mal um sich selbst gewickelt hat. Ich habe es zwei mal versucht und dann in die Ecke geschmissen. Dann eben doch kein Frühlingserwachen am (Me Made) Mittwoch. Nachdem ich von meinem Mann einen Drücker und einen doppelten Espresso mit Milchschaum bekommen habe, hab ich es mir aber doch noch mal vorgenommen und siehe da: Sooo schwer war es eigentlich doch nicht. Aber gefütterte Kleidung ist tatsächlich noch totales Neuland für mich. Dabei sieht es so viel schöner aus, wenn ein ärmelloses Kleid nicht den Einblick von vielen Overlocknähten gewährt, sondern diesen.
Mein Futter ist übrigens ein schöner dünner Viskose-Jersey vom KBC Fabrikverkauf. Er ist perfekt geeignet, sowohl von der Stoffart als auch von der Farbe. Als Hauptstoff wird er aber auch bald verwendet. Ein Selja-Knot Tee von Named ist schon zugeschnitten und wird demnächst getestet.
Wirklich schön ist auch, dass man auch von oben einen tollen, sauberen Einblick bekommt. Auch hier schaue ich normalerweise auf Overlocknähte, wenn ich Jerseykleider nähe. Hier war ich zwar zunächst verwundert warum ich den Kragen von innen annähe und nicht rechts auf rechts wie ich es bisher für andere Schnitte gemacht habe. Aber hey – viiiel schöner so!!
Mein Fazit: Jerseykleid ist eben nicht gleich Jerseykleid. Und egal wie schnell die „einfachen“ Jerseykleider zu nähen sind – ich möchte definitiv mehr von den anspruchsvolleren Jerseykleidern besitzen. Das Moneta Dress eignet sich mit seinen vielen Varianten ja perfekt für viele Wiederholungen. Am Sitz werde ich noch etwas werkeln. Ich starte mal mit einer FBA und wenn das auch nicht hilft, nehme ich das Kleid mal mit zu einem richtigen Nähkurs. Mit Ausnahme des BH-Kurses habe ich tatsächlich bis heute noch keinen Nähkurs besucht. Ein perfekt sitzendes (Jersey-)Kleid zu haben wäre jedenfalls mal ein sehr guter Anlass für einen Kurs. Ich denke für den Schnitt lohnt es sich generell am Ball zu bleiben bis er für mich optimiert ist.
Einen wunderschönen Frühlingstag wünsche ich euch.
Viele Grüße,
Melanie
Morris Blazer in Curry
Heute brauche ich mal ganz viel Hilfe von allen, die schon mal den Morris Blazer von Grainline Studio genäht haben. Ich habe meine erste Version dieses Schnittes genäht und bin auf ein paar Probleme gestoßen von denen ich gerne wissen würde wie ihr das gelöst habt. Aber mal von vorne:
Meinen Jacquard in „Curry“ habe ich online bestellt. Leider ist der Stoff wesentlich fester als ich erwartet habe. Jacquard ist also auch nicht gleich Jacquard… Wieder was dazu gelernt. Ich war richtig enttäuscht von der Haptik als er (nach sehr langer Lieferzeit) bei mir eintraf. Zur Strafe musste er erstmal ins Stoffregal und wurde ein paar Monate ignoriert.
Die Farbe fand ich allerdings die ganze Zeit schön und beschloss daher, dass er einen guten Morris abgeben könnte. Da ich eh keine Einlage im Haus hatte, ist die Festigkeit des Stoffes evtl. doch für etwas gut.
Zufrieden bin ich allerdings nicht. Das liegt jetzt nicht allein am Stoff oder an der fehlenden Einlage… Es ist ein bisschen was von allem.

Größe / Passform:
Ich habe Größe 6 genäht, muss aber sagen, dass sich der Blazer insgesamt etwas groß anfühlt. Sollte es einen zweiten Versuch geben dann wohl eher in Größe 4.
Änderungen:
Die Ärmel habe ich verlängert, da die Ärmellänge aus dem Schnitt für mich irgendwie nix Halbes und nix Ganzes ist. Sie ist im Original eher 7/8 als 3/4 und ich finde das sieht aus wie aus Versehen zu kurz geraten. Daher habe ich also verlängert. Mit dem Ergebnis, dass meinem Blazer nun die Sportlichkeit und Lässigkeit fehlt, was meiner Meinung nach die Kombination aus falscher Größe und langen Ärmeln ausmacht. Für den nächsten Versuch werde ich daher wohl die Ärmel kürzen statt verlängern.
Die Anleitung / das Nähen:
Von der Anleitung im Ganzen war ich anfangs begeistert und alles lief wie am Schnürchen. Beim Nähen kamen sowohl meine Overlock als auch meine Nähmaschine zum Einsatz. Für beide hatte ich glücklicherweise farblich sehr passendes Garn im Bestand. Obwohl die Garnrolle für die Nähmaschine wirklich sehr klein war und ich etwas bangen musste ob sie bis zum Schluss reicht. Aber alles gut.
Für die Ärmel habe ich wie in der Anleitung vorgesehen erst die Seitennaht geschlossen, die Ärmeloberkante zweireihig geheftet, den Ärmel eingesetzt und dabei gerafft, so dass er sich dem (kleineren) Ärmelausschnitt anpasst. Das funktionierte tadellos, aber das Ergebnis sind leichte Puffärmel. Sie sind nicht aus jeder Ansicht so stark sichtbar, hinten ist auch weniger gerafft. Aber dennoch muss ich leider sagen, dass mir sowas überhaupt nicht gefällt und ich würde den Puffärmeleffekt gerne beim nächsten Mal vermeiden, weiß nur leider nicht wie. Ich frage mich auch generell warum ein sportlicher Sweatblazer-Schnitt überhaupt so konstruiert wurde, dass die Ärmel gerafft werden müssen.
Zum ersten Mal ins Stocken geriet ich
, als ich die Saumblende an die Vorderblende nähen sollte. Mir erschloss sich aus dem Bild in der Anleitung kein bisschen wie ich das nun legen muss. Hier hab ich zum ersten Mal den Sew Along aufgerufen. Zur Vorbereitung sollte man die Vorderblende zunächst einen ½ inch breit umbügeln. Für die Saumblende gilt dieser Schritt ebenfalls. Dann jedoch wird die Saumblende und Vorderblende aufgeklappt übereinander gelegt. dieser entscheidende Hinweis fehlte mir, aber auf den Bildern des Sew Alongs war das besser sichtbar.
Nach diesem Schritt hat sich wieder alles wunderbar gefügt und ich war begeistert wie gut die zusammengenähten Blenden am Ende an Vorder- und Rückteil passen. Kein Gezuppel, kein Ausgleichen oder Ziehen nötig, alles einfach stecken und nähen. Und dabei auch noch eine tolle Innenansicht:

Beim Blick auf den Sew Along fiel mir übrigens auf, dass Jen hier bereits ein paar zugeschnittene Teile mit der Overlock versäubert hat. Das macht total Sinn an manchen Stellen, da sie später nicht zwingend oder nicht vollständig eingefasst werden. Je nachdem wie sehr man die Anleitung befolgt oder aber wie gut man sie versteht ;o) Nur steht dieser Hinweis leider gar nicht in der Anleitung, hier werde ich mir also noch Notizen machen. Ich drucke mir allerdings Anleitungen die ich als PDF Booklet besitze nie aus, lege stattdessen nur mein Tablet daneben. Notizen / Gedanken die direkt beim Nähen entstehen landen daher leider nicht bei der Anleitung selber….Wenn überhaupt landen sie auf Schmierzetteln die später auf mysteriöse Weise verpuffen. Grmpf… dafür muss ich mir auch mal dringend ein System überlegen. Ich muss aber auch sagen, dass Jen eine so durchdachte Lösung für den Kragen und Saum verwendet, dass am Ende gar nicht viele Nähte sichtbar bleiben. Hier habe ich vorher gar nicht viel nachgedacht, sondern einfach Schritt für Schritt der Anleitung gefolgt und mich später gefreut wie alles perfekt eingefasst und Nähte somit versteckt werden. Die Innensicht kann sich also sehen lassen.

Für die Naht unter dem Kragen wäre es aber wohl schöner gewesen wenn ich hier mit Schrägband versäubert hätte. In der Anleitung wird lediglich erwähnt „Now finish your shoulder seams as desired, then clip and grade the back neck seam allowance“. Ich bin hier lediglich mit der Zick-Zack-Schere ans Werk und hab die Naht damit rundherum gekürzt. Später am Abend als ich über Instagram nach weiteren Bildern des #morrisblazer gesucht habe, hab ich ein paar wenige Blazer mit Schrägbandversäuberung gesehen, das sieht etwas „sauberer“ aus. Na gut.. Nächstes Mal vielleicht.
Bei den Ärmelabschlüssen stand ich dann vor der Frage: Covern oder Ärmelsäume verwenden? Da sie eh schon zugeschnitten waren, wollte ich dann lieber weiterhin der Originalanleitung folgen. Aber hier stand ich dann schnell wieder auf dem Schlauch. Wo wandern denn die offenen Kanten hin? Aus der Anleitung wurde ich wieder nicht schlau, also doch noch mal Sew Along aufgerufen und danach genauso ratlos: was nun? Doppelt einschlagen? Das wird doch richtig dick. Und sieht auch irgendwie komisch aus, wenn man außen alles clean hält, innen aber so eine richtige Wulst entsteht… Außerdem bin ich mit der Vorstellung da ran gegangen, dass man später außen keine Naht sehen wird. Aber wie zum Henker das gehen soll hab ich zu mittlerweile später Stunde wieder nicht kapiert. Mein Ergebnis sieht nun so aus

Ich bin nicht zufrieden, denn – wie man beim dritten Bild sieht – beim Anziehen kommt das immer halb mit raus, ist ja nur reingeklappt. Aber wenn es doch so gedacht wäre, dass man noch mal drüber näht und damit die Naht von oben auch sichtbar wäre, dann hätte ich mir doch den ganzen Saum sparen können und einfach einklappen und covern können??
Hier hoffe ich sehr, dass irgendjemand mein Problem versteht und mir erklären kann wie das eigentlich gemacht wird.
Und mein letztes Problem: Die Vorderblenden bleiben nicht da wo sie hingehören. Ich bilde mir ein dass sie trotz fehlender Einlage sehr schön liegen. Aber sie bleiben halt nicht wo sie sind, klaffen auf beim Anziehen und teilweise bei Alltagsbewegungen. Ich habe versucht mit ganz leichten unsichtbaren Stichen die Blende am Vorderteil zu befestigen. Es waren an dieser Stelle anschließend doch kleine Knubbel zu sehen, daher hab ich es doch wieder aufgetrennt. Mit dem Ergebnis, dass nichts dort bleibt wo es ist. Wie macht ihr das? Es sollte schon eine Lösung her die auch die nächsten Wäschen überstehen wird. Ein ständiges Gezuppel und Zurechtlegen find ich nicht so schön.
Tragegefühl / Fazit:
so la la. Vor allem innen ist der Stoff kein bisschen weich, da ist man ja von diversen angerauten Sweatstoffen schöneres gewohnt.
Meine anfängliche (Vor-)freude auf einen Sweat-Blazer ist nun leider ordentlich getrübt. Eigentlich ist das Näh-Ergebnis wirklich zufriedenstellend. Aber der Praxistest nach ausführlichem Tragen im Büro überzeugt mich noch nicht so richtig.

Geplante Änderungen für den nächsten Blazer:
- Schrägbandversäuberung?
- Größe 4 statt Größe 6
- Ärmel diesmal kürzer (statt länger) als im Originalschnitt
- Die Ärmelblenden evtl. weglassen und nur einschlagen und covern.
- Ärmel ohne „Puffärmeleffekt“
- auch gleich die Schulternaht versetzen??
Meine Fragen an euch zusammengefasst:
- Wie löst ihr das Aufklappen der Vorderblende?
- Wie näht man den Ärmelsaum richtig, so dass er innen bleibt und von außen keine Naht sichtbar ist? Geht das überhaupt?
- Wie vermeide ich die Puffärmel? Kann ich die Ärmel so anpassen, dass sie bereits ohne das Einreihen die perfekte Größe zum Armloch haben? Vermeide ich dadurch schon das „puffige“?
- Kann ich in einem Schritt die Schulternaht versetzen und wenn ja: wie? Und: sollte ich das überhaupt?
Ich hoffe die heutigen Me Made Mittwoch Leser können mir helfen. Über Tipps von euch würde ich mich sehr doll freuen!!
Viele Grüße,
Melanie
Oversize Jacket fürs Büro

Frau Ava wird ja gerade rauf und runter genäht, was wohl daran liegt, dass es ein sehr simpler aber dennoch schicker Mantelschnitt ist. Ich bin mir nicht sicher, ob er mich funktional als Mantel wirklich überzeugt, denn er ist ungefüttert. Eine Anleitung zum Füttern ist auch nicht enthalten. Er kommt außerdem ohne Verschluss daher und auch wenn man ihn verschließen möchte – im ebook wird man leider nicht fündig, wenn man eine Anleitung dafür benötigt. Hedi verlinkt auf ihrer facebookseite eine (ebenfalls facebook-) Seite einer (Probe-?) Näherin „Langes Fädchen, faules Mädchen“ die zeigt wie man einen Reißverschluss hinzufügt. Das ist sehr praktisch und lieb von ihr, aber man braucht dafür eben facebook. Das gefällt mir nicht und ich hätte mir gewünscht dass beides einfach von Vornherein als Alternative in das Ebook eingefügt wird.
Toll wiederum ist, wie schnell der Mantel ohne diese Details genäht ist :o)
Großer Minuspunkt für mich ist die fehlende Copyshop-Datei. Man muss den Schnitt daheim drucken oder bringt es für viel Geld in den Copyshop (21 Seiten DinA4 drucken zu lassen ist definitiv teurer als 1x A0) aber kleben muss man am Ende trotzdem. Die Schnittteile überlappen sich außerdem also muss ich defitniv nach dem Drucken und Kleben auch noch mal abpausen. Da war ich dann doch langsam genervt, bei ebooks spare ich mir das sonst und schneide direkt meine Größe aus.
Das Ebook ist hübsch aufbereitet. Die eigentliche Nähanleitung ist kurz, aber die Schritte sind simpel und alles Nötige wird erklärt.
Der Schnitt gefällt mir wie gesagt. Aber bis ich weiß wie und ob ich den Mantel herbst- und wintertauglich machen kann, hab ich erst mal eine Variante genäht die das nicht benötigt. Ich verwende Frau Ava in meiner ersten Version gar nicht als Mantel sondern als Oversize-Jacket fürs Büro.

Der Stoff (vom Tandem-Fabrikverkauf) ist recht dünn und hätte eh nicht dolle gewärmt. Ich habe leider nicht die geringste Ahnung was das für ein Stoff ist. Auch wenn man es optisch anders vermuten würde, er ist kein bisschen dehnbar. Aber kaum kommt man mit der Schere in die Nähe des Stoffes verzieht er sich leider in alle Richtungen. Ich hatte wirklich keinen Spaß beim Zuschnitt. Geduldig hab ich versucht die Taschen auf eine gleiche Größe zu bringen. Aber das Geodreieck sollte man wohl besser immer noch nicht dran halten.
Der Sitz gefällt mir gut. Den Oversize look trage ich sonst nie, das ist ein wenig ungewohnt für mich. Da der Stoff so dünn ist und ich ja keinen Mantel wollte sondern ein Oversize-Jacket, habe ich Größe S gewählt, das reicht auch vollkommen. Falls ich noch eine Mantel-Variante machen sollte, bräuchte ich hierfür Größe M.
Um an den Ärmeln einen kleinen Kontrast zu bekommen, ist am Ärmelbund die linke Stoffseite zu sehen. Den Unterschied sieht man nur von nahem.

Meine neuen Schuhe fand ich farblich schön passend zur Jacke und zum Herbst.
Das Rollkragenshirt hab ich eigens für den Look genäht. Leider reichte der vorhandene Jersey nicht mehr ganz für eine Langarmvariante, daher wurden es ¾ Arme. Aber eigentlich passt das gut, da Frau Ava auch keine komplett langen Arme hat. Ich habe 2 Schnitte vereint: Der (Roll-)Kragen und der obere Halsausschnitt stammen aus der Ottobre 05/2009, der Rest ist (ebenfalls von Ottobre) der Creative Workshop 303. Der hat sich einfach bewährt bei mir und sitzt um einiges enger als das Rollkragenshirt aus dem Heft. Für so Unterzieh-Shirts (und in die Hose-reinzieh-shirts) finde ich enger immer praktischer und auch wärmer. Mein Jersey hat übrigens nicht mal mehr für den Rollkragen gereicht. Nach Zuschnitt für Vorder – und Rückteil, musste ich schon schauen noch möglichst viel Arm zu bekommen.
Zum Glück hatte ich für den Kragen noch ganz feines Strickbündchen. Optisch erkennt man kaum einen Unterschied. Aber praktisch ist jetzt, dass sich das Bündchen toll dehnt und sich das Shirt trotz Rollkragen sehr leicht über den Kopf ziehen lässt.

Mit dem Outift zeige ich mich heute beim Me Made Mittwoch.
Viele Grüße,
Melanie
Sweatshirtkleid und selbstgenähte Strumpfhose
Heute reihe ich mich mal recht spät in die Me Made Mittwoch Runde ein. Ich hatte heute frei und das Kleid und auch die Strumpfhose die ich heute zeige hab ich heute erst genäht. Ihr seht also ganz frische Bilder.

Das Kleid
Das Sweatkleid ist „Frau Fannie“ und eine zweite Version war längst überfällig. Die erste hab ich im letzten Jahr genäht und hier gezeigt. In dem Beitrag beschreibe ich auch die Größe und die für mich nötigen Anpassungen. Das Kleid wurde bisher sehr viel getragen. Ein wenig hab ich mich schon wieder auf kältere Temperaturen gefreut um endlich wieder ein langärmeliges kuscheliges Kleid tragen zu können. Und da ich es so oft getragen habe, gibt es nun ein weiteres in Grau. Grau ist ja nun keine sooo spannende Farbe, daher hab ich es dezent mit Curry aufgepeppt. Ärmelabschlüsse, Rocksäume, Taschenengriffe und auch das Halsbündchen hab ich in Curry eingefasst:


Ein kleines Highlight in gleicher Farbe wollte ich aber auch noch auf dem Rücken haben und so wurde es eine Stickdatei- Leider kommt sie auf dem Foto nicht so gut rüber wie in echt.

Stickdatei „Special Shear“ von Urban Threads
Die Strumpfhose
Eine zweite Sache möchte ich euch aber noch zeigen. Schon lange wollte ich eine Strumpfhose nähen. Für das Kleid hätte ich ja am liebsten eine im Farbton Curry. Aber hier seht ihr erstmal meine erste Strumpfhose aus ganz dünnem grau-melierten wunderbar weichem Jersey:

Der Schnitt ist „Jalka“ von Näähglück. Leider ist der Shop von Näähglück momentan geschlossen, so dass ich den Schnitt nicht verlinken kann.
Ich bin vom Schnitt sehr begeistert. Im letzten Jahr habe ich ein paar Leggins genäht. Aber es hat mich immer gestört, dass man bei flacheren Schuhen den Übergang von Leggins zu Socken sehen konnte. Oder aber unter der Leggins noch den Abdruck der Sockenbündchen.
Ich werde mir weitere in mehreren Farben nähen. Das Nähen geht richtig einfach. Zuvor muss jedoch der Schnitt auf die eigene Figur angepasst werden. Das ist aber ganz genau beschrieben im Ebook. Beim Stecken hab ich fast eine komplette Stecknadelpackung gebraucht. Ein gutes Hörbuch oder eine gute Serie beim Stecken zu schauen schadet sicher nicht. Aber das nähen mit der Overlock geht dafür ja wieder ruck zuck. Ich war sehr skeptisch wegen der Fußform. Ich wollte keine unfömigen Klumpfüße mit einer selbstgenähten Strumpfhose bekommen. Aber mit wirklich dünnem Jersey passiert das nicht. Siehe Beweisfotos, der Strumpf passt sich wirklich toll der Fußform an. Ich halte also demnächst wieder Ausschau nach dünnem Jersey. Hoffentlich finde ich einen der gut zu diesem Kleid passt.
Jetzt freue ich mich auf einen gemütlichen Abend mit all den anderen Blogbeiträgen des Me Made Mittwochs
Viele Grüße,
Melanie
Bluse „Aster“ von Colette Patterns
Auf die Bluse “Aster” habe ich schon länger ein Auge geworfen. Anfänglich jedoch auf die langärmelige Variante. Da es nun aber zu warm dafür war, habe ich mich für den ersten Versuch mit diesem Schnitt für die Kurzarmvariante entschieden. (Für alle die jetzt die kurzen Ärmel suchen: das erkläre ich später noch).
Am Schnitt hat mir besonders der Look des Ausschnitts ohne Kragen gefallen. An meiner (nun ärmellosen) Bluse kommt das allerdings nicht so schön rüber. Ich finde ihr hätte ein Kragen sehr gut gestanden…. Die Langarm-Variante ist hier zu sehen. Den Schnitt gibt es mittlerweile sogar mit deutscher Übersetzung. Das war jetzt keine Kaufentscheidung, aber gefreut habe ich mich über diesen Bonus trotzdem.
Genäht habe ich Größe 6 mit Überlauf zur Größe 8 an den Hüften. Bei der ersten Anprobe war aber schnell klar, dass mir die Größe 6 um einiges zu weit ist, also habe ich an beiden Seiten noch mal 1 cm herausgenommen. Auf den ersten Blick passt das nun. Aber auf den zweiten, genaueren Blick ist das Ergebnis nicht sooo zufriedenstellend. Ich zeige euch erstmal ein paar Bilder.

Der Stoff verzieht sich leider überall und wirft ganz komische Bahnen. Beim Zuschneiden bin ich auch schon leicht verzweifelt, weil trotz sorgfältiger Vorgehensweise die Schnitteile unterschiedlich groß waren. Ich habe ständig korrigiert. Hinten ist es allerdings ein größeres Desaster. Wobei ich jetzt keinen Plan habe ob das nun am sich verziehenden Stoff liegt oder an meiner (stümperhaften?) Art und Weise die Bluse schmaler werden zu lassen.

Gut, ich stehe hier nun auch etwas krumm. Aber leider leider ist diese Riesenwelle links unten auch da, wenn ich gerade stehe. Und diese Welle ist auch der Hauptgrund warum ich nicht so happy bin mit meiner Bluse. Weiß jemand woher das kommt und was genau ich da verbockt habe?? Auf den Fadenlauf habe ich geachtet, daran liegt es nicht.
Ich kann mich mit der Bluse ein wenig besser anfreunden, wenn ich sie in den Rock stecke:

Um nun aber mal den Grund zu nennen, warum ich hier ärmellos stehe: Geplant waren wie gesagt die kurzen Ärmel. Leider war hier von Anfang an der Wurm drin. Die linke und rechte Stoffseite ist bei schlechtem Licht nur auf den zweiten Blick gut zu erkennen. Die erste Manschette habe ich gaaanz vorsichtig und langsam mit Hilfe der Nähanleitung angenäht. Die Anleitung war an dieser Stelle super und dieser Teil des Nähens hat mir am meisten Spaß gemacht. Das lag wohl auch daran, dass ich das bisher einfach nie gemacht habe. Als ich mir dann so zufrieden meine sehr sauberen Nähte angeschaut habe, habe ich entdeckt, dass die Manschette die linke Stoffseite zeigt. Ich habe also bereits die Bügelauflage auf die rechte Seite angebracht. Ok. Abtrennen. Neue Manschette vorbereitet, neuer Versuch. Versuch geglückt, zweiter Ärmel. Das ging soweit gut, Ergebnis auch erstmal zufriedenstellend, bis ich gemerkt habe, dass ein großes Loch zwischen Ärmel und Manschette klafft. Es war kein wirkliches Loch, aber an einer Stelle hatte ich wohl nicht beide Stofflagen eingefasst…. Also wieder getrennt. Dabei habe ich dann die Manschette leider ein wenig beschädigt, also wieder eine neue angefertigt. Tja und was soll ich sagen: Der Wurm war drin und so habe ich die Manschette wieder höchst sauber aber ….. arrrgsss…. falsch rum angenäht. Wieder schön den ersten Fehler wiederholt mit der linken Stoffseite. Also wieder abgetrennt, dabei aber leider diesemal den Ärmel beschädigt. Dieser Stoff ist wirklich mordsempfindlich und verzeiht wirklich rein gar nichts. Nun hatte ich aber keinen Fitzel Stoff mehr übrig und musste mich mit dem Gedanken anfreunden eine ärmellose Bluse zu nähen. Na gut. Es ist eh gerade so heiß….
So.. was ging sonst noch schief… Ist ja nicht so als hätte ich die Bluse in einem Rutsch durchgenäht.. Die Anleitung hatte ich oben ja schon erwähnt, war recht gut. Aber genau bei einem Punkt der mir nicht so recht verständlich war, konnte sie mir leider nicht weiterhelfen. Mal abgesehen davon, dass genau bei diesem Punkt mitten in der deutschen Anleitung 2 Schritte englisch blieben. Nicht dass ich diese sprachlich nicht verstanden hätte.. Mir war einfach nicht klar wie diese Bluse mit Schrägband versäubert wird ohne, dass auch nur eines der Ergebnisse die man so im Netz findet ein sichtbares Schrägband zeigt. Ich habe durchaus Blogbeiträge gefunden bei denen Leute schrieben dass sie genau an diesem Punkt Schwierigkeiten hatten. Aber leider erklärt dann keiner die Lösung dazu. Jedenfalls keiner der von mir gefundenen. Auch den Sew Along habe ich mir immer wieder angeschaut und irgendwann habe ich dann geschnallt, dass mein Schrägband (dreifach gefalzt, also vier dünne Bahnen) nicht gleich deren Schrägband (viel dünner und nur einmal gefalzt = zwei Bahnen) ist. Als es hier geklickt hat, war das Umdenken dann auch nicht mehr allzu schwer ;o) Ich habe keine Ahnung ob ich das nun richtig umgesetzt habe. Aber es funktioniert, also zeige ich es mal:
Das Schrägband wird (wie gewohnt) auf die rechte Stoffseite genäht.Genäht wird auf dem ersten Falz. Das Schrägband wird dann aber später nicht zur Hälfte umgeklappt, sondern inklusive Stoff komplett nach innen geklappt (Abbildung 1).
Da das komplette Einklappen des (Standard?-) Schrägbands eine dicke Wulst ergibt, habe ich die äußere Bahn abgeschnitten (Abbildung 2). Somit bleibt mir immer noch einmal Klappen um eine wirklich saubere Kante zu haben, aber eben weniger Schrägband das umsonst aufträgt.

Es wird also nun nur noch eine lage nach innen geklappt und kann aufgenäht werden. Hier noch Bilder von der Außenansicht (Abbildung 3) und der sauberen und schön flachen Innenansicht (Abbildung 4)

Das Ergebnis war also zufriedenstellend und ich bin später mit den Armausschnitten genauso vorgegangen. Leider hat der Stoff von Anfang an nicht für selbstgemachtes Schrägband gereicht. Aber immerhin hatte ich von dem gekauften soviel, dass es gerade noch für beide Armausschnitte gereicht hat.
Mit dieser Bluse bin ich nun heute auf der Arbeit und beim Me Made Mittwoch
Viele Grüße,
Melanie
Der Wembley Cardigan aus dem Seamwork Magazine
Das Wetter ist auch im Süden Deutschlands so unbeständig wie es nur sein könnte. Am Wochenende hatten wir noch 30 Grad und es war vor Hitze kaum auszuhalten. Für heute sind plötzlich nur noch 19 Grad angesagt. Man weiß nicht so recht wie warm man sich morgens anziehen muss. Genauso starke Temperaturschwankungen herrschen bei mir im Büro. Da ich mir nicht ständig Pullis über den Kopf ziehen mag, weil mir mal wieder zu warm, kurze Zeit später aber wieder zu kalt (usw.) ist, brauchte mein Kleiderschrank neuen Inhalt. Ein schnelles Überwerfen und wieder Abwerfen war also die Voraussetzung.
Leider wimmelt es im Internet nicht von Cardigan Schnittmustern. Und in meinem Bestand sah es auch nicht so toll aus. Eine Zipfeljacke sollte es nicht werden, die sind nicht so mein Fall. Fündig wurde ich im Seamwork Magazine. In der Ausgabe No. 12 wurde der Wembley Cardigan vorgestellt. Es werden 3 genähte Exemplare gezeigt. Aber vor allem die technische Zeichnung hat mich überzeugt. Die gibt es zusammen mit dem Schnittmuster hier zu sehen.
Dort steht übrigens auch eine Zeitangabe. In einer Stunde soll der Cardigan fertig sein. Ich habe meine Zeit jetzt nicht gestoppt, aber ich habe definitiv länger gebraucht. Selbst wenn ich den Zuschnitt jetzt mal nicht mitzählen würde. Allerdings habe ich dabei auch einen alten Tatort geschaut. Vielleicht hat mich das gebremst.

Mein Ergebnis fällt anders aus als die Seamwork Variante. Er ist deutlich kürzer. Genäht habe ich Größe M. Größer hätte es auch wirklich nicht sein müssen. Nur eben länger vielleicht. Aber als Kurzjäckchen gefällt es mir sehr gut, auch wenn es so nicht geplant war. Der schöne Fall vom Foto oben ist allerdings kein Dauerzustand. Eine klitzekleine Bewegung und der Cardigan sieht im Alltag eher so aus:

Ja, das hab ich extra für euch auf dem Foto festgehalten um auch mal die Realität des Schnittes anzuzeigen 😉
Ein Foto der Rückansicht hab ich auch noch für euch. Hier gefällt mir der Fall richtig gut.

Dem aufmerksamen Betrachter wird die Rückennaht auffallen. Und vor allem diejenigen die den Schnitt schon genäht haben mögen sich jetzt denken „Hää??“. Tja, das war so…. Ich habe beim Zuschneiden Tatort geschaut 😉 Natürlich wird das Rückenteil im Stoffbruch zugeschnitten. Aber wenn man hier pennt, und nicht mehr genügend Stoff zur Verfügung steht um das Rückenteil erneut zuzuschneiden, dann trägt man halt Rückennäht. Aber im Ernst: kurz hab ich mich geärgert, aber sie stört mich nun gar nicht mehr. Der Strickstoff ist eh so meliert, dass das gar nicht so dolle auffällt.
Apropros Stoff:
ich habe einen Doubleface-Viskose-Strickstoff verwendet. Gekauft hab ich ihn in Karlsruhe auf der Nadelwelt. Und obwohl er kein Schnäppchen war durfte er mit, weil er so wunderbar weich und leicht ist.

Der Schnitt ist sehr einfach zu nähen. Nur die Blenden-Ecken fand ich ein wenig friemelig. Das einzige was ich zu meckern hätte: Nicht auf jedem Schnitteil ist der Fadenlauf angegeben. Das führte dazu, dass ich 2 kleine Teile im falschen Fadenlauf zugeschnitten habe. Sowohl am Kragen als auch am Bündchen. Hier zu sehen daher die verschiedenen Fadenläufe:

Und im Nacken führt das leider auch dazu dass die Jacke dort nicht so schön anliegt, könnt ihr auf dem Foto oben noch mal nachsehen. Aber gut, hätte ich mal geschaut womit welches Schnittteil verbunden wird, hätte ich auch selber auf den richtigen Zuschnitt kommen können.. Und sooo sehr stört es mich jetzt auch nicht.
Ich verlinke meinen Cardigan heute beim Me Made Mittwoch und bin wieder sehr gespannt was sonst noch so genäht wurde.
Liebe Grüße,
Melanie
Mission Sweatjacke ohne Kapuze: Jacke Arja
Es gibt nicht allzu viele Sweatjacken-Schnitte die ohne Kapuze daher kommen. Ich mag Kapuzen-Sweatjacken auch, aber sie sehen schon deutlich legerer aus, als die Kragenvariante. Ich habe daher eine längere Suche für Schnitte ohne Kapuze gestartet. Diesen Schnitt von Kwik Sew hatte ich kurz in der engeren Auswahl, aber er war mir dann zu sportlich. Dann hab ich noch einen tollen Schnitt von McCall’s entdeckt, der nun auf meiner Schnittmuster-Wunschliste steht. Zunächst aber habe ich die Damenjacke Arja von Näähglück ausgewählt. Entscheidend war, dass dieses ebook recht viele Varianten angeboten hat und es ganz tolle Beispiele im Netz gab. Die meisten Beispiele gab es jedoch zur Kapuzenvariante.
Das ebook hat aber einiges mehr zu bieten: die Jacke ist tailliert (das war mir sehr wichtig, denn ich wollte ja keinen legeren Look), sie sieht Brustabnäher vor, bietet verschiedene Taschenvarianten, und enthält eine Anleitung für eine gefütterte Version. Es gibt verschiedene Längen und genaueste Anweisungen welche Reißverschlüsse ich für welche Länge benötige, aber auch welche Änderung ich höchstwahrscheinlich bei meiner Körpergröße vornehmen muss. Um es kurz zu machen bei mir: keine. Ich habe das Glück die Größe zu haben für die dieses Ebook konstruiert wurde. Die Anleitung war übrigens perfekt. Es ist alles genauestens erklärt. Generell ist so eine Jacke nicht viel schwerer als ein Pullover und davon habe ich ja schon zahlreiche Exemplare genäht. Aber diese Sache mit den Belegen und dem Reißverschluss der natürlich hinterher perfekt passen muss ist ja dann schon eine Nummer anspruchsvoller. Das wichtigste war mir, dass der Reißverschluss auf keinen Fall wellig werden soll. Oh und das Bündchen natürlich auch nicht. Das sind Dinge die mir immer als erstes unangenehm auffallen.
Ich bin ja schon länger kein ebook-Fan mehr, es gibt einfach zu viele in denen sich Fehler tummeln, schlechte Fotos, ungenaue Anleitungen, Passformprobleme.. Aber nöööp, nicht hier! Und nein, ich bin kein Probenäher oder so, ich bin ganz einfach begeistert von diesem Ebook, weil es einfach alles bedenkt und wirklich professionell gemacht wurde. Die Anleitung zeigt übrigens auch die Stellen bei denen man ganz genau arbeiten soll, damit an drei wichtigen Punkte die Nähte aufeinander treffen: Am Kragen, an dem Taschendreieck und am Saum. Ja und irgendwie….. Seht selbst:

Punkt 1 und 2 konnte ich zufrieden abnicken. Ich habe auch gaaaanz sauber den Reißverschluss eingearbeitet, komplett wellenlos und schön sauber abgesteppt, aber dann stimmte am Saum etwas gewaltig nicht. Und nein, das lag nicht an der Anleitung, das habe ich irgendwie selbst verbockt.
Ich habe mich 10 Minuten geärgert, hin und her überlegt wie ich das bloß kaschieren könnte, denn wer will schon alles wieder auftrennen nachdem er zuvor so schön sauber eingenäht und auch schon abgesteppt hat. Äh.. Ja… ICH. Hilft ja nix. Nach dem Auftrennen und den nötigen Anpassungen sah das ganze dann schon besser aus:

Nicht hundertprozentig perfekt, aber ein Ergebnis mit dem ich sehr gut leben kann.





Und Tragefotos gibt es natürlich auch. Leider in der Anzahl begrenzt. Man sollte halt auch den Akku der Kamera aufladen bevor man loszieht um Fotos zu machen.


Mit den Fotos reihe ich mich heute beim Me Made Mittwoch ein.
habt einen schönen Tag,
Melanie
Wickelshirt McCall´s 7127
Wieder so ein Schnitt, den ich beim Schnittmuster stöbern im Netz entdeckt habe und von dem ich zuvor noch nie ein genähtes Exemplar gesehen habe: Der Schnitt McCall´s 7127. Ich fand ihn so originell, dass ich ihn auf jeden Fall ausprobieren wollte. Vor allem Version B hat es mir angetan. Bei dieser Version sieht das Vorderteil recht gewöhnlich aus, aber der Rücken zieht die Blicke auf sich: Es gibt zwei Rückenteile die übereinander gelegt werden. Das macht einen Wickeleffekt und einen sehr schönen Rückenausschnitt.

Ich glaube am schönsten wird das Shirt mit einem weich fließenden Strickstoff. Leider hatte ich keinen Strickstoff daheim. Evtl war dies auch gut so, denn den hätte ich mir wohl versaut. Ich habe der Maßtabelle vertraut und die Größe 14 zugeschnitten. Mit dem Ergebnis, dass ich danach ein kleines Zelt hatte das mir leider auch nicht auf den Schultern bleiben wollte. Es ist auf beiden Seiten runtergerutscht, selbst wenn ich mich nicht bewegt habe. Ich habe versucht das Shirt irgendwie zu retten. Die Wickel waren ja bereits gelegt und ich konnte das Shirt nur noch insgesamt schmaler machen indem ich an beiden Seiten ein paar cm weg genommen habe. Das Ergebnis wurde natürlich nicht gut. Um es überhaupt irgendwie an Ort und Stelle zu halten, habe ich die Wickel hinten mit Handstichen befestigt. Hat sich aber leider auch verzogen nach der Wäsche:

Also insgesamt eher untragbar das Ergebnis. Trotzdem hat mich das Schnittmuster irgendwie gepackt. Die Idee ist toll und auf dem Umschlag sitzt das Shirt schließlich so toll, dass ich noch einen Versuch wagen wollte. Einen (teuren) Strickstoff zu nehmen habe ich mich noch immer nicht getraut, erstmal wollte ich mit einem anderen (etwas besseren) Jersey eine neue Größe testen. Ich bin zwei Nummern runter gegangen und habe nun also die Größe 10 zugeschnitten.
Das Shirt näht sich ganz anders als gewohnt. Es ist von vorne bis
hinten mit der Coverstitch genäht. Einzig die Brusttasche habe ich mit der normalen Nähmaschine befestigt. Die Overlock hatte also frei. Die Wickel werden an die Schulter genäht (jaha, mit der Coverstitch) und so sieht das ganze zwischendurch aus wie eine Fledermaus. Es gibt viele Säume zu covern und dann werden die Wickel übereinandergelegt, die Ärmel eingefügt und die Seiten geschlossen. All das auch mit der Coverstitch. Ich war skeptisch, aber es funktionierte wunderbar. Die Markierungen helfen außerdem das Shirt richtig zu schließen.
Im Vergleich nun die beiden Shirts: Links Größe 14 (hier bereits verkleinert) und Rechts Größe 10:

Deutlicher wird der Unterschied in der Rückansicht:

Und getragen sieht das dann so aus:

Was mir an meiner zweiten Version schon viel besser gefällt: Der Effekt der Fledermausärmel ist weg. Auch wenn Fledermaus-Shirts bei vielen beliebt sind: Ich mag sie nicht und freue mich darüber, dass der Effekt beim neuen Shirt nicht mehr so stark ist. Evtl. wäre es auch gut gewesen erst mal nur auf die Größe 12 zu reduzieren. Ein wenig eng ist das Shirt nun schon.
Hier noch mal die Rückansicht. Und spätestens an diesen Fotos sehe ich nun auch, dass das weiße Shirt wohl nicht in den Schrank zurückwandert.

Der Ausschnitt gefällt mir nun richtig gut. Sowohl vorne als auch hinten:

Und nun kann ich mich doch mal an eine Version mit einem tollen Strickstoff wagen. Der richtige Stoff muss mir dafür aber erst noch über den Weg laufen. Falls mir jemand einen tollen, wunderbar weichen Strickstoff empfehlen kann, nehme ich natürlich sehr gerne Tipps an.
Weitere Schnitt-Inspirationen gibt es wie immer beim Me Made Mittwoch.
Viele Grüße,
Melanie
Briar Shirt von Megan Nielsen
Das Briar Shirt habe ich eher zufällig entdeckt. Aber der Schnitt hat mir direkt gefallen. Ich mag es sowieso gerne, wenn ein Shirt hinten schön lang ist und den Po bedeckt. Vorne müsste es meinetwegen nicht so lang sein. Ist es aber natürlich dann meist auch. Anders hier. Das Briar Shirt kommt Vokuhila daher.

Der Stoff, ein Viskosejersey, wurde als weich fallend beworben, ich finde ihn aber ein wenig zu dünn und den Fall eher labberig. Die Farben finde ich auch nicht mehr so vorteilhaft für mich. Nunja, es war ein Spontankauf. Dafür gefällt mir der Schnitt wirklich gut. Ich habe Größe M genäht. Anfangs kam es mir riesig vor. Aber ich glaub das muss so, das Shirt ist etwas oversized geschnitten.
Hier noch mal ein Vergleich mit seitlicher Aufnahme:

Mein Fazit ist: ich werde es nochmal nähen. Mit festerem Jersey. Und die Tasche werde ich ein wenig nach innen versetzen, die sitzt recht weit außen.
Nun bin ich auf das Fazit der Me Made Mittwoch Leser gespannt.
Ottobre Shirt mit Häkelbordüre
Ich mache es heute mal ganz kurz und lasse hauptsächlich Fotos sprechen. Im letzten Sommer habe ich ein Shirt genäht, das ich hier noch gar nicht gezeigt habe. Ein Ottobre Shirt nach dem von mir sehr beliebtem Schnitt Creative Workshop 303 (Leider gibt es ihn momentan nicht mehr zu kaufen). Ich habe schon mehrere Versionen genäht, auf meinem Blog allerdings zuvor erst zwei gezeigt. Heute zeige ich eine Kombination mit einem unglaublich weichen Jersey-Schnäppchen vom Stoffmarkt und einer Häkelbordüre die es vor langer Zeit mal sehr günstig bei Alles für Selbermacher gab.


Ich bin extrem zufrieden. Mit dem tollen Stoff, dem Schnitt, dem Look den die Häkelbordürde dem Shirt verleiht und den tollen Fotos von Nina. Daher zeige ich es heute beim Me Made Mittwoch.
Viele Grüße,
Melanie
Die rosa rosa p. Jacke
Bei mir gibt es heute ein Jäckchen aus dem Buch „ein Schnitt vier styles“ von rosa p.

Diese Jacke habe ich nun zum zweiten Mal genäht. Die erste Version hat mir schon sehr gut gefallen und ich ziehe sie gerne und häufig an. Und das trotz des kleinen Unfalls mit dem Fadenlauf.. Für 2 Schnitteile war damals einfach nicht mehr genug Stoff im richtigen Fadenlauf vorhanden.
Bei meinem neuen Jäckchen, dessen Farbe irgendwo zwischen Lachs und sehr grellem rosa liegt, habe ich wieder einen kleinen Fehler eingebaut. Der Stoff, ein sehr dünner Jersey dessen Herkunft mir leider nicht mehr einfällt, reichte diesmal. Der Fadenlauf stimmt also, aber ich habe schon munter drauf losgeschnitten bis mir einfiel, dass in diesem Buch die Nahtzugabe noch nicht im Schnitt enthalten ist. Generell habe ich nichts dagegen, wenn ich mir die selber hinzufügen muss, aber ich sollte mir das wohl etwas fetter oder farbiger auf meinen Schnitten vermerken. Nun war nix mehr zu machen, alle Schnittteile waren bereits ausgeschnitten. Ich habe dann sehr nah am Rand genäht und ja, ein wenig spack sitzt die Jacke nun noch. Aber durchaus tragbar und noch nicht „Wurst in Pelle“ wie meine Eltern immer so schön sagten, wenn etwas zu eng war. (Wenn ihr das anders seht, dürft ihr das natürlich gerne mit ein wenig Taktgefühl in den Kommentaren äußern 😉 )

Eigentlich wollte ich mich wieder an den Knopflöchern austoben. Ich habe sogar schon sehr schöne rosa Knöpfe rausgesucht. Aber dann war das bisschen Nähzeit schon wieder um (ich habe wieder viiiel Zeit mit Bügeln und sauberen Nähten verbracht), das Jäckchen noch nicht fertig und ich wollte es irgendwie nicht noch länger unfertig liegen lassen. Da dachte ich mir dann „warum nicht mal ne Version mit Kam Snaps…?“ Das Grau der Kam Snaps ist gar kein gewollter Farbenmix. Rosa und Weiß waren einfach alle. Ich finde schon, dass Grau auch passt, aber rundum zufrieden bin ich nicht. Die andere Jacke sieht einfach wesentlich hochwertiger aus mit dem dünnen Sweat und den schönen Knöpfen. Und obwohl ich (recht dünnes) Vlies eingebügelt habe, muss ich die Jacke sehr vorsichtig öffnen, damit nichts kaputt geht. Wären die Kam Snaps von vornherein geplant, hätte ich das wesentlich mehr verstärkt. Aber ob das dann mit dem sehr dünnen Jersey gut ausgesehen hätte, bleibt auch zu bezweifeln. Ich komme also gar nicht drum rum noch eine weitere Jacke zu nähen die mich dann wieder zufrieden stellt 😉


Getragen habe ich das Jäckchen hier übrigens zusammen mit meinem Hollyburn-Rock. Der wird viel getragen, aber jedesmal denke ich mir dabei auch, dass ich mal einen neuen bräuchte mit besserem und engerem Bund.

Nina hat diesmal die Fotos gemacht. Meine Kamera verweigert mehr und mehr ihre Dienste und ich bin sehr froh, dass Nina eingesprungen ist. Und wer sich fragt wo denn die Fotos gemacht wurden und was das da alles im Hintergrund ist: in ca. 2 Wochen gibt es die Lösung, da zeige ich euch nämlich mein neues Nähzimmer in voller Pracht. Auch hier war Nina so lieb und hat die Fotos mit ihrer Kamera gemacht. Vielen Dank dafür!!
Verlinkt bin ich heute wieder beim Me Made Mittwoch, der bei mir zu einem wöchentlich fixen Termin geworden ist. Selbstverständlich auch dann wenn ich selber nicht vertreten bin. Wirklich toll, dass es den MMM gibt und sich das Team auch mit wechselnden Aktionen immer wieder etwas einfallen lässt!
Das Cambie Dress als Hochzeitsgastkleid

Mit dem heutigen Me Made Mittwoch läute ich das Ende der ungeplanten Blogpause ein.
Ich bin umgezogen und schon vor dem Umzug gab es viel zu tun im neuen Häuschen. Ganz zum Leidwesen meiner Nähzeit.
Frisch umgezogen, aber noch immer mitten im Kisten-Chaos, stand die Hochzeit einer Freundin an. Natürlich bekam ich die Einladung bereits im letzten Jahr. Und natürlich wusste ich direkt, dass ich zu dieser Hochzeit am liebsten ein selbstgenähtes Kleid anziehen möchte. Aber wie das immer so ist, es scheint ja anfangs immer noch genug Zeit das später mal anzugehen.
Ein paar Tage vor der Hochzeit wusste ich noch immer nicht welches Schnittmuster es werden sollte und welcher Stoff. Ich habe dann schnell feststellen müssen, dass meine Stoffvorräte nicht für ein Kleid reichen. Zumindest nicht für eines nach meinen Vorstellungen, die einen weiten Rock vorsahen. Ich habe mich dann für das Cambie Dress von Sewaholic entschieden. Ein wenig auch aus Zeitmangel, denn hier hatte ich bereits vor Ewigkeiten den Schnitt abgepaust und konnte direkt loslegen. Naja, mehr oder weniger direkt. Nach dem Stoffkauf halt.
Nun gut, der Zeitplan war straff. Der Umstand dass dies mein erstes Kleid überhaupt werden würde, machte es genauso wenig einfacher, wie die Tatsache, dass das Kleid gefüttert werden sollte. Auch das Füttern habe ich bisher erfolgreich ausgelassen. Warum also nicht mal alles unter Zeitdruck angehen? Bei dem ganzen Größenwahn brauchte ich ein wenig Sicherheit und habe vorerst ein Probeoberteil genäht. Auch wenn dies noch mal viel Zeit gefressen hat, es war eine sehr gute Entscheidung:

Das Oberteil war insgesamt zu weit. Sehr auffällig jedoch der Sitz am Dekolletee wo es sehr weit abstand. Hier habe ich nun erst überall etwas Weite weggenommen. Der Sitz war schon viel besser. Ganz reichte dies jedoch auch nicht, daher habe ich weitere Abnäher gelegt:

Ob dies eine gute Lösung ist oder technisch eher ein no go weiß ich übrigens nicht. Ihr dürft mich gerne belehren 😉 Zumindest habe ich die oberen Abnäher mit den unteren verbunden, damit es weniger auffällt und optisch bin ich sehr zufrieden.
Das Nähen des Kleides verlief größtenteils sehr gut. Von dem Sew Along hatte ich mir jedoch zuvor mehr erhofft. Verwöhnt von anderen Sewaholic Sew Alongs hatte ich eine Art Schritt für Schritt Anleitung erwartet. Aber die Bilderanleitung des Schnittes ist natürlich hervorragend. Kleine aber entscheidende Fehler haben sich leider trotzdem eingeschlichen. Wer das Cambie Dress bereits genäht hat, hat es oben am Probeteil evtl schon gesehen: ich habe die Ärmel am Vorderteil statt am Rückteil angenäht. Und ich habe es tatsächlich erst gemerkt, als ich schon fertig war und die Ärmel anpassen und annähen wollte. Da stand ich nun etwas ratlos und habe mich dann fürs Auftrennen entschieden, alles andere hätte schlimm ausgesehen.
Der nahtverdeckte Reißverschluss war in der Größenordnung auch eine Premiere für mich. Der erste Versuch war nur so la la, also habe ich auch den noch einmal genäht. Mit der zweiten Version bin ich sehr zufrieden:

Der Rock war sehr einfach zu nähen, da er in der Variante B mit weitem Rock nur aus Vierecken besteht die gerafft werden. Ich habe zunächst versucht den Rock mit der einfachen Variante zu raffen: gerade Naht und an den Enden zum Raffen ziehen. Aber so lang wie das Rockteil ist war schnell klar, dass ich hier größere Geschütze benötige. Somit konnte ich endlich meinen Kräuselfuß einweihen, den ich schon so lange besitze aber nie verwendet habe. und mit dem Ergebnis war ich sooo glücklich, dass ich es gleich auf Instagram zeigen musste:

Die Taschen mag ich total gerne, sehr geräumig und auf den ersten Blick fast nicht zu sehen. Sie klaffen also nicht von alleine auf. Ich glaube ich mag nur noch Röcke und Kleider mit Taschen nähen, das ist so unglaublich praktisch sowohl die Hände also auch Taschentücher drin verstauen zu können.

Nachdem ihr das Futter nun schon mehrfach sehen konntet, hier mal die komplette Innenansicht:

Unbedingt zeigen möchte ich euch auch noch meine Schuhe zum Kleid. Die waren zuvor schon in meinem Besitz:

Das Kleid ist übrigens erst am Morgen der Hochzeit fertig geworden und ich war sehr dankbar darüber, dass die Trauung erst am frühen Nachmittag stattfand. Und da ich keine passende Tasche gefunden habe und so ein paar Kleinigkeiten bei Frauen ja immer mit müssen, hab ich am Vormittag auch noch schnell ein kleines, sehr einfaches, aber praktisches Täschchen genäht:

Ich bin sehr zufrieden mit meinem allerersten Kleid!

Da eine April-Hochzeit natürlich recht frisch werden kann, hier noch das komplette Outfit mit (Kauf-) Blazer:


… mit Blick auf meine neues, wunderschönes Zuhause
Zum neuen Zuhause gab es natürlich auch ein neues Nähzimmer. Aber das zeige ich euch ein andern Mal.
Nun verabschiede ich mich mit einem kleinen Outtake, oder besser gesagt dem normalen Standard-Ergebnis meiner Fotosessions mit meinem Mann 😉
Viele Grüße,
Mel

Pullover 109A aus der Burda Style 10/2015
Als ich (im September) die Oktober-Burda durchgeblättert habe, hat es bei diesem Pullover sofort gefunkt:

Nicht so schnell ging es mit der Entstehung. Zum einen war ich mir erst nicht sicher mit der Stoffwahl. Es braucht schon etwas dickeren, standfesteren Strickstoff hab ich mir eingeredet. Die Burda-Empfehlung hab ich ehrlich gesagt gar nicht beachtet. Ich überlege meist nur welcher Stoff aus meinem Bestand sich eignen könnte. Die Stoffe die Burda immer so empfiehlt habe ich eh nie daheim. Wobei ich nun mal im Nachhinein geschaut habe: es handelte sich diesmal lediglich um die Empfehlung „Strickstoff“.
Der Schnitt ist natürlich kein Allerweltsschnitt den man sich zu jedem Outfit und für jede Gelegenheit vorstellen kann, das war auch noch ein Grund warum ich den Pulli trotz sofortiger Begeisterung nun erst nähe. Hinzu kommt: alles was ich zum allerersten Mal nähe, muss bei mir erstmal liegen und reifen. Manchmal ruft meine Nähstimmung nach Schnitten die ich schon im Schlaf beherrsche, bei denen der Erfolg sicher ist und wo am Ende definitiv ein Teil mehr den Kleiderschrank füllt. Letzte Woche war ich dann aber endlich mal wieder in „Experimentierstimmung“ und ein neuer Schnitt mit völlig ungewissem Ausgang durfte her.
Als Stoff kam mir dann ein Tandem Stoff tauglich vor. Leider gibt der Tandem-Ausverkauf keine Info über die Stoffart und -zusammensetzung. Nur so viel Info also von mir: es ist recht fester und dicker Strickstoff, der dennoch sehr gut dehnbar ist. Vorne Sweat-ähnlich, die Rückseite ein Wollfleece. Bzw. ob es wirklich die Rückseite ist, darüber hab ich lange philosophiert und auch 2 andere Hobby-Näherinnen befragt. Einigen wir uns vielleicht darauf, dass man es sich aussuchen kann. Der Stoff sprang mir jedenfalls (ähnlich wie der Schnitt) damals auch sofort ins Auge und rief „Nimm mich mit“. Wofür wusste ich komischer Weise diesmal nicht (Das passiert mir selten, meist hab ich sofort einen passenden Schnitt im Kopf sobald ich einen schönen Stoff sehe). Aber der Ruf war laut. Ich bin ein paar Mal dran vorbei gelaufen und hab mich dann doch erbarmt und 2 Meter des Stoffes ein neues Zuhause gegeben.

Hier ein Bild vom Stoff, dessen Innenseite leider doll fusselt
Ich habe noch 2 Meter diesen Stoffes in Schwarz und werde dort vielleicht die andere Seite des Stoffes nutzen die ich auch sehr schön finde.
Bevor ich den Schnitt abgepaust habe, hab ich im Internet nach weiteren Ergebnissen gesucht um durch Berichte und Blogeinträge vielleicht noch ein wenig über Passform und Tipps zur Größe zu erfahren. Bei Frau Neu habe ich den Pullover schon im Oktober bewundert, sie hatte sich etwas eher ans Werk gemacht. Außerdem habe ich noch Einträge bei Anne von Compulsive Seamstress und auf Catherine Daze’s Blog entdeckt. Alle Berichte waren sehr interessant. Mit der Größe war ich jedoch immer noch nicht schlauer, also bin ich verfahren wie bisher: Die Burda-Tabelle riet mir wieder zur 40, aber diesmal war ich mutiger und habe von vornherein 36 zugeschnitten, anstatt nur wieder großzügig zu verkleinern. Bei der Länge habe ich jedoch 5 cm dazu gegeben, da er mir vorne recht kurz erschien. Und jetzt lasse ich erstmal Bilder sprechen:

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Wie man sieht: auch in der 36 sauf ich etwas ab und weiß nicht, ob es dem Oversize-Schnitt entspricht oder ich lieber noch kleiner hätte gehen sollen. Ich habe übrigens auch fast den ganzen Stoff verbraucht. Da seht ihr mal wie viel Stoff da nun um mich rum flattert. Knapp 2 Meter! Puh….
Und obwohl der Pullover nicht perfekt sitzt, gefällt er mir gut. Ein bisschen wohl, weil er etwas rebellisch daher kommt und schlecht in eine Schublade zu stecken ist. Ein bisschen auch, weil der Pullover und ich viel Zeit miteinander verbracht haben 😉 In einem Beitrag (den ich leider nicht mehr wieder finde) habe ich noch gelesen, dass der Pulli als einfach eingestuft wurde und in 1,5 Stunden fertig genäht wurde. Das kann ich von mir allerdings nicht behaupten. Ich hatte keinerlei Probleme beim Nähen, die Burda widmet diesem Pulli den Beitrag zur „Nähschule“ und somit wird eh alles Schritt für Schritt beschrieben. Aber ein wenig die Geschwindigkeit rausgenommen hat schon der Stoff, der sich etwas zickig verhalten hat. Ich habe sehr langsam und sorgfältig nähen müssen und habe viel gebügelt zwischendurch damit das Gesamtbild passt und nach Pullover aussieht. Einen nahtverdeckten Reißverschluss habe ich auch noch nicht oft vernäht, damit habe ich mir also auch wieder Zeit gelassen. Der totale Zeitfresser waren jedoch die ganzen Handnähte die nötig waren. Ich weiß jetzt nicht, ob es gut oder schlecht war, dass ich mir die Anleitung vorher nicht durchgelesen hab. Wahrscheinlich gut, denn sonst hätte ich den Pulli eher nicht genäht, wenn ich das vorher gewusst hätte 😉 Nachdem mir der Pulli nun also für die vielen vielen Handstiche lange auf dem Schoß lag ist er mir jedenfalls sehr ans Herz gewachsen. Ich werde keinen weiteren nach diesem Schnitt nähen, aber ich mag diesen und zeige ihn somit trotzdem stolz beim heutigen Me Made Mittwoch.
Ich bin gespannt wie er euch gefällt. Bis bald,
Melanie
Neue Serie: Home Chic
An den Wochenenden möchte ich es mir möglichst gemütlich machen. Zumindest an den Tagen an denen ich daheim bleibe und Zeit zu zweit genieße (wahlweise dann mit meinem Mann oder der Nähmaschine). Gemütlich bedeutet: Jeans, enge Röcke, Blusen und ähnliches bleiben im Schrank. Um alles was kneift oder auch nur im geringsten sperrig oder ungemütlich sein könnte wird ein weiter Bogen gemacht. Meist ziehe ich dann Klamotten an die sich seit Ewigkeiten in meinem Besitz befinden. Ich kann mich jedenfalls nicht daran erinnern wann ich das letzte Mal „gemütliches für daheim“ gekauft hätte. Es ist VIELE Jahre her. Das was sich da so angesammelt hat und beim Aussortieren immer als „das geht noch für daheim“ deklariert wurde eignet sich jedenfalls keinesfalls dafür damit auch mal das Haus zu verlassen. Ich muss sogar soweit gehen, dass ich damit nicht mal die Tür öffnen mag. Wenn es dann spontan an der Tür klingelt dann wird bei uns immer darum geschnickt wer sich jetzt in seinem Wochenend-Outift an der Tür zeigen muss. Und natürlich hoffen wir dann beide immer dass es „nur“ der Postbote ist, der ein (Stoff-)paket bringt und schnell wieder geht. Und wenn ich doch noch mal einkaufen gehen muss, dann ziehe ich mich um. Raus aus den Gammelklamotten, rein in die Jeans und später definitiv wieder raus aus der Jeans. Sind wir doch mal ehrlich, so kann das ja auch nicht länger bleiben. Längste Zeit also für meine neue Kleiderserie:

Mit dieser Serie starte ich heute. Genäht wird alles was sich daheim gemütlich anfühlt UND gut aussieht. Bei dem ich auch an den Wochenenden nicht „die Kontrolle über mein Leben verliere“ und jederzeit die Türe öffnen kann ohne im Boden zu versinken. Klamotten in denen ich mal eben Brötchen holen kann, mich auch über einen Spontanbesuch von Freunden oder Nachbarn freuen kann und die gemütlich für die Couch und auch zum Nähen sind. Jaaa. Beim Nähen trage ich nämlich auch ungern Jeans. Man muss ja zum Anprobieren zwischendurch auch schnell mal ins neu genähte rein schlüpfen können.
Als ich dieses Sweatshirtkleid genäht habe, musste ich mich schon arg doll zwingen zwischendurch auch noch etwas anderes zu tragen. Es ist jetzt gar nichts sooo besonderes. Es ist sogar recht schlicht. Aber hier hatte ich dieses kleine Aha-Erlebnis bei dem ich mich gefragt habe, warum ich nicht viel mehr Kleidung dieser Art im Schrank habe.
Los geht es also heute mit der ersten Kombi, extra für gemütliche „Wochenenden mit Stil“ genäht 😉

Eigentlich ist das Grau wesentlich dunkler. Aber die Fotos sind nach Feierabend entstanden, und wir mussten uns schon ein wenig beeilen bevor es ganz dunkel wurde. Der Blitz hat dann ein wenig die Farben verfälscht.
Bei dem Stoff handelt es sich um „Jersey Courtelle Dunkelgrau Meliert“ (von Stoff und Stil). Er ist ein wenig dicker, aber lässt sich ganz toll vernähen. Shirt und Rock gehören eigentlich nicht zusammen, aber die Kombi finde ich toll.
Beide Schnitte sind ebenfalls von Stoff und Stil. Das Shirt ist aus einem Set „Hose und Oberteil – 20036“ und der Rock ist ein Einzelschnitt bei dem 3 Längen inklusive sind: Rock – 21031. Ich habe allerdings keine der vorgegebenen Längen verwendet und stattdessen die mittlere Version verlängert. Genäht ist alles ruck zuck, ist ja nichts Kompliziertes dran. Wobei ich zum ersten Mal ein Jerseyshirt mit Beleg genäht habe. Eigentlich find ich es toll. Der Nachteil ist jedoch, dass der Beleg sich innen hochrollt und nicht an seinem Platz bleiben möchte. Mein BurdaStyle Nähbuch empfiehlt den Beleg mit Vlies zu verstärken. Aber die gehen ja auch von Webware aus, daher hab ich mich nicht getraut, weil das evtl auftragen könnte, zu steif werden könnte oder was auch immer. Hat da jemand Erfahrungen?
Ansonsten bin ich zufrieden. Das Shirt-Vorderteil wird aus 4 Teilen genäht. Das gibt irgendwie ein unaufgeregtes aber doch schönes kleines Detail.

Heute Abend findet ihr mich dann in meinem neuen Outfit auf dem Sofa beim gemütlichen Stöbern auf dem Me Made Mittwoch Blog.
Ist euch eigentlich schon meiner neuer Blog aufgefallen? Demnächst steht hier ja auch ein Umzug in der realen Welt an und ich hoffe ja noch das Einpacken des Nähzimmers ganz lange hinauszögern zu können. Vorab aber schon mal der Umzug in der digitalen Welt und hier blogge ich nun also auf der Seite 500daysofsewing.de
Abonnieren könnt ihr ganz einfach auf der Seitenleiste.
Hier gibt es demnächst dann also auch mehr „Home Chic“ zu sehen.
Viele Grüße,
Melanie
Fraser Sweatshirt zum Me Made Mittwoch #27
Zum heutigen Me Made Mittwoch möchte ich euch gerne einen noch relativ neuen Schnitt vorstellen:
Das Fraser Sweatshirt. Ende September hat Sewaholic Patterns dieses Sweatshirt zusammen mit 4 anderen neuen Schnitten vorgestellt und ich wusste erstmal gar nicht wo ich zuerst hinschauen sollte.
Aber da es bereits herbstelte, war schnell klar was ich wirklich brauche: Sweatshirts. Und jetzt ganz dringend mehrere Fraser Sweatshirts. Es gibt nämlich 3 tolle Varianten die sich ja dann durch diverse Farbkombinationen wieder zu unendlich vielen Variationen… ihr merkt schon ich bin angefixt.
Hier schon mal meine erste Umsetzung
Da ich das Sweatshirt unbedingt zum Rock tragen wollte, habe ich es ca. 5cm gekürzt und auch den Bund dementsprechend schmaler zugeschnitten. Die Länge finde ich jetzt sehr passend zu meinem Hollyburn-Rock (hier vorgestellt)
Ein paar Ansichten für euch von allen Seiten:
Bei einem der Ärmel musste ich mich in Geduld üben und die Overlocknaht noch einmal auftrennen, da das Schulterteil nicht perfekt an das Vorderteil passte. Aber mit dem neuen Ergebnis bin ich sehr zufrieden.
Nicht ganz so perfekt wollte das Halsbündchen gelingen. Auch dies ist bereits der zweite und bessere Versuch und dennoch steht er ein wenig ab… Ich schiebe es jetzt mal auf den Stoff und hoffe, dass das nächste wieder besser wird.
Jetzt bin ich gespannt auf eure Winterkleidung.
Viele Grüße,
Mel
Jeansrock zum Motto – Me Made Mittwoch (#26)
Ich habe zum ersten Mal ein Kleidungsstück extra für den Me Made Mittwoch angefertigt. Katharina von sewing addicted hat für heute das Thema „Jeans“ angekündigt. Und natürlich dürfen auch wieder andere Kleidungsstücke gezeigt werden. Trotzdem wollte ich gerne mit einem zum Thema passenden Kleidungsstück dabei sein. Eine Jeanshose steht auch noch recht weit oben auf meiner Liste der Dinge die ich gerne nähen möchte. Aber das Projekt Hose ist noch Neuland für mich und meine Nähzeit reicht gerade nicht für längere und evtl. kompliziertere Nähpläne. Überhaupt werde ich mich dem Thema Hosen sehr ausführlich widmen müssen. Mit schmaler Taille und breiten Hüften passt mir in Geschäften nach nur ca. 32 Anproben genau 1 Jeans. Dem möchte ich gerne Abhilfe schaffen indem ich keine Standardhose nähe, sondern eine nach Maß anfertige. Aber genug davon, heute geht es um meinen Rock. Der Jeansstoff ist schon seit Anfang des Jahres in meinem Bestand, der Schnitt Hollyburn sicher genauso lange. Und beides wurde nun zum ersten Mal getestet.
Auf Hollyburn wurde ich zum ersten Mal bei Katharina (Fröbelina) aufmerksam als sie diesen Rock gezeigt hat. Der war allerdings noch ohne Schnallen und meine volle Aufmerksamkeit hatte sie erst mit diesem Post. Ruck zuck habe ich das Schnittmuster gekauft.
Der Stoff ist ein normal schwerer Jeansstoff. Also kein stretchiger Stoff, kein dünner Jeansstoff und somit eigentlich gar nicht Teil der Stoffempfehlung. Aber es war auch der einzige den ich besaß, also musste er gehen. Er sah auf dem Stoffmarkt zwischen 10 andersfarbigen Ballen ganz klar Dunkelblau aus. Aber nun so alleine hier, sieht er eher nach Grau-Schwarz aus.
Ich hatte genau 1 Jeansgarn da und eine Jeansnadel. Es durfte also nichts schiefgehen… Ist es aber auch nicht. Das „grobe“ wurde mit der Overlock genäht, alle Feinheiten mit meiner brother Nähmaschine und dem Oberstofftransportfuß. Das Jeansgarn habe ich sowohl für den Oberfaden als auch für die Unterspule verwendet. Ich habe schon oft gelesen, dass das nicht immer funktioniert. Aber da nichts gezickt hat, habe ich es mal dabei belassen.
Ich habe Version B von „Hollyburn“ genäht. Richtig verliebt bin ich nämlich schon lange in diese Schnallen am Bund. Wann immer ich den Hollyburn irgendwo gesehen habe, haben mir die Schnallen am Besten gefallen. Sie waren leider auch der Part der am Aufwändigsten zu nähen war. Wobei eigentlich das Wenden das Aufwendige war. Aber ohne Fleiß kein Preis Rock

Fotografiert von Nina / Vervliest und Zugenäht
Anders als sonst habe ich das Schnittmuster diesmal nicht abgezeichnet sondern einfach ausgeschnitten. Das ist für einige das ganz normale Prozedere, aber ich fand es in dem Moment recht riskant und habe vorher ausgiebig geschaut welche Größe ich benötige. Ich lag zwischen den Größen 8 und 10 und habe sicherheitshalber die 10 gewählt. Natürlich hätte ich den Schnitt auch abzeichnen können, aber ich hatte an dem Tag sehr große Lust zu nähen aber so rein gar keine Lust zum Abzeichnen. Es musste schnell gehen, es sollte losgehen. Das direkte Ausschneiden habe ich mir bei Craftsy-Kursen abgeschaut. Lustigerweise habe ich mir dann aber für alles andere doch sehr viel Zeit gelassen und jeden Schritt sehr bedacht und akkurat gemacht. Ich habe z.B. das Schnittmusterpapier nach dem Ausschneiden ausgiebig glatt gebügelt. Auch bei Craftsy abgeschaut. Das war ein guter Tipp. Ein kleiner Vergleich – Das Schnitteil vor und nach dem Bügeln:
Für sowas habe ich dann wieder Geduld. Überhaupt bin ich beim Bügeln extrem geduldig. Liegt aber auch den vielen Bügelhilfen die ich mittlerweile besitze. Und sicherlich auch an meiner Nebenbeschäftigung beim Bügeln: Mit dem Bügelbrett vorm Fernseher schaue ich dabei Craftsykurse über „AirPlay“ und schon ist das Bügeln nicht mehr lästig oder langwierig.
Gilt aber auch wirklich nur für Stoffe, bzw. frisch genähte Kleidungsstücke, da nähe ich akribisch jeden Zwischenschritt. Das sieht einfach sooo viel schöner aus. Aber wehe da wird ein Männerhemd dazwischen gemogelt, dann macht das Bügeln auch mir keinen Spaß mehr.
Obwohl ich schon eine ganze Reihe Kleidungsstücke genäht habe: ein Rock war noch nicht dabei. Also schon so Anfängerröcke mit Bündchen. Aber keiner aus nicht-dehnbaren Stoffen und mit festem Bund, der am Ende dann passen muss. Ich musste mich also schon Schritt für Schritt durch die Anleitung nähen. Und trotzdem hab ich übersehen, dass der Rock aus 4 Teilen besteht. Ich habe 2 Teile im Bruch zugeschnitten. Das steht ja schließlich auf so gut wie allen geraden Schnitmusterkanten. Wurde also ganz routiniert übernommen. Als ich bemerkt habe, dass das hier Fehl am Platz war, hab ich das Rückteil noch auseinander geschnitten, das Vorderteil habe ich einfach so übernommen.
Das Annähen des Reißverschlusses wird nicht ausführlich gezeigt. ich hatte zusätzlich noch den Sew Along von Sewaholic offen, aber auch der verlinkt nur auf eine andere Seite und am Schluss habe ich einfach mal gemacht. Hat sich ein wenig gerächt, da ich der unteren Markierung an der der Reißverschluss angesetzt werden sollte, blind vertraut habe. Mein Reißverschluss ging leider nur bis zum Anfang des Bundes, nicht bis ganz oben wie vorgesehen. Hätte ich ja mal checken können statt einfach loszunähen. Ich habe das Problem aber später mit 2 Hooks and Eyes gelöst, die ich noch am Bund befestigt habe.
Mit dem Ergebnis kann ich leben:

Fotografiert von Nina / Vervliest und Zugenäht

Fotografiert von Nina / Vervliest und Zugenäht
Das Beste am Schnitt waren die Taschen. Die bestehen nur aus einem Schnitteil. ich bin es gewohnt, dass immer 2 Taschenschnitteile zusammengenäht werden müssen. Hier wird ganz raffiniert einfach umgeklappt. Außerdem sind die Taschen groß genug, dass die Hände wirklch komplett drin verschwinden können. Sehr schön! Ich mag es die Hände in den Taschen zu vergraben, auch wenn das natürlich weniger schick aussieht. Es ist dafür schön gemütlich.

Fotografiert von Nina / Vervliest und Zugenäht

Fotografiert von Nina / Vervliest und Zugenäht
Hollyburn wird definitiv wieder genäht, der Schnitt ist toll! Ich werde das nächste Mal aber Größe 8 nehmen. Auch wenn man es auf den Fotos bisher nicht gesehen hat, da der Rock ja von der (breiten) Hüfte gehalten wird – es war noch ordentlich Platz eine kleinere Größe zu wählen:

Fotografiert von Nina / Vervliest und Zugenäht

Fotografiert von Nina / Vervliest und Zugenäht
Ach und Jeansstoff: Gerne wieder. Meine Maschine hatte zum Glück keinerlei Probleme damit. Kann aber auch am Oberstofftransportfuß liegen. Ohne habe ich es vorher gar nicht ausprobiert.
Passend zum Motto-Mittwoch wurde aus einem uns sehr bekannten Blog vor kurzem das Motto „Gegen die Ver-Jeans-ung der Welt “ entfernt. Wobei ich mir sicher bin, dass Meike nichts gegen selbstgenähte Jeans einzuwenden hat 😉
Liebe Grüße,
Mel
Me Made Mittwoch #26: Blusenshirt von lillesol & pelle
Ich habe noch nie eine Bluse genäht. Und bei dieser Aussage bleibe ich auch, nachdem ich euch beim heutigen Me Made Mittwoch meine Bilder gezeigt habe. Genäht habe ich nämlich ein Blusenshirt, hier liegt der feine Unterschied. Eine Bluse ist auch definitiv anspruchsvoller, aber das Blusenshirt von llillesol & pelle ist ein toller Einstieg und nimmt etwas die Angst vor dem was danach an (richtigen) Blusen folgen wird.
Es gibt 2 separate Schnitte: einen für Jersey, einen für Webware. Ich habe den Schnitt „Blusenschnitt Webware“ verwendet und… man ahnt es schon… Webware vernäht. Der Hauptstoff ist von TANDEM, er fühlt sich ein wenig an wie ein ultraleichter weicher Hosenstoff. Er sollte eigentlich auch eine Hose werden. Aber nachdem ich unbedingt an einem Sonntagnachmittag diesen Schnitt ausprobieren wollte und gefühlt mal wieder nichts passendes da hatte, musste dieser Stoff eben dran glauben. Den Vogelstoff habe ich vom Stoffmarkt. Es war ein sehr kleines Stoffstück und hat gerade so für diese Details gereicht.
Den Stehkragen finde ich nett. Durch kurzes Durchlesen der Anleitung leuchtete mir zunächst zwar gar nicht ein wie der zustande kommen soll, aber wenn man sich einfach Stück für Stück durch die Anleitung näht, ergibt sich das alles und ist gar nicht mehr kompliziert. Generell fand ich die gesamte Anleitung gut beschrieben. Aber viel kompliziertes gibt es auch gar nicht. Neu war für mich noch die Ärmelvariante, bzw. das Annähen sogenannter „Manschetten“:
Der Schnitt sieht eigentlich 3/4 Ärmel vor. Wenn ich mir nun, während ich die Bilder hoch lade, die Ärmel als ganzes anschaue, fällt mir auf, dass ich sie wohl etwas zu doll verlängert habe. Aber wenigstens habe ich drauf geachtet, dass die Vögel richtig rum sind, wenn ich die Ärmel mal umschlagen möchte.
An der Schulter habe ich versucht die Vögel passend aneinanderzustückeln. Ist auch recht gut gelungen.
Hinten konnte ich das aber nicht wiederholen, dafür war nicht genug Stoff vorhanden
Genäht habe ich Größe 38 und Passformänderungen habe ich keine vorgenommen. Wäre sicher so verkehrt nicht gewesen, wenn man genau hinschaut… Aber es war einfach kein Projekt bei dem ich mich damit beschäftigen wollte. Ich war eher darauf bedacht super saubere Nähte zu bekommen und hier kann ich auch sehr zufrieden sein.
Eine klitzekleine Änderung gab es nach Anprobe aber doch: Der Ausschnitt war mir zu weit offen, ich habe ihn per Hand ein wenig weiter zugenäht.
Und da mir ein Blusenshirt für die Herbsttemperaturen deutlich zu kalt ist, habe ich noch ein Shirt für untendrunter genäht. Alle vorhandenen Langarmshirts hatten einen zu hohen Ausschnitt, das sah unter dem Shirt nicht gut aus. Aber ein passendes Langarmshirt ist ja fix genäht. Wegen des größeren Ausschnitts habe ich das „Knit Sweatheart Top“ aus dem Buch „Gertie’s New Book for Better Sewing“ gewählt. Dieses Shirt ist übrigens die Basis für einen tollen Herzausschnitt (und nun erklärt sich auch der Name des Schnittes) den ich auch schon getestet habe. Man sieht die Herzform auf dem 2. Bild, wenn man dem Link folgt.
Me Made Mittwoch #25: Sweatshirtkleid Frau Fannie
Vor kurzem plante ich auf eine Feier zu gehen von der ich wusste, dass sie in einer Halle stattfinden wird. Die Überlegung der richtigen Kleiderwahl wird schwierig, wenn man befürchten muss, dass es vor Ort kalt sein könnte. Ich hatte jedoch keinerlei Lust darauf den ganzen Abend in einer Jacke zu verbringen, also wollte ich mir schnell etwas nähen in dem ich gut gekleidet und trotzdem warm genug angezogen bin. Das Sweatshirtkleid „Frau Fannie“ von Schnittreif war im Bestand, aber bisher noch nicht genäht. Ich dachte gleich, dass es zumindest den Wärmefaktor gut erfüllen wird. Blieb aber noch die Optik. Ich finde das Kleid schön, das steht außer Frage. Aber schick genug für eine Feier….? Ich habe mir überlegt wie ich es etwas pimpen könnte und habe mich in diversen Stoffläden umgeschaut nach Satin- oder Samtbändern für den Halsauschnitt. Keines der Bänder die ich gefunden habe, war dehnbar. Sie kamen für einen Halsauschnitt daher nicht in Frage. Im kleinen Stoffladen um die Ecke fand ich jedoch Samtstoff. Ich habe mir daher also wie gewohnt einen Stoffstreifen zugeschnitten für den Halsstreifen. Das Zierband habe ich allerdings trotzdem mitgenommen und am Saum angebracht.
Ich habe Größe M genäht. Die erste Anprobe saß an den meisten Stellen gut. An Taille und Bauch aber war das Kleid viel zu weit. Ich habe den Schnitt soweit abgeändert, dass er an der Taille zur Größe S verläuft und an der Hüfte wieder zu einer M zurück geht. Nun sitzt es gut. Auf allen Fotos seht ihr bereits die schmalere Version.
Auf der Feier habe ich mich darin sehr wohl gefühlt.
Und auch im Büro habe ich es bereits sehr gerne getragen. Aber jetzt geht es erstmal zum Me Made Mittwoch
Me Made Mittwoch #24: Pullover „Mrs. Klassik“
Kaum wird es draußen kalt, friere ich ständig und meine Bürokleidung kann mir gar nicht dick genug sein. Ich hatte aber sowieso große Lust mal wieder Pullover zu nähen und habe einen neuen Schnitt versucht: „Mrs. Klassik“ von Selbermacher-123, erstanden in einem Sale von makerist.
Mir haben allerdings weder die langen Armbündchen aus Jersey noch das recht große Bauchbündchen des Originalschnitts gefallen. Seit ich den McCalls-Schnitt 6992 probiert habe, gefallen mir die Pullovervarianten ohne Bündchen eh viel besser. An der Hüfte passt die auch wesentlich besser zu meiner Figur, denn ohne Bündchen kann nichts hochrutschen. Die Bündchen wollen immer gerne zur schmalsten Stelle am Körper rutschen. Und soviel sei verraten: die Hüfte ist das bei mir nicht. Es hilft auch nichts die Pullover einfach etwas länger zu nähen – Bündchen wollen hochrutschen bei mir. Meine Overlock lässt sich zum Glück zur Coverstitch umbauen und so wird bei mir alles eingeschlagen und gecovert, das wird meist ein super Ergebnis. Da ich 2 Maschinen in einer habe, muss ich immer umbauen, aber das stört mich gar nicht mehr. Ist ruck zuck erledigt und hat den Vorteil, dass meine Maschine mit 5 Konen nähen kann (eigentlich sogar mit 8 gleichzeitig, aber das brauchte ich bisher nicht). Die 5er-Nähte hingegen sind super: Pullovernähte mache ich nur noch damit. Neben einer normalen Overlock naht wird noch eine Kettnaht hinzugefügt. Pullover haben leider die Angewohnheit eher in der Naht zu reißen oder sich soweit zu dehnen, dass man die Overlocknähte sieht. Mit der Kettnaht daneben passiert das nicht mehr und bleibt trotzdem elastisch (Ich habe früher mal bei einem Pullover neben die Overlocknaht noch eine Geradstichnäht mit der Nähmaschine genäht. Ist natürlich total kontraproduktiv, da diese sich nicht dehnt.) Ich zeige euch im nächsten Pullover-Post mal Vergleichsfotos.
Zurück zum Schnitt. Er gefällt mir sehr gut, passt sich gut der Figur an. Genäht habe ich Größe 38.
Die Kragenvariante war neu für mich. Leider wärmt sie nicht, aber optisch gefällt sie mir gut.
Den Jerseystoff für den Kragen habe ich beim letzten Stoffmarkt entdeckt. Ich fand ihn gleich toll, wusste aber, dass er nichts für ein großflächiges Projekt ist, daher habe ich auch nur ganz wenig mitgenommen. Zusammen mit diesem Pulli macht er sich gut.
Und damit reihe ich mich nun bei Lucy und den anderen Bloggerinnen des Me Made Mittwochs ein.
Me Made Mittwoch #23 – Cape
Bei Anni habe ich letzten Mittwoch einen Poncho gesehen, der mich dazu inspiriert hat meine Pläne ein Cape zu nähen etwas vorzuziehen. In meiner Vorstellung liegt der Unterschied darin, dass man ein Cape öffnen kann und einen Poncho überzieht. Ob das richtig ist, weiß ich allerdings nicht.
Ich wollte gerne etwas zum Öffnen. All jene mit dünnen Haaren die den Hang zum fliegen haben wissen wohl warum ein „über-den-kopf-ziehen“ oft nervig sein kann.
Letzte Woche habe ich einen leicht kratzigen Wollstoff quasi ausrangiert. Da ich mehrere Meter davon besaß, kam ein komplettes Ausmisten nicht in Frage. Aber für dieses Projekt war der Stoff okay.
Ich habe das Cape nach dieser Anleitung genäht. Einen richtigen Schnitt benötigt man hier nicht. Es ist eher eine Anleitung wie man aus einem vierfach gefalteten Stoff einen Teller schneidet und ihn anschließend mit Schrägband versäubert. Einfach aber effektiv. Trotz einfacher Anleitung habe ich mir diesmal Hilfe geholt:
Man sieht hier meinen Mann, der mir erst beim Falten des Riesenstoffes, dann beim Kreis zeichnen und später sogar beim Beziehen der Knöpfe geholfen hat.
Die linke Stoffseite kratzt deutlich mehr als die rechte. Ich habe den Stoff umgelegt, um zu testen, ob mich dieses Kratzen arg stören würde. Und das tat es schon sehr schnell. Also musste ein Futterstoff her, obwohl das in der Anleitung nicht vorgesehen ist. Es wäre eigentlich nicht so schwer einen farblich passenden Stoff zu finden, da Blau recht einfach zu kombinieren ist. Laut Anleitung sollte der Stoff jedoch 1,80m lang UND 1,80m breit liegen. Hiervon gab es genau 1 Exemplar in meiner Sammlung und das passte farblich gar nicht mal schlecht. Also mal wieder die Farbkombi Braun und Blau.
Passend zum Innenstoff habe ich mein Schrägband selber genäht und dafür viele Stoffbahnen im schrägen Fadenlauf zugeschnitten, aneinander genäht, gefaltet, gebügelt und angenäht. Das dauerte natürlich. Früher mochte ich solche langwierigen Arbeiten gar nicht. Mittlerweile entspannt mich genau sowas total. Ich habe überhaupt gar keinen Stress mehr mit solchen Sachen einfach nur schnell fertig zu werden.
Einen Großteil des Capes habe ich während eines Nähtreffens mit Isabell, Sabine und Monika genäht. Dafür war es sogar genau die richtige Arbeit, da ich viel quatschen konnte und mich nicht auf schwierige Techniken konzentrieren brauchte. Einziger kleiner Nachteil war natürlich, dass man nicht unwesentlich Platz benötigt mit so einem riesigen Haufen Stoff. Das war schon mal ein kleiner Vorgeschmack auf das Projekt Mantel nähen. (Hierfür sollte ich ganz dringend meinen Nähtisch auf- und freiräumen) Ein Cape zu nähen ist natürlich wesentlich einfacher, ich habe es an einem Tag fertiggestellt.
Ursprünglich sollte mich das Cape übrigens nur im Büro wärmen. Dort ist es mir häufig zu kalt im Herbst und Winter und ich wollte mir jederzeit etwas überwerfen können. Vorgestern habe ich es dann aber zum ersten Mal in der Stadt ausgeführt und habe mich sehr wohl damit gefühlt. Heute zeige ich mich damit beim Me Made Mittwoch.
Me Made Mittwoch #22 – Jacke von rosa p.
Endlich ist die Sommerpause vorbei und der Me Made Mittwoch beginnt wieder. Eigentlich hab ich ungewollt mit dem Me Made Mittwoch pausiert. Aber das Nähen und Bloggen und auch das Durchstöbern aller genähten Stücke der Bloggergemeinschaft hat mir gefehlt.
Ich starte die Auferweckung meines Blogs heute mit einer Jacke die schnell zu meiner Lieblingsjacke wurde. Genäht habe ich sie Anfang August, als mein Mann mir das Buch „ein schnitt vier styles“ von rosa p. geschenkt hat.
In den Versionen des Buches sind weniger Knöpfe angebracht (je nach style 1-7), aber da ich Knopflöcher nähen eh mal längst üben musste, hab ich ne ganze Ladung voll angebracht. Aber es lief gut, warum dann nicht ausnutzen 😉
Ich muss gestehen ich musste ein wenig schummeln. Da der Stoff lediglich ein Reststück war, musste ich die Vorderteile im falschen Fadenlauf zuschneiden.. Bei der Melierung bleibt das für Kenner auch kaum verborgen.. Aber der Stoff ist trotz allem gnädig und verzeiht es im Sitz ganz gut.
Hätte ich weiteren passenden Stoff gehabt, ich hätte direkt weitere Versionen genäht. Zum Beispiel die Jacke mit Rüschen. Aber nach dem Stoffmarkt ist vor dem Stoffmarkt und bisher habe ich noch alle Lieblingsteile mehr als 1x genäht. Bei dieser Jacke wird es nicht anders sein.
Schnitt: aus dem Buch „ein schnitt vier styles“ von rosa p.
empfohlener Stoff: Wollstrick (aus Mangel an diesem habe ich allerdings dünnen Sweatstoff verwendet)
genähte Größe: M
Anpassung: keine
Anleitung: sehr gut verständlich. auch die Varianten werden extra beschrieben.
Fotos: Nina von VERVLIEST UND ZUGENÄHT
Me Made Mittwoch #21- Ein Oberteil aus dem Schnitt „Moneta“
Beim Me Made Mittwoch wird das Thema „Frühlingserwachen“ heute wunderschön von Monika eingeleitet. Ich habe das Motto zwar letzte Woche noch wahrgenommen und dachte mir noch „was für eine schöne Idee“, hab es dann aber doch verpennt. Deshalb seht ihr heute lediglich frisch geknipste Frühlingsfotos einer halben Moneta die (kompplett natürlich) über Ostern entstehen sollte. Die Fotos wurden heute morgen um halb zehn aufgenommen, hier zeigen sich bereits fette Sonnenstrahlen auf der Terrasse. Trotz unbunter Kleidung auch eine Art Frühlingserwachen….
Es wäre glaub ich eine gute Idee gewesen das Kleid aus einem dickeren Jersey zu nähen, vielleicht sogar Romanit, meiner war jedenfalls wahnsinning dünn. Und dann beim nächsten Versuch vielleicht auch lieber ohne Streifen….? Aber mal von Anfang an:
Meine selbstgenähte Schneiderpuppe (hier gezeigt) hat zum ersten Mal ihre Hilfe angeboten und den Job auch sehr gut gemacht. Während Colette Patterns der Meinung war, dass ich eine „S“ bin, hab ich doch arg gezweifelt und vorsichtshalber das Oberteil in S und M auf Folie abgezeichnet und an die Puppe gepinnt. Ihre Entscheidung war ganz klar M. Siehstewohl. Stoff gespart.
Hier war ich dann noch frohen Mutes, der Kragen ging ohne Probleme und die Taschen wurden (zum ersten Mal) genäht. Nun sollte der Rock gekräuselt werden. Ich habe leider kein Framilon bekommen und mir in letzter Minute noch die Ostertage retten können indem ich ein Stück von Isabell bekommen habe. Ich habe Framilon vorher nie verwendet, hatte aber keinerlei Bedenken. Angenäht dann jedoch…. Ein Zelt von einem Rock…. Es hat trotz Ziehen beim Annähen wirklich so gut wie gar nicht gekräuselt. Leider hab ich dann eine wirklich doofe Entscheidung getroffen: noch ne Lage Gummiband oben drüber… und äh…. Ach Mist!!
Mal abgesehen davon, dass ich nun merkte, dass ich das Oberteil hätte verlängern müssen (musste ich eigentlich noch nie und hatte das daher gar nicht auf dem Schirm), ist der Rest eine Katastrophe.
Noch dazu fühlt sich das verwendete Gummi beim Tragen ganz fies an, obwohl es eigentlich so eine weiche Beschichtung hatte (Unterwäschegummi).
Die Taschen sind das nächste Problem. Auch hier zeigt sich der Jersey zu dünn, die Taschen schauen richtig doll hervor und stehen starr ab.
Halb aus Einsicht, halb aus Enttäuschung hab ich also zur Schere gegriffen und hab das Monster vom Oberteil entfernt. Weiteres Framilon war nicht vorhanden, aber ich wollte dem Stoff eh keine neue Chance für dieses Kleid geben. Da ich den Kragen aber ganz gelungen fand, wollte ich wenigstens das Oberteil retten und hab aus dem viel zu kurzen Ding mit Stoffresten noch ein tragbares Shirt gemacht. „Tragbar“ ist nicht gerade ein Kompliment an mein Shirt, aber es sitzt unter den Armen nicht optimal. Hier weiß ich allerdings wieder nicht, ob ich etwas falsch gemacht habe (Ärmel vertauscht? Eigentlich ja nicht….) oder ob der Schnitt das so hergibt.
Ich werde es erneut versuchen, irgendwann… Ich muss allerdings erstmal herausfinden was ich falsch gemacht habe, vor Allem mit dem Rock und den Ärmeln. Und dann mag ich unbedingt alle Kragenvarianten ausprobieren, da finde ich ja eine schöner als die andere.
Ach und vielleicht kann mir noch jemand Tipps mit dem Kragen geben. Ich habe ihn mit der Overlock angenäht und dann oben noch mal gecovert. Liegt ungetragen auch super schön an, aber getragen zieht er sich dann etwas nach oben und wirft Falten. Sieht man auf dem Rückenbild gut.
Was habt ihr da gemacht? Unten auch festgenäht? Das gleiche Problem hatte ich bei meiner Toni auch schon und würde ich ungern noch einmal wiederholen… Also für alle die Moneta schon mal genäht haben: ich wäre sehr dankbar für jegliche Tipps. (Gerne auch zum Rock oder den Ärmeln)
Während ich blogge, bereitet der Mann gerade den Grill vor und wir werden den letzten Urlaubstag draußen genießen. Hach, was freue ich mich auf all die kommenden Frühlingstage.
Me Made Mittwoch #19 – drittes Sorbetto Top
Heute habe ich hin und her überlegt, ob ich meinem neuesten Werk einen post widme oder nicht.
Aber warum nicht auch mal berichten, wenn von vorne bis hinten alles schief läuft.
Der Plan: ein schnelles Sonntag-Nachmittags-Projekt nur für mich. Nachdem ich nun bis zum Nachmittag nur Geschenke für andere genäht habe, wollte ich mir selber noch eine kleine Freude machen. Ein kleines schnelles Erfolgserlebnis. Und womit belohne ich mich selbst am liebsten? Mit (selbstgenähten) Klamotten natürlich. Ein Sorbetto-Top sollte es werden. Hab ich ja schließlich schon zweimal genäht (und hier und hier gezeigt), sollte also keinerlei Problem darstellen.
Die Durchführung: von Anfang an war der Wurm drin. Ein Schnäppchen aus der Stoffabteilung des blauen Kaufhauses: ein sehr schickes edles Stöffchen. Die Zusammensetzung weiß ich leider nicht, da es ein Reststück war und keine weitere Info als der Preis angegeben war.
Beim Zuschneiden fiel es schon etwas schwer zu verhindern, dass sich dieser Stoff komplett verzieht. Er ist außerdem ziemlich durchsichtig. Macht ja nichts, dachte ich erst, man kann ja ein Shirt drunter ziehen. Dass hier aber noch ein weiteres Problem vorhanden war, merkte ich dann als ich die Sorbetto-typischen Falten legen wollte. Nicht nur, dass sich die Falten überhaupt nicht legen lassen wollten (soooo glatt und flutschig war der Stoff, er wollte überhaupt nicht liegen bleiben, nicht mal kurz bis zum Abstecken), das größere Problem war hier, dass es mir überhaupt nicht gefallen hat wie die diversen Lagen durchschienen, das sah irgendwie „schmutzig“ aus. Man sieht es hier nur etwas:
Ich habe daher ein zweilagiges Top genäht, ein schwarzer Stoff wurde mit vernäht.
Weitere Materialien: der nächste Flop. Eigentlich hatte ich super schönes schwarzes Satin-Schrägband, aber das hätte leider nicht für das komplette Top gereicht. Eingefasst wurde es daher komplett mit 08/15-Baumwollschrägband, das sich leider extra-sperrig verhielt. Beim Vernähen hatte ich schon kein gutes Gefühl. Es fühlte sich einfach nur hart und unschön an. ich weiß leider nicht mehr woher ich es habe und welches ich somit zukünftig meiden sollte. Es kam also wie es kommen musste: Der Ausschnitt schmiegt sich keineswegs schön an, er ist wie auch die Ärmel eher steif und sperrig.
Das Ergebnis: Tragbar, aber leider kein Lieblingsstück. Voller Stolz werde ich dieses Top nicht tragen. Hier wurde es trotzdem ausgeführt (kleiner insider-Tipp für Monika: Waldkircher Wiesen, aber das nächste Mal gibt es wieder ein Heimat-Bilderrätsel für dich ;))
Träger und Puppe zeigen sich heute beim Me Made Mittwoch
Me Made Mittwoch #18 – Pullover McCall’s 6992 (Weiss)
Nach dem Schnittmuster McCall’s 6992 lag dieser Pullover nun schon eine ganze Weile zugeschnitten rum, aber die Fertigstellung erfolgte nun erst. Und direkt danach hab ich mich gefragt warum ich bloß so lange gewartet habe. Das Nähen dieses Schnittes ist sehr unkompliziert, meine erste Version habe ich hier bereits gezeigt. Genau das richtige für einen Nähabend mit sehr begrenzter Zeit. Und das Ergebnis freut mich total, ich hätte nicht gedacht, dass mir die Kombi Weiss und Grau dermaßen gut gefällt.
Auf den Me Made Mittwoch freue ich mich heute besonders. Da ich frei habe, bleibt mir heute viel Zeit ausgiebig bei euch allen zu stöbern.
Me Made Mittwoch #17 – Goodbye Winter, Welcome Spring (besticktes T-Shirt)
Am Wochenende gab es im Schwarzwald einen fulminanten Start des ersehnten Frühlings. Bei warmen Sonnenstrahlen durfte die Jacke endlich daheim bleiben und passend zu diesen Temperaturen gibt es ein neues T-Shirt. Mit den kurzen Ärmeln soll es gleichzeitig ein „Hallo“ an den Frühling, mit der Stickdatei aber auch ein „Adieu“ an den Winter ausrufen. Schließlich weiß ich alle Jahreszeiten durchaus zu schätzen. Denn so ganz ohne Schnee ist des alles auch nichts und die Freude auf den Frühling ist umso größer wenn man vorher ordentlich gefroren hat.
Der Schnitt ist wieder „Creative Workshop 303“ von Ottobre. Perfekt tailliert und dennoch locker anliegend und auch an den Armen spannt aber flattert auch nichts – diesen Schnitt mag ich wirklich sehr gerne.
Und hiermit wird es Zeit mich mal wieder beim Me Made Mittwoch blicken zu lassen.
Me Made Mittwoch #16 – Let it snow! (Riley von Pattydoo)
Und schon wieder hab ich mir einen neuen Lieblingspulli zugelegt, nach dem Schnittmuster Riley von Pattydoo. Den melierten Blauton dieses Sweats fand ich total toll und der Kombistoff dazu war schnell gefunden. Von der Stickdatei bin ich richtig begeistert, die Farbzusammenstellung hat wirklich Spaß gemacht.
Sowohl den Riley, als auch mein bisheriges Standardschnittmuster kapuziert4us von leni pepunkt, hab ich nun schon in Serie genäht. Zwei Rileys hab ich bereits hier gezeigt, und kapuziert.4us gab es für mich in Blau, Currry, Weiss und Braun
Zeit für mich nun endlich alle ungeliebten schon jahrelang getragenen, aber längst nicht mehr geliebten Kaufpullis zu entsorgen. Aber auch:
Zeit für mein Fazit, ein kleiner persönlicher Vergleich beider Schnittmuster:
Bei der Anleitung siegt haushoch der kapuziert4us. leni peppunkt zeigt Schritt für Schritt im ebook was zu tun ist. Und als ich vor knapp einem Jahr den ersten Pullover genäht habe, hatte ich diese auch wirklich nötig. Pattydoo hingegen liefert das Schnittmuster, aber die Anleitung gibt es nur für die Kapuze, die Kängurutasche, und eine Aplikationsanleitung. Die weiteren Schritte zeigt sie in 2 anderen Schnittmustern die sie zuvor herausgebracht hat. Eines davon ein Kinderschnittmuster. Da ich diese nicht gekauft habe, war ich alles andere als erfreut über diese Info. Ein Video hingegen zeigt die komplette Anleitung, aber irgendwie hätte ich lieber durch ein ebook geblättert um nur die Infos mitzunehmen, die ich tatsächlich benötige. Beim Video war das nicht so praktisch. Und wenn ich einen Schnitt nach einer längeren Zeit noch mal mache, schaue ich auch lieber noch mal kurz auf die Seiten bei denen ich mir unsicher war, statt erneut ein ganzes Video anzuschauen. Ansichtsache, aber mir gefiel es gar nicht, ich hätte mir gewünscht, bzw. wirklich erwartet, dass sie die komplette Anleitung in dieses ebook packt. Gerne auch für nen Euro mehr…. Dafür ist aber die Anleitung super verständlich, auch für Anfänger.
Schnitt / Sitz: Zwar muss ich den Riley in einer stolzen 42 nähen, wo ich eigentlich eine 38 bin, aber ansonsten gefällt mir dieser Schnitt mittlerweile wesentlich besser.
Die Kapuze von lenipepunkt gefiel mir eigentlich nie, da sie so riesig ist. Ich hatte dadurch auch ständig Probleme damit sie ordentlich zu legen. Leider hab ich mich nie getraut sie selber anzupassen. Auch weil ich befürchtet habe, dass sie später unförmig aussieht oder nicht mehr in den Halsausschnitt passt. Die Riley-Kapuze ist viel dezenter und gefällt mir sehr gut.
Hier gibt es auch eine Anleitung für das Anbringen für Ösen und Kordeln. Das macht gleich viel mehr her.
Für die Ärmel gibt es beim Riley mittlerweile eine Anpassung, die auch zwingend nötig ist. Ich habe wirklich keine dicken Arme, aber trotzdem passe ich nicht in die Originalgröße. Meine Anpassung ist jedoch nach der Anleitung von Nina gemacht, da der Zusatzdownload auf der Seite von pattydoo anfangs noch nicht angeboten wurde. Ihre Originalversion ist jedoch auch nur auf Jersey ausgelegt, das macht dann evtl den entscheidenen Unterschied.
Beim kapuziert4us sind die Arme schon auch sehr eng anliegend, passt aber grad noch. Die Ärmelbündchen sehen beim Riley etwas „erwachsener“ aus, die Variante gefällt mir mittlerweile besser als die sehr langen Bündchen des kapuziert4us
Bei den Taschen steht es 1:1. Eigentlich finde ich die Lösung von lenipepunkt schöner, aber so richtig komplett passen meine Hände da nicht rein. In die Känguruhtaschen des Rileys kann ich die Hände komplett vergraben. Das Annähen der Kängurutasche ist zudem einfacher.
Insgesamt gewinnt für mich der Riley, den ich von nun an zu meinem Standard-Pullover-Schnitt küre.
Mein Fazit wandert nun zum Me Made Mittwoch
Ein Riley kommt selten allein
Pullover nähe ich zur Zeit am Liebsten. Weil ich dringend welche brauchte, weil ich weiß wie es geht und weil ich mittlerweile Übung drin habe, was man dann später auch am Ergebnis sieht. Keine blöden Fehler mehr, die ich verstecken muss. Und schon länger hatte ich vor auch mal den Riley von Pattydoo zu nähen. Einen Riley im Mini-Sternemuster wollte ich auch haben, nachdem ich die Version von Nina gesehen, vor Allem aber den Stoff gefühlt habe. Super-kuschelig-weich. Lange gab es den Sweat bei uns nicht mehr zu kaufen, aber nachdem ich ihn dann online entdeckt habe, wollte ich nicht länger warten.
Der erste Riley hat direkt super geklappt. Und kaum war er fertig, da habe ich noch voller Tatendrang den zweiten zugeschnitten.
Da der Stoff (diesmal ein Coupon vom Stoffmarkt) leider nicht ganz gereicht hat, hab ich einfach improvisiert und einen Riley mit kurzen Ärmeln genäht.
Ich werde weitere nähen. Allerdings habe ich mittlerweile die A-Linie etwas aus dem Schnittmuster entfernt. Man sieht es auf dem blauen Riley nicht, aber er ist etwas komisch ausgestellt, wenn man ihn ohne Bündchen näht.
Diese beiden wandern jetzt erstmal zu RUMS
McCall’s-6992, die Zweite (Türkis-Schwarz)
Zwei Wochen nach meinem ersten Versuch mit dem Mc Call’s 6992 gibt es die angekündigte zweite Version. Ich habe mich wieder an Version E gehalten, hab jedoch diesmal Experimente mit der Spitze gemacht. Nur an den Ärmeln sind zwei kleine Details eingearbeitet. Klein aber fein wie ich finde und perfekt für Spitzen-Reste:
Der Pulli ist wirklich einfach und schnell zu nähen. Version C möchte ich auch noch ausprobieren, das nächste Mal also nur sportlich.
Verlinkt bei RUMS
Me Made Mittwoch #14 – Pullover McCalls’s 6992 (Grau-Schwarz)
Zum ersten Mal präsentiere ich heute keinen gemütlichen Hoodie in der ewig gleichen Variante. Ich brauchte nämlich viel dringender einen Pullover der sich auch zu einem etwas schickeren Anlass sehen lassen kann. Gleichermaßen fürs Büro oder auch für den Restaurantbesuch sollte er taugen. Beim Durchstöbern im Netz hab ich mich dann schockverliebt in diesen Pullover.
Und eigentlich war auch ziemlich schnell klar, dass es nicht nur das Schnittmuster sein muss, sondern eigentlich auch direkt ein kompletter Zwilling:
Die Stoffkombination fand ich unglaublich schön und so hab ich diesmal ausnahmsweise nicht mit Farben herumexperimentiert, sondern genau die Farben gekauft die ich für diesen Zwilling brauchte.
Nach meinen Messungen und der Tabelle auf dem Schnittmuster bin ich Größe 14. Das kam mir zwar arg groß vor, aber ich wollte natürlich keinerlei Risiko eingehen.
Zum Ergebnis würde ich sagen, dass 12 wahrscheinlich doch gereicht hätte. Vor Allem die Arme könnten eine Nummer kleiner und auch eine Nummer kürzer sein.
Die nächste Variante wird angepasst. Und wer mich kennt weiß, dass diese natürlich bereits zugeschnitten auf dem Tisch liegt und auf eine Fertigstellung wartet
Nina hat passende Fotos auf dem Stoffmarkt gemacht. Hier wurden sogar noch zwei weitere Stoffe für eine dritte Version gekauft.
Jetzt zeig ich aber erstmal stolz dieses Ergebnis beim Me Made Mittwoch. Gastbloggerin Anni ist dort heute auch mit einem Pullover vertreten.
Me Made Mittwoch #13 – Carmine von Cake Patterns
Ein neu entdeckter Schnitt von Cake Patterns: Carmine. Diesen Schnitt hab ich an Isabell gesehen und fand ihn gleich total süß. Ihre Version aus einem superweichen Jersey ist wirklich toll geworden. Leider wusste sie nicht mehr woher sie diesen tollen Stoff hat, aber ich hatte auch schon vorhandenes Material im Kopf. Dunkelblauer Sweat sollte es werden.
Zur Anleitung muss ich sagen, dass ich trotz guter Englischkenntnisse froh war, dass Isabell bei meiner Umsetzung da war und mir helfen konnte. Ich fand nicht, dass es in der Anleitung auf einfachstem Wege erklärt wurde. Ein Hoch auf das gemeinsame Nähen: Ich musste gar nicht erst versuchen die Anleitung trotzdem zu verstehen und konnte den bequemen Weg gehen: Alles erklärt und direkt am Stoff gezeigt von Isabell. Dankeschön!!
Ich musste dann übrigens im Nachhinein zugeben: war alles ganz einfach! Dreieck an Ärmel nähen, Ärmel zunähen, Kreis zusammennähen, Kreis an Ärmel nähen. Fertisch.
Ein Dreieck für mehr Bewegungsfreiheit unterm Arm war übrigens neu für mich. Aber wieder was gelernt und auch hier: es sah kompliziert aus, war aber eigentlich einfach.
Die Ärmel habe ich übrigens verlängert. Dreiviertel-Ärmel sind vorgesehen, aber ich wollte die Winter-Variante haben. Die Bündchen hab ich weggelassen und stattdessen einfach gecovert.
Bei der Anprobe hab ich fast die gleichen Erfahrungen wie Isabell gemacht: Hier zuppeln, da zuppeln, einfaches Überwerfen ist nicht möglich. Aber wenn das Jäckchen erstmal sitzt, bin ich sehr zufrieden. Der Sweat sorgt übrigens für einen schönen Sitz: Alles bleibt da wo ich es hingezuppelt habe.
Statt eines Knopfes hab ich Kam Snaps verwendet. Zur Sicherheit gleich mal drei.
Und wer jetzt denkt ich hätte bereits das passende T-shirt für drunter im Kleiderschrank gehabt: Pustekuchen. So sehr ich alles auf den Kopf gestellt habe: kein einziges Shirt passte auch nur annähernd zur Jacke. Und das ist dann wieder der Moment wo ich soooo sehr genieße, dass ich jetzt nicht durch die Stadt laufen muss und nach etwas passendem suchen muss.
Ich wollte doch eh schon längst das Ottobre Schnittmuster „Creative Workshop 303“ ausprobieren. Liegt doch schon seit Monaten ungenutzt im Regal.
Und tadaaa:
Eng anliegend musste es sein, da alle vorher probierten locker sitzenden Shirts fiese Falten unter der Jacke warfen. Leider genau in der sichtbaren Schulterregion. Mit dem Schnittmuster hatte ich keine Erfahrung, ich konnte nur hoffen, dass dieses besser sitzen wird als meine gekauften Shirts. Ich habe die Version mit kurzen Ärmeln und „O“-Ausschnitt gewählt. Etwas verlängert hab ich es. Ich mag es, wenn ich mich noch strecken kann und trotzdem nicht im Freien stehe. Es passt und wirft keinerlei blöde Falten an besagter Stelle. Auch der Stoff hat überzeugt: ein recht hochwertiger Jersey aus dem örtlichen Stoffladen. Eigentlich ja für den Mann gekauft, aber zum Glück in ausreichender Menge, der Rest müsste noch für ein Männershirt ausreichen. Das probier ich dann auch ganz bald. (Jaja, wirklich versprochen)
Dies aber erstmal wieder nur für mich 😉 und ich zeig mich damit beim Me Made Mittwoch
Me Made Mittwoch #12 – Pullover von Leni Pepunkt (Weiss)
Mal wieder ein Pulli und auch wieder nach altbewährtem Schnitt (kapuziert4.us / Leni Pepunkt), aber das Nähen geht halt so toll und einfach von der Hand, wenn die Größe bekannt ist und der Schnitt einfach zufrieden stellt. Sowohl den Stricksweat als auch den weißen Sweat hab ich von Stoff & Stil und die Qualität hat mich absolut überzeugt. Von innen richtig schön weich, genau das was man bei den derzeitigen Temperaturen braucht.
Neben dem Heißluftballon zieren auch noch 2 Schmetterlinge den Pullover. Diese verdecken eigentlich einen Unfall. Nachdem sich beim Taschen nähen zuviel Stoff in der Overlock verfangen hatte (jaja, ich sagte gerade noch, dass alles so schön einfach von der Hand geht, ich weiß…) musste ich alles noch mal auftrennen, aber der Teil der sich verfangen hatte, wies sichtbare Löcher auf. Da ich mangels genug Stoff gar nicht noch mal neu hätte anfangen können, grübelte ich lange wie sich das verdecken lässt. Aber ein Stück Vlies auf der Rückseite und die Schmetterlinge (per Hand aufgenäht) waren eine Lösung mit der ich sehr gut leben konnte.

Stickdatei: Urban Threads
Ein gewolltes feature jedoch waren meine krämpelbaren Ärmel. Eine gekaufte Sweatshirtjacke hat bewiesen, dass Weiß nicht unbedingt die dankbarste Farbe für einen Pullover ist. Vor allem jedoch die Ärmelbündchen wollen partout nicht mehr richtig reinweiß werden. Um genau das zu vermeiden, habe ich die Ärmelabschlüsse blau enden lassen.
Ach und hier zum eigentlichen feature:
hoch gekrämpelt ist noch viel mehr blauer Stoff sichtbar. Das gefällt mir richtig gut.
zu guter Letzt noch ein Bild der Kapuze….
…..uuund ein großes Dankeschön an Nina, die diesmal die Fotos von mir gemacht hat. Sie hat mich übrigens auch dazu inspiriert demnächst mal den „Riley“ auszuprobieren. Ich halte euch auf dem Laufenden.
Verlinkt beim Me Made Mittwoch
Me Made Mittwoch #11 – McCalls Strickjacke (6996)
Schon im April suchte ich in diesem Beitrag nach einem Schnittmuster für ein Jäckchen / Cardigan. Ein paar in Frage kommende Schnittmuster habe ich auch gefunden, aber so richtig gefunkt hat es nicht. Das war anders, als ich den McCalls’s Schnitt 6996 gesehen hab.
Diesen Schnitt muste ich unbedingt haben. Den ersten Versuch habe ich mit Stoff aus dem Bestand genäht. Vom letzten Stoffmarkt hatte ich noch blauen Strickstoff da.
Der Stoff war zugleich Segen als auch Fluch. Beim Zuschneiden musste ich extrem genau aufpassen und alles wiederholt zurecht legen, denn neben dem Strickmuster war auch immer wieder ein Streifen Bündchenstoff eingearbeitet (ist mir beim Kauf ehrlich gesagt gar nicht wirklich aufgefallen, es war ein typischer Coupon-Kauf auf einem riesigen Berg Stoffe).
Das Bündchen hatte zufolge, dass der Stoff nicht einfach gerade und flach ausgelegt werden konnte. Die Platzierung der Schnittteile musste ebenso genau ausgewählt werden. Ich habe etwas Stoffverlust in Kauf genommen, damit ein Bündchenstreifen genau an der Taille platziert werden konnte. Der Plan ging auf, die Jacke hab ich hier auf dem Bild ohne Gürtel getragen und trotzdem liegt der Stoff an der Taille schön eng an.
Für die nächste Jacke werde ich dünnen Sweat versuchen und eine Variante die im Schnittmuster eigentlich nicht vorgesehen ist: Den Gürtel werde ich weg lassen und stattdessen Knopflöcher einarbeiten.
Nun werde ich erstmal zurück zum Me Made Mittwoch und neue Inspirationen holen.
Sorbetto No. 2 (Schnitt von Colette Patterns)
Ich habe mich an einem zweiten Sorbetto Top versucht. Diesmal mit einem ultraleichten Stöffchen vom KBC Fabrikverkauf. Hier schon einmal mit sehr steifer Baumwolle zu sehen. In einer Nummer kleiner (Gr.8) und locker fallendem Stoff bin ich nun sehr zufrieden mit der Passform:
Nun bin ich völlig begeistert. Gerade mal 2 Schnittteile und alles bequem mit dem Schrägband versäubern – das ist sehr entspanntes nähen. Ich habe schwarzes Satinband genommen und das Ergebnis ist wirklich schick geworden.
Da man den Stoff nicht so richtig schön erkennt: hier ein Ausschnitt:
Verlinkt bei RUMS
Tiramisu mit Sorbetto (Sorbetto Top und Tiramisurock)
Heute ist es noch mal sommerlich. Aber wie es ausschaut, sollte die Herbstproduktion nun langsam eingeleitet werden.
Ich habe mich am Top „Sorbetto“ von Collete Patterns versucht.
Da ich das Top jedoch aus einem sehr festen Stoff genäht habe, ist es sehr groß ausgefallen und stand sehr breit von mir weg. Ich musste es recht doll verschmälern. Nun ist es immer noch recht störrisch, aber wenigstens auf Figur geschnitten.
Ein nächster Versuch wird auf jeden Fall aus einem leichten, dünnen Stoff, dann legt dieser sich sicher auch schmeichelnder um die Taille.
Dafür war das Vernähen bei der festeren Baumwolle recht entspannt und ich konnte den Stoff auch noch zusätzlich besticken.
Der eigentliche Grund des Tops war ja mein Tiramisurock.
Schon lange stand auf meiner Wunschliste das Tiramisu-Kleid von Santa Lucia Patterns. Wie auf dem Cover des Schnittmusters wollte ich es unbedingt mit einem Streifenstoff versuchen, da ich das Muster das sich ergibt so toll finde. Der einzige Streifenstoff der noch im Bestand war, reichte jedoch leider nicht mehr für das gesamte Kleid, daher gab es dann erstmal nur einen Tiramisu-Rock.
Gefällt mir jedoch auch sehr gut. Und für die ständig wiederkehrende Frage „waszieheichbloßdazuan???“ habe ich das Oberteil in gleichen Farben genäht.
Ich sollte öfter zwei zusammenpassende Kleidungsstücke nähen.
Heute zeige ich mich damit bei RUMS.
Badenixen Sew Along – Finale der Herzen
Mit meiner Badeshorts wurde ich nicht pünktlich zum Finale fertig. Zum Finale der Herzen wollte ich es jedoch schaffen, was mir auch größtenteils gelungen ist. Nur zum größten Teil daher, weil ich den eigentlichen Praxistest im See nicht durchführen konnte. Als die Hose fertig war, meinte es das Wetter überhaupt nicht mehr gut mit mir. Das Seewetter wollte sich partout nicht zeigen. Einen kleinen Praxistest hab ich aber dennoch durchgeführt.
Zuerst jedoch habe ich mir eine Probehose genäht, denn der eigens für die Badeshorts bestellte Supplex war begrenzt, da ich schließlich noch nicht wusste, ob er mich überzeugt.
Meine Probeshorts habe ich aus reiner Baumwolle genäht. Ich habe Stoffe und Zubehör trotz „Probeteil“ sorgsam ausgewählt, denn ich wollte die Hose gerne als Freizeithose verwenden insofern sie gut wird. Aus der Burda 6/2014 habe ich das Modell 116A genäht. Das war nicht das zuvor gezeigte Modell, denn das bestand aus 2 Farben und ich hatte nur eine parat. Und obwohl rosa sujuti mir eigentlich den entscheidenen Tipp gegeben hat (Schnitt besser verschmälern, er sitzt recht weit), habe ich leider im Moment des Abzeichnens und Zuschneidens nicht mehr daran gedacht und das Original genau wie im Schnittmuster übernommen. Es gab zwei Dinge die mich nicht ganz überzeugt haben: Zum einen die Länge: Irgendwie kam mir die Hose in der Abbildung der Zeitschrift länger vor. Das andere war die Größe. In der Burdawelt habe ich laut Maßtabelle exakt die Größe 42 (in meiner Welt eigentlich die 38). Als die Hose fertig war, musste ich jedoch feststellen, dass ich mich darauf wirklich nicht verlassen konnte. Die Hose war viel zu weit. Da es sich hier um einen Gummizugbund handelte, konnte der viel rausholen und ich kann die Hose trotzdem tragen. Aber komisch fand ich es schon, dass ich anscheinend weder meiner eigenen Größe noch der Burda-Maßtabelle trauen kann. Also vormerken: die eigentliche Badeshorts nur noch eine Nummer größer zuschneiden. Den Bund habe ich noch etwas verschmälert, da ich leider kein 6cm breites Badegummi vorrätig hatte (und auch weder bei Sewy noch bei Wien 2002 gefunden habe). Ich habe 3cm breites Wäschegummi verwendet. Hier ist das Ergebnis:
Für daheim für mich absolut tragbar.
Für die eigentlichen Badeshorts galt es nun jedoch ein paar Änderungen vorzunehmen. Ich wollte die Hose verlängern und auch schmaler haben. Im Endefekt bin ich dann weg vom Schnitt der Sport-Shorts und habe einfach den Schnitt der Cargo-Shorts genommen, den Gürtel und die aufgesetzten Taschen weggelassen und dafür noch einmal die Taschen des vorigen Schnittes verwendet.
Ach ja und dann fehlt noch die Erläuterung meines Praxistests. Der fand unter der Dusche statt. Der Stoff fühlt sich im nassen Zustand richtig angenehm an. Er trocknet auch recht gut wieder. Einziges Manko: die Taschen plustern sich bei Nässe extrem auf und eine weitere hose würde ich wohl ohne Taschen nähen. Ansonsten bin ich sehr glücklich damit, zumal dies auch meine ersten genähten Hosen waren und es sehr gut geklappt hat.
Meine Bikini-Varianten werde ich auch noch fertig nähen. Die Nähzeit ist immer noch sehr begrenzt, aber bis zum Urlaub hab ich noch ein wenig Zeit, das wird machbar.
Hier geht es direkt zum Finale der Herzen von Faden verloren.
Langzeitprojekt – Pullover von Leni Pepunkt
Dieser Pullover ist ein richtiges Langzeitprojekt. Nicht etwa weil er aufwendig zu nähen wäre.. ich habe ihn schon zwei mal genäht und hier und hier gezeigt. Der Schnitt hat mir nach dem ersten Mal so gut gefallen, dass ich unbedingt Wiederholungen wollte. Gleich zu Anfang habe ich mir also Sweat in verschiedenen Farben bestellt. Unter anderem diesen braunen. Und wie bei den anderen Pullis wollte ich auch hier mit einem Muster-Jersey kombinieren der richtig toll zum Hauptstoff passen sollte. Aber hier ging das Dilemma los. Unzählige Stoffläden und sogar einen Stoffmarkt später, habe ich immer noch keinen braunen Jersey mit Motiv gefunden. Es gab nur eindeutige Kindermotive. Viele Wochen später kam dann der Hamburger Liebe Stoff „Fly feather“ heraus und mit ihm auch der „Fly bird, fly“. So schnell konnte man gar nicht zuschauen wie ich den bestellt habe, als ich gesehen hab, dass es den auch in Braun gibt. Als er endlich da war und ich alles zugeschnitten habe, konnte ich jedoch noch immer nicht losnähen, denn ich wollte unbedingt noch eine Stickerei auf dem Pullover. Wieder langes Suchen. Eigentlich gibt es ja die Motive von Hamburger Liebe oft auch als Stickerei. Das wäre perfekt, das wollte ich unbedingt. Aber leider gab es sie nicht. Auch keinerlei Hinweis darauf, dass es sie noch geben wird. Googeln und sogar eine direkte Anfrage dort brachte leider keinerlei Antworten. Also hab ich es einfach ausgesessen. Und irgendwann (wieder Wochen später) dann die erlösende Nachricht (im feedreader): Die Stickereien sind da!! Juhu. Die Freude werte erst mal nur kurz, denn die Vogelmotive gab es nicht in der 10X10 Version. Zum Glück hat sich meine Freundin Isabell kurz vorher eine neue Stickmaschine gegönnt, ich konnte den Vogel bei ihr sticken und so konnte das Projekt weitergehen. Durch die lange Vorgeschichte und die schöne Stickerei freue ich mich noch viel mehr über das tolle Ergebnis.
Heute verlinke ich mich zum ersten Mal damit bei RUMS.
Zwei Schwalben machen noch keinen Sommer (Toni von Milchmonster)
Heute gibt es einen doppelten Lemming-Me-Made-Mittwoch.
Doppelter Lemming daher, weil ich eine Toni zeige und die Toni an sich wurde diesen Monat vom Berliner Nähkollektiv zum Mai-Lemming gekürt. Der Lemmingeffekt wird dadurch verstärkt, dass ich diesmal sogar von Stoff und Motiv so sehr inspiriert wurde, dass ich nicht nur den Schnitt sofort nachnähen wollte. Meine Inspiration für die dritte Toni kommt von Leo Lilie. Vielen Dank für deine Idee, ich finde es wunderbar!!
Me Made Mittwoch #9 – still in love with Toni
Im Moment bin ich jeden Tag umgeben von den wundervollsten Kleidern. Ich kann sie leider nur anschmachten. Ich konnte meinen Freund endlich dazu überreden Mad Men mit mir zu schauen. Ich liebe diese Serie. Ich bin nur bis Staffel 4 gekommen bisher. Bevor nun Staffel 5 und 6 folgen werden, schauen wir zusammen alle bisherigen Folgen nocheinmal. Und am liebsten würde ich all diese Kleider nachnähen. Haargenauso wie sie von Betty und Trudy und Joan getragen werden.
Ich starte aber ersteinmal „klein“ und habe mir eine 60er Jahre Toni genäht.
Ich liebe sie!
Das Kleid ist aus Jersey und ich habe es etwas schmaler zugeschnitten als das letzte. Es lag aber eigentlich daran, dass der Stoff für einen weiter ausgeschnittenen Rock nicht gereicht hätte. Die Weite passt aber sehr schön zu dem Stil. Den Kragen habe ich zuerst auch aus Jersey zugeschnitten. Heieiei… Es wollte einfach nicht klappen. Nach 2 Versuchen habe ich es aufgegeben. Der feste Stoff sieht auch gleich viel schöner aus. Die linke Jersey-Variante liegt nun in der Tonne, die rechte schmückt meinen Hals.
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Me Made Mittwoch #8 – Verliebt in Toni
Heute starte ich mal zuerst mit dem Ergebnis:
Schon so viele Tonis habe ich hier gesehen, und obwohl ich den Schnitt glaub ich in der Minute des Erscheinens sofort bestellt habe, lag es jetzt ganz schön lange rum. Was im Nachhinein erst recht nicht mehr nachvollziehbar ist, wenn man bedenkt, dass mir auch direkt klar war welcher Stoff hier unbedingt vernäht werden muss.
Wieder mal ein ebook also. Nähtechnisch nicht soooo anspruchsvoll, das geb ich ja zu. Es ist einfach zu verlockend mit Hilfe solch genauer Anleitungen in kürzester Zeit ein Kleidchen anzufertigen.
Hinzu kommt, dass ich ja immer noch diese Schnittmuster-Übertragungs-Phobie habe. Ich weiß – wenn man erst mal drin hockt im Linienwirrwarr soll es gar nicht mehr so schlimm sein. Aber da meine Nähzeit eh schon immer so begrenzt ist, freue ich mich über Ausdrucken, Ausschneiden, Auflegen, wieder Ausschneiden, Loslegen. Dass das nicht auf ewig so weiter gehen kann, zeigen mir all die schönen Schnittmuster die ich ja außerdem besitze und die selbstverständlich auch bald mal an die Reihe kommen wollen. Z.B. das Kleid der heutigen Gastgeberin Julia beim Me Made Mittwoch.
Bei diesem ebook war ich sehr positiv überrascht: Ich war begeistert wie liebevoll es gestaltet wurde. Mit all den Varianten (Rockweite und diverse Ausschnittvarianten und Ärmellängen), wird jede Abwandlung ganz ganz toll beschrieben und es wurde zudem grafisch richtig hübsch aufbereitet (Ja, mir ist sowas tatsächlich wichtig. Mein Auge ist da beruflich „vorgeschädigt“ und freut sich wie Bolle über solche Details).
Für meine erste Toni habe ich das Basiskleid mit V-Ausschnitt, 3/4-Ärmel plus Taillenbündchen gewählt. Wobei ich ein wesentlich schmaleres Taillenbündchen genommen habe und dies auch noch um einiges tiefer angesetzt habe als markiert. (Bei einigen Nähbeispielen die auf der „Das Milchmonster“ facebook-seite zu sehen waren landete dieses Bündchen direkt unter der Brust, für mich sollte es definitiv mehr „Taillen“bündchen sein.) Statt Bündchenstoff gab es bei mir eine weitere Farbvariante des Anker-Jerseystoffes. Für meine Größe wird empfohlen das Kleid um 3 cm zu verlängern. Da ich jedoch schon viele Tonis begutachten konnte und ich definitiv eine „kurz-über-dem-Knie-Toni“ haben wollte, hab ich es um ganze 13 cm verlängert.
Die Größentabelle hat mich übrigens bei einer 40 eingeordnet. Das Erst-Ergebnis hat allerdings gezeigt, dass ich bei einer 38 besser aufgehoben wäre, ich hab ganz schön was wegnehmen müssen. Aber nicht dass mich das stören würde, nach einer kleineren Größe fragt man ja auch in der Umkleide wesentlich lieber 😀
Toni und ich – das wird auf jeden Fall etwas für länger…..
Me Made Mittwoch #7 – Sommertop von allerlieblichst
Nach dem plötzlichen Frühlingsausbruch in der letzten Woche hatte ich kurzerhand einen panischen Anfall von „Ichhabnichtsanzuziehen“
Vom letzten Stoffmarktbesuch hatte ich diesen schönen gestreiften Jersey den ich bestickt und zu einem Sommertop verarbeitet habe.
Der Jersey ist richtig weich und vor Allem blickdicht. Das war mir wichtig, denn es gibt so viele Jerseys bei denen man gezwungen ist zwei Tops übereinander zu ziehen, weil man sonst komplett durchschauen könnte.
Ich freue mich über das „i-tüpfelchen“ – das Stickmotiv. Das nächste Top liegt schon fertig bestickt und zugeschnitten auf dem Nähtisch.
Die Jacke auf dem zweiten Bild ist übrigens nicht selbstgenäht. Aber genau so eine würde ich mir gerne demnäschst selber nähen. Wer also Tipps für mich hat… Ich freu mich über jeden Schnittmustervorschlag. Allerdings soll es keine dieser „zweiminutenjacken“ werden bei der dafür geworben wird, dass man kaum nähen muss und bei der man das dann auch deutlich sieht. Ich möchte nähen und sie soll auch nicht so klobig und von hinten wie ein rundes Etwas aussehen… wer die mal gesehen hat, weiß wahrscheinlich wovon ich rede.
Jetzt geh ich zunächst mal beim MeMadeMittwoch stöbern, vielleicht finde ich da ja schon was passendes.
Schnitt: Sommertop von „allerlieblichst“
Stoff: Jerseycoupon vom Stoffmarkt
Stickdatei: „Ahoy“ von Urban Threads
Me Made Mittwoch #6 – Bethioua von Pulsinchen
Was macht die Frau, wenn der Freund am Dienstag Abend beichtet, dass heute Fußball läuft und er das ja eigentlich auch gerne sehen möchte? Sie gibt das Wohnzimmer frei und verkrümelt sich für die Zeit in das Nähzimmer.
Eigentlich nähe ich unter der Woche so gut wie nie, aber ein schnelles Shirt geht auch nach einem späten Feierabend noch. Ein neues Schnittmuster liegt schließlich auch bereits fertig ausgedruckt und ausgeschnitten parat. Also nur noch Stoff ausschneiden und los gehts.
Ich habe die Bethioua von Pulsinchen genäht.
Hier wird erwähnt, dass man besser schon mal ein Shirt genäht haben soll. Hab ich schon und somit kam ich diesmal auch mit kurz gehaltener Anleitung gut zurecht und fix voran. Am Ende war ich mir aber doch nicht sicher, ob ich alles richtig gemacht habe, denn bei mir ist der Halsausschnitt riesig. Sobald ich die Schultern locker lasse und der Arm eben nicht mehr in die Hüfte greift, liegt direkt die Schulter dreiviertel frei. Für die Freizeit völlig okay. Für die Arbeit eher nicht so geeignet.
Ich schau mal was die anderen heute auf dem MeMadeMittwoch präsentieren.
Me Made Mittwoch #4 – Ankerpulli (Schnitt von Leni Pepunkt)
Mein neuestes Werk: ein Pullover.
Man könnte jetzt natürlich meinen, dass mein heutiger Beitrag zum MeMadeMittwoch nix Neues bietet. Pullover. Achso. Hatten wir doch gerade erst. Schnittmuster kennen wir auch schon.
Aaaaaber: für mich gab es ganz viele Gründe vor allen anderen Nähprojekten noch einen weiteren Pullover dazwischen zu schieben, denn:
- Mein Schrank war quasi pulloverlos
- Der letzte Pullover war sofort mein Lieblingskleidungsstück
- Die Passform wie angegossen, oder nee: auf den Leib geschneidert ist wohl die bessere Floskel für eine Hobbynäherin
- und dabei ist er auch noch urgemütlich
- ich wusste bereits wie er genäht wird und musste mich nicht mehr durch Anleitungen wühlen
- Schnittmuster war bereits ausgedruckt, zusammengeklebt und ausgeschnitten (ist ja nicht gerade meine Lieblingsarbeit. Abpausen übrigens auch nicht.)
- Die Farbzusammenstellung für den neuen hatte ich bereits im Kopf als der erste gerade fertig genäht war
- Mein Freund war schon vom ersten begeistert, das spornt natürlich auch an hier noch weitere folgen zu lassen.
Einen Unterschied gibt es dennoch: ich habe zum ersten Mal ein Kleidungsstück bestickt. Kein Gemurkse, keine krummen Versuche (auf das richtige Vlies kommt es halt doch an). Und damit habe ich auch das erste Projekt erstellt in dem gleich 4 Maschinen ihre Arbeit leisten mussten:
Die Overlock durfte natürlich den Pulli nähen
Die Coverstitch habe ich für die Eingrifftaschen und den Saum verwendet.
Die Nähmaschine hat die Kapuze abgenäht.
Die Stickmaschine kam für den Anker und das Papierschiffchen zum Einsatz.
Eigentlich sind dies ja nur Kombimaschinen:
1. Overlock-Coverstitch-Kombi und 2. Näh-und Stickmaschine.
Mittlerweile geht mir das Umbauen von einer zur anderen Funktion so dermaßen fix von der Hand, dass es überhaupt kein Problem ist und ich mich auch nicht davor drücke jetzt eben eine Covernaht zu machen und dann gleich weiter mit der Overlock zu arbeiten.
Auch die Farben der Konen werden wo es nur geht abgestimmt, die Angst vorm Einfädeln war komplett unbegründet.
Stoff und Schnitt wie auch hier schon beschrieben:
Sweatstoff: „marineblau“ von Stoff und Stil
Bio-Jersey: „Whale and Anchor“ von lillestoff
Schnitt: ebook „Kapuziert.4us“ von Leni Pepunkt
Und das Ergebnis des neuen Pullovers: Genauso hab ich ihn mir vorgestellt!! Ich mag jetzt unbedingt noch mehr bestickte Kleidungsstücke haben, das macht wirklich Spaß.
Und der Freund: findet ihn noch besser als den ersten!! Dieser ist jetzt sein Lieblingskleidungsstück (zumindest an mir).
Demnächst muss ich dann mal mein Versprechen einlösen und ihm auch endlich etwas nähen. Steht ja schließlich auch auf der to sew list: „Hoodie für den Freund“.
Jetzt geh ich mal schauen, was die anderen Näherinnen sich auf den Leib geschneidert haben beim MeMadeMittwoch.
Me Made Mittwoch #3 – Pullover „kapuziert4.us“ von Leni Pepunkt
Heute gibt es einen für mich besonderen Eintrag, denn ich habe den ersten Punkt meiner „to sew list“ genäht:
Meinen ersten Pullover
Vor zwei Wochen habe ich bereits nach dem ebook „kapuziert4.us“ ein Sweatshirtkleid genäht. Das lief aber nicht so richtig glatt (ich erinnere an Stoffknappheit, zu kurze Ärmel und die auch nicht im richtigen Farbton, Ausschnitt nicht wirklich so gewollt…) Heute also ein ganz normaler Pullover mit Kapuze. Und das Ergebnis gefällt mir richtig gut. Diesmal lief auch alles wie am Schnürchen. Genug Stoff parat, die Ärmel hab ich richtig schön lang gemacht, die Form passte diesmal von vornherein wie angegossen, die Kapuze war trotz fehlender Kapuzen-Näh-Erfahrung fix angenäht, und ruck zuck war auch der ganze Pulli fertig genäht.
Die Farbkombination gefällt mir auch im Nachhinein noch immer richtig gut. Der Sweat-Stoff in der Farbe „Curry“ ist von Stoff und Stil und innen unglaublich warm und weich. Kombiniert mit dem Jersey „Maritim Dots“ von Lillestoff.
Für die Taschenfassung war dieser Jersey allerdings zu dünn, da der hier ganz schön gedehnt werden musste. Ich habe ihn einfach mit Ripp-Bündchen verstärkt.
Ich möchte nun unbedingt mehr davon, den werde ich sicher noch in mehrfacher Ausführung nähen. Evtl auch einmal mit Känguruh-Taschen.
Ich zeige mich heute wieder beim MeMadeMittwoch und weitere fleißige Näherinnen gibt es hier
Me Made Mittwoch #1 – Raglankleid von allerlieblichst
Heute bin ich zum ersten Mal dabei beim Me Made Mittwoch.
Der Grund ist ganz banal. Zum einen ist mein Blog noch gar nicht so alt, aber der eigentliche und wesentliche Grund ist: Ich habe jetzt erst mein erstes Kleidungsstück genäht.
Mit meiner „normalen“ Nähmaschine habe ich bisher nur einen ganz leichten Rock genäht, das zählt nicht richtig 😉
(und den kurzen Versuch am Weihnachtskleid Sew Along teilzunehmen können wir hier auch noch nicht mitzählen, das Kleid wartet noch immer auf die Fertigstellung)
Hier also „Kleid in Vollendung, die Erste“:
Der Schnitt ist das „Raglankleid“ nach dem ebook von allerlieblichst.
Die ebook-Variante hat es mir etwas leichter gemacht das Kleid recht schnell fertig zu stellen. Die Anleitung war super beschrieben und so war auch das erste mal Halsauschnitt nähen und Ärmelbündchen anbringen kein Problem. Ein kleiner Technikfehler hat sich jedoch trotzdem eingeschlichen, das habe ich erfahren als mir der Umgang mit diesem neuen Traummaschinchen hier ausführlich gezeigt wurde. Ich hätte mir 2 Arbeitsschritte mit dem Halsausschnitt sparen können, aber das wende ich beim nächsten Mal an. Da ich den Schnitt als Kleid oder aber Shirt nähen kann werden hier defintiv weitere folgen. Nachdem ich nun weiß wie unglaublich einfach und schnell das Nähen mit einer Overlock sein kann, bin ich spätestens jetzt im Nähwahn und hätte am liebsten 4 Wochen Urlaub daheim…
Der Stoff ist ein ganz toller Romanit vom Stoffmarkt in Petrol und Anthrazit. Leider ist er hiermit alle, bzw. nur noch kleine Reste übrig, da hätte ich besser mal mehr zugeschlagen.
Weitere MMM-Teilnehmer kann man hier bewundern.


































































































































































































































































































































































































































































































